Petrus

Petrus in der Bibel: Leben, Glaube und Berufung

Petrus, ursprünglich Simon genannt, war einer der zwölf Apostel Jesu Christi und gehört zu den am ausführlichsten beschriebenen Jüngern des Neuen Testaments. Als unmittelbarer Zeuge des Wirkens Jesu erhielt er eine besondere Verantwortung unter den Jüngern und später in der Verkündigung des Evangeliums. Seine Lebensgeschichte zeigt zugleich menschliche Begrenztheit und die verändernde Gnade Christi, durch die ein fehlbarer Jünger zum treuen Zeugen werden kann.

Einführung

Kaum ein Jünger Jesu tritt in den Evangelien so häufig persönlich hervor wie Petrus. Er spricht, fragt, handelt und reagiert immer wieder dort, wo andere Jünger im Hintergrund bleiben. Dadurch bewahrt die Bibel ein ungewöhnlich vielschichtiges Bild dieses Mannes. Sie zeichnet ihn weder als makellosen Glaubenshelden noch reduziert sie ihn auf seine Schwächen. Sein Leben wird vielmehr innerhalb seiner wirklichen Begegnungen mit Jesus sichtbar – Schritt für Schritt und oft gerade dort, wo Glaube, Unverständnis und Lernen eng nebeneinanderstehen.

Seine Geschichte ist über mehrere Teile des Neuen Testaments verteilt. Die vier Evangelien berichten aus unterschiedlichen Blickwinkeln von seinem Weg mit Jesus, die Apostelgeschichte verfolgt seinen Dienst in der entstehenden Gemeinde weiter, und auch die neutestamentlichen Briefe enthalten wichtige Aussagen über ihn. Diese Berichte müssen zusammen gelesen werden, ohne ihre jeweiligen Schwerpunkte einzuebnen. Gerade bei Petrus entsteht erst dadurch ein vollständigeres Bild seiner Entwicklung und seines Auftrags.

Bevor er als Petrus bekannt wird, begegnet er uns unter seinem ursprünglichen Namen Simon. Die Bibel nennt ihn als Bruder des Andreas und verbindet seine Herkunft mit Bethsaida; zugleich begegnet er als Fischer am See Genezareth. Schon diese wenigen Angaben führen in eine einfache Lebenswelt hinein, die zunächst weit entfernt von einer herausgehobenen apostolischen Aufgabe erscheint.

Der entscheidende Anfang seiner Geschichte liegt jedoch nicht in einer späteren Stellung, sondern in seiner ersten Begegnung mit Jesus. Andreas führt seinen Bruder zu ihm, und Jesus richtet den Blick auf Simon und gibt ihm bereits dort einen neuen Namen: Kephas, auf Griechisch Petrus. Damit beginnt ein Weg, dessen Bedeutung sich erst im weiteren Leben dieses Jüngers entfalten wird.

Simon wird zu Jesus geführt

Johannes 1,40-42 – „40 Andreas, der Bruder des Simon Petrus, war einer von den zweien, die es von Johannes gehört hatten und ihm nachgefolgt waren. 41 Dieser findet zuerst seinen Bruder Simon und spricht zu ihm: Wir haben den Messias gefunden (das heißt übersetzt: den Gesalbten). 42 Und er führte ihn zu Jesus. Jesus aber sah ihn an und sprach: Du bist Simon, Jonas Sohn, du sollst Kephas heißen (das wird übersetzt: F…"
Johannes 1,40-42 – „40 Andreas, der Bruder des Simon Petrus, war einer von den zweien, die es von Johannes gehört hatten und ihm nachgefolgt waren. 41 Dieser findet zuerst seinen Bruder Simon und spricht zu ihm: Wir haben den Messias gefunden (das heißt übersetzt: den Gesalbten). 42 Und er führte ihn zu Jesus. Jesus aber sah ihn an und sprach: Du bist Simon, Jonas Sohn, du sollst Kephas heißen (das wird übersetzt: F…"
Johannes 1,44 – „44 Philippus aber war von Bethsaida, aus der Stadt des Andreas und Petrus."
Markus 1,16 – „16 Und als er am galiläischen Meere wandelte, sah er Simon und dessen Bruder Andreas; die warfen das Netz aus im Meer; denn sie waren Fischer."
Markus 1,29-30 – „29 Und alsbald verließen sie die Synagoge und gingen in das Haus des Simon und Andreas, mit Jakobus und Johannes. 30 Simons Schwiegermutter aber lag krank am Fieber darnieder, und alsbald sagten sie ihm von ihr."

Als Simon zum ersten Mal unmittelbar in den Mittelpunkt des biblischen Berichts tritt, geschieht das nicht durch eine eigene Initiative. Sein Bruder Andreas hatte zuvor Johannes den Täufer gehört und war Jesus gefolgt. Nachdem Andreas zu der Überzeugung gekommen war, den Messias gefunden zu haben, suchte er Simon auf und führte ihn zu Jesus. Damit beginnt Simons persönliche Geschichte mit Christus nicht mit einem öffentlichen Auftrag oder einer besonderen Leistung, sondern damit, dass ein anderer Mensch ihn zu Jesus bringt. Johannes berichtet diesen Anfang knapp, gibt ihm aber zugleich ein besonderes Gewicht: Noch bevor Simon selbst etwas sagt oder tut, richtet Jesus den Blick auf ihn.

Jesus spricht ihn als „Simon, Sohn des Jonas“ an und erklärt, dass er Kephas genannt werden soll, was Johannes mit Petrus wiedergibt. „Kephas“ ist die aramäische Namensform, während „Petrus“ die entsprechende griechische Form ist. Beide stehen mit dem Gedanken eines Steins oder Felsstücks in Verbindung. Der Text sagt an dieser Stelle jedoch noch nicht ausführlich, welche Bedeutung dieser Name für Simons späteren Weg haben wird. Deshalb darf die Namensgebung nicht mit Entwicklungen gefüllt werden, die erst später erklärt werden. Sicher ist zunächst: Jesus kennt Simon und gibt ihm bereits bei dieser frühen Begegnung einen Namen, der ihn fortan eng mit seiner Berufung und seinem Platz unter den Jüngern verbinden wird.

Johannes nennt außerdem Bethsaida als die Stadt von Andreas und Petrus. Bethsaida lag am See Genezareth und war auch die Herkunftsstadt des Philippus. Die Evangelien zeigen Simon zugleich später in Kapernaum, wo Jesus das Haus von Simon und Andreas betritt und Simons Schwiegermutter krank vorfindet. Daraus wird erkennbar, dass seine Herkunft aus Bethsaida und sein späteres häusliches Leben in Kapernaum miteinander unterschieden werden müssen. Die Bibel erklärt nicht, wann oder aus welchem Grund dieser Ortswechsel erfolgte. Sie gibt deshalb keinen Anlass, darüber hinausgehende Lebensumstände zu rekonstruieren.

Dass Simon eine Schwiegermutter hatte, zeigt zugleich sicher, dass er verheiratet war. Über den Namen seiner Frau, den Zeitpunkt der Eheschließung oder weitere Einzelheiten seiner Familie berichtet die Bibel nichts. Paulus erwähnt später, dass Kephas wie andere Apostel das Recht hatte, eine gläubige Ehefrau auf Reisen mitzunehmen. Auch diese spätere Aussage bestätigt seinen Ehestand, liefert jedoch keine ausführlichere Familiengeschichte. Wo die Schrift schweigt, bleibt deshalb auch die Biografie zurückhaltend.

Simons beruflicher Hintergrund wird dagegen deutlicher sichtbar. Markus begegnet ihm gemeinsam mit Andreas am See Genezareth, wo beide ihre Netze auswerfen, „denn sie waren Fischer“. Fischfang war für Simon also keine gelegentliche Beschäftigung, sondern seine Arbeit. Weitere Berichte zeigen ihn im Zusammenhang mit Booten, Netzen und anderen Fischern. Sein späterer Weg beginnt damit mitten in einem gewöhnlichen Arbeitsleben. Die Bibel zeichnet keinen Mann, der bereits auf eine religiöse Führungsrolle vorbereitet erscheint, sondern einen Fischer, dessen Leben durch die Begegnung mit Jesus eine neue Richtung erhalten wird.

Dabei ist wichtig, die erste Begegnung bei Johannes nicht vorschnell mit jeder späteren Berufungsszene gleichzusetzen. Johannes beschreibt, wie Andreas Simon zu Jesus bringt und Jesus ihm den neuen Namen ankündigt. Die synoptischen Evangelien berichten anschließend von Situationen am See, in denen Jesus Simon und Andreas ausdrücklich in die Nachfolge ruft. Die Berichte widersprechen einander nicht; sie setzen unterschiedliche Schwerpunkte innerhalb des beginnenden Weges mit Jesus. Die erste Begegnung bedeutet daher nicht, dass bereits jedes spätere Element seiner Aufgabe entfaltet worden wäre.

Gerade darin liegt ein wichtiger Zug am Anfang von Simons Geschichte. Jesus begegnet ihm, bevor die Evangelien von irgendeiner herausragenden Tat dieses Mannes berichten. Der neue Name steht am Beginn eines Weges, dessen Inhalt Simon selbst noch nicht überblicken kann. Christus handelt zuerst: Er sieht, kennt und ruft einen Menschen, dessen Entwicklung noch vor ihm liegt. Damit wird schon am Anfang deutlich, dass Simons spätere Bedeutung nicht aus einer angeborenen Vollkommenheit hervorgehen wird, sondern aus seiner Beziehung zu dem, der ihn in die Nachfolge führt und formt.

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Jesus ruft Simon, Menschenfischer zu werden

Lukas 5,4-11 – „4 Als er aber zu reden aufgehört hatte, sprach er zu Simon: Fahre hinaus auf die Höhe und lasset eure Netze zu einem Fang hinunter! 5 Und Simon antwortete und sprach: Meister, wir haben die ganze Nacht hindurch gearbeitet und nichts gefangen; aber auf dein Wort will ich das Netz auswerfen! 6 Und als sie das getan, fingen sie eine große Menge Fische; aber ihr Netz zerriß. 7 Da winkten sie den Gefä…"
Lukas 5,4-11 – „4 Als er aber zu reden aufgehört hatte, sprach er zu Simon: Fahre hinaus auf die Höhe und lasset eure Netze zu einem Fang hinunter! 5 Und Simon antwortete und sprach: Meister, wir haben die ganze Nacht hindurch gearbeitet und nichts gefangen; aber auf dein Wort will ich das Netz auswerfen! 6 Und als sie das getan, fingen sie eine große Menge Fische; aber ihr Netz zerriß. 7 Da winkten sie den Gefä…"
Markus 1,16-18 – „16 Und als er am galiläischen Meere wandelte, sah er Simon und dessen Bruder Andreas; die warfen das Netz aus im Meer; denn sie waren Fischer. 17 Und Jesus sprach zu ihnen: Folget mir nach, so will ich euch zu Menschenfischern machen! 18 Da verließen sie alsbald ihre Netze und folgten ihm nach."
Matthäus 4,18-20 – „18 Als er aber am galiläischen Meere wandelte, sah er zwei Brüder, Simon, genannt Petrus, und dessen Bruder Andreas; die warfen das Netz ins Meer, denn sie waren Fischer. 19 Und er spricht zu ihnen: Folget mir nach, und ich will euch zu Menschenfischern machen! 20 Und sie verließen alsbald die Netze und folgten ihm nach."

Nach seiner ersten Begegnung mit Jesus begegnet Simon ihm erneut in der vertrauten Umgebung seines Berufs. Matthäus und Markus berichten, wie Jesus am See Genezareth entlanggeht und Simon mit seinem Bruder Andreas beim Auswerfen der Netze sieht. Dort richtet Jesus einen klaren Ruf an sie: Sie sollen ihm nachfolgen, und er werde sie zu Menschenfischern machen. Damit wird aus der bisherigen Begegnung eine verbindliche Nachfolge. Simon soll seine bisherige Tätigkeit nicht lediglich um eine religiöse Überzeugung ergänzen, sondern sein Leben unter die Führung Jesu stellen.

Lukas beschreibt in diesem Zusammenhang ausführlicher eine Begegnung am See, die Simons Berufung besonders eindrücklich beleuchtet. Jesus steigt in Simons Boot und bittet ihn, ein wenig vom Land wegzufahren, damit er von dort aus die Menge lehren kann. Nachdem die Verkündigung beendet ist, fordert Jesus Simon auf, auf die Tiefe hinauszufahren und die Netze zum Fang auszuwerfen. Für einen erfahrenen Fischer erscheint dieser Auftrag wenig erfolgversprechend: Simon und seine Gefährten hatten die ganze Nacht gearbeitet und nichts gefangen. Dennoch antwortet er, dass er auf Jesu Wort hin das Netz auswerfen werde.

Was darauf folgt, übersteigt ihre Erwartungen. Die Menge der Fische ist so groß, dass die Netze zu reißen beginnen und die Männer im anderen Boot zu Hilfe gerufen werden müssen. Schließlich sind beide Boote so stark beladen, dass sie tief im Wasser liegen. Der Bericht stellt nicht Simons Können als Fischer heraus, sondern die Autorität Jesu. Dort, wo menschliche Erfahrung nach einer erfolglosen Nacht keinen Grund für einen neuen Versuch bietet, genügt das Wort Christi, um die Situation vollständig zu verändern.

Simons Reaktion richtet sich deshalb nicht zuerst auf den außergewöhnlichen Fang. Als er erkennt, was geschehen ist, fällt er Jesus zu Füßen und sagt: „Herr, gehe von mir hinaus, denn ich bin ein sündiger Mensch!“ Lukas beschreibt ausdrücklich, dass Simon und seine Gefährten von Schrecken über den Fang ergriffen waren. Die Nähe der Macht Jesu führt Simon zu einer schmerzlichen Wahrnehmung seiner eigenen Unwürdigkeit. Er versucht nicht, sich vor Christus besser darzustellen, sondern bekennt seine Sündhaftigkeit.

Jesus beantwortet dieses Bekenntnis jedoch nicht mit Abstand. Er sagt zu Simon: „Fürchte dich nicht!“ und verbindet diese Zusage unmittelbar mit einem neuen Auftrag. Von nun an soll Simon Menschen gewinnen. Jesus ruft also gerade den Mann in seinen Dienst, der eben seine eigene Sündhaftigkeit bekannt hat. Die Grundlage der Berufung liegt nicht darin, dass Simon sich für geeignet hält, sondern darin, dass Christus ihn ruft und ihm eine neue Aufgabe gibt.

Matthäus und Markus fassen diesen Ruf mit dem Bild des „Menschenfischers“ zusammen. Das Bild knüpft unmittelbar an Simons bisheriges Leben an, verändert jedoch dessen Ziel. Der Fischer, dessen Arbeit bisher auf den Fang im See gerichtet war, wird in einen Dienst gerufen, durch den Menschen mit der Botschaft vom Reich Gottes erreicht werden sollen. Diese Aufgabe ist nicht Simons eigenes Projekt. Jesus sagt nicht, Simon müsse sich selbst zu einem solchen Diener machen, sondern: „Ich will euch zu Menschenfischern machen.“ Berufung und Befähigung gehen von Christus aus.

Die Evangelien setzen bei der Darstellung dieser frühen Berufungsphase unterschiedliche Akzente. Matthäus und Markus berichten knapp vom Ruf am See und der unmittelbaren Reaktion der Brüder, während Lukas das Geschehen um den wunderbaren Fischfang ausführlich schildert. Die genaue Beziehung und zeitliche Anordnung aller Einzelheiten wird von den Berichten nicht vollständig erklärt. Es wäre deshalb unnötig, eine minutiöse Abfolge zu konstruieren, die der Text selbst nicht vorgibt. Gemeinsam bezeugen die Berichte jedoch eindeutig, dass Simon aus seinem bisherigen Fischerleben heraus von Jesus zu dauerhafter Nachfolge und zu einem neuen Auftrag gerufen wurde.

Simon und seine Gefährten ziehen schließlich die Boote ans Land, verlassen alles und folgen Jesus. Damit erhält sein Leben eine grundlegend neue Richtung. Der Mann, der bisher Netze ausgeworfen und seinen Lebensunterhalt am See verdient hatte, tritt nun in die Schule Jesu ein. Noch ist nicht sichtbar, was dieser Ruf von ihm verlangen wird oder wie viel er lernen muss. Doch seine eigentliche Jüngergeschichte hat begonnen: nicht mit eigener Größe, sondern mit dem Wort Christi, dem Eingeständnis der eigenen Sündhaftigkeit und dem Ruf, ihm zu folgen.

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Jesus wirkt im Haus des Simon

Markus 1,29-31 – „29 Und alsbald verließen sie die Synagoge und gingen in das Haus des Simon und Andreas, mit Jakobus und Johannes. 30 Simons Schwiegermutter aber lag krank am Fieber darnieder, und alsbald sagten sie ihm von ihr. 31 Und er trat hinzu, ergriff ihre Hand und richtete sie auf; und das Fieber verließ sie alsbald, und sie diente ihnen."
Markus 1,29-31 – „29 Und alsbald verließen sie die Synagoge und gingen in das Haus des Simon und Andreas, mit Jakobus und Johannes. 30 Simons Schwiegermutter aber lag krank am Fieber darnieder, und alsbald sagten sie ihm von ihr. 31 Und er trat hinzu, ergriff ihre Hand und richtete sie auf; und das Fieber verließ sie alsbald, und sie diente ihnen."
Lukas 4,38-39 – „38 Und er stand auf und ging aus der Synagoge in das Haus des Simon. Simons Schwiegermutter aber war von einem heftigen Fieber befallen, und sie baten ihn für sie. 39 Und er trat zu ihr und bedrohte das Fieber, und es verließ sie. Und alsbald stand sie auf und diente ihm."
Matthäus 8,14-15 – „14 Und als Jesus in das Haus des Petrus kam, sah er, daß dessen Schwiegermutter darniederlag und das Fieber hatte. 15 Und er berührte ihre Hand, und das Fieber verließ sie, und sie stand auf und diente ihm."

Nachdem Simon Jesus in die Nachfolge gefolgt ist, führt der Weg des Herrn bald unmittelbar in seinen persönlichen Lebensbereich. Markus berichtet, dass Jesus nach dem Gottesdienst in der Synagoge von Kapernaum zusammen mit Jakobus und Johannes in das Haus von Simon und Andreas geht. Damit begegnet uns Simon nicht nur als Fischer am See und werdender Jünger, sondern auch als Mann mit einem eigenen Haushalt. Das Haus, das bisher zu seinem gewöhnlichen Leben gehörte, wird nun zu einem Ort, an dem Jesus gegenwärtig ist und handelt.

Dort liegt Simons Schwiegermutter krank mit Fieber. Die Anwesenden sprechen Jesus sofort auf ihre Not an. Markus berichtet, dass Jesus zu ihr tritt, sie bei der Hand nimmt und aufrichtet; das Fieber verlässt sie. Lukas beschreibt dasselbe Geschehen mit dem zusätzlichen Hinweis, dass Jesus dem Fieber gebietet. Matthäus hebt hervor, dass Jesus ihre Hand berührt. Die Berichte setzen unterschiedliche Akzente, stimmen aber in ihrem Kern überein: Die Heilung geschieht durch die wirksame Autorität Jesu und tritt unmittelbar ein.

Bemerkenswert ist auch die Reaktion der geheilten Frau. Sie steht auf und dient ihnen. Der Text beschreibt keine lange Genesungsphase und keine langsame Wiederherstellung der Kräfte. Ihre unmittelbar wiedergewonnene Fähigkeit zu dienen gehört zum Zeichen selbst. Im Mittelpunkt steht jedoch nicht die Schwiegermutter als eigenständige Lebensgeschichte, sondern das Wirken Jesu innerhalb von Simons Haus. Simon erlebt die Macht dessen, dem er gefolgt ist, nun nicht nur am See, sondern mitten in seinem familiären Umfeld.

Noch am selben Abend erweitert sich der Schauplatz. Nachdem die Sonne untergegangen ist, bringen die Menschen zahlreiche Kranke und Besessene zu Jesus. Markus berichtet, dass sich die ganze Stadt vor der Tür versammelt. Das Haus, das zunächst Schauplatz einer persönlichen familiären Not gewesen war, wird damit zum Ausgangspunkt eines weit größeren Dienstes. Jesus heilt viele Kranke und treibt Dämonen aus. Simon erlebt unmittelbar, wie die Autorität Christi, die er beim Fischfang erfahren hatte, sich nun gegenüber Krankheit und den Mächten des Bösen zeigt.

Am folgenden Morgen tritt jedoch ein weiterer wichtiger Zug im Verhältnis zwischen Simon und Jesus hervor. Jesus geht sehr früh an einen einsamen Ort, um zu beten. Simon und die anderen suchen ihn und sagen ihm, dass alle nach ihm verlangen. Aus menschlicher Sicht hätte die große Aufmerksamkeit in Kapernaum Anlass geben können, dort zu bleiben und den Erfolg weiter auszubauen. Jesus lässt seinen Auftrag jedoch nicht von der Begeisterung der Menge bestimmen. Er erklärt, dass er auch in die benachbarten Orte gehen müsse, um dort zu predigen.

Für Simon bedeutet dies, dass Nachfolge von Anfang an mehr umfasst als das Erleben außergewöhnlicher Wunder. Er muss lernen, dass Jesus seinen Weg nach dem Willen seines Vaters und nach seinem Auftrag ausrichtet. Die Bedürfnisse und Erwartungen der Menschen sind real, bestimmen aber nicht letztgültig die Richtung des Dienstes Christi. Simon folgt keinem Wundertäter, dessen Wirken sich um einen einzelnen Ort oder um persönliche Vorteile dreht. Er beginnt einem Herrn zu folgen, dessen Verkündigung des Reiches Gottes über die Grenzen seines vertrauten Lebensbereichs hinausführt.

Gerade diese frühe Phase verbindet Simons bisherige Lebenswelt mit seiner neuen Berufung. Sein Haus, seine Familie, seine Heimatregion und sein Beruf verschwinden nicht einfach aus der Erzählung; sie werden vielmehr von der Gegenwart Jesu berührt und in einen größeren Zusammenhang gestellt. Simon erlebt, dass Christus sowohl die persönliche Not eines einzelnen Menschen sieht als auch den umfassenden Auftrag verfolgt, Gottes Botschaft weiterzutragen. Damit wächst der Horizont der Nachfolge: Der Ruf vom See beginnt nun, sein gesamtes Leben zu erfassen.

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Simon wird in den Kreis der zwölf Apostel berufen

Markus 3,13-19 – „13 Und er stieg auf den Berg und rief zu sich, welche er wollte; und sie kamen zu ihm. 14 Und er verordnete zwölf, daß sie bei ihm wären und daß er sie aussendete zu predigen 15 und daß sie Macht hätten, die Dämonen auszutreiben: 16 Simon, welchem er den Namen Petrus beilegte, 17 und Jakobus, den Sohn des Zebedäus, und Johannes, den Bruder des Jakobus, welchen er den Namen Boanerges, das heißt Do…"
Markus 3,13-19 – „13 Und er stieg auf den Berg und rief zu sich, welche er wollte; und sie kamen zu ihm. 14 Und er verordnete zwölf, daß sie bei ihm wären und daß er sie aussendete zu predigen 15 und daß sie Macht hätten, die Dämonen auszutreiben: 16 Simon, welchem er den Namen Petrus beilegte, 17 und Jakobus, den Sohn des Zebedäus, und Johannes, den Bruder des Jakobus, welchen er den Namen Boanerges, das heißt Do…"
Lukas 6,12-16 – „12 Es begab sich aber in diesen Tagen, daß er hinausging auf den Berg, um zu beten, und er verharrte die Nacht hindurch im Gebet zu Gott. 13 Und als es Tag geworden, rief er seine Jünger herzu und erwählte aus ihnen zwölf, die er auch Apostel nannte: 14 Simon, den er auch Petrus nannte, und dessen Bruder Andreas, Jakobus und Johannes, Philippus und Bartholomäus, 15 Matthäus und Thomas, Jakobus, d…"
Matthäus 10,1-4 – „1 Da rief er seine zwölf Jünger zu sich und gab ihnen Vollmacht über die unreinen Geister, sie auszutreiben, und jede Krankheit und jedes Gebrechen zu heilen. 2 Die Namen der zwölf Apostel aber sind diese: Der erste Simon, genannt Petrus, und sein Bruder Andreas; Jakobus, der Sohn des Zebedäus, und sein Bruder Johannes; 3 Philippus und Bartholomäus, Thomas und Matthäus der Zöllner; Jakobus, der S…"

Mit der zunehmenden Ausbreitung des Wirkens Jesu erhält Simons Nachfolge eine neue Form. Jesus hatte inzwischen viele Menschen um sich, die ihm zuhörten und ihm folgten. Aus diesem größeren Kreis beruft er zwölf Männer in eine besondere Aufgabe. Markus berichtet, dass Jesus auf einen Berg steigt und diejenigen zu sich ruft, die er selbst wollte. Sie kommen zu ihm, und aus ihnen setzt er zwölf ein. Simon gehört zu diesem von Jesus bestimmten Kreis.

Lukas verbindet diese Entscheidung ausdrücklich mit dem Gebet Jesu. Bevor Jesus die Zwölf auswählt, verbringt er die Nacht im Gebet zu Gott. Als es Tag wird, ruft er seine Jünger zu sich und erwählt zwölf von ihnen, die er auch Apostel nennt. Das Wort „Apostel“ bezeichnet hier Menschen, die von Jesus mit einem besonderen Auftrag ausgesandt werden. Ihre Stellung entsteht deshalb nicht aus eigener Bewerbung, persönlichem Rang oder der Anerkennung anderer, sondern aus der bewussten Berufung durch Christus.

In den Listen der Zwölf wird Simon auffällig hervorgehoben. Matthäus nennt ihn als ersten und bezeichnet ihn als Simon, „genannt Petrus“. Markus nennt ebenfalls zuerst Simon und erwähnt, dass Jesus ihm den Namen Petrus gibt. Lukas schreibt von „Simon, den er auch Petrus nannte“. Die Evangelien zeigen damit, dass der neue Name nun fest mit seiner Stellung im Kreis der Jünger verbunden ist. Er ersetzt jedoch nicht vollständig seinen ursprünglichen Namen; auch später wird Jesus ihn in wichtigen Situationen weiterhin mit „Simon“ anreden.

Dass Petrus in den Apostellisten an erster Stelle steht, zeigt seine hervorgehobene Stellung innerhalb dieses Kreises. Besonders Matthäus verwendet bei ihm ausdrücklich das Wort „der erste“. Daraus lässt sich jedoch nicht ableiten, dass die übrigen Apostel lediglich unter seiner persönlichen Herrschaft gestanden hätten. Jesus selbst bleibt der Herr und Mittelpunkt der Zwölf. Später wird er seinen Jüngern ausdrücklich untersagen, menschliche Größe nach den Maßstäben weltlicher Herrschaft zu verstehen. Petrus besitzt eine besondere Rolle, aber seine Autorität bleibt vollständig von Christus abhängig.

Markus beschreibt den Zweck der Berufung in einer aufschlussreichen Reihenfolge. Jesus setzt die Zwölf ein, damit sie zunächst „bei ihm seien“ und damit er sie anschließend zum Predigen aussende und ihnen Vollmacht gebe. Bevor sie öffentlich wirken, sollen sie bei Jesus sein. Ihre Aufgabe entsteht aus Gemeinschaft mit ihm. Sie sollen seine Worte hören, sein Handeln beobachten und von ihm lernen, bevor sie selbst als seine Gesandten auftreten.

Diese Ordnung ist für Petrus besonders wichtig. Seine spätere Verantwortung darf nicht von seiner Ausbildung bei Jesus getrennt werden. Er wird nicht deshalb Apostel, weil seine Persönlichkeit bereits für jede Aufgabe ausgereift wäre. Die Evangelien werden vielmehr noch mehrfach zeigen, dass Petrus lernen, korrigiert und sogar tief gedemütigt werden muss. Seine Berufung bedeutet daher nicht, dass seine Entwicklung abgeschlossen ist. Sie stellt ihn vielmehr in eine engere Beziehung zu Christus, in der größere Nähe zugleich größere Verantwortung mit sich bringt.

Matthäus berichtet anschließend, dass Jesus den Zwölf Vollmacht über unreine Geister und zur Heilung von Krankheiten gibt und sie aussendet. Bei dieser ersten Sendung richtet sich ihr Auftrag zunächst an Israel. Sie sollen verkündigen, dass das Himmelreich nahe gekommen ist, und das empfangene Wirken nicht als eigenen Besitz behandeln. „Umsonst habt ihr es empfangen, umsonst gebt es“, lautet die Grundrichtung des Auftrags. Auch Petrus handelt damit nicht aus einer Macht, die ihm unabhängig von Jesus gehören würde, sondern als Beauftragter dessen, der ihn sendet.

Aus dem Fischer Simon ist nun ein ausdrücklich berufener Apostel geworden. Doch gerade die Reihenfolge der Evangelien schützt davor, diesen Schritt als Vollendung seines Weges zu verstehen. Jesus hat ihn erwählt, ihm einen Namen gegeben, ihn in seine unmittelbare Gemeinschaft aufgenommen und ihm Verantwortung übertragen. Was Petrus über seinen Herrn wirklich verstanden hat und wie tragfähig sein Glaube unter Prüfung sein wird, muss sich erst noch zeigen. Seine besondere Stellung hebt deshalb nicht seine Abhängigkeit von Christus auf – sie macht sie umso notwendiger.

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Petrus steigt zu Jesus auf das Wasser

Matthäus 14,28-31 – „28 Petrus aber antwortete ihm und sprach: Herr, bist du es, so heiße mich zu dir auf das Wasser kommen! 29 Da sprach er: Komm! Und Petrus stieg aus dem Schiff und wandelte auf dem Wasser und kam auf Jesus zu. 30 Als er aber den starken Wind sah, fürchtete er sich, und da er zu sinken anfing, schrie er und sprach: Herr, rette mich! 31 Jesus aber streckte alsbald die Hand aus, ergriff ihn und sprac…"
Matthäus 14,28-31 – „28 Petrus aber antwortete ihm und sprach: Herr, bist du es, so heiße mich zu dir auf das Wasser kommen! 29 Da sprach er: Komm! Und Petrus stieg aus dem Schiff und wandelte auf dem Wasser und kam auf Jesus zu. 30 Als er aber den starken Wind sah, fürchtete er sich, und da er zu sinken anfing, schrie er und sprach: Herr, rette mich! 31 Jesus aber streckte alsbald die Hand aus, ergriff ihn und sprac…"
Markus 6,45-52 – „45 Und alsbald nötigte er seine Jünger, in das Schiff zu steigen und vor ihm ans jenseitige Ufer, nach Bethsaida, voraus zu fahren, bis er das Volk entlassen hätte. 46 Und nachdem er sie verabschiedet hatte, ging er auf einen Berg, um zu beten. 47 Und als es Abend geworden, war das Schiff mitten auf dem Meere und er allein auf dem Lande. 48 Und er sah, daß sie beim Rudern Not litten; denn der Win…"
Johannes 6,16-21 – „16 Als es aber Abend geworden war, gingen seine Jünger hinab ans Meer, 17 stiegen in das Schiff und fuhren über das Meer nach Kapernaum. Und es war schon finster geworden, und Jesus war noch nicht zu ihnen gekommen. 18 Und das Meer ging hoch, da ein starker Wind wehte. 19 Als sie nun ungefähr fünfundzwanzig oder dreißig Stadien gerudert hatten, sahen sie Jesus auf dem Meere wandeln und sich Schif…"

Nach einer Zeit intensiven Dienstes geraten die Jünger in eine Situation, in der sie nicht durch Verkündigung oder Heilungen geprüft werden, sondern durch ihre eigene Hilflosigkeit. Nach der Speisung der großen Volksmenge schickt Jesus die Jünger mit dem Boot voraus, während er selbst die Menschen entlässt und anschließend allein auf einen Berg geht, um zu beten. Auf dem See geraten die Jünger in starken Gegenwind. Das Boot wird von den Wellen bedrängt, und obwohl sie sich abmühen, kommen sie nur schwer voran. Jesus befindet sich zunächst nicht sichtbar bei ihnen.

In den frühen Morgenstunden kommt Jesus über das Wasser zu ihnen. Die Jünger erschrecken und halten die Gestalt zunächst für ein Gespenst. Jesus antwortet ihrer Furcht mit der Aufforderung, getrost zu sein, und gibt sich zu erkennen. Matthäus berichtet an dieser Stelle eine Begebenheit, die Markus und Johannes nicht erwähnen: Petrus antwortet Jesus und bittet darum, auf dessen Wort hin zu ihm über das Wasser kommen zu dürfen.

Petrus handelt dabei nicht völlig eigenmächtig. Er steigt erst aus dem Boot, nachdem Jesus ihm ausdrücklich gesagt hat: „Komm!“ Sein Schritt auf das Wasser beruht deshalb nicht auf einer selbst erzeugten Fähigkeit oder einem Versuch, Jesus etwas zu beweisen. Solange Petrus auf das Wort Christi hin geht, geschieht etwas, das seine natürlichen Möglichkeiten vollständig übersteigt. Er verlässt den scheinbar sichereren Ort des Bootes und bewegt sich auf Jesus zu.

Doch der Bericht wechselt unmittelbar von diesem außergewöhnlichen Schritt zu Petrus' Schwäche. Als er den starken Wind wahrnimmt, fürchtet er sich. Er beginnt zu sinken und ruft: „Herr, rette mich!“ Matthäus beschreibt weder eine lange Überlegung noch einen Versuch, sich aus eigener Kraft zu retten. In dem Augenblick, in dem Petrus seine Not erkennt, richtet er seinen Hilferuf an Jesus. Sein Versagen ist wirklich, aber ebenso wirklich ist, an wen er sich in seinem Versagen wendet.

Jesus reagiert sofort. Er streckt die Hand aus, ergreift Petrus und rettet ihn. Erst danach spricht er die Korrektur aus: „Du Kleingläubiger, warum zweifeltest du?“ Damit wird Petrus weder für seinen ursprünglichen Schritt der Nachfolge verspottet noch sein Zweifel verharmlost. Sein Glaube war vorhanden, aber er erwies sich als noch nicht beständig. Der Mann, der auf Jesu Wort tatsächlich aus dem Boot gestiegen war, musste lernen, dass selbst ein mutiger Anfang nicht genügt, wenn Vertrauen angesichts der Bedrohung zusammenbricht.

Der Schwerpunkt liegt deshalb nicht auf einer angeblichen besonderen Kraft des Petrus. Das Wunder bleibt von Anfang bis Ende an Jesus gebunden. Christus ruft ihn, Christus trägt die Möglichkeit seines Gehens, und Christus rettet ihn, als er sinkt. Gerade darin unterscheidet sich biblischer Glaube von bloßer Selbstsicherheit. Petrus kann das Unmögliche nicht deshalb tun, weil er besonders entschlossen wäre, sondern nur in Abhängigkeit von dem Herrn, dessen Wort ihn gerufen hat.

Als Jesus und Petrus in das Boot steigen, legt sich der Wind. Matthäus berichtet, dass die Menschen im Boot Jesus anbeten und bekennen, dass er wahrhaftig Gottes Sohn ist. Markus setzt einen anderen Akzent und erklärt, dass die Jünger über das Geschehen außer sich waren, weil sie selbst das vorherige Zeichen mit den Broten noch nicht verstanden hatten. Die beiden Berichte zeigen gemeinsam, dass die Jünger sich noch in einem Lernprozess darüber befinden, wer Jesus wirklich ist. Auch Petrus' persönliche Erfahrung auf dem Wasser steht innerhalb dieser wachsenden Erkenntnis.

Für Petrus wird damit ein Muster sichtbar, das in seinem späteren Leben noch bedeutsam werden wird. Er kann im Vertrauen auf Christus entschlossen handeln und kurz darauf von Furcht überwältigt werden. Doch Jesus lässt ihn nicht sinken und verwirft ihn nicht wegen seiner Schwäche. Er rettet und korrigiert ihn. Petrus beginnt zu lernen, dass wirklicher Glaube nicht darin besteht, die Stärke des Sturmes zu unterschätzen, sondern sich auch mitten darin an Christus zu halten.

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Petrus bekennt Jesus als den Christus

Matthäus 16,15-18 – „15 Da spricht er zu ihnen: Ihr aber, für wen haltet ihr mich? 16 Da antwortete Simon Petrus und sprach: Du bist der Christus, der Sohn des lebendigen Gottes! 17 Und Jesus antwortete und sprach zu ihm: Selig bist du, Simon, Jonas Sohn; denn Fleisch und Blut hat dir das nicht geoffenbart, sondern mein Vater im Himmel! 18 Und ich sage dir auch: Du bist Petrus, und auf diesen Felsen will ich meine Ge…"
Matthäus 16,15-18 – „15 Da spricht er zu ihnen: Ihr aber, für wen haltet ihr mich? 16 Da antwortete Simon Petrus und sprach: Du bist der Christus, der Sohn des lebendigen Gottes! 17 Und Jesus antwortete und sprach zu ihm: Selig bist du, Simon, Jonas Sohn; denn Fleisch und Blut hat dir das nicht geoffenbart, sondern mein Vater im Himmel! 18 Und ich sage dir auch: Du bist Petrus, und auf diesen Felsen will ich meine Ge…"
Markus 8,27-30 – „27 Und Jesus ging samt seinen Jüngern hinaus in die Dörfer bei Cäsarea Philippi; und auf dem Wege fragte er seine Jünger und sprach zu ihnen: Für wen halten mich die Leute? 28 Sie antworteten: Die einen sagen, du seiest Johannes der Täufer; und andere, du seiest Elia; andere aber, du seiest einer der Propheten. 29 Und er fragte sie: Ihr aber, für wen haltet ihr mich? Da antwortete Petrus und spra…"
Lukas 9,18-21 – „18 Und es begab sich, als er in der Einsamkeit betete und die Jünger bei ihm waren, fragte er sie und sprach: Für wen halten mich die Leute? 19 Sie antworteten und sprachen: Für Johannes den Täufer; andere für Elia; andere aber [sagen], einer der alten Propheten sei auferstanden. 20 Da sprach er zu ihnen: Ihr aber, für wen haltet ihr mich? Da antwortete Petrus und sprach: Für den Gesalbten Gottes…"

Während Jesus mit seinen Jüngern durch die Gegend von Cäsarea Philippi zieht, stellt er ihnen eine Frage, die den bisherigen Weg der Nachfolge auf einen entscheidenden Punkt führt. Zunächst fragt er, für wen die Menschen den Menschensohn halten. Die Antworten zeigen, dass Jesus weithin als außergewöhnlicher Gottesbote angesehen wird: Einige nennen Johannes den Täufer, andere Elia, Jeremia oder einen der Propheten. Doch Jesus lässt die Jünger nicht bei den Meinungen anderer stehen. Er richtet die Frage unmittelbar an sie: „Ihr aber, für wen haltet ihr mich?“

Simon Petrus antwortet für den Kreis der Jünger: „Du bist der Christus, der Sohn des lebendigen Gottes.“ Mit „Christus“ bezeichnet er Jesus als den von Gott verheißenen Messias. Petrus erkennt damit mehr als lediglich einen Propheten oder besonderen Lehrer in ihm. Die Antwort trifft die Identität Jesu in einer Weise, die zum Zentrum seines gesamten Wirkens führt. Gerade deshalb hebt Jesus dieses Bekenntnis ausdrücklich hervor.

Jesus erklärt Petrus, dass ihm diese Erkenntnis nicht von „Fleisch und Blut“ offenbart worden sei, sondern von seinem Vater im Himmel. Petrus' Bekenntnis erscheint damit nicht als Ergebnis menschlicher Klugheit oder bloßer Beobachtung. Gott selbst hat ihm Erkenntnis über Jesus geschenkt. Das ist umso bedeutender, weil die weitere Geschichte zeigen wird, dass Petrus trotz dieses wahren Bekenntnisses noch nicht vollständig versteht, welchen Weg der Messias gehen muss.

An dieser Stelle greift Jesus auch den Namen auf, den Simon bereits zu Beginn erhalten hatte: „Du bist Petrus“. Danach spricht er davon, seine Gemeinde auf „diesem Felsen“ zu bauen, und verheißt, dass die Pforten des Totenreiches sie nicht überwältigen werden. Die Wortverbindung zwischen Petrus und dem Felsen ist offensichtlich und darf nicht übergangen werden. Zugleich liegt der Schwerpunkt des Zusammenhangs auf der von Gott offenbarten Erkenntnis über Jesus als den Christus. Petrus erhält eine hervorgehobene Verantwortung, doch er wird nicht zum unabhängigen Fundament neben Christus.

Diese Einordnung wird durch das übrige Neue Testament bestätigt. Christus selbst bleibt der eigentliche Grund und Eckstein seines Volkes. Paulus erklärt später ausdrücklich, dass niemand einen anderen Grund legen kann als Jesus Christus, und Petrus selbst bezeichnet Jesus in seinem ersten Brief als den von Gott erwählten kostbaren Eckstein. Deshalb muss die besondere Stellung des Petrus innerhalb der Apostel mit seiner völligen Abhängigkeit von Christus zusammengehalten werden. Seine Bedeutung besteht nicht darin, Christus zu ersetzen, sondern ihn zu bekennen und in seinem Auftrag zu dienen.

Jesus spricht Petrus außerdem von den „Schlüsseln des Himmelreichs“ und vom Binden und Lösen. Wenig später wird die Vollmacht des Bindens und Lösens auch gegenüber den Jüngern als Gemeinschaft ausgesprochen. Der Zusammenhang erlaubt deshalb nicht, daraus eine von Christus unabhängige Herrschaft eines einzelnen Menschen abzuleiten. Petrus erhält wirkliche Verantwortung im Dienst des Reiches Gottes, doch diese Verantwortung steht unter dem Wort und der Autorität Jesu. In der Apostelgeschichte wird später sichtbar werden, wie Petrus bei entscheidenden Öffnungen der Evangeliumsverkündigung tatsächlich eine hervorgehobene Rolle einnimmt.

Nach diesem Bekenntnis gebietet Jesus den Jüngern zunächst, niemandem zu sagen, dass er der Christus sei. Der Grund wird im unmittelbar folgenden Verlauf verständlicher: Die Jünger haben zwar erkannt, wer Jesus ist, aber sie müssen noch lernen, was sein Messiassein bedeutet. Ihre Erwartungen dürfen nicht bestimmen, welchen Weg Christus gehen soll. Das richtige Bekenntnis muss mit einem richtigen Verständnis seines Auftrags verbunden werden.

Damit erreicht Petrus einen bedeutenden Punkt seiner Glaubensentwicklung. Er spricht eine Wahrheit aus, die ihm nicht menschliche Meinung, sondern der Vater erkennen ließ. Dennoch steht er gerade jetzt vor einer tieferen Lektion. Zu wissen, dass Jesus der Christus ist, bedeutet noch nicht automatisch zu verstehen, dass Gottes Erlösungsweg durch Leiden, Verwerfung und Tod zum Sieg führt. Schon unmittelbar nach seinem großen Bekenntnis wird offenbar werden, wie sehr Petrus an diesem Punkt noch lernen muss.

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Petrus widerspricht dem Weg des leidenden Messias

Matthäus 16,21-23 – „21 Von da an begann Jesus seinen Jüngern zu zeigen, er müsse nach Jerusalem gehen und viel leiden von den Ältesten, Hohenpriestern und Schriftgelehrten und getötet werden und am dritten Tage auferstehen. 22 Da nahm ihn Petrus beiseite, fing an, ihm abzuwehren, und sprach: Herr, schone deiner selbst! Das widerfahre dir nur nicht! 23 Er aber wandte sich um und sprach zu Petrus: Hebe dich weg von mi…"
Matthäus 16,21-23 – „21 Von da an begann Jesus seinen Jüngern zu zeigen, er müsse nach Jerusalem gehen und viel leiden von den Ältesten, Hohenpriestern und Schriftgelehrten und getötet werden und am dritten Tage auferstehen. 22 Da nahm ihn Petrus beiseite, fing an, ihm abzuwehren, und sprach: Herr, schone deiner selbst! Das widerfahre dir nur nicht! 23 Er aber wandte sich um und sprach zu Petrus: Hebe dich weg von mi…"
Markus 8,31-33 – „31 Und er fing an, sie zu lehren, daß des Menschen Sohn viel leiden und von den Ältesten und Hohenpriestern und Schriftgelehrten verworfen und getötet werden müsse und nach drei Tagen wieder auferstehen. 32 Und er redete das Wort ganz unverhohlen. Und Petrus nahm ihn beiseite und fing an, ihm zu wehren. 33 Er aber wandte sich um und sah seine Jünger an und schalt den Petrus und sprach: Weiche hin…"
Lukas 9,22 – „22 indem er sprach: Des Menschen Sohn muß viel leiden und verworfen werden von den Ältesten und Hohenpriestern und Schriftgelehrten und getötet werden und am dritten Tage auferstehen."

Unmittelbar nach dem Bekenntnis des Petrus beginnt Jesus seinen Jüngern deutlicher zu erklären, welchen Weg er als Messias gehen wird. Er muss nach Jerusalem gehen, vieles von den Ältesten, Hohenpriestern und Schriftgelehrten leiden, getötet werden und am dritten Tag auferstehen. Markus betont, dass Jesus davon ganz offen spricht. Damit begegnen die Jünger einer Wahrheit, die nicht zu ihren bisherigen Erwartungen passt: Der Christus wird seinen Auftrag nicht durch einen unmittelbaren politischen Triumph erfüllen, sondern durch Leiden, Tod und Auferstehung.

Gerade Petrus, der eben noch Jesus als den Christus bekannt hat, reagiert heftig. Er nimmt Jesus beiseite und beginnt, ihm zu widersprechen. Matthäus gibt seine Worte wieder: „Das widerfahre dir nur nicht!“ Petrus will offenbar verhindern, was Jesus gerade als notwendigen Weg bezeichnet hat. Der Mann, dem eine wahre Erkenntnis über die Identität Jesu geschenkt worden war, versucht nun, seinem Herrn vorzuschreiben, wie dessen messianischer Auftrag nicht verlaufen dürfe.

Jesus weist Petrus mit ungewöhnlicher Schärfe zurück: „Weiche von mir, Satan!“ Diese Worte bedeuten nicht, dass Petrus mit Satan gleichgesetzt wird. Der Zusammenhang zeigt vielmehr, dass sein Einwand in diesem Augenblick einer Versuchung entspricht, die Jesus von dem von Gott bestimmten Weg des Leidens und des Kreuzes abbringen würde. Petrus will Jesus bewahren, doch gerade sein menschlich verständlicher Widerstand stellt sich gegen das, was Christus als notwendig bezeichnet hat.

Jesus erklärt den Kern des Problems unmittelbar: Petrus denkt nicht das, was Gottes ist, sondern das, was der Menschen ist. Damit wird eine entscheidende Grenze sichtbar. Eine richtige Aussage über Jesus genügt nicht, wenn sein Auftrag anschließend nach menschlichen Erwartungen umgeformt wird. Petrus hatte erkannt, wer Jesus ist, aber noch nicht verstanden, auf welche Weise der Christus retten wird. Seine Vorstellung vom Messias musste sich dem offenbarten Weg Gottes unterordnen.

Die Reaktion Jesu schützt zugleich das Zentrum des Evangeliums. Sein Leiden und sein Tod sind kein bedauerlicher Unfall, den Petrus mit genügend Entschlossenheit verhindern könnte. Jesus spricht davon als etwas, das geschehen „muss“. Später wird deutlich werden, dass er sein Leben freiwillig hingibt und dass sein Tod zum Erlösungswerk Gottes gehört. Wer Christus von diesem Weg abbringen will, greift deshalb nicht nur einen einzelnen Lebensplan an, sondern widerspricht dem Weg, auf dem Gott Rettung schafft.

Jesus wendet sich danach nicht nur an Petrus, sondern an die Jünger und die Menschenmenge. Wer ihm nachfolgen will, soll sich selbst verleugnen, sein Kreuz auf sich nehmen und ihm folgen. Der Weg des Meisters bestimmt damit auch das Verständnis der Jüngerschaft. Nachfolge bedeutet nicht, sich durch die Nähe zu Christus grundsätzlich vor Verlust und Leiden zu sichern. Wer sein Leben um jeden Preis retten will, wird es verlieren; wer es um Jesu und des Evangeliums willen verliert, wird es gewinnen.

Für Petrus ist diese Belehrung besonders einschneidend. Kurz zuvor hatte Jesus sein Bekenntnis als Ergebnis göttlicher Offenbarung bezeichnet; nun muss derselbe Jünger eine der schärfsten Korrekturen seines bisherigen Weges hören. Die beiden Ereignisse stehen bewusst dicht beieinander. Geistliche Erkenntnis macht einen Menschen nicht unfehlbar, und eine besondere Berufung schützt nicht davor, in entscheidenden Fragen menschlich zu denken.

Damit vertieft sich Petrus' Schule bei Jesus. Er muss nicht nur lernen, Jesus richtig zu benennen, sondern auch Gottes Weg mit ihm anzunehmen. Der Christus ist nicht von seinem Kreuz zu trennen. Für Petrus wird dieser Gedanke noch lange schwer zu erfassen sein, doch gerade hier beginnt Jesus, seine Erwartungen grundlegend umzubauen. Die Nachfolge führt ihn nun tiefer in das Geheimnis eines Messias hinein, dessen Sieg nicht an Leiden vorbeiführt, sondern durch Hingabe und Auferstehung hindurch.

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Petrus sieht die Herrlichkeit Jesu auf dem Berg

Matthäus 17,1-8 – „1 Und nach sechs Tagen nahm Jesus den Petrus und Jakobus und dessen Bruder Johannes mit sich und führte sie beiseite auf einen hohen Berg. 2 Und er wurde vor ihnen verklärt, und sein Angesicht leuchtete wie die Sonne, und seine Kleider wurden weiß wie das Licht. 3 Und siehe, es erschienen ihnen Mose und Elia, die redeten mit ihm. 4 Da hob Petrus an und sprach zu Jesus: Herr, es ist gut, daß wir h…"
Matthäus 17,1-8 – „1 Und nach sechs Tagen nahm Jesus den Petrus und Jakobus und dessen Bruder Johannes mit sich und führte sie beiseite auf einen hohen Berg. 2 Und er wurde vor ihnen verklärt, und sein Angesicht leuchtete wie die Sonne, und seine Kleider wurden weiß wie das Licht. 3 Und siehe, es erschienen ihnen Mose und Elia, die redeten mit ihm. 4 Da hob Petrus an und sprach zu Jesus: Herr, es ist gut, daß wir h…"
Markus 9,2-8 – „2 Und nach sechs Tagen nimmt Jesus den Petrus und Jakobus und Johannes zu sich und führt sie beiseite allein auf einen hohen Berg. Und er ward vor ihnen verklärt, 3 und seine Kleider wurden glänzend, sehr weiß wie Schnee, wie sie kein Bleicher auf Erden so weiß machen kann. 4 Und es erschien ihnen Elia mit Mose, die redeten mit Jesus. 5 Und Petrus hob an und sprach zu Jesus: Rabbi, es ist gut, da…"
Lukas 9,28-36 – „28 Es begab sich aber ungefähr acht Tage nach dieser Rede, daß er Petrus und Johannes und Jakobus zu sich nahm und auf den Berg stieg, um zu beten. 29 Und während er betete, wurde das Aussehen seines Angesichts anders und sein Kleid strahlend weiß. 30 Und siehe, zwei Männer redeten mit ihm, das waren Mose und Elia; 31 die erschienen in Herrlichkeit und redeten von seinem Ausgang, den er in Jerusa…"
2. Petrus 1,16-18 – „16 Denn wir sind nicht klug ersonnenen Fabeln gefolgt, als wir euch die Kraft und Wiederkunft unsres Herrn Jesus Christus kundtaten, sondern wir sind Augenzeugen seiner Herrlichkeit gewesen. 17 Denn er empfing von Gott dem Vater Ehre und Herrlichkeit, als eine Stimme von der hocherhabenen Herrlichkeit daherkam, des Inhalts: «Dies ist mein lieber Sohn, an welchem ich Wohlgefallen habe!» 18 Und die…"

Wenige Tage nach der scharfen Korrektur des Petrus nimmt Jesus ihn zusammen mit Jakobus und Johannes mit auf einen hohen Berg. Diese drei Jünger werden damit Zeugen eines Ereignisses, das ihnen einen außergewöhnlichen Einblick in die Herrlichkeit Jesu gibt. Während Jesus betet, verändert sich sein Aussehen; sein Angesicht leuchtet, und seine Kleider werden strahlend weiß. Neben ihm erscheinen Mose und Elia und sprechen mit ihm. Was Petrus hier sieht, steht in starkem Kontrast zu dem Leiden, von dem Jesus kurz zuvor gesprochen hatte.

Lukas ergänzt, dass Mose und Elia mit Jesus über seinen bevorstehenden „Ausgang“ sprechen, den er in Jerusalem erfüllen sollte. Damit verbindet die Verklärung die Herrlichkeit Christi unmittelbar mit dem Weg, den Petrus zuvor abgelehnt hatte. Das Leiden in Jerusalem ist kein Gegensatz zu Jesu göttlichem Auftrag, sondern gehört zu dessen Erfüllung. Gerade in einer Szene überwältigender Herrlichkeit wird deshalb nicht ein anderer Weg vorgestellt, sondern derselbe Weg bestätigt, den Jesus seinen Jüngern bereits angekündigt hat.

Petrus reagiert auf das Geschehen sofort. Er schlägt vor, drei Hütten zu errichten: eine für Jesus, eine für Mose und eine für Elia. Markus bemerkt ausdrücklich, dass Petrus nicht wusste, was er sagen sollte, weil die Jünger voller Furcht waren. Seine Worte entspringen daher nicht einer ausgearbeiteten theologischen Einsicht. Wieder zeigt sich seine Neigung, in einem außergewöhnlichen Augenblick schnell zu sprechen, obwohl er die Bedeutung des Geschehens noch nicht vollständig erfasst.

Noch während Petrus redet, überschattet eine lichte Wolke die Jünger. Aus ihr ertönt die Stimme des Vaters: „Dieser ist mein geliebter Sohn, an dem ich Wohlgefallen habe; auf ihn sollt ihr hören!“ Damit richtet Gott selbst den Mittelpunkt des Geschehens eindeutig auf Jesus. Mose und Elia besitzen innerhalb der Offenbarung Gottes eine herausragende Bedeutung, doch die Jünger sollen nicht bei drei gleichgeordneten Gestalten stehenbleiben. Als sie nach dem Erschrecken wieder aufblicken, sehen sie niemanden mehr außer Jesus allein.

Für Petrus beantwortet dieses Wort zugleich die Spannung der vorhergehenden Lebensphase. Er hatte Jesus widersprochen, als dieser von Leiden und Tod sprach. Nun lautet die göttliche Weisung nicht, dass Petrus seinen eigenen Vorstellungen folgen soll, sondern dass er auf den Sohn hören muss. Die rechte Antwort auf Christus besteht nicht darin, seinen Weg nach menschlichen Erwartungen zu korrigieren. Der Jünger muss lernen, auch dort auf Jesus zu hören, wo dessen Worte seinen bisherigen Vorstellungen widersprechen.

Beim Abstieg vom Berg befiehlt Jesus den drei Jüngern, niemandem von der Erscheinung zu erzählen, bis der Menschensohn von den Toten auferstanden sei. Markus berichtet, dass sie dieses Wort festhielten und zugleich darüber nachdachten, was Auferstehung von den Toten bedeuten sollte. Selbst nach der Verklärung verstehen sie also den kommenden Weg noch nicht vollständig. Die außergewöhnliche Offenbarung ersetzt nicht den weiteren Lernprozess. Petrus hat Herrlichkeit gesehen, aber die Bedeutung von Kreuz und Auferstehung muss sich ihm noch tiefer erschließen.

Viele Jahre später greift Petrus dieses Erlebnis selbst auf. In seinem zweiten Brief erklärt er, dass er und die anderen Apostel nicht ausgeklügelten Geschichten gefolgt seien, als sie von der Macht und Wiederkunft Jesu Christi verkündigten. Er erinnert daran, dass sie Augenzeugen seiner Majestät gewesen waren und die Stimme vom Himmel gehört hatten. Die Verklärung blieb für Petrus somit nicht lediglich eine überwältigende Erinnerung, sondern wurde zu einem bestätigenden Zeugnis über die Herrlichkeit und Autorität Christi.

Gerade dieser spätere Rückblick zeigt, wie Petrus das Erlebnis schließlich verstand. Auf dem Berg hatte er zunächst selbst gesprochen; später betont er vor allem, was Gott über Jesus bezeugt hatte. Der impulsive Vorschlag des Jüngers tritt zurück, während die Herrlichkeit des Sohnes und die Stimme des Vaters im Mittelpunkt bleiben. Petrus lernt damit einen entscheidenden Grundsatz seiner Nachfolge: Nicht seine eigenen Vorstellungen bestimmen, wie Christus verstanden werden soll. Der Vater selbst weist auf den Sohn und spricht das Wort, das Petrus weiterhin prägen muss: auf ihn hören.

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Petrus lernt, dass Jesus der wahre Herr über seine Jünger ist

Matthäus 17,24-27 – „24 Als sie aber nach Kapernaum kamen, traten die Einnehmer der [Tempel-]Steuer zu Petrus und sprachen: Zahlt euer Meister nicht auch die zwei Drachmen? 25 Er antwortete: Doch! Und als er ins Haus trat, kam ihm Jesus zuvor und sprach: Was dünkt dich, Simon, von wem nehmen die Könige der Erde den Zoll oder die Steuer, von ihren Söhnen oder von den Fremden? 26 Er sagte: Von den Fremden. Da sprach Je…"
Matthäus 17,24-27 – „24 Als sie aber nach Kapernaum kamen, traten die Einnehmer der [Tempel-]Steuer zu Petrus und sprachen: Zahlt euer Meister nicht auch die zwei Drachmen? 25 Er antwortete: Doch! Und als er ins Haus trat, kam ihm Jesus zuvor und sprach: Was dünkt dich, Simon, von wem nehmen die Könige der Erde den Zoll oder die Steuer, von ihren Söhnen oder von den Fremden? 26 Er sagte: Von den Fremden. Da sprach Je…"
Matthäus 18,1-5 – „1 Zu jener Stunde traten die Jünger zu Jesus und sprachen: Wer ist wohl der Größte im Himmelreich? 2 Und Jesus rief ein Kind herbei, stellte es mitten unter sie 3 und sprach: Wahrlich, ich sage euch, wenn ihr nicht umkehret und werdet wie die Kinder, so werdet ihr nicht in das Himmelreich kommen! 4 Wer nun sich selbst erniedrigt wie dieses Kind, der ist der Größte im Himmelreich. 5 Und wer ein so…"
Matthäus 18,21-22 – „21 Da trat Petrus herzu und sprach: Herr, wie oft soll ich meinem Bruder vergeben, welcher gegen mich sündigt? Bis siebenmal? 22 Jesus antwortete ihm: Ich sage dir, nicht bis siebenmal, sondern bis siebzigmalsiebenmal!"

Nach der Verklärung kehrt Petrus mit Jesus und den anderen Jüngern wieder in den gewöhnlichen Alltag zurück. In Kapernaum treten die Einnehmer der Tempelsteuer an Petrus heran und fragen ihn, ob sein Lehrer diese Abgabe entrichte. Petrus antwortet zunächst mit Ja. Als er anschließend ins Haus kommt, spricht Jesus ihn an, noch bevor Petrus selbst die Angelegenheit vortragen kann. Wieder begegnet Petrus einem Herrn, der nicht nur auf außergewöhnlichen Bergen seine Herrlichkeit offenbart, sondern auch die alltäglichen Fragen seines Jüngers kennt.

Jesus führt Petrus zunächst zu einer grundsätzlichen Überlegung. Könige verlangen Abgaben nicht von ihren eigenen Söhnen, sondern von anderen; daraus folgert Jesus: „So sind die Söhne frei.“ Im Zusammenhang mit der Tempelabgabe weist dies auf seine besondere Stellung als Sohn hin. Der Tempel gehört seinem Vater, und Jesus steht deshalb nicht wie ein gewöhnlicher Untertan unter dieser Forderung. Dennoch besteht er nicht darauf, dieses Recht öffentlich durchzusetzen.

Stattdessen sagt Jesus, dass sie keinen Anstoß geben wollen. Petrus soll zum See gehen, eine Angel auswerfen und den ersten gefangenen Fisch nehmen. In dessen Maul werde er eine Münze finden, mit der die Abgabe für Jesus und Petrus bezahlt werden könne. Gerade für den ehemaligen Fischer ist die Art dieses Zeichens bemerkenswert: Jesus führt ihn erneut an den See und verbindet seine vertraute Tätigkeit mit einer Erfahrung göttlicher Versorgung. Doch Petrus muss diesmal nicht auf die eigene berufliche Erfahrung vertrauen, sondern genau nach dem Wort Jesu handeln.

Die Begebenheit zeigt zugleich, wie Christus Freiheit und freiwillige Rücksicht miteinander verbindet. Jesus erklärt zunächst, dass er als Sohn frei ist, verzichtet aber darauf, aus diesem Recht einen unnötigen Konflikt entstehen zu lassen. Für Petrus, der später Verantwortung in der Gemeinde tragen wird, ist dies eine wichtige Lektion. Geistliche Stellung bedeutet nicht, jedes berechtigte Vorrecht durchsetzen zu müssen. Die Freiheit eines Menschen unter Gott kann gerade darin sichtbar werden, aus Rücksicht auf andere freiwillig auf ein Recht zu verzichten, solange dadurch Gottes Wahrheit nicht verleugnet wird.

In dieser Lebensphase beschäftigen die Jünger jedoch zunehmend auch Fragen nach ihrer eigenen Stellung. Sie fragen Jesus, wer im Himmelreich der Größte sei. Matthäus nennt Petrus bei dieser Frage nicht allein als Sprecher; sie gehört zum Kreis der Jünger insgesamt. Für Petrus ist sie dennoch besonders bedeutsam, weil ihm bereits eine hervorgehobene Verantwortung zugesprochen worden war. Jesus begegnet dem Denken nach Rang nicht damit, dass er eine menschliche Rangordnung bestätigt, sondern stellt ein Kind in ihre Mitte und ruft die Jünger zu Umkehr und Demut.

Die Nähe zu Jesus, besondere Erfahrungen und apostolische Verantwortung dürfen daher nicht in einen Anspruch auf persönliche Größe verwandelt werden. Petrus hatte auf dem Berg eine Offenbarung gesehen, die nicht allen Jüngern zuteil geworden war. Er war in den Apostellisten hervorgehoben worden und hatte bedeutende Worte Jesu empfangen. Doch im Reich Gottes wird Größe nicht nach menschlichem Vorrang bemessen. Wer sich selbst erniedrigt, wird von Jesus als groß bezeichnet.

Wenig später tritt Petrus erneut mit einer konkreten Frage an Jesus heran. Er möchte wissen, wie oft er seinem Bruder vergeben müsse, wenn dieser gegen ihn sündigt, und schlägt siebenmal vor. Jesus antwortet mit einer Zahl, die nicht zur Berechnung einer oberen Grenze gedacht ist, sondern gerade das Denken in einer begrenzten Anzahl überwinden soll. Vergebung innerhalb der Gemeinschaft der Jünger darf nicht nach einer kleinen persönlichen Quote bemessen werden.

Damit wird Petrus' Ausbildung weiter von seinem späteren Amt weg auf seinen eigenen Charakter zurückgeführt. Wer anderen das Evangelium verkündigen und Verantwortung unter Gläubigen tragen soll, muss selbst lernen, wie das Reich Gottes mit Freiheit, Demut und Vergebung umgeht. Jesus formt Petrus deshalb nicht nur für öffentliche Verkündigung. Er lehrt ihn auch, auf Rechte verzichten zu können, nicht nach Größe zu streben und Vergebung nicht kleinlich zu begrenzen. Gerade diese unscheinbareren Lektionen gehören ebenso zu seiner Vorbereitung wie die großen Wunder und Offenbarungen, deren Zeuge er geworden ist.

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Petrus fragt nach dem Lohn der Nachfolge

Matthäus 19,27-30 – „27 Da antwortete Petrus und sprach zu ihm: Siehe, wir haben alles verlassen und sind dir nachgefolgt; was wird uns dafür? 28 Jesus aber sprach zu ihnen: Wahrlich, ich sage euch, ihr, die ihr mir nachgefolgt seid, werdet in der Wiedergeburt, wenn des Menschen Sohn auf dem Throne seiner Herrlichkeit sitzen wird, auch auf zwölf Thronen sitzen und die zwölf Stämme Israels richten. 29 Und ein jegliche…"
Matthäus 19,27-30 – „27 Da antwortete Petrus und sprach zu ihm: Siehe, wir haben alles verlassen und sind dir nachgefolgt; was wird uns dafür? 28 Jesus aber sprach zu ihnen: Wahrlich, ich sage euch, ihr, die ihr mir nachgefolgt seid, werdet in der Wiedergeburt, wenn des Menschen Sohn auf dem Throne seiner Herrlichkeit sitzen wird, auch auf zwölf Thronen sitzen und die zwölf Stämme Israels richten. 29 Und ein jegliche…"
Markus 10,28-31 – „28 Da hob Petrus an und sprach zu ihm: Siehe, wir haben alles verlassen und sind dir nachgefolgt! 29 Jesus antwortete ihm und sprach: Wahrlich, ich sage euch, es ist niemand, der Haus oder Brüder oder Schwestern oder Vater oder Mutter oder Kinder oder Äcker um meinetwillen und um des Evangeliums willen verlassen hat, 30 der nicht hundertfältig empfinge, jetzt in dieser Zeit Häuser und Brüder und …"
Lukas 18,28-30 – „28 Da sprach Petrus: Siehe, wir haben das Unsrige verlassen und sind dir nachgefolgt! 29 Er aber sprach zu ihnen: Wahrlich, ich sage euch: Es ist niemand, der Haus oder Weib oder Brüder oder Eltern oder Kinder verlassen hat um des Reiches Gottes willen, 30 der es nicht vielfältig wieder empfinge in dieser Zeit und in der zukünftigen Weltzeit das ewige Leben!"

Als Jesus einem reichen Mann begegnet, der nach dem ewigen Leben fragt, wird Petrus erneut mit den Kosten der Nachfolge konfrontiert. Der Mann geht schließlich betrübt fort, weil er an seinem großen Besitz hängt. Jesus erklärt daraufhin seinen Jüngern, wie schwer es für einen Reichen ist, in das Reich Gottes einzugehen, und macht deutlich, dass menschliche Möglichkeiten zur Rettung nicht ausreichen. Auf die erschrockene Frage der Jünger, wer dann gerettet werden könne, verweist er auf Gott: Was bei Menschen unmöglich ist, ist bei Gott möglich.

In diesem Zusammenhang meldet sich Petrus zu Wort. Er erinnert Jesus daran, dass die Jünger tatsächlich verlassen haben, was zu ihrem bisherigen Leben gehörte, und ihm nachgefolgt sind. Matthäus gibt seine Frage besonders deutlich wieder: „Was wird uns nun dafür?“ Petrus stellt damit sein eigenes Leben neben die Entscheidung des reichen Mannes. Dieser war nicht bereit gewesen loszulassen; Petrus und seine Gefährten hatten dagegen Boote, Arbeit und bisherige Sicherheiten zurückgelassen, um Jesus zu folgen.

Die Frage ist nicht deshalb bedeutungslos, weil sie menschlich klingt. Jesus weist Petrus nicht einfach zurück. Er bestätigt vielmehr, dass Nachfolge und Verzicht vor Gott nicht unbeachtet bleiben. Matthäus überliefert eine besondere Verheißung an die Zwölf: In der zukünftigen Erneuerung, wenn der Menschensohn auf dem Thron seiner Herrlichkeit sitzen wird, sollen auch sie eine besondere Aufgabe erhalten. Petrus' gegenwärtiger Verzicht steht damit innerhalb einer Hoffnung, deren eigentliche Erfüllung nicht in dieser Welt abgeschlossen ist.

Markus und Lukas ergänzen den Blick auf das, was Menschen um des Reiches Gottes willen verlassen. Haus, Familie und Besitz können durch die Nachfolge Jesu relativiert oder sogar tatsächlich aufgegeben werden. Jesus verheißt dafür nicht einfach eine bequemere irdische Existenz. Markus fügt ausdrücklich hinzu, dass die Jünger ihre Erfahrungen „unter Verfolgungen“ machen werden. Der Lohn der Nachfolge darf daher nicht als Garantie eines leidensfreien oder materiell erfolgreichen Lebens verstanden werden.

Zugleich richtet Jesus den Blick auf das ewige Leben in der kommenden Welt. Das ist entscheidend für Petrus' Frage. Der Wert seiner Nachfolge kann nicht allein daran gemessen werden, was er zwischen Berufung und Tod sichtbar gewinnt. Christus ordnet das gegenwärtige Leben in die kommende Vollendung des Reiches Gottes ein. Wer um seinetwillen verliert, verliert nicht endgültig; doch die Erfüllung der Verheißung bleibt an Gottes Reich und seine Zukunft gebunden.

Jesus beendet seine Antwort mit einer Warnung: Viele Erste werden Letzte und Letzte Erste sein. Gerade dieser Satz verhindert, dass Petrus aus seiner Bereitschaft zum Verzicht einen Anspruch auf menschlichen Vorrang ableiten kann. Dass er etwas verlassen hat, macht ihn nicht zum Eigentümer einer besonderen Stellung, über die er verfügen könnte. Der Lohn bleibt Gabe Gottes, und die Maßstäbe seines Reiches unterscheiden sich von menschlichem Denken über Rang, Leistung und Verdienst.

Für Petrus ist diese Korrektur besonders wichtig. Sein Verzicht war wirklich. Er hatte seinen Beruf hinter sich gelassen und war Jesus gefolgt. Doch selbst eine echte Opferbereitschaft kann zum Anlass werden, den eigenen Einsatz mit anderen zu vergleichen oder nach dem persönlichen Gewinn zu fragen. Jesus leugnet weder den Preis der Nachfolge noch die kommende Belohnung, aber er löst beides aus einem Denken heraus, das Gott gegenüber Ansprüche berechnet.

Damit wird Petrus weiter darauf vorbereitet, Nachfolge als Gnade und nicht als Tauschgeschäft zu verstehen. Er wird von Christus tatsächlich reich beschenkt werden, doch nicht weil er sich durch seine Opfer das Reich Gottes verdient hätte. Rettung bleibt bei Menschen unmöglich und wird durch Gottes Handeln möglich. Petrus darf hoffen, dass kein Verlust um Christi willen vergessen wird; zugleich muss er lernen, dass selbst der treueste Jünger am Ende von der Güte seines Herrn lebt.

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Petrus lässt sich von Jesus die Füße waschen

Johannes 13,6-10 – „6 Da kommt er zu Simon Petrus, und dieser spricht zu ihm: Herr, solltest du mir die Füße waschen? 7 Jesus antwortete und sprach zu ihm: Was ich tue, weißt du jetzt nicht, du wirst es aber hernach erfahren. 8 Petrus spricht zu ihm: Nimmermehr sollst du mir die Füße waschen! Jesus antwortete ihm: Werde ich dich nicht waschen, so hast du keine Gemeinschaft mit mir. 9 Simon Petrus spricht zu ihm: Her…"
Johannes 13,6-10 – „6 Da kommt er zu Simon Petrus, und dieser spricht zu ihm: Herr, solltest du mir die Füße waschen? 7 Jesus antwortete und sprach zu ihm: Was ich tue, weißt du jetzt nicht, du wirst es aber hernach erfahren. 8 Petrus spricht zu ihm: Nimmermehr sollst du mir die Füße waschen! Jesus antwortete ihm: Werde ich dich nicht waschen, so hast du keine Gemeinschaft mit mir. 9 Simon Petrus spricht zu ihm: Her…"
Johannes 13,12-17 – „12 Nachdem er nun ihre Füße gewaschen und seine Kleider angezogen hatte, setzte er sich wieder zu Tische und sprach zu ihnen: Versteht ihr, was ich euch getan habe? 13 Ihr heißet mich Meister und Herr und saget es mit Recht; denn ich bin es auch. 14 Wenn nun ich, der Herr und Meister, euch die Füße gewaschen habe, so sollt auch ihr einander die Füße waschen. 15 Denn ein Vorbild habe ich euch gege…"
Lukas 22,24-27 – „24 Es entstand aber auch ein Streit unter ihnen, wer von ihnen für den Größten zu halten sei. 25 Er aber sagte zu ihnen: Die Könige der Völker herrschen über sie, und ihre Gewalthaber heißt man Wohltäter. 26 Ihr aber nicht also; sondern der Größte unter euch soll sein wie der Jüngste, und der Gebieter wie der Diener. 27 Denn wer ist größer: wer zu Tische sitzt, oder der Diener? Ist es nicht der, …"

Als Jesus mit seinen Jüngern zum letzten Passah zusammenkommt, rückt Petrus erneut in eine Situation, in der seine Vorstellungen von Größe und Dienst korrigiert werden. Johannes berichtet, dass Jesus während des Mahls aufsteht, seine Oberkleider ablegt, sich ein Tuch umbindet und beginnt, den Jüngern die Füße zu waschen. Der Herr übernimmt damit eine Tätigkeit, die äußerlich dem Dienst eines Dienenden entspricht. Gerade angesichts dessen, was unmittelbar vor Jesus liegt, erhält diese Handlung besonderes Gewicht: Er weiß um seinen Weg zum Vater und dient dennoch seinen Jüngern in tiefster Demut.

Als Jesus zu Petrus kommt, reagiert dieser mit Widerstand: „Herr, du wäschst mir die Füße?“ Seine Frage zeigt, dass ihm die Umkehrung der gewohnten Rollen unbegreiflich erscheint. Petrus hat Jesus als Christus und Sohn Gottes bekannt. Gerade deshalb scheint es für ihn nicht zusammenzupassen, dass dieser Herr sich vor ihm niederbeugt und ihm die Füße wäscht. Jesus erklärt zunächst nicht alles, sondern sagt Petrus, dass er jetzt noch nicht verstehe, was geschieht, es aber später erkennen werde.

Petrus verschärft daraufhin seinen Widerstand: Jesus solle ihm niemals die Füße waschen. Wieder begegnet uns derselbe Zug, der bereits sichtbar geworden war, als er dem angekündigten Leiden Jesu widersprach. Petrus meint es offenbar ehrerbietig, doch seine Vorstellung davon, was dem Herrn angemessen ist, gerät erneut mit dem Handeln Jesu in Konflikt. Auch gut gemeinte Verehrung wird problematisch, wenn sie Christus vorschreiben will, welchen Weg er gehen darf.

Jesu Antwort gibt der Handlung eine tiefere Bedeutung: „Wenn ich dich nicht wasche, so hast du keine Gemeinschaft mit mir.“ Damit wird deutlich, dass Petrus nicht nur lernen muss, selbst zu dienen; zuerst muss er sich von Christus dienen und reinigen lassen. Gemeinschaft mit Jesus entsteht nicht dadurch, dass Petrus seine eigene Würdigkeit schützt oder die Demut seines Herrn zurückweist. Er ist auf das angewiesen, was Christus für ihn tut.

Wie so oft reagiert Petrus darauf sofort und weitgehend. Wenn die Waschung für die Gemeinschaft mit Jesus notwendig ist, möchte er nicht nur die Füße, sondern auch Hände und Haupt gewaschen haben. Jesus korrigiert auch dieses Missverständnis. Wer gebadet ist, benötigt nur noch die Waschung der Füße und ist ansonsten rein. Zugleich fügt Jesus hinzu, dass nicht alle unter den Jüngern rein seien, womit Johannes auf Judas und dessen bevorstehenden Verrat verweist. Petrus' Situation darf deshalb nicht mit der des Judas gleichgesetzt werden: Jesus bezeichnet die Jünger grundsätzlich als rein, während er dennoch eine fortgesetzte Reinigung veranschaulicht.

Nachdem Jesus die Füße der Jünger gewaschen hat, erklärt er ausdrücklich die beispielhafte Seite seines Handelns. Wenn er als Herr und Meister ihnen die Füße gewaschen hat, sollen auch sie einander dienen. Die Handlung stellt die Maßstäbe menschlicher Größe auf den Kopf. Gerade derjenige, der unbestritten ihr Herr ist, erniedrigt sich zum Dienst. Deshalb kann unter seinen Nachfolgern keine Vorstellung von Leitung bestehen, die sich über dienende Demut erhebt.

Lukas berichtet im Zusammenhang dieses letzten gemeinsamen Mahls außerdem von einem Streit unter den Jüngern darüber, wer von ihnen als der Größte gelten solle. Die genaue zeitliche Zuordnung jedes einzelnen Gesprächs innerhalb des Abends wird von den Evangelien nicht vollständig aufgeschlüsselt, doch der inhaltliche Gegensatz ist deutlich. Während die Jünger über Größe nachdenken, stellt Jesus sich als derjenige vor, der dient. Er sagt ausdrücklich: „Ich aber bin mitten unter euch wie der Dienende.“

Für Petrus trifft diese Lektion besonders tief. Er hatte bereits eine hervorgehobene Stellung unter den Aposteln erhalten und würde später bedeutende Verantwortung tragen. Gerade deshalb durfte er Größe niemals mit einem Anspruch verbinden, über anderen zu stehen. Der Herr, dem Petrus folgt, zeigt seine Größe nicht durch selbstbezogene Herrschaft, sondern durch freiwillige Erniedrigung und Dienst.

Noch versteht Petrus nicht vollständig, was Jesus in dieser Nacht tut und wie weit dessen Hingabe reichen wird. Doch die Fußwaschung bereitet ihn auf eine Wahrheit vor, die sein späteres Leben prägen muss: Er kann Christus weder folgen noch anderen dienen, wenn er sich nicht zuerst von Christus beschenken, reinigen und korrigieren lässt. Der Apostel wird nicht dadurch tragfähig, dass er demütige Hilfe nicht nötig hätte. Gerade seine Abhängigkeit von Jesus macht ihn fähig, später selbst in derselben Haltung zu dienen.

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Jesus kündigt Petrus seine Verleugnung an

Lukas 22,31-34 – „31 Es sprach aber der Herr: Simon, Simon, siehe, der Satan hat euch begehrt, um euch zu sichten wie den Weizen; 32 ich aber habe für dich gebetet, daß dein Glaube nicht aufhöre; und wenn du dich dereinst bekehrst, so stärke deine Brüder! 33 Er aber sprach zu ihm: Herr, ich bin bereit, mit dir ins Gefängnis und in den Tod zu gehen! 34 Er aber sprach: Ich sage dir, Petrus, der Hahn wird heute nicht…"
Lukas 22,31-34 – „31 Es sprach aber der Herr: Simon, Simon, siehe, der Satan hat euch begehrt, um euch zu sichten wie den Weizen; 32 ich aber habe für dich gebetet, daß dein Glaube nicht aufhöre; und wenn du dich dereinst bekehrst, so stärke deine Brüder! 33 Er aber sprach zu ihm: Herr, ich bin bereit, mit dir ins Gefängnis und in den Tod zu gehen! 34 Er aber sprach: Ich sage dir, Petrus, der Hahn wird heute nicht…"
Matthäus 26,31-35 – „31 Da spricht Jesus zu ihnen: Ihr werdet euch in dieser Nacht alle an mir ärgern; denn es steht geschrieben: «Ich werde den Hirten schlagen, und die Schafe der Herde werden sich zerstreuen.» 32 Wenn ich aber auferstanden sein werde, will ich euch nach Galiläa vorangehen. 33 Da antwortete Petrus und sprach zu ihm: Wenn sich auch alle an dir ärgern, so werde doch ich mich niemals ärgern! 34 Jesus s…"
Markus 14,27-31 – „27 Und Jesus spricht zu ihnen: Ihr werdet euch alle an mir ärgern. Denn es steht geschrieben: «Ich werde den Hirten schlagen, und die Schafe werden sich zerstreuen.» 28 Aber nachdem ich auferstanden bin, will ich euch nach Galiläa vorangehen. 29 Petrus aber sprach zu ihm: Wenn sich auch alle ärgern werden, doch nicht ich! 30 Und Jesus spricht zu ihm: Wahrlich, ich sage dir, heute in dieser Nacht,…"
Johannes 13,36-38 – „36 Simon Petrus spricht zu ihm: Herr, wohin gehst du? Jesus antwortete ihm: Wohin ich gehe, dahin kannst du mir jetzt nicht folgen, du wirst mir aber später folgen. 37 Petrus spricht zu ihm: Herr, warum kann ich dir jetzt nicht folgen? Mein Leben will ich für dich lassen! 38 Jesus antwortete: Dein Leben willst du für mich lassen? Wahrlich, wahrlich, ich sage dir, der Hahn wird nicht krähen, bis d…"

Noch während der letzten gemeinsamen Stunden mit seinen Jüngern richtet Jesus ein besonders persönliches Wort an Petrus. Lukas überliefert, dass Jesus ihn zweimal mit seinem alten Namen anspricht: „Simon, Simon“. Danach erklärt er, dass Satan begehrt habe, die Jünger zu sichten wie den Weizen. Petrus steht damit nicht nur vor einer menschlich schwierigen Nacht. Hinter dem kommenden Geschehen wird auch ein geistlicher Kampf sichtbar, in dem sein Glaube schwer geprüft werden soll.

Jesus sagt jedoch nicht lediglich voraus, dass Petrus angefochten werden wird. Er fügt hinzu: „Ich aber habe für dich gebetet, dass dein Glaube nicht aufhöre.“ Gerade diese Aussage stellt die kommende Krise in einen größeren Zusammenhang. Petrus wird versagen, doch Christus hat ihn nicht aufgegeben. Noch bevor Petrus seine eigene Schwäche erkennt, steht sein Herr für ihn ein. Die Bewahrung seines Glaubens gründet deshalb nicht in der Stärke seines eigenen Entschlusses, sondern in der Fürsorge Christi.

Bemerkenswert ist auch, dass Jesus bereits über die Zeit nach dem Versagen spricht. „Wenn du einst umgekehrt bist, so stärke deine Brüder.“ Christus kennt nicht nur Petrus' Fall, sondern auch seine Wiederherstellung und seine spätere Verantwortung. Das entschuldigt die bevorstehende Verleugnung keineswegs. Gerade weil Jesus sie ankündigt, trägt Petrus volle Verantwortung dafür, die Warnung ernst zu nehmen. Dennoch wird sein Scheitern nicht das letzte Wort über sein Leben sein.

Petrus selbst hält eine solche Warnung jedoch offenbar für unnötig. Er versichert Jesus, dass er bereit sei, mit ihm ins Gefängnis und sogar in den Tod zu gehen. Matthäus und Markus berichten, dass Petrus auch dann nicht zu Fall kommen wolle, wenn alle anderen Jünger Anstoß nähmen. Er setzt seine eigene Treue damit ausdrücklich von der möglichen Schwäche der anderen ab. Seine Worte zeigen echten Eifer, aber zugleich eine gefährliche Selbstüberschätzung.

Jesus widerspricht ihm mit erschreckender Genauigkeit. Noch in dieser Nacht, bevor der Hahn kräht, wird Petrus ihn dreimal verleugnen. Johannes berichtet dieselbe Ankündigung in unmittelbarem Zusammenhang mit Petrus' Frage, warum er Jesus nicht jetzt folgen könne. Petrus erklärt dort sogar, sein Leben für Jesus hingeben zu wollen. Die Antwort des Herrn stellt diese Selbstgewissheit auf die Probe: Bevor Petrus sein Leben für Christus hingibt, wird er in wenigen Stunden bestreiten, ihn zu kennen.

Die Evangelien machen damit einen wesentlichen Unterschied zwischen aufrichtiger Absicht und tragfähiger geistlicher Stärke sichtbar. Es gibt keinen Grund anzunehmen, dass Petrus seine Worte bewusst unehrlich meint. Er hält sich offenbar wirklich für bereit. Gerade darin liegt jedoch seine Gefahr. Er kennt seine eigene Schwäche nicht ausreichend und nimmt die Warnung Jesu nicht ernst genug. Sein Vertrauen ruht in diesem Augenblick stärker auf seiner eigenen Entschlossenheit als auf der Notwendigkeit göttlicher Bewahrung.

Zugleich bleibt Jesus gegenüber Petrus nicht bei der Ankündigung des Scheiterns stehen. Er sieht ihn bereits als einen Menschen, der nach seiner Umkehr anderen dienen soll. Die Aufgabe, die Brüder zu stärken, wird später gerade von einem Mann ausgeübt werden, der gelernt hat, wie wenig menschliche Selbstsicherheit trägt. Damit verwandelt Christus das kommende Versagen nicht in etwas Gutes an sich, wohl aber kann er einen gefallenen und umgekehrten Jünger tiefer für seinen Dienst gebrauchen.

Für Petrus beginnt damit eine der schwersten Phasen seines Lebens. Er glaubt, für Jesus sterben zu können, während Jesus weiß, dass er noch in derselben Nacht an einer viel kleineren Prüfung scheitern wird. Doch über diesem bevorstehenden Fall steht bereits das Wort Christi: „Ich habe für dich gebetet.“ Noch bevor Petrus begreift, wie tief er fallen kann, zeigt Jesus, dass seine Gnade weiter reicht als die Selbstüberschätzung seines Jüngers und dass Wiederherstellung möglich sein wird.

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Petrus versagt in Gethsemane schon vor der Verleugnung

Markus 14,32-42 – „32 Und sie kommen in ein Gut, genannt Gethsemane. Und er spricht zu seinen Jüngern: Bleibet hier sitzen, bis ich gebetet habe! 33 Und er nahm den Petrus und Jakobus und Johannes mit sich und fing an zu erschrecken, und ihm graute sehr. 34 Und er sprach zu ihnen: Meine Seele ist zutode betrübt; bleibet hier und wachet! 35 Und er ging ein wenig vorwärts, warf sich auf die Erde und betete, daß, wenn…"
Markus 14,32-42 – „32 Und sie kommen in ein Gut, genannt Gethsemane. Und er spricht zu seinen Jüngern: Bleibet hier sitzen, bis ich gebetet habe! 33 Und er nahm den Petrus und Jakobus und Johannes mit sich und fing an zu erschrecken, und ihm graute sehr. 34 Und er sprach zu ihnen: Meine Seele ist zutode betrübt; bleibet hier und wachet! 35 Und er ging ein wenig vorwärts, warf sich auf die Erde und betete, daß, wenn…"
Matthäus 26,36-46 – „36 Da kommt Jesus mit ihnen in ein Gut, namens Gethsemane. Und er spricht zu den Jüngern: Setzet euch hier, während ich dorthin gehe und bete. 37 Und er nahm zu sich Petrus und die zwei Söhne des Zebedäus und fing an, betrübt zu werden, und ihm graute sehr. 38 Da spricht er zu ihnen: Meine Seele ist tiefbetrübt bis zum Tod! Bleibet hier und wachet mit mir! 39 Und er ging ein wenig vorwärts, warf …"
Johannes 18,10-11 – „10 Da nun Simon Petrus ein Schwert hatte, zog er es und schlug nach dem Knecht des Hohenpriesters und hieb ihm das rechte Ohr ab; der Name des Knechtes aber war Malchus. 11 Da sprach Jesus zu Petrus: Stecke das Schwert in die Scheide! Soll ich den Kelch nicht trinken, den mir der Vater gegeben hat?"
Lukas 22,49-51 – „49 Als nun seine Begleiter sahen, was da werden wollte, sprachen sie zu ihm: Herr, sollen wir mit dem Schwerte dreinschlagen? 50 Und einer von ihnen schlug den Knecht des Hohenpriesters und hieb ihm sein rechtes Ohr ab. 51 Da antwortete Jesus und sprach: Lasset es hierbei bewenden! Und er rührte das Ohr an und heilte ihn."

Nach der Ankündigung seiner Verleugnung geht Petrus mit Jesus und den übrigen Jüngern zum Garten Gethsemane. Dort nimmt Jesus Petrus, Jakobus und Johannes noch ein Stück weiter mit sich und lässt sie in besonderer Nähe zu seinem inneren Kampf bleiben. Dieselben drei Jünger, die seine Herrlichkeit auf dem Berg gesehen hatten, werden nun Zeugen seiner tiefen Bedrängnis. Jesus sagt ihnen ausdrücklich, dass seine Seele bis zum Tod betrübt sei, und fordert sie auf, bei ihm zu bleiben und zu wachen.

Jesus entfernt sich etwas und betet zum Vater. Petrus erhält keine außergewöhnliche Aufgabe; er soll lediglich wach bleiben. Gerade vor dem Hintergrund seiner kurz zuvor ausgesprochenen Bereitschaft, mit Jesus sogar zu sterben, ist das Kommende ernüchternd. Als Jesus zu den Jüngern zurückkehrt, findet er sie schlafend. Markus überliefert, dass er sich unmittelbar an Petrus wendet: „Simon, schläfst du? Konntest du nicht eine Stunde wachen?“

Jesus verbindet seine Frage mit einer ernsten Warnung: „Wacht und betet, damit ihr nicht in Versuchung kommt!“ Dann fügt er hinzu, dass der Geist zwar willig, das Fleisch aber schwach sei. Diese Worte treffen Petrus' Situation besonders genau. Seine Bereitschaft war nicht vollständig vorgetäuscht gewesen; er hatte tatsächlich den Wunsch, Jesus treu zu bleiben. Doch Wille allein genügt nicht. Der Jünger, der noch vor kurzer Zeit seine Standhaftigkeit versichert hatte, ist in dem Augenblick, in dem er wachen und beten sollte, seiner eigenen Schwachheit bereits erlegen.

Jesus findet die Jünger auch nach weiterem Gebet wieder schlafend. Matthäus und Markus erklären, dass ihre Augen schwer waren. Lukas erwähnt ebenfalls ihren Schlaf und verbindet ihn mit ihrer Traurigkeit. Die Bibel beschreibt damit ihre Erschöpfung, entschuldigt aber nicht einfach ihr Verhalten, denn Jesus hatte sie ausdrücklich zum Wachen aufgefordert. Gerade Petrus übersieht die geistliche Vorbereitung, die er für die unmittelbar bevorstehende Prüfung dringend gebraucht hätte.

Kurz darauf kommt Judas mit einer bewaffneten Menge, um Jesus festnehmen zu lassen. Nun wechselt Petrus vom Schlaf plötzlich zu entschlossenem Handeln. Johannes nennt ausdrücklich seinen Namen: Simon Petrus zieht ein Schwert, schlägt nach dem Knecht des Hohenpriesters und haut ihm das rechte Ohr ab. Johannes nennt den Knecht Malchus. Petrus, der im Gebet nicht wach geblieben war, versucht jetzt mit menschlicher Gewalt einzugreifen.

Jesus weist auch diesen Weg zurück. Er befiehlt Petrus, das Schwert in die Scheide zu stecken, und macht deutlich, dass er den Kelch, den der Vater ihm gegeben hat, trinken wird. Matthäus ergänzt, dass Jesus nicht auf bewaffnete Verteidigung angewiesen wäre; wenn es seinem Auftrag entspräche, könnte er den Vater um himmlische Hilfe bitten. Lukas berichtet darüber hinaus, dass Jesus das verletzte Ohr des Mannes heilt. Selbst in der Stunde seiner Gefangennahme begegnet Christus dem durch einen Jünger verletzten Gegner mit heilender Macht.

Petrus' Eingreifen erinnert an seinen früheren Widerstand gegen Jesu Leidensankündigung. Er möchte erneut verhindern, dass Jesus den Weg geht, den dieser selbst als vom Vater gegeben annimmt. Seine Entschlossenheit ist vorhanden, doch sie richtet sich wieder nicht nach dem Verständnis des göttlichen Plans. Er ist bereit zu kämpfen, aber noch nicht bereit zu begreifen, dass Jesus sich freiwillig hingibt. Mut ohne Unterordnung unter Christus kann deshalb ebenso in die falsche Richtung führen wie Furcht.

Als Jesus schließlich festgenommen wird, verlassen ihn die Jünger und fliehen. Petrus' Versprechen, unter allen Umständen bei seinem Herrn zu bleiben, beginnt damit sichtbar zusammenzubrechen. Die Nacht zeigt bereits vor seiner eigentlichen Verleugnung, wo seine Selbstsicherheit ihn hingeführt hat: Er hat nicht gewacht, nicht ausreichend gebetet, eigenmächtig zum Schwert gegriffen und schließlich den Herrn verlassen.

Doch Jesus verliert in all dem nicht die Kontrolle über seinen Weg. Während Petrus zwischen Schlaf, impulsivem Widerstand und Flucht schwankt, geht Christus bewusst dem entgegen, was er zuvor angekündigt hat. Petrus muss nun erfahren, dass Nachfolge nicht durch starke Worte oder spontane Tapferkeit getragen wird. Gerade die Prüfung, vor der Jesus ihn gewarnt hatte, führt ihn an die Grenze seines Vertrauens auf sich selbst – und unmittelbar danach wird sich erfüllen, was Jesus über seine Verleugnung vorausgesagt hatte.

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Petrus verleugnet Jesus dreimal

Lukas 22,54-62 – „54 Nachdem sie ihn nun festgenommen hatten, führten sie ihn ab und brachten ihn in das Haus des Hohenpriesters. Petrus aber folgte von ferne. 55 Da sie aber mitten im Hof ein Feuer angezündet hatten und beisammen saßen, setzte sich Petrus mitten unter sie. 56 Es sah ihn aber eine Magd beim Feuer sitzen, schaute ihn an und sprach: Der war auch mit ihm! 57 Er aber leugnete und sprach: Weib, ich ken…"
Lukas 22,54-62 – „54 Nachdem sie ihn nun festgenommen hatten, führten sie ihn ab und brachten ihn in das Haus des Hohenpriesters. Petrus aber folgte von ferne. 55 Da sie aber mitten im Hof ein Feuer angezündet hatten und beisammen saßen, setzte sich Petrus mitten unter sie. 56 Es sah ihn aber eine Magd beim Feuer sitzen, schaute ihn an und sprach: Der war auch mit ihm! 57 Er aber leugnete und sprach: Weib, ich ken…"
Matthäus 26,69-75 – „69 Petrus aber saß draußen im Hof. Und eine Magd trat zu ihm und sprach: Auch du warst mit Jesus, dem Galiläer! 70 Er aber leugnete vor allen und sprach: Ich weiß nicht, was du sagst! 71 Als er dann in den Vorhof hinausging, sah ihn eine andere und sprach zu denen, die dort waren: Dieser war mit Jesus, dem Nazarener! 72 Und er leugnete abermals mit einem Schwur: Ich kenne den Menschen nicht! 73 B…"
Markus 14,66-72 – „66 Und während Petrus unten im Hofe war, kam eine von den Mägden des Hohenpriesters. 67 Und als sie Petrus sah, der sich wärmte, blickte sie ihn an und sprach: Auch du warst mit Jesus, dem Nazarener! 68 Er aber leugnete und sprach: Ich weiß nicht und verstehe auch nicht, was du sagst! Und er ging in den Vorhof hinaus, und der Hahn krähte. 69 Und als die Magd ihn sah, hob sie wieder an und sprach …"
Johannes 18,15-18.25-27 – „15 Simon Petrus aber folgte Jesus nach, und ein anderer Jünger. Dieser Jünger war mit dem Hohenpriester bekannt und ging mit Jesus hinein in den Hof des Hohenpriesters. 16 Petrus aber stand draußen vor der Tür. Da ging der andere Jünger hinaus, der mit dem Hohenpriester bekannt war, und redete mit der Türhüterin und führte Petrus hinein. 17 Da spricht die Magd, die Türhüterin, zu Petrus: Bist nic…"

Nachdem Jesus festgenommen worden ist, folgt Petrus zunächst aus einiger Entfernung. Während die übrigen Jünger geflohen sind, wagt er sich bis in den Bereich des Hauses beziehungsweise Hofes des Hohenpriesters. Johannes berichtet, dass ein anderer Jünger Zugang zum Hof hatte und auch Petrus hineinbringen ließ. Petrus ist damit nicht völlig verschwunden; er möchte offenbar erfahren, was mit Jesus geschieht. Doch gerade dort, wo er seinem Herrn nahebleiben will, gerät er in die Prüfung, vor der Jesus ihn wenige Stunden zuvor gewarnt hatte.

Die erste Verleugnung beginnt unscheinbar. Eine Magd erkennt Petrus beziehungsweise verbindet ihn mit Jesus und spricht ihn darauf an. Petrus bestreitet, zu Jesus zu gehören oder zu verstehen, wovon sie spricht. Damit ist die Grenze überschritten, von der er noch am Abend überzeugt gewesen war, sie niemals zu überschreiten. Nicht Gefängnis oder Todesgefahr bringen ihn zunächst zu Fall, sondern die Frage eines Menschen im Hof.

Die Evangelien berichten anschließend weitere Ansprachen durch Umstehende. Petrus wird erneut als einer von Jesu Jüngern erkannt. Matthäus und Markus erwähnen dabei auch seine galiläische Herkunft beziehungsweise Sprache als Erkennungsmerkmal. Johannes fügt eine besonders bedrängende Einzelheit hinzu: Einer der Männer, die Petrus befragen, ist ein Verwandter des Malchus, dem Petrus im Garten das Ohr abgeschlagen hatte, und erinnert sich daran, ihn bei Jesus gesehen zu haben. Der Mann, der noch kurz zuvor mit dem Schwert kämpfen wollte, versucht nun, jede Verbindung zu Jesus abzustreiten.

Mit jeder Verleugnung wird Petrus' Abwehr stärker. Matthäus und Markus berichten, dass er schließlich zu schwören und sich zu verwünschen beginnt, um seine Aussage zu bekräftigen: Er kenne diesen Menschen nicht. Die Evangelien beschönigen diesen Tiefpunkt nicht. Petrus leugnet nicht lediglich eine nebensächliche Einzelheit seiner Vergangenheit, sondern die Beziehung zu dem Herrn, den er als Christus und Sohn Gottes bekannt hatte und für den er angeblich bereit gewesen war zu sterben.

Unmittelbar danach kräht der Hahn. Markus überliefert die Ankündigung und Erfüllung mit der besonderen Angabe, dass der Hahn zweimal krähen werde, während Matthäus, Lukas und Johannes die Vorhersage kürzer mit dem Hahnenschrei verbinden. Die Evangelien müssen hier nicht durch eine erfundene Rekonstruktion gegeneinander ausgeglichen werden. Ihr gemeinsamer Schwerpunkt ist eindeutig: Genau in dieser Nacht erfüllt sich Jesu Warnung, dass Petrus ihn dreimal verleugnen werde.

Lukas bewahrt dabei eine besonders eindringliche Einzelheit. Nach der dritten Verleugnung wendet sich der Herr um und sieht Petrus an. Der Text berichtet nicht, was Petrus in diesem Blick im Einzelnen wahrnahm, deshalb sollte darüber nicht spekuliert werden. Sicher ist jedoch, dass Petrus in diesem Augenblick an das Wort Jesu erinnert wird. Was er zuvor selbstbewusst zurückgewiesen hatte, ist nun geschehen.

Petrus geht hinaus und weint bitterlich. Die Evangelien stellen diese Tränen nicht bereits als vollständige Wiederherstellung dar, doch sie unterscheiden seinen Weg deutlich von einer verhärteten Gleichgültigkeit. Petrus wird von seinem Versagen getroffen. Sein Vertrauen auf die eigene Standhaftigkeit ist zusammengebrochen, und er kann nicht mehr behaupten, die Warnung Jesu sei übertrieben gewesen.

Damit erreicht seine bisherige Glaubensentwicklung einen tiefen Wendepunkt. Petrus hatte auf dem Wasser geglaubt und gezweifelt, Jesus als Christus bekannt und kurz darauf dessen Weg widersprochen, große Treue versprochen und im entscheidenden Augenblick versagt. Nun bleibt ihm nichts, worauf er sich selbst berufen könnte. Doch noch vor seinem Fall hatte Jesus gesagt, dass er für Petrus gebetet habe und dass dieser nach seiner Umkehr seine Brüder stärken solle. Gerade deshalb endet die Geschichte des Petrus nicht im Hof des Hohenpriesters. Sein bitteres Weinen steht am Ende seiner Selbstsicherheit – aber noch nicht am Ende seines Weges mit Christus.

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Petrus läuft zum leeren Grab

Johannes 20,1-10 – „1 Am ersten Tage aber der Woche kommt Maria Magdalena früh, als es noch finster war, zur Gruft und sieht den Stein von der Gruft hinweggenommen. 2 Da läuft sie und kommt zu Simon Petrus und zu dem andern Jünger, den Jesus lieb hatte, und spricht zu ihnen: Sie haben den Herrn aus der Gruft genommen, und wir wissen nicht, wo sie ihn hingelegt haben! 3 Nun gingen Petrus und der andere Jünger hinaus …"
Johannes 20,1-10 – „1 Am ersten Tage aber der Woche kommt Maria Magdalena früh, als es noch finster war, zur Gruft und sieht den Stein von der Gruft hinweggenommen. 2 Da läuft sie und kommt zu Simon Petrus und zu dem andern Jünger, den Jesus lieb hatte, und spricht zu ihnen: Sie haben den Herrn aus der Gruft genommen, und wir wissen nicht, wo sie ihn hingelegt haben! 3 Nun gingen Petrus und der andere Jünger hinaus …"
Lukas 24,9-12.33-34 – „9 kehrten vom Grabe zurück und verkündigten das alles den Elfen und allen übrigen. 10 Es waren aber Maria Magdalena und Johanna und Maria, des Jakobus Mutter; sie und die übrigen sagten dies den Aposteln. 11 Und ihre Worte kamen ihnen vor wie ein Märchen, und sie glaubten ihnen nicht. 12 Petrus aber stand auf und lief zur Gruft, bückte sich und sah nur die leinenen Tücher daliegen; und ging nach …"
1. Korinther 15,3-5 – „3 Denn ich habe euch in erster Linie das überliefert, was ich auch empfangen habe, nämlich daß Christus für unsre Sünden gestorben ist, nach der Schrift, 4 und daß er begraben worden und daß er auferstanden ist am dritten Tage, nach der Schrift, 5 und daß er dem Kephas erschienen ist, hernach den Zwölfen."

Nach der Verleugnung berichten die Evangelien zunächst nicht weiter von Petrus. Während Jesus verurteilt, gekreuzigt und begraben wird, bleibt sein weiterer Aufenthaltsort unerwähnt. Die Bibel schildert deshalb weder, wo Petrus während der Kreuzigung war, noch wie er die Stunden nach seinem bitteren Weinen verbrachte. Erst am ersten Tag der Woche tritt er wieder ausdrücklich in die Geschichte ein – und zwar in dem Augenblick, als die Nachricht vom leeren Grab die Jünger erreicht.

Johannes berichtet, dass Maria Magdalena früh zum Grab kommt und den weggenommenen Stein sieht. Sie läuft zu Simon Petrus und zu dem anderen Jünger, den Jesus liebte, und erklärt, der Herr sei aus dem Grab genommen worden; sie wisse nicht, wohin man ihn gelegt habe. Ihre erste Schlussfolgerung ist also noch nicht die Auferstehung. Doch die Nachricht genügt, um Petrus in Bewegung zu setzen. Er und der andere Jünger laufen zum Grab.

Der andere Jünger erreicht das Grab zuerst, bleibt zunächst draußen und blickt hinein. Petrus dagegen kommt nach und geht unmittelbar hinein. Dort sieht er die Leinentücher liegen; auch das Schweißtuch, das auf Jesu Haupt gelegen hatte, befindet sich nicht einfach bei den übrigen Tüchern, sondern an einem besonderen Platz. Johannes beschreibt diese Einzelheiten bewusst. Das Grab ist leer, doch der Bericht vermittelt nicht den Eindruck einer hastigen oder gewaltsamen Entfernung des Leichnams.

Lukas berichtet ebenfalls, dass Petrus aufsteht und zum Grab läuft. Er beugt sich hinein, sieht die Leinentücher für sich liegen und geht verwundert über das Geschehene davon. Damit wird sichtbar, dass das leere Grab allein bei Petrus noch nicht sofort zu einem vollständig verstandenen Auferstehungsglauben führt. Johannes erklärt ausdrücklich, dass die Jünger die Schrift noch nicht verstanden hatten, wonach Jesus von den Toten auferstehen musste. Sie stehen vor den Spuren eines Geschehens, dessen ganze Bedeutung sich ihnen erst durch die Begegnung mit dem auferstandenen Christus erschließen wird.

Gerade für Petrus besitzt diese Situation eine besondere Schwere. Der Herr, den er dreimal verleugnet hatte, ist nicht mehr im Grab. Doch die Bibel berichtet nicht, dass Petrus sich nun aus Scham von den anderen Jüngern zurückzieht oder jede Hoffnung aufgibt. Er läuft zum Grab und sucht nach einer Antwort auf das, was geschehen ist. Seine letzte persönliche Begegnung mit Jesus vor dessen Tod war von seinem eigenen Versagen überschattet gewesen; nun beginnt die Nachricht von der Auferstehung, diese dunkle Nacht in einen völlig neuen Zusammenhang zu stellen.

Noch am selben Tag kehren zwei Jünger aus Emmaus nach Jerusalem zurück. Dort hören sie von den versammelten Jüngern: „Der Herr ist wahrhaftig auferstanden und dem Simon erschienen!“ Paulus bestätigt später dieselbe Tatsache, als er die grundlegende apostolische Überlieferung über Tod und Auferstehung Jesu zusammenfasst: Christus sei auferweckt worden und „dem Kephas“ erschienen, danach den Zwölf. Damit gehört Petrus ausdrücklich zu den Menschen, denen der auferstandene Jesus persönlich begegnete.

Über Inhalt, Ort und Verlauf dieser persönlichen Erscheinung berichtet die Bibel nichts Näheres. Gerade deshalb darf nicht erfunden werden, welche Worte zwischen Jesus und Petrus gefallen sein könnten. Sicher ist jedoch, dass Christus dem Jünger begegnet, der ihn verleugnet hatte. Noch bevor die ausführlich berichtete Wiederherstellung am See Genezareth folgt, wird Petrus persönlich zum Zeugen der Tatsache, dass sein Herr lebt.

Diese Begegnung verändert zugleich den Mittelpunkt seines Glaubens. Petrus hatte Jesus bereits als Christus bekannt, war aber am Weg des leidenden Messias immer wieder gestrauchelt. Nun steht fest: Der Tod Jesu war nicht sein Ende. Der gekreuzigte Herr ist auferstanden. Was Petrus zuvor nicht verstehen konnte, beginnt sich zu erfüllen – Leiden und Herrlichkeit gehören im Erlösungsweg Gottes zusammen.

Doch für Petrus bleibt noch eine persönliche Frage offen. Die Auferstehung beweist den Sieg Christi, beseitigt aber nicht einfach die Tatsache seiner dreifachen Verleugnung. Jesus wird seinen gefallenen Jünger nicht lediglich wieder in die Gruppe aufnehmen, als wäre nichts geschehen. Am See Genezareth wird er Petrus bewusst mit seiner Liebe, seinem Auftrag und seiner zukünftigen Nachfolge konfrontieren. Dort wird sichtbar werden, wie Christus einen gescheiterten Jünger nicht nur vergibt, sondern wieder in seinen Dienst stellt.

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Jesus stellt Petrus wieder her und beauftragt ihn neu

Johannes 21,15-19 – „15 Als sie nun gefrühstückt hatten, spricht Jesus zu Simon Petrus: Simon Jona, liebst du mich mehr als diese? Er spricht zu ihm: Ja, Herr, du weißt, daß ich dich lieb habe! Er spricht zu ihm: Weide meine Lämmer! 16 Wiederum spricht er, zum zweitenmal: Simon Jona, liebst du mich? Er antwortete ihm: Ja, Herr, du weißt, daß ich dich lieb habe. Er spricht zu ihm: Hüte meine Schafe! 17 Und zum dritten…"
Johannes 21,15-19 – „15 Als sie nun gefrühstückt hatten, spricht Jesus zu Simon Petrus: Simon Jona, liebst du mich mehr als diese? Er spricht zu ihm: Ja, Herr, du weißt, daß ich dich lieb habe! Er spricht zu ihm: Weide meine Lämmer! 16 Wiederum spricht er, zum zweitenmal: Simon Jona, liebst du mich? Er antwortete ihm: Ja, Herr, du weißt, daß ich dich lieb habe. Er spricht zu ihm: Hüte meine Schafe! 17 Und zum dritten…"
Johannes 21,1-14 – „1 Darnach offenbarte sich Jesus den Jüngern wiederum am See von Tiberias. Er offenbarte sich aber so: 2 Es waren beisammen Simon Petrus und Thomas, der Zwilling genannt wird, und Nathanael von Kana in Galiläa und die Söhne des Zebedäus und zwei andere von seinen Jüngern. 3 Simon Petrus spricht zu ihnen: Ich gehe fischen! Sie sprechen zu ihm: So kommen wir auch mit dir. Da gingen sie hinaus und st…"

Nach den ersten Begegnungen mit dem Auferstandenen befinden sich mehrere Jünger wieder am See von Tiberias, dem See Genezareth. Johannes nennt unter ihnen ausdrücklich Simon Petrus. Petrus sagt zu den anderen: „Ich gehe fischen“, und sie schließen sich ihm an. Die Bibel erklärt nicht ausdrücklich, ob dies eine endgültige Rückkehr in seinen früheren Beruf sein sollte. Deshalb sollte aus dieser Entscheidung weder sicher geschlossen werden, dass Petrus seinen apostolischen Auftrag aufgegeben hatte, noch dass er lediglich aus Zeitvertreib fischte. Sicher ist nur: Die Männer fahren hinaus und fangen während der ganzen Nacht nichts.

Am Morgen steht Jesus am Ufer, doch die Jünger erkennen ihn zunächst nicht. Auf seine Aufforderung hin werfen sie das Netz auf der rechten Seite des Bootes aus und können es wegen der Menge der Fische kaum noch ziehen. Die Szene erinnert deutlich an jene frühe Erfahrung, in der Simon nach einer erfolglosen Nacht auf Jesu Wort hin einen außergewöhnlichen Fang gemacht hatte. Johannes behauptet nicht ausdrücklich, dass Jesus dieses frühere Ereignis bewusst wiederholt, doch die Verbindung innerhalb der Lebensgeschichte des Petrus ist auffällig. Wieder erlebt der Fischer, dass Erfolg nicht aus seiner Erfahrung allein kommt, sondern vom Wort Christi abhängt.

Als der Jünger, den Jesus liebte, erkennt: „Es ist der Herr!“, reagiert Petrus sofort. Er legt sein Obergewand an und wirft sich ins Wasser, um zu Jesus zu gelangen. Die anderen Jünger folgen mit dem Boot und bringen das Netz voller Fische an Land. Dort finden sie bereits ein Kohlenfeuer, Fisch und Brot vor. Jesus lädt sie ein zu essen und gibt ihnen Brot und Fisch. Der Auferstandene begegnet seinen Jüngern nicht nur mit einer Offenbarung seiner Macht, sondern auch mit fürsorglicher Gemeinschaft.

Nach dem Mahl richtet Jesus sein Wort unmittelbar an Petrus: „Simon, Sohn des Jonas, liebst du mich mehr als diese?“ Die Formulierung erinnert an Petrus' frühere Selbstsicherheit, als er behauptet hatte, selbst dann treu zu bleiben, wenn alle anderen Anstoß nähmen. Jetzt stellt Jesus ihn nicht zu einem Vergleich seiner Stärke mit den anderen Jüngern auf. Petrus antwortet zurückhaltender: „Ja, Herr, du weißt, dass ich dich lieb habe.“ Darauf folgt der Auftrag: „Weide meine Lämmer!“

Jesus stellt dieselbe Grundfrage ein zweites Mal und verbindet Petrus' Antwort erneut mit einem Auftrag zur Fürsorge für seine Herde. Beim dritten Mal wird Petrus traurig darüber, dass Jesus ihn wiederum nach seiner Liebe fragt. Johannes berichtet nicht ausdrücklich, dass die drei Fragen eine formale Aufhebung der drei Verleugnungen darstellen, doch die dreifache Wiederholung liegt innerhalb des Erzählzusammenhangs deutlich nahe. Der Jünger, der dreimal geleugnet hatte, Jesus zu kennen, wird dreimal mit seiner Beziehung zu ihm konfrontiert.

Entscheidend ist dabei, wie Petrus nun antwortet. Er beruft sich nicht mehr auf seine eigene Unerschütterlichkeit. Beim dritten Mal sagt er: „Herr, du weißt alle Dinge; du weißt, dass ich dich lieb habe.“ Sein Vertrauen liegt nicht mehr in der Behauptung, sich selbst vollständig zu kennen, sondern im Wissen Christi. Genau darin zeigt sich eine Veränderung gegenüber jener Nacht, in der Petrus Jesu Warnung widersprochen hatte. Nun stellt er seine eigene Einschätzung unter das Urteil seines Herrn.

Jesus beantwortet dieses Bekenntnis jedes Mal mit Verantwortung: Petrus soll seine Lämmer beziehungsweise Schafe weiden. Seine Wiederherstellung besteht daher nicht nur darin, dass seine persönliche Beziehung zu Jesus erneuert wird. Christus vertraut ihm erneut Dienst an Menschen an. Der gefallene Jünger wird nicht wegen seines früheren Versagens dauerhaft aus dem Auftrag ausgeschlossen; zugleich beruht sein Dienst nun umso deutlicher auf seiner Liebe zu Christus und auf der Autorität des Herrn, der ihn sendet.

Dann spricht Jesus über Petrus' zukünftigen Weg. Als jüngerer Mann habe Petrus sich selbst gegürtet und sei gegangen, wohin er wollte; später werde ein anderer ihn gürten und dorthin führen, wohin er nicht wolle. Johannes erklärt ausdrücklich, dass Jesus damit andeutete, durch welchen Tod Petrus Gott verherrlichen werde. Die Bibel nennt hier keine Einzelheiten über Zeitpunkt, Ort oder genaue Art seines Todes. Sie macht jedoch sicher deutlich, dass Petrus schließlich tatsächlich sein Leben im Dienst Christi verlieren wird.

Darauf spricht Jesus erneut dieselben grundlegenden Worte, mit denen Petrus' Jüngerweg begonnen hatte: „Folge mir nach!“ Nach allen Erfahrungen, nach seinem großen Bekenntnis, seiner Selbstüberschätzung, seiner Verleugnung und seiner Wiederherstellung steht Petrus wieder vor dem einfachen Zentrum der Nachfolge. Er wird nicht dazu aufgefordert, seine Vergangenheit durch eigene Leistungen wiedergutzumachen. Christus ruft ihn, ihm weiter zu folgen.

Damit erhält Petrus' Leben nach der Auferstehung eine neue Klarheit. Der Mann, der einst überzeugt gewesen war, aus eigener Kraft mit Jesus sterben zu können, hört nun von Christus selbst, dass sein Weg tatsächlich bis zum Tod führen wird. Doch diesmal steht nicht Petrus' Versprechen am Anfang, sondern Jesu Ruf. Die zukünftige Treue des Apostels wird nicht aus Selbstvertrauen wachsen, sondern aus der Erfahrung, dass Christus ihn trotz seines Versagens gesucht, wiederhergestellt und neu mit Verantwortung betraut hat.

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Petrus führt die Jünger vor Pfingsten zusammen

Apostelgeschichte 1,12-26 – „12 Da kehrten sie nach Jerusalem zurück von dem Berge, welcher Ölberg heißt, der nahe bei Jerusalem liegt, einen Sabbatweg entfernt. 13 Und als sie hineinkamen, gingen sie hinauf in das Obergemach, wo sie verblieben, nämlich Petrus und Johannes und Jakobus und Andreas, Philippus und Thomas, Bartholomäus und Matthäus, Jakobus, der Sohn des Alphäus, und Simon Zelotes und Judas, des Jakobus Sohn. 14…"
Apostelgeschichte 1,12-26 – „12 Da kehrten sie nach Jerusalem zurück von dem Berge, welcher Ölberg heißt, der nahe bei Jerusalem liegt, einen Sabbatweg entfernt. 13 Und als sie hineinkamen, gingen sie hinauf in das Obergemach, wo sie verblieben, nämlich Petrus und Johannes und Jakobus und Andreas, Philippus und Thomas, Bartholomäus und Matthäus, Jakobus, der Sohn des Alphäus, und Simon Zelotes und Judas, des Jakobus Sohn. 14…"
Lukas 24,50-53 – „50 Er führte sie aber hinaus bis in die Nähe von Bethanien und hob seine Hände auf und segnete sie. 51 Und es begab sich, indem er sie segnete, schied er von ihnen und wurde aufgehoben gen Himmel. 52 Und sie fielen vor ihm nieder und kehrten nach Jerusalem zurück mit großer Freude 53 und waren allezeit im Tempel und priesen und lobten Gott."
Apostelgeschichte 1,4-9 – „4 Und als er mit ihnen zusammen war, gebot er ihnen, von Jerusalem nicht zu weichen, sondern die Verheißung des Vaters abzuwarten, welche ihr, [so sprach er], von mir vernommen habt, 5 denn Johannes hat mit Wasser getauft, ihr aber sollt im heiligen Geiste getauft werden, nicht lange nach diesen Tagen. 6 Die nun zusammengekommen waren, fragten ihn und sprachen: Herr, gibst du in dieser Zeit Israe…"

Nach seiner Wiederherstellung bleibt Petrus nicht allein mit Jesus am See zurück. Der auferstandene Christus begegnet seinen Jüngern weiter und bereitet sie auf den kommenden Auftrag vor. Er weist sie an, Jerusalem nicht zu verlassen, sondern auf die Verheißung des Vaters zu warten. Johannes hatte mit Wasser getauft; sie aber sollten mit dem Heiligen Geist getauft werden. Damit beginnt Petrus' neuer Dienst nicht mit sofortiger eigener Aktivität, sondern mit einer Zeit des Wartens auf das Handeln Gottes.

Noch immer tragen die Jünger Erwartungen an eine sichtbare Wiederherstellung Israels mit sich. Kurz vor Jesu Himmelfahrt fragen sie, ob er zu dieser Zeit das Reich für Israel wiederherstellen werde. Jesus nennt ihnen keinen politischen Zeitplan. Stattdessen richtet er ihren Blick auf ihre eigentliche Aufgabe: Sie sollen Kraft empfangen, wenn der Heilige Geist auf sie kommt, und seine Zeugen sein – in Jerusalem, Judäa, Samaria und bis an das Ende der Erde. Der Horizont ihres Auftrags wird damit weit über ihre bisherigen Vorstellungen hinaus geöffnet.

Nachdem Jesus vor ihren Augen aufgenommen worden ist, kehren die Jünger nach Jerusalem zurück. Apostelgeschichte nennt Petrus an erster Stelle unter den versammelten Aposteln. Gemeinsam mit den anderen bleibt er im Gebet. Auch die Frauen, Maria, die Mutter Jesu, und Jesu Brüder werden ausdrücklich erwähnt. Die junge Gemeinschaft beginnt ihren Dienst daher nicht durch menschliche Strategie oder öffentliche Selbstdarstellung, sondern in gemeinsamer Erwartung und im Gebet.

In diesen Tagen tritt Petrus innerhalb einer Gruppe von ungefähr hundertzwanzig Gläubigen auf und spricht über Judas. Dabei verschweigt er dessen Verrat nicht. Judas hatte zu denen gehört, die Jesus begleiteten, und hatte Anteil am apostolischen Dienst erhalten, war dann jedoch zum Führer derjenigen geworden, die Jesus festnahmen. Petrus ordnet das Geschehen im Licht der Schrift ein und erkennt, dass die durch Judas entstandene Lücke im Kreis der Zwölf nicht einfach unbeachtet bleiben soll.

Für die Auswahl eines Nachfolgers nennt Petrus klare Voraussetzungen. Gesucht wird ein Mann, der während der Zeit, in der Jesus unter ihnen ein- und ausging, von der Taufe des Johannes bis zur Himmelfahrt bei ihnen gewesen war. Er soll zusammen mit ihnen Zeuge der Auferstehung werden. Damit wird sichtbar, worin der apostolische Zeugendienst in dieser frühen Phase wesentlich besteht: nicht in persönlicher Berühmtheit, sondern in einem glaubwürdigen Zeugnis über den gekreuzigten und auferstandenen Jesus.

Zwei Männer erfüllen die genannten Voraussetzungen: Joseph, genannt Barsabbas und mit dem Beinamen Justus, sowie Matthias. Die Gemeinde entscheidet jedoch nicht einfach aufgrund persönlicher Sympathie. Sie betet: „Du, Herr, der du die Herzen aller kennst, zeige an, welchen von diesen beiden du erwählt hast.“ Die endgültige Entscheidung wird damit bewusst unter Gottes Urteil gestellt. Das Los fällt auf Matthias, der daraufhin den elf Aposteln zugeordnet wird.

Petrus übernimmt in diesem Geschehen sichtbar eine leitende Rolle, doch die Art dieser Leitung unterscheidet sich deutlich von selbstherrlicher Macht. Er versammelt die biblischen Gründe, spricht zur Gemeinschaft und führt die notwendige Entscheidung herbei, während die Wahl selbst im Gebet Gott anvertraut wird. Der Mann, der früher oft vorschnell aus eigener Kraft handelte, steht nun in einer betenden Gemeinschaft, die darauf wartet, dass Gott selbst seinen Weg bestätigt.

Dabei ist auch bedeutsam, was Petrus noch nicht tut. Er beginnt weder eigenmächtig eine weltweite Mission noch versucht er, Jesu Auftrag aus eigener Kraft zu erfüllen. Christus hatte ausdrücklich versprochen, dass die Jünger Kraft durch den Heiligen Geist empfangen würden. Deshalb bleibt die Gemeinde in Jerusalem und wartet. Apostolischer Dienst wird von Anfang an als Dienst verstanden, der von Gottes Geist abhängig ist.

So steht Petrus unmittelbar vor einem neuen Abschnitt seines Lebens. Er ist wiederhergestellt, von Christus beauftragt und innerhalb der Jüngergemeinschaft erneut sichtbar tätig. Doch die entscheidende Befähigung für den kommenden öffentlichen Dienst liegt noch nicht in ihm selbst. Der Petrus, der einst auf seine eigene Treue vertraute, wartet nun gemeinsam mit den anderen auf die Kraft, die Christus verheißen hat. Erst mit Pfingsten wird sich zeigen, wie grundlegend diese Gabe seinen Dienst verändern wird.

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Petrus verkündigt zu Pfingsten den auferstandenen Christus

Apostelgeschichte 2,1-41 – „1 Und als der Tag der Pfingsten sich erfüllte, waren sie alle einmütig beisammen. 2 Und es entstand plötzlich vom Himmel her ein Brausen, wie von einem daherfahrenden gewaltigen Winde, und erfüllte das ganze Haus, worin sie saßen. 3 Und es erschienen Zungen, die sich zerteilten, wie von Feuer, und setzten sich auf einen jeglichen unter ihnen. 4 Und sie wurden alle vom heiligen Geist erfüllt und f…"
Apostelgeschichte 2,1-41 – „1 Und als der Tag der Pfingsten sich erfüllte, waren sie alle einmütig beisammen. 2 Und es entstand plötzlich vom Himmel her ein Brausen, wie von einem daherfahrenden gewaltigen Winde, und erfüllte das ganze Haus, worin sie saßen. 3 Und es erschienen Zungen, die sich zerteilten, wie von Feuer, und setzten sich auf einen jeglichen unter ihnen. 4 Und sie wurden alle vom heiligen Geist erfüllt und f…"
Joel 3,1-5 – „1 Denn siehe, in jenen Tagen und zu jener Zeit, wenn ich die Gefangenen Judas und Jerusalems zurückbringen will, 2 da werde ich alle Nationen versammeln und sie ins Tal Josaphat hinabführen und daselbst mit ihnen rechten wegen meines Volkes und meines Erbteils Israel, weil sie es unter die Heiden zerstreut und mein Land verteilt haben; 3 und weil sie über mein Volk das Los geworfen und den Knaben…"
Psalmen 16,8-11 – „8 Ich habe den HERRN allezeit vor Augen; weil er mir zur Rechten ist, wanke ich nicht. 9 Darum freut sich mein Herz, und meine Seele frohlockt; auch mein Fleisch wird sicher ruhen; 10 denn du wirst meine Seele nicht dem Totenreich überlassen und wirst nicht zugeben, daß dein Heiliger die Verwesung sehe. 11 Du wirst mir den Weg des Lebens zeigen; Fülle von Freuden ist vor deinem Angesicht, lieblic…"
Psalmen 110,1 – „1 Ein Psalm Davids. Der HERR sprach zu meinem Herrn: Setze dich zu meiner Rechten, bis ich deine Feinde hinlege als Schemel deiner Füße!"

Als der Pfingsttag gekommen ist, befinden sich die Jünger gemeinsam an einem Ort. Plötzlich erfüllt ein Brausen vom Himmel das Haus, und etwas wie Feuerzungen verteilt sich auf die Anwesenden. Sie werden mit dem Heiligen Geist erfüllt und beginnen in anderen Sprachen zu reden, wie der Geist ihnen auszusprechen gibt. In Jerusalem halten sich zu dieser Zeit Juden aus vielen Ländern auf, die erstaunt hören, wie die Jünger in ihren jeweiligen Sprachen von den großen Taten Gottes sprechen. Damit beginnt die von Jesus verheißene Befähigung zum Zeugendienst sichtbar zu werden.

Die Reaktionen der Zuhörer sind unterschiedlich. Viele fragen, was dieses Geschehen bedeuten soll, während andere die Jünger verspottend für betrunken halten. In diesem Augenblick tritt Petrus gemeinsam mit den Elf hervor und erhebt seine Stimme. Der Mann, der wenige Wochen zuvor aus Angst bestritten hatte, Jesus zu kennen, bekennt ihn nun öffentlich vor einer großen Menschenmenge in Jerusalem. Dieser Gegensatz darf jedoch nicht als Beweis menschlicher Selbstüberwindung missverstanden werden. Lukas stellt das Auftreten des Petrus unmittelbar in den Zusammenhang mit der Ausgießung des Heiligen Geistes.

Petrus beginnt seine Verkündigung nicht mit seiner eigenen Lebensgeschichte. Er erklärt das Geschehen aus der Schrift und verweist auf die Worte des Propheten Joel über die Ausgießung des Geistes. Dabei richtet er den Blick auf Gottes Handeln in den letzten Tagen und auf die Verheißung, dass jeder, der den Namen des Herrn anruft, gerettet werden soll. Pfingsten wird damit nicht als isoliertes religiöses Erlebnis dargestellt, sondern als Teil dessen, was Gott verheißen hatte.

Von dort führt Petrus unmittelbar zu Jesus von Nazareth. Er erinnert seine Zuhörer daran, dass Jesus durch mächtige Taten, Wunder und Zeichen von Gott bestätigt worden war. Zugleich spricht er offen über dessen Tod: Jesus wurde nach Gottes festgesetztem Ratschluss und Vorherwissen dahingegeben, während die Menschen für seine Kreuzigung verantwortlich blieben. Petrus stellt Gottes souveränen Erlösungsplan und menschliche Schuld nicht gegeneinander. Dass Gott den Weg Christi vorausgesehen und in seinen Plan aufgenommen hatte, hebt die Verantwortung der handelnden Menschen nicht auf.

Der Mittelpunkt seiner Botschaft liegt jedoch in der Auferstehung: „Diesen Jesus hat Gott auferweckt.“ Petrus erklärt, dass der Tod ihn nicht festhalten konnte, und führt Psalm 16 an. Die Worte Davids versteht er nicht als endgültige Aussage über David selbst, denn dessen Tod und Grab waren bekannt. Vielmehr sieht Petrus in dem Psalm eine prophetische Vorausschau auf die Auferstehung des Christus. Die Schrift, die Kreuzigung und das leere Grab werden so miteinander verbunden.

Petrus fügt einen entscheidenden Satz hinzu: „Dessen sind wir alle Zeugen.“ Damit tritt seine apostolische Aufgabe in den Vordergrund. Er verkündigt keine theoretische Hoffnung, sondern bezeugt ein Ereignis, dessen Zeuge er geworden ist. Derselbe Petrus, der zum leeren Grab gelaufen war und dem der auferstandene Jesus erschienen war, steht nun öffentlich dafür ein, dass Christus lebt.

Anschließend erklärt Petrus die Erhöhung Jesu zur Rechten Gottes und verbindet sie mit der Ausgießung des Heiligen Geistes. Er führt Psalm 110 an und kommt zu einer zugespitzten Schlussfolgerung: Das ganze Haus Israel soll gewiss wissen, dass Gott diesen Jesus, den sie gekreuzigt haben, zum Herrn und Christus gemacht hat. Petrus verkündigt damit genau den Jesus, dessen Leidensweg er früher nicht verstehen wollte. Kreuz, Auferstehung und Erhöhung gehören nun für ihn untrennbar zusammen.

Die Worte treffen die Zuhörer ins Herz. Sie fragen Petrus und die übrigen Apostel, was sie tun sollen. Petrus ruft sie zur Umkehr und zur Taufe auf den Namen Jesu Christi zur Vergebung der Sünden und verbindet damit die Verheißung des Heiligen Geistes. Seine Antwort richtet den Menschen nicht auf menschliche Verdienste, sondern auf die Antwort des Glaubens auf Gottes Handeln in Christus. Die Verheißung gilt ihnen, ihren Kindern und denen in der Ferne – allen, die der Herr zu sich rufen wird.

Etwa dreitausend Menschen nehmen an diesem Tag das Wort an und lassen sich taufen. Damit wird Petrus in bemerkenswerter Weise zu einem „Menschenfischer“, wie Jesus es ihm am Anfang seiner Nachfolge zugesagt hatte. Doch der Bericht lässt keinen Zweifel daran, wem der Erfolg gehört. Christus ist auferstanden und erhöht, der Heilige Geist ist ausgegossen worden, und Gottes Wort ruft Menschen zur Umkehr. Petrus dient als Zeuge und Verkündiger innerhalb dieses göttlichen Handelns.

Pfingsten zeigt deshalb einen veränderten Petrus, ohne seine Vergangenheit auszulöschen. Seine frühere Furcht macht die jetzige Kühnheit umso verständlicher, doch die Erklärung liegt nicht in einer plötzlich vollkommenen Persönlichkeit. Der auferstandene Christus hatte ihn wiederhergestellt, und der verheißene Geist befähigt ihn nun zu dem Dienst, den er aus eigener Kraft niemals hätte erfüllen können. Aus dem Jünger, der einst behauptete, aus sich selbst treu bleiben zu können, wird ein Zeuge, dessen Botschaft ganz auf Christus verweist.

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Petrus heilt einen Gelähmten und weist auf Jesus

Apostelgeschichte 3,1-26 – „1 Petrus aber und Johannes gingen in den Tempel hinauf um die neunte Stunde, da man zu beten pflegte. 2 Und es wurde ein Mann herbeigebracht, der lahm war von Mutterleib an, den man täglich an die Pforte des Tempels, welche man «die Schöne» nennt, hinsetzte, damit er von denen, die in den Tempel hineingingen, ein Almosen erbitte. 3 Als dieser Petrus und Johannes sah, die in den Tempel hineingehen…"
Apostelgeschichte 3,1-26 – „1 Petrus aber und Johannes gingen in den Tempel hinauf um die neunte Stunde, da man zu beten pflegte. 2 Und es wurde ein Mann herbeigebracht, der lahm war von Mutterleib an, den man täglich an die Pforte des Tempels, welche man «die Schöne» nennt, hinsetzte, damit er von denen, die in den Tempel hineingingen, ein Almosen erbitte. 3 Als dieser Petrus und Johannes sah, die in den Tempel hineingehen…"
Apostelgeschichte 4,8-12 – „8 Da sprach Petrus, vom heiligen Geist erfüllt, zu ihnen: Ihr Obersten des Volkes und ihr Ältesten von Israel, 9 wenn wir heute wegen der Wohltat an einem kranken Menschen verhört [und gefragt] werden, durch wen ihm geholfen worden sei, 10 so sei euch allen und dem ganzen Volke Israel kund, daß durch den Namen Jesu Christi, des Nazareners, den ihr gekreuzigt, den Gott von den Toten auferweckt hat…"

Nach Pfingsten beginnt der öffentliche Dienst der Apostel in Jerusalem weiter Gestalt anzunehmen. Petrus und Johannes gehen zur Gebetsstunde in den Tempel. Am sogenannten Schönen Tor wird täglich ein Mann getragen, der von Geburt an gelähmt ist und dort die Tempelbesucher um Almosen bittet. Als er auch Petrus und Johannes um eine Gabe bittet, bleiben beide stehen. Petrus fordert ihn auf, sie anzusehen. Der Mann erwartet daraufhin, etwas von ihnen zu erhalten.

Doch Petrus besitzt nicht das, womit der Bettler rechnet. Er sagt offen, dass er weder Silber noch Gold habe. Dann fügt er hinzu: „Was ich aber habe, das gebe ich dir“, und befiehlt ihm im Namen Jesu Christi von Nazareth aufzustehen und zu gehen. Petrus ergreift ihn an der rechten Hand und richtet ihn auf. Sofort werden seine Füße und Knöchel fest; der Mann springt auf, beginnt zu gehen und betritt gemeinsam mit den Aposteln den Tempel, wo er gehend, springend und Gott lobend gesehen wird.

Der Bericht lässt keinen Raum dafür, die Heilung einer besonderen Kraft des Petrus zuzuschreiben. Gerade Petrus selbst weist eine solche Deutung unmittelbar zurück. Als sich die erstaunte Menge um ihn und Johannes versammelt, fragt er, warum die Menschen sie so ansehen, als hätten sie den Mann durch eigene Kraft oder Frömmigkeit zum Gehen gebracht. Damit schützt Petrus seinen Dienst vor genau jener menschlichen Erhöhung, die angesichts eines sichtbaren Wunders leicht entstehen könnte. Er nimmt die Aufmerksamkeit nicht für sich in Anspruch, sondern lenkt sie auf Jesus.

Petrus bezeichnet Jesus als den Knecht Gottes, den die Menschen verleugnet und zur Kreuzigung ausgeliefert hatten, während sie die Freilassung eines Mörders verlangten. Den „Fürsten des Lebens“ hätten sie getötet, „den Gott von den Toten auferweckt hat“. Wieder steht die Auferstehung im Zentrum seiner Verkündigung. Petrus fügt ausdrücklich hinzu, dass er und die anderen Apostel Zeugen davon seien. Das Wunder am Tempeltor wird damit nicht zu einer eigenständigen Sensation, sondern zu einem Zeichen, das auf den lebendigen Christus verweist.

Über die Heilung erklärt Petrus, dass der Name Jesu und der Glaube an diesen Namen dem Mann die volle Gesundheit gegeben hätten. Auch hier darf „Name“ nicht als eine magische Formel verstanden werden. Petrus handelt in der Vollmacht und Autorität des auferstandenen Jesus. Derselbe Christus, der während seines irdischen Wirkens Gelähmte geheilt hatte, wirkt nun durch seine Apostel weiter. Petrus bleibt Werkzeug; die heilende Macht gehört Christus.

Seine Rede bleibt jedoch nicht bei dem Wunder stehen. Petrus spricht seine Zuhörer auf ihre Verantwortung gegenüber Jesus an, erkennt zugleich aber an, dass sie wie auch ihre Obersten aus Unwissenheit gehandelt hatten. Danach ruft er sie zur Umkehr und Bekehrung auf, damit ihre Sünden ausgetilgt werden. Wieder begegnet damit derselbe Grundzug wie an Pfingsten: Die Verkündigung der Schuld soll nicht in Verzweiflung führen, sondern zur Umkehr und zur von Gott angebotenen Vergebung.

Petrus ordnet Jesus außerdem in die Verheißungen Gottes ein. Er verweist auf Mose und die Propheten und erklärt, dass Gott in seinem Knecht Jesus die verheißene Segenslinie erfüllt, indem er Menschen von ihren Bosheiten abwendet. Damit verbindet Petrus das gegenwärtige Wirken Christi mit dem größeren biblischen Erlösungsplan. Der auferstandene Jesus ist für ihn nicht der Beginn einer von Israels Schriften getrennten Religion, sondern die Erfüllung dessen, worauf Gottes Verheißungen hinführten.

Die öffentliche Verkündigung bleibt jedoch nicht ohne Widerstand. Petrus und Johannes werden festgenommen und vor die führenden Männer gestellt. Als sie gefragt werden, durch welche Kraft oder in welchem Namen sie gehandelt hätten, antwortet Petrus, erfüllt mit dem Heiligen Geist, erneut eindeutig: Der zuvor gelähmte Mann stehe durch den Namen Jesu Christi von Nazareth gesund vor ihnen – jenes Jesus, den sie gekreuzigt hatten und den Gott von den Toten auferweckt hat.

Dann spricht Petrus einen der klarsten Sätze seiner apostolischen Verkündigung aus: „Und es ist in keinem andern das Heil.“ Rettung findet sich nicht in Petrus, nicht in der apostolischen Gemeinschaft und nicht in menschlicher religiöser Leistung. Der Apostel, dem Christus große Verantwortung übertragen hat, stellt sich selbst vollständig hinter den einen Namen, durch den Menschen gerettet werden können.

Damit wird immer deutlicher, wie Petrus seine neue Stellung versteht. Er heilt, predigt und tritt öffentlich auf, doch er sammelt die Aufmerksamkeit nicht um seine eigene Person. Der Mann, der früher nach seiner Stellung unter den Jüngern fragen konnte, weist nun jede Vorstellung eigener geistlicher Macht zurück. Das Wunder, seine Predigt und selbst seine Verteidigung vor den Führern führen zu demselben Mittelpunkt: Jesus Christus lebt, wirkt und ist der einzige Retter.

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Petrus begegnet Täuschung in der jungen Gemeinde

Apostelgeschichte 5,1-11 – „1 Ein Mann aber, mit Namen Ananias, samt seiner Frau Saphira, verkaufte ein Gut 2 und entwendete von dem Erlös, unter Mitwissen seiner Frau, und brachte einen Teil davon und legte ihn den Aposteln zu Füßen. 3 Petrus aber sprach: Ananias, warum hat der Satan dein Herz erfüllt, den heiligen Geist zu belügen und von dem Erlös des Gutes [etwas] zu entwenden? 4 Konntest du es nicht als dein Eigentum b…"
Apostelgeschichte 5,1-11 – „1 Ein Mann aber, mit Namen Ananias, samt seiner Frau Saphira, verkaufte ein Gut 2 und entwendete von dem Erlös, unter Mitwissen seiner Frau, und brachte einen Teil davon und legte ihn den Aposteln zu Füßen. 3 Petrus aber sprach: Ananias, warum hat der Satan dein Herz erfüllt, den heiligen Geist zu belügen und von dem Erlös des Gutes [etwas] zu entwenden? 4 Konntest du es nicht als dein Eigentum b…"
Apostelgeschichte 4,32-37 – „32 Die Menge der Gläubigen aber war ein Herz und eine Seele; und auch nicht einer sagte, daß etwas von seinen Gütern sein eigen sei, sondern alles war ihnen gemeinsam. 33 Und mit großer Kraft legten die Apostel das Zeugnis ab von der Auferstehung des Herrn Jesus, und große Gnade war auf ihnen allen. 34 Es litt auch niemand unter ihnen Mangel; denn die, welche Besitzer von Äckern oder Häusern ware…"

Mit dem Wachstum der Gemeinde entsteht nicht nur äußerer Widerstand. Auch innerhalb der Gemeinschaft treten Gefahren auf, die Petrus vor eine neue Form geistlicher Verantwortung stellen. Lukas hatte zuvor beschrieben, wie die Gläubigen freiwillig miteinander teilten und manche ihren Besitz verkauften, um Not zu lindern. Besonders Barnabas wird als Beispiel genannt: Er verkauft einen Acker und legt den Erlös den Aposteln zu Füßen. Diese Freigebigkeit geschieht freiwillig und wird als Ausdruck der Verbundenheit der Gemeinde beschrieben.

Vor diesem Hintergrund berichtet Lukas von Ananias und seiner Frau Saphira. Auch sie verkaufen ein Grundstück. Ananias behält jedoch mit Wissen seiner Frau einen Teil des Erlöses zurück und legt nur einen Teil vor die Apostel, wobei er offenbar den Eindruck erweckt, die gesamte Summe zu geben. Das Problem liegt deshalb nicht darin, dass er einen Teil des Geldes behalten hätte. Petrus macht ausdrücklich deutlich, dass das Grundstück sein Eigentum war und auch der Verkaufserlös seiner Verfügung unterstand.

Petrus benennt die eigentliche Schuld: Ananias hat gelogen. Er fragt ihn, warum Satan sein Herz erfüllt habe, den Heiligen Geist zu belügen und einen Teil des Geldes zurückzubehalten. Anschließend erklärt Petrus, dass Ananias nicht Menschen, sondern Gott belogen habe. Damit erhält der Vorfall ein besonderes geistliches Gewicht. Die Täuschung richtet sich zwar sichtbar gegen die apostolische Gemeinschaft, wird aber von Petrus als Täuschung gegenüber Gott selbst eingeordnet.

Unmittelbar nachdem Ananias diese Worte hört, fällt er zu Boden und stirbt. Lukas schreibt nicht, dass Petrus ihn körperlich angreift oder selbst den Tod herbeiführt. Petrus deckt die Sünde auf und spricht die Wahrheit darüber aus; das Gericht selbst erscheint im Bericht als unmittelbares göttliches Handeln. Diese Unterscheidung ist wichtig, weil Petrus nicht als jemand dargestellt werden darf, der nach eigenem Ermessen Todesurteile vollstreckt.

Etwa drei Stunden später kommt Saphira herein, ohne zu wissen, was mit ihrem Mann geschehen ist. Petrus gibt ihr die Gelegenheit, sich zur Höhe des Verkaufserlöses zu äußern. Sie bestätigt die falsche Darstellung. Daraufhin fragt Petrus, warum sie sich miteinander verabredet hätten, den Geist des Herrn zu versuchen. Er kündigt an, dass auch sie sterben werde, und unmittelbar darauf fällt sie zu Boden und stirbt.

Der Bericht ist außergewöhnlich ernst. Die junge Gemeinde erlebt hier, dass Gottes Gnade nicht bedeutet, Sünde und bewusste Täuschung seien gleichgültig. Ananias und Saphira versuchen, den äußeren Eindruck besonderer Hingabe zu erzeugen, ohne tatsächlich entsprechend zu handeln. Ihr Problem besteht nicht in mangelnder Großzügigkeit, sondern in einer bewusst inszenierten Frömmigkeit, die Menschen täuschen und zugleich vor Gott bestehen soll.

Für Petrus bedeutet dieses Ereignis eine erhebliche Erweiterung seiner Verantwortung. Jesus hatte ihm aufgetragen, seine Schafe zu weiden. Dieser Hirtendienst besteht nicht nur in Trost, Verkündigung und Fürsorge. Er schließt auch ein, zerstörerische Sünde klar zu benennen, wenn Gott sie offenlegt. Petrus darf die Einheit der Gemeinde nicht dadurch schützen, dass er Wahrheit verschweigt. Zugleich handelt er nicht als unabhängiger Richter, sondern innerhalb der Autorität Gottes.

Lukas berichtet zweimal, dass große Furcht entstand: zunächst bei denen, die vom Tod des Ananias hörten, und schließlich in der ganzen Gemeinde und bei allen, die davon erfuhren. Diese Furcht ist Teil der Wirkung des Geschehens. Die Gemeinde soll verstehen, dass die Gegenwart des Heiligen Geistes nicht nur Kraft zum Zeugnis bedeutet, sondern auch Heiligkeit verlangt. Gott lässt sich nicht durch religiösen Schein täuschen.

Gerade Petrus' eigene Lebensgeschichte verleiht seiner Rolle dabei eine besondere Tiefe. Er selbst hatte Jesus verleugnet und war nur durch dessen Gnade wiederhergestellt worden. Nun steht er einem anderen schweren Versagen gegenüber. Der Unterschied besteht nicht darin, dass Petrus von Natur aus besser gewesen wäre. Seine Geschichte zeigt vielmehr, dass Schuld vor Gott nicht verharmlost werden darf und zugleich die Haltung gegenüber der Wahrheit entscheidend ist. Petrus war nach seinem Fall zerbrochen und von Christus wiederhergestellt worden; Ananias und Saphira halten dagegen an einer gemeinsam geplanten Täuschung fest.

So wird die junge Gemeinde zugleich durch Gnade und durch Gottes Heiligkeit geprägt. Petrus lernt, dass sein Auftrag als Hirte nicht nur darin besteht, Menschen zu Christus zu führen, sondern auch die Gemeinschaft vor geistlicher Unehrlichkeit zu schützen. Die Macht des Heiligen Geistes, die zu Pfingsten in Verkündigung und Bekehrung sichtbar geworden war, darf nicht von der Heiligkeit desselben Gottes getrennt werden, in dessen Gegenwart die Gemeinde lebt.

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Petrus gehorcht Gott trotz Verbot und Gefängnis

Apostelgeschichte 5,17-32 – „17 Es erhob sich aber der Hohepriester und sein ganzer Anhang, nämlich die Sekte der Sadduzäer. 18 Die wurden voll Eifersucht und legten ihre Hände an die Apostel und setzten sie in öffentlichen Gewahrsam. 19 Aber ein Engel des Herrn öffnete in der Nacht die Türen des Gefängnisses und führte sie heraus und sprach: 20 Gehet hin, tretet auf und redet im Tempel zum Volk alle Worte dieses Lebens! 21 …"
Apostelgeschichte 5,17-32 – „17 Es erhob sich aber der Hohepriester und sein ganzer Anhang, nämlich die Sekte der Sadduzäer. 18 Die wurden voll Eifersucht und legten ihre Hände an die Apostel und setzten sie in öffentlichen Gewahrsam. 19 Aber ein Engel des Herrn öffnete in der Nacht die Türen des Gefängnisses und führte sie heraus und sprach: 20 Gehet hin, tretet auf und redet im Tempel zum Volk alle Worte dieses Lebens! 21 …"
Apostelgeschichte 5,40-42 – „40 Und sie fügten sich ihm und riefen die Apostel herbei und gaben ihnen Streiche und verboten ihnen, von dem Namen Jesus zu reden, und entließen sie. 41 Sie aber gingen fröhlich vom Hohen Rat hinweg, weil sie gewürdigt worden waren, um Seines Namens willen Schmach zu leiden; 42 und sie hörten nicht auf, alle Tage im Tempel und in den Häusern zu lehren und das Evangelium von Jesus als dem Christu…"
Apostelgeschichte 4,18-20 – „18 Und sie ließen sie rufen und geboten ihnen, durchaus nicht mehr in dem Namen Jesu zu reden noch zu lehren. 19 Petrus aber und Johannes antworteten ihnen und sprachen: Entscheidet ihr selbst, ob es vor Gott recht ist, euch mehr zu gehorchen als Gott; 20 denn es ist uns unmöglich, nicht von dem zu reden, was wir gesehen und gehört haben."

Während die Gemeinde wächst und durch die Apostel viele Zeichen geschehen, verschärft sich der Widerstand der religiösen Führung in Jerusalem. Der Hohepriester und seine Verbündeten werden von Eifersucht erfüllt, lassen die Apostel festnehmen und in das öffentliche Gefängnis bringen. Für Petrus bedeutet dies, dass die öffentliche Verkündigung des auferstandenen Christus nun konkrete persönliche Folgen hat. Der Mann, der wenige Wochen zuvor aus Furcht geleugnet hatte, Jesus zu kennen, befindet sich jetzt gerade wegen seines Zeugnisses für Jesus in Haft.

Doch in der Nacht öffnet ein Engel des Herrn die Türen des Gefängnisses und führt die Apostel hinaus. Die Befreiung geschieht nicht, damit sie sich verstecken oder Jerusalem verlassen. Der göttliche Auftrag lautet vielmehr, wieder in den Tempel zu gehen und dem Volk „alle Worte dieses Lebens“ zu verkündigen. Noch vor Tagesanbruch gehorchen die Apostel und lehren öffentlich weiter. Die Befreiung führt damit unmittelbar zurück an den Ort, an dem der Konflikt entstanden war.

Als der Hohe Rat zusammentritt und die Gefangenen holen lassen will, findet man das Gefängnis sorgfältig verschlossen und die Wachen an ihren Plätzen, doch die Apostel sind nicht darin. Kurz darauf kommt die Nachricht, dass die gesuchten Männer im Tempel stehen und das Volk lehren. Sie werden erneut vor den Rat gebracht, diesmal ohne Gewalt, weil die Verantwortlichen die Reaktion des Volkes fürchten. Der Hohepriester erinnert sie daran, dass ihnen ausdrücklich verboten worden war, im Namen Jesu zu lehren.

Petrus antwortet gemeinsam mit den anderen Aposteln mit einem Grundsatz, der ihren gesamten Dienst bestimmt: „Man muss Gott mehr gehorchen als den Menschen.“ Diese Aussage ist keine allgemeine Rechtfertigung dafür, jede menschliche Ordnung zurückzuweisen. Der konkrete Konflikt ist eindeutig: Menschen haben den Aposteln verboten, genau das zu tun, was Christus ihnen ausdrücklich aufgetragen hat. Wo menschliche Autorität unmittelbaren Gehorsam gegenüber Gottes Auftrag verhindern will, besitzt Gottes Wille den Vorrang.

Petrus nutzt die Gelegenheit erneut, um von Christus zu sprechen. Der Gott ihrer Väter habe Jesus auferweckt, den die führenden Männer getötet hätten. Gott habe ihn zu seiner Rechten erhöht als Fürsten und Retter, um Israel Umkehr und Vergebung der Sünden zu geben. Selbst vor dem Rat, der die Verkündigung zum Schweigen bringen möchte, verändert Petrus seine Botschaft nicht. Auferstehung, Erhöhung, Umkehr und Vergebung bleiben ihr Mittelpunkt.

Dann erklärt Petrus: „Und wir sind seine Zeugen von diesen Dingen, und auch der Heilige Geist, welchen Gott denen gegeben hat, die ihm gehorchen.“ Sein Zeugnis gründet nicht allein in persönlicher Entschlossenheit. Der Heilige Geist, dessen Kraft Jesus vor seiner Himmelfahrt verheißen hatte, begleitet die apostolische Verkündigung. Gerade dadurch wird verständlich, warum Petrus jetzt anders handelt als in der Nacht seiner Verleugnung. Sein Mut wird nicht als neu entdeckte Selbstsicherheit dargestellt, sondern innerhalb des Wirkens Gottes.

Der Widerstand erreicht einen gefährlichen Höhepunkt, als Mitglieder des Rates die Apostel töten wollen. Durch den Rat Gamaliels wird dieses Vorhaben zunächst verhindert. Schließlich lässt man die Apostel schlagen, befiehlt ihnen erneut, nicht im Namen Jesu zu reden, und lässt sie frei. Die Befreiung bedeutet diesmal also nicht, dass ihnen Leiden erspart bleibt. Sie verlassen den Rat mit den körperlichen Folgen ihres Zeugnisses.

Ihre Reaktion zeigt, wie grundlegend sich Petrus und die anderen verändert haben. Sie freuen sich, dass sie gewürdigt worden sind, um des Namens Jesu willen Schmach zu leiden. Anschließend hören sie nicht auf zu lehren und die gute Botschaft zu verkündigen, dass Jesus der Christus ist. Das Verbot erreicht damit genau das Gegenteil seines beabsichtigten Zieles: Die Apostel schweigen nicht.

Für Petrus besitzt dieser Abschnitt eine besondere biografische Tiefe. Einst hatte er erklärt, bereit zu sein, mit Jesus ins Gefängnis und in den Tod zu gehen, war aber schon vor einer viel kleineren Bedrohung zurückgewichen. Nun erlebt er tatsächlich Gefängnis, Verhör, Drohung und körperliche Misshandlung und bleibt dennoch bei seinem Zeugnis. Der Unterschied liegt nicht darin, dass seine frühere Selbstüberschätzung nachträglich doch recht bekommen hätte. Petrus steht jetzt nicht auf seinem eigenen Versprechen, sondern auf dem Auftrag des auferstandenen Christus und in der Kraft des Heiligen Geistes.

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Petrus kommt nach Samaria und weist Simon den Zauberer zurecht

Apostelgeschichte 8,14-25 – „14 Als aber die Apostel zu Jerusalem hörten, daß Samaria das Wort Gottes angenommen habe, sandten sie Petrus und Johannes zu ihnen. 15 Diese kamen hinab und beteten für sie, daß sie den heiligen Geist empfingen; 16 denn er war noch auf keinen von ihnen gefallen, sondern sie waren nur getauft auf den Namen des Herrn Jesus. 17 Da legten sie ihnen die Hände auf, und sie empfingen den heiligen Geist.…"
Apostelgeschichte 8,14-25 – „14 Als aber die Apostel zu Jerusalem hörten, daß Samaria das Wort Gottes angenommen habe, sandten sie Petrus und Johannes zu ihnen. 15 Diese kamen hinab und beteten für sie, daß sie den heiligen Geist empfingen; 16 denn er war noch auf keinen von ihnen gefallen, sondern sie waren nur getauft auf den Namen des Herrn Jesus. 17 Da legten sie ihnen die Hände auf, und sie empfingen den heiligen Geist.…"
Apostelgeschichte 8,9-13 – „9 Ein Mann aber mit Namen Simon hatte zuvor in der Stadt Zauberei getrieben und das Volk von Samaria in Erstaunen gesetzt, indem er sich für etwas Großes ausgab. 10 Auf ihn achteten alle, klein und groß, und sprachen: Dieser ist die Kraft Gottes, die man die große nennt. 11 Sie achteten aber auf ihn, weil er sie so lange Zeit durch seine Zaubereien in Erstaunen gesetzt hatte. 12 Als sie aber dem …"

Die Verfolgung der Gemeinde in Jerusalem führt dazu, dass sich Gläubige über Judäa und Samaria zerstreuen und dort das Evangelium verkündigen. In Samaria predigt Philippus Christus, und viele Menschen nehmen seine Botschaft an. Männer und Frauen lassen sich taufen, und selbst ein Mann namens Simon, der zuvor durch Zauberei großes Ansehen gewonnen hatte, glaubt und wird getauft. Damit beginnt sich zu erfüllen, was Jesus vor seiner Himmelfahrt angekündigt hatte: Das Zeugnis über ihn bleibt nicht auf Jerusalem beschränkt, sondern erreicht nun Samaria.

Als die Apostel in Jerusalem hören, dass Samaria das Wort Gottes angenommen hat, senden sie Petrus und Johannes dorthin. Petrus tritt hier also nicht allein auf, sondern gemeinsam mit einem anderen Apostel. Die beiden begegnen einer jungen Gruppe von Gläubigen, die bereits auf den Namen Jesu getauft worden ist. Lukas berichtet jedoch, dass der Heilige Geist noch auf keinen von ihnen gefallen war. Petrus und Johannes beten für sie und legen ihnen die Hände auf, worauf sie den Heiligen Geist empfangen.

Der Bericht schildert damit eine besondere heilsgeschichtliche Situation. Juden und Samariter waren über lange Zeit voneinander getrennt und standen in tiefen religiösen Spannungen. Nun entsteht nicht eine unabhängige samaritanische Gemeinde neben der Gemeinschaft der Gläubigen in Jerusalem. Durch das gemeinsame apostolische Zeugnis und das Wirken des Heiligen Geistes wird sichtbar, dass diejenigen, die Christus annehmen, zu demselben Gottesvolk gehören. Petrus erlebt damit persönlich, wie das Evangelium eine Grenze überschreitet, die in seiner bisherigen Lebenswelt tief verankert war.

In dieser Situation tritt Simon erneut hervor. Als er sieht, dass durch das Auflegen der Hände der Apostel der Heilige Geist gegeben wird, bietet er Petrus und Johannes Geld an. Er möchte ebenfalls die Vollmacht erhalten, durch Handauflegung den Heiligen Geist vermitteln zu können. Seine Reaktion zeigt, dass er das Wirken Gottes weiterhin in Kategorien versteht, die zu seiner früheren Stellung als Zauberer passen: geistliche Macht erscheint ihm als etwas, das erworben und anschließend ausgeübt werden kann.

Petrus antwortet darauf mit großer Schärfe: „Dein Geld fahre mit dir ins Verderben, weil du meinst, Gottes Gabe werde durch Geld erlangt!“ Er stellt klar, dass Simon keinen Anteil an dieser Sache hat, weil sein Herz vor Gott nicht aufrichtig ist. Der Heilige Geist ist keine käufliche Kraft und apostolische Vollmacht kein Besitz, der gegen Bezahlung weitergegeben werden könnte. Was Gott aus Gnade schenkt, kann nicht in ein Mittel menschlicher Macht verwandelt werden.

Doch Petrus belässt es nicht bei der Verurteilung. Er fordert Simon zur Umkehr auf und sagt ihm, er solle Gott bitten, ob ihm der Anschlag seines Herzens vergeben werden könne. Die ernste Diagnose soll ihn also nicht in Hoffnungslosigkeit treiben, sondern zur Umkehr führen. Petrus erkennt in ihm „bittere Galle“ und eine Bindung an Ungerechtigkeit. Damit benennt er das geistliche Problem hinter dem Wunsch nach Macht: Simons äußere Zugehörigkeit zur neuen Gemeinschaft bedeutet noch nicht, dass sein Denken bereits von alten Vorstellungen gereinigt ist.

Simon bittet daraufhin Petrus und Johannes, für ihn zum Herrn zu beten, damit nichts von dem Gesagten über ihn komme. Der Bibeltext berichtet jedoch nicht weiter, wie sich sein Leben danach entwickelt oder ob seine Umkehr wirklich geschieht. Deshalb ist kein abschließendes Urteil über seinen weiteren Weg möglich. Sicher ist nur, dass Petrus ihn ernst gewarnt und auf die Notwendigkeit der Umkehr vor Gott hingewiesen hat.

Für Petrus ist diese Begegnung in mehrfacher Hinsicht bedeutsam. Einerseits erlebt er, dass das Evangelium tatsächlich Menschen außerhalb des bisherigen jüdischen Zentrums erreicht. Andererseits muss er innerhalb dieser neuen Entwicklung unterscheiden zwischen echter Gabe Gottes und dem menschlichen Versuch, geistliche Macht für sich verfügbar zu machen. Sein Dienst besteht deshalb nicht nur darin, neue Gebiete zu erreichen, sondern auch das Evangelium vor einer Verfälschung zu schützen.

Nachdem Petrus und Johannes dort Zeugnis gegeben und das Wort des Herrn verkündigt haben, kehren sie nach Jerusalem zurück und predigen unterwegs in vielen Dörfern der Samariter das Evangelium. Damit ist Samaria für Petrus nicht länger nur ein fremdes Gebiet außerhalb seines bisherigen religiösen Horizonts. Er selbst wird zum Verkündiger unter den Menschen dieser Region. Doch eine noch größere Grenzüberschreitung steht bevor: Bald wird Gott Petrus darauf vorbereiten, das Evangelium auch Menschen zu bringen, die nicht zum jüdischen Volk gehören.

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Petrus heilt Äneas und ruft Tabitha ins Leben zurück

Apostelgeschichte 9,32-43 – „32 Es begab sich aber, daß Petrus, als er durch alle [Gegenden] zog, auch zu den Heiligen hinabkam, die in Lydda wohnten. 33 Er fand aber daselbst einen Mann mit Namen Aeneas, der seit acht Jahren zu Bette lag, weil er gelähmt war. 34 Und Petrus sprach zu ihm: Aeneas, Jesus Christus macht dich gesund; steh auf und mache dir dein Bett selbst! Und alsbald stand er auf. 35 Und es sahen ihn alle, die…" Apostelgeschichte 9,32-43 – „32 Es begab sich aber, daß Petrus, als er durch alle [Gegenden] zog, auch zu den Heiligen hinabkam, die in Lydda wohnten. 33 Er fand aber daselbst einen Mann mit Namen Aeneas, der seit acht Jahren zu Bette lag, weil er gelähmt war. 34 Und Petrus sprach zu ihm: Aeneas, Jesus Christus macht dich gesund; steh auf und mache dir dein Bett selbst! Und alsbald stand er auf. 35 Und es sahen ihn alle, die…" Während sich die Gemeinde weiter ausbreitet, zieht Petrus durch verschiedene Orte und besucht die Gläubigen. Lukas berichtet, dass er dabei auch zu den Heiligen in Lydda kommt. Damit zeigt sich eine weitere Seite seines apostolischen Dienstes. Petrus wirkt nicht nur in Jerusalem oder bei besonderen Wendepunkten der Mission, sondern suc…

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Gott bereitet Petrus auf die Aufnahme der Heiden vor

Apostelgeschichte 10,1-23 – „1 Es war aber in Cäsarea ein Mann, namens Kornelius, ein Hauptmann der Rotte, welche man «die italienische» nennt; 2 fromm und gottesfürchtig samt seinem ganzen Hause, der dem Volke viele Almosen spendete und ohne Unterlaß zu Gott betete. 3 Der sah in einem Gesichte deutlich, etwa um die neunte Stunde des Tages, einen Engel Gottes zu ihm hereinkommen, der zu ihm sprach: Kornelius! 4 Er aber blick…" Apostelgeschichte 10,1-23 – „1 Es war aber in Cäsarea ein Mann, namens Kornelius, ein Hauptmann der Rotte, welche man «die italienische» nennt; 2 fromm und gottesfürchtig samt seinem ganzen Hause, der dem Volke viele Almosen spendete und ohne Unterlaß zu Gott betete. 3 Der sah in einem Gesichte deutlich, etwa um die neunte Stunde des Tages, einen Engel Gottes zu ihm hereinkommen, der zu ihm sprach: Kornelius! 4 Er aber blick…" Apostelgeschichte 10,28 – „28 Und er sprach zu ihnen: Ihr wißt, daß es einem jüdischen Manne nicht erlaubt ist, mit einem Ausländer zu verkehren oder sich ihm zu nahen; aber mir hat Gott gezeigt, daß ich keinen Menschen gemein oder unrein nennen soll." Apostelgeschichte 11,4-12 – „4 Da hob Petrus an und erzählte ihnen alles der Reihe n…

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Petrus erkennt: Gott nimmt Menschen aus allen Völkern an

Apostelgeschichte 10,24-48 – „24 Und am andern Tage kamen sie nach Cäsarea. Kornelius aber wartete auf sie und hatte seine Verwandten und seine vertrauten Freunde zusammenberufen. 25 Als es nun geschah, daß Petrus hineinkam, ging ihm Kornelius entgegen und fiel ihm zu Füßen und betete an. 26 Petrus aber richtete ihn auf und sprach: Steh auf! ich bin auch ein Mensch. 27 Und indem er sich mit ihm unterredete, ging er hinein und…" Apostelgeschichte 10,24-48 – „24 Und am andern Tage kamen sie nach Cäsarea. Kornelius aber wartete auf sie und hatte seine Verwandten und seine vertrauten Freunde zusammenberufen. 25 Als es nun geschah, daß Petrus hineinkam, ging ihm Kornelius entgegen und fiel ihm zu Füßen und betete an. 26 Petrus aber richtete ihn auf und sprach: Steh auf! ich bin auch ein Mensch. 27 Und indem er sich mit ihm unterredete, ging er hinein und…" Apostelgeschichte 11,13-18 – „13 Und er berichtete uns, wie er in seinem Hause den Engel gesehen habe, der dastand und zu ihm sagte: Sende nach Joppe und laß Simon, der Petrus zubenannt wird, holen; 14 der wird Worte zu dir reden, durch welche du gerettet werden wirst, du und dein ganzes Haus. 15 Als ich aber zu reden anfing, fiel de…

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Ein Engel führt Petrus aus dem Gefängnis

Apostelgeschichte 12,1-19 – „1 Um jene Zeit aber legte der König Herodes Hand an, um etliche von der Gemeinde zu mißhandeln. 2 Und er tötete Jakobus, den Bruder des Johannes, mit dem Schwert. 3 Und als er sah, daß es den Juden gefiel, fuhr er fort und nahm auch Petrus gefangen. Es waren aber die Tage der ungesäuerten Brote. 4 Und als er ihn festgenommen hatte, warf er ihn ins Gefängnis und übergab ihn vier Abteilungen von je…" Apostelgeschichte 12,1-19 – „1 Um jene Zeit aber legte der König Herodes Hand an, um etliche von der Gemeinde zu mißhandeln. 2 Und er tötete Jakobus, den Bruder des Johannes, mit dem Schwert. 3 Und als er sah, daß es den Juden gefiel, fuhr er fort und nahm auch Petrus gefangen. Es waren aber die Tage der ungesäuerten Brote. 4 Und als er ihn festgenommen hatte, warf er ihn ins Gefängnis und übergab ihn vier Abteilungen von je…" Nach der Öffnung des Evangeliums für die Heiden trifft die Gemeinde eine neue Welle der Verfolgung. König Herodes lässt einige Glieder der Gemeinde misshandeln und tötet Jakobus, den Bruder des Johannes, mit dem Schwert. Als er erkennt, dass dies bei Teilen der jüdischen Bevölkerung Zustimmung findet, lässt er auch Petrus festnehmen. D…

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Petrus bezeugt in Jerusalem die Aufnahme der Heiden

Apostelgeschichte 15,1-11 – „1 Und etliche kamen aus Judäa herab und lehrten die Brüder: Wenn ihr euch nicht nach dem Gebrauche Moses beschneiden lasset, so könnt ihr nicht gerettet werden! 2 Da sich nun Zwiespalt erhob und Paulus und Barnabas nicht geringen Streit mit ihnen hatten, ordneten sie an, daß Paulus und Barnabas und einige andere von ihnen dieser Streitfrage wegen zu den Aposteln und Ältesten nach Jerusalem hinauf…" Apostelgeschichte 15,1-11 – „1 Und etliche kamen aus Judäa herab und lehrten die Brüder: Wenn ihr euch nicht nach dem Gebrauche Moses beschneiden lasset, so könnt ihr nicht gerettet werden! 2 Da sich nun Zwiespalt erhob und Paulus und Barnabas nicht geringen Streit mit ihnen hatten, ordneten sie an, daß Paulus und Barnabas und einige andere von ihnen dieser Streitfrage wegen zu den Aposteln und Ältesten nach Jerusalem hinauf…" Apostelgeschichte 10,34-48 – „34 Da tat Petrus den Mund auf und sprach: Nun erfahre ich in Wahrheit, daß Gott die Person nicht ansieht, 35 sondern daß in allem Volk, wer ihn fürchtet und Gerechtigkeit übt, ihm angenehm ist! 36 Das Wort, das er den Kindern Israel gesandt hat, indem er Frieden verkünden ließ durch Jesus Christus, welcher…

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Petrus wird in Antiochia öffentlich zurechtgewiesen

Galater 2,11-14 – „11 Als aber Petrus nach Antiochia kam, widerstand ich ihm ins Angesicht, denn er war angeklagt. 12 Bevor nämlich etliche von Jakobus kamen, aß er mit den Heiden; als sie aber kamen, zog er sich zurück und sonderte sich ab, weil er die aus der Beschneidung fürchtete. 13 Und es heuchelten mit ihm auch die übrigen Juden, so daß selbst Barnabas von ihrer Heuchelei mitfortgerissen wurde. 14 Als ich ab…" Galater 2,11-14 – „11 Als aber Petrus nach Antiochia kam, widerstand ich ihm ins Angesicht, denn er war angeklagt. 12 Bevor nämlich etliche von Jakobus kamen, aß er mit den Heiden; als sie aber kamen, zog er sich zurück und sonderte sich ab, weil er die aus der Beschneidung fürchtete. 13 Und es heuchelten mit ihm auch die übrigen Juden, so daß selbst Barnabas von ihrer Heuchelei mitfortgerissen wurde. 14 Als ich ab…" Galater 2,7-9 – „7 sondern im Gegenteil, als sie sahen, daß ich mit dem Evangelium an die Unbeschnittenen betraut bin, gleichwie Petrus mit dem an die Beschneidung 8 denn der, welcher in Petrus kräftig wirkte zum Apostelamt unter der Beschneidung, der wirkte auch in mir kräftig für die Heiden, 9 und als sie die Gnade erkannten, die mir gegeben ist, reicht…

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Petrus dient selbst als Hirte der Gemeinde

1. Petrus 5,1-4 – „1 Die Ältesten unter euch ermahne ich nun als Mitältester und Zeuge der Leiden Christi, aber auch als Mitgenosse der Herrlichkeit, die geoffenbart werden soll: 2 Weidet die Herde Gottes bei euch, nicht gezwungen, sondern freiwillig, nicht aus schnöder Gewinnsucht, sondern aus Zuneigung, 3 nicht als Herrscher über die euch zugewiesenen [Seelen], sondern als Vorbilder der Herde! 4 So werdet ihr, we…" 1. Petrus 5,1-4 – „1 Die Ältesten unter euch ermahne ich nun als Mitältester und Zeuge der Leiden Christi, aber auch als Mitgenosse der Herrlichkeit, die geoffenbart werden soll: 2 Weidet die Herde Gottes bei euch, nicht gezwungen, sondern freiwillig, nicht aus schnöder Gewinnsucht, sondern aus Zuneigung, 3 nicht als Herrscher über die euch zugewiesenen [Seelen], sondern als Vorbilder der Herde! 4 So werdet ihr, we…" 1. Petrus 1,1-2 – „1 Petrus, Apostel Jesu Christi, an die auserwählten Fremdlinge in der Zerstreuung, in Pontus, Galatien, Kappadozien, Asien und Bithynien, 2 nach der Vorsehung Gottes des Vaters, in der Heiligung des Geistes, zum Gehorsam und zur Besprengung mit dem Blute Jesu Christi; Gnade und Friede widerfahre euch mehr und mehr!" 1. Petrus 5,12-13 – …

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Petrus weiß, dass sein Tod nahe ist

2. Petrus 1,12-15 – „12 Darum will ich euch stets daran erinnern, wiewohl ihr es wisset und in der gegenwärtigen Wahrheit befestigt seid. 13 Ich halte es aber für billig, solange ich in dieser Hütte bin, euch durch [solche] Erinnerung aufzuwecken, 14 da ich weiß, daß ich meine Hütte bald ablegen muß, wie mir auch unser Herr Jesus Christus eröffnet hat. 15 Ich will mich aber befleißigen, daß ihr auch nach meinem Absch…" 2. Petrus 1,12-15 – „12 Darum will ich euch stets daran erinnern, wiewohl ihr es wisset und in der gegenwärtigen Wahrheit befestigt seid. 13 Ich halte es aber für billig, solange ich in dieser Hütte bin, euch durch [solche] Erinnerung aufzuwecken, 14 da ich weiß, daß ich meine Hütte bald ablegen muß, wie mir auch unser Herr Jesus Christus eröffnet hat. 15 Ich will mich aber befleißigen, daß ihr auch nach meinem Absch…" Johannes 21,18-19 – „18 Wahrlich, wahrlich, ich sage dir, als du jünger warst, gürtetest du dich selbst und wandeltest, wohin du wolltest; wenn du aber alt geworden bist, wirst du deine Hände ausstrecken, und ein anderer wird dich gürten und führen, wohin du nicht willst. 19 Solches aber sagte er, um anzudeuten, durch welchen Tod er Gott verherrlichen…

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Petrus nennt Paulus seinen geliebten Bruder

2. Petrus 3,14-18 – „14 Darum, Geliebte, weil ihr solches erwartet, so befleißiget euch, daß ihr unbefleckt und tadellos vor ihm in Frieden erfunden werdet! 15 Und die Geduld unsres Herrn achtet für euer Heil, wie auch unser lieber Bruder Paulus nach der ihm verliehenen Weisheit euch geschrieben hat, 16 wie auch in allen Briefen, wo er davon spricht, in welchen etliches schwer zu verstehen ist, was die Ungelehrten un…" 2. Petrus 3,14-18 – „14 Darum, Geliebte, weil ihr solches erwartet, so befleißiget euch, daß ihr unbefleckt und tadellos vor ihm in Frieden erfunden werdet! 15 Und die Geduld unsres Herrn achtet für euer Heil, wie auch unser lieber Bruder Paulus nach der ihm verliehenen Weisheit euch geschrieben hat, 16 wie auch in allen Briefen, wo er davon spricht, in welchen etliches schwer zu verstehen ist, was die Ungelehrten un…" Galater 2,11-14 – „11 Als aber Petrus nach Antiochia kam, widerstand ich ihm ins Angesicht, denn er war angeklagt. 12 Bevor nämlich etliche von Jakobus kamen, aß er mit den Heiden; als sie aber kamen, zog er sich zurück und sonderte sich ab, weil er die aus der Beschneidung fürchtete. 13 Und es heuchelten mit ihm auch die übrigen Juden, so daß selbst …

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Petrus stärkt leidende Christen mit der Hoffnung auf Christus

1. Petrus 1,3-9 – „3 Gelobt sei der Gott und Vater unsres Herrn Jesus Christus, der uns nach seiner großen Barmherzigkeit wiedergeboren hat zu einer lebendigen Hoffnung durch die Auferstehung Jesu Christi von den Toten, 4 zu einem unvergänglichen und unbefleckten und unverwelklichen Erbe, das im Himmel aufbehalten wird für euch, 5 die ihr in Gottes Macht durch den Glauben bewahrt werdet zu dem Heil, das bereit ist,…" 1. Petrus 1,3-9 – „3 Gelobt sei der Gott und Vater unsres Herrn Jesus Christus, der uns nach seiner großen Barmherzigkeit wiedergeboren hat zu einer lebendigen Hoffnung durch die Auferstehung Jesu Christi von den Toten, 4 zu einem unvergänglichen und unbefleckten und unverwelklichen Erbe, das im Himmel aufbehalten wird für euch, 5 die ihr in Gottes Macht durch den Glauben bewahrt werdet zu dem Heil, das bereit ist,…" 1. Petrus 2,21-25 – „21 Denn dazu seid ihr berufen, weil auch Christus für euch gelitten und euch ein Vorbild hinterlassen hat, daß ihr seinen Fußstapfen nachfolget. 22 «Er hat keine Sünde getan, es ist auch kein Betrug in seinem Munde erfunden worden»; 23 er schalt nicht, da er gescholten ward, er drohte nicht, da er litt, sondern übergab es dem, der ger…

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Andere Apostel blicken auf Petrus und seinen Dienst zurück

Galater 1,18-19 – „18 Darauf, nach drei Jahren, zog ich nach Jerusalem hinauf, um Petrus kennen zu lernen, und blieb fünfzehn Tage bei ihm. 19 Ich sah aber keinen der andern Apostel, außer Jakobus, den Bruder des Herrn." Galater 1,18-19 – „18 Darauf, nach drei Jahren, zog ich nach Jerusalem hinauf, um Petrus kennen zu lernen, und blieb fünfzehn Tage bei ihm. 19 Ich sah aber keinen der andern Apostel, außer Jakobus, den Bruder des Herrn." 1. Korinther 1,10-13 – „10 Ich ermahne euch aber, ihr Brüder, kraft des Namens unsres Herrn Jesus Christus, daß ihr alle einerlei Rede führet und nicht Spaltungen unter euch sein lasset, sondern zusammenhaltet in derselben Gesinnung und in derselben Meinung. 11 Mir ist nämlich, meine Brüder, durch die Leute der Chloe bekanntgeworden, daß Zwistigkeiten unter euch sind. 12 Ich rede aber davon, daß unter euch der eine spri…" 1. Korinther 3,21-23 – „21 So brüste sich nun niemand mit Menschen; denn alles ist euer: 22 es sei Paulus oder Apollos, Kephas oder die Welt, das Leben oder der Tod, das Gegenwärtige oder das Zukünftige; alles ist euer; 23 ihr aber seid Christi, Christus aber ist Gottes." 1. Korinther 9,5 – „5 Haben wir nicht Vollmacht, eine Schw…

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Petrus soll Christus folgen, ohne auf den Weg des anderen zu schauen

Johannes 21,20-23 – „20 Petrus aber wandte sich um und sah den Jünger folgen, den Jesus liebte, der sich auch beim Abendmahl an seine Brust gelehnt und gefragt hatte: Herr, wer ist's, der dich verrät? 21 Als Petrus diesen sah, spricht er zu Jesus: Herr, was soll aber dieser? 22 Jesus spricht zu ihm: Wenn ich will, daß er bleibe, bis ich komme, was geht es dich an? Folge du mir nach! 23 Daher kam nun das Gerede unter …" Johannes 21,20-23 – „20 Petrus aber wandte sich um und sah den Jünger folgen, den Jesus liebte, der sich auch beim Abendmahl an seine Brust gelehnt und gefragt hatte: Herr, wer ist's, der dich verrät? 21 Als Petrus diesen sah, spricht er zu Jesus: Herr, was soll aber dieser? 22 Jesus spricht zu ihm: Wenn ich will, daß er bleibe, bis ich komme, was geht es dich an? Folge du mir nach! 23 Daher kam nun das Gerede unter …" Unmittelbar an Jesu erneuten Ruf „Folge mir nach!“ schließt Johannes noch eine letzte persönliche Szene zwischen Petrus und seinem Herrn an. Während Petrus Jesus folgt, wendet er sich um und sieht den Jünger hinter ihnen, den Jesus liebte. Daraufhin fragt Petrus: „Herr, was soll aber dieser?“ Selbst nach seiner Wiederherstellung und der Ankünd…

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Petrus bleibt bei Jesus, als viele ihn verlassen

Johannes 6,66-69 – „66 Aus diesem Anlaß traten viele seiner Jünger zurück und wandelten nicht mehr mit ihm. 67 Da sprach Jesus zu den Zwölfen: Wollt ihr nicht auch weggehen? 68 Da antwortete ihm Simon Petrus: Herr, zu wem sollen wir gehen? Du hast Worte ewigen Lebens. 69 Und wir haben geglaubt und erkannt, daß du der Christus, der Sohn des lebendigen Gottes bist!" Johannes 6,66-69 – „66 Aus diesem Anlaß traten viele seiner Jünger zurück und wandelten nicht mehr mit ihm. 67 Da sprach Jesus zu den Zwölfen: Wollt ihr nicht auch weggehen? 68 Da antwortete ihm Simon Petrus: Herr, zu wem sollen wir gehen? Du hast Worte ewigen Lebens. 69 Und wir haben geglaubt und erkannt, daß du der Christus, der Sohn des lebendigen Gottes bist!" Eine weitere wichtige Aussage des Petrus stammt aus einer früheren Phase seines Weges mit Jesus und ergänzt das biblische Gesamtbild seines Glaubens. Nachdem Jesus in Kapernaum ausführlich über sich als das Brot des Lebens gesprochen hatte, empfanden viele seiner bisherigen Jünger seine Worte als hart. Johannes berichtet schließlich, dass viele von ihnen sich zurückzogen und nicht länger mit Jesus gingen. Die wachsende Begeisterung um Christus führte also keine…

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Viele Kranke werden zu den Aposteln gebracht

Apostelgeschichte 5,12-16 – „12 Durch die Hände der Apostel aber geschahen viele Zeichen und Wunder unter dem Volk; und sie waren alle einmütig beisammen in der Halle Salomos. 13 Von den übrigen aber wagte keiner sich ihnen anzuschließen; doch das Volk schätzte sie hoch; 14 und immer mehr wurden hinzugetan, die an den Herrn glaubten, eine Menge von Männern und Frauen, 15 so daß man die Kranken auf die Gassen hinaustrug und s…" Apostelgeschichte 5,12-16 – „12 Durch die Hände der Apostel aber geschahen viele Zeichen und Wunder unter dem Volk; und sie waren alle einmütig beisammen in der Halle Salomos. 13 Von den übrigen aber wagte keiner sich ihnen anzuschließen; doch das Volk schätzte sie hoch; 14 und immer mehr wurden hinzugetan, die an den Herrn glaubten, eine Menge von Männern und Frauen, 15 so daß man die Kranken auf die Gassen hinaustrug und s…" In der ersten Zeit der Gemeinde berichtet Lukas von einer außergewöhnlichen Häufung von Zeichen und Wundern durch die Hände der Apostel. Die Gläubigen versammeln sich einmütig in der Halle Salomos, und die Gemeinde wächst weiter. Innerhalb dieses Geschehens wird Petrus besonders erwähnt. Sein öffentlicher Dienst ist inzwischen so bekan…

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Petrus erlebt die Auferweckung der Tochter des Jairus

Markus 5,35-43 – „35 Während er noch redete, kommen etliche von den Leuten des Obersten der Synagoge und sprechen: Deine Tochter ist gestorben, was bemühst du den Meister noch? 36 Sobald aber Jesus dies Wort hörte, sprach er zum Obersten der Synagoge: Fürchte dich nicht, glaube nur! 37 Und er ließ niemand mitgehen als Petrus und Jakobus und Johannes, den Bruder des Jakobus. 38 Und er kommt in das Haus des Obersten…" Markus 5,35-43 – „35 Während er noch redete, kommen etliche von den Leuten des Obersten der Synagoge und sprechen: Deine Tochter ist gestorben, was bemühst du den Meister noch? 36 Sobald aber Jesus dies Wort hörte, sprach er zum Obersten der Synagoge: Fürchte dich nicht, glaube nur! 37 Und er ließ niemand mitgehen als Petrus und Jakobus und Johannes, den Bruder des Jakobus. 38 Und er kommt in das Haus des Obersten…" Lukas 8,49-56 – „49 Da er noch redete, kam jemand vom Synagogenvorsteher und sprach zu ihm: Deine Tochter ist gestorben; bemühe den Meister nicht mehr! 50 Da es aber Jesus hörte, antwortete er ihm und sprach: Fürchte dich nicht; glaube nur, so wird sie gerettet werden! 51 Und als er in das Haus kam, ließ er niemand mit sich hineingehen als Petrus und Jakobu…

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Petrus bittet Jesus um Erklärung über wahre Verunreinigung

Matthäus 15,15-20 – „15 Da sprach Petrus zu ihm: Erkläre uns dieses Gleichnis! 16 Er aber sprach: Seid denn auch ihr noch unverständig? 17 Merket ihr noch nicht, daß alles, was zum Munde eingeht, in den Bauch kommt und in den Abort geworfen wird? 18 Was aber aus dem Munde herauskommt, das kommt aus dem Herzen, und das verunreinigt den Menschen. 19 Denn aus dem Herzen kommen böse Gedanken, Mord, Ehebruch, Unzucht, Die…" Matthäus 15,15-20 – „15 Da sprach Petrus zu ihm: Erkläre uns dieses Gleichnis! 16 Er aber sprach: Seid denn auch ihr noch unverständig? 17 Merket ihr noch nicht, daß alles, was zum Munde eingeht, in den Bauch kommt und in den Abort geworfen wird? 18 Was aber aus dem Munde herauskommt, das kommt aus dem Herzen, und das verunreinigt den Menschen. 19 Denn aus dem Herzen kommen böse Gedanken, Mord, Ehebruch, Unzucht, Die…" Markus 7,14-23 – „14 Und er rief alles Volk zu sich und sprach zu ihnen: Höret mir alle zu und merket! 15 Es ist nichts außerhalb des Menschen, das, wenn es in ihn hineingeht, ihn verunreinigen kann; sondern was aus dem Menschen herauskommt, das ist es, was den Menschen verunreinigt. 16 Hat jemand Ohren zu hören, der höre! 17 Und als er vom Volke weg …

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Petrus fragt Jesus nach den kommenden Ereignissen

Markus 13,1-4 – „1 Und als er aus dem Tempel ging, sprach einer seiner Jünger zu ihm: Meister! Siehe, welche Steine und welch ein Bau ist das! 2 Und Jesus sprach zu ihm: Siehst du diese großen Bauten? Es wird kein Stein auf dem andern gelassen werden, der nicht zerbrochen wird! 3 Und als er am Ölberg saß, dem Tempel gegenüber, fragten ihn Petrus und Jakobus und Johannes und Andreas besonders: 4 Sage uns, wann wir…" Markus 13,1-4 – „1 Und als er aus dem Tempel ging, sprach einer seiner Jünger zu ihm: Meister! Siehe, welche Steine und welch ein Bau ist das! 2 Und Jesus sprach zu ihm: Siehst du diese großen Bauten? Es wird kein Stein auf dem andern gelassen werden, der nicht zerbrochen wird! 3 Und als er am Ölberg saß, dem Tempel gegenüber, fragten ihn Petrus und Jakobus und Johannes und Andreas besonders: 4 Sage uns, wann wir…" Matthäus 24,1-4 – „1 Und Jesus ging hinaus und vom Tempel hinweg. Und seine Jünger traten herzu, um ihm die Gebäude des Tempels zu zeigen. 2 Jesus aber sprach zu ihnen: Sehet ihr nicht dieses alles? Wahrlich, ich sage euch, hier wird kein Stein auf dem andern bleiben, der nicht zerbrochen wird! 3 Als er aber auf dem Ölberge saß, traten die Jünger zu ihm beson…

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Zusammenfassung und Gebet

Petrus gehört zu den Menschen der Bibel, an deren Leben besonders deutlich wird, dass Christus seine Diener nicht deshalb gebraucht, weil sie von Anfang an vollendet wären. Simon begegnet Jesus als Fischer, wird von ihm gerufen, erhält den Namen Petrus und wächst in eine außergewöhnliche Verantwortung hinein. Doch die Schrift bewahrt dabei jede Spannung seines Weges. Mut und Furcht, Erkenntnis und Unverständnis, entschiedenes Vertrauen und erschütterndes Versagen stehen nebeneinander. Gerade dadurch richtet seine Geschichte den Blick nicht auf die Größe des Apostels, sondern auf die Geduld und Macht seines Herrn. Petrus empfängt Erkenntnisse, die kein menschliches Nachdenken allein hervorbringen konnte. Er bekennt Jesus als den Christus, den Sohn des lebendigen Gottes, sieht seine Herrlichkeit auf dem Berg und erlebt seine Macht über Krankheit, Natur und Tod. Dennoch muss er lernen, dass richtige Erkenntnis über Jesus nicht bedeutet, bereits jeden Weg Gottes verstanden zu haben. Derselbe Petrus, der den Messias richtig bekennt, widerspricht seinem Leiden; derselbe Jünger, der auf Jesu Wort über das Wasser geht, beginnt zu sinken. Geistliche Erkenntnis und besondere Berufung machen…

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