Paulus

Paulus in der Bibel verstehen

Paulus war ein von Jesus Christus berufener Apostel, dessen Dienst besonders auf die Verkündigung des Evangeliums unter den Völkern ausgerichtet war. Zuvor hatte er als Saulus die Gemeinde Jesu verfolgt. Seine Lebensgeschichte und seine Briefe zeigen, wie Gottes Gnade einen entschiedenen Gegner Christi in einen Zeugen verwandelte, der sein weiteres Leben in den Dienst des gekreuzigten und auferstandenen Herrn stellte.

Einführung

Kaum eine Person des Neuen Testaments begegnet dem Leser in so vielen unterschiedlichen Zusammenhängen wie Paulus. Die Apostelgeschichte berichtet ausführlich über wesentliche Abschnitte seines Lebens, während seine eigenen Briefe zusätzliche Einblicke in Herkunft, frühere Überzeugungen, Berufung, Dienst und Leiden geben. Gerade deshalb muss seine Geschichte aus mehreren biblischen Zeugnissen zusammengeführt werden. Dabei ist sorgfältig zwischen dem geschichtlichen Bericht und späteren Selbstzeugnissen des Apostels zu unterscheiden.

Auch sein Name verlangt eine nüchterne Einordnung. Paulus erscheint zunächst unter dem hebräischen Namen Saulus; später verwendet die Apostelgeschichte die Form Paulus. Der Bibeltext berichtet jedoch nicht von einer göttlichen Namensänderung bei seiner Bekehrung, wie sie etwa bei Abram oder Jakob ausdrücklich erzählt wird. Vielmehr heißt es in Apostelgeschichte 13,9: „Saulus aber, der auch Paulus heißt“. Seine geistliche Lebenswende ist deshalb nicht mit einem ausdrücklich berichteten Namenswechsel gleichzusetzen.

Um Paulus zu verstehen, beginnt seine Geschichte nicht erst mit seiner Begegnung mit Christus. Seine eigenen Aussagen führen zunächst zurück zu seiner Herkunft aus Israel, seiner Zugehörigkeit zum Stamm Benjamin und seinem Leben innerhalb des Judentums. Er beschreibt sich als einen Mann, der es mit seiner religiösen Überzeugung außerordentlich ernst nahm und im Eifer für die überlieferten Ordnungen weit ging.

Damit tritt Paulus zuerst nicht als christlicher Missionar in die biblische Geschichte ein, sondern als Saulus, dessen Denken und Handeln von einem entschiedenen Eifer geprägt war. Genau an diesem frühesten greifbaren Punkt beginnt die Lebensgeschichte eines Mannes, dessen Gewissheiten bald mit der Person Jesu Christi selbst konfrontiert werden sollten.

Saulus: Herkunft und religiöse Prägung

Apostelgeschichte 22,3 – „3 Ich bin ein jüdischer Mann, geboren zu Tarsus in Cilicien, aber erzogen in dieser Stadt, zu den Füßen Gamaliels, unterrichtet mit allem Fleiß im väterlichen Gesetz, und ich war ein Eiferer für Gott, wie ihr alle es heute seid."
Apostelgeschichte 22,3 – „3 Ich bin ein jüdischer Mann, geboren zu Tarsus in Cilicien, aber erzogen in dieser Stadt, zu den Füßen Gamaliels, unterrichtet mit allem Fleiß im väterlichen Gesetz, und ich war ein Eiferer für Gott, wie ihr alle es heute seid."
Philipper 3,5-6 – „5 der ich am achten Tag beschnitten bin, aus dem Geschlecht Israel, vom Stamme Benjamin, ein Hebräer von Hebräern, nach dem Gesetz ein Pharisäer, 6 nach dem Eifer ein Verfolger der Gemeinde, nach der Gerechtigkeit im Gesetze untadelig gewesen."
Apostelgeschichte 23,6 – „6 Da aber Paulus wußte, daß der eine Teil aus Sadduzäern, der andere aus Pharisäern bestand, rief er in die Ratsversammlung hinein: Ihr Männer und Brüder, ich bin ein Pharisäer und eines Pharisäers Sohn; wegen der Hoffnung und der Auferstehung der Toten werde ich gerichtet!"
Apostelgeschichte 22,27-28 – „27 Da kam der Oberste herzu und sprach zu ihm: Sage mir, bist du ein Römer? Er antwortete: Ja! 28 Und der Oberste erwiderte: Ich habe dieses Bürgerrecht um eine große Summe erworben. Paulus aber sprach: Und ich bin sogar darin geboren!"

Paulus selbst gibt an mehreren Stellen Auskunft über seine Herkunft und seine frühen Lebensumstände. Er wurde in Tarsus in Zilizien geboren, gehörte aber zum Volk Israel und zum Stamm Benjamin. Seine Geburt verband ihn damit sowohl mit einer Stadt außerhalb Judäas als auch mit einer klaren jüdischen Abstammung. Über das genaue Jahr seiner Geburt, die Namen seiner Eltern oder seine Kindheit berichtet die Bibel nichts. Sie erlaubt deshalb keine ausführliche Rekonstruktion seiner frühen Jahre, wohl aber ein deutliches Bild des religiösen Umfeldes, in dem er geprägt wurde.

Eine weitere Besonderheit seiner Herkunft wird erst in einer späteren Lebensphase ausdrücklich sichtbar: Saulus besaß das römische Bürgerrecht von Geburt an. Als ein römischer Hauptmann ihn später darauf anspricht, erklärt Paulus, dass er als römischer Bürger geboren wurde (Apg 22,27-28). Wie seine Familie dieses Bürgerrecht erhalten hatte, sagt die Schrift nicht. Für seine weitere Lebensgeschichte sollte dieser rechtliche Status mehrfach bedeutsam werden, doch zunächst gehört er einfach zu den Voraussetzungen, die bereits seit seiner Geburt bestanden. Paulus war damit Jude nach Abstammung und zugleich Bürger des Römischen Reiches.

Seine religiöse Prägung war besonders stark. In seiner späteren Verteidigungsrede in Jerusalem beschreibt Paulus sich als einen Juden, der zwar in Tarsus geboren, aber in Jerusalem erzogen und „zu den Füßen Gamaliels“ unterwiesen worden war (Apg 22,3). Gamaliel erscheint auch an anderer Stelle der Apostelgeschichte als angesehener Gesetzeslehrer (Apg 5,34). Paulus betont, dass seine Ausbildung sich an der strengen Auslegung des überlieferten Gesetzes orientierte. Seine Verbindung zum jüdischen Glauben war deshalb keine oberflächliche Zugehörigkeit, sondern prägte seine Bildung, seine Überzeugungen und später auch seinen Eifer.

Auch in seinem Brief an die Philipper blickt Paulus auf diese Lebensphase zurück. Er bezeichnet sich als am achten Tag beschnitten, aus dem Volk Israel, aus dem Stamm Benjamin und als „Hebräer von Hebräern“. Hinsichtlich seiner religiösen Richtung nennt er sich einen Pharisäer (Phil 3,5). Damit beschreibt er nicht lediglich eine persönliche Frömmigkeit, sondern seine Zugehörigkeit zu einer Richtung innerhalb des Judentums, die großen Wert auf das Gesetz und seine gewissenhafte Befolgung legte. In Apostelgeschichte 23,6 spricht Paulus außerdem davon, selbst Pharisäer und Sohn von Pharisäern zu sein. Seine späteren Überzeugungen entstanden also nicht in einem religiösen Vakuum, sondern vor dem Hintergrund einer tief verwurzelten jüdischen Identität.

Paulus beurteilt seinen damaligen Lebensweg rückblickend sehr nüchtern. Gemessen an den Maßstäben, nach denen er zu jener Zeit lebte, konnte er auf eine außergewöhnlich konsequente religiöse Laufbahn verweisen. In Philipper 3 beschreibt er sich hinsichtlich der Gerechtigkeit, die im Gesetz gesucht wurde, als untadelig. Damit behauptet er nicht, niemals gesündigt zu haben; vielmehr spricht er von seiner früheren Stellung innerhalb eines religiösen Systems, in dem er sich mit großer Gewissenhaftigkeit bewegte. Gerade diese Unterscheidung wird später wichtig, denn Paulus sollte lernen, dass äußerlich beeindruckende religiöse Leistungen den Menschen nicht vor Gott rechtfertigen können.

Sein Eifer war jedoch nicht bloß theoretisch. Paulus sagt von seiner früheren Lebensweise, dass er für Gott eiferte, und bezeichnet später seinen Eifer ausdrücklich mit der Verfolgung der Gemeinde (Apg 22,3; Phil 3,6). Damit wird bereits sichtbar, dass religiöse Entschiedenheit allein kein Beweis dafür ist, dass ein Mensch Gottes Willen richtig versteht. Saulus war überzeugt, für die Wahrheit einzutreten, während sein Eifer ihn tatsächlich gegen die Menschen führte, die Jesus als den Messias bekannten. Die Bibel zeichnet deshalb kein Bild eines gleichgültigen oder oberflächlichen Mannes, sondern eines Menschen, dessen Ernsthaftigkeit mit einer grundlegenden Verkennung Jesu verbunden war.

Diese frühe Lebensphase ist entscheidend für das spätere Verständnis des Paulus. Seine Kenntnis der Schrift, seine jüdische Herkunft und seine gründliche religiöse Bildung verschwanden nach seiner Berufung nicht; sie wurden jedoch unter eine völlig neue Herrschaft gestellt. Was er zuvor als Grundlage seines eigenen religiösen Ansehens betrachtet hatte, sollte später im Licht Christi neu bewertet werden. Seine Herkunft erklärt damit einen Teil seiner späteren Ausdrucksweise und seiner tiefen Vertrautheit mit den Schriften Israels, doch sie erklärt noch nicht den Wendepunkt seines Lebens.

Bevor Saulus selbst als Verkündiger Jesu auftritt, begegnet er im biblischen Bericht zunächst auf der entgegengesetzten Seite. Die Überzeugungen, in denen er erzogen und ausgebildet worden war, führten ihn zu einem immer entschiedeneren Widerstand gegen die junge Gemeinde. Aus dem religiösen Eifer, auf den er später zurückblickte, wurde konkrete Verfolgung. Damit beginnt der Abschnitt seines Lebens, in dem Saulus nicht nur Zeuge des Konflikts um Jesus Christus wurde, sondern selbst aktiv gegen dessen Nachfolger vorging.

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Saulus verfolgt die Gemeinde

Apostelgeschichte 7,58-8 – „8 Und er gab ihm den Bund der Beschneidung. Und also zeugte er den Isaak und beschnitt ihn am achten Tage, und Isaak den Jakob, und Jakob die zwölf Patriarchen. 9 Und die Patriarchen waren neidisch auf Joseph und verkauften ihn nach Ägypten. 10 Aber Gott war mit ihm und rettete ihn aus allen seinen Trübsalen und gab ihm Gnade und Weisheit vor dem Pharao, dem König von Ägypten; der setzte ihn zum …"
Apostelgeschichte 7,58-8 – „8 Und er gab ihm den Bund der Beschneidung. Und also zeugte er den Isaak und beschnitt ihn am achten Tage, und Isaak den Jakob, und Jakob die zwölf Patriarchen. 9 Und die Patriarchen waren neidisch auf Joseph und verkauften ihn nach Ägypten. 10 Aber Gott war mit ihm und rettete ihn aus allen seinen Trübsalen und gab ihm Gnade und Weisheit vor dem Pharao, dem König von Ägypten; der setzte ihn zum …"
Apostelgeschichte 9,1-2 – „1 Saulus aber schnaubte noch drohend und mordend wider die Jünger des Herrn, ging zum Hohenpriester 2 und erbat sich von ihm Briefe nach Damaskus an die Synagogen, damit, wenn er etliche Anhänger des Weges fände, Männer und Frauen, er sie gebunden nach Jerusalem führte."
Apostelgeschichte 22,4-5 – „4 Ich verfolgte diesen Weg bis auf den Tod, indem ich Männer und Frauen band und ins Gefängnis überlieferte, 5 wie mir auch der Hohepriester und der ganze Rat der Ältesten Zeugnis gibt. Von ihnen empfing ich sogar Briefe an die Brüder und zog nach Damaskus, um auch die, welche dort waren, gebunden nach Jerusalem zu führen, damit sie bestraft würden."
Apostelgeschichte 26,9-11 – „9 Ich habe zwar auch gemeint, ich müßte gegen den Namen Jesus von Nazareth viel Feindseliges verüben, 10 was ich auch zu Jerusalem tat; und viele der Heiligen ließ ich ins Gefängnis schließen, wozu ich von den Hohenpriestern die Vollmacht empfangen hatte, und wenn sie getötet werden sollten, gab ich die Stimme dazu. 11 Und in allen Synagogen zwang ich sie oft durch Strafen, zu lästern, und über d…"

Die erste sichere Begegnung mit Saulus im fortlaufenden Bericht der Apostelgeschichte geschieht beim Tod des Stephanus. Nachdem Stephanus vor dem Hohen Rat von Jesus Christus Zeugnis abgelegt hatte, wurde er aus der Stadt hinausgetrieben und gesteinigt. Die Zeugen legten dabei ihre Kleider zu den Füßen eines Mannes namens Saulus nieder (Apg 7,58). Kurz darauf erklärt der Bericht ausdrücklich, dass Saulus seiner Tötung zustimmte (Apg 8,1). Er erscheint damit von Anfang an nicht als unbeteiligter Beobachter, sondern als jemand, der das gewaltsame Vorgehen gegen einen Zeugen Jesu billigte.

Mit dem Tod des Stephanus setzte eine schwere Verfolgung der Gemeinde in Jerusalem ein. Viele Gläubige wurden in die Gebiete von Judäa und Samaria zerstreut, während die Apostel in Jerusalem blieben. In diesem Zusammenhang wird Saulus besonders hervorgehoben: Er „verwüstete die Gemeinde“, drang in Häuser ein und ließ Männer und Frauen fortschleppen und ins Gefängnis bringen (Apg 8,3). Die Verfolgung richtete sich also nicht nur gegen einzelne bekannte Verkündiger. Saulus ging gezielt gegen Menschen vor, weil sie zu der Gemeinschaft gehörten, die Jesus als den Christus bekannte.

Später blickt Paulus selbst mehrfach auf diese Zeit zurück und bestätigt die Schärfe seines Vorgehens. Vor den Menschen in Jerusalem sagt er, er habe „diesen Weg“ bis auf den Tod verfolgt und Männer wie Frauen gebunden und den Gefängnissen übergeben (Apg 22,4). Dabei beruft er sich darauf, dass der Hohepriester und der Ältestenrat seine damalige Bevollmächtigung bestätigen konnten. Seine Verfolgung war daher nicht lediglich eine private Feindschaft. Saulus handelte mit religiöser Überzeugung und mit Unterstützung führender jüdischer Autoritäten.

Vor König Agrippa beschreibt Paulus noch genauer, wie er damals dachte. Er erklärt, er habe gemeint, gegen den Namen Jesu, des Nazareners, „viel Feindseliges tun“ zu müssen (Apg 26,9). In Jerusalem ließ er viele Heilige ins Gefängnis bringen und stimmte gegen sie, wenn sie getötet wurden. In den Synagogen versuchte er sie durch wiederholte Bestrafung dazu zu bringen, ihren Glauben zu verleugnen. Sein Widerstand steigerte sich so weit, dass er nach eigener Aussage sogar fremde Städte aufsuchte, um die Nachfolger Jesu zu verfolgen.

Diese späteren Selbstzeugnisse zeigen, wie weit Saulus bereit war, seinem damaligen Verständnis von Treue zu Gott zu folgen. Er handelte nicht deshalb gegen Christus, weil ihm Religion gleichgültig gewesen wäre, sondern weil er überzeugt war, mit seinem Eifer Gott zu dienen. Gerade darin liegt die ernste Tragik dieser Lebensphase: Ein Mensch kann sich auf religiöse Überzeugung, Kenntnis und Eifer berufen und dennoch dem Handeln Gottes widerstehen. Aufrichtigkeit allein macht eine Überzeugung nicht wahr. Entscheidend bleibt, ob sie mit Gottes Offenbarung übereinstimmt.

Die Verfolgung führte jedoch zu einem Ergebnis, das Saulus nicht beabsichtigt hatte. Die zerstreuten Gläubigen zogen umher und verkündigten das Wort (Apg 8,4). Was die Gemeinde zum Schweigen bringen sollte, trug dazu bei, dass die Botschaft über Jerusalem hinaus verbreitet wurde. Damit wird nicht das Unrecht der Verfolgung zu etwas Gutem erklärt; vielmehr zeigt der Bericht, dass menschlicher Widerstand Gottes Werk nicht aufhalten konnte. Gott rechtfertigte die Gewalt nicht, aber er ließ sich durch sie auch nicht daran hindern, das Evangelium weiterzutragen.

Saulus dagegen setzte seinen Kampf fort. Apostelgeschichte 9 beschreibt ihn noch immer als jemanden, der „Drohung und Mord“ gegen die Jünger des Herrn schnaubte. Er ging zum Hohenpriester und erbat Schreiben an die Synagogen von Damaskus, damit er Anhänger des Weges, Männer wie Frauen, gebunden nach Jerusalem bringen konnte (Apg 9,1-2). Die Verfolgung sollte damit über Jerusalem hinaus ausgeweitet werden. Saulus verfolgte ein klares Ziel: Die Bewegung, die Jesus als Herrn verkündigte, sollte zurückgedrängt werden.

Gerade auf diesem Weg erreicht seine bisherige Lebensrichtung ihren entscheidenden Punkt. Saulus zog nach Damaskus, um Menschen festzunehmen, die Jesus nachfolgten. Doch bevor er dort seine Vollmachten einsetzen konnte, trat ihm derjenige entgegen, gegen dessen Namen er zu kämpfen meinte. Nicht Saulus suchte Christus. Christus stellte sich dem Verfolger in den Weg und machte offenbar, gegen wen sich seine Verfolgung in Wahrheit richtete.

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Christus begegnet Saulus auf dem Weg nach Damaskus

Apostelgeschichte 9,3-9 – „3 Auf der Reise aber begab es sich, als er sich der Stadt Damaskus näherte, daß ihn plötzlich ein Licht vom Himmel umstrahlte. 4 Und als er zur Erde fiel, hörte er eine Stimme, die zu ihm sprach: Saul, Saul, was verfolgst du mich? 5 Er aber sagte: Wer bist du, Herr? Der aber sprach: Ich bin Jesus, den du verfolgst. Es wird dir schwer werden, wider den Stachel auszuschlagen! 6 Da sprach er mit Zit…"
Apostelgeschichte 9,3-9 – „3 Auf der Reise aber begab es sich, als er sich der Stadt Damaskus näherte, daß ihn plötzlich ein Licht vom Himmel umstrahlte. 4 Und als er zur Erde fiel, hörte er eine Stimme, die zu ihm sprach: Saul, Saul, was verfolgst du mich? 5 Er aber sagte: Wer bist du, Herr? Der aber sprach: Ich bin Jesus, den du verfolgst. Es wird dir schwer werden, wider den Stachel auszuschlagen! 6 Da sprach er mit Zit…"
Apostelgeschichte 22,6-11 – „6 Es geschah mir aber, als ich auf meiner Reise in die Nähe von Damaskus kam, daß mich am Mittag plötzlich vom Himmel her ein helles Licht umstrahlte. 7 Und ich fiel zu Boden und hörte eine Stimme, die zu mir sprach: Saul! Saul! was verfolgst du mich? 8 Ich aber antwortete: Wer bist du, Herr? Und er sprach zu mir: Ich bin Jesus, der Nazarener, den du verfolgst! 9 Meine Begleiter aber sahen zwar d…"
Apostelgeschichte 26,12-18 – „12 Als ich nun in solchem Tun mit Vollmacht und Erlaubnis der Hohenpriester nach Damaskus reiste, 13 sah ich mitten am Tage auf dem Wege, o König, vom Himmel her ein Licht, heller als der Sonne Glanz, welches mich und meine Reisegefährten umleuchtete. 14 Und da wir alle zur Erde fielen, hörte ich eine Stimme in hebräischer Sprache zu mir sagen: Saul, Saul! was verfolgst du mich? Es wird dir schwe…"

Auf dem Weg nach Damaskus wurde Saulus unvermittelt mit der Wirklichkeit dessen konfrontiert, den er bekämpfte. Als er sich der Stadt näherte, umstrahlte ihn plötzlich ein Licht vom Himmel. Saulus fiel zu Boden und hörte eine Stimme: „Saul, Saul, was verfolgst du mich?“ Auf seine Frage: „Wer bist du, Herr?“ erhielt er die Antwort: „Ich bin Jesus, den du verfolgst“ (Apg 9,4-5). Mit wenigen Worten wurde seine bisherige Gewissheit erschüttert. Der Jesus, dessen Anhänger er für gefährlich hielt, offenbarte sich ihm als lebendiger Herr.

Die Apostelgeschichte berichtet dieses Ereignis dreimal: zunächst als geschichtliche Erzählung in Apostelgeschichte 9 und später in zwei Reden des Paulus in Apostelgeschichte 22 und 26. Diese Berichte wiederholen nicht einfach dasselbe, sondern ergänzen einander. Paulus sagt rückblickend, dass das Licht vom Himmel ihn gegen Mittag umstrahlte und dass er die Stimme Jesu hörte. Vor Agrippa erklärt er außerdem, das Licht sei heller als der Glanz der Sonne gewesen (Apg 22,6; 26,13). Die Unterschiede der Berichte verändern den Kern nicht: Saulus wurde nicht durch menschliche Überredung zum Nachfolger Jesu, sondern durch eine unmittelbare Begegnung mit dem auferstandenen Christus.

Jesu Frage macht zugleich deutlich, wie er die Verfolgung seiner Gemeinde beurteilt. Saulus hatte Männer und Frauen gesucht, gefesselt und ins Gefängnis gebracht, weil sie Jesus nachfolgten. Christus sagt jedoch nicht lediglich: „Warum verfolgst du meine Jünger?“, sondern: „Was verfolgst du mich?“ Damit verbindet der Herr sich eng mit denen, die zu ihm gehören. Was Saulus den Gläubigen antat, richtete sich letztlich gegen Christus selbst. Diese Erkenntnis stellte seine gesamte religiöse Selbstbeurteilung infrage: Sein Eifer für Gott hatte ihn in einen Kampf gegen Gottes Sohn geführt.

In seinem späteren Bericht vor Agrippa überliefert Paulus weitere Worte Jesu. Christus erklärte ihm, dass er ihm erschienen sei, um ihn zum Diener und Zeugen zu bestimmen. Paulus sollte sowohl von dem Zeugnis geben, was er gesehen hatte, als auch von dem, was Christus ihm noch offenbaren würde. Sein zukünftiger Dienst sollte ihn zu Israel und zu den Völkern führen, damit Menschen aus der Finsternis zum Licht und aus der Gewalt Satans zu Gott umkehrten und durch den Glauben an Christus Vergebung der Sünden empfingen (Apg 26,16-18). Damit war bereits in der Begegnung selbst erkennbar, dass Christus Saulus nicht nur stoppte, sondern ihm einen neuen Auftrag geben wollte.

Dennoch schildert Apostelgeschichte 9 zunächst nicht einen selbstsicheren neuen Apostel. Saulus stand vom Boden auf, öffnete seine Augen und konnte nichts sehen. Seine Begleiter führten ihn an der Hand nach Damaskus, wo er drei Tage blind blieb und weder aß noch trank (Apg 9,8-9). Der Mann, der gekommen war, um andere in seine Gewalt zu bringen, musste nun selbst geführt werden. Die Bibel beschreibt nicht ausführlich, welche Gedanken ihn während dieser Tage bewegten. Sie zeigt jedoch deutlich, dass sein bisheriger Weg unterbrochen war und dass Saulus nun auf weitere Weisung Gottes angewiesen war.

Die Begegnung mit Christus war daher mehr als eine Veränderung seiner religiösen Meinung. Sie stellte die zentrale Frage seines Lebens neu: Wer ist Jesus? Saulus hatte den Namen Jesu bekämpft, weil er Jesus nicht als den von Gott bestätigten Herrn erkannte. Nun war ihm gerade dieser Jesus erschienen. Damit wurde die Grundlage seines Widerstands getroffen. Der gekreuzigte Jesus war nicht im Tod geblieben, sondern lebte und sprach mit göttlicher Autorität.

Gleichzeitig lag in Jesu Worten bereits Gnade. Christus hätte den Verfolger richten können, doch er begegnete ihm mit einem Ruf. Saulus musste erkennen, dass seine bisherige Richtung falsch gewesen war, aber diese Erkenntnis war nicht das Ende seiner Geschichte. Der Herr, gegen den er gekämpft hatte, eröffnete ihm einen Weg des Dienstes. Die spätere Größe seines Auftrags kann deshalb niemals von der Gnade getrennt werden, die ihm zunächst als schuldigem Verfolger begegnete.

Noch war Saulus jedoch blind und wartete in Damaskus. Christus führte den nächsten Schritt nicht ohne seine Gemeinde aus. In derselben Stadt lebte ein Jünger namens Ananias, zu dem der Herr sprach. Durch ihn sollte Saulus erfahren, dass die Begegnung auf der Straße kein isoliertes Erlebnis bleiben würde: Er sollte sein Augenlicht zurückerhalten, in die Gemeinschaft der Gläubigen aufgenommen und auf den Dienst vorbereitet werden, den Christus ihm bereits angekündigt hatte.

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Ananias begegnet Saulus in Damaskus

Apostelgeschichte 9,10-19 – „10 Es war aber ein Jünger zu Damaskus, namens Ananias. Zu diesem sprach der Herr in einem Gesicht: Ananias! Er sprach: Hier bin ich, Herr! 11 Der Herr sprach zu ihm: Steh auf und gehe in die Gasse, welche man «die Gerade» nennt, und frage im Hause des Judas nach einem Mann namens Saulus aus Tarsus. Denn siehe, er betet; 12 und er hat in einem Gesicht einen Mann gesehen, namens Ananias, der herein…"
Apostelgeschichte 9,10-19 – „10 Es war aber ein Jünger zu Damaskus, namens Ananias. Zu diesem sprach der Herr in einem Gesicht: Ananias! Er sprach: Hier bin ich, Herr! 11 Der Herr sprach zu ihm: Steh auf und gehe in die Gasse, welche man «die Gerade» nennt, und frage im Hause des Judas nach einem Mann namens Saulus aus Tarsus. Denn siehe, er betet; 12 und er hat in einem Gesicht einen Mann gesehen, namens Ananias, der herein…"
Apostelgeschichte 22,12-16 – „12 Aber ein gewisser Ananias, ein frommer Mann nach dem Gesetz, der von allen Juden, die dort wohnten, ein gutes Zeugnis hat, 13 der kam zu mir, trat herzu und sprach zu mir: Bruder Saul, werde wieder sehend! Und zur selben Stunde konnte ich ihn sehen. 14 Er aber sprach: Der Gott unsrer Väter hat dich vorherbestimmt, seinen Willen zu erkennen und den Gerechten zu sehen und die Stimme aus seinem M…"
Apostelgeschichte 26,16-18 – „16 Aber steh auf und tritt auf deine Füße! Denn dazu bin ich dir erschienen, dich zu verordnen zum Diener und Zeugen dessen, was du von mir gesehen hast und was ich dir noch offenbaren werde, 17 und ich will dich erretten von dem Volk und von den Heiden, unter welche ich dich sende, 18 um ihnen die Augen zu öffnen, damit sie sich bekehren von der Finsternis zum Licht und von der Gewalt des Satans…"

Während Saulus blind in Damaskus wartete, bereitete Christus zugleich einen Jünger darauf vor, ihm zu begegnen. Dieser Mann hieß Ananias. Der Herr sprach zu ihm in einer Vision und sandte ihn in das Haus des Judas in der Straße, die „die Gerade“ genannt wurde. Dort sollte er nach Saulus von Tarsus fragen, denn dieser betete. Damit zeigt der Bericht, dass Saulus nach seiner Begegnung mit Jesus nicht einfach sich selbst überlassen blieb. Christus führte nun auch die nächsten Schritte seines Lebens.

Für Ananias war dieser Auftrag keineswegs selbstverständlich. Er hatte von Saulus gehört und wusste, wie viel Böses dieser den Gläubigen in Jerusalem angetan hatte. Außerdem wusste er, dass Saulus mit Vollmacht der Hohenpriester nach Damaskus gekommen war, um diejenigen festzunehmen, die den Namen Jesu anriefen. Ananias verschwieg diese Sorge nicht, sondern brachte sie vor den Herrn. Doch Christus bestätigte den Auftrag und erklärte über Saulus: „Dieser ist mir ein auserwähltes Werkzeug“ (Apg 9,15).

Dabei nennt Jesus bereits die Richtung des kommenden Dienstes. Saulus sollte seinen Namen vor Völker und Könige sowie vor die Kinder Israel tragen. Zugleich kündigte Christus an, dass Saulus erfahren würde, wie viel er um seines Namens willen leiden müsse (Apg 9,15-16). Seine Berufung war damit weder eine Aussicht auf religiösen Einfluss noch ein Versprechen eines leidensfreien Lebens. Von Anfang an verband Christus Auftrag und Leiden miteinander. Derjenige, der zuvor andere wegen des Namens Jesu verfolgt hatte, sollte nun selbst für diesen Namen Widerstand ertragen.

Ananias gehorchte. Er ging in das Haus, legte Saulus die Hände auf und redete ihn mit „Bruder Saul“ an. Gerade diese Anrede ist bemerkenswert. Der Mann, vor dem die Gläubigen wenige Tage zuvor noch berechtigte Angst gehabt hatten, wurde nun nicht aus eigener Leistung, sondern aufgrund des Handelns Christi als Bruder angesprochen. Ananias erklärte, dass Jesus, der Saulus auf dem Weg erschienen war, ihn gesandt habe, damit Saulus wieder sehen und mit dem Heiligen Geist erfüllt werden sollte (Apg 9,17).

Sogleich fiel etwas wie Schuppen von seinen Augen, und Saulus konnte wieder sehen. Danach stand er auf und ließ sich taufen (Apg 9,18). In seinem späteren Bericht in Jerusalem gibt Paulus weitere Worte des Ananias wieder. Dieser erklärte ihm, dass der Gott der Väter ihn dazu bestimmt habe, seinen Willen zu erkennen, den Gerechten zu sehen und die Stimme aus seinem Mund zu hören. Saulus sollte vor allen Menschen Zeuge dessen werden, was er gesehen und gehört hatte. Anschließend forderte Ananias ihn auf, sich taufen zu lassen und den Namen des Herrn anzurufen (Apg 22,14-16).

Die Taufe markiert in diesem Bericht nicht die Belohnung für eine bereits bewährte religiöse Laufbahn. Gerade die bisherige Laufbahn des Saulus hatte ihn in die Verfolgung der Gemeinde geführt. Nun bekannte er sich zu dem Jesus, dessen Namen er hatte auslöschen wollen. Was ihm zuvor als Irrweg erschien, wurde zur Wahrheit, der er selbst gehorchte. Seine frühere religiöse Selbstsicherheit konnte diesen Schritt nicht ersetzen; entscheidend war die Gnade Christi und die Antwort des Glaubens auf seinen Ruf.

Auch die Rolle des Ananias bleibt dabei bedeutsam. Christus hätte Saulus nach der Erscheinung auf dem Weg sämtliche weiteren Schritte unmittelbar offenbaren können. Stattdessen sandte er einen Gläubigen zu ihm. Saulus, der gegen die Gemeinde gekämpft hatte, empfing Hilfe gerade durch einen Angehörigen dieser Gemeinde. Seine neue Beziehung zu Christus führte ihn damit zugleich in die Gemeinschaft derer, die zu Christus gehörten.

Nach seiner Taufe nahm Saulus Nahrung zu sich und kam wieder zu Kräften. Einige Tage blieb er bei den Jüngern in Damaskus (Apg 9,19). Doch lange blieb sein neuer Glaube nicht verborgen. Derselbe Mann, der mit Vollmachten gekommen war, um die Bekenner Jesu gefangen zu nehmen, begann nun öffentlich von Jesus zu sprechen. Damit trat die Veränderung seines Lebens erstmals vor diejenigen, die seinen früheren Auftrag kannten, offen zutage.

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Saulus verkündet Jesus in Damaskus

Apostelgeschichte 9,20-25 – „20 Und alsbald predigte er in den Synagogen Jesus, daß dieser der Sohn Gottes sei. 21 Es erstaunten aber alle, die ihn hörten, und sprachen: Ist das nicht der, welcher in Jerusalem die zerstörte, welche diesen Namen anrufen, und der dazu hierher gekommen war, um sie gebunden zu den Hohenpriestern zu führen? 22 Saulus aber wurde noch mehr gekräftigt und beunruhigte die Juden, die zu Damaskus wohnt…"
Apostelgeschichte 9,20-25 – „20 Und alsbald predigte er in den Synagogen Jesus, daß dieser der Sohn Gottes sei. 21 Es erstaunten aber alle, die ihn hörten, und sprachen: Ist das nicht der, welcher in Jerusalem die zerstörte, welche diesen Namen anrufen, und der dazu hierher gekommen war, um sie gebunden zu den Hohenpriestern zu führen? 22 Saulus aber wurde noch mehr gekräftigt und beunruhigte die Juden, die zu Damaskus wohnt…"
Galater 1,15-18 – „15 Als es aber Gott, der mich von meiner Mutter Leib an ausgesondert und durch seine Gnade berufen hat, wohlgefiel, 16 seinen Sohn in mir zu offenbaren, damit ich ihn durch das Evangelium unter den Heiden verkündige, ging ich alsbald nicht mit Fleisch und Blut zu Rate, 17 zog auch nicht nach Jerusalem hinauf zu denen, die vor mir Apostel waren, sondern ging weg nach Arabien und kehrte wieder nach…"
Apostelgeschichte 22,17-21 – „17 Es geschah mir aber, als ich nach Jerusalem zurückgekehrt war und im Tempel betete, daß ich in eine Verzückung geriet 18 und Ihn sah, der zu mir sprach: Eile und geh schnell aus Jerusalem fort, denn sie werden dein Zeugnis von mir nicht annehmen! 19 Und ich sprach: Herr, sie wissen selbst, daß ich die, welche an dich glaubten, ins Gefängnis werfen und in den Synagogen schlagen ließ, 20 und daß…"

Nach seiner Taufe blieb Saulus zunächst einige Tage bei den Jüngern in Damaskus. Doch sein Bekenntnis zu Jesus wurde sehr schnell öffentlich. Die Apostelgeschichte berichtet, dass er „alsbald“ in den Synagogen verkündigte, dass Jesus der Sohn Gottes sei (Apg 9,20). Gerade dort, wo er ursprünglich mit Vollmachten gegen die Nachfolger Jesu hatte vorgehen wollen, trat er nun selbst als Zeuge für den auf, dessen Namen er zuvor bekämpft hatte. Die Veränderung blieb deshalb nicht verborgen, sondern wurde unmittelbar an dem Ort sichtbar, an dem seine Verfolgungsabsicht ihr Ziel erreichen sollte.

Die Zuhörer reagierten mit Verwunderung. Sie kannten Saulus als den Mann, der in Jerusalem diejenigen verfolgt hatte, die den Namen Jesu anriefen, und der gerade deshalb nach Damaskus gekommen war, um sie gebunden zu den Hohenpriestern zu führen. Nun hörten sie denselben Mann Jesus öffentlich verkündigen. Lukas beschreibt, dass Saulus zunehmend an Kraft gewann und die Juden in Damaskus in Verlegenheit brachte, indem er nachwies, dass Jesus der Christus ist (Apg 9,21-22). Seine Kenntnis der Schriften, die zuvor innerhalb seines pharisäischen Lebens geprägt worden war, stand nun unter einer grundlegend neuen Erkenntnis: Jesus war nicht der zu bekämpfende Verführer, sondern der verheißene Christus.

Paulus selbst ergänzt später einen wichtigen Teil dieser frühen Lebensphase. Im Galaterbrief betont er, dass seine Berufung und die Botschaft, die er verkündigte, nicht von Menschen ihren Ursprung hatten. Nachdem Gott seinen Sohn in ihm offenbart hatte, damit er Christus unter den Völkern verkündigte, ging Paulus nach eigener Aussage nicht sofort nach Jerusalem zu den Aposteln, die vor ihm berufen worden waren. Stattdessen ging er nach Arabien und kehrte danach wieder nach Damaskus zurück (Gal 1,15-17). Die Apostelgeschichte erwähnt diesen Aufenthalt in Arabien nicht ausdrücklich, doch beide Berichte lassen sich zusammen verstehen, ohne eine genaue Abfolge einzelner Tage zu erfinden.

Was Saulus während seines Aufenthalts in Arabien genau tat, berichtet die Bibel nicht. Sie nennt weder den Ort innerhalb dieses Gebietes noch die Dauer dieses Abschnitts noch einen besonderen Auftrag, den er dort erfüllt hätte. Deshalb wäre es spekulativ, diese Zeit ausführlich als Rückzug, Ausbildung oder Missionsreise zu beschreiben. Sicher ist lediglich, dass sie zu der frühen Phase zwischen seiner Berufung und seinem späteren ersten Besuch in Jerusalem gehört und dass er anschließend wieder nach Damaskus zurückkehrte.

Gerade der Galaterbrief zeigt, warum Paulus diese frühe Zeit später für wichtig hielt. Er wollte deutlich machen, dass sein Evangelium nicht das Ergebnis einer menschlichen Unterweisung durch die Jerusalemer Apostel war. Seine apostolische Berufung ging auf Jesus Christus zurück. Das bedeutete jedoch nicht, dass Paulus unabhängig von der Gemeinde leben sollte oder andere Apostel geringachtete. Schon Ananias hatte ihm im Auftrag Christi gedient, und später suchte Paulus die Gemeinschaft mit den Aposteln. In Galater 1 liegt der Schwerpunkt vielmehr darauf, dass Christus selbst Ursprung und Autorität seines Auftrags war.

Nach seiner Rückkehr nach Damaskus setzte Saulus seine Verkündigung fort. Schließlich wurde der Widerstand so stark, dass Juden den Entschluss fassten, ihn zu töten. Die Stadttore wurden Tag und Nacht bewacht, um seine Flucht zu verhindern. Seine Jünger nahmen ihn jedoch bei Nacht und ließen ihn in einem Korb durch eine Öffnung der Stadtmauer hinab (Apg 9,23-25). Paulus erinnert sich später selbst an diese Flucht und berichtet, dass in Damaskus unter dem Statthalter des Königs Aretas die Stadt bewacht wurde, um ihn gefangen zu nehmen (2Kor 11,32-33).

Damit hatte sich seine Stellung innerhalb kurzer Zeit vollständig verändert. Saulus war nach Damaskus gekommen, um andere wegen ihres Bekenntnisses zu Jesus gefangen zu nehmen; nun musste er selbst wegen dieses Bekenntnisses aus der Stadt fliehen. Das von Christus angekündigte Leiden um seines Namens willen begann früh Gestalt anzunehmen. Seine Berufung beseitigte den Widerstand nicht, sondern führte ihn mitten hinein in die Folgen eines öffentlichen Zeugnisses für Jesus.

Nach Galater 1 vergingen drei Jahre, bevor Paulus nach Jerusalem hinaufging, um Petrus kennenzulernen (Gal 1,18). Die Bibel sagt nicht ausdrücklich, von welchem exakten Zeitpunkt diese drei Jahre gerechnet werden, doch sie ordnet den ersten Jerusalembesuch klar nach Berufung, Arabien und erneuter Zeit in Damaskus ein. Damit näherte sich Saulus nun jener Stadt, in der man ihn noch als Verfolger der Gemeinde kannte. Dort sollte sich zeigen, wie schwer es für die Jünger zunächst war, dem früheren Gegner zu glauben – und wie entscheidend ein Mann namens Barnabas für seine Aufnahme unter ihnen wurde.

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Barnabas nimmt Saulus in Jerusalem auf

Apostelgeschichte 9,26-30 – „26 Als er aber nach Jerusalem kam, versuchte er, sich den Jüngern anzuschließen; aber sie fürchteten ihn alle, weil sie nicht glaubten, daß er ein Jünger sei. 27 Barnabas aber nahm ihn auf, führte ihn zu den Aposteln und erzählte ihnen, wie er auf dem Wege den Herrn gesehen und daß dieser zu ihm geredet habe, und wie er in Damaskus freimütig im Namen Jesu gepredigt habe. 28 Und er ging in Jerusal…"
Apostelgeschichte 9,26-30 – „26 Als er aber nach Jerusalem kam, versuchte er, sich den Jüngern anzuschließen; aber sie fürchteten ihn alle, weil sie nicht glaubten, daß er ein Jünger sei. 27 Barnabas aber nahm ihn auf, führte ihn zu den Aposteln und erzählte ihnen, wie er auf dem Wege den Herrn gesehen und daß dieser zu ihm geredet habe, und wie er in Damaskus freimütig im Namen Jesu gepredigt habe. 28 Und er ging in Jerusal…"
Galater 1,18-24 – „18 Darauf, nach drei Jahren, zog ich nach Jerusalem hinauf, um Petrus kennen zu lernen, und blieb fünfzehn Tage bei ihm. 19 Ich sah aber keinen der andern Apostel, außer Jakobus, den Bruder des Herrn. 20 Was ich euch aber schreibe, siehe, vor Gottes Angesicht: ich lüge nicht! 21 Darauf kam ich in die Gegenden von Syrien und Cilicien. 22 Ich war aber den Gemeinden von Judäa, die in Christus sind, …"
Apostelgeschichte 22,17-21 – „17 Es geschah mir aber, als ich nach Jerusalem zurückgekehrt war und im Tempel betete, daß ich in eine Verzückung geriet 18 und Ihn sah, der zu mir sprach: Eile und geh schnell aus Jerusalem fort, denn sie werden dein Zeugnis von mir nicht annehmen! 19 Und ich sprach: Herr, sie wissen selbst, daß ich die, welche an dich glaubten, ins Gefängnis werfen und in den Synagogen schlagen ließ, 20 und daß…"

Nach seiner Flucht aus Damaskus ging Saulus nach Jerusalem. Dort versuchte er, sich den Jüngern anzuschließen, doch sie fürchteten sich vor ihm und glaubten nicht, dass er wirklich ein Jünger Jesu geworden war (Apg 9,26). Diese Zurückhaltung war verständlich. Saulus hatte gerade in Jerusalem mit besonderer Härte gegen die Gemeinde gewirkt, und seine frühere Tätigkeit war unter den Gläubigen bekannt. Seine Bekehrung war für sie deshalb nicht einfach eine Nachricht, der sie ohne Weiteres vertrauen konnten.

An diesem Punkt trat Barnabas hervor. Er nahm Saulus zu sich, führte ihn zu den Aposteln und berichtete ihnen, wie Saulus auf dem Weg den Herrn gesehen hatte, wie Christus mit ihm gesprochen hatte und wie er in Damaskus offen im Namen Jesu aufgetreten war (Apg 9,27). Barnabas wurde damit zu einem wichtigen Vermittler zwischen dem früheren Verfolger und der Gemeinde, die ihm zunächst mit berechtigtem Misstrauen begegnete. Er schuf die Grundlage dafür, dass Saulus nicht aufgrund seiner Vergangenheit ausgeschlossen blieb, sondern anhand dessen beurteilt wurde, was Christus tatsächlich in seinem Leben getan hatte.

Der Galaterbrief ergänzt die zeitliche und persönliche Einordnung dieses Besuchs. Paulus schreibt, dass er drei Jahre nach seiner Berufung nach Jerusalem ging, um Petrus kennenzulernen, und fünfzehn Tage bei ihm blieb. Von den anderen Aposteln sah er nach eigener Aussage nur Jakobus, den Bruder des Herrn (Gal 1,18-19). Diese Angaben zeigen, dass sein Aufenthalt begrenzt war und nicht als lange Ausbildungszeit unter den Jerusalemer Aposteln verstanden werden darf. Paulus betont gerade in diesem Zusammenhang, dass sein apostolischer Auftrag nicht von menschlicher Vermittlung abhängig war.

Dennoch bedeutete seine göttliche Berufung keine Trennung von anderen Dienern Christi. In Jerusalem bewegte sich Saulus nun unter den Jüngern und verkündigte offen im Namen des Herrn. Besonders wird erwähnt, dass er mit den griechischsprachigen Juden sprach und mit ihnen stritt (Apg 9,28-29). Gerade dieser Bereich erinnert an den Konflikt, in dem Stephanus zuvor gestanden hatte. Saulus, der einst seiner Tötung zugestimmt hatte, verkündigte nun selbst denselben Jesus und begegnete dabei einem ähnlichen Widerstand.

Die Feindschaft gegen ihn wuchs so weit, dass seine Gegner versuchten, ihn zu töten. Als die Brüder davon erfuhren, brachten sie ihn nach Cäsarea und sandten ihn weiter nach Tarsus (Apg 9,29-30). Sein Aufenthalt in Jerusalem endete damit erneut unter Bedrohung. Saulus erlebte zunehmend, dass sein öffentliches Bekenntnis zu Christus nicht nur Ablehnung hervorrief, sondern sein Leben tatsächlich in Gefahr brachte.

Paulus berichtet später noch von einer besonderen Erfahrung während eines Aufenthalts in Jerusalem. In Apostelgeschichte 22 erzählt er, dass er beim Beten im Tempel in eine Verzückung geriet und den Herrn sah. Christus warnte ihn, Jerusalem schnell zu verlassen, weil man dort sein Zeugnis über Jesus nicht annehmen werde. Saulus wandte damals ein, die Menschen wüssten doch, dass er selbst zuvor die Gläubigen verfolgt und Stephanus’ Tod gebilligt hatte. Gerade seine Vergangenheit schien ihm möglicherweise ein starkes Zeugnis für die Wirklichkeit seiner Veränderung zu sein. Doch Christus antwortete mit dem Auftrag: „Gehe hin; denn ich will dich weit weg zu den Heiden senden“ (Apg 22,21).

Wie genau diese Offenbarung mit den übrigen Einzelheiten seines ersten Jerusalembesuchs zeitlich zusammenhing, legt der Text nicht vollständig offen. Inhaltlich fügt sie sich jedoch in denselben Lebensabschnitt ein: Saulus wollte in Jerusalem Zeugnis geben, begegnete dort starkem Widerstand und wurde von Christus auf einen Dienst hingewiesen, der weit über diese Stadt hinausreichen sollte. Seine eigene Vorstellung davon, wo sein Zeugnis besonders wirksam sein könnte, wurde damit der Weisung Christi untergeordnet.

Nach seiner Abreise aus Jerusalem ging Saulus nach den Angaben des Galaterbriefes in die Gegenden von Syrien und Zilizien. Den Gemeinden Judäas war er persönlich weiterhin weitgehend unbekannt; sie hörten jedoch von ihm: Der Mann, der sie einst verfolgt hatte, verkündigte nun den Glauben, den er früher vernichten wollte. Ihre Reaktion richtete sich nicht auf Saulus als außergewöhnliche Persönlichkeit, sondern auf Gott: Sie verherrlichten Gott um seinetwillen (Gal 1,22-24).

Damit trat Saulus zunächst aus dem Mittelpunkt der Apostelgeschichte heraus. Über diese Jahre berichtet die Bibel nur wenig. Doch sein Weg war nicht beendet. Während er sich in seiner Heimatregion aufhielt, entwickelte sich in Antiochia eine Gemeinde, in der Menschen aus unterschiedlichen Hintergründen zum Glauben an Christus kamen. Als Barnabas dort Unterstützung benötigte, erinnerte er sich an Saulus und suchte ihn in Tarsus.

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Barnabas holt Saulus nach Antiochia

Apostelgeschichte 11,19-26 – „19 Die nun, welche sich zerstreut hatten seit der Verfolgung, die sich wegen Stephanus erhoben hatte, zogen bis nach Phönizien und Cypern und Antiochia und redeten das Wort zu niemand, als nur zu Juden. 20 Es waren aber etliche unter ihnen, Cyprier und Kyrenäer, die, als sie nach Antiochia kamen, auch zu den Griechen redeten und ihnen das Evangelium vom Herrn Jesus verkündigten. 21 Und die Hand d…"
Apostelgeschichte 11,19-26 – „19 Die nun, welche sich zerstreut hatten seit der Verfolgung, die sich wegen Stephanus erhoben hatte, zogen bis nach Phönizien und Cypern und Antiochia und redeten das Wort zu niemand, als nur zu Juden. 20 Es waren aber etliche unter ihnen, Cyprier und Kyrenäer, die, als sie nach Antiochia kamen, auch zu den Griechen redeten und ihnen das Evangelium vom Herrn Jesus verkündigten. 21 Und die Hand d…"
Apostelgeschichte 11,27-30 – „27 In diesen Tagen aber kamen Propheten von Jerusalem hinab nach Antiochia. 28 Und einer von ihnen, mit Namen Agabus, trat auf und zeigte durch den Geist eine große Hungersnot an, welche über den ganzen Erdkreis kommen sollte; welche dann auch eintrat unter dem Kaiser Claudius. 29 Da beschlossen die Jünger, daß ein jeder von ihnen gemäß seinem Vermögen den Brüdern, die in Judäa wohnten, eine Hilf…"
Apostelgeschichte 12,25 – „25 Barnabas aber und Saulus kehrten von Jerusalem zurück, nachdem sie die Hilfeleistung ausgerichtet hatten, und nahmen auch Johannes mit dem Zunamen Markus mit sich."

Während Saulus sich in den Gegenden von Syrien und Zilizien aufhielt, entwickelte sich weiter nördlich eine Gemeinde, die für seinen kommenden Dienst große Bedeutung gewinnen sollte. Die Verfolgung, die nach dem Tod des Stephanus eingesetzt hatte, hatte Gläubige bis nach Phönizien, Zypern und Antiochia zerstreut. Einige von ihnen verkündigten in Antiochia die Botschaft von Jesus nicht nur Juden, sondern auch Menschen griechischer Sprache. Lukas erklärt, dass die Hand des Herrn mit ihnen war und eine große Zahl zum Glauben kam und sich dem Herrn zuwandte (Apg 11,19-21).

Als die Gemeinde in Jerusalem davon hörte, sandte sie Barnabas nach Antiochia. Er erkannte dort die Gnade Gottes, freute sich und ermutigte die Gläubigen, mit festem Herzen beim Herrn zu bleiben. Der Bericht beschreibt Barnabas als einen guten Mann, erfüllt mit Heiligem Geist und Glauben, und fügt hinzu, dass eine große Menge für den Herrn gewonnen wurde (Apg 11,22-24). Mit dem Wachstum der Gemeinde entstand zugleich ein größerer Bedarf an Unterweisung. An diesem Punkt dachte Barnabas erneut an Saulus.

Barnabas ging nach Tarsus, um ihn zu suchen. Nachdem er ihn gefunden hatte, brachte er ihn nach Antiochia (Apg 11,25-26). Die Bibel berichtet nicht, wie lange Saulus zuvor in Tarsus und der weiteren Region gewirkt hatte und welche einzelnen Aufgaben er dort übernommen hatte. Sein Auftreten in Antiochia ist jedoch klar bezeugt. Barnabas erkannte offenbar, dass der von Christus berufene Saulus gerade in dieser sich entwickelnden Gemeinde einen wichtigen Dienst leisten konnte.

Ein ganzes Jahr lang kamen Barnabas und Saulus mit der Gemeinde zusammen und lehrten eine große Zahl von Menschen. Damit begegnet Saulus nun in einer neuen Lebensphase. Seine Tätigkeit bestand nicht nur in einzelnen öffentlichen Auseinandersetzungen wie zuvor in Damaskus und Jerusalem, sondern in längerfristiger Unterweisung einer wachsenden Gemeinde. Antiochia wurde zu einem Ort, an dem Menschen unterschiedlicher Herkunft gemeinsam Christus nachfolgten und in seinem Wort unterrichtet wurden.

Gerade hier erwähnt Lukas eine Bezeichnung, die für die weitere Geschichte bedeutsam wurde: In Antiochia wurden die Jünger erstmals „Christen“ genannt (Apg 11,26). Der Text erklärt nicht, wer diese Bezeichnung zuerst gebrauchte oder mit welcher genauen Absicht sie entstand. Entscheidend ist vielmehr, dass die Gemeinschaft zunehmend durch ihre Verbindung zu Christus erkannt wurde. Auch Saulus stand nun mitten in einer Gemeinde, deren Identität nicht durch seine Person, Barnabas oder einen bestimmten kulturellen Hintergrund bestimmt wurde, sondern durch die Zugehörigkeit zu Jesus.

Während dieser Zeit kamen Propheten aus Jerusalem nach Antiochia. Einer von ihnen, Agabus, kündigte durch den Geist eine große Hungersnot an. Daraufhin beschlossen die Jünger, nach ihren Möglichkeiten Unterstützung für die Brüder in Judäa zu senden. Sie vertrauten die Hilfe Barnabas und Saulus an, die sie zu den Ältesten bringen sollten (Apg 11,27-30). Die junge Gemeinde in Antiochia blieb damit nicht auf sich selbst konzentriert. Aus der empfangenen Gnade erwuchs konkrete Verantwortung für andere Gläubige.

Für Saulus bedeutete dieser Auftrag eine erneute Verbindung mit Judäa, diesmal jedoch unter völlig anderen Vorzeichen als früher. Einst hatte er Vollmachten erhalten, um die Nachfolger Jesu gefangen zu nehmen; nun wurde ihm gemeinsam mit Barnabas eine Gabe anvertraut, die bedrängten Glaubensgeschwistern dienen sollte. Die Veränderung seines Lebens zeigte sich damit nicht allein in seiner Verkündigung, sondern auch darin, wem seine Kraft und Verantwortung nun zugutekamen.

Nach Erfüllung dieses Dienstes kehrten Barnabas und Saulus zurück und nahmen Johannes mit dem Beinamen Markus mit sich (Apg 12,25). Antiochia blieb ihr Ausgangspunkt. Dort sollte sich bald zeigen, dass Christus Saulus nicht nur für die Mitarbeit in einer örtlichen Gemeinde vorbereitet hatte. Inmitten von Gebet, Fasten und gemeinsamem Dienst würde der Heilige Geist einen Auftrag aussprechen, durch den Saulus und Barnabas zu einer neuen Phase der Verkündigung ausgesandt wurden.

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Der Heilige Geist sendet Barnabas und Saulus aus

Apostelgeschichte 13,1-12 – „1 Es waren aber zu Antiochia in der dortigen Gemeinde etliche Propheten und Lehrer, nämlich Barnabas und Simeon, genannt Niger, und Lucius von Kyrene und Manahen, der mit dem Vierfürsten Herodes erzogen worden war, und Saulus. 2 Als sie nun dem Herrn dienten und fasteten, sprach der heilige Geist: Sondert mir Barnabas und Saulus aus zu dem Werk, zu welchem ich sie berufen habe! 3 Da fasteten und …"
Apostelgeschichte 13,1-12 – „1 Es waren aber zu Antiochia in der dortigen Gemeinde etliche Propheten und Lehrer, nämlich Barnabas und Simeon, genannt Niger, und Lucius von Kyrene und Manahen, der mit dem Vierfürsten Herodes erzogen worden war, und Saulus. 2 Als sie nun dem Herrn dienten und fasteten, sprach der heilige Geist: Sondert mir Barnabas und Saulus aus zu dem Werk, zu welchem ich sie berufen habe! 3 Da fasteten und …"
Apostelgeschichte 13,2-4 – „2 Als sie nun dem Herrn dienten und fasteten, sprach der heilige Geist: Sondert mir Barnabas und Saulus aus zu dem Werk, zu welchem ich sie berufen habe! 3 Da fasteten und beteten sie, legten ihnen die Hände auf und ließen sie ziehen. 4 Diese nun, vom heiligen Geist ausgesandt, zogen hinab gen Seleucia und fuhren von dort zu Schiff nach Cypern."
Apostelgeschichte 13,9 – „9 Saulus aber, der auch Paulus heißt, voll heiligen Geistes, blickte ihn an"

In Antiochia gehörten Barnabas und Saulus zu einer Gruppe von Propheten und Lehrern, die gemeinsam der Gemeinde dienten. Neben ihnen nennt Lukas Simeon, genannt Niger, Luzius von Kyrene und Manaën, der mit dem Vierfürsten Herodes erzogen worden war. Während diese Männer dem Herrn dienten und fasteten, sprach der Heilige Geist: „Sondert mir Barnabas und Saulus aus zu dem Werk, zu dem ich sie berufen habe“ (Apg 13,2). Der kommende Dienst entstand damit weder aus persönlichem Ehrgeiz noch allein aus einer strategischen Entscheidung der Gemeinde. Gott selbst bestimmte die beiden Männer für diese Aufgabe.

Die Gemeinde reagierte mit Fasten und Gebet. Danach legten die Gläubigen Barnabas und Saulus die Hände auf und ließen sie ziehen (Apg 13,3). Diese Handlung begründete ihre Berufung nicht erst; der Heilige Geist hatte sie bereits ausgesprochen. Vielmehr bestätigte die Gemeinde den göttlichen Auftrag und stellte die beiden Männer für den Dienst frei. Persönliche Berufung und gemeinschaftliche Sendung stehen hier nicht gegeneinander. Christus führte seinen Diener, während die Gemeinde diesen Weg betend mittrug.

Vom Heiligen Geist ausgesandt, gingen Barnabas und Saulus zunächst nach Seleuzia und von dort mit dem Schiff nach Zypern. Johannes Markus begleitete sie als Helfer. In Salamis verkündigten sie das Wort Gottes in den Synagogen der Juden und durchzogen anschließend die Insel bis nach Paphos (Apg 13,4-6). Die Apostelgeschichte beginnt damit eine neue Phase im Leben des Saulus: Sein Dienst bewegt sich nun bewusst über die Grenzen der bisherigen Gemeindearbeit in Antiochia hinaus.

In Paphos begegneten sie dem römischen Statthalter Sergius Paulus, den Lukas als verständigen Mann beschreibt. Dieser ließ Barnabas und Saulus rufen, weil er das Wort Gottes hören wollte. Zugleich befand sich bei ihm ein jüdischer Zauberer und falscher Prophet namens Bar-Jesus, der auch Elymas genannt wurde. Elymas widersetzte sich Barnabas und Saulus und versuchte, den Statthalter vom Glauben abzuhalten (Apg 13,6-8). Damit entstand unmittelbar ein Konflikt um die Botschaft, die sie verkündigten.

An genau dieser Stelle verwendet Lukas erstmals ausdrücklich die Formulierung: „Saulus aber, der auch Paulus heißt“ (Apg 13,9). Der Text beschreibt keine neue Namensverleihung und verbindet die Bezeichnung Paulus nicht mit der Bekehrung auf dem Weg nach Damaskus. Saulus und Paulus sind vielmehr zwei Namen desselben Mannes. Von diesem Punkt an gebraucht die Apostelgeschichte nahezu ausschließlich den Namen Paulus. Eine geistliche Bedeutung, die der Bibeltext selbst nicht erklärt, sollte deshalb nicht in diesen Wechsel hineingelesen werden.

Paulus, erfüllt mit Heiligem Geist, trat Elymas entgegen und erklärte, dass seine Verdrehung der geraden Wege des Herrn nicht ohne Folgen bleiben würde. Für eine Zeit sollte er blind sein. Sofort fiel Dunkelheit auf ihn, und er suchte nach jemandem, der ihn an der Hand führen konnte (Apg 13,9-11). Die Ähnlichkeit zu Paulus’ eigener zeitweiliger Blindheit in Damaskus ist auffällig, doch der Text bezeichnet Elymas deshalb nicht als Gegenbild des Paulus und entwickelt daraus keine ausdrückliche Typologie. Sicher ist lediglich, dass Gottes Macht den Versuch durchbrach, den Statthalter von der Botschaft abzuhalten.

Als Sergius Paulus sah, was geschehen war, glaubte er. Lukas fügt hinzu, dass er über die Lehre des Herrn erstaunt war (Apg 13,12). Das Wunder steht damit nicht als bloße Machtdemonstration im Mittelpunkt. Entscheidend bleibt das Wort über den Herrn, das der Statthalter hören wollte und dem sich Elymas entgegenstellte. Paulus sollte auch später erleben, dass Zeichen seinen Dienst begleiten konnten, doch die Verkündigung Christi blieb das eigentliche Zentrum seines Auftrags.

Mit Zypern begann der ausgesandte Dienst von Barnabas und Paulus Gestalt anzunehmen. Von Paphos aus setzten sie ihre Reise über das Meer fort und erreichten das kleinasiatische Festland. Dort kam es zunächst zu einer schmerzlichen Veränderung innerhalb ihrer kleinen Reisegruppe: Johannes Markus trennte sich von ihnen und kehrte nach Jerusalem zurück. Paulus und Barnabas aber zogen weiter nach Antiochia in Pisidien, wo Paulus in einer Synagoge eine ausführliche Verkündigung hielt, die zeigt, wie er Israels Geschichte nun ganz von Gottes Handeln in Jesus Christus her verstand.

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Paulus verkündigt Christus in Antiochia in Pisidien

Apostelgeschichte 13,13-41 – „13 Paulus aber und seine Gefährten fuhren von Paphos ab und kamen nach Perge in Pamphylien; Johannes aber trennte sich von ihnen und kehrte nach Jerusalem zurück. 14 Sie aber zogen von Perge weiter und kamen nach Antiochia in Pisidien und gingen am Sabbattag in die Synagoge und setzten sich. 15 Und nach der Vorlesung des Gesetzes und der Propheten ließen die Obersten der Synagoge ihnen sagen: Ihr…"
Apostelgeschichte 13,13-41 – „13 Paulus aber und seine Gefährten fuhren von Paphos ab und kamen nach Perge in Pamphylien; Johannes aber trennte sich von ihnen und kehrte nach Jerusalem zurück. 14 Sie aber zogen von Perge weiter und kamen nach Antiochia in Pisidien und gingen am Sabbattag in die Synagoge und setzten sich. 15 Und nach der Vorlesung des Gesetzes und der Propheten ließen die Obersten der Synagoge ihnen sagen: Ihr…"
Apostelgeschichte 13,42-52 – „42 Als sie aber aus der Versammlung gingen, bat man sie, daß ihnen diese Worte [auch] am nächsten Sabbat gepredigt werden möchten. 43 Nachdem aber die [Versammlung in der] Synagoge sich aufgelöst hatte, folgten viele Juden und gottesfürchtige Proselyten dem Paulus und Barnabas nach, welche zu ihnen redeten und sie ermahnten, bei der Gnade Gottes zu beharren. 44 Und am folgenden Sabbat versammelte…"
Apostelgeschichte 13,46-49 – „46 Da sprachen Paulus und Barnabas freimütig: Euch mußte das Wort Gottes zuerst gepredigt werden; da ihr es aber von euch stoßet und euch selbst des ewigen Lebens nicht würdig achtet, siehe, so wenden wir uns zu den Heiden. 47 Denn also hat uns der Herr geboten: «Ich habe dich zum Licht der Heiden gesetzt, daß du zum Heil seiest bis an das Ende der Erde!» 48 Als die Heiden das hörten, wurden sie …"

Von Paphos aus fuhren Paulus und seine Begleiter nach Perge in Pamphylien. Dort trennte sich Johannes Markus von ihnen und kehrte nach Jerusalem zurück (Apg 13,13). Lukas erklärt an dieser Stelle nicht, warum Markus die Reise abbrach. Erst später wird deutlich, dass Paulus diesen Abbruch ernst nahm und darin einen Grund sah, Markus zunächst nicht noch einmal mitzunehmen. Für den unmittelbaren Fortgang der Reise bedeutete es jedoch, dass Paulus und Barnabas ohne ihn weiterzogen.

Sie gelangten nach Antiochia in Pisidien und gingen am Sabbat in die Synagoge. Nach der Lesung aus Gesetz und Propheten wurden sie eingeladen, ein Wort der Ermahnung an das Volk zu richten. Paulus stand auf und begann eine ausführliche Rede, die zu den wichtigsten überlieferten Verkündigungen seines frühen Dienstes gehört (Apg 13,14-16). Sein Ausgangspunkt war die Geschichte Israels. Er sprach von Gottes Erwählung der Väter, der Befreiung aus Ägypten, der Führung durch die Wüste, dem Land Kanaan, den Richtern, Saul und schließlich David.

Diese Rückschau war kein geschichtlicher Selbstzweck. Paulus führte die Linie bewusst zu Jesus Christus. Von Davids Nachkommen, so erklärte er, habe Gott Israel nach seiner Verheißung einen Retter gebracht: Jesus (Apg 13,22-23). Auch Johannes der Täufer wurde in diese Linie eingeordnet, weil er vor dem Auftreten Jesu zur Umkehr gerufen und auf den Kommenden hingewiesen hatte. Paulus verstand die Geschichte Israels damit nicht als abgeschlossene Vergangenheit, sondern als Heilsgeschichte, die auf Gottes Handeln in Christus zulief.

Dann wandte er sich unmittelbar dem Tod und der Auferstehung Jesu zu. Die Bewohner Jerusalems und ihre Obersten hätten Jesus nicht erkannt und durch ihre Verurteilung gerade die prophetischen Worte erfüllt, die regelmäßig gelesen wurden. Obwohl sie keine Schuld fanden, die den Tod rechtfertigte, verlangten sie seine Hinrichtung. Nachdem alles vollendet war, was über ihn geschrieben stand, wurde er vom Holz genommen und ins Grab gelegt. Doch Paulus setzt diesem menschlichen Urteil die entscheidende Aussage entgegen: „Gott aber hat ihn von den Toten auferweckt“ (Apg 13,30).

Für Paulus war die Auferstehung nicht lediglich der Abschluss der Geschichte Jesu, sondern die göttliche Bestätigung seines messianischen Anspruchs. Er verwies darauf, dass Jesus seinen Jüngern nach der Auferstehung erschienen war und dass diese nun als Zeugen vor dem Volk standen. Anschließend verband er mehrere Aussagen aus den Psalmen und aus Jesaja mit der Auferstehung und der Verheißung an David. Seine Auslegung zeigt, wie tief seine frühere Kenntnis der Schriften nun durch die Erkenntnis Christi neu geordnet worden war.

Aus diesem Zeugnis folgte für Paulus eine klare Einladung. Durch Jesus werde Vergebung der Sünden verkündigt, und durch ihn werde jeder Glaubende von dem gerechtfertigt, wovon das Gesetz des Mose nicht rechtfertigen könne (Apg 13,38-39). Damit berührte Paulus bereits einen Gedanken, der in seinen späteren Briefen ausführlich entfaltet werden sollte: Rechtfertigung gründet nicht auf menschlicher Gesetzesleistung, sondern auf Gottes Heilshandeln in Christus. Das Gesetz wurde dabei nicht als wertlos dargestellt; vielmehr konnte es nicht leisten, was nur Christus als Erlöser vollbringen kann.

Die erste Reaktion auf diese Predigt war so stark, dass viele die beiden baten, am folgenden Sabbat weiter über diese Dinge zu sprechen. Zahlreiche Juden und gottesfürchtige Proselyten folgten Paulus und Barnabas, die sie ermutigten, in der Gnade Gottes zu bleiben (Apg 13,42-43). Am nächsten Sabbat versammelte sich beinahe die ganze Stadt, um das Wort Gottes zu hören. Damit wurde die Verkündigung aus dem begrenzten Rahmen der Synagoge heraus zu einem Ereignis, das weit größere Kreise erreichte.

Doch mit dem wachsenden Interesse nahm auch der Widerstand zu. Einige Juden widersprachen Paulus und lästerten. Daraufhin erklärten Paulus und Barnabas, dass das Wort Gottes zuerst zu ihnen gesprochen werden musste; weil sie es zurückwiesen, würden sie sich nun den Heiden zuwenden. Dabei beriefen sie sich auf den Auftrag, Licht für die Völker zu sein, damit Gottes Heil bis an die Enden der Erde gelange (Apg 13,46-47). Diese Aussage bedeutete keine Verwerfung aller Juden, denn Paulus selbst war Jude und begann weiterhin regelmäßig in Synagogen. Sie markierte vielmehr innerhalb dieses Ortes die Konsequenz aus der konkreten Ablehnung der Botschaft.

Die Menschen aus den Völkern freuten sich über diese Verkündigung, und das Wort des Herrn breitete sich in der ganzen Gegend aus. Gleichzeitig bewirkten Gegner, dass Paulus und Barnabas aus ihrem Gebiet vertrieben wurden. Die beiden schüttelten den Staub von ihren Füßen und zogen weiter nach Ikonium, während die Jünger in Antiochia mit Freude und Heiligem Geist erfüllt wurden (Apg 13,48-52). Paulus musste die Stadt verlassen, doch die entstandene Gemeinde blieb zurück. Damit zeigte sich erneut ein Muster, das seinen weiteren Dienst begleiten sollte: Verkündigung, Glaube, Widerstand, Verfolgung – und dennoch die Ausbreitung des Evangeliums.

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Verfolgung in Ikonium und Lystra

Apostelgeschichte 14,1-20 – „1 Es geschah aber in Ikonium, daß sie miteinander in die Synagoge der Juden gingen und derart redeten, daß eine große Menge von Juden und Griechen gläubig wurde. 2 Die ungläubig gebliebenen Juden aber erregten und erbitterten die Gemüter der Heiden gegen die Brüder. 3 Doch blieben sie längere Zeit daselbst und lehrten freimütig im Vertrauen auf den Herrn, der dem Wort seiner Gnade Zeugnis gab und…"
Apostelgeschichte 14,1-20 – „1 Es geschah aber in Ikonium, daß sie miteinander in die Synagoge der Juden gingen und derart redeten, daß eine große Menge von Juden und Griechen gläubig wurde. 2 Die ungläubig gebliebenen Juden aber erregten und erbitterten die Gemüter der Heiden gegen die Brüder. 3 Doch blieben sie längere Zeit daselbst und lehrten freimütig im Vertrauen auf den Herrn, der dem Wort seiner Gnade Zeugnis gab und…"
2. Timotheus 3,10-11 – „10 Du aber bist mir nachgefolgt in der Lehre, in der Lebensführung, im Vorsatz, im Glauben, in der Langmut, in der Liebe, in der Geduld, 11 in den Verfolgungen, in den Leiden, wie sie mir in Antiochia, in Ikonium und Lystra widerfahren sind. Solche Verfolgungen habe ich ausgehalten, und aus allen hat mich der Herr errettet!"
Apostelgeschichte 14,21-23 – „21 Und nachdem sie in dieser Stadt das Evangelium gepredigt und eine schöne Zahl Jünger gemacht hatten, kehrten sie wieder nach Lystra und Ikonium und Antiochia zurück, 22 stärkten die Seelen der Jünger und ermahnten sie, im Glauben zu verharren, und [sagten ihnen,] daß wir durch viele Trübsale in das Reich Gottes eingehen müssen. 23 Nachdem sie ihnen aber in jeder Gemeinde Älteste erwählt hatten…"

Nach ihrer Vertreibung aus Antiochia in Pisidien gingen Paulus und Barnabas nach Ikonium. Wie zuvor suchten sie zunächst die Synagoge auf und verkündigten dort so, dass eine große Zahl von Juden und Griechen zum Glauben kam (Apg 14,1). Doch auch hier blieb die Botschaft nicht ohne Widerstand. Menschen, die nicht glaubten, beeinflussten andere gegen die Brüder. Paulus und Barnabas wichen deshalb nicht sofort zurück, sondern blieben längere Zeit und redeten freimütig im Vertrauen auf den Herrn, der das Wort seiner Gnade bestätigte (Apg 14,2-3).

Die Stadt wurde über ihrer Verkündigung gespalten. Ein Teil hielt zu den ablehnenden Juden, ein anderer zu den Aposteln. Schließlich entstand der Plan, Paulus und Barnabas zu misshandeln und zu steinigen. Als sie davon erfuhren, flohen sie in die Städte Lystra und Derbe sowie in die umliegende Gegend und verkündigten auch dort das Evangelium (Apg 14,4-7). Ihre Flucht bedeutete keine Aufgabe ihres Auftrags. Sie entzogen sich einer konkreten Mordabsicht und setzten ihren Dienst an einem anderen Ort fort.

In Lystra begegnete Paulus einem Mann, der von Geburt an gelähmt war und noch nie hatte gehen können. Während der Mann Paulus zuhörte, erkannte dieser, dass er Glauben hatte, um gerettet beziehungsweise geheilt zu werden, und forderte ihn auf, sich auf seine Füße zu stellen. Der Mann sprang auf und ging umher (Apg 14,8-10). Das Wunder führte jedoch nicht unmittelbar zu einem richtigen Verständnis der Botschaft. Die Menge deutete das Geschehen innerhalb ihrer eigenen religiösen Vorstellungen und hielt Barnabas und Paulus für Götter, die in Menschengestalt herabgekommen seien.

Barnabas nannten sie Zeus, Paulus Hermes, weil er hauptsächlich das Wort führte. Der Priester des Zeus brachte sogar Stiere und Kränze zu den Stadttoren und wollte gemeinsam mit der Menge opfern (Apg 14,11-13). Als Barnabas und Paulus davon erfuhren, zerrissen sie ihre Kleider, liefen unter die Menge und widersprachen entschieden. Sie betonten, selbst Menschen wie ihre Zuhörer zu sein, und riefen sie dazu auf, sich von diesen nichtigen Göttern zu dem lebendigen Gott zu bekehren, der Himmel, Erde und Meer geschaffen hat (Apg 14,14-15).

Paulus knüpfte hier anders an als zuvor in der Synagoge von Antiochia. Dort konnte er Israels Geschichte und die bekannten Schriften voraussetzen. In Lystra sprach er zu Menschen, deren religiöser Hintergrund ein anderer war. Deshalb begann er mit dem Schöpfer, der allen Menschen Gutes tut, Regen und fruchtbare Zeiten gibt und sie mit Nahrung und Freude erfüllt (Apg 14,16-17). Seine Verkündigung blieb damit auf denselben Gott ausgerichtet, setzte aber an einem anderen Ausgangspunkt an. Nur mit Mühe konnten Paulus und Barnabas verhindern, dass die Menge ihnen Opfer brachte.

Die Stimmung änderte sich jedoch innerhalb kurzer Zeit vollständig. Juden aus Antiochia und Ikonium kamen nach Lystra und gewannen die Menge für sich. Paulus wurde gesteinigt und aus der Stadt geschleift, weil man ihn für tot hielt (Apg 14,19). Derselbe Mann, der einst selbst der Tötung des Stephanus zugestimmt hatte, erlitt nun wegen seiner Verkündigung Christi eine Form jener Gewalt, die er früher gegen andere gebilligt hatte. Der Text stellt dies nicht ausdrücklich als Vergeltung dar; er zeigt vielmehr, wie ernst die von Christus angekündigten Leiden in seinem Dienst inzwischen geworden waren.

Als die Jünger Paulus umringten, stand er auf und ging wieder in die Stadt. Am nächsten Tag zog er mit Barnabas nach Derbe weiter (Apg 14,20). Lukas erklärt nicht näher, wie schwer seine Verletzungen waren oder auf welche Weise er sich so rasch wieder bewegen konnte. Sicher ist nur, dass Paulus die Steinigung überlebte und seinen Dienst fortsetzte. Jahre später erinnerte er Timotheus an seine Verfolgungen und Leiden in Antiochia, Ikonium und Lystra und bekannte, dass der Herr ihn aus ihnen allen gerettet hatte (2Tim 3,10-11).

In Derbe verkündigten Paulus und Barnabas das Evangelium und gewannen viele Jünger. Danach wählten sie nicht den einfachsten Rückweg, sondern kehrten noch einmal nach Lystra, Ikonium und Antiochia zurück – gerade in jene Orte, an denen sie schweren Widerstand erfahren hatten. Dort stärkten sie die Jünger und ermutigten sie, im Glauben zu bleiben. Zugleich erklärten sie, dass der Weg in das Reich Gottes mit vielen Bedrängnissen verbunden ist (Apg 14,21-22). Ihre Botschaft versprach den neuen Gläubigen deshalb kein sorgenfreies Leben, sondern verband Hoffnung auf Gottes Reich mit Treue mitten in Widerstand.

In den Gemeinden setzten Paulus und Barnabas Älteste ein und vertrauten sie unter Gebet und Fasten dem Herrn an, an den sie gläubig geworden waren (Apg 14,23). Der missionarische Dienst zielte damit nicht nur auf erste Entscheidungen, sondern auf bleibende Gemeinden, die Verantwortung übernehmen und im Glauben wachsen sollten. Anschließend zogen die beiden über Pisidien und Pamphylien zurück nach Antiochia in Syrien. Dort berichteten sie der Gemeinde, was Gott durch sie getan und wie er den Völkern eine Tür des Glaubens geöffnet hatte. Doch gerade diese Entwicklung führte nun zu einer grundlegenden Frage: Mussten Menschen aus den Völkern zusätzlich den Weg über Beschneidung und das mosaische Zeremonialgesetz gehen, um zu Gottes Volk zu gehören?

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Paulus verteidigt das Evangelium in Jerusalem

Apostelgeschichte 15,1-21 – „1 Und etliche kamen aus Judäa herab und lehrten die Brüder: Wenn ihr euch nicht nach dem Gebrauche Moses beschneiden lasset, so könnt ihr nicht gerettet werden! 2 Da sich nun Zwiespalt erhob und Paulus und Barnabas nicht geringen Streit mit ihnen hatten, ordneten sie an, daß Paulus und Barnabas und einige andere von ihnen dieser Streitfrage wegen zu den Aposteln und Ältesten nach Jerusalem hinauf…"
Apostelgeschichte 15,1-21 – „1 Und etliche kamen aus Judäa herab und lehrten die Brüder: Wenn ihr euch nicht nach dem Gebrauche Moses beschneiden lasset, so könnt ihr nicht gerettet werden! 2 Da sich nun Zwiespalt erhob und Paulus und Barnabas nicht geringen Streit mit ihnen hatten, ordneten sie an, daß Paulus und Barnabas und einige andere von ihnen dieser Streitfrage wegen zu den Aposteln und Ältesten nach Jerusalem hinauf…"
Galater 2,1-10 – „1 Darauf, nach vierzehn Jahren, zog ich wiederum nach Jerusalem hinauf mit Barnabas und nahm auch Titus mit. 2 Ich zog aber hinauf infolge einer Offenbarung und legte ihnen, insbesondere den Angesehenen, das Evangelium vor, das ich unter den Heiden verkündige, damit ich nicht etwa vergeblich liefe oder gelaufen wäre. 3 Es wurde aber nicht einmal mein Begleiter, Titus, obschon er ein Grieche ist, …"
Apostelgeschichte 15,22-35 – „22 Da gefiel es den Aposteln und den Ältesten samt der ganzen Gemeinde, Männer aus ihrer Mitte zu erwählen und mit Paulus und Barnabas nach Antiochia zu senden, nämlich Judas mit dem Zunamen Barsabbas, und Silas, leitende Männer unter den Brüdern. 23 Und sie sandten durch ihre Hand folgendes Schreiben: «Die Apostel und die Ältesten und Brüder entbieten den Brüdern zu Antiochia und in Syrien und C…"

Nach ihrer Rückkehr nach Antiochia entstand eine Frage, die für die junge Gemeinde von grundlegender Bedeutung war. Einige Männer aus Judäa lehrten die Brüder, sie könnten nicht gerettet werden, wenn sie sich nicht nach der Ordnung des Mose beschneiden ließen (Apg 15,1). Damit ging es nicht um eine nebensächliche Gewohnheit. Zur Entscheidung stand, ob Menschen aus den Völkern zusätzlich zur Gnade Christi bestimmte jüdische Bundeszeichen übernehmen mussten, um als Gerettete zu Gottes Volk zu gehören. Paulus und Barnabas widersprachen dieser Lehre entschieden.

Weil daraus ein erheblicher Streit entstand, bestimmte die Gemeinde in Antiochia, dass Paulus und Barnabas mit einigen anderen nach Jerusalem zu den Aposteln und Ältesten gehen sollten. Auf dem Weg berichteten sie von der Bekehrung der Menschen aus den Völkern und lösten damit große Freude unter den Gläubigen aus. In Jerusalem angekommen, erzählten sie, was Gott durch sie getan hatte. Doch einige Gläubige, die der Richtung der Pharisäer angehörten, verlangten, die Christen aus den Völkern zu beschneiden und ihnen die Einhaltung des Gesetzes des Mose aufzuerlegen (Apg 15,2-5).

Die Apostel und Ältesten kamen zusammen, um diese Sache zu prüfen. Nach längerer Beratung erinnerte Petrus daran, dass Gott bereits durch seinen Dienst Menschen aus den Völkern das Evangelium hatte hören lassen und ihnen den Heiligen Geist gegeben hatte. Gott hatte zwischen ihnen und den jüdischen Gläubigen keinen Unterschied gemacht, sondern ihre Herzen durch den Glauben gereinigt. Petrus stellte deshalb die entscheidende Frage, warum man den Jüngern ein Joch auferlegen sollte, das weder ihre Vorfahren noch sie selbst zu tragen vermocht hatten. Sein Schluss war eindeutig: „Durch die Gnade des Herrn Jesus Christus“ werden Juden wie Menschen aus den Völkern gerettet (Apg 15,7-11).

Anschließend berichteten Barnabas und Paulus von den Zeichen und Wundern, die Gott durch sie unter den Völkern getan hatte. Jakobus griff danach die Frage anhand der Schrift auf und zeigte, dass Gottes Aufnahme der Völker nicht im Widerspruch zu seinem offenbarten Plan stand. Er schlug vor, den Menschen aus den Völkern nicht unnötige Hindernisse aufzuerlegen, ihnen jedoch konkrete Weisungen zu geben, die den Bruch mit Götzendienst und sexueller Unmoral sowie wichtige Voraussetzungen der Gemeinschaft zwischen jüdischen und nichtjüdischen Gläubigen betrafen (Apg 15,13-21). Die Versammlung bestätigte damit nicht Gesetzlosigkeit, sondern wies die Forderung zurück, Beschneidung und jüdische Bundeszugehörigkeit zur Voraussetzung der Erlösung zu machen.

Paulus behandelt in Galater 2 ebenfalls einen Besuch in Jerusalem, bei dem er mit Barnabas hinaufging und Titus mitnahm. Er berichtet, dass er dort das Evangelium darlegte, das er unter den Völkern verkündigte. Titus, obwohl Grieche, wurde nicht gezwungen, sich beschneiden zu lassen. Paulus erklärt den Konflikt mit falschen Brüdern, die die Freiheit der Gläubigen in Christus bedrohten, und betont, dass er ihnen nicht nachgab, damit „die Wahrheit des Evangeliums“ erhalten blieb (Gal 2,1-5). Ob dieser Besuch in allen Einzelheiten mit der Zusammenkunft aus Apostelgeschichte 15 identisch ist, wird unterschiedlich eingeordnet; die Bibel selbst legt die genaue Zuordnung nicht ausdrücklich fest. Sicher ist jedoch, dass beide Berichte denselben grundlegenden Streitpunkt berühren: Die Annahme bei Gott gründet nicht auf der Beschneidung, sondern auf dem Evangelium Jesu Christi.

Paulus berichtet weiter, dass Jakobus, Kephas und Johannes die ihm gegebene Gnade erkannten. Sie sahen, dass ihm besonders der Dienst unter den Unbeschnittenen anvertraut war, wie Petrus in besonderer Weise unter den Beschnittenen wirkte. Sie gaben Paulus und Barnabas die Hand der Gemeinschaft und bestätigten damit ihre Verkündigung unter den Völkern. Zugleich baten sie darum, die Armen nicht zu vergessen – etwas, das Paulus nach eigener Aussage ohnehin mit Eifer tun wollte (Gal 2,7-10). Sein Dienst stand also nicht außerhalb der übrigen apostolischen Arbeit, sondern wurde trotz unterschiedlicher Aufgabenschwerpunkte als Teil desselben Evangeliums anerkannt.

Die Jerusalemer Versammlung sandte schließlich Judas Barsabbas und Silas gemeinsam mit Paulus und Barnabas nach Antiochia. In einem Schreiben stellte sie klar, dass diejenigen, die Unruhe verursacht hatten, dafür keinen Auftrag aus Jerusalem besessen hatten. Zugleich wurden die zuvor beratenen Weisungen bestätigt. Als der Brief in Antiochia vorgelesen wurde, freute sich die Gemeinde über die Ermutigung. Judas und Silas stärkten die Brüder mit vielen Worten, während Paulus und Barnabas weiterhin in Antiochia blieben und gemeinsam mit vielen anderen das Wort des Herrn lehrten und verkündigten (Apg 15,22-35).

Für Paulus war dieser Abschnitt von weitreichender Bedeutung. Das Evangelium durfte nicht so verändert werden, dass menschliche Voraussetzungen neben Christus zur Grundlage der Annahme bei Gott wurden. Zugleich bedeutete Freiheit in Christus für ihn niemals ein Leben ohne Gehorsam oder Rücksicht auf andere. Gnade befreite von dem Versuch, durch eigene religiöse Leistung gerechtfertigt zu werden, und führte gerade dadurch in ein neues Leben unter der Herrschaft Christi.

Nach einiger Zeit schlug Paulus Barnabas vor, die Brüder in den Städten wieder aufzusuchen, in denen sie zuvor das Wort des Herrn verkündigt hatten. Doch bei der Vorbereitung dieser Reise entstand zwischen den beiden langjährigen Mitarbeitern ein ernster Konflikt. Die Frage drehte sich um Johannes Markus, der die erste Reise vorzeitig verlassen hatte. Ausgerechnet zwischen Paulus und Barnabas, die gemeinsam das Evangelium verteidigt und große Widerstände durchstanden hatten, kam es nun zu einer Trennung ihrer Wege.

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Paulus und Barnabas trennen sich wegen Markus

Apostelgeschichte 15,36-41 – „36 Nach etlichen Tagen aber sprach Paulus zu Barnabas: Laß uns wieder umkehren und nach den Brüdern sehen in all den Städten, in welchen wir das Wort des Herrn verkündigt haben, wie es um sie stehe. 37 Barnabas aber wollte auch den Johannes, der Markus zubenannt wird, mitnehmen. 38 Paulus aber hielt dafür, daß der, welcher in Pamphylien von ihnen gewichen und nicht mit ihnen zu dem Werke gekommen…"
Apostelgeschichte 15,36-41 – „36 Nach etlichen Tagen aber sprach Paulus zu Barnabas: Laß uns wieder umkehren und nach den Brüdern sehen in all den Städten, in welchen wir das Wort des Herrn verkündigt haben, wie es um sie stehe. 37 Barnabas aber wollte auch den Johannes, der Markus zubenannt wird, mitnehmen. 38 Paulus aber hielt dafür, daß der, welcher in Pamphylien von ihnen gewichen und nicht mit ihnen zu dem Werke gekommen…"
Apostelgeschichte 13,13 – „13 Paulus aber und seine Gefährten fuhren von Paphos ab und kamen nach Perge in Pamphylien; Johannes aber trennte sich von ihnen und kehrte nach Jerusalem zurück."
Kolosser 4,10 – „10 Es grüßt euch Aristarchus, mein Mitgefangener, und Markus, der Vetter des Barnabas, betreffs dessen ihr Befehle erhalten habt (wenn er zu euch kommt, so nehmet ihn auf!),"
2. Timotheus 4,11 – „11 Lukas ist allein bei mir. Bringe Markus mit dir; denn er ist mir sehr nützlich zum Dienste."

Nach der Auseinandersetzung um die Aufnahme der Menschen aus den Völkern blieb Paulus zunächst in Antiochia und lehrte dort gemeinsam mit Barnabas und vielen anderen das Wort des Herrn. Dann schlug er Barnabas vor, erneut die Brüder in allen Städten zu besuchen, in denen sie zuvor das Wort verkündigt hatten. Sein Anliegen galt damit nicht allein der Erschließung neuer Gebiete. Paulus wollte wissen, wie es den bereits entstandenen Gemeinden ging, und sie in ihrem Glauben stärken (Apg 15,36).

Bei der Vorbereitung dieser Reise entstand jedoch ein ernster Konflikt. Barnabas wollte Johannes Markus wieder mitnehmen. Markus hatte sie auf der ersten Reise begleitet, war aber in Pamphylien von ihnen weggegangen und nicht weiter mit ihnen in das Werk gezogen (Apg 13,13). Paulus hielt es deshalb nicht für richtig, ihn erneut mitzunehmen (Apg 15,37-38). Die Apostelgeschichte nennt darüber hinaus keine Motive. Sie erklärt weder, warum Markus damals umgekehrt war, noch beschreibt sie Paulus als unversöhnlich oder Barnabas als nachsichtig. Der Text lässt den Streit gerade in dieser Nüchternheit stehen.

Die Meinungsverschiedenheit wurde so scharf, dass Paulus und Barnabas sich voneinander trennten (Apg 15,39). Das ist bemerkenswert, weil beide über längere Zeit eng zusammengearbeitet hatten. Barnabas hatte Saulus einst in Jerusalem den Aposteln vorgestellt, ihn später in Tarsus gesucht und nach Antiochia geholt. Gemeinsam waren sie vom Heiligen Geist ausgesandt worden, hatten Verfolgung erlebt, Gemeinden gegründet und in Jerusalem für die Freiheit der Gläubigen aus den Völkern eingestanden. Nun fanden sie in der Frage nach Markus keinen gemeinsamen Weg.

Die Bibel bewertet diese Trennung nicht ausdrücklich mit einem einfachen Urteil darüber, welcher der beiden Männer in jeder Hinsicht recht hatte. Deshalb wäre es zu weitgehend, einem von ihnen Motive zuzuschreiben, die der Text nicht nennt. Sicher ist nur, dass Barnabas Markus mitnahm und nach Zypern segelte, während Paulus einen anderen Mitarbeiter wählte. Selbst bewährte Diener Christi blieben Menschen, zwischen denen ernste Meinungsverschiedenheiten entstehen konnten. Ihre Bedeutung im Werk Gottes machte sie nicht fehlerlos.

Paulus entschied sich für Silas. Dieser war bereits nach der Jerusalemer Versammlung gemeinsam mit Paulus und Barnabas nach Antiochia gekommen und wird dort als Prophet beschrieben, der die Brüder mit vielen Worten ermutigte und stärkte (Apg 15,22.32). Nun wurde er zum Begleiter des Paulus. Die Brüder befahlen Paulus der Gnade des Herrn an, und er zog durch Syrien und Zilizien, um die Gemeinden zu stärken (Apg 15,40-41). Damit begann eine neue Phase seines Dienstes, diesmal ohne Barnabas an seiner Seite.

Das Ende ihrer gemeinsamen Reise bedeutete jedoch nicht, dass Markus für den Dienst Christi dauerhaft unbrauchbar geworden wäre. Spätere Briefe des Paulus zeigen ein anderes Bild. In Kolosser 4,10 nennt Paulus Markus in seinem Umfeld und gibt der Gemeinde Anweisungen, ihn aufzunehmen, wenn er zu ihnen komme. Noch deutlicher schreibt er gegen Ende seines biblisch greifbaren Lebens an Timotheus: „Nimm Markus und bringe ihn mit dir; denn er ist mir sehr nützlich zum Dienst“ (2Tim 4,11). Was zwischen der Trennung und dieser späteren Wertschätzung geschah, berichtet die Bibel nicht vollständig, doch die Beziehung blieb offensichtlich nicht für immer durch den früheren Konflikt bestimmt.

Gerade dadurch erhält dieser Lebensabschnitt eine wichtige Tiefe. Die Bibel verschweigt den scharfen Streit zwischen zwei bedeutenden Mitarbeitern nicht, aber sie macht ihn auch nicht zum endgültigen Urteil über ihre Lebenswege. Barnabas setzte seinen Dienst mit Markus fort, Paulus zog mit Silas weiter, und Markus begegnet später wieder als geschätzter Mitarbeiter. Gottes Werk hing nicht daran, dass seine Diener in jeder Entscheidung vollkommen handelten oder niemals miteinander in Konflikt gerieten.

Paulus wandte sich nun erneut den Gemeinden zu, die während der ersten Reise entstanden waren. Auf seinem Weg durch Syrien und Zilizien erreichte er schließlich wieder Derbe und Lystra. Dort begegnete ihm ein Jünger, der für viele Jahre zu einem seiner engsten Mitarbeiter werden sollte: Timotheus. Mit dessen Aufnahme in die Reisegruppe begann nicht nur eine neue missionarische Etappe, sondern auch eine Beziehung, die sich durch einen großen Teil des späteren Lebens des Paulus verfolgen lässt.

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Timotheus wird Mitarbeiter des Paulus

Apostelgeschichte 16,1-10 – „1 Er kam aber auch nach Derbe und nach Lystra. Und siehe, dort war ein Jünger namens Timotheus, der Sohn einer gläubigen jüdischen Frau, aber eines griechischen Vaters. 2 Der hatte ein gutes Zeugnis von den Brüdern in Lystra und Ikonium. 3 Diesen wollte Paulus mit sich ziehen lassen. Und er nahm ihn und ließ ihn beschneiden um der Juden willen, die an jenem Orte waren; denn sie wußten alle, daß s…"
Apostelgeschichte 16,1-10 – „1 Er kam aber auch nach Derbe und nach Lystra. Und siehe, dort war ein Jünger namens Timotheus, der Sohn einer gläubigen jüdischen Frau, aber eines griechischen Vaters. 2 Der hatte ein gutes Zeugnis von den Brüdern in Lystra und Ikonium. 3 Diesen wollte Paulus mit sich ziehen lassen. Und er nahm ihn und ließ ihn beschneiden um der Juden willen, die an jenem Orte waren; denn sie wußten alle, daß s…"
1. Korinther 4,17 – „17 Deshalb habe ich Timotheus zu euch gesandt, der mein geliebter und treuer Sohn im Herrn ist; der wird euch an meine Wege in Christus erinnern, wie ich allenthalben in jeder Gemeinde lehre."
2. Timotheus 1,3-5 – „3 Ich danke Gott, welchem ich von den Voreltern her mit reinem Gewissen diene, wie ich unablässig deiner gedenke in meinen Gebeten Tag und Nacht, 4 voll Verlangen, dich zu sehen, eingedenk deiner Tränen, damit ich mit Freude erfüllt werde, 5 da ich die Erinnerung an deinen ungeheuchelten Glauben festhalte, der zuvor in deiner Großmutter Lois und deiner Mutter Eunike gewohnt hat, ich bin aber vers…"
2. Timotheus 3,14-15 – „14 Du aber bleibe in dem, was du gelernt hast und was dir anvertraut ist, da du weißt, von wem du es gelernt hast, 15 weil du von Kindheit an die heiligen Schriften kennst, welche dich weise machen können zum Heil durch den Glauben in Christus Jesus."

Auf seiner Reise durch Derbe und Lystra begegnete Paulus einem Jünger namens Timotheus. Dessen Mutter war eine gläubige Jüdin, sein Vater dagegen Grieche. Die Brüder in Lystra und Ikonium stellten Timotheus ein gutes Zeugnis aus, und Paulus wollte ihn als Mitarbeiter mitnehmen (Apg 16,1-3). Damit trat ein Mann in sein Leben, der ihn über viele Jahre begleiten und später selbst wichtige Verantwortung in den Gemeinden übernehmen sollte.

Andere neutestamentliche Aussagen ergänzen dieses Bild. Paulus erinnert Timotheus später an den ungeheuchelten Glauben seiner Großmutter Lois und seiner Mutter Eunike und daran, dass er von Kindheit an die heiligen Schriften kannte (2Tim 1,5; 3,15). Seine geistliche Prägung begann also lange vor der Begegnung mit Paulus. Paulus wurde nicht der Ursprung seines Glaubens, sondern ein geistlicher Begleiter, unter dessen Dienst Timotheus zunehmend Verantwortung übernahm. Später bezeichnet Paulus ihn liebevoll als sein „geliebtes und treues Kind im Herrn“ (1Kor 4,17).

Bevor Timotheus mitreiste, ließ Paulus ihn beschneiden. Lukas nennt dafür ausdrücklich den Grund: die Juden in jenen Gegenden wussten, dass sein Vater Grieche war (Apg 16,3). Dieser Schritt steht auf den ersten Blick in Spannung zu dem vorausgegangenen Streit in Jerusalem, bei dem Paulus entschieden dagegen eingetreten war, die Beschneidung zur Voraussetzung der Rettung zu machen. Gerade der Zusammenhang zeigt jedoch den Unterschied. Titus war nicht gezwungen worden, sich beschneiden zu lassen, weil damit die Wahrheit des Evangeliums auf dem Spiel stand; bei Timotheus wurde die Beschneidung nicht als Heilsbedingung verlangt, sondern geschah im Blick auf den bevorstehenden Dienst unter Juden.

Paulus handelte damit nicht gegen die zuvor verteidigte Freiheit in Christus. Er unterschied zwischen einer Handlung, die zur Bedingung der Rechtfertigung gemacht wurde, und einer freiwilligen Rücksichtnahme, die dem Zugang zu Menschen dienen konnte. Später formulierte er selbst, dass er bereit war, sich unterschiedlichen Gruppen anzupassen, um möglichst viele für das Evangelium zu gewinnen, ohne dabei außerhalb des Gesetzes Gottes zu leben (1Kor 9,19-21). Timotheus’ Beschneidung war deshalb kein Rückschritt in eine Rechtfertigung durch Werke.

Gemeinsam zogen Paulus, Silas und Timotheus durch die Städte und übergaben den Gemeinden die Beschlüsse, die von den Aposteln und Ältesten in Jerusalem gefasst worden waren. Die Gemeinden wurden im Glauben gestärkt und nahmen täglich an Zahl zu (Apg 16,4-5). Der Dienst verband somit Lehre, persönliche Begleitung und die Weitergabe gemeinsamer Entscheidungen. Paulus arbeitete nicht als isolierter Lehrer, sondern innerhalb eines wachsenden Netzes von Gemeinden und Mitarbeitern.

Doch der weitere Reiseweg entwickelte sich nicht einfach nach menschlicher Planung. Paulus und seine Begleiter zogen durch Phrygien und das Gebiet Galatiens, wurden aber vom Heiligen Geist daran gehindert, das Wort in der Provinz Asia zu verkündigen. Als sie in die Nähe von Mysien kamen und nach Bithynien weiterziehen wollten, ließ der Geist Jesu es ihnen wiederum nicht zu (Apg 16,6-7). Der Text erklärt nicht, wie diese Führung konkret wahrgenommen wurde. Sicher ist lediglich, dass zwei beabsichtigte Wege nicht geöffnet wurden.

Daraufhin zogen sie an Mysien vorbei nach Troas. Dort sah Paulus in der Nacht eine Erscheinung: Ein Mann aus Mazedonien stand vor ihm und bat: „Komm herüber nach Mazedonien und hilf uns!“ (Apg 16,9). Paulus und seine Begleiter verstanden diese Vision als Gottes Ruf, dort das Evangelium zu verkündigen. Bemerkenswert ist die Formulierung des Berichts: „Da suchten wir sogleich nach Mazedonien zu reisen“ (Apg 16,10). Von diesem Punkt an spricht Lukas zeitweise in der Wir-Form, was erkennen lässt, dass er nun selbst zur Reisegruppe gehörte.

Für Paulus bedeutete diese Führung einen weiteren entscheidenden Schritt. Nicht jeder verschlossene Weg war ein Ende seines Auftrags. Zweimal wurde eine beabsichtigte Richtung verhindert, bevor sich eine andere öffnete. Der Dienst wurde dadurch nicht kleiner, sondern erhielt eine neue Ausrichtung. Von Troas aus sollte Paulus mit seinen Mitarbeitern nach Mazedonien übersetzen und damit einen neuen geografischen Abschnitt seines Wirkens beginnen.

Die erste bedeutende Station dort wurde Philippi. Paulus traf dort nicht zuerst auf eine große öffentliche Versammlung, sondern auf eine kleine Gruppe von Frauen an einem Gebetsort außerhalb der Stadt. Unter ihnen befand sich Lydia, deren Begegnung mit dem Evangelium den Anfang einer Gemeinde markieren sollte, zu der Paulus später eine besonders enge Verbindung pflegte.

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Das Evangelium erreicht Philippi

Apostelgeschichte 16,11-34 – „11 So fuhren wir denn von Troas ab und kamen in gerader Fahrt nach Samothrace und am folgenden Tage nach Neapolis; 12 und von da nach Philippi, welches die erste Stadt jenes Teils von Mazedonien ist, eine Kolonie. Wir hielten uns aber in dieser Stadt etliche Tage auf. 13 Und am Sabbattage gingen wir zum Tor hinaus an den Fluß, wo wir eine Gebetsstätte vermuteten; und wir setzten uns und redeten z…"
Apostelgeschichte 16,11-34 – „11 So fuhren wir denn von Troas ab und kamen in gerader Fahrt nach Samothrace und am folgenden Tage nach Neapolis; 12 und von da nach Philippi, welches die erste Stadt jenes Teils von Mazedonien ist, eine Kolonie. Wir hielten uns aber in dieser Stadt etliche Tage auf. 13 Und am Sabbattage gingen wir zum Tor hinaus an den Fluß, wo wir eine Gebetsstätte vermuteten; und wir setzten uns und redeten z…"
Philipper 1,3-8 – „3 Ich danke meinem Gott, so oft ich euer gedenke, 4 allezeit, in jedem Gebet für euch alle, indem ich das Gebet mit Freuden tue 5 wegen eurer Gemeinschaft am Evangelium vom ersten Tage an bis jetzt, 6 und weil ich davon überzeugt bin, daß der, welcher in euch ein gutes Werk angefangen hat, es auch vollenden wird bis auf den Tag Jesu Christi. 7 Es ist ja nur billig, daß ich so von euch allen denke…"
1. Thessalonicher 2,2 – „2 sondern, wiewohl wir zuvor gelitten hatten und mißhandelt worden waren zu Philippi, wie ihr wisset, gewannen wir dennoch Freudigkeit in unsrem Gott, bei euch das Evangelium Gottes zu verkünden unter viel Kampf."

Von Troas aus setzte Paulus mit seinen Begleitern nach Mazedonien über. Über Samothrake und Neapolis gelangten sie nach Philippi, einer bedeutenden Stadt der Region (Apg 16,11-12). Dort begann Paulus seinen Dienst nicht in einer Synagoge, sondern an einem Gebetsort außerhalb des Stadttores bei einem Fluss. Am Sabbat setzte sich die Reisegruppe zu den dort versammelten Frauen und sprach mit ihnen. Unter den Zuhörerinnen befand sich Lydia, eine Purpurhändlerin aus Thyatira, die Gott verehrte.

Lukas beschreibt ihre Reaktion mit einer bemerkenswerten Formulierung: Der Herr öffnete ihr das Herz, sodass sie auf das achtgab, was Paulus sagte (Apg 16,14). Der Verkündiger sprach, doch die innere Annahme des Wortes wird ausdrücklich Gottes Wirken zugeschrieben. Lydia ließ sich mit ihrem Haus taufen und bat Paulus und seine Begleiter anschließend, in ihrem Haus zu bleiben. Damit entstand in Philippi früh ein Ort, an dem die neue Gemeinschaft zusammenkommen konnte.

Der weitere Verlauf zeigte jedoch, dass der Dienst in Philippi nicht ohne Widerstand bleiben würde. Mehrere Tage lang begegnete Paulus einer Sklavin, die einen Wahrsagegeist hatte und ihren Besitzern durch Wahrsagerei großen Gewinn einbrachte. Sie folgte Paulus und seinen Mitarbeitern und rief öffentlich aus, diese Männer seien Diener des höchsten Gottes und verkündigten einen Weg des Heils. Obwohl ihre Worte zunächst zutreffend erscheinen konnten, duldete Paulus diese Verbindung nicht dauerhaft. Schließlich gebot er dem Geist im Namen Jesu Christi, aus ihr auszufahren, und in derselben Stunde verließ er sie (Apg 16,16-18).

Damit trat ein weiterer Konflikt hervor. Die Besitzer der Frau sahen, dass ihre Aussicht auf Gewinn verschwunden war, ergriffen Paulus und Silas und schleppten sie auf den Marktplatz vor die Obrigkeit. Ihre Anklage stellte jedoch nicht den verlorenen wirtschaftlichen Vorteil in den Vordergrund. Stattdessen beschuldigten sie die beiden als Juden, die Unruhe verursachten und Gebräuche verkündigten, die Römer nicht annehmen dürften (Apg 16,19-21). Wirtschaftliches Eigeninteresse verband sich so mit öffentlicher Anklage und religiös-kultureller Ablehnung.

Die Menge erhob sich gegen Paulus und Silas. Die Stadtbeamten ließen ihnen die Kleider herunterreißen, sie mit Ruten schlagen und anschließend ins Gefängnis werfen. Dem Gefängnisaufseher wurde befohlen, sie sicher zu verwahren, sodass er sie in den innersten Teil des Gefängnisses brachte und ihre Füße in den Block legte (Apg 16,22-24). Paulus erinnert später daran, dass er und seine Mitarbeiter in Philippi gelitten und Misshandlungen erfahren hatten, bevor sie dennoch mit Freimütigkeit weiter das Evangelium verkündigten (1Thess 2,2). Der Dienst in Mazedonien begann damit unter schweren äußeren Bedingungen.

Um Mitternacht beteten Paulus und Silas und sangen Gott Loblieder, während die anderen Gefangenen ihnen zuhörten. Plötzlich erschütterte ein starkes Erdbeben die Fundamente des Gefängnisses, alle Türen öffneten sich, und die Fesseln der Gefangenen lösten sich (Apg 16,25-26). Der Gefängnisaufseher erwachte und wollte sich das Leben nehmen, weil er annahm, die Gefangenen seien entflohen. Paulus rief ihm jedoch zu, er solle sich nichts antun, denn alle seien noch da.

Der Aufseher fiel zitternd vor Paulus und Silas nieder und fragte: „Ihr Herren, was muss ich tun, dass ich gerettet werde?“ Ihre Antwort richtete ihn nicht auf eine religiöse Leistung, sondern auf Christus: „Glaube an den Herrn Jesus Christus“ (Apg 16,30-31). Danach verkündigten sie ihm und allen in seinem Haus das Wort des Herrn. Noch in derselben Nacht versorgte der Mann ihre Wunden, und er ließ sich mit den Seinen taufen. Aus dem Bewacher der geschlagenen Gefangenen wurde ein Mensch, der sie in sein Haus führte, ihnen zu essen gab und sich darüber freute, zum Glauben an Gott gekommen zu sein.

Am folgenden Morgen ließen die Stadtbeamten ausrichten, Paulus und Silas sollten freigelassen werden. Paulus machte nun jedoch geltend, dass sie als römische Bürger ohne Gerichtsverfahren öffentlich geschlagen und ins Gefängnis geworfen worden waren. Er verlangte, dass die Verantwortlichen selbst kämen und sie hinausführten (Apg 16,35-39). Paulus gebrauchte sein Bürgerrecht hier nicht, um Leiden grundsätzlich zu vermeiden; die Misshandlung war bereits geschehen. Sein Bestehen auf einer öffentlichen Klärung konnte zugleich dazu beitragen, dass die neu entstandene Gemeinde nicht unter dem Eindruck zurückblieb, ihre Verkündiger seien rechtmäßig verurteilte Verbrecher gewesen.

Nach ihrer Entlassung gingen Paulus und Silas zu Lydia. Dort sahen sie die Brüder, ermutigten sie und verließen anschließend die Stadt (Apg 16,40). Paulus' Beziehung zu Philippi endete damit jedoch nicht. Später schrieb er der dortigen Gemeinde mit auffallender Wärme, dankte Gott für ihre Gemeinschaft am Evangelium und bezeugte seine tiefe Verbundenheit mit ihnen (Phil 1,3-8). Aus einem Gebetsort am Fluss, einer Hausgemeinschaft und einer Nacht im Gefängnis war eine Gemeinde hervorgegangen, die Paulus über Jahre hinweg eng verbunden blieb.

Von Philippi aus führte sein Weg weiter durch Mazedonien nach Thessalonich. Dort trat Paulus erneut in einer Synagoge auf und versuchte aus den Schriften zu zeigen, dass der Christus leiden und von den Toten auferstehen musste. Wieder fanden Menschen zum Glauben, und wieder formierte sich rasch Widerstand gegen seine Verkündigung.

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Paulus verkündigt in Thessalonich

Apostelgeschichte 17,1-9 – „1 Sie reisten aber durch Amphipolis und Apollonia und kamen nach Thessalonich, wo eine Synagoge der Juden war. 2 Paulus aber ging nach seiner Gewohnheit zu ihnen hinein und redete an drei Sabbaten mit ihnen auf Grund der Schrift, 3 indem er erläuterte und darlegte, daß Christus leiden und von den Toten auferstehen mußte, und daß dieser Jesus, welchen ich euch verkündige (so sprach er), der Christ…"
Apostelgeschichte 17,1-9 – „1 Sie reisten aber durch Amphipolis und Apollonia und kamen nach Thessalonich, wo eine Synagoge der Juden war. 2 Paulus aber ging nach seiner Gewohnheit zu ihnen hinein und redete an drei Sabbaten mit ihnen auf Grund der Schrift, 3 indem er erläuterte und darlegte, daß Christus leiden und von den Toten auferstehen mußte, und daß dieser Jesus, welchen ich euch verkündige (so sprach er), der Christ…"
1. Thessalonicher 1,2-10 – „2 Wir danken Gott allezeit für euch alle, wenn wir euch erwähnen in unsren Gebeten, 3 da wir uns unablässig erinnern an euer Glaubenswerk und eure Liebesarbeit und euer Beharren in der Hoffnung auf unsren Herrn Jesus Christus, vor unsrem Gott und Vater. 4 Denn wir wissen, von Gott geliebte Brüder, um eure Erwählung: 5 daß unser Evangelium nicht nur im Wort zu euch kam, sondern auch in Kraft und i…"
1. Thessalonicher 2,1-12 – „1 Denn ihr wisset selbst, Brüder, daß unser Eingang bei euch nicht vergeblich war; 2 sondern, wiewohl wir zuvor gelitten hatten und mißhandelt worden waren zu Philippi, wie ihr wisset, gewannen wir dennoch Freudigkeit in unsrem Gott, bei euch das Evangelium Gottes zu verkünden unter viel Kampf. 3 Denn unsre Predigt entspringt nicht dem Irrtum, noch unreinen Absichten, auch keinem Betrug; 4 sonder…"
1. Thessalonicher 2,17-20 – „17 Wir aber, Brüder, nachdem wir euer für eine kleine Weile beraubt waren, dem Angesicht, nicht dem Herzen nach, haben uns vor großem Verlangen um so mehr bemüht, euer Angesicht zu sehen. 18 Darum wollten wir auch zu euch kommen, ich Paulus einmal, sogar zweimal, und Satan hat uns verhindert. 19 Denn wer ist unsre Hoffnung oder Freude oder Krone des Ruhms? Seid nicht auch ihr es vor unsrem Herrn …"

Von Philippi aus zogen Paulus und Silas über Amphipolis und Apollonia nach Thessalonich. Dort gab es eine Synagoge der Juden, und Paulus ging nach seiner Gewohnheit hinein. An drei Sabbaten sprach er mit den Anwesenden anhand der Schriften und legte ihnen dar, dass der Christus leiden und von den Toten auferstehen musste. Seine Verkündigung lief auf eine klare Aussage hinaus: „Dieser Jesus, den ich euch verkündige, ist der Christus“ (Apg 17,2-3). Wieder stand damit nicht Paulus selbst, sondern die Identität Jesu im Mittelpunkt seines Dienstes.

Einige Juden ließen sich überzeugen und schlossen sich Paulus und Silas an. Ebenso glaubte eine große Zahl gottesfürchtiger Griechen sowie nicht wenige angesehene Frauen (Apg 17,4). Aus dieser Gruppe entstand die Gemeinde von Thessalonich. Paulus' spätere Briefe zeigen, dass die Verkündigung dort nicht nur als theoretische Lehre aufgenommen wurde. Er erinnert die Gläubigen daran, wie sie sich von den Götzen zu Gott bekehrt hatten, um dem lebendigen und wahren Gott zu dienen und seinen Sohn aus den Himmeln zu erwarten, den Gott von den Toten auferweckt hatte (1Thess 1,9-10).

Die Briefe an die Thessalonicher geben zugleich Einblick in die Art, wie Paulus während dieses Aufenthalts arbeitete. Er erinnert die Gemeinde daran, dass er nach den Misshandlungen in Philippi trotz vieler Widerstände den Mut gehabt hatte, ihnen das Evangelium Gottes zu verkündigen (1Thess 2,2). Dabei betont er, weder aus Irrtum noch aus unreinen Motiven oder Täuschung gehandelt zu haben. Er wollte nicht Menschen gefallen, sondern Gott, der die Herzen prüft. Weder Schmeichelei noch Gewinnsucht sollten seine Verkündigung bestimmen.

Paulus beschreibt seinen Umgang mit den Gläubigen zugleich mit außergewöhnlich persönlichen Bildern. Er sei unter ihnen sanft gewesen wie eine Mutter, die ihre eigenen Kinder pflegt, und habe ihnen nicht nur das Evangelium Gottes, sondern auch sein eigenes Leben mitteilen wollen, weil sie ihm lieb geworden waren. Zugleich erinnert er daran, wie er jeden Einzelnen wie ein Vater seine Kinder ermahnt, ermutigt und zu einem Leben aufgerufen hatte, das Gottes Berufung entspricht (1Thess 2,7-12). Sein apostolischer Dienst bestand somit nicht nur aus öffentlicher Predigt. Er verband Verkündigung mit persönlicher Fürsorge, Ermahnung und einem Lebenszeugnis vor der Gemeinde.

Auch seinen Lebensunterhalt spricht Paulus ausdrücklich an. Er erinnert die Thessalonicher daran, dass er Tag und Nacht arbeitete, um ihnen nicht zur Last zu fallen, während er ihnen das Evangelium verkündigte (1Thess 2,9). Spätere Hinweise zeigen, dass die Gemeinde in Philippi ihn zugleich mehrfach unterstützte (Phil 4,15-16). Beides steht nicht im Widerspruch: Paulus konnte Unterstützung annehmen und dennoch darauf achten, seine Verkündigung an einem bestimmten Ort nicht durch finanzielle Abhängigkeit angreifbar zu machen. Seine Entscheidungen richteten sich danach, was dem Evangelium und der Gemeinde diente.

Der Erfolg der Verkündigung löste jedoch erneut Widerstand aus. Einige Juden wurden eifersüchtig, sammelten Männer vom Markt und brachten die Stadt in Aufruhr. Sie suchten Paulus und Silas im Haus des Jason, fanden sie dort aber nicht und schleppten stattdessen Jason und einige Brüder vor die Stadtobersten. Die Ankläger behaupteten, die Männer, die „den Erdkreis aufgewiegelt“ hätten, seien nun auch nach Thessalonich gekommen, und Jason habe sie aufgenommen. Besonders schwer wog der Vorwurf, sie handelten gegen die Verordnungen des Kaisers und behaupteten, ein anderer sei König: Jesus (Apg 17,5-7).

Die Verkündigung Jesu als Christus besaß tatsächlich einen Herrschaftsanspruch, doch die Gegner stellten sie als politische Auflehnung dar. Die Stadtobersten wurden beunruhigt und ließen Jason und die anderen erst frei, nachdem sie eine Sicherheit geleistet hatten. Für Paulus und Silas wurde ein weiteres Verbleiben offenbar zu gefährlich. Noch in derselben Nacht sandten die Brüder sie nach Beröa weiter (Apg 17,8-10). Wieder musste Paulus eine junge Gemeinde unter Druck zurücklassen.

Diese Trennung beschäftigte ihn tief. Im ersten Thessalonicherbrief schreibt er, dass er die Gläubigen zwar räumlich, aber nicht im Herzen verlassen habe und sich sehr danach sehnte, sie wiederzusehen. Mehrfach habe er zu ihnen kommen wollen, sei jedoch daran gehindert worden (1Thess 2,17-18). Die Gemeinde war für Paulus keine vorübergehende Station einer Reiseroute. Er bezeichnete die Gläubigen als seine Hoffnung, Freude und Krone vor Jesus Christus bei dessen Wiederkunft (1Thess 2,19-20).

Die Verfolgung hatte Paulus aus Thessalonich vertrieben, aber die dort entstandene Gemeinde blieb bestehen und wurde selbst zu einem Zeugnis für andere. Paulus zog währenddessen nach Beröa weiter. Dort begegnete er Menschen, die seine Verkündigung nicht vorschnell annahmen oder ablehnten, sondern täglich in den Schriften prüften, ob sich seine Aussagen tatsächlich so verhielten. Damit rückte eine Haltung in den Mittelpunkt, die auch Paulus' eigene Botschaft am entscheidenden Maßstab messen ließ: dem Wort Gottes.

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Von Beröa nach Athen

Apostelgeschichte 17,10-34 – „10 Die Brüder aber schickten alsbald während der Nacht Paulus und Silas nach Beröa, wo sie sich nach ihrer Ankunft in die Synagoge der Juden begaben. 11 Diese aber waren edler gesinnt als die zu Thessalonich, indem sie das Wort mit aller Bereitwilligkeit aufnahmen und täglich in der Schrift forschten, ob es sich also verhalte. 12 Es wurden denn auch viele von ihnen gläubig, auch von den angesehen…"
Apostelgeschichte 17,10-34 – „10 Die Brüder aber schickten alsbald während der Nacht Paulus und Silas nach Beröa, wo sie sich nach ihrer Ankunft in die Synagoge der Juden begaben. 11 Diese aber waren edler gesinnt als die zu Thessalonich, indem sie das Wort mit aller Bereitwilligkeit aufnahmen und täglich in der Schrift forschten, ob es sich also verhalte. 12 Es wurden denn auch viele von ihnen gläubig, auch von den angesehen…"
1. Thessalonicher 3,1-5 – „1 Darum, weil wir es nicht länger aushielten, zogen wir vor, allein in Athen zu bleiben; 2 und sandten Timotheus, unsren Bruder, der Gottes Diener und unser Mitarbeiter am Evangelium ist, daß er euch stärke und ermahne in betreff eures Glaubens, 3 damit niemand wankend werde in diesen Trübsalen; denn ihr wisset selbst, daß wir dazu bestimmt sind. 4 Denn als wir bei euch waren, sagten wir euch vor…"
Apostelgeschichte 17,22-31 – „22 Da stellte sich Paulus mitten auf den Areopag und sprach: Ihr Männer von Athen, ich sehe an allem, daß ihr sehr religiöse Leute seid! 23 Denn als ich umherging und eure Heiligtümer besichtigte, fand ich auch einen Altar, an welchem geschrieben stand: «Dem unbekannten Gott.» Was ihr nun verehret, ohne es zu kennen, das verkündige ich euch. 24 Der Gott, der die Welt gemacht hat und alles, was da…"

Nach der nächtlichen Abreise aus Thessalonich kamen Paulus und Silas nach Beröa. Auch dort gingen sie zunächst in die Synagoge der Juden. Lukas beschreibt die Menschen in Beröa als aufgeschlossener als jene, denen Paulus zuvor in Thessalonich begegnet war. Sie nahmen das Wort mit großer Bereitschaft auf und untersuchten täglich die Schriften, um zu prüfen, ob sich die verkündigten Aussagen tatsächlich so verhielten (Apg 17,10-11). Die Botschaft des Paulus wurde damit nicht aufgrund seiner Autorität ungeprüft angenommen, sondern an den Schriften gemessen.

Viele von ihnen kamen zum Glauben, darunter angesehene griechische Frauen und nicht wenige Männer (Apg 17,12). Der Bericht verbindet die sorgfältige Prüfung der Schrift nicht mit Misstrauen gegenüber dem Evangelium, sondern mit ernsthafter Offenheit. Paulus hatte keinen Grund, eine solche Prüfung zu fürchten. Seine Verkündigung sollte gerade anhand dessen beurteilt werden, was Gott bereits offenbart hatte. Glaube und sorgfältiges Prüfen erscheinen hier nicht als Gegensätze.

Doch der Widerstand aus Thessalonich erreichte Paulus auch in Beröa. Als die dortigen Gegner erfuhren, dass er nun an einem anderen Ort das Wort Gottes verkündigte, kamen sie ebenfalls nach Beröa und wiegelten die Menge auf (Apg 17,13). Die Brüder brachten Paulus daraufhin in Richtung Meer, während Silas und Timotheus zunächst zurückblieben. Paulus wurde von einigen Begleitern bis nach Athen geführt und gab ihnen den Auftrag mit, Silas und Timotheus sollten so bald wie möglich zu ihm kommen (Apg 17,14-15).

Damit befand sich Paulus nun vorübergehend ohne seine engsten Mitarbeiter in Athen. Die Stadt konfrontierte ihn mit einem religiösen Umfeld, das sich deutlich von den bisherigen Stationen unterschied. Während er auf Silas und Timotheus wartete, sah Paulus die Stadt voller Götzenbilder. Lukas berichtet, dass sein Geist in ihm erregt wurde (Apg 17,16). Diese Reaktion führte jedoch nicht dazu, dass Paulus sich zurückzog. Er begann vielmehr sowohl in der Synagoge mit Juden und Gottesfürchtigen als auch täglich auf dem Markt mit den Menschen zu sprechen, denen er dort begegnete.

Unter seinen Gesprächspartnern befanden sich auch epikureische und stoische Philosophen. Einige hielten Paulus für einen Schwätzer, andere meinten, er verkündige fremde Gottheiten, weil er von Jesus und der Auferstehung sprach (Apg 17,18). Schließlich führten sie ihn auf den Areopag und wollten genauer hören, welche neue Lehre er vortrug. Paulus befand sich damit in einer anderen Situation als in einer jüdischen Synagoge. Er konnte hier nicht einfach bei Israels Geschichte und den bekannten Verheißungen beginnen, sondern musste Menschen ansprechen, deren Denken von anderen religiösen und philosophischen Voraussetzungen geprägt war.

Paulus knüpfte deshalb an dem an, was er in Athen beobachtet hatte. Unter den zahlreichen Heiligtümern hatte er auch einen Altar mit der Aufschrift „Einem unbekannten Gott“ gesehen. Von dort aus führte er seine Zuhörer nicht tiefer in ihre bestehende Religiosität hinein, sondern verkündigte ihnen den Gott, den sie nicht kannten (Apg 17,22-23). Dieser Gott ist nach Paulus der Schöpfer der Welt und alles dessen, was darin ist. Er wohnt nicht in Tempeln, die von Menschen gemacht wurden, und ist nicht auf menschliche Versorgung angewiesen, als brauche er etwas. Vielmehr gibt er selbst allen Leben und Atem.

Von einem Menschen, so erklärte Paulus weiter, habe Gott die ganze Menschheit gemacht und ihre Zeiten und Wohngebiete bestimmt, damit sie ihn suchen sollten. Gott sei keinem Menschen fern, denn in ihm leben, weben und sind wir (Apg 17,24-28). Paulus griff dabei sogar Formulierungen auf, die seinen Zuhörern bekannt waren, doch er unterstellte diese Gedanken einer biblischen Aussage über den Schöpfer. Wenn Menschen Gottes Geschlecht sind, könne das Göttliche nicht angemessen als Gold, Silber oder Stein verstanden werden, als Werk menschlicher Kunst und Vorstellung.

Dann führte Paulus seine Rede zu einer klaren Forderung. Gott habe über die Zeiten der Unwissenheit hinweggesehen, rufe nun aber alle Menschen überall zur Umkehr. Der Grund dafür liege im kommenden Gericht: Gott habe einen Tag bestimmt, an dem er die Welt durch einen von ihm eingesetzten Mann in Gerechtigkeit richten werde. Den Beweis dafür habe er allen gegeben, indem er diesen Mann von den Toten auferweckte (Apg 17,30-31). Auch vor philosophisch geprägten Zuhörern führte Paulus damit letztlich zu Jesus, zur Auferstehung, zur Umkehr und zum Gericht.

Gerade die Auferstehung löste unterschiedliche Reaktionen aus. Einige verspotteten Paulus, andere wollten ihn ein weiteres Mal hören. Paulus verließ daraufhin ihre Mitte. Dennoch kamen einige Menschen zum Glauben, darunter Dionysius, ein Mitglied des Areopags, eine Frau namens Damaris und weitere Personen (Apg 17,32-34). Die Apostelgeschichte berichtet hier nicht von einer großen Gemeindegründung wie an anderen Orten, aber auch Athen blieb nicht ohne Frucht.

Während Paulus sich in dieser Phase um die neu entstandenen Gemeinden sorgte, beschäftigte ihn besonders Thessalonich. Später schreibt er, dass er es nicht länger ausgehalten habe, ohne Nachricht über ihren Glauben zu bleiben, und deshalb bereit gewesen sei, allein in Athen zurückzubleiben, während Timotheus zu ihnen gesandt wurde, um sie zu stärken und zu ermutigen (1Thess 3,1-5). Diese Sorge zeigt erneut, dass Paulus seinen Dienst nicht mit der ersten Verkündigung als abgeschlossen betrachtete. Er wollte wissen, ob Menschen auch unter Bedrängnis bei Christus blieben.

Von Athen aus zog Paulus weiter nach Korinth. Dort sollte er länger bleiben als an vielen vorherigen Orten, erneut mit seinen Händen arbeiten, neue Mitarbeiter kennenlernen und erleben, wie Christus ihn mitten in starkem Widerstand ausdrücklich zum Bleiben ermutigte.

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Christus ermutigt Paulus, in Korinth zu bleiben

Apostelgeschichte 18,1-17 – „1 Darnach schied Paulus von Athen und kam nach Korinth. 2 Und dort fand er einen Juden namens Aquila, aus Pontus gebürtig, der vor kurzem samt seiner Frau Priscilla aus Italien gekommen war (weil Claudius befohlen hatte, daß alle Juden aus Rom weichen sollten); 3 zu diesen ging er, und weil er das gleiche Handwerk hatte, blieb er bei ihnen und arbeitete; sie waren nämlich von Beruf Zeltmacher. 4 …"
Apostelgeschichte 18,1-17 – „1 Darnach schied Paulus von Athen und kam nach Korinth. 2 Und dort fand er einen Juden namens Aquila, aus Pontus gebürtig, der vor kurzem samt seiner Frau Priscilla aus Italien gekommen war (weil Claudius befohlen hatte, daß alle Juden aus Rom weichen sollten); 3 zu diesen ging er, und weil er das gleiche Handwerk hatte, blieb er bei ihnen und arbeitete; sie waren nämlich von Beruf Zeltmacher. 4 …"
1. Korinther 2,1-5 – „1 So bin auch ich, meine Brüder, als ich zu euch kam, nicht gekommen, um euch in hervorragender Rede oder Weisheit das Zeugnis Gottes zu verkündigen. 2 Denn ich hatte mir vorgenommen, unter euch nichts anderes zu wissen, als nur Jesus Christus, und zwar als Gekreuzigten. 3 Und ich war in Schwachheit und mit viel Furcht und Zittern unter euch. 4 Und meine Rede und meine Predigt bestand nicht in üb…"
1. Thessalonicher 3,6-10 – „6 Nun aber, da Timotheus von euch zu uns zurückgekehrt ist und uns gute Nachricht gebracht hat von eurem Glauben und eurer Liebe, und daß ihr uns allezeit in gutem Andenken habet und darnach verlanget, uns zu sehen, gleichwie wir euch, 7 da sind wir deshalb, ihr Brüder, eurethalben bei all unserer Not und Trübsal getröstet worden, durch euren Glauben! 8 Denn nun leben wir, wenn ihr feststehet im …"

Nach seinem Aufenthalt in Athen zog Paulus weiter nach Korinth. Dort begegnete er einem Juden namens Aquila, der aus Pontus stammte, und dessen Frau Priszilla. Die beiden waren vor Kurzem aus Italien gekommen, weil Kaiser Klaudius angeordnet hatte, dass die Juden Rom verlassen sollten. Paulus schloss sich ihnen an und arbeitete mit ihnen, weil sie denselben Beruf ausübten: Sie waren Zeltmacher beziehungsweise arbeiteten in diesem Handwerk (Apg 18,1-3). Aus dieser Begegnung entstand eine Zusammenarbeit, die weit über den Aufenthalt in Korinth hinausreichen sollte.

Wie an vielen vorherigen Orten ging Paulus am Sabbat in die Synagoge und sprach dort mit Juden und Griechen. Er versuchte, sie von seiner Botschaft zu überzeugen (Apg 18,4). Als Silas und Timotheus aus Mazedonien zu ihm kamen, widmete Paulus sich besonders der Verkündigung des Wortes und bezeugte den Juden, dass Jesus der Christus ist (Apg 18,5). Sein Ausgangspunkt blieb damit derselbe wie zuvor: Nicht eine neue religiöse Bewegung sollte im Mittelpunkt stehen, sondern die Frage, wer Jesus wirklich ist.

Paulus erinnert die Korinther später daran, in welcher Haltung er damals zu ihnen gekommen war. Er wollte ihnen das Zeugnis Gottes nicht mit überlegener Rede oder menschlicher Weisheit bringen. Im Zentrum seiner Verkündigung stand „Jesus Christus, und zwar als Gekreuzigter“ (1Kor 2,1-2). Paulus beschreibt sich dabei selbst als schwach, furchtsam und zitternd. Seine spätere Bedeutung als Apostel darf deshalb nicht den Eindruck erzeugen, er habe jeden Ort in menschlicher Unerschütterlichkeit betreten. Seine Zuversicht sollte nicht auf rhetorischer Wirkung beruhen, sondern auf Gottes Kraft.

Auch in Korinth stieß die Verkündigung auf entschiedenen Widerstand. Als manche widersprachen und lästerten, erklärte Paulus ihnen, dass er seine Verantwortung erfüllt habe und sich nun in besonderer Weise den Menschen aus den Völkern zuwenden werde (Apg 18,6). Er verließ die Synagoge und ging in das Haus eines Mannes namens Titius Justus, der Gott verehrte und dessen Haus unmittelbar an die Synagoge grenzte. Dennoch bedeutete der Konflikt keineswegs, dass nun alle Juden die Botschaft ablehnten.

Gerade der Synagogenvorsteher Krispus kam mit seinem ganzen Haus zum Glauben an den Herrn. Auch viele andere Korinther hörten das Evangelium, glaubten und ließen sich taufen (Apg 18,8). Paulus erwähnt später, dass er Krispus selbst getauft hatte, ebenso Gajus und das Haus des Stephanas (1Kor 1,14-16). Die Gemeinde in Korinth wuchs damit aus Menschen unterschiedlicher Herkunft. Der Widerstand aus einem Teil der Synagoge konnte nicht verhindern, dass andere gerade dort Jesus als Herrn annahmen.

In dieser Phase erhielt Paulus eine besondere Ermutigung. Der Herr sprach in der Nacht durch eine Erscheinung zu ihm: Er solle sich nicht fürchten, sondern weiterreden und nicht schweigen. Christus versprach, bei ihm zu sein, und erklärte, dass ihm niemand etwas antun werde, um ihn zu verletzen; er habe in dieser Stadt ein großes Volk (Apg 18,9-10). Diese Worte zeigen, dass die Fortsetzung des Dienstes nicht auf Paulus' eigener Furchtlosigkeit beruhte. Christus kannte sowohl die Bedrohung als auch diejenigen, die das Evangelium noch annehmen würden.

Paulus blieb daraufhin ein Jahr und sechs Monate in Korinth und lehrte das Wort Gottes (Apg 18,11). Damit wurde Korinth zu einer seiner längeren bisherigen Dienststationen. Während dieser Zeit erreichten ihn auch Nachrichten über die Gemeinde in Thessalonich. Timotheus brachte gute Kunde von ihrem Glauben und ihrer Liebe und berichtete, dass sie Paulus weiterhin in guter Erinnerung hatten und ihn wiedersehen wollten. Paulus schreibt, dass diese Nachricht ihn in seiner eigenen Bedrängnis und Not getröstet habe (1Thess 3,6-8). Der Apostel stärkte Gemeinden, wurde aber selbst ebenso durch ihre Treue ermutigt.

Der äußere Widerstand verschwand dennoch nicht. Als Gallio Statthalter von Achaja war, erhoben sich Gegner gemeinsam gegen Paulus, brachten ihn vor den Richterstuhl und beschuldigten ihn, Menschen zu einer gesetzeswidrigen Gottesverehrung zu verleiten. Noch bevor Paulus seine Verteidigung vortragen konnte, wies Gallio die Angelegenheit als innerjüdischen Streit über Worte, Namen und Gesetz zurück und vertrieb die Ankläger vom Richterstuhl (Apg 18,12-16). Der Versuch, Paulus auf diesem Weg zum Schweigen zu bringen, erreichte sein Ziel nicht.

Anschließend ergriffen Menschen Sosthenes, den Synagogenvorsteher, und schlugen ihn vor dem Richterstuhl; Gallio kümmerte sich nicht darum (Apg 18,17). Der Text erklärt weder sicher, wer die Schläger waren, noch ob dieser Sosthenes mit dem später in 1. Korinther 1,1 genannten „Bruder Sosthenes“ identisch ist. Eine solche Gleichsetzung bleibt deshalb offen. Für Paulus endete der Aufenthalt in Korinth jedenfalls nicht unmittelbar mit diesem Konflikt. Er blieb noch eine Zeit dort, bevor er von den Brüdern Abschied nahm und gemeinsam mit Priszilla und Aquila nach Syrien aufbrach. Damit begann ein weiterer Abschnitt seines Dienstes, der ihn über Ephesus schließlich wieder zu seiner Ausgangsgemeinde nach Antiochia führen sollte.

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Paulus kehrt über Ephesus nach Antiochia zurück

Apostelgeschichte 18,18-23 – „18 Paulus aber, nachdem er noch viele Tage dort verblieben war, nahm von den Brüdern Abschied und segelte nach Syrien, und mit ihm Priscilla und Aquila, nachdem er sich in Kenchreä das Haupt hatte scheren lassen; denn er hatte ein Gelübde. 19 Und er gelangte nach Ephesus und ließ jene dort zurück; er selbst aber ging in die Synagoge und hatte Gespräche mit den Juden. 20 Als sie ihn aber baten, lä…"
Apostelgeschichte 18,18-23 – „18 Paulus aber, nachdem er noch viele Tage dort verblieben war, nahm von den Brüdern Abschied und segelte nach Syrien, und mit ihm Priscilla und Aquila, nachdem er sich in Kenchreä das Haupt hatte scheren lassen; denn er hatte ein Gelübde. 19 Und er gelangte nach Ephesus und ließ jene dort zurück; er selbst aber ging in die Synagoge und hatte Gespräche mit den Juden. 20 Als sie ihn aber baten, lä…"
Apostelgeschichte 18,18 – „18 Paulus aber, nachdem er noch viele Tage dort verblieben war, nahm von den Brüdern Abschied und segelte nach Syrien, und mit ihm Priscilla und Aquila, nachdem er sich in Kenchreä das Haupt hatte scheren lassen; denn er hatte ein Gelübde."
Apostelgeschichte 18,19-21 – „19 Und er gelangte nach Ephesus und ließ jene dort zurück; er selbst aber ging in die Synagoge und hatte Gespräche mit den Juden. 20 Als sie ihn aber baten, längere Zeit bei ihnen zu bleiben, willigte er nicht ein; 21 sondern nahm Abschied von ihnen, indem er sprach: Ich muß durchaus das bevorstehende Fest in Jerusalem feiern, ich werde aber wieder zu euch zurückkehren, so Gott will. Und er fuhr …"

Nach dem langen Aufenthalt in Korinth blieb Paulus noch einige Zeit bei den Brüdern. Dann verabschiedete er sich und segelte gemeinsam mit Priszilla und Aquila in Richtung Syrien (Apg 18,18). Damit endete eine wichtige Phase seines Dienstes, in der in Korinth trotz erheblicher Widerstände eine Gemeinde entstanden war. Die beiden Mitarbeiter, die Paulus dort kennengelernt hatte, begleiteten ihn nun auf dem nächsten Abschnitt seines Weges.

Bevor sie weiterzogen, ließ Paulus sich in Kenchreä, dem östlichen Hafen Korinths, das Haar abschneiden, „denn er hatte ein Gelübde“ (Apg 18,18). Lukas nennt weder den Anlass noch den genauen Inhalt dieses Gelübdes. Deshalb lässt sich daraus nicht sicher ableiten, welche persönliche Situation dahinterstand oder welche besondere Bedeutung Paulus damit verband. Sicher ist lediglich, dass er auch nach seiner Berufung zu Christus eine solche jüdisch geprägte Praxis ausübte. Der Text stellt dies weder als Grundlage seiner Rechtfertigung noch als Voraussetzung für seinen apostolischen Dienst dar.

Von dort gelangten sie nach Ephesus. Priszilla und Aquila blieben in der Stadt, während Paulus die Synagoge aufsuchte und mit den Juden sprach (Apg 18,19). Der Aufenthalt war diesmal offenbar kurz, doch die Reaktion unterschied sich von manchen vorausgegangenen Erfahrungen: Die Menschen baten ihn, länger bei ihnen zu bleiben. Paulus ging darauf zunächst nicht ein. Er nahm Abschied, ließ aber erkennen, dass eine Rückkehr möglich war, wenn Gott es zuließ (Apg 18,20-21).

Diese Formulierung passt zu einer Grundlinie, die in Paulus' Reisen immer wieder sichtbar wird. Er plante, reiste und traf Entscheidungen, verstand seinen Dienst jedoch nicht als ein Werk, über dessen Verlauf er allein verfügte. Schon zuvor waren ihm Wege verschlossen und andere geöffnet worden. Auch hier stellte er seine beabsichtigte Rückkehr unter Gottes Willen. Seine späteren Briefe zeigen dieselbe Haltung, wenn er Reisepläne nicht als selbstverständlich behandelt, sondern von den Möglichkeiten abhängig macht, die der Herr eröffnet.

Paulus ließ Priszilla und Aquila in Ephesus zurück und segelte weiter. Apostelgeschichte 18 berichtet anschließend, dass er in Cäsarea ankam, „hinaufging“, die Gemeinde begrüßte und danach nach Antiochia hinabzog (Apg 18,22). Welche Gemeinde mit dem kurzen Hinweis auf das Hinaufgehen gemeint ist, wird nicht ausdrücklich benannt; vielfach wird Jerusalem angenommen, doch Lukas nennt die Stadt an dieser Stelle nicht. Für die Lebensgeschichte des Paulus ist entscheidend, dass er schließlich wieder Antiochia erreichte, die Gemeinde, von der sein ausgesandter Dienst ausgegangen war.

Damit schloss sich eine weitere große Reisebewegung. Paulus war durch Kleinasien und Mazedonien gezogen, hatte Philippi, Thessalonich, Beröa, Athen und Korinth erreicht und an verschiedenen Orten Gemeinden entstehen sehen. Doch Lukas beendet diesen Abschnitt auffallend knapp. Der Schwerpunkt liegt nicht auf einer feierlichen Rückkehr, sondern darauf, dass Paulus nach einer gewissen Zeit wieder aufbrach. Sein Dienst war noch lange nicht abgeschlossen.

Nach einiger Zeit in Antiochia zog Paulus erneut los und durchwanderte nacheinander das Gebiet von Galatien und Phrygien. Sein Ziel wird ausdrücklich genannt: Er stärkte alle Jünger (Apg 18,23). Damit begann eine neue Reise nicht mit der Gründung einer völlig unbekannten Arbeit, sondern mit der Sorge für bereits bestehende Gemeinden. Die Menschen, die auf früheren Reisen zum Glauben gekommen waren, sollten im Glauben befestigt werden.

Während Paulus sich Ephesus wieder näherte, hatte Gott dort bereits durch Priszilla und Aquila weitergewirkt. Ein beredter und schriftkundiger Jude namens Apollos war in die Stadt gekommen und verkündigte eifrig, was er über den Weg des Herrn wusste. Noch bevor Paulus selbst Ephesus erneut erreichte, bereitete sich dadurch eine Situation vor, in der die Gemeinde weiter wachsen und die Stadt zu einem der bedeutendsten Orte seines späteren Dienstes werden sollte.

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Paulus wirkt über längere Zeit in Ephesus

Apostelgeschichte 19,1-20 – „1 Es begab sich aber, während Apollos in Korinth war, daß Paulus, nachdem er die obern Länder durchzogen hatte, nach Ephesus kam. Und als er etliche Jünger fand, sprach er zu ihnen: 2 Habt ihr den heiligen Geist empfangen, als ihr gläubig wurdet? Sie aber sprachen: Wir haben nicht einmal gehört, ob ein heiliger Geist sei! 3 Und er sprach zu ihnen: Worauf seid ihr denn getauft worden? Sie aber spr…"
Apostelgeschichte 19,1-20 – „1 Es begab sich aber, während Apollos in Korinth war, daß Paulus, nachdem er die obern Länder durchzogen hatte, nach Ephesus kam. Und als er etliche Jünger fand, sprach er zu ihnen: 2 Habt ihr den heiligen Geist empfangen, als ihr gläubig wurdet? Sie aber sprachen: Wir haben nicht einmal gehört, ob ein heiliger Geist sei! 3 Und er sprach zu ihnen: Worauf seid ihr denn getauft worden? Sie aber spr…"
Apostelgeschichte 20,31 – „31 Darum wachet und denket daran, daß ich drei Jahre lang Tag und Nacht nicht abgelassen habe, jeden einzelnen unter Tränen zu ermahnen."
1. Korinther 16,8-9 – „8 Ich werde aber zu Ephesus bleiben bis Pfingsten. 9 Denn eine Tür hat sich mir aufgetan, weit und vielversprechend; auch der Widersacher sind viele."

Nachdem Paulus die Gemeinden in Galatien und Phrygien gestärkt hatte, kam er schließlich wieder nach Ephesus. Dort traf er einige Jünger und fragte sie, ob sie den Heiligen Geist empfangen hätten, als sie gläubig geworden waren. Ihre Antwort zeigte, dass ihr Verständnis noch unvollständig war: Sie hatten nicht einmal gehört, dass der Heilige Geist gegeben worden war. Auf die weitere Frage des Paulus erklärten sie, mit der Taufe des Johannes getauft worden zu sein (Apg 19,1-3).

Paulus stellte die Taufe des Johannes nicht herab. Er erklärte vielmehr ihren Platz in Gottes Heilshandeln. Johannes hatte mit einer Taufe der Umkehr getauft und das Volk aufgefordert, an den zu glauben, der nach ihm kommen sollte – an Jesus Christus. Als die Männer dies hörten, ließen sie sich auf den Namen des Herrn Jesus taufen. Paulus legte ihnen die Hände auf, der Heilige Geist kam auf sie, und sie redeten in Sprachen und weissagten. Lukas nennt ihre Zahl mit ungefähr zwölf Männern (Apg 19,4-7). Ihr bisheriges Wissen wurde somit nicht einfach verworfen, sondern durch die volle Erkenntnis Jesu und das Wirken des Geistes ergänzt.

Wie gewohnt ging Paulus anschließend in die Synagoge. Drei Monate lang sprach er dort freimütig, führte Gespräche und suchte die Zuhörer von den Dingen des Reiches Gottes zu überzeugen (Apg 19,8). Doch ein Teil verhärtete sich, glaubte nicht und redete öffentlich schlecht über „den Weg“. Paulus trennte daraufhin die Jünger von ihnen und setzte seinen Lehrdienst an einem anderen Ort fort, in der Schule eines Mannes namens Tyrannus. Dort unterwies er die Menschen regelmäßig.

Dieser Dienst dauerte zwei Jahre. Lukas fasst seine Wirkung mit einer außergewöhnlich weitreichenden Aussage zusammen: Alle Bewohner der Provinz Asia, Juden wie Griechen, hörten das Wort des Herrn (Apg 19,9-10). Das bedeutet nicht notwendigerweise, dass Paulus persönlich jeden Ort besuchte. Vielmehr wurde Ephesus zu einem Zentrum, von dem aus das Evangelium durch Mitarbeiter und Gläubige in die umliegende Region weitergetragen wurde. Paulus selbst erinnert die Ältesten von Ephesus später daran, dass sein Wirken unter ihnen insgesamt drei Jahre umfasste (Apg 20,31).

Gott wirkte während dieser Zeit besondere Wunder durch Paulus. Selbst Tücher und Schürzen, die seinen Körper berührt hatten, wurden zu Kranken gebracht, und Krankheiten wichen, ebenso böse Geister (Apg 19,11-12). Der Bericht schreibt die Wirkung ausdrücklich Gott zu, nicht den Gegenständen und nicht einer besonderen Kraft, die Paulus unabhängig von ihm besessen hätte. Gerade was unmittelbar danach geschah, unterstreicht diese Grenze.

Einige umherziehende jüdische Beschwörer versuchten, den Namen Jesu wie eine wirksame Formel zu gebrauchen. Sie sagten zu bösen Geistern: „Ich beschwöre euch bei dem Jesus, den Paulus predigt.“ Unter ihnen waren sieben Söhne eines jüdischen Hohenpriesters namens Skevas. Der böse Geist antwortete ihnen jedoch: „Jesus kenne ich, und von Paulus weiß ich; wer aber seid ihr?“ Der besessene Mann überwältigte sie, sodass sie verwundet aus dem Haus flohen (Apg 19,13-16). Der Name Jesu ließ sich nicht als magisches Mittel benutzen. Die Autorität lag bei Christus selbst.

Als dieser Vorfall in Ephesus bekannt wurde, kam Furcht über Juden und Griechen, und der Name des Herrn Jesus wurde groß gemacht. Viele Gläubige bekannten offen ihre früheren Praktiken. Menschen, die Zauberei betrieben hatten, brachten ihre Bücher zusammen und verbrannten sie vor allen. Lukas nennt ihren beträchtlichen Wert und fasst anschließend zusammen: „So wuchs das Wort des Herrn mit Macht und nahm überhand“ (Apg 19,17-20). Die Wirkung des Evangeliums zeigte sich damit nicht nur in Worten, sondern in einem sichtbaren Bruch mit früheren Bindungen.

Paulus blieb trotz dieser geistlichen Frucht realistisch im Blick auf den Widerstand. In einem Brief, den er während seines Aufenthalts in Ephesus an die Korinther schrieb, erklärte er, dass er bis Pfingsten in Ephesus bleiben wolle. Zur Begründung schrieb er: „Denn eine große und wirkungsvolle Tür ist mir aufgetan, und der Widersacher sind viele“ (1Kor 16,8-9). Eine offene Tür für das Evangelium bedeutete für Paulus also nicht das Fehlen von Gegnern. Große Möglichkeiten und großer Widerstand konnten gleichzeitig bestehen.

Gerade in Ephesus sollte dieser Widerstand bald öffentlich sichtbar werden. Die Verkündigung, die Menschen von magischen Praktiken und Götzen wegführte, berührte auch wirtschaftliche Interessen. Ein Silberschmied namens Demetrius erkannte, dass die Ausbreitung der Botschaft des Paulus das Geschäft mit den Heiligtümern der Artemis bedrohte. Aus geistlichem Widerstand wurde ein öffentlicher Aufruhr, der die ganze Stadt erfasste und Paulus erneut vor eine gefährliche Situation stellte.

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Der Aufruhr in Ephesus

Apostelgeschichte 19,21-41 – „21 Nachdem aber solches vollbracht war, nahm sich Paulus im Geiste vor, durch Mazedonien und Achaja zu ziehen und nach Jerusalem zu reisen, indem er sprach: Wenn ich dort gewesen bin, muß ich auch Rom sehen. 22 Er sandte aber zwei seiner Gehilfen, Timotheus und Erastus, nach Mazedonien und hielt sich noch eine Zeitlang in Asien auf. 23 Es entstand aber um jene Zeit ein nicht unbedeutender Aufruhr…"
Apostelgeschichte 19,21-41 – „21 Nachdem aber solches vollbracht war, nahm sich Paulus im Geiste vor, durch Mazedonien und Achaja zu ziehen und nach Jerusalem zu reisen, indem er sprach: Wenn ich dort gewesen bin, muß ich auch Rom sehen. 22 Er sandte aber zwei seiner Gehilfen, Timotheus und Erastus, nach Mazedonien und hielt sich noch eine Zeitlang in Asien auf. 23 Es entstand aber um jene Zeit ein nicht unbedeutender Aufruhr…"
Apostelgeschichte 19,23-27 – „23 Es entstand aber um jene Zeit ein nicht unbedeutender Aufruhr um des Weges willen. 24 Denn ein gewisser Demetrius, ein Silberschmied, verfertigte silberne Tempel der Diana und verschaffte den Künstlern nicht unbedeutenden Gewinn. 25 Diese versammelte er samt den Arbeitern desselben Faches und sprach: Ihr Männer, ihr wisset, daß von diesem Gewerbe unser Wohlstand kommt. 26 Und ihr sehet und hör…"
Apostelgeschichte 19,28-34 – „28 Als sie das hörten, wurden sie voll Zorn und schrieen: Groß ist die Diana der Epheser! 29 Und die ganze Stadt kam in Verwirrung, und sie stürmten einmütig ins Theater und rissen die Mazedonier Gajus und Aristarchus, des Paulus Reisegefährten, mit sich. 30 Da aber Paulus unter das Volk gehen wollte, ließen es ihm die Jünger nicht zu. 31 Auch etliche der Obersten von Asien, die seine Freunde war…"

Während der langen Zeit in Ephesus reiften bei Paulus bereits neue Reisepläne. Lukas berichtet, dass Paulus sich vornahm, durch Mazedonien und Achaja nach Jerusalem zu reisen und danach auch Rom zu sehen. Zunächst sandte er Timotheus und Erastus nach Mazedonien, während er selbst noch eine Zeitlang in der Provinz Asia blieb (Apg 19,21-22). Damit blickte sein Dienst schon über Ephesus hinaus. Doch bevor er die Stadt verließ, erreichte der Widerstand gegen die Ausbreitung des Evangeliums einen neuen Höhepunkt.

Ausgangspunkt war ein Silberschmied namens Demetrius. Er stellte silberne Nachbildungen des Tempels der Artemis her und verschaffte damit den Handwerkern beträchtlichen Verdienst. Demetrius versammelte die Männer dieses Gewerbes und wies sie darauf hin, dass ihr Wohlstand von dieser Arbeit abhänge. Dann benannte er Paulus als Gefahr: Dieser habe nicht nur in Ephesus, sondern in beinahe der ganzen Provinz Asia viele Menschen überzeugt, dass von Menschenhänden gemachte Götter keine wirklichen Götter seien (Apg 19,24-26).

Damit bestätigt selbst ein Gegner indirekt die große Reichweite der Verkündigung. Paulus hatte nicht einfach gegen einzelne Kunstgegenstände gesprochen. Seine Botschaft vom lebendigen Gott und von Jesus Christus stellte vielmehr das gesamte religiöse Denken infrage, auf dem der Götzenkult beruhte. Wenn ein von Menschen geschaffenes Bild kein Gott ist, verliert auch der Handel mit solchen Heiligtümern seine religiöse Grundlage. Das Evangelium berührte deshalb nicht nur persönliche Überzeugungen, sondern konnte wirtschaftliche Strukturen erschüttern, die vom Götzendienst lebten.

Demetrius verband seine wirtschaftliche Sorge geschickt mit der Verteidigung der Artemis. Er warnte davor, dass nicht nur ihr Gewerbe in Verruf geraten könne, sondern auch der Tempel der großen Göttin seine Bedeutung verlieren werde (Apg 19,27). Als die Handwerker dies hörten, wurden sie von Zorn erfüllt und riefen: „Groß ist die Diana der Epheser!“ beziehungsweise Artemis der Epheser. Die Erregung griff auf die ganze Stadt über.

Die Menge stürmte in das Theater und schleppte Gajus und Aristarchus, zwei Reisegefährten des Paulus aus Mazedonien, mit sich (Apg 19,28-29). Paulus wollte daraufhin selbst vor das Volk treten. Die Jünger hielten ihn jedoch davon ab. Sogar einige der sogenannten Asiarchen, führende Männer der Provinz, die ihm wohlgesinnt waren, ließen ihm ausrichten, er solle sich nicht in das Theater begeben (Apg 19,30-31). Paulus war bereit, sich der Menge zu stellen, doch seine Mitarbeiter erkannten offenbar, dass dies in dieser Situation nur zusätzliche Gefahr geschaffen hätte.

Im Theater herrschte Verwirrung. Lukas beschreibt, dass die einen dies und die anderen jenes riefen und die meisten überhaupt nicht wussten, warum sie zusammengekommen waren (Apg 19,32). Gerade darin wird sichtbar, wie schnell aus gezielter wirtschaftlicher Agitation ein unkontrollierter Massenaufruhr werden konnte. Schließlich trat Alexander vor, den die Juden nach vorne schoben, offenbar um ihre eigene Stellung gegenüber der Menge zu erklären. Als die Menschen jedoch erkannten, dass er Jude war, schrien sie etwa zwei Stunden lang gemeinsam: „Groß ist die Diana der Epheser!“ (Apg 19,33-34).

Beendet wurde der Aufruhr nicht durch Paulus, sondern durch den Stadtschreiber. Er beruhigte die Menge und wies darauf hin, dass Gajus und Aristarchus weder Tempelräuber seien noch die Göttin gelästert hätten. Wenn Demetrius und die Handwerker eine rechtliche Beschwerde hätten, stünden Gerichte und Statthalter zur Verfügung. Für weitergehende Anliegen gebe es eine ordnungsgemäße Versammlung. Zugleich warnte er davor, dass die Stadt wegen dieses Aufruhrs selbst angeklagt werden könnte, weil es keinen ausreichenden Grund für die Zusammenrottung gab (Apg 19,35-40).

Diese Worte zeigen einen wichtigen Zug im Auftreten des Paulus und seiner Mitarbeiter. Obwohl ihre Botschaft den Götzendienst grundsätzlich infrage stellte, berichtet der Stadtschreiber ausdrücklich, dass die festgehaltenen Männer weder Tempelraub begangen noch die Göttin gelästert hatten. Die Verkündigung des Evangeliums musste nicht durch Beschimpfung oder gewaltsamen Angriff auf Heiligtümer vorangetrieben werden. Die Wahrheit über Gott und Christus war stark genug, die falschen Grundlagen des Götzendienstes selbst zu erschüttern.

Nachdem der Stadtschreiber dies gesagt hatte, löste er die Versammlung auf (Apg 19,41). Paulus war damit einer unmittelbaren Gefahr entgangen, ohne selbst in die Menge hineinzutreten. Der Aufruhr zeigte zugleich, wie tief das Evangelium inzwischen in Ephesus und der umliegenden Region wirkte. Wo Menschen Christus annahmen, konnten nicht alle bisherigen Bindungen und Geschäftsmodelle unverändert bestehen bleiben.

Nach dem Ende der Unruhe rief Paulus die Jünger zu sich, ermutigte sie und nahm Abschied. Dann machte er sich auf den bereits geplanten Weg nach Mazedonien (Apg 20,1). Damit endete sein langer Dienst in Ephesus. Doch die Beziehungen zu den Gemeinden und Mitarbeitern dieser Region blieben bestehen, und auf seiner weiteren Reise sollte Paulus nicht nur bekannte Gemeinden erneut stärken, sondern auch Entscheidungen treffen, die ihn schließlich nach Jerusalem und in eine neue Phase von Gefangenschaft und Zeugnis führen würden.

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Paulus stärkt die Gemeinden und nimmt Abschied in Troas

Apostelgeschichte 20,1-12 – „1 Nachdem sich aber der Tumult gelegt hatte, ließ Paulus die Jünger zu sich kommen und ermahnte sie; dann nahm er Abschied von ihnen und zog aus, um nach Mazedonien zu reisen. 2 Und nachdem er jene Bezirke durchzogen und sie mit vielen Worten ermahnt hatte, kam er nach Griechenland. 3 Und er brachte daselbst drei Monate zu; und da ihm die Juden, als er nach Syrien abfahren wollte, nachstellten, e…" Apostelgeschichte 20,1-12 – „1 Nachdem sich aber der Tumult gelegt hatte, ließ Paulus die Jünger zu sich kommen und ermahnte sie; dann nahm er Abschied von ihnen und zog aus, um nach Mazedonien zu reisen. 2 Und nachdem er jene Bezirke durchzogen und sie mit vielen Worten ermahnt hatte, kam er nach Griechenland. 3 Und er brachte daselbst drei Monate zu; und da ihm die Juden, als er nach Syrien abfahren wollte, nachstellten, e…" 2. Korinther 2,12-13 – „12 Als ich aber nach Troas kam für das Evangelium Christi und mir eine Tür offenstand im Herrn, hatte ich gleichwohl keine Ruhe in meinem Geist, weil ich meinen Bruder Titus nicht fand; 13 sondern ich nahm Abschied von ihnen und reiste nach Mazedonien." 2. Korinther 7,5-7 – „5 Denn als wir nach Mazedonien kamen,…

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Paulus nimmt Abschied von den Ältesten aus Ephesus

Apostelgeschichte 20,17-38 – „17 Von Milet aber schickte er gen Ephesus und ließ die Ältesten der Gemeinde herüberrufen. 18 Und als sie zu ihm gekommen waren, sprach er zu ihnen: Ihr wißt, wie ich mich vom ersten Tag an, als ich Asien betrat, die ganze Zeit unter euch verhalten habe, 19 daß ich dem Herrn diente mit aller Demut, unter Tränen und Anfechtungen, die mir durch die Nachstellungen der Juden widerfuhren; 20 wie ich n…" Apostelgeschichte 20,17-38 – „17 Von Milet aber schickte er gen Ephesus und ließ die Ältesten der Gemeinde herüberrufen. 18 Und als sie zu ihm gekommen waren, sprach er zu ihnen: Ihr wißt, wie ich mich vom ersten Tag an, als ich Asien betrat, die ganze Zeit unter euch verhalten habe, 19 daß ich dem Herrn diente mit aller Demut, unter Tränen und Anfechtungen, die mir durch die Nachstellungen der Juden widerfuhren; 20 wie ich n…" Apostelgeschichte 20,22-24 – „22 Und nun siehe, gebunden im Geiste reise ich nach Jerusalem, ohne zu wissen, was mir dort begegnen wird, 23 außer daß der heilige Geist von Stadt zu Stadt mir bezeugt und sagt, daß Bande und Trübsal meiner warten. 24 Aber ich halte mein Leben nicht der Rede wert, wenn es gilt, meinen Lauf und den Diens…

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Paulus zieht trotz Warnungen nach Jerusalem

Apostelgeschichte 21,1-16 – „1 Als es aber geschah, daß wir uns von ihnen losgerissen hatten und abgefahren waren, kamen wir in gerader Fahrt nach Kos und am folgenden Tage nach Rhodus und von da nach Patara. 2 Und da wir ein Schiff fanden, das nach Phönizien fuhr, stiegen wir ein und fuhren ab. 3 Als wir aber Cypern erblickten, ließen wir es links liegen, fuhren nach Syrien und gelangten nach Tyrus; denn daselbst sollte das…" Apostelgeschichte 21,1-16 – „1 Als es aber geschah, daß wir uns von ihnen losgerissen hatten und abgefahren waren, kamen wir in gerader Fahrt nach Kos und am folgenden Tage nach Rhodus und von da nach Patara. 2 Und da wir ein Schiff fanden, das nach Phönizien fuhr, stiegen wir ein und fuhren ab. 3 Als wir aber Cypern erblickten, ließen wir es links liegen, fuhren nach Syrien und gelangten nach Tyrus; denn daselbst sollte das…" Apostelgeschichte 21,4 – „4 Und als wir die Jünger aufgefunden hatten, blieben wir sieben Tage dort. Und sie sagten dem Paulus durch den Geist, er solle nicht nach Jerusalem hinaufziehen." Apostelgeschichte 21,10-14 – „10 Als wir uns aber mehrere Tage dort aufhielten, kam aus Judäa ein Prophet namens Agabus herab. 11 Der kam zu uns, na…

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Paulus wird im Tempel verhaftet

Apostelgeschichte 21,17-36 – „17 Und als wir in Jerusalem angekommen waren, nahmen uns die Brüder mit Freuden auf. 18 Am folgenden Tage aber ging Paulus mit uns zu Jakobus, und alle Ältesten fanden sich ein. 19 Und nachdem er sie begrüßt hatte, erzählte er alles bis ins einzelne, was Gott unter den Heiden durch seinen Dienst getan hatte. 20 Sie aber priesen Gott, als sie solches hörten, und sprachen zu ihm: Bruder, du siehst,…" Apostelgeschichte 21,17-36 – „17 Und als wir in Jerusalem angekommen waren, nahmen uns die Brüder mit Freuden auf. 18 Am folgenden Tage aber ging Paulus mit uns zu Jakobus, und alle Ältesten fanden sich ein. 19 Und nachdem er sie begrüßt hatte, erzählte er alles bis ins einzelne, was Gott unter den Heiden durch seinen Dienst getan hatte. 20 Sie aber priesen Gott, als sie solches hörten, und sprachen zu ihm: Bruder, du siehst,…" Apostelgeschichte 21,20-26 – „20 Sie aber priesen Gott, als sie solches hörten, und sprachen zu ihm: Bruder, du siehst, wie viele Tausende von Juden gläubig geworden sind, und alle sind Eiferer für das Gesetz. 21 Es ist ihnen aber über dich berichtet worden, du lehrest alle Juden, die unter den Heiden sind, den Abfall von Mose und sa…

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Paulus verteidigt sich vor dem Volk in Jerusalem

Apostelgeschichte 21,37-22 – „22 Was ist nun zu tun? Auf jeden Fall muß die Menge zusammenkommen; denn sie werden hören, daß du angelangt bist. 23 So tue nun das, was wir dir sagen: Wir haben vier Männer, die ein Gelübde auf sich haben; 24 diese nimm zu dir, laß dich reinigen mit ihnen und trage die Kosten für sie, daß sie das Haupt scheren, so werden alle erkennen, daß an dem, was über dich berichtet worden, nichts ist, sond…" Apostelgeschichte 21,37-22 – „22 Was ist nun zu tun? Auf jeden Fall muß die Menge zusammenkommen; denn sie werden hören, daß du angelangt bist. 23 So tue nun das, was wir dir sagen: Wir haben vier Männer, die ein Gelübde auf sich haben; 24 diese nimm zu dir, laß dich reinigen mit ihnen und trage die Kosten für sie, daß sie das Haupt scheren, so werden alle erkennen, daß an dem, was über dich berichtet worden, nichts ist, sond…" Apostelgeschichte 22,3-5 – „3 Ich bin ein jüdischer Mann, geboren zu Tarsus in Cilicien, aber erzogen in dieser Stadt, zu den Füßen Gamaliels, unterrichtet mit allem Fleiß im väterlichen Gesetz, und ich war ein Eiferer für Gott, wie ihr alle es heute seid. 4 Ich verfolgte diesen Weg bis auf den Tod, indem ich Männer und Frauen band u…

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Paulus beruft sich auf sein römisches Bürgerrecht

Apostelgeschichte 22,24-30 – „24 ließ der Oberste ihn in die Kaserne führen und befahl, ihn unter Geißelhieben zu verhören, damit er erführe, aus welchem Grund sie derart über ihn schrieen. 25 Als sie ihn aber [für die Geißelung] mit den Riemen ausstreckten, sprach Paulus zu dem Hauptmann, der dabeistand: Ist es euch erlaubt, einen Römer, dazu noch ohne Urteil, zu geißeln? 26 Als der Hauptmann das hörte, ging er zu dem Oberst…" Apostelgeschichte 22,24-30 – „24 ließ der Oberste ihn in die Kaserne führen und befahl, ihn unter Geißelhieben zu verhören, damit er erführe, aus welchem Grund sie derart über ihn schrieen. 25 Als sie ihn aber [für die Geißelung] mit den Riemen ausstreckten, sprach Paulus zu dem Hauptmann, der dabeistand: Ist es euch erlaubt, einen Römer, dazu noch ohne Urteil, zu geißeln? 26 Als der Hauptmann das hörte, ging er zu dem Oberst…" Apostelgeschichte 22,25-29 – „25 Als sie ihn aber [für die Geißelung] mit den Riemen ausstreckten, sprach Paulus zu dem Hauptmann, der dabeistand: Ist es euch erlaubt, einen Römer, dazu noch ohne Urteil, zu geißeln? 26 Als der Hauptmann das hörte, ging er zu dem Obersten, meldete es ihm und sprach: Siehe zu, was du tun willst, denn d…

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Christus stärkt Paulus in der Nacht

Apostelgeschichte 23,6-24 – „6 Da aber Paulus wußte, daß der eine Teil aus Sadduzäern, der andere aus Pharisäern bestand, rief er in die Ratsversammlung hinein: Ihr Männer und Brüder, ich bin ein Pharisäer und eines Pharisäers Sohn; wegen der Hoffnung und der Auferstehung der Toten werde ich gerichtet! 7 Als er aber solches sagte, entstand ein Streit zwischen den Pharisäern und den Sadduzäern, und die Versammlung spaltete si…" Apostelgeschichte 23,6-24 – „6 Da aber Paulus wußte, daß der eine Teil aus Sadduzäern, der andere aus Pharisäern bestand, rief er in die Ratsversammlung hinein: Ihr Männer und Brüder, ich bin ein Pharisäer und eines Pharisäers Sohn; wegen der Hoffnung und der Auferstehung der Toten werde ich gerichtet! 7 Als er aber solches sagte, entstand ein Streit zwischen den Pharisäern und den Sadduzäern, und die Versammlung spaltete si…" Apostelgeschichte 23,11 – „11 Aber in der folgenden Nacht trat der Herr zu ihm und sprach: Sei getrost, Paulus! Denn wie du in Jerusalem von mir gezeugt hast, so sollst du auch in Rom zeugen." Apostelgeschichte 23,12-22 – „12 Als es aber Tag geworden war, rotteten sich etliche Juden zusammen und verschworen sich, weder zu essen noch zu…

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Paulus verteidigt sich vor Felix in Cäsarea

Apostelgeschichte 23,23-35 – „23 Und er ließ zwei Hauptleute zu sich rufen und sprach: Haltet zweihundert Soldaten bereit, damit sie nach Cäsarea ziehen, dazu siebzig Reiter und zweihundert Schleuderer, von der dritten Stunde der Nacht an; 24 auch soll man Tiere bereitstellen, um den Paulus daraufzusetzen und ihn zu dem Landpfleger Felix in Sicherheit zu bringen. 25 Und er schrieb einen Brief, der folgenden Inhalt hatte: 26 «…" Apostelgeschichte 23,23-35 – „23 Und er ließ zwei Hauptleute zu sich rufen und sprach: Haltet zweihundert Soldaten bereit, damit sie nach Cäsarea ziehen, dazu siebzig Reiter und zweihundert Schleuderer, von der dritten Stunde der Nacht an; 24 auch soll man Tiere bereitstellen, um den Paulus daraufzusetzen und ihn zu dem Landpfleger Felix in Sicherheit zu bringen. 25 Und er schrieb einen Brief, der folgenden Inhalt hatte: 26 «…" Apostelgeschichte 24,1-21 – „1 Nach fünf Tagen aber kam der Hohepriester Ananias mit den Ältesten und einem Redner, einem gewissen Tertullus, hinab; diese erschienen vor dem Landpfleger wider Paulus. 2 Als dieser aber gerufen worden war, erhob Tertullus die Anklage und sprach: 3 Daß wir viel Frieden durch dich genießen und daß diesem…

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Paulus beruft sich auf den Kaiser

Apostelgeschichte 25,1-12 – „1 Als nun Festus in der Provinz angekommen war, zog er nach drei Tagen von Cäsarea nach Jerusalem hinauf. 2 Da wurden die Hohenpriester und die Vornehmsten der Juden bei ihm vorstellig gegen Paulus, 3 redeten ihm zu und baten es sich als eine Gunst wider ihn aus, daß er ihn nach Jerusalem holen ließe; dabei planten sie einen Anschlag, um ihn unterwegs umzubringen. 4 Da antwortete Festus, Paulus w…" Apostelgeschichte 25,1-12 – „1 Als nun Festus in der Provinz angekommen war, zog er nach drei Tagen von Cäsarea nach Jerusalem hinauf. 2 Da wurden die Hohenpriester und die Vornehmsten der Juden bei ihm vorstellig gegen Paulus, 3 redeten ihm zu und baten es sich als eine Gunst wider ihn aus, daß er ihn nach Jerusalem holen ließe; dabei planten sie einen Anschlag, um ihn unterwegs umzubringen. 4 Da antwortete Festus, Paulus w…" Apostelgeschichte 25,8-12 – „8 während Paulus sich also verteidigte: Weder gegen das Gesetz der Juden, noch gegen den Tempel, noch gegen den Kaiser habe ich etwas verbrochen! 9 Festus aber, der sich die Juden zu Dank verpflichten wollte, antwortete dem Paulus und sprach: Willst du nach Jerusalem hinaufziehen und dich dort hierüber von …

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Paulus bezeugt Christus vor König Agrippa

Apostelgeschichte 25,13-26 – „13 Als aber etliche Tage vergangen waren, kam der König Agrippa mit Bernice nach Cäsarea, um Festus zu begrüßen. 14 Und da sie sich mehrere Tage dort aufhielten, legte Festus dem König die Sache des Paulus vor und sprach: Es ist von Felix ein Mann gefangen zurückgelassen worden, 15 wegen dessen, als ich in Jerusalem war, die Hohenpriester und Ältesten der Juden vorstellig wurden, indem sie seine …" Apostelgeschichte 25,13-26 – „13 Als aber etliche Tage vergangen waren, kam der König Agrippa mit Bernice nach Cäsarea, um Festus zu begrüßen. 14 Und da sie sich mehrere Tage dort aufhielten, legte Festus dem König die Sache des Paulus vor und sprach: Es ist von Felix ein Mann gefangen zurückgelassen worden, 15 wegen dessen, als ich in Jerusalem war, die Hohenpriester und Ältesten der Juden vorstellig wurden, indem sie seine …" Apostelgeschichte 26,9-18 – „9 Ich habe zwar auch gemeint, ich müßte gegen den Namen Jesus von Nazareth viel Feindseliges verüben, 10 was ich auch zu Jerusalem tat; und viele der Heiligen ließ ich ins Gefängnis schließen, wozu ich von den Hohenpriestern die Vollmacht empfangen hatte, und wenn sie getötet werden sollten, gab ich die S…

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Paulus auf dem Weg nach Rom

Apostelgeschichte 27,1-26 – „1 Als es aber beschlossen worden war, daß wir nach Italien abfahren sollten, übergaben sie Paulus und einige andere Gefangene einem Hauptmann namens Julius von der Kaiserlichen Schar. 2 Nachdem wir aber ein adramyttenisches Schiff bestiegen hatten, welches der kleinasiatischen Küste entlang fahren sollte, reisten wir ab in Begleitung des Mazedoniers Aristarchus aus Thessalonich. 3 Und am andern T…" Apostelgeschichte 27,1-26 – „1 Als es aber beschlossen worden war, daß wir nach Italien abfahren sollten, übergaben sie Paulus und einige andere Gefangene einem Hauptmann namens Julius von der Kaiserlichen Schar. 2 Nachdem wir aber ein adramyttenisches Schiff bestiegen hatten, welches der kleinasiatischen Küste entlang fahren sollte, reisten wir ab in Begleitung des Mazedoniers Aristarchus aus Thessalonich. 3 Und am andern T…" Apostelgeschichte 27,9-12 – „9 Da aber schon geraume Zeit verflossen war und die Schiffahrt gefährlich wurde, weil auch die Fastenzeit bereits vorüber war, warnte Paulus und sprach zu ihnen: 10 Ihr Männer, ich sehe, daß die Schiffahrt mit Schädigung und großem Verlust nicht nur für die Ladung und das Schiff, sondern auch für unser Lebe…

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Paulus überlebt den Schiffbruch

Apostelgeschichte 27,27-44 – „27 Als nun die vierzehnte Nacht kam, seitdem wir auf dem Adriatischen Meere umhergetrieben wurden, vermuteten die Schiffsleute um Mitternacht, daß sich ihnen Land nähere. 28 Und sie ließen das Senkblei hinunter und fanden zwanzig Klafter. Und als sie ein wenig weitergefahren waren und es wieder hinunterließen, fanden sie fünfzehn Klafter. 29 Und da sie fürchteten, wir könnten auf Klippen geworfen…" Apostelgeschichte 27,27-44 – „27 Als nun die vierzehnte Nacht kam, seitdem wir auf dem Adriatischen Meere umhergetrieben wurden, vermuteten die Schiffsleute um Mitternacht, daß sich ihnen Land nähere. 28 Und sie ließen das Senkblei hinunter und fanden zwanzig Klafter. Und als sie ein wenig weitergefahren waren und es wieder hinunterließen, fanden sie fünfzehn Klafter. 29 Und da sie fürchteten, wir könnten auf Klippen geworfen…" Apostelgeschichte 27,31-36 – „31 sprach Paulus zu dem Hauptmann und zu den Soldaten: Wenn diese nicht im Schiff bleiben, könnt ihr nicht gerettet werden. 32 Da hieben die Kriegsknechte die Stricke des Bootes ab und ließen es hinunterfallen. 33 Bis es aber Tag werden wollte, ermahnte Paulus alle, Speise zu sich zu nehmen, und sprach: …

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Paulus auf Malta

Apostelgeschichte 28,1-10 – „1 Und als wir gerettet waren, da erfuhren wir, daß die Insel Melite hieß. 2 Die Barbaren aber erzeigten uns ungewöhnliche Menschenfreundlichkeit; denn sie zündeten ein Feuer an und holten uns alle herbei wegen des anhaltenden Regens und um der Kälte willen. 3 Als aber Paulus einen Haufen Reiser zusammenraffte und auf das Feuer legte, kam infolge der Hitze eine Otter hervor und fuhr ihm an die Han…" Apostelgeschichte 28,1-10 – „1 Und als wir gerettet waren, da erfuhren wir, daß die Insel Melite hieß. 2 Die Barbaren aber erzeigten uns ungewöhnliche Menschenfreundlichkeit; denn sie zündeten ein Feuer an und holten uns alle herbei wegen des anhaltenden Regens und um der Kälte willen. 3 Als aber Paulus einen Haufen Reiser zusammenraffte und auf das Feuer legte, kam infolge der Hitze eine Otter hervor und fuhr ihm an die Han…" Apostelgeschichte 28,3-6 – „3 Als aber Paulus einen Haufen Reiser zusammenraffte und auf das Feuer legte, kam infolge der Hitze eine Otter hervor und fuhr ihm an die Hand. 4 Wie aber die Einwohner das Tier an seiner Hand hängen sahen, sprachen sie zueinander: Gewiß ist dieser Mensch ein Mörder, den, ob er sich gleich aus dem Meere gere…

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Paulus erreicht Rom

Apostelgeschichte 28,11-22 – „11 Nach drei Monaten aber fuhren wir ab auf einem Schiffe von Alexandria, das auf der Insel überwintert hatte und das Zeichen der Zwillinge führte. 12 Und wir liefen in Syrakus ein und blieben drei Tage daselbst. 13 Und von da segelten wir um die Küste herum und kamen nach Regium; und da sich nach einem Tage der Südwind erhob, gelangten wir am zweiten Tage nach Puteoli. 14 Daselbst fanden wir Brü…" Apostelgeschichte 28,11-22 – „11 Nach drei Monaten aber fuhren wir ab auf einem Schiffe von Alexandria, das auf der Insel überwintert hatte und das Zeichen der Zwillinge führte. 12 Und wir liefen in Syrakus ein und blieben drei Tage daselbst. 13 Und von da segelten wir um die Küste herum und kamen nach Regium; und da sich nach einem Tage der Südwind erhob, gelangten wir am zweiten Tage nach Puteoli. 14 Daselbst fanden wir Brü…" Apostelgeschichte 28,14-16 – „14 Daselbst fanden wir Brüder und wurden von ihnen gebeten, sieben Tage zu bleiben, und so gelangten wir nach Rom. 15 Und von dort kamen die Brüder, als sie von uns gehört hatten, uns entgegen bis gen Appii Forum und Tres Tabernä. Als Paulus sie sah, dankte er Gott und faßte Mut. 16 Da wir aber nach Rom …

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Paulus verkündigt in Rom unter Bewachung

Apostelgeschichte 28,23-31 – „23 Nachdem sie ihm nun einen Tag bestimmt hatten, kamen mehrere zu ihm in die Herberge. Diesen legte er vom Morgen bis zum Abend in einem ausführlichen Zeugnis das Reich Gottes dar und suchte sie von Jesus zu überzeugen, ausgehend von dem Gesetze Moses und von den Propheten. 24 Und die einen ließen sich von dem überzeugen, was er sagte, die andern aber blieben ungläubig. 25 Und da sie sich nicht …" Apostelgeschichte 28,23-31 – „23 Nachdem sie ihm nun einen Tag bestimmt hatten, kamen mehrere zu ihm in die Herberge. Diesen legte er vom Morgen bis zum Abend in einem ausführlichen Zeugnis das Reich Gottes dar und suchte sie von Jesus zu überzeugen, ausgehend von dem Gesetze Moses und von den Propheten. 24 Und die einen ließen sich von dem überzeugen, was er sagte, die andern aber blieben ungläubig. 25 Und da sie sich nicht …" Apostelgeschichte 28,23-24 – „23 Nachdem sie ihm nun einen Tag bestimmt hatten, kamen mehrere zu ihm in die Herberge. Diesen legte er vom Morgen bis zum Abend in einem ausführlichen Zeugnis das Reich Gottes dar und suchte sie von Jesus zu überzeugen, ausgehend von dem Gesetze Moses und von den Propheten. 24 Und die einen ließen sich …

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Das Evangelium breitet sich trotz der Gefangenschaft aus

Philipper 1,12-26 – „12 Ich will aber, Brüder, daß ihr wisset, wie alles, was mir begegnet ist, nur mehr zur Förderung des Evangeliums ausgeschlagen hat 13 so daß in der ganzen kaiserlichen Kaserne und bei den übrigen allen bekannt geworden ist, daß ich um Christi willen gebunden bin, 14 und daß die Mehrzahl der Brüder im Herrn, durch meine Bande ermutigt, es desto kühner wagen, das Wort Gottes zu reden ohne Furcht; …" Philipper 1,12-26 – „12 Ich will aber, Brüder, daß ihr wisset, wie alles, was mir begegnet ist, nur mehr zur Förderung des Evangeliums ausgeschlagen hat 13 so daß in der ganzen kaiserlichen Kaserne und bei den übrigen allen bekannt geworden ist, daß ich um Christi willen gebunden bin, 14 und daß die Mehrzahl der Brüder im Herrn, durch meine Bande ermutigt, es desto kühner wagen, das Wort Gottes zu reden ohne Furcht; …" Epheser 6,19-20 – „19 auch für mich, damit mir ein Wort gegeben werde, so oft ich meinen Mund auftue, freimütig das Geheimnis des Evangeliums kundzutun, 20 für welches ich ein Botschafter bin in Ketten, auf daß ich darin freimütig rede, wie ich reden soll." Philemon 1,8-16 – „8 Darum, wiewohl ich in Christus volle Freiheit hätte, dir zu gebieten, was …

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Spätere Reisen und Verantwortung für die Gemeinden

1. Timotheus 1,3-5 – „3 Wie ich dich bei meiner Abreise nach Mazedonien ermahnte, in Ephesus zu bleiben, damit du etlichen Leuten gebietest, nichts anderes zu lehren, 4 auch nicht auf Legenden und endlose Geschlechtsregister zu achten, welche mehr Streitfragen hervorbringen als göttliche Erbauung im Glauben; 5 und doch ist der Endzweck des Gebotes Liebe aus reinem Herzen und gutem Gewissen und ungeheucheltem Glauben." 1. Timotheus 1,3-5 – „3 Wie ich dich bei meiner Abreise nach Mazedonien ermahnte, in Ephesus zu bleiben, damit du etlichen Leuten gebietest, nichts anderes zu lehren, 4 auch nicht auf Legenden und endlose Geschlechtsregister zu achten, welche mehr Streitfragen hervorbringen als göttliche Erbauung im Glauben; 5 und doch ist der Endzweck des Gebotes Liebe aus reinem Herzen und gutem Gewissen und ungeheucheltem Glauben." Titus 1,5 – „5 Deswegen ließ ich dich in Kreta zurück, damit du das Versäumte nachholen und in jeder Stadt Älteste einsetzen möchtest, wie ich dir befohlen habe:" Titus 3,12-13 – „12 Wenn ich Artemas zu dir senden werde, oder Tychikus, so beeile dich, zu mir nach Nikopolis zu kommen; denn dort habe ich zu überwintern beschlossen. 13 Zenas, den Schriftge…

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Paulus blickt seinem letzten Abschied entgegen

2. Timotheus 4,6-18 – „6 Denn ich werde schon geopfert, und die Zeit meiner Auflösung ist nahe. 7 Ich habe den guten Kampf gekämpft, den Lauf vollendet, den Glauben bewahrt; 8 hinfort liegt für mich die Krone der Gerechtigkeit bereit, welche mir der Herr, der gerechte Richter, an jenem Tage zuerkennen wird, nicht aber mir allein, sondern auch allen, die seine Erscheinung liebgewonnen haben. 9 Beeile dich, bald zu mir z…" 2. Timotheus 4,6-18 – „6 Denn ich werde schon geopfert, und die Zeit meiner Auflösung ist nahe. 7 Ich habe den guten Kampf gekämpft, den Lauf vollendet, den Glauben bewahrt; 8 hinfort liegt für mich die Krone der Gerechtigkeit bereit, welche mir der Herr, der gerechte Richter, an jenem Tage zuerkennen wird, nicht aber mir allein, sondern auch allen, die seine Erscheinung liebgewonnen haben. 9 Beeile dich, bald zu mir z…" 2. Timotheus 1,8-12 – „8 So schäme dich nun nicht des Zeugnisses unsres Herrn, auch nicht meiner, der ich sein Gebundener bin; sondern leide Ungemach mit dem Evangelium, nach der Kraft Gottes, 9 der uns gerettet und mit einem heiligen Ruf berufen hat, nicht nach unsren Werken, sondern nach seinem eigenen Vorsatz und der Gnade, die uns in Christus …

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Paulus’ Briefe bleiben Teil des apostolischen Zeugnisses

2. Petrus 3,15-16 – „15 Und die Geduld unsres Herrn achtet für euer Heil, wie auch unser lieber Bruder Paulus nach der ihm verliehenen Weisheit euch geschrieben hat, 16 wie auch in allen Briefen, wo er davon spricht, in welchen etliches schwer zu verstehen ist, was die Ungelehrten und Unbefestigten verdrehen, wie auch die übrigen Schriften, zu ihrem eigenen Verderben." 2. Petrus 3,15-16 – „15 Und die Geduld unsres Herrn achtet für euer Heil, wie auch unser lieber Bruder Paulus nach der ihm verliehenen Weisheit euch geschrieben hat, 16 wie auch in allen Briefen, wo er davon spricht, in welchen etliches schwer zu verstehen ist, was die Ungelehrten und Unbefestigten verdrehen, wie auch die übrigen Schriften, zu ihrem eigenen Verderben." 1. Korinther 14,37 – „37 Glaubt jemand ein Prophet oder ein Geistbegabter zu sein, der erkenne, daß das, was ich euch schreibe, des Herrn Gebot ist." 1. Thessalonicher 2,13 – „13 Darum danken wir auch Gott unablässig, daß ihr das von uns empfangene Wort der Predigt Gottes aufnahmet, nicht als Menschenwort, sondern als das, was es in Wahrheit ist, als Gottes Wort, welches auch in euch, den Gläubigen, wirkt." Kolosser 4,16 – „16 Und wenn der Brief bei e…

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Paulus versteht sein Leben als Werk der Gnade

1. Korinther 15,9-10 – „9 Denn ich bin der geringste von den Aposteln, nicht wert ein Apostel zu heißen, weil ich die Gemeinde Gottes verfolgt habe. 10 Aber durch Gottes Gnade bin ich, was ich bin, und seine Gnade gegen mich ist nicht vergeblich gewesen, sondern ich habe mehr gearbeitet als sie alle; nicht aber ich, sondern die Gnade Gottes, die mit mir ist." 1. Korinther 15,9-10 – „9 Denn ich bin der geringste von den Aposteln, nicht wert ein Apostel zu heißen, weil ich die Gemeinde Gottes verfolgt habe. 10 Aber durch Gottes Gnade bin ich, was ich bin, und seine Gnade gegen mich ist nicht vergeblich gewesen, sondern ich habe mehr gearbeitet als sie alle; nicht aber ich, sondern die Gnade Gottes, die mit mir ist." 1. Timotheus 1,12-16 – „12 Und darum danke ich dem, der mir Kraft verliehen hat, Christus Jesus, unsrem Herrn, daß er mich treu erachtet und in den Dienst eingesetzt hat, 13 der ich zuvor ein Lästerer und Verfolger und Frevler war. Aber mir ist Erbarmung widerfahren, weil ich es unwissend, im Unglauben getan habe. 14 Über alle Maßen groß aber wurde die Gnade unsres Herrn samt dem Glauben und der Liebe, die in Christus J…" Galater 2,20-21 – „20 Und nicht mehr lebe ich, so…

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Paulus widerspricht Petrus in Antiochia

Galater 2,11-21 – „11 Als aber Petrus nach Antiochia kam, widerstand ich ihm ins Angesicht, denn er war angeklagt. 12 Bevor nämlich etliche von Jakobus kamen, aß er mit den Heiden; als sie aber kamen, zog er sich zurück und sonderte sich ab, weil er die aus der Beschneidung fürchtete. 13 Und es heuchelten mit ihm auch die übrigen Juden, so daß selbst Barnabas von ihrer Heuchelei mitfortgerissen wurde. 14 Als ich ab…" Galater 2,11-21 – „11 Als aber Petrus nach Antiochia kam, widerstand ich ihm ins Angesicht, denn er war angeklagt. 12 Bevor nämlich etliche von Jakobus kamen, aß er mit den Heiden; als sie aber kamen, zog er sich zurück und sonderte sich ab, weil er die aus der Beschneidung fürchtete. 13 Und es heuchelten mit ihm auch die übrigen Juden, so daß selbst Barnabas von ihrer Heuchelei mitfortgerissen wurde. 14 Als ich ab…" Galater 2,11-14 – „11 Als aber Petrus nach Antiochia kam, widerstand ich ihm ins Angesicht, denn er war angeklagt. 12 Bevor nämlich etliche von Jakobus kamen, aß er mit den Heiden; als sie aber kamen, zog er sich zurück und sonderte sich ab, weil er die aus der Beschneidung fürchtete. 13 Und es heuchelten mit ihm auch die übrigen Juden, so daß selbst Barn…

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Paulus lernt, sich seiner Schwachheit zu rühmen

2. Korinther 11,23-33 – „23 Sie sind Diener Christi? Ich rede unsinnig: Ich bin's noch mehr; ich habe weit mehr Mühsal, über die Maßen viele Streiche ausgestanden, war weit mehr in Gefängnissen, öfters in Todesgefahren. 24 Von den Juden habe ich fünfmal vierzig Streiche weniger einen empfangen; 25 dreimal bin ich mit Ruten geschlagen, einmal gesteinigt worden; dreimal habe ich Schiffbruch erlitten; einen Tag und eine Nac…" 2. Korinther 11,23-33 – „23 Sie sind Diener Christi? Ich rede unsinnig: Ich bin's noch mehr; ich habe weit mehr Mühsal, über die Maßen viele Streiche ausgestanden, war weit mehr in Gefängnissen, öfters in Todesgefahren. 24 Von den Juden habe ich fünfmal vierzig Streiche weniger einen empfangen; 25 dreimal bin ich mit Ruten geschlagen, einmal gesteinigt worden; dreimal habe ich Schiffbruch erlitten; einen Tag und eine Nac…" 2. Korinther 12,1-10 – „1 Es ist mir freilich das Rühmen nichts nütze; doch will ich auf die Erscheinungen und Offenbarungen des Herrn zu sprechen kommen. 2 Ich weiß von einem Menschen in Christus, der vor vierzehn Jahren (ob im Leibe, weiß ich nicht, oder ob außerhalb des Leibes, weiß ich nicht; Gott weiß es) bis in den dritten Himmel…

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Paulus versteht sich als Apostel für die Völker

Römer 15,14-29 – „14 Ich habe aber, meine Brüder, die feste Überzeugung von euch, daß auch ihr selbst voll Gütigkeit seid, erfüllt mit aller Erkenntnis und fähig, einander zu ermahnen. 15 Das machte mir aber zum Teil um so mehr Mut, euch zu schreiben, um euer Gedächtnis wieder aufzufrischen, wegen der Gnade, die mir von Gott gegeben ist, 16 daß ich ein Diener Jesu Christi für die Heiden sein soll, der das Evangeli…" Römer 15,14-29 – „14 Ich habe aber, meine Brüder, die feste Überzeugung von euch, daß auch ihr selbst voll Gütigkeit seid, erfüllt mit aller Erkenntnis und fähig, einander zu ermahnen. 15 Das machte mir aber zum Teil um so mehr Mut, euch zu schreiben, um euer Gedächtnis wieder aufzufrischen, wegen der Gnade, die mir von Gott gegeben ist, 16 daß ich ein Diener Jesu Christi für die Heiden sein soll, der das Evangeli…" Galater 1,15-16 – „15 Als es aber Gott, der mich von meiner Mutter Leib an ausgesondert und durch seine Gnade berufen hat, wohlgefiel, 16 seinen Sohn in mir zu offenbaren, damit ich ihn durch das Evangelium unter den Heiden verkündige, ging ich alsbald nicht mit Fleisch und Blut zu Rate," Galater 2,7-9 – „7 sondern im Gegenteil, als sie sahen, daß ich mit d…

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Paulus trägt sein eigenes Volk im Herzen

Römer 9,1-5 – „1 Ich sage die Wahrheit in Christus, ich lüge nicht, wie mir mein Gewissen bezeugt im heiligen Geist, 2 daß ich große Traurigkeit und unablässigen Schmerz in meinem Herzen habe. 3 Ich wünschte nämlich, selber von Christus verbannt zu sein für meine Brüder, meine Verwandten nach dem Fleisch, 4 welche Israeliten sind, denen die Kindschaft und die Herrlichkeit und die Bündnisse und die Gesetzgebung …" Römer 9,1-5 – „1 Ich sage die Wahrheit in Christus, ich lüge nicht, wie mir mein Gewissen bezeugt im heiligen Geist, 2 daß ich große Traurigkeit und unablässigen Schmerz in meinem Herzen habe. 3 Ich wünschte nämlich, selber von Christus verbannt zu sein für meine Brüder, meine Verwandten nach dem Fleisch, 4 welche Israeliten sind, denen die Kindschaft und die Herrlichkeit und die Bündnisse und die Gesetzgebung …" Römer 10,1-4 – „1 Brüder, meines Herzens Wunsch und mein Flehen zu Gott für Israel ist auf ihr Heil gerichtet. 2 Denn ich gebe ihnen das Zeugnis, daß sie eifern um Gott, aber mit Unverstand. 3 Denn weil sie die Gerechtigkeit Gottes nicht erkennen und ihre eigene Gerechtigkeit aufzurichten trachten, sind sie der Gerechtigkeit Gottes nicht untertan. 4 Denn Christus…

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Paulus verzichtet um des Evangeliums willen auf persönliche Rechte

1. Korinther 7,7-8 – „7 Denn ich wollte, alle Menschen wären wie ich; aber jeder hat seine eigene Gnadengabe von Gott, der eine so, der andere so. 8 Ich sage aber den Ledigen und den Witwen: Es ist gut für sie, wenn sie bleiben wie ich." 1. Korinther 7,7-8 – „7 Denn ich wollte, alle Menschen wären wie ich; aber jeder hat seine eigene Gnadengabe von Gott, der eine so, der andere so. 8 Ich sage aber den Ledigen und den Witwen: Es ist gut für sie, wenn sie bleiben wie ich." 1. Korinther 9,1-18 – „1 Bin ich nicht frei? Bin ich nicht ein Apostel? Habe ich nicht unsern Herrn Jesus Christus gesehen? Seid nicht ihr mein Werk im Herrn? 2 Bin ich für andere kein Apostel, so bin ich es doch für euch; denn das Siegel meines Apostelamts seid ihr in dem Herrn. 3 Dies ist meine Verteidigung denen gegenüber, die mich zur Rede stellen: 4 Haben wir nicht Vollmacht, zu essen und zu trinken? 5 Haben wir n…" 1. Korinther 9,19-23 – „19 Denn wiewohl ich frei bin von allen, habe ich mich doch allen zum Knecht gemacht, um ihrer desto mehr zu gewinnen. 20 Den Juden bin ich wie ein Jude geworden, auf daß ich die Juden gewinne; denen, die unter dem Gesetz sind, bin ich geworden, als wäre ich unter dem Gesetz…

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Paulus verteidigt seinen apostolischen Dienst

2. Korinther 10,7-18 – „7 Sehet ihr auf das, was vor Augen liegt? Traut jemand sich selbst zu, daß er Christus angehöre, so möge er wiederum bei sich bedenken, daß, gleichwie er Christus angehört, so auch wir. 8 Denn wenn ich mich auch noch etwas mehr rühmen wollte wegen unsrer Gewalt, die der Herr uns zu eurer Erbauung und nicht zu eurer Zerstörung gegeben hat, so würde ich nicht zuschanden werden, 9 damit es nicht sch…" 2. Korinther 10,7-18 – „7 Sehet ihr auf das, was vor Augen liegt? Traut jemand sich selbst zu, daß er Christus angehöre, so möge er wiederum bei sich bedenken, daß, gleichwie er Christus angehört, so auch wir. 8 Denn wenn ich mich auch noch etwas mehr rühmen wollte wegen unsrer Gewalt, die der Herr uns zu eurer Erbauung und nicht zu eurer Zerstörung gegeben hat, so würde ich nicht zuschanden werden, 9 damit es nicht sch…" 2. Korinther 11,3-15 – „3 Ich fürchte aber, es könnten, wie die Schlange mit ihrer List Eva verführte, so auch eure Sinne verdorben und von der Einfalt gegen Christus abgelenkt werden. 4 Denn wenn der, welcher zu euch kommt, einen andern Jesus predigt, den wir nicht gepredigt haben, oder wenn ihr einen andern Geist empfanget, den ihr nicht empfa…

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Paulus weist jede Bindung an seine Person zurück

1. Korinther 1,10-17 – „10 Ich ermahne euch aber, ihr Brüder, kraft des Namens unsres Herrn Jesus Christus, daß ihr alle einerlei Rede führet und nicht Spaltungen unter euch sein lasset, sondern zusammenhaltet in derselben Gesinnung und in derselben Meinung. 11 Mir ist nämlich, meine Brüder, durch die Leute der Chloe bekanntgeworden, daß Zwistigkeiten unter euch sind. 12 Ich rede aber davon, daß unter euch der eine spri…" 1. Korinther 1,10-17 – „10 Ich ermahne euch aber, ihr Brüder, kraft des Namens unsres Herrn Jesus Christus, daß ihr alle einerlei Rede führet und nicht Spaltungen unter euch sein lasset, sondern zusammenhaltet in derselben Gesinnung und in derselben Meinung. 11 Mir ist nämlich, meine Brüder, durch die Leute der Chloe bekanntgeworden, daß Zwistigkeiten unter euch sind. 12 Ich rede aber davon, daß unter euch der eine spri…" 1. Korinther 3,4-9 – „4 Denn wenn einer sagt: Ich halte zu Paulus, der andere aber: Ich zu Apollos! seid ihr da nicht fleischlich? 5 Was ist nun Apollos, was ist Paulus? Diener sind sie, durch welche ihr gläubig geworden seid, und zwar, wie es der Herr einem jeglichen gegeben hat. 6 Ich habe gepflanzt, Apollos hat begossen, Gott aber hat das Ged…

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Paulus lebt in der Hoffnung auf Auferstehung und Wiederkunft

1. Thessalonicher 4,13-18 – „13 Wir wollen euch aber, ihr Brüder, nicht in Unwissenheit lassen in betreff der Entschlafenen, damit ihr nicht traurig seid wie die andern, die keine Hoffnung haben. 14 Denn wenn wir glauben, daß Jesus gestorben und auferstanden ist, so wird Gott auch die Entschlafenen durch Jesus mit ihm führen. 15 Denn das sagen wir euch in einem Worte des Herrn, daß wir, die wir leben und bis zur Wiederkunft …" 1. Thessalonicher 4,13-18 – „13 Wir wollen euch aber, ihr Brüder, nicht in Unwissenheit lassen in betreff der Entschlafenen, damit ihr nicht traurig seid wie die andern, die keine Hoffnung haben. 14 Denn wenn wir glauben, daß Jesus gestorben und auferstanden ist, so wird Gott auch die Entschlafenen durch Jesus mit ihm führen. 15 Denn das sagen wir euch in einem Worte des Herrn, daß wir, die wir leben und bis zur Wiederkunft …" 1. Korinther 15,51-58 – „51 Siehe, ich sage euch ein Geheimnis: Wir werden nicht alle entschlafen, wir werden aber alle verwandelt werden, 52 plötzlich, in einem Augenblick, zur Zeit der letzten Posaune; denn die Posaune wird erschallen, und die Toten werden auferstehen unverweslich, und wir werden verwandelt werden. 53 Denn dieses Ver…

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Paulus verbindet Gnade mit einem neuen Leben im Geist

Römer 3,21-31 – „21 Nun aber ist außerhalb vom Gesetz die Gerechtigkeit Gottes geoffenbart worden, die von dem Gesetz und den Propheten bezeugt wird, 22 nämlich die Gerechtigkeit Gottes, [veranlaßt] durch den Glauben an Jesus Christus, für alle, die da glauben. 23 Denn es ist kein Unterschied: Alle haben gesündigt und ermangeln der Herrlichkeit Gottes, 24 so daß sie gerechtfertigt werden ohne Verdienst, durch sei…" Römer 3,21-31 – „21 Nun aber ist außerhalb vom Gesetz die Gerechtigkeit Gottes geoffenbart worden, die von dem Gesetz und den Propheten bezeugt wird, 22 nämlich die Gerechtigkeit Gottes, [veranlaßt] durch den Glauben an Jesus Christus, für alle, die da glauben. 23 Denn es ist kein Unterschied: Alle haben gesündigt und ermangeln der Herrlichkeit Gottes, 24 so daß sie gerechtfertigt werden ohne Verdienst, durch sei…" Römer 6,1-14 – „1 Was wollen wir nun sagen? Sollen wir in der Sünde verharren, damit das Maß der Gnade voll werde? 2 Das sei ferne! Wie sollten wir, die wir der Sünde gestorben sind, noch in ihr leben? 3 Oder wisset ihr nicht, daß wir alle, die wir auf Jesus Christus getauft sind, auf seinen Tod getauft sind? 4 Wir sind also mit ihm begraben worden durch die …

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Zusammenfassung und Gebet

Paulus’ Leben gehört zu den eindrücklichsten Zeugnissen dafür, dass Gottes Gnade einen Menschen nicht nur vergeben, sondern grundlegend neu ausrichten kann. Gerade an ihm wird sichtbar, dass religiöser Eifer, Wissen und Gewissen allein noch nicht garantieren, dass ein Mensch Gottes Willen richtig erkennt. Saulus meinte, Gott zu dienen, während er die Gemeinde Jesu verfolgte. Erst die Begegnung mit dem auferstandenen Christus brachte ans Licht, gegen wen sein Kampf in Wahrheit gerichtet war. Doch Christus begegnete dem Verfolger nicht nur mit Wahrheit über seine Schuld. Er begegnete ihm zugleich mit Barmherzigkeit und Berufung. Paulus hat diesen Ursprung seines Dienstes nie vergessen. Je größer seine Verantwortung wurde, desto weniger konnte er sie als Beweis eigener Größe verstehen. Was er war und was durch seinen Dienst geschah, führte er auf die Gnade Gottes zurück. Seine Vergangenheit wurde weder verdrängt noch zu einer lebenslangen Verdammung, sondern blieb ein Zeugnis dafür, wie weit die Barmherzigkeit Christi reicht. Diese Gnade bestimmte auch seine Botschaft. Paulus verkündigte keine Erlösung, die Menschen durch Abstammung, religiöse Leistung oder Werke verdienen könnten. R…

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