Petrus

Petrus – Der Fels, der zerbrach und wieder aufgebaut wurde Er war laut, impulsiv und oft voreilig. Er sprach, bevor er dachte, handelte, bevor er betete, und versprach mehr, als er halten konnte. Und doch wählte Jesus genau diesen Fischer vom See Genezareth und gab ihm einen neuen Namen: „Du bist Petrus, und auf diesen Felsen will ich me…

Petrus – Der Fels, der zerbrach und wieder aufgebaut wurde

Er war laut, impulsiv und oft voreilig. Er sprach, bevor er dachte, handelte, bevor er betete, und versprach mehr, als er halten konnte. Und doch wählte Jesus genau diesen Fischer vom See Genezareth und gab ihm einen neuen Namen: „Du bist Petrus, und auf diesen Felsen will ich meine Gemeinde bauen“ (Matthäus 16,18).

Simon Petrus war der Erste, der Jesus als den Christus bekannte – und der Erste, der ihn verleugnete. Er lief auf dem Wasser – und sank. Er zog das Schwert im Garten – und floh Stunden später. Er schwor: „Wenn sie auch alle Anstoß nehmen, ich nicht!“ – und krähte der Hahn, weinte er bitterlich.

Die Wiederherstellung

Am See Genezareth, nach der Auferstehung, stellte Jesus die entscheidende Frage – dreimal, einmal für jede Verleugnung: „Simon, Sohn des Johannes, hast du mich lieb?“ Dreimal antwortete Petrus: „Herr, du weißt alle Dinge; du weißt, dass ich dich lieb habe“ Und dreimal sagte Jesus: „Weide meine Schafe“ (Johannes 21,15–17).

Es war keine Demütigung – es war eine Wiederherstellung. Jesus fragte nicht: „Schämst du dich?“ Er fragte: „Liebst du mich?“ Denn auf Liebe, nicht auf Perfektion, baut Christus seine Gemeinde.

Pfingsten und danach

Der Petrus nach Pfingsten war ein verwandelter Mann. Derselbe Petrus, der vor einer Magd gezittert hatte, predigte nun vor Tausenden: „Diesen Jesus hat Gott auferweckt; des sind wir alle Zeugen!“ (Apostelgeschichte 2,32). Dreitausend Menschen ließen sich an einem Tag taufen.

Petrus heilte Lahme, erweckte Tote und öffnete – anfangs widerstrebend – die Tür des Evangeliums für die Heiden, als er im Haus des Kornelius predigte. Die Vision des Tuches mit unreinen Tieren lehrte ihn: „Was Gott gereinigt hat, das nenne du nicht unrein“ (Apostelgeschichte 10,15).

„Petrus war nicht trotz seiner Schwächen nützlich, sondern weil er durch seine Niederlagen die Tiefe der Gnade Gottes kennenlernte. Wer tief gefallen ist und wieder aufgerichtet wurde, kann anderen mit einer Echtheit dienen, die der Selbstgerechte nie kennt".

Der Tradition nach wurde Petrus in Rom unter Kaiser Nero gekreuzigt – kopfüber, weil er sich nicht würdig fühlte, wie sein Herr zu sterben.

„Alle eure Sorge werft auf ihn; denn er sorgt für euch“ (1. Petrus 5,7).