Josua
Josua in der Bibel
Josua war ein Israelit aus dem Stamm Ephraim, der zunächst an der Seite Moses diente und später von Gott zu dessen Nachfolger bestimmt wurde. Unter seiner Führung zog Israel über den Jordan und nahm das verheißene Land in Besitz. Seine Geschichte steht für Gottes Treue zu seinen Verheißungen und für einen Dienst, der sich im Vertrauen auf Gottes Wort und in verantwortungsvollem Gehorsam bewähren musste.
Einführung
Josuas Geschichte beginnt nicht mit seiner Geburt. Die Bibel berichtet weder von seiner Kindheit noch davon, wie er aufwuchs. Sie nennt ihn als Sohn Nuns und ordnet ihn dem Stamm Ephraim zu. Als er erstmals als handelnde Person in den Vordergrund tritt, gehört Israel bereits zu dem Volk, das Gott aus der Knechtschaft Ägyptens geführt hat. Josua erscheint damit mitten in einer Geschichte, die längst begonnen hat und deren weitere Entwicklung ihn zunehmend in Verantwortung führen wird.
Dabei trägt er in den biblischen Berichten zunächst nicht immer denselben Namen. In 4. Mose wird erklärt, dass er ursprünglich Hosea hieß und Mose ihn Josua nannte. Der Text nennt keinen Zeitpunkt und keine ausführliche Begründung für diese Namensgebung. Deshalb sollte daraus keine Geschichte konstruiert werden, die die Schrift selbst nicht erzählt. Entscheidend ist vielmehr, dass derselbe Mann bereits früh im Umfeld Moses erscheint und dort Aufgaben erhält, die Vertrauen voraussetzen.
Seine erste ausführlicher berichtete Aufgabe entsteht in einer gefährlichen Situation. Nach dem Auszug aus Ägypten wird Israel von Amalek angegriffen. Mose wendet sich an Josua und überträgt ihm die Aufgabe, Männer auszuwählen und in den Kampf zu ziehen. Über Josuas vorherige militärische Erfahrungen sagt die Bibel nichts. Sie stellt ihn einfach in dem Augenblick vor, in dem er einen konkreten Auftrag erhält und handeln muss.
Damit setzt seine Lebensgeschichte an einem charakteristischen Punkt ein: Josua steht noch nicht an der Spitze Israels. Er befindet sich unter Moses Leitung, übernimmt aber bereits Verantwortung innerhalb des Volkes. Von hier aus beginnt die Schrift Schritt für Schritt sichtbar zu machen, wie dieser Mann in Gottes Führung hineinwächst.
Josua führt Israel gegen Amalek
2. Mose 17,8-13 – „8 Da kam Amalek und stritt wider Israel in Raphidim. 9 Und Mose sprach zu Josua: Erwähle uns Männer und ziehe aus, streite wider Amalek! Morgen will ich auf des Hügels Spitze stehen und den Stab Gottes in meiner Hand haben. 10 Und Josua tat, wie Mose ihm sagte, daß er wider Amalek stritt. Mose aber und Aaron und Hur stiegen auf die Spitze des Hügels. 11 Und solange Mose seine Hände aufhob, siegte…"
2. Mose 17,8-13 – „8 Da kam Amalek und stritt wider Israel in Raphidim. 9 Und Mose sprach zu Josua: Erwähle uns Männer und ziehe aus, streite wider Amalek! Morgen will ich auf des Hügels Spitze stehen und den Stab Gottes in meiner Hand haben. 10 Und Josua tat, wie Mose ihm sagte, daß er wider Amalek stritt. Mose aber und Aaron und Hur stiegen auf die Spitze des Hügels. 11 Und solange Mose seine Hände aufhob, siegte…"
2. Mose 17,14-16 – „14 Da sprach der HERR zu Mose: Schreibe das zum Gedächtnis in ein Buch und lege es Josua in die Ohren, nämlich: ich will das Gedächtnis Amaleks unter dem Himmel ganz austilgen. 15 Und Mose baute dem HERRN einen Altar und hieß ihn: Der HERR ist mein Panier. 16 Und er sprach: Weil eine Hand auf dem Throne des HERRN [erhoben ist], soll der Krieg des HERRN wider Amalek währen, von Geschlecht zu Gesch…"
Josua tritt erstmals namentlich in einer ernsten Bedrohung für Israel hervor. Das Volk befindet sich noch auf dem Weg durch die Wüste, nachdem Gott es aus Ägypten befreit hat. Bei Rephidim kommt Amalek und kämpft gegen Israel. Gerade in dieser Situation wendet sich Mose an Josua und gibt ihm einen konkreten Auftrag: Er soll Männer auswählen, mit ihnen hinausziehen und gegen Amalek kämpfen. Über Josuas Leben vor diesem Augenblick berichtet die Bibel nichts Näheres. Sein erster überlieferter Auftritt ist deshalb unmittelbar mit Verantwortung verbunden.
Josua gehorcht der Anweisung Moses und zieht mit den ausgewählten Männern in den Kampf. Mose dagegen steigt zusammen mit Aaron und Hur auf die Höhe des Hügels und hält den Stab Gottes in seiner Hand. Der Bericht verbindet damit zwei Ebenen des Geschehens: Unten kämpft Josua tatsächlich mit seinen Männern gegen den Feind, während Mose oben vor Gott steht. Wenn Mose seine Hand erhoben hält, gewinnt Israel die Oberhand; sinkt seine Hand, wird Amalek stärker.
Als Moses Hände schwer werden, setzen Aaron und Hur ihn auf einen Stein und stützen seine Hände von beiden Seiten. So bleiben sie erhoben, bis die Sonne untergeht. Josua besiegt schließlich Amalek und dessen Volk mit der Schärfe des Schwertes. Der Text verschweigt also weder Josuas Handeln noch den tatsächlichen Kampf. Gleichzeitig lässt er keinen Zweifel daran, dass Israels Sieg nicht als unabhängige militärische Leistung Josuas verstanden werden darf. Der Verlauf des Kampfes macht die Abhängigkeit des Volkes von Gott sichtbar.
Gerade dadurch wird Josuas erste Aufgabe für seine spätere Lebensgeschichte wichtig. Er lernt Führung nicht in einer Situation, in der seine eigene Stärke genügt. Er muss handeln, Männer führen und Verantwortung übernehmen, während gleichzeitig sichtbar bleibt, dass der Ausgang nicht allein in seiner Hand liegt. Die Bibel sagt nicht ausdrücklich, welche Gedanken Josua dabei hatte oder welche persönlichen Lektionen er aus diesem Ereignis zog. Sicher ist jedoch, dass sein erster berichteter Sieg innerhalb eines Geschehens steht, in dem Gottes Hilfe den entscheidenden Rahmen bildet.
Nach dem Kampf befiehlt Gott Mose, das Geschehen zum Gedächtnis in ein Buch zu schreiben und es Josua ausdrücklich mitzuteilen. Diese zusätzliche Anweisung ist bemerkenswert. Josua soll nicht nur gekämpft haben und anschließend zur nächsten Aufgabe übergehen. Er soll wissen, dass Gott selbst gegen Amalek handeln und dessen Gedächtnis unter dem Himmel auslöschen wird. Damit wird Josua bereits früh in das Verständnis hineingenommen, dass die Geschichte Israels nicht von menschlicher Macht, sondern von Gottes Handeln und seinen Entscheidungen bestimmt wird.
Mose errichtet daraufhin einen Altar und nennt ihn „Der HERR ist mein Panier“. Der Sieg wird damit nicht Josua zugeschrieben, obwohl er die Männer im Kampf angeführt hatte. Die Ehre gehört Gott. Gerade dieses Verhältnis zwischen menschlichem Auftrag und göttlicher Führung zieht sich später durch Josuas Leben: Er wird handeln müssen, manchmal unter großem Druck und mit weitreichender Verantwortung, doch der entscheidende Grund für Israels Erfolg liegt nicht in der Person des menschlichen Führers.
Josua erscheint damit von Anfang an weder als selbstständiger Held noch als bloßer Zuschauer. Er empfängt einen Auftrag, führt ihn aus und erlebt, dass verantwortliches Handeln und Abhängigkeit von Gott zusammengehören. Noch steht Mose deutlich über ihm als Führer Israels. Doch bereits in diesem ersten Ereignis wird Josua mit einer Aufgabe betraut, bei der er Menschen führen und sich zugleich unter eine größere göttliche Wirklichkeit stellen muss. Diese Stellung an Moses Seite wird sich in den folgenden Jahren weiter vertiefen.
Josua dient an Moses Seite
2. Mose 24,12-14 – „12 Und der HERR sprach zu Mose: Steige zu mir herauf auf den Berg und bleibe daselbst, so will ich dir die steinernen Tafeln geben und das Gesetz und das Gebot, das ich geschrieben habe, um sie zu unterweisen! 13 Da machte sich Mose auf samt seinem Diener Josua und stieg auf den Berg hinauf zu Gott. 14 Zu den Ältesten aber hatte er gesagt: Erwartet uns hier, bis wir wieder zu euch kommen; sehet, …"
2. Mose 24,12-14 – „12 Und der HERR sprach zu Mose: Steige zu mir herauf auf den Berg und bleibe daselbst, so will ich dir die steinernen Tafeln geben und das Gesetz und das Gebot, das ich geschrieben habe, um sie zu unterweisen! 13 Da machte sich Mose auf samt seinem Diener Josua und stieg auf den Berg hinauf zu Gott. 14 Zu den Ältesten aber hatte er gesagt: Erwartet uns hier, bis wir wieder zu euch kommen; sehet, …"
2. Mose 32,15-18 – „15 Mose aber wandte sich und stieg vom Berg hinab und hatte die zwei Tafeln des Zeugnisses in seiner Hand; die waren auf beiden Seiten beschrieben. 16 Und die Tafeln waren Gottes Werk, und die Schrift war Gottes Schrift, darein gegraben. 17 Als nun Josua das Geschrei des Volkes hörte, das jauchzte, sprach er zu Mose: Es ist ein Kriegsgeschrei im Lager! 18 Er aber antwortete: Man singt da weder vo…"
2. Mose 33,7-11 – „7 Mose aber nahm die Hütte und schlug sie draußen auf, ferne von dem Lager, und hieß sie eine Hütte der Zusammenkunft. Und wer den HERRN fragen wollte, mußte vor das Lager hinaus zur Hütte der Zusammenkunft gehen. 8 Und wenn Mose zu der Hütte hinausging, so stand alles Volk auf, und jedermann blieb stehen unter der Tür seines Zeltes und sah Mose nach, bis er in die Hütte hineinging. 9 Und wenn Mo…"
Nach dem Kampf gegen Amalek erscheint Josua nicht sofort wieder als militärischer Führer. Die nächste Phase seiner Geschichte führt ihn vielmehr näher an Mose heran. Als Gott Mose auf den Berg ruft, damit er die steinernen Tafeln und seine Weisungen empfängt, steht Josua an seiner Seite. Mose erhebt sich mit seinem Diener Josua und steigt auf den Berg Gottes. Aaron und Hur bleiben dagegen bei den Ältesten zurück und sollen während Moses Abwesenheit für das Volk ansprechbar sein.
Wie weit Josua Mose auf den Sinai hinauf begleitet und wo genau er während der vierzig Tage bleibt, beschreibt der Text nicht. Sicher ist nur, dass er mit Mose aufbricht und später gemeinsam mit ihm wieder erscheint. Die Bibel nennt Josua dabei ausdrücklich Moses Diener. Seine Stellung besteht zu diesem Zeitpunkt also noch nicht darin, selbst Israel zu leiten. Er steht einem Mann zur Seite, dem Gott eine einzigartige Aufgabe innerhalb des Bundesgeschehens übertragen hat, und lernt Führung zunächst im Dienst.
Während Mose auf dem Berg die Gesetzestafeln empfängt, geschieht im Lager eine schwere Krise. Weil das Volk lange auf seine Rückkehr wartet, fordert es Aaron auf, ihm einen Gott zu machen, der vor ihm herziehe. Aaron fertigt das goldene Kalb an, und Israel verbindet damit Opfer und ein Fest. Gott offenbart Mose auf dem Berg den Abfall des Volkes und sendet ihn hinab. Josua erfährt beim Abstieg offenbar zunächst nicht, was im Lager geschehen ist.
Als Josua den Lärm des Volkes hört, deutet er ihn als Kriegsgeschrei. Mose widerspricht: Es sei weder der Ruf von Siegern noch der von Besiegten, sondern Gesang. Erst als sie näherkommen, werden das Kalb und die Tänze sichtbar. Diese kurze Szene zeigt Josua weiterhin unmittelbar an Moses Seite, während einer der schwersten Glaubenskrisen Israels offen zutage tritt. Der Text berichtet allerdings nicht, wie Josua persönlich auf das goldene Kalb reagiert oder welche Rolle er bei den anschließenden Ereignissen übernimmt. Deshalb darf ihm hier keine Haltung zugeschrieben werden, die die Schrift nicht ausdrücklich beschreibt.
Nach diesem Abfall richtet Mose außerhalb des Lagers ein Zelt auf, das als Zelt der Begegnung bezeichnet wird. Wer den HERRN suchen will, geht dorthin hinaus. Wenn Mose das Zelt betritt, kommt die Wolkensäule herab, und der HERR redet mit ihm. Das Volk sieht dies aus der Ferne und wirft sich an den Eingängen seiner Zelte nieder. Die besondere Beziehung zwischen Gott und Mose wird dabei mit ungewöhnlicher Deutlichkeit hervorgehoben.
Unmittelbar danach wird Josua erneut erwähnt. Wenn Mose zum Lager zurückkehrt, weicht Josua, der Sohn Nuns und sein Diener, nicht aus dem Inneren des Zeltes. Die Bibel erklärt nicht, welche konkrete Aufgabe er dort erfüllt oder warum er zurückbleibt. Ebenso sollte die Bezeichnung, die manche Übersetzungen mit „junger Mann“ wiedergeben, nicht zu einer genauen Altersangabe ausgebaut werden, denn Josuas Alter wird an dieser Stelle nicht genannt. Der sichere Schwerpunkt liegt auf seiner beständigen Nähe zu jenem Ort, an dem Mose Gott begegnet.
Diese Jahre im Schatten Moses sind für Josuas weitere Geschichte grundlegend. Er erlebt nicht nur Siege, sondern auch Israels Abfall; nicht nur öffentliches Handeln, sondern langen Dienst; nicht nur menschliche Führung, sondern die zentrale Bedeutung von Gottes Gegenwart und seinem Wort. Noch erhält er keinen Auftrag, Moses Stellung zu übernehmen. Bevor Josua selbst das Volk führen wird, zeigt ihn die Schrift über lange Zeit als einen Mann, der dient, begleitet und in unmittelbarer Nähe zu Moses Verantwortung lebt.
Gerade darin entwickelt sich der rote Faden seines Lebens weiter. Der erste Bericht zeigte Josua im Kampf, dieser Abschnitt zeigt ihn im Dienst. Bald wird er jedoch gemeinsam mit anderen Männern eine Aufgabe erhalten, bei der nicht militärische Fähigkeit, sondern die Frage entscheidend wird, ob er Gottes Verheißung stärker vertraut als dem, was vor seinen Augen bedrohlich erscheint.
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Josua vertraut Gottes Verheißung trotz der Übermacht
4. Mose 14,6-9 – „6 Und Josua, der Sohn Nuns, und Kaleb, der Sohn Jephunnes, die auch das Land erkundigt hatten, zerrissen ihre Kleider und sprachen zu der ganzen Gemeinde der Kinder Israel: 7 Das Land, das wir durchwandelt haben, um es auszukundschaften, ist ein sehr, sehr gutes Land! 8 Wenn der HERR Lust zu uns hat, so wird er uns in dieses Land bringen und es uns geben; ein Land, das von Milch und Honig fließt.…"
4. Mose 14,6-9 – „6 Und Josua, der Sohn Nuns, und Kaleb, der Sohn Jephunnes, die auch das Land erkundigt hatten, zerrissen ihre Kleider und sprachen zu der ganzen Gemeinde der Kinder Israel: 7 Das Land, das wir durchwandelt haben, um es auszukundschaften, ist ein sehr, sehr gutes Land! 8 Wenn der HERR Lust zu uns hat, so wird er uns in dieses Land bringen und es uns geben; ein Land, das von Milch und Honig fließt.…"
4. Mose 13,1-3.8.16-33 – „1 Und der HERR redete mit Mose und sprach: 2 Sende Männer aus, daß sie das Land Kanaan auskundschaften, das ich den Kindern Israel geben will. Von jedem Stamm ihrer Väter sollt ihr einen Mann schicken, lauter Fürsten aus ihrer Mitte. 3 Und Mose sandte sie aus der Wüste Paran nach dem Befehl des HERRN, lauter Männer, die Häupter waren unter den Kindern Israel. 8 Hosea, der Sohn Nuns, vom Stamme Ep…"
4. Mose 14,1-10 – „1 Da erhob die ganze Gemeinde ihre Stimme und schrie, und das Volk weinte dieselbe Nacht. 2 Und alle Kinder Israel murrten wider Mose und Aaron; und die ganze Gemeinde sprach zu ihnen: Ach, daß wir doch in Ägypten gestorben wären, oder noch in dieser Wüste stürben! 3 Warum führt uns der HERR in dieses Land, daß wir durch das Schwert fallen, und daß unsre Weiber und unsre Kinder zum Raube werden? …"
Als Israel schließlich die Grenze des verheißenen Landes erreicht, erhält Josua eine Aufgabe, die seine Haltung gegenüber Gottes Zusage sichtbar macht. Auf Gottes Anweisung werden zwölf Männer ausgewählt, aus jedem Stamm einer, um das Land Kanaan zu erkunden. Für den Stamm Ephraim wird Hosea, der Sohn Nuns, genannt. In diesem Zusammenhang hält der Bericht ausdrücklich fest, dass Mose Hosea den Namen Josua gab. Wann genau diese Namensänderung erfolgte und aus welchem unmittelbaren Anlass, erklärt der Text nicht näher.
Die zwölf Männer ziehen durch das Land und sehen, dass es tatsächlich fruchtbar ist. Nach vierzig Tagen kehren sie zurück und bringen Früchte mit, darunter eine große Weintraube. Ihr gemeinsamer Bericht beginnt positiv: Das Land fließt wirklich von Milch und Honig. Doch zugleich sprechen sie von befestigten Städten und mächtigen Bewohnern. Bis hierhin stehen die Beobachtungen nicht im Widerspruch zu Gottes Verheißung. Die entscheidende Frage ist vielmehr, wie Israel diese sichtbaren Hindernisse im Verhältnis zu Gottes Zusage beurteilt.
Zehn Kundschafter lassen die Schwierigkeiten schließlich größer erscheinen als die Möglichkeit, Gottes Auftrag zu erfüllen. Sie erklären, Israel könne gegen diese Menschen nicht hinaufziehen, weil sie stärker seien. Ihr Bericht steigert sich bis zu einem Bild völliger Unterlegenheit. Das Volk reagiert mit Angst, Weinen und offener Rebellion. Es klagt gegen Mose und Aaron, wünscht, in Ägypten oder in der Wüste gestorben zu sein, und spricht sogar davon, einen neuen Anführer einzusetzen und nach Ägypten zurückzukehren.
Josua und Kaleb stellen sich dieser Haltung entgegen. Sie zerreißen ihre Kleider und sprechen zur gesamten Gemeinde. Dabei leugnen sie die Schwierigkeiten nicht. Sie behaupten weder, die befestigten Städte seien harmlos, noch bestreiten sie die Stärke der Bewohner. Ihr Unterschied zu den anderen Kundschaftern liegt an einem anderen Punkt: Sie beurteilen dieselbe Wirklichkeit im Licht der Gegenwart und Verheißung Gottes.
Josua und Kaleb erklären, das Land sei außerordentlich gut. Wenn der HERR Gefallen an Israel habe, werde er das Volk hineinbringen und ihm das Land geben. Deshalb warnen sie eindringlich davor, sich gegen Gott aufzulehnen oder aus Angst vor den Bewohnern Kanaans zurückzuweichen. Der entscheidende Satz lautet: Der HERR ist mit Israel. Gerade darin liegt die Grundlage ihres Mutes. Josuas Vertrauen richtet sich nicht darauf, dass Israel militärisch überlegen wäre, sondern darauf, dass Gottes Zusage verlässlicher ist als die sichtbare Übermacht des Gegners.
Die Reaktion des Volkes zeigt, wie tief der Unglaube inzwischen reicht. Die Gemeinde spricht davon, Josua und Kaleb zu steinigen. In diesem Augenblick erscheint die Herrlichkeit des HERRN an der Stiftshütte vor allen Israeliten. Der Konflikt ist damit nicht mehr lediglich eine Meinungsverschiedenheit zwischen Kundschaftern. Gott selbst beurteilt die Weigerung des Volkes als Verachtung seiner bisherigen Führung und als mangelnden Glauben trotz der Zeichen, die Israel bereits gesehen hat.
Für Josuas Lebensgeschichte ist dieser Augenblick von großer Bedeutung. Er hat Gott schon beim Kampf gegen Amalek als den entscheidenden Geber des Sieges erlebt und Moses Dienst aus unmittelbarer Nähe begleitet. Nun steht er selbst öffentlich gegen die Mehrheit des Volkes, weil Gottes Verheißung für ihn schwerer wiegt als die Furcht, die sich im Lager ausbreitet. Die Schrift beschreibt damit keine abstrakte Charaktereigenschaft, sondern eine konkrete Glaubensentscheidung unter erheblichem Druck.
Diese Entscheidung wird weitreichende Folgen haben. Die Generation, die sich weigert, Gott zu vertrauen und in das Land zu ziehen, wird das verheißene Ziel nicht erreichen. Josua und Kaleb dagegen werden von diesem Gericht ausdrücklich ausgenommen. Für Josua beginnt damit ein langer Weg des Wartens: Er hat dem Wort Gottes vertraut, doch die Erfüllung wird nicht sofort kommen. Bevor er selbst Israel über den Jordan führen kann, wird er die Jahre der Wüstenwanderung gemeinsam mit einer Generation durchleben, die das Land aufgrund ihres Unglaubens nicht betreten darf.
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Josua bleibt von Gottes Gericht verschont
4. Mose 14,26-38 – „26 Und der HERR redete mit Mose und Aaron und sprach: 27 Wie lange soll ich diese böse Gemeinde dulden, die wider mich murrt? Ich habe das Murren der Kinder Israel gehört, welches sie wider mich erheben. 28 Darum sprich zu ihnen: So wahr ich lebe, spricht der HERR, ich will euch tun, wie ihr vor meinen Ohren gesagt habt: 29 Eure Leichname sollen in dieser Wüste zerfallen, und alle eure Gemusterte…"
4. Mose 14,26-38 – „26 Und der HERR redete mit Mose und Aaron und sprach: 27 Wie lange soll ich diese böse Gemeinde dulden, die wider mich murrt? Ich habe das Murren der Kinder Israel gehört, welches sie wider mich erheben. 28 Darum sprich zu ihnen: So wahr ich lebe, spricht der HERR, ich will euch tun, wie ihr vor meinen Ohren gesagt habt: 29 Eure Leichname sollen in dieser Wüste zerfallen, und alle eure Gemusterte…"
4. Mose 26,63-65 – „63 Das ist die Musterung der Kinder Israel, die Mose und Eleasar, der Priester, vornahmen in der Ebene Moab am Jordan, Jericho gegenüber. 64 Unter diesen war keiner von denjenigen, welche Mose und Aaron, der Priester, musterten, als sie die Kinder Israel in der Wüste Sinai zählten. 65 Denn der HERR hatte ihnen gesagt, sie sollten in der Wüste des Todes sterben. Und es blieb keiner übrig, außer Ka…"
4. Mose 32,10-12 – „10 Und der Zorn des HERRN entbrannte zu derselben Zeit, und er schwur und sprach: 11 Fürwahr, die Männer, die aus Ägypten gezogen sind, von zwanzig Jahren an und darüber sollen das Land nicht sehen, das ich Abraham, Isaak und Jakob geschworen habe, weil sie mir nicht gänzlich nachgefolgt sind; 12 ausgenommen Kaleb, der Sohn Jephunnes, der Kenisiter, und Josua, der Sohn Nuns; denn sie sind dem HER…"
Nach der Auflehnung Israels bei Kadesch folgt Gottes Urteil über die Generation, die sich geweigert hat, seiner Verheißung zu vertrauen. Das Volk hatte die Rettung aus Ägypten erlebt, Gottes Versorgung in der Wüste erfahren und dennoch erklärt, es könne das Land wegen seiner mächtigen Bewohner nicht einnehmen. Deshalb sollen diejenigen, die sich gegen Gott erhoben haben, das verheißene Land nicht betreten. Die vierzig Tage, während deren die Kundschafter Kanaan erkundet hatten, werden dabei zum Maßstab für vierzig Jahre der Wanderung in der Wüste.
Von diesem Gericht werden Josua und Kaleb ausdrücklich ausgenommen. Die zehn anderen Kundschafter, deren Bericht das Volk zum Unglauben geführt hatte, sterben durch eine Plage vor dem HERRN. Der Text hebt anschließend hervor, dass von den Männern, die das Land ausgekundschaftet hatten, Josua und Kaleb am Leben blieben. Ihre Bewahrung ist damit unmittelbar mit der unterschiedlichen Haltung verbunden, die sie gegenüber Gottes Zusage eingenommen hatten.
Das bedeutet jedoch nicht, dass Josua sofort in das Land einziehen kann. Obwohl er der Verheißung vertraut hat, muss er gemeinsam mit Israel durch die langen Jahre der Wüstenwanderung gehen. Die Bibel berichtet nur wenige Einzelheiten über sein persönliches Leben während dieser Zeit. Sie erzählt nicht, welche täglichen Aufgaben er erfüllte oder wie er jede einzelne Krise erlebte. Gerade deshalb darf diese lange Lebensphase nicht mit frei erfundenen Erfahrungen ausgefüllt werden.
Sicher ist dagegen, dass Josua Zeuge eines gewaltigen Generationenwechsels wird. Die Männer, die beim ersten Zählen Israels nach dem Auszug aus Ägypten erfasst worden waren und sich später gegen Gottes Verheißung gestellt hatten, sterben nach und nach in der Wüste. Als gegen Ende der Wanderung erneut eine Volkszählung durchgeführt wird, hält der Bericht fest, dass von der früher gezählten Generation niemand mehr übrig war außer Kaleb, dem Sohn Jephunnes, und Josua, dem Sohn Nuns.
Damit bekommt Josuas eigenes Leben eine besondere Stellung zwischen zwei Generationen. Er hatte Ägypten verlassen, die frühen Erfahrungen Israels in der Wüste miterlebt, am Sinai an Moses Seite gestanden und Kanaan bereits mit eigenen Augen gesehen. Zugleich wird er mit einer jüngeren Generation weiterziehen, die das Land tatsächlich betreten soll. Seine spätere Führungsaufgabe entsteht deshalb nicht losgelöst von Israels Vergangenheit. Josua kennt sowohl Gottes mächtige Führung als auch die schwerwiegenden Folgen des Unglaubens aus eigener Erfahrung.
Mose greift den Rückblick auf Kadesch später erneut auf und erinnert Israel daran, dass Gott über jene Generation zornig geworden war. Wieder werden Kaleb und Josua ausdrücklich als Ausnahmen genannt. Bei Josua wird hinzugefügt, dass er das Land betreten und Israel dort sein Erbteil geben werde. Die Bewahrung seines Lebens ist damit nicht nur eine persönliche Belohnung für einen einzelnen Glaubensschritt. Sie steht zunehmend im Zusammenhang mit einer Aufgabe, die er für das ganze Volk übernehmen soll.
Dennoch sollte Josuas Bewahrung nicht so verstanden werden, als hätte er sich durch seine Treue das verheißene Land verdient. Die gesamte Geschichte Israels bleibt von Gottes Bundestreue und Gnade getragen. Gleichzeitig behandelt Gott menschliche Entscheidungen nicht als bedeutungslos. Der Unglaube der einen Generation hat reale Folgen, während Josua und Kaleb gerade deshalb hervorgehoben werden, weil sie sich nicht der Rebellion angeschlossen haben.
Vierzig Jahre liegen damit zwischen Josuas mutigem Bekenntnis an der Grenze Kanaans und der tatsächlichen Erfüllung der Verheißung. Sein Leben zeigt an dieser Stelle, dass Vertrauen auf Gott nicht bedeutet, jede Zusage sofort erfüllt zu sehen. Josua muss warten, dienen und den Wandel einer ganzen Generation miterleben. Erst als sich Moses eigener Lebensweg seinem Ende nähert, tritt die Frage offen hervor, wer Israel künftig führen und den begonnenen Weg in das verheißene Land fortsetzen soll.
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Gott bestimmt Josua zum Nachfolger Moses
4. Mose 27,15-23 – „15 Und Mose redete mit dem HERRN und sprach: 16 Der HERR, der Gott der Geister alles Fleisches, wolle einen Mann über die Gemeinde setzen, 17 der vor ihnen aus und eingehe und sie aus und einführe, daß die Gemeinde des HERRN nicht sei wie Schafe, die keinen Hirten haben! 18 Und der HERR sprach zu Mose: Nimm Josua, den Sohn Nuns, zu dir, einen Mann, in welchem der Geist ist, 19 und lege deine Hand…"
4. Mose 27,15-23 – „15 Und Mose redete mit dem HERRN und sprach: 16 Der HERR, der Gott der Geister alles Fleisches, wolle einen Mann über die Gemeinde setzen, 17 der vor ihnen aus und eingehe und sie aus und einführe, daß die Gemeinde des HERRN nicht sei wie Schafe, die keinen Hirten haben! 18 Und der HERR sprach zu Mose: Nimm Josua, den Sohn Nuns, zu dir, einen Mann, in welchem der Geist ist, 19 und lege deine Hand…"
5. Mose 31,1-8 – „1 Und Mose ging hin und redete diese Worte zu ganz Israel und sprach zu ihnen: 2 Ich bin heute hundertundzwanzig Jahre alt, ich kann nicht mehr aus und eingehen; auch hat der HERR zu mir gesagt: Du sollst diesen Jordan nicht überschreiten! 3 Der HERR, dein Gott, geht selbst vor dir hinüber; Er selbst wird diese Völker vor dir her vertilgen, daß du sie überwindest; Josua geht vor dir hinüber, wie …"
5. Mose 34,9 – „9 Josua aber, der Sohn Nuns, war mit dem Geist der Weisheit erfüllt; denn Mose hatte seine Hände auf ihn gelegt; und die Kinder Israel gehorchten ihm und taten, wie der HERR Mose geboten hatte."
Als sich Moses Lebensweg seinem Ende nähert, wird die Frage nach der zukünftigen Führung Israels unvermeidlich. Gott hat Mose mitgeteilt, dass auch er das verheißene Land nicht betreten wird. Mose reagiert darauf nicht zuerst mit Sorge um seine eigene Stellung, sondern bittet den HERRN, einen Mann über die Gemeinde zu setzen, der vor ihr aus- und eingehen und sie führen könne. Israel soll nach seinem Tod nicht „wie Schafe sein, die keinen Hirten haben“. In diesem Zusammenhang nennt Gott selbst Josua.
Der HERR bezeichnet Josua als einen Mann, „in dem der Geist ist“, und weist Mose an, ihn zu nehmen und ihm die Hand aufzulegen. Die Nachfolge entsteht damit nicht durch persönliche Selbsternennung, familiäre Abstammung oder einen Machtkampf innerhalb Israels. Josua wird von Gott bestimmt. Mose soll diese Berufung öffentlich sichtbar machen, indem er Josua vor den Priester Eleasar und die ganze Gemeinde stellt und ihm vor ihren Augen Auftrag und Verantwortung überträgt.
Dabei erhält Josua nicht einfach eine private Zusage für seinen eigenen Lebensweg. Seine Berufung ist unmittelbar auf das Volk ausgerichtet. Er soll Israel führen, wenn es in das verheißene Land einzieht. Zugleich wird deutlich, dass seine Stellung nicht in jeder Hinsicht identisch mit der besonderen Stellung Moses sein wird. Josua soll sich bei Entscheidungen an den Priester Eleasar wenden, der vor dem HERRN durch das Urim für ihn fragen soll. Die Führung Israels bleibt damit auch unter Josua an Gottes Weisung gebunden.
Mose führt den Auftrag aus, wie Gott ihn gegeben hat. Er nimmt Josua, stellt ihn vor Eleasar und die Gemeinde, legt ihm die Hände auf und setzt ihn in sein Amt ein. Später fasst das fünfte Buch Mose diesen Übergang mit der Aussage zusammen, Josua sei mit dem Geist der Weisheit erfüllt gewesen, weil Mose seine Hände auf ihn gelegt hatte. Israel hört deshalb nach Moses Tod auf Josua. Die Übergabe seiner Verantwortung besitzt somit sowohl eine göttliche Berufung als auch eine öffentliche Bestätigung vor dem Volk.
Kurz vor seinem Tod spricht Mose Josua nochmals vor ganz Israel Mut zu. Er erklärt ihm, dass Josua mit diesem Volk in das Land ziehen und es ihnen als Erbe zuteilen wird. Wieder steht dabei nicht Josuas eigene Fähigkeit im Mittelpunkt. Mose verweist auf den HERRN, der selbst vor Israel hergehen, bei Josua sein und ihn weder verlassen noch aufgeben wird. Deshalb soll Josua stark und mutig sein und sich nicht fürchten.
Diese Worte sind besonders wichtig, weil Mut hier nicht als angeborene Furchtlosigkeit beschrieben wird. Die Bibel sagt nicht, dass Josua niemals Angst empfunden habe oder von Natur aus außergewöhnlich selbstsicher gewesen sei. Die Aufforderung zum Mut wird vielmehr unmittelbar mit Gottes Gegenwart verbunden. Josua soll den kommenden Aufgaben deshalb begegnen können, weil der HERR selbst mit ihm sein wird.
Für Josua bedeutet dieser Übergang eine erhebliche Veränderung. Über viele Jahre hatte er Mose gedient, ihn begleitet, von ihm Aufträge empfangen und an seiner Seite Gottes Führung erlebt. Nun soll er selbst die Verantwortung für ein ganzes Volk tragen. Doch seine Aufgabe beginnt nicht mit der Erwartung, Mose aus eigener Kraft ersetzen zu müssen. Der Gott, der Mose geführt hat, verspricht auch Josua seine Gegenwart.
Damit nähert sich die lange Zeit des Wartens ihrem Ende. Josua hatte das verheißene Land bereits Jahrzehnte zuvor gesehen und darauf vertraut, dass Gott Israel hineinbringen könne. Nun wird er selbst derjenige sein, der die neue Generation über den Jordan führen soll. Bevor dies geschieht, muss jedoch der Mann sterben, unter dessen Leitung Josua so lange gedient hat – und danach wird Gott selbst Josua erneut unmittelbar seinen Auftrag bestätigen.
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Nach Moses Tod spricht Gott selbst zu Josua
Josua 1,1-9 – „1 Und es begab sich nach dem Tode Moses, des Knechtes des HERRN, daß der HERR zu Josua, dem Sohne Nuns, dem Diener Moses, sprach: 2 Mein Knecht Mose ist gestorben; so mache dich nun auf, ziehe über diesen Jordan, du und dieses ganze Volk, in das Land, das ich ihnen gegeben habe, den Kindern Israel! 3 Jeden Ort, darauf eure Fußsohlen treten, habe ich euch gegeben, wie ich Mose versprochen habe. 4 …"
Josua 1,1-9 – „1 Und es begab sich nach dem Tode Moses, des Knechtes des HERRN, daß der HERR zu Josua, dem Sohne Nuns, dem Diener Moses, sprach: 2 Mein Knecht Mose ist gestorben; so mache dich nun auf, ziehe über diesen Jordan, du und dieses ganze Volk, in das Land, das ich ihnen gegeben habe, den Kindern Israel! 3 Jeden Ort, darauf eure Fußsohlen treten, habe ich euch gegeben, wie ich Mose versprochen habe. 4 …"
5. Mose 34,5-9 – „5 Also starb Mose, der Knecht des HERRN, daselbst im Lande der Moabiter, nach dem Befehl des HERRN; 6 und er begrub ihn im Tal, im Lande Moab, Beth-Peor gegenüber; aber niemand hat sein Grab erfahren bis auf den heutigen Tag. 7 Und Mose war hundertundzwanzig Jahre alt, da er starb: seine Augen waren nicht schwach geworden, und seine Kraft war nicht gewichen. 8 Die Kinder Israel aber beweinten Mos…"
Josua 1,10-18 – „10 Da gebot Josua den Amtleuten des Volkes und sprach: 11 Gehet mitten durch das Lager, gebietet dem Volk und sprechet: Bereitet euch Speise auf die Reise, denn innert drei Tagen werdet ihr über diesen Jordan gehen, daß ihr hineinkommet und das Land einnehmet, das euch der Herr, euer Gott, einzunehmen gibt. 12 Und zu den Rubenitern, Gaditern und dem halben Stamm Manasse sprach Josua also: 13 Gede…"
Mit Moses Tod endet eine außergewöhnliche Epoche in Israels Geschichte. Mose, der das Volk aus Ägypten geführt, Gottes Gesetz empfangen und Israel jahrzehntelang durch die Wüste geleitet hatte, stirbt im Land Moab. Israel trauert dreißig Tage um ihn. Josua steht damit nicht länger neben seinem Lehrer und Führer. Die Verantwortung, auf die er vorbereitet worden war, liegt nun tatsächlich vor ihm.
Das Buch Josua beginnt bewusst mit diesem Einschnitt: „Nachdem Mose, der Knecht des HERRN, gestorben war, sprach der HERR zu Josua.“ Gott selbst eröffnet damit Josuas neue Lebensphase. Er erinnert ihn nicht daran, eine eigene Vision für Israel zu entwickeln, sondern gibt ihm einen klaren Auftrag: Er soll sich aufmachen, mit dem ganzen Volk über den Jordan ziehen und in das Land gehen, das Gott Israel geben will. Die Verheißung, die Josua Jahrzehnte zuvor als Kundschafter verteidigt hatte, wird nun zu seinem persönlichen Führungsauftrag.
Gott verbindet diesen Auftrag mit einer Zusicherung seiner Gegenwart. Wie er mit Mose gewesen ist, so will er auch mit Josua sein; niemand soll vor ihm bestehen können, solange er seinen Auftrag erfüllt. Mehrfach hört Josua deshalb dieselbe Aufforderung: Er soll stark und mutig sein. Die Wiederholung zeigt nicht, dass menschliche Entschlossenheit aus sich selbst genügt. Josuas Mut wird vielmehr an Gottes Verheißung gebunden: Der HERR wird ihn nicht verlassen und nicht von ihm weichen.
Doch Gottes Zusage steht unmittelbar neben einer ebenso deutlichen Verpflichtung. Josua soll darauf achten, nach dem ganzen Gesetz zu handeln, das Mose ihm geboten hat. Er darf weder zur Rechten noch zur Linken davon abweichen. Das Buch des Gesetzes soll nicht von seinem Mund weichen; er soll Tag und Nacht darüber nachsinnen und danach handeln. Erfolgreiche Führung wird damit nicht zuerst an militärischer Stärke, strategischem Geschick oder persönlicher Ausstrahlung gemessen, sondern an Treue gegenüber Gottes offenbartem Wort.
Gerade diese Verbindung ist für Josuas weitere Geschichte grundlegend. Gottes Gegenwart ist keine Erlaubnis, eigene Wege zu gehen, während man sich gleichzeitig auf seine Verheißungen beruft. Umgekehrt soll Josua Gottes Gebote nicht aus eigener Kraft erfüllen, als hinge Israels Zukunft allein von seiner Leistung ab. Gottes Zusage und Josuas Gehorsam gehören zusammen: Gott führt und gibt das Land; Josua soll seinem Wort vertrauen und entsprechend handeln.
Nachdem Gott zu ihm gesprochen hat, beginnt Josua unmittelbar mit seiner Aufgabe. Er befiehlt den Amtleuten des Volkes, durch das Lager zu gehen und die Israeliten auf den bevorstehenden Übergang vorzubereiten. Innerhalb von drei Tagen sollen sie den Jordan überschreiten, um das Land einzunehmen. Josua bleibt also nicht bei der persönlichen Ermutigung stehen. Aus Gottes Wort folgt konkretes Handeln.
Auch die Rubeniter, Gaditer und der halbe Stamm Manasse erinnert Josua an ihre zuvor gegenüber Mose übernommene Verpflichtung. Ihre Familien und ihr Besitz dürfen östlich des Jordan bleiben, doch ihre kampffähigen Männer sollen mit den übrigen Israeliten ziehen, bis auch deren Erbteil gesichert ist. Die Männer bestätigen Josua ihre Bereitschaft und erklären, sie wollten auf ihn hören, wie sie auf Mose gehört hatten. Zugleich wünschen sie ihm ausdrücklich, dass der HERR mit ihm sein möge, wie er mit Mose gewesen war.
Damit ist der Führungswechsel vollzogen. Josua besitzt weder Moses persönliche Lebensgeschichte noch dessen einzigartige Stellung, doch er trägt nun den ihm von Gott gegebenen Auftrag für die nächste Phase Israels. Seine Autorität entsteht nicht daraus, Mose nachzuahmen, sondern daraus, dem Gott zu gehorchen, der schon Mose geführt hatte. Vor Josua liegt nun die Grenze, an der Israel Jahrzehnte zuvor aus Unglauben zurückgewichen war. Diesmal soll das Volk den Jordan tatsächlich überschreiten.
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Josua sendet Kundschafter nach Jericho
Josua 2,1-14 – „1 Da sandte Josua, der Sohn Nuns, von Sittim zwei Männer heimlich als Kundschafter aus und sprach: Gehet hin, besehet das Land und Jericho! Diese gingen hin und kamen in das Haus einer Dirne namens Rahab und legten sich daselbst nieder. 2 Es ward aber dem König zu Jericho gesagt: Siehe, in dieser Nacht sind Männer von den Kindern Israel hereingekommen, das Land auszukundschaften! 3 Da sandte der …"
Josua 2,1-14 – „1 Da sandte Josua, der Sohn Nuns, von Sittim zwei Männer heimlich als Kundschafter aus und sprach: Gehet hin, besehet das Land und Jericho! Diese gingen hin und kamen in das Haus einer Dirne namens Rahab und legten sich daselbst nieder. 2 Es ward aber dem König zu Jericho gesagt: Siehe, in dieser Nacht sind Männer von den Kindern Israel hereingekommen, das Land auszukundschaften! 3 Da sandte der …"
Josua 2,23-24 – „23 Also stiegen die beiden Männer wieder vom Gebirge hinunter, setzten über und kamen zu Josua, dem Sohne Nuns, und erzählten ihm alles, wie sie es gefunden hatten, 24 und sprachen zu Josua: Der HERR hat das ganze Land in unsre Hände gegeben; auch sind alle Einwohner verzagt vor uns!"
Hebräer 11,31 – „31 Durch Glauben kam Rahab, die Dirne, nicht mit den Ungehorsamen um, weil sie die Kundschafter mit Frieden aufgenommen hatte."
Noch bevor Israel den Jordan überschreitet, unternimmt Josua einen vorbereitenden Schritt. Von Schittim aus sendet er heimlich zwei Männer aus, damit sie das Land und besonders Jericho auskundschaften. Jahrzehnte zuvor war Josua selbst einer der zwölf Kundschafter gewesen, die Kanaan erkundet hatten. Damals hatte die Mehrheit aus den sichtbaren Gefahren einen Grund gemacht, Gottes Verheißung nicht zu vertrauen. Nun steht Josua selbst an der Spitze Israels und schickt Kundschafter voraus, ohne dass der Bericht darin einen Gegensatz zu seinem Vertrauen auf Gott erkennen lässt. Vorbereitung und Glaube schließen einander nicht aus.
Die beiden Männer gelangen nach Jericho und kommen in das Haus einer Frau namens Rahab. Als dem König von Jericho gemeldet wird, dass israelitische Männer in die Stadt gekommen sind, fordert er Rahab auf, sie herauszugeben. Sie verbirgt die Kundschafter jedoch auf ihrem Dach unter Flachsstängeln und lenkt die Suchenden auf einen anderen Weg. Die Bibel berichtet ihr Handeln einschließlich ihrer irreführenden Worte, ohne daraus eine allgemeine Rechtfertigung für Täuschung abzuleiten. Spätere biblische Texte heben vielmehr ihren Glauben und die Aufnahme der Kundschafter hervor.
Besonders bedeutend ist, was Rahab den Männern über die Lage in Kanaan berichtet. Die Bewohner des Landes haben von Gottes Handeln gehört: vom Austrocknen des Roten Meeres und von den Siegen Israels über die Könige Sihon und Og östlich des Jordan. Diese Nachrichten haben große Furcht ausgelöst. Rahab erklärt, dass den Menschen der Mut vergangen sei. Damit erhält Josua später eine Nachricht, die das Gegenteil der früheren Kundschafterkrise erkennen lässt: Nicht Israel muss vor den Bewohnern Kanaans verzagen; die Bewohner selbst fürchten sich wegen dessen, was sie über den Gott Israels gehört haben.
Rahab bleibt jedoch nicht bei der Furcht stehen. Sie bekennt gegenüber den Kundschaftern: Der HERR, Israels Gott, ist Gott oben im Himmel und unten auf der Erde. Auf dieser Grundlage bittet sie darum, dass bei der kommenden Einnahme Jerichos ihre Familie verschont werde. Die Männer verpflichten sich dazu unter bestimmten Bedingungen und geben ihr ein Zeichen, an dem ihr Haus erkannt werden soll. Damit wird bereits vor Israels Einzug sichtbar, dass Gottes Handeln nicht auf eine ethnische Abgrenzung reduziert werden kann: Eine Frau aus Jericho erkennt den Gott Israels an und sucht bei ihm Rettung.
Für Josuas unmittelbare Geschichte ist entscheidend, mit welcher Botschaft die beiden Kundschafter zurückkehren. Sie überqueren erneut den Jordan, kommen zu Josua und berichten alles, was ihnen begegnet ist. Ihre Schlussfolgerung lautet nicht: Das Land ist gefährlich, deshalb sollten wir den Einzug überdenken. Sie erklären vielmehr, der HERR habe das ganze Land in Israels Hand gegeben, und alle Bewohner seien vor ihnen verzagt.
Der Gegensatz zu dem Bericht der zehn Kundschafter aus Josuas eigener Vergangenheit ist deutlich. Damals hatte die Mehrheit gesagt, Israel könne nicht hinaufziehen, weil die Bewohner stärker seien. Nun berichten die beiden Männer im Einklang mit Gottes Verheißung, dass das Land in Israels Hand gegeben sei. Josua, der vor Jahrzehnten selbst zu der gläubigen Minderheit gehört hatte, empfängt jetzt als Führer einen Bericht, der dieselbe Grundhaltung trägt: Die sichtbaren Schwierigkeiten werden nicht geleugnet, aber sie erhalten nicht das letzte Wort über Gottes Zusage.
Der spätere Hebräerbrief erinnert an Rahab und erklärt, dass sie durch Glauben nicht mit den Ungehorsamen umkam, weil sie die Kundschafter friedlich aufgenommen hatte. Damit bestätigt die Schrift selbst den entscheidenden geistlichen Schwerpunkt dieser Begegnung. Noch bevor Josua die erste befestigte Stadt Kanaans angreift, zeigt Gott innerhalb ihrer Mauern bereits einen Menschen, der auf das Gehörte mit Glauben reagiert.
Josua besitzt nun sowohl Gottes ausdrücklichen Auftrag als auch die Nachricht der Kundschafter, dass die Bewohner des Landes verzagt sind. Doch zwischen Israel und Kanaan liegt noch der Jordan. Das Volk muss nun einen Schritt tun, den Josua nicht allein durch militärische Planung ermöglichen kann. Der Weg in das verheißene Land wird mit einem Eingreifen Gottes beginnen, das eine neue Generation Israels mit eigenen Augen erleben soll.
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Josua führt Israel durch den Jordan
Josua 3,7-17 – „7 Und der HERR sprach zu Josua: Heute will ich anfangen, dich vor ganz Israel groß zu machen, damit sie wissen, daß, wie ich mit Mose gewesen bin, ich auch mit dir sein werde. 8 Du aber gebiete den Priestern, welche die Lade des Bundes tragen, und sprich: Wenn ihr bis an das Wasser des Jordan kommt, so stehet still am Jordan! 9 Und Josua sprach zu den Kindern Israel: Kommt herzu und hört die Wort…"
Josua 3,7-17 – „7 Und der HERR sprach zu Josua: Heute will ich anfangen, dich vor ganz Israel groß zu machen, damit sie wissen, daß, wie ich mit Mose gewesen bin, ich auch mit dir sein werde. 8 Du aber gebiete den Priestern, welche die Lade des Bundes tragen, und sprich: Wenn ihr bis an das Wasser des Jordan kommt, so stehet still am Jordan! 9 Und Josua sprach zu den Kindern Israel: Kommt herzu und hört die Wort…"
Josua 3,1-6 – „1 Da machte sich Josua früh auf, und sie zogen aus Sittim und kamen an den Jordan, er und alle Kinder Israel, und blieben daselbst, ehe sie hinüberzogen. 2 Nach drei Tagen aber gingen die Amtleute durch das Lager 3 und geboten dem Volke und sprachen: Wenn ihr die Bundeslade des HERRN, eures Gottes, sehen werdet und die Priester, die Leviten, die sie tragen, so brechet auf von eurem Ort und folget…"
Josua 4,14 – „14 An demselben Tage machte der HERR den Josua groß vor den Augen von ganz Israel; und sie fürchteten ihn, wie sie Mose gefürchtet hatten, sein ganzes Leben lang."
Am frühen Morgen bricht Josua mit ganz Israel von Schittim auf und zieht bis an den Jordan. Dort lagert das Volk zunächst, bevor der eigentliche Übergang beginnt. Die Situation ist außergewöhnlich, denn der Jordan führt zu dieser Jahreszeit über seine Ufer. Anders als bei einer gewöhnlichen Flussüberquerung kann Josua keinen Weg vorbereiten, der allein durch menschliche Planung bewältigt werden könnte. Israel steht unmittelbar vor dem Land der Verheißung, doch zwischen dem Volk und seinem Ziel liegt ein Hindernis, das Gott selbst überwinden muss.
Nach drei Tagen gehen die Amtleute durch das Lager und geben dem Volk die Anweisung, auf die Bundeslade zu achten. Sobald die Priester sie tragen und aufbrechen, soll Israel ihnen folgen. Die Lade steht hier sichtbar für den Bund und die Gegenwart Gottes inmitten seines Volkes. Gleichzeitig soll ein deutlicher Abstand zwischen ihr und dem Volk eingehalten werden. Josua fordert Israel außerdem auf, sich zu heiligen, denn am folgenden Tag werde der HERR Wunder unter ihnen tun. Der bevorstehende Übergang wird damit von Anfang an nicht als Leistung Josuas, sondern als Handeln Gottes angekündigt.
Nun spricht Gott unmittelbar zu Josua und erklärt, dass er an diesem Tag beginnen werde, ihn vor den Augen ganz Israels groß zu machen. Das Volk soll erkennen, dass Gott mit Josua sein wird, wie er mit Mose gewesen war. Diese Aussage ist für den Führungswechsel entscheidend. Josuas Autorität soll nicht durch Selbstdarstellung oder den Versuch entstehen, Moses Größe nachzuahmen. Gott selbst bestätigt den neuen Führer, indem er durch ihn und vor den Augen Israels handelt.
Josua gibt daraufhin die göttliche Anweisung an die Priester weiter. Sie sollen mit der Bundeslade bis an das Wasser des Jordan gehen und dort stehen bleiben. Anschließend ruft Josua das Volk zusammen und erklärt, woran es erkennen wird, dass der lebendige Gott mitten unter ihm ist und die Bewohner Kanaans vor ihm vertreiben wird: Die Lade des Herrn der ganzen Erde wird vor Israel her durch den Jordan gehen. Damit verbindet Josua das unmittelbar bevorstehende Wunder mit der größeren Aufgabe, die noch vor dem Volk liegt. Derselbe Gott, der den Weg durch den Fluss öffnet, wird auch beim Einzug in das Land gegenwärtig sein.
Als die Priester mit der Lade an den Jordan kommen und ihre Füße das Wasser berühren, geschieht das angekündigte Wunder. Das von oben kommende Wasser bleibt stehen und türmt sich in großer Entfernung auf, während das Wasser in Richtung des Toten Meeres abfließt. Mitten im Jordan entsteht trockener Boden. Die Priester, welche die Bundeslade tragen, bleiben dort fest stehen, während das ganze Volk hinüberzieht.
Die Parallele zum Durchzug durch das Rote Meer unter Mose ist unverkennbar, ohne dass beide Ereignisse einfach identisch wären. Die Generation, die nun mit Josua zieht, erlebt selbst, dass Gott Wasser zurückhält und seinem Volk einen Weg eröffnet. Josua hatte den Auszug aus Ägypten und die Führung Moses über Jahrzehnte hinweg miterlebt; nun handelt Gott unter seiner Führung in einer Weise, die Israel deutlich erkennen lässt, dass der Wechsel des menschlichen Führers keine Veränderung der göttlichen Treue bedeutet.
Dabei bleibt die Reihenfolge des Geschehens bedeutsam. Die Priester stehen mit der Lade im Fluss, bevor das Volk seinen Weg vollendet. Gottes Gegenwart geht Israel nicht lediglich symbolisch hinterher, nachdem der Weg bereits sicher geworden wäre. Das Volk zieht auf dem Weg hindurch, den Gott vor ihm geöffnet hat. Josuas Aufgabe besteht darin, Gottes Anweisung zuverlässig weiterzugeben und das Volk entsprechend zu führen; das Wunder selbst kann er weder erzeugen noch kontrollieren.
Am Ende dieses Tages hält der Bericht ausdrücklich fest, dass der HERR Josua vor den Augen ganz Israels groß machte. Das Volk achtet ihn fortan, wie es Mose geachtet hatte. Diese Anerkennung wird Josua nicht durch einen eigenen Machtanspruch zugesprochen, sondern folgt auf Gottes sichtbares Handeln. Der Mann, der jahrzehntelang Moses Diener gewesen war, steht nun bestätigt an der Spitze Israels. Doch bevor der Jordan endgültig hinter ihnen liegt, gibt Gott Josua noch einen weiteren Auftrag: Dieses Wunder soll nicht nur erlebt, sondern für kommende Generationen im Gedächtnis bewahrt werden.
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Josua richtet in Gilgal ein Zeichen der Erinnerung auf
Josua 4,1-9 – „1 Es begab sich aber, nachdem das ganze Volk vollends über den Jordan gekommen war, daß der HERR zu Josua also sprach: 2 Nehmet euch aus dem Volke zwölf Männer, aus jedem Stamme einen, 3 und gebietet ihnen und sprechet: Hebet mitten aus dem Jordan, von dem Orte, da die Füße der Priester gestanden haben, zwölf Steine auf und führet sie mit euch hinüber und lasset sie in dem Lager, wo ihr diese Nac…"
Josua 4,1-9 – „1 Es begab sich aber, nachdem das ganze Volk vollends über den Jordan gekommen war, daß der HERR zu Josua also sprach: 2 Nehmet euch aus dem Volke zwölf Männer, aus jedem Stamme einen, 3 und gebietet ihnen und sprechet: Hebet mitten aus dem Jordan, von dem Orte, da die Füße der Priester gestanden haben, zwölf Steine auf und führet sie mit euch hinüber und lasset sie in dem Lager, wo ihr diese Nac…"
Josua 4,15-24 – „15 Und der HERR sprach zu Josua: 16 Gebiete den Priestern, welche die Lade des Zeugnisses tragen, daß sie aus dem Jordan heraufsteigen! 17 Also gebot Josua den Priestern und sprach: Steiget herauf aus dem Jordan! 18 Und als die Priester, welche die Lade des Bundes des HERRN trugen, aus dem Jordan heraufstiegen und mit ihren Fußsohlen auf das Trockene traten, kehrte das Wasser des Jordan wieder an…"
Josua 5,1 – „1 Als nun alle Könige der Amoriter, die diesseits des Jordan gegen Westen wohnten, und alle Könige der Kanaaniter am Meere hörten, wie der HERR das Wasser des Jordan vor den Kindern Israel ausgetrocknet hatte, bis sie hinübergezogen waren, verzagte ihr Herz, und es blieb kein Mut mehr in ihnen vor den Kindern Israel."
Nachdem das ganze Volk den Jordan durchquert hat, ist Gottes Auftrag noch nicht vollständig erfüllt. Das Wunder soll nicht nur den Menschen in Erinnerung bleiben, die es selbst erlebt haben. Gott befiehlt Josua, zwölf Männer auszuwählen, aus jedem Stamm einen, und sie zwölf Steine aus der Mitte des Jordan holen zu lassen. Die Steine sollen von der Stelle genommen werden, an der die Füße der Priester mit der Bundeslade gestanden hatten, und an den Ort gebracht werden, an dem Israel in dieser Nacht lagern wird.
Josua ruft die zwölf ausgewählten Männer und erklärt ihnen den Sinn dieser Handlung. Jeder soll einen Stein auf seiner Schulter tragen, entsprechend der Zahl der Stämme Israels. Daraus soll ein Erinnerungszeichen entstehen. Wenn spätere Generationen ihre Väter fragen, was diese Steine bedeuten, soll ihnen erzählt werden, dass das Wasser des Jordan vor der Bundeslade des HERRN abgeschnitten wurde. Das Zeichen besitzt seinen Wert also nicht in sich selbst. Es soll eine Geschichte bewahren und die Erinnerung auf Gottes Handeln richten.
Damit erhält Josua eine Aufgabe, die über die unmittelbare Eroberung des Landes hinausgeht. Er muss nicht nur die gegenwärtige Generation führen, sondern dafür sorgen, dass Gottes Taten an die kommenden Generationen weitergegeben werden. Glaube soll nicht allein von außergewöhnlichen Erfahrungen leben, die irgendwann verblassen. Was Gott getan hat, soll bewusst erinnert, erzählt und erklärt werden. Die Kinder Israels sollen wissen, warum ihre Väter diesen Weg gegangen sind und wer ihnen den Zugang zum Land eröffnet hat.
Der Bericht erwähnt außerdem, dass Josua selbst zwölf Steine mitten im Jordan an der Stelle aufrichten ließ, an der die Priester mit der Bundeslade gestanden hatten. Danach befiehlt Gott Josua, die Priester aus dem Jordan heraufkommen zu lassen. Sobald ihre Füße das trockene Ufer erreichen, kehrt das Wasser des Flusses an seinen Platz zurück und tritt wieder über seine Ufer. Der Weg bleibt also nicht aufgrund einer natürlichen Veränderung des Flusses offen. Gott hat ihn für den Übergang geschaffen und schließt ihn wieder, nachdem sein Volk hindurchgezogen ist.
Israel lagert anschließend bei Gilgal östlich von Jericho. Dort richtet Josua die zwölf aus dem Jordan mitgebrachten Steine auf und wiederholt ihre Bedeutung. Wenn die Kinder später fragen, was diese Steine bedeuten, sollen die Israeliten erzählen, dass sie trockenen Fußes durch den Jordan gegangen sind, weil der HERR das Wasser vor ihnen austrocknete. Josua verbindet dieses Ereignis ausdrücklich mit dem früheren Durchzug durch das Rote Meer. Derselbe Gott, der der vorherigen Generation den Weg aus Ägypten geöffnet hatte, hat nun der neuen Generation den Weg in das verheißene Land geöffnet.
Der Zweck dieser Erinnerung reicht nach Josuas Worten sogar über Israel hinaus. Alle Völker der Erde sollen erkennen, dass die Hand des HERRN mächtig ist, und Israel selbst soll den HERRN allezeit fürchten. Das Wunder am Jordan ist deshalb weder bloß eine private Bestätigung Josuas noch lediglich eine praktische Hilfe für den Einzug. Gottes Macht soll erkannt werden, und sein Volk soll in einer Haltung ehrfürchtigen Vertrauens vor ihm leben.
Unmittelbar danach berichtet die Schrift, dass die Könige westlich des Jordan von dem Geschehen hören. Als sie erfahren, dass der HERR das Wasser ausgetrocknet hat, bis Israel hindurchgezogen war, vergeht ihnen der Mut. Damit erfüllt sich weiter, was die Kundschafter zuvor von Rahab erfahren hatten: Gottes Handeln hat den Bewohnern des Landes die Sicherheit genommen. Noch hat Josua keine einzige Stadt westlich des Jordan angegriffen, doch das Eingreifen Gottes verändert bereits die Lage.
Israel befindet sich nun tatsächlich im verheißenen Land. Doch bevor Josua Jericho angreift, richtet Gott den Blick seines Volkes nicht zuerst auf Waffen, Mauern oder militärische Planung. In Gilgal muss Israel sich zunächst mit seinem Bund zu Gott und seiner eigenen geistlichen Stellung auseinandersetzen. Erst danach wird Josua vor Jericho einer Begegnung gegenüberstehen, die ihm nochmals deutlich macht, wer der eigentliche Herr des kommenden Kampfes ist.
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Israel erneuert den Bund in Gilgal
Josua 5,2-12 – „2 Zu der Zeit sprach der HERR zu Josua: Mache dir scharfe Messer und beschneide die Kinder Israel wiederum, zum zweitenmal. 3 Da machte sich Josua scharfe Messer und beschnitt die Kinder Israel auf dem Hügel Aralot. 4 Und das ist die Ursache, warum Josua sie beschnitt: Alles Volk männlichen Geschlechts, alle Kriegsleute, waren in der Wüste auf dem Wege gestorben, nachdem sie aus Ägypten gezogen w…"
Josua 5,2-12 – „2 Zu der Zeit sprach der HERR zu Josua: Mache dir scharfe Messer und beschneide die Kinder Israel wiederum, zum zweitenmal. 3 Da machte sich Josua scharfe Messer und beschnitt die Kinder Israel auf dem Hügel Aralot. 4 Und das ist die Ursache, warum Josua sie beschnitt: Alles Volk männlichen Geschlechts, alle Kriegsleute, waren in der Wüste auf dem Wege gestorben, nachdem sie aus Ägypten gezogen w…"
2. Mose 12,43-49 – „43 Und der HERR sprach zu Mose und Aaron: Dies ist die Ordnung des Passah: Kein Fremder soll davon essen. 44 Wer aber ein um Geld erkaufter Knecht ist, den beschneide man; alsdann esse er davon. 45 Ein Beisasse und Taglöhner soll nicht davon essen. 46 In einem Hause soll man es essen. Ihr sollt vom Fleisch nichts vor das Haus hinaustragen, und kein Knochen werde ihm zerbrochen. 47 Die ganze Gemei…"
4. Mose 9,1-5 – „1 Und der HERR redete zu Mose in der Wüste Sinai im zweiten Jahr, nachdem sie aus Ägypten gezogen waren, im ersten Monat, und sprach: 2 Laß die Kinder Israel das Passah zur bestimmten Zeit halten! 3 Am vierzehnten Tage dieses Monats, gegen Abend, sollt ihr es halten, zur bestimmten Zeit; nach allen seinen Satzungen und Rechten haltet es. 4 Und Mose redete mit den Kindern Israel, daß sie das Passa…"
Nachdem Israel den Jordan überschritten hat, führt Gott das Volk nicht unmittelbar zum Angriff auf Jericho. Zuerst geschieht etwas, das militärisch betrachtet ungewöhnlich wirkt: Die neue Generation der Israeliten wird beschnitten. Der Bericht erklärt, dass die Männer, die aus Ägypten ausgezogen waren, beschnitten gewesen waren, während die während der Wüstenwanderung geborenen Männer dieses Bundeszeichen noch nicht empfangen hatten. Bevor Israel also tiefer in das verheißene Land zieht, wird eine grundlegende Ordnung des Bundes wiederhergestellt.
Gott befiehlt Josua, die Beschneidung vorzunehmen. Josua führt diesen Auftrag aus, und das Volk bleibt anschließend im Lager, bis die Männer geheilt sind. In einer Zeit, in der feindliche Völker in unmittelbarer Nähe leben, erscheint diese Situation menschlich betrachtet verwundbar. Der Text stellt sie jedoch nicht als strategischen Fehler dar, sondern als Gehorsam gegenüber Gottes ausdrücklicher Weisung. Die Besitznahme Kanaans beginnt damit nicht bei Israels militärischer Stärke, sondern bei seiner Beziehung zu dem Gott, der ihm das Land verheißen hat.
Der HERR sagt zu Josua anschließend, er habe an diesem Tag die Schmach Ägyptens von Israel abgewälzt. Deshalb erhält der Ort den Namen Gilgal. Welche Einzelheiten mit dieser „Schmach Ägyptens“ genau umfasst sind, wird nicht vollständig erklärt. Sicher ist jedoch, dass der Text diesen Augenblick als einen bedeutenden Übergang kennzeichnet: Die Generation, die aus der Wüste hervorgegangen ist, steht nun als Bundesvolk im verheißenen Land.
Noch während Israel in Gilgal lagert, feiert es am vierzehnten Tag des Monats das Passah. Dieses Fest erinnert an jene Nacht in Ägypten, in der Gott sein Volk verschonte und aus der Knechtschaft führte. Dass Israel nun unmittelbar nach dem Jordanübergang das Passah hält, verbindet den Beginn der Landnahme mit dem Ursprung seiner Befreiung. Das Volk steht nicht in Kanaan, weil es sich selbst aus Ägypten befreit hätte. Seine Geschichte im Land bleibt auf den Gott gegründet, der es erlöst und bis hierher geführt hat.
Die Beschneidung und das Passah stehen dabei in einem engen biblischen Zusammenhang. Schon bei der Einsetzung des Passahfestes hatte Gott bestimmt, dass ein unbeschnittener Mann nicht davon essen sollte. Die Wiederherstellung des Bundeszeichens geht deshalb der gemeinsamen Passahfeier voraus. Josua führt das Volk nicht nur in militärische Aufgaben hinein, sondern sorgt unter Gottes Anweisung dafür, dass Israel die Ordnungen des Bundes ernst nimmt.
Am Tag nach dem Passah geschieht eine weitere Veränderung. Israel isst erstmals vom Ertrag des Landes – ungesäuertes Brot und geröstetes Korn. Am folgenden Tag hört das Manna auf, das Gott dem Volk während der langen Jahre in der Wüste gegeben hatte. Von nun an erhalten die Israeliten kein Manna mehr, sondern ernähren sich vom Ertrag Kanaans. Eine ganze Phase ihrer Geschichte geht damit zu Ende.
Das Aufhören des Mannas bedeutet nicht, dass Gottes Versorgung endet. Vielmehr verändert sich die Weise, in der er sein Volk versorgt. Während der Wüstenwanderung hatte Israel täglich eine außergewöhnliche Gabe erhalten, weil es in einer Umgebung lebte, die es nicht auf gewöhnlichem Weg ernähren konnte. Nun befindet es sich in dem Land, das Gott ihm zugesagt hat, und kann von dessen Ertrag leben. Gottes Treue bleibt dieselbe, obwohl die Form seiner Versorgung sich verändert.
Für Josua ist dieser Abschnitt deshalb mehr als eine kurze Pause vor Jericho. Unter seiner Führung wird eine neue Generation bewusst mit der Geschichte des Bundes verbunden. Das Zeichen der Beschneidung wird erneuert, das Passah erinnert an die Erlösung aus Ägypten, und das Ende des Mannas macht sichtbar, dass Israel tatsächlich in eine neue Lebensphase eingetreten ist. Erst nachdem diese Dinge geschehen sind, richtet sich der Blick wieder auf Jericho.
Doch bevor Josua einen militärischen Befehl für den Angriff erhält, begegnet ihm eine geheimnisvolle Gestalt mit gezogenem Schwert. Diese Begegnung wird Josua noch einmal grundlegend daran erinnern, dass er zwar der menschliche Führer Israels ist, aber nicht der höchste Befehlshaber des kommenden Kampfes.
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Josua begegnet dem Fürsten des Heeres des HERRN
Josua 5,13-15 – „13 Es begab sich aber, als Josua bei Jericho war, daß er seine Augen erhob und sich umsah; und siehe, ein Mann stand ihm gegenüber, der hatte ein bloßes Schwert in seiner Hand. Und Josua ging zu ihm und sprach zu ihm: Gehörst du uns an oder unsern Feinden? 14 Er sprach: Nein, sondern ich bin der Fürst über das Heer des HERRN; jetzt bin ich gekommen! Da fiel Josua auf sein Angesicht zur Erde und b…"
Josua 5,13-15 – „13 Es begab sich aber, als Josua bei Jericho war, daß er seine Augen erhob und sich umsah; und siehe, ein Mann stand ihm gegenüber, der hatte ein bloßes Schwert in seiner Hand. Und Josua ging zu ihm und sprach zu ihm: Gehörst du uns an oder unsern Feinden? 14 Er sprach: Nein, sondern ich bin der Fürst über das Heer des HERRN; jetzt bin ich gekommen! Da fiel Josua auf sein Angesicht zur Erde und b…"
Josua 6,1-5 – „1 Jericho aber war verschlossen und verriegelt vor den Kindern Israel; so daß niemand heraus oder hineingehen konnte. 2 Und der HERR sprach zu Josua: Siehe da, ich habe Jericho samt seinem Könige und den streitbaren Männern in deine Hand gegeben. 3 Darum lasse alle eure Kriegsleute rings um die Stadt marschieren, so daß sie die Stadt einmal umziehen, und tue sechs Tage also. 4 Und sieben Priester…"
2. Mose 3,4-6 – „4 Als aber der HERR sah, daß er hinzutrat, um zu sehen, rief ihm Gott mitten aus dem Dornbusch und sprach: Mose, Mose! Er antwortete: Hier bin ich! 5 Da sprach er: Komm nicht näher herzu! Ziehe deine Schuhe aus von deinen Füßen; denn der Ort, darauf du stehest, ist heiliges Land! 6 Und er sprach: Ich bin der Gott deines Vaters, der Gott Abrahams, der Gott Isaaks und der Gott Jakobs! Da verdeckte …"
Als Josua sich bei Jericho befindet, steht Israel unmittelbar vor seiner ersten großen Auseinandersetzung im verheißenen Land. Die Stadt ist stark befestigt, und ihre Tore sind aus Furcht vor Israel fest verschlossen. Noch bevor Gott Josua erklärt, wie Jericho eingenommen werden soll, erlebt er jedoch eine Begegnung, die die eigentliche Rangordnung des kommenden Kampfes klärt.
Josua sieht plötzlich einen Mann vor sich stehen, der ein gezogenes Schwert in der Hand hält. Er geht auf ihn zu und fragt: „Gehörst du zu uns oder zu unseren Feinden?“ Die Antwort durchbricht diese Einteilung. Der Fremde erklärt, er sei als Fürst beziehungsweise Befehlshaber des Heeres des HERRN gekommen. Die entscheidende Frage lautet damit nicht zuerst, ob dieser himmlische Befehlshaber sich auf Josuas Seite stellt. Josua und Israel müssen vielmehr unter Gottes Herrschaft stehen.
Josua fällt daraufhin mit seinem Angesicht zur Erde nieder und fragt: „Was sagt mein Herr seinem Knecht?“ Damit nimmt er gegenüber dem himmlischen Befehlshaber selbst die Stellung eines Dieners ein. Derselbe Josua, den Gott vor Israel als Führer bestätigt hat, erkennt hier eine Autorität über sich an. Seine Stellung an der Spitze des Volkes hebt seine eigene Unterordnung unter Gott nicht auf. Gerade bevor er eine befestigte Stadt angreifen soll, wird ihm gezeigt, dass Israels Kampf nicht unter seiner höchsten Befehlsgewalt steht.
Der Fürst des Heeres des HERRN fordert Josua auf, seine Schuhe auszuziehen, weil der Ort, auf dem er steht, heilig ist. Josua gehorcht. Diese Worte erinnern unmittelbar an Moses Begegnung mit Gott beim brennenden Dornbusch, wo Mose aus demselben Grund seine Schuhe ausziehen musste. Dadurch erhält die Szene einen außergewöhnlich heiligen Charakter. Josua steht nicht lediglich vor einem gewöhnlichen menschlichen Heerführer.
Über die genaue Identität dieser Gestalt wurde viel nachgedacht. Der Text selbst nennt sie den „Fürsten des Heeres des HERRN“ und verbindet ihre Gegenwart mit heiligem Boden. Im unmittelbar folgenden Bericht spricht zudem der HERR selbst zu Josua über Jericho. Diese Beobachtungen tragen eine enge Verbindung mit einer göttlichen Erscheinung. Eine christologische Einordnung als Erscheinung Christi vor seiner Menschwerdung ist deshalb möglich und im größeren biblischen Zusammenhang gut nachvollziehbar; der Text bezeichnet die Gestalt jedoch nicht ausdrücklich mit dem Namen Christus. Wo die Schrift diese Identifikation nicht unmittelbar ausspricht, sollte sie nicht mit größerer Gewissheit formuliert werden, als der Text selbst erlaubt.
Unmittelbar danach offenbart Gott Josua den Plan für Jericho. Die Stadt soll nicht durch eine gewöhnliche Belagerungsstrategie fallen. Israel soll sechs Tage lang jeweils einmal um Jericho ziehen. Sieben Priester sollen mit sieben Widderhörnern vor der Bundeslade hergehen. Am siebten Tag soll das Volk die Stadt siebenmal umziehen; danach sollen die Priester die Hörner blasen und das Volk ein großes Kriegsgeschrei erheben. Gott erklärt bereits vor der Ausführung: „Siehe, ich habe Jericho samt seinem König und seinen Kriegsleuten in deine Hand gegeben.“
Die Reihenfolge ist entscheidend. Noch bevor die Mauern fallen, spricht Gott vom Sieg als etwas, das er in Israels Hand gegeben hat. Josuas Aufgabe besteht darin, Gottes ungewöhnliche Weisung zuverlässig auszuführen. Gerade ein erfahrener menschlicher Führer hätte versucht sein können, sich auf militärische Möglichkeiten zu verlassen. Doch Jericho wird so angegangen, dass später kaum der Eindruck entstehen kann, Israels Heer habe die Stadt allein durch überlegene Kriegskunst überwunden.
Für Josua verbindet sich damit eine weitere Lektion seiner Führung. Vor Amalek hatte er gelernt, dass der Sieg von Gottes Eingreifen abhängig ist. Vor dem Jordan hatte er erlebt, dass Gott einen Weg öffnet, den Menschen nicht schaffen können. Nun, unmittelbar vor Jericho, wird ihm nochmals vor Augen gestellt, dass selbst der Führer Israels unter einem höheren Befehl steht. Josua soll kämpfen und führen, aber er ist nicht der eigentliche Herr des Heeres. Bevor die erste Mauer Kanaans fällt, steht deshalb nicht Josuas Stärke im Mittelpunkt, sondern seine Unterordnung unter den heiligen Gott, der vor Israel hergeht.
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Jericho fällt nach Gottes Anweisung
Josua 6,15-27 – „15 Am siebenten Tage aber, als die Morgenröte anbrach, machten sie sich früh auf und zogen nach derselben Weise siebenmal um die Stadt; nur an diesem Tage gingen sie siebenmal um die Stadt. 16 Und beim siebenten Mal, als die Priester die Posaunen bliesen, sprach Josua zum Volk: Erhebet ein Feldgeschrei; denn der HERR hat euch die Stadt gegeben! 17 Aber diese Stadt und alles, was darin ist, soll d…"
Josua 6,15-27 – „15 Am siebenten Tage aber, als die Morgenröte anbrach, machten sie sich früh auf und zogen nach derselben Weise siebenmal um die Stadt; nur an diesem Tage gingen sie siebenmal um die Stadt. 16 Und beim siebenten Mal, als die Priester die Posaunen bliesen, sprach Josua zum Volk: Erhebet ein Feldgeschrei; denn der HERR hat euch die Stadt gegeben! 17 Aber diese Stadt und alles, was darin ist, soll d…"
Josua 6,6-14 – „6 Da rief Josua, der Sohn Nuns, den Priestern und sprach zu ihnen: Traget die Lade des Bundes und lasset sieben Priester die sieben Jubeljahrsposaunen vor der Lade des HERRN tragen! 7 Zum Volke aber sprach er: Machet euch auf und umzieht die Stadt, und die Gerüsteten sollen vor der Lade des HERRN hergehen! 8 Als Josua solches zum Volk gesagt hatte, zogen die sieben Priester, welche die sieben Jub…"
Hebräer 11,30-31 – „30 Durch Glauben fielen die Mauern von Jericho, nachdem sie sieben Tage umzogen worden waren. 31 Durch Glauben kam Rahab, die Dirne, nicht mit den Ungehorsamen um, weil sie die Kundschafter mit Frieden aufgenommen hatte."
Josua setzt die ungewöhnliche Anweisung Gottes genau um. An den ersten sechs Tagen zieht Israel jeweils einmal um Jericho. Vor der Bundeslade gehen die bewaffneten Männer und sieben Priester mit Widderhörnern; die übrige Mannschaft folgt. Während die Hörner erklingen, bleibt das Volk selbst still. Danach kehren sie jeweils in das Lager zurück. Der Bericht nennt keinen Versuch Josuas, Gottes Plan durch eine zusätzliche menschliche Strategie zu ergänzen.
Am siebten Tag verändert sich der Ablauf. Israel steht früh auf und zieht diesmal siebenmal um die Stadt. Erst beim siebten Umgang gibt Josua auf das lange Hornsignal hin den Befehl zum Kriegsgeschrei. Zugleich erinnert er das Volk daran, dass der HERR ihnen die Stadt gegeben hat. Jerichos Fall wird damit nicht als Ergebnis eines langsam aufgebauten militärischen Vorteils dargestellt. Das Volk handelt, doch Gott ist derjenige, der den Sieg gibt.
Josua verbindet den bevorstehenden Fall Jerichos mit klaren Weisungen. Die Stadt und das, was unter dem Bann steht, sollen dem HERRN gehören; Silber, Gold und Geräte aus Erz und Eisen sollen in den Schatz des Hauses des HERRN gelangen. Israel darf sich nicht eigenmächtig an der Beute bereichern. Der Bann in den Berichten über die Landnahme gehört zu Gottes konkretem Gericht über Kanaan und darf nicht losgelöst von diesem heilsgeschichtlichen Zusammenhang als allgemeines menschliches Recht auf Gewalt verstanden werden. Israel handelt hier nicht aus eigener Ermächtigung, sondern unter einem ausdrücklich berichteten göttlichen Gerichtsauftrag.
Eine Ausnahme hat Josua bereits zugesichert: Rahab und alle, die sich bei ihr befinden, sollen leben. Die beiden Männer, die zuvor Jericho erkundet hatten, erhalten den Auftrag, ihr Versprechen einzulösen. Damit wird die bei der Kundschaftermission gegebene Zusage auch während des Gerichts nicht vergessen. Rahabs Herkunft aus Jericho schützt die Stadt nicht vor Gericht, aber ihr Glaube und ihre Verbindung mit Gottes Volk führen dazu, dass sie bewahrt wird.
Als das Volk schließlich das Kriegsgeschrei erhebt, fällt die Mauer zusammen. Israel zieht unmittelbar in die Stadt hinein. Der Bericht legt keinen Schwerpunkt auf eine menschliche Erklärung für den Einsturz. Die vorherige Verheißung Gottes, die ungewöhnliche Ordnung der Umzüge und der Augenblick des Zusammenbruchs gehören zusammen: Jericho fällt, weil Gott Israel den Sieg gegeben hat. Der Hebräerbrief erinnert später ausdrücklich daran, dass die Mauern Jerichos durch Glauben fielen, nachdem sie sieben Tage umzogen worden waren.
Rahab und ihre Familie werden aus der Stadt herausgebracht und bleiben am Leben. Der Josuabericht fügt hinzu, dass Rahab in Israel wohnte. Auch der Hebräerbrief erinnert sie später als Beispiel des Glaubens, weil sie die Kundschafter aufgenommen hatte. Die Geschichte Jerichos enthält dadurch nebeneinander Gericht und Rettung: Die befestigte Stadt kann sich Gottes Urteil nicht entziehen, während eine Frau innerhalb derselben Stadt auf das gehörte Zeugnis über den Gott Israels reagiert und bewahrt wird.
Nach der Einnahme spricht Josua eine feierliche Warnung über einen möglichen Wiederaufbau Jerichos aus. Wer die Stadt erneut befestigt, soll dies unter schwerem Verlust tun. Josua behandelt den Sieg damit nicht als gewöhnlichen militärischen Erfolg, nach dem Jericho einfach in derselben Gestalt weiterbestehen könnte. Der Fall der Stadt soll als Zeugnis des göttlichen Handelns bestehen bleiben.
Der Abschnitt endet mit einer weiteren Bestätigung Josuas: Der HERR ist mit ihm, und sein Ruf verbreitet sich im ganzen Land. Doch genau an diesem Punkt entsteht eine neue Gefahr. Der Sieg über Jericho könnte den Eindruck erwecken, Israel sei nun unaufhaltsam. Schon die nächste, wesentlich kleinere Stadt wird jedoch zeigen, dass Gottes Gegenwart nicht von Gehorsam getrennt werden kann. Während Josua nichts von der verborgenen Übertretung im Lager weiß, hat bereits ein einzelner Israelit vom Gebannten genommen – und Israel steht unmittelbar vor seiner ersten Niederlage im Land.
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Josua erlebt bei Ai Israels erste Niederlage
Josua 7,1-13 – „1 Aber die Kinder Israel vergriffen sich an dem Gebannten; denn Achan, der Sohn Karmis, des Sohnes Sabdis, des Sohnes Serachs, vom Stamme Juda, nahm etwas von dem Gebannten. Da ergrimmte der Zorn des HERRN über die Kinder Israel. 2 Als nun Josua Männer aussandte von Jericho gen Ai, das bei Beth-Aven, östlich von Bethel liegt, sprach er zu ihnen also: Gehet hinauf und kundschaftet das Land aus! Un…"
Josua 7,1-13 – „1 Aber die Kinder Israel vergriffen sich an dem Gebannten; denn Achan, der Sohn Karmis, des Sohnes Sabdis, des Sohnes Serachs, vom Stamme Juda, nahm etwas von dem Gebannten. Da ergrimmte der Zorn des HERRN über die Kinder Israel. 2 Als nun Josua Männer aussandte von Jericho gen Ai, das bei Beth-Aven, östlich von Bethel liegt, sprach er zu ihnen also: Gehet hinauf und kundschaftet das Land aus! Un…"
Josua 7,14-26 – „14 Und ihr sollt euch früh herzumachen, ein Stamm nach dem andern; und welchen Stamm der HERR treffen wird, der soll sich herzumachen, ein Haus nach dem andern. Und welches Haus der HERR treffen wird, das soll sich herzumachen, ein Mann nach dem andern. 15 Und wer im Besitze des Gebannten erfunden wird, den soll man mit Feuer verbrennen samt allem, was er hat, weil er den Bund des HERRN übertrete…"
5. Mose 7,25-26 – „25 Die Bilder ihrer Götter sollst du mit Feuer verbrennen; und du sollst nicht begehren des Silbers oder Goldes, das daran ist, und es nicht zu dir nehmen, daß du nicht dadurch gefangen werdest; denn solches ist dem HERRN, deinem Gott, ein Greuel. 26 Darum sollst du den Greuel nicht in dein Haus bringen, daß du nicht in den gleichen Bann kommest wie sie; sie sollen dir ein Abscheu und ein Greuel …"
Nach dem außergewöhnlichen Sieg über Jericho folgt unmittelbar eine Niederlage, die Josua zunächst nicht versteht. Obwohl Israel als Volk den Bann über Jericho beachten sollte, hat Achan aus dem Stamm Juda heimlich etwas von dem Gebannten genommen. Der Erzähler informiert darüber bereits zu Beginn des Abschnitts, Josua selbst weiß zu diesem Zeitpunkt jedoch noch nichts davon. Die Schuld eines Einzelnen bleibt damit zunächst verborgen, hat aber Folgen für die Gemeinschaft, die unter dem Bund mit Gott steht.
Josua sendet Männer von Jericho nach Ai, um die Stadt auszukundschaften. Sie kehren mit der Einschätzung zurück, dass nicht das ganze Heer hinaufziehen müsse; etwa zwei- bis dreitausend Männer würden genügen, weil die Bewohner von Ai nur wenige seien. Josua folgt ihrem Vorschlag und schickt ungefähr dreitausend Männer. Der Text berichtet an dieser Stelle nicht davon, dass Josua zuvor den HERRN um Weisung gefragt hätte. Ob darin bereits eine besondere Selbstsicherheit nach dem Sieg über Jericho lag, erklärt die Schrift jedoch nicht ausdrücklich und sollte deshalb nicht als sichere Motivation behauptet werden.
Der Ausgang ist unerwartet. Die Männer von Ai schlagen Israel zurück und töten sechsunddreißig Israeliten. Das Volk flieht, und sein Herz zerschmilzt und wird wie Wasser. Noch kurz zuvor war von den Bewohnern Kanaans gesagt worden, ihr Mut sei wegen Gottes Handeln vergangen. Nun wird dieselbe Sprache auf Israel angewandt. Ohne Gottes wirksame Gegenwart besitzt das Volk keine Sicherheit, selbst gegenüber einer Stadt, die militärisch weit weniger bedrohlich erscheint als Jericho.
Josuas Reaktion ist tief erschüttert. Er zerreißt seine Kleider, fällt vor der Bundeslade des HERRN bis zum Abend auf sein Angesicht und streut Erde auf sein Haupt; die Ältesten Israels tun dasselbe. In seinem Gebet fragt Josua, warum Gott das Volk überhaupt über den Jordan geführt habe, wenn es nun den Amoriter ausgeliefert werde. Er sorgt sich außerdem darum, was geschehen wird, wenn die Kanaaniter von Israels Niederlage hören und das Volk einkreisen. Schließlich fragt er, was dann aus Gottes großem Namen werden soll.
Gottes Antwort lenkt Josuas Blick jedoch auf eine Ursache, die er bisher nicht kannte. Der HERR fordert ihn auf aufzustehen: Israel habe gesündigt und den Bund übertreten. Vom Gebannten sei genommen, gestohlen und das Genommene unter dem eigenen Besitz verborgen worden. Deshalb könne Israel vor seinen Feinden nicht bestehen. Die Niederlage bedeutet also nicht, dass Gottes Verheißung versagt hätte oder dass die Einwohner von Ai plötzlich stärker als Gottes Macht wären. Innerhalb des Volkes besteht ein ungeklärter Bruch mit Gottes ausdrücklichem Gebot.
Gott weist Josua an, das Volk zu heiligen und die Schuld am folgenden Tag aufzudecken. Schritt für Schritt wird zunächst der Stamm Juda, dann die Sippe der Serachiter, das Haus Sabdis und schließlich Achan ausgewählt. Josua fordert ihn auf, Gott die Ehre zu geben und offen zu sagen, was er getan hat. Achan gesteht, unter der Beute einen kostbaren Mantel, zweihundert Schekel Silber und eine Goldstange gesehen, begehrt und genommen zu haben. Die Gegenstände hat er in seinem Zelt verborgen und das Silber darunter gelegt. Boten finden alles genau dort, wo er es beschrieben hat, und legen es vor dem HERRN nieder.
Das anschließende Gericht über Achan und das mit seiner Schuld verbundene Gut ist hart und gehört in den besonderen Bundes- und Gerichtsrahmen der Landnahme. Josua handelt dabei nicht aufgrund persönlicher Rache, sondern aufgrund der zuvor ausdrücklich gegebenen göttlichen Weisung über den Bann. Der Text darf deshalb weder verharmlost noch als allgemeines Muster menschlicher Strafgewalt aus seinem heilsgeschichtlichen Zusammenhang gelöst werden. Seine unmittelbare Aussage ist deutlich: Was Gott für Jericho ausdrücklich verboten hatte, durfte nicht heimlich genommen und anschließend verborgen werden.
Für Josua wird diese Niederlage zu einer ernsten Korrektur unmittelbar nach seinem größten bisherigen Sieg. Jericho hatte gezeigt, dass selbst gewaltige Mauern Israel nicht aufhalten können, wenn Gott den Sieg gibt. Ai zeigt nun die andere Seite derselben Wahrheit: Eine scheinbar geringe Herausforderung kann nicht aus eigener Stärke überwunden werden, wenn der Bund mit Gott missachtet wird. Gottes Gegenwart lässt sich weder durch frühere Erfolge garantieren noch von Gehorsam gegenüber seinem Wort trennen.
Nachdem die verborgene Schuld aufgedeckt und gerichtet ist, wendet sich Gott erneut an Josua. Die Geschichte bleibt deshalb nicht bei Niederlage und Gericht stehen. Josua erhält denselben Zuspruch, den er bereits zu Beginn seiner Führung gehört hatte: Er soll sich nicht fürchten und nicht verzagen. Doch diesmal wird der Angriff auf Ai unter einer neuen, ausdrücklich von Gott gegebenen Anweisung stattfinden.
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Josua nimmt Ai nach Gottes Weisung ein
Josua 8,1-9 – „1 Und der HERR sprach zu Josua: Fürchte dich nicht und sei unverzagt. Nimm alles Kriegsvolk mit dir und mache dich auf und ziehe hinauf gen Ai! Siehe, ich habe den König zu Ai samt seinem Volk und seiner Stadt und seinem Land in deine Hand gegeben. 2 Und du sollst mit Ai und ihrem König tun, wie du mit Jericho getan hast, außer daß ihr die Beute und ihr Vieh unter euch teilen sollt; aber lege dir…"
Josua 8,1-9 – „1 Und der HERR sprach zu Josua: Fürchte dich nicht und sei unverzagt. Nimm alles Kriegsvolk mit dir und mache dich auf und ziehe hinauf gen Ai! Siehe, ich habe den König zu Ai samt seinem Volk und seiner Stadt und seinem Land in deine Hand gegeben. 2 Und du sollst mit Ai und ihrem König tun, wie du mit Jericho getan hast, außer daß ihr die Beute und ihr Vieh unter euch teilen sollt; aber lege dir…"
Josua 8,10-29 – „10 Und er machte sich am Morgen früh auf und musterte das Volk und zog mit den Ältesten Israels vor dem Volke her hinauf gen Ai. 11 Auch alles Kriegsvolk, das bei ihm war, zog hinauf, und sie machten sich herzu und stellten sich auf gegen die Stadt und lagerten sich nördlich von Ai, so daß nur ein Tal zwischen ihnen und Ai war. 12 Er hatte aber bei fünftausend Mann genommen und in den Hinterhalt …"
Josua 8,30-35 – „30 Da baute Josua dem HERRN, dem Gott Israels, einen Altar auf dem Berg Ebal, 31 wie Mose, der Knecht des HERRN, den Kindern Israel geboten hatte, wie geschrieben steht im Gesetzbuche Moses, einen Altar von unbehauenen Steinen, darüber man mit keinem Eisen gefahren war; und sie brachten dem HERRN darauf Brandopfer dar und opferten Dankopfer. 32 Und er schrieb daselbst auf die Steine eine Abschrif…"
Nach der Niederlage bei Ai spricht Gott erneut zu Josua. Die verborgene Übertretung ist aufgedeckt und gerichtet worden, und nun beginnt der HERR mit denselben Worten, die Josua bereits am Anfang seiner Führungsaufgabe gehört hatte: Er soll sich nicht fürchten und nicht verzagen. Die Niederlage wird damit nicht zum endgültigen Urteil über Josuas Führung oder Israels weiteren Weg. Gott erneuert seinen Auftrag und erklärt ausdrücklich, dass der König von Ai, sein Volk, seine Stadt und sein Land in Josuas Hand gegeben sind.
Diesmal erhält Josua genaue Anweisungen für den Angriff. Anders als bei Jericho darf Israel die Beute und das Vieh für sich nehmen. Außerdem soll Josua einen Hinterhalt hinter der Stadt legen. Damit wird sichtbar, dass Gottes Führung nicht an eine einzige äußere Methode gebunden ist. Jericho war durch eine außergewöhnliche Ordnung gefallen, bei Ai sollen nun auch militärische Planung, Täuschungsmanöver und ein Hinterhalt eingesetzt werden. Entscheidend ist nicht, dass Josua stets dieselbe Strategie wiederholt, sondern dass er jeweils der konkreten Weisung Gottes folgt.
Josua bereitet den Angriff sorgfältig vor. Ein Teil des Heeres wird nachts in den Hinterhalt geschickt, während Josua mit dem übrigen Volk am folgenden Morgen vor Ai erscheint. Als der König von Ai Israel sieht, zieht er mit seinen Männern zum Kampf hinaus. Josua und seine Truppen weichen scheinbar zurück und locken die Verteidiger von der Stadt weg. Die Bewohner von Ai verfolgen Israel, bis schließlich kein kampffähiger Mann mehr in der Stadt zurückbleibt. Was wie eine erneute Flucht Israels aussieht, ist diesmal Teil des zuvor festgelegten Plans.
Dann befiehlt Gott Josua, den Spieß beziehungsweise das Wurfgerät in seiner Hand gegen Ai auszustrecken, denn Gott habe die Stadt in seine Hand gegeben. Josua tut es, und die Männer im Hinterhalt erheben sich, dringen in die ungeschützte Stadt ein und setzen sie in Brand. Als die Männer von Ai sich umsehen, steigt Rauch von ihrer Stadt zum Himmel auf. Gleichzeitig wenden sich die zuvor zurückweichenden Israeliten gegen sie, während die Truppen aus der Stadt von der anderen Seite kommen. Die Armee von Ai ist eingeschlossen.
Der Bericht führt den Sieg ausdrücklich auf die zuvor gegebene Zusage Gottes zurück, ohne Josuas verantwortliches Handeln geringzuschätzen. Josua plant, ordnet die Truppen und hält sich an die erhaltene Weisung. Doch der Anfang des Abschnitts hatte den Ausgang bereits festgelegt: Gott hatte Ai in seine Hand gegeben. Gerade nach der früheren Niederlage wird dadurch erneut deutlich, dass weder die Größe des Gegners noch die Qualität der Strategie Israels entscheidend ist, wenn Gottes Wort missachtet wird. Wo der Bruch bereinigt ist und Israel unter Gottes Auftrag handelt, kann Josua seine Verantwortung wieder wahrnehmen.
Ai wird vollständig besiegt, und sein König wird lebend zu Josua gebracht und später hingerichtet. Anschließend lässt Josua seinen Leichnam vor Sonnenuntergang vom Baum nehmen und am Eingang des Stadttores niederlegen. Damit handelt er entsprechend der Weisung des Gesetzes, nach der ein Gehängter nicht über Nacht am Holz bleiben soll. Auch in einem militärischen Siegesbericht bleibt Josuas Führung damit an das Gesetz gebunden, das Gott ihm zu Beginn seines Amtes als Maßstab gegeben hatte.
Doch Josua zieht nach dem Sieg nicht unmittelbar zur nächsten Stadt weiter. Er geht mit Israel zum Berg Ebal und baut dort dem HERRN einen Altar aus unbehauenen Steinen, wie Mose es geboten hatte. Opfer werden dargebracht, und Josua schreibt eine Abschrift des Gesetzes Moses auf die Steine. Danach versammelt sich das gesamte Volk mit den Ältesten, Amtleuten, Richtern und auch den Fremden, die unter ihnen leben, zwischen dem Berg Garizim und dem Berg Ebal.
Josua liest vor der ganzen Gemeinde die Worte des Gesetzes, den Segen und den Fluch, wie Mose es angeordnet hatte. Der Bericht betont ausdrücklich, dass kein Wort von allem ausgelassen wird, was Mose geboten hatte. Männer, Frauen, Kinder und die Fremden hören die Verlesung. Damit wird nach dem Sieg über Ai noch einmal sichtbar, was Josuas Führung tragen soll: Nicht die Eroberung des Landes steht über Gottes Wort, sondern selbst die Landnahme bleibt dem Bund und seinen Weisungen untergeordnet.
Die Niederlage bei Ai hatte gezeigt, was geschieht, wenn Gottes Gebot im Volk missachtet wird. Der anschließende Sieg endet deshalb folgerichtig nicht mit einer Feier menschlicher Stärke, sondern mit einer öffentlichen Rückkehr zum Wort Gottes. Josua führt Israel vom Schlachtfeld zum Altar und zur Verlesung des Gesetzes. Gerade jetzt, nachdem Jericho gefallen und Ai eingenommen ist, soll das Volk verstehen, dass sein Leben im Land nicht nur davon abhängt, Feinde zu besiegen, sondern davon, unter der Herrschaft des Gottes zu bleiben, der ihm dieses Land gegeben hat.
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Josua schließt ohne Gottes Rat einen Bund mit Gibeon
Josua 9,3-15 – „3 Als aber die Einwohner zu Gibeon hörten, was Josua mit Jericho und Ai getan hatte, brauchten sie eine List, 4 gingen hin und versahen sich mit Wegzehrung und nahmen alte Säcke auf ihre Esel und alte, zerrissene und geflickte Weinschläuche, 5 auch alte und geflickte Schuhe an ihre Füße und zogen alte Kleider an, und alles Brot ihres Speisevorrats war hart und schimmlig. 6 Und sie gingen zu Josua…"
Josua 9,3-15 – „3 Als aber die Einwohner zu Gibeon hörten, was Josua mit Jericho und Ai getan hatte, brauchten sie eine List, 4 gingen hin und versahen sich mit Wegzehrung und nahmen alte Säcke auf ihre Esel und alte, zerrissene und geflickte Weinschläuche, 5 auch alte und geflickte Schuhe an ihre Füße und zogen alte Kleider an, und alles Brot ihres Speisevorrats war hart und schimmlig. 6 Und sie gingen zu Josua…"
Josua 9,16-27 – „16 Aber nach drei Tagen, nachdem sie mit ihnen einen Bund gemacht hatten, hörten sie, daß jene aus ihrer Nähe wären und unter ihnen wohnten. 17 Denn als die Kinder Israels fortzogen, kamen sie am dritten Tag zu ihren Städten; die hießen Gibeon, Kaphira, Beerot und Kirjat-Jearim. 18 Und die Kinder Israel schlugen sie nicht, weil die Obersten der Gemeinde ihnen geschworen hatten bei dem HERRN, dem …"
5. Mose 7,1-2 – „1 Wenn der HERR, dein Gott, dich in das Land bringt, darein du kommen wirst, um es einzunehmen, und wenn er vor dir her viele Völker vertilgt, die Hetiter, die Girgasiter, die Amoriter, die Kanaaniter, die Pheresiter, die Heviter und die Jebusiter, sieben Völker, die größer und stärker sind als du; 2 und wenn sie der HERR, dein Gott, vor dir hingibt, daß du sie schlägst, so sollst du an ihnen den…"
Nach der Erneuerung des Bundes am Ebal und Garizim erreicht Josua eine neue Art von Prüfung. Die Könige des Landes hören von Israels Erfolgen und beginnen, sich zum gemeinsamen Kampf zu sammeln. Die Bewohner von Gibeon wählen jedoch einen anderen Weg. Sie haben erfahren, was Josua mit Jericho und Ai getan hat, und erkennen offenbar, dass eine unmittelbare militärische Konfrontation kaum Aussicht auf Erfolg bietet. Deshalb versuchen sie, Israel durch Täuschung zu einem Bündnis zu bewegen.
Die Gibeoniter bereiten ihre Erscheinung sorgfältig vor. Sie nehmen abgenutzte Säcke, alte Weinschläuche, geflickte Schuhe und verschlissene Kleider mit. Auch ihr Brot soll den Eindruck einer langen Reise vermitteln. So kommen sie zu Josua und den Männern Israels und behaupten, aus einem sehr fernen Land zu stammen. Gerade diese Behauptung ist entscheidend, denn Israel durfte mit den Völkern Kanaans keinen Bund schließen. Die Gibeoniter versuchen deshalb, ihre tatsächliche Herkunft zu verbergen.
Die Israeliten reagieren zunächst nicht völlig unkritisch. Sie fragen, ob diese Männer vielleicht doch mitten im Land wohnen. Auch Josua fragt ausdrücklich nach ihrer Herkunft. Daraufhin erzählen die Gibeoniter von einem fernen Land, berufen sich auf das, was sie vom Namen des HERRN und von seinen Taten in Ägypten sowie an den Königen östlich des Jordan gehört hätten, und zeigen ihre mitgebrachten Vorräte als scheinbaren Beweis. Ihre Darstellung enthält tatsächliche Ereignisse, wird aber so eingesetzt, dass Israel über ihre Identität getäuscht wird.
Dann nennt der biblische Bericht den entscheidenden Fehler: Die Männer Israels nehmen von ihrer Wegzehrung, „aber den Mund des HERRN befragten sie nicht“. Josua schließt mit den Gibeonitern Frieden und macht einen Bund mit ihnen, dass man sie am Leben lassen werde; die Fürsten der Gemeinde bestätigen den Bund mit einem Eid. Die Schrift selbst setzt damit den Schwerpunkt nicht auf mangelnde Intelligenz oder schlechte Menschenkenntnis. Das zentrale Versäumnis besteht darin, dass eine weitreichende Entscheidung getroffen wird, ohne Gottes Rat einzuholen.
Gerade für Josua ist das bemerkenswert. Zu Beginn seines Amtes hatte Gott ihm eingeschärft, sich an sein Wort zu halten. Bei Jericho war ihm die Vorgehensweise ausdrücklich offenbart worden, und nach der Niederlage bei Ai hatte Gott die verborgene Ursache erklärt und anschließend eine neue Strategie gegeben. Nun begegnet Josua einer Situation, die glaubwürdig erscheint und sich scheinbar durch die vorhandenen Informationen beurteilen lässt. Doch gerade hier verlässt er sich gemeinsam mit den Führern Israels auf das, was vor Augen liegt.
Drei Tage nach dem Bund erfahren die Israeliten die Wahrheit. Die vermeintlich weit entfernten Fremden wohnen tatsächlich in ihrer unmittelbaren Umgebung; Gibeon und die zugehörigen Städte gehören zum Land. Israel zieht zu ihnen, greift sie aber nicht an, weil die Fürsten ihnen im Namen des HERRN, des Gottes Israels, einen Eid geschworen haben. Das Volk murrt deswegen gegen seine Führer. Die voreilige Entscheidung lässt sich nicht einfach rückgängig machen, ohne einen neuen Bruch mit dem feierlich gegebenen Wort zu verursachen.
Josua stellt die Gibeoniter zur Rede und fragt, weshalb sie Israel getäuscht hätten. Sie erklären, ihnen sei zuverlässig berichtet worden, dass Gott Mose geboten habe, Israel das ganze Land zu geben und seine Bewohner zu vertilgen. Aus Angst um ihr Leben hätten sie deshalb so gehandelt. Josua lässt sie am Leben, bestimmt jedoch, dass sie fortan Holz hauen und Wasser schöpfen sollen für die Gemeinde und für den Altar des HERRN. Damit bleibt der geschlossene Bund bestehen, während die Täuschung zugleich konkrete Folgen für ihre Stellung erhält.
Die Geschichte verschweigt Josuas Fehlentscheidung nicht. Sie geschieht nicht am Anfang seiner Führung, sondern nachdem er bereits viele deutliche Erfahrungen mit Gottes Leitung gemacht hat. Geistliche Erfahrung schützt einen Menschen also nicht automatisch vor neuen Fehlentscheidungen. Gerade Situationen, die überschaubar und plausibel erscheinen, können gefährlich werden, wenn Gottes Weisung nicht gesucht wird.
Zugleich zeigt der weitere Verlauf, dass Gott Josua nach diesem Versagen nicht verwirft. Der voreilig geschlossene Bund schafft vielmehr unmittelbar eine neue politische Krise: Als die umliegenden Könige hören, dass Gibeon Frieden mit Israel geschlossen hat, ziehen sie gemeinsam gegen die Stadt. Josua wird dadurch vor die Frage gestellt, ob Israel seinen Eid gegenüber den Gibeonitern tatsächlich einhalten wird – und der kommende Kampf wird zu einem der außergewöhnlichsten Ereignisse seiner gesamten Führung.
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Josua kämpft für Gibeon und erlebt einen außergewöhnlichen Sieg
Josua 10,6-14 – „6 Aber die Männer zu Gibeon sandten [Boten] zu Josua ins Lager gen Gilgal und ließen ihm sagen: Ziehe deine Hand nicht ab von deinen Knechten; komm eilends zu uns herauf und errette uns und hilf uns; denn alle Könige der Amoriter, die auf dem Gebirge wohnen, haben sich wider uns versammelt! 7 Und Josua zog hinauf von Gilgal, er und alles Kriegsvolk mit ihm und alle streitbaren Männer. 8 Und der H…"
Josua 10,6-14 – „6 Aber die Männer zu Gibeon sandten [Boten] zu Josua ins Lager gen Gilgal und ließen ihm sagen: Ziehe deine Hand nicht ab von deinen Knechten; komm eilends zu uns herauf und errette uns und hilf uns; denn alle Könige der Amoriter, die auf dem Gebirge wohnen, haben sich wider uns versammelt! 7 Und Josua zog hinauf von Gilgal, er und alles Kriegsvolk mit ihm und alle streitbaren Männer. 8 Und der H…"
Josua 10,15-27 – „15 Und Josua zog wieder ins Lager gen Gilgal, und ganz Israel mit ihm. 16 Aber jene fünf Könige waren geflohen und hatten sich versteckt in der Höhle zu Makeda. 17 Da ward dem Josua gesagt: Die fünf Könige sind gefunden worden, verborgen in der Höhle Makeda! 18 Josua sprach: So wälzet große Steine vor den Eingang der Höhle und stellet Männer davor, sie zu bewachen. 19 Ihr aber stehet nicht stille…"
Josua 10,28-43 – „28 An demselben Tage gewann Josua auch Makeda und schlug es mit der Schärfe des Schwertes samt seinem König und vollstreckte an ihnen und an allen Seelen, die darin waren, den Bann, und ließ niemand übrigbleiben und tat dem König zu Makeda, wie er dem König zu Jericho getan hatte. 29 Da zog Josua und ganz Israel mit ihm von Makeda gen Libna und stritt wider Libna. 30 Und der HERR gab es samt sein…"
Der Bund mit Gibeon führt unmittelbar zu einer neuen Krise. Adoni-Zedek, der König von Jerusalem, hört, dass Gibeon mit Israel Frieden geschlossen hat. Weil Gibeon eine bedeutende Stadt ist und seine Männer als stark gelten, fürchtet er die Folgen dieses Bündnisses. Gemeinsam mit den Königen von Hebron, Jarmut, Lachis und Eglon zieht er gegen Gibeon. Die Gibeoniter senden daraufhin Boten zu Josua nach Gilgal und bitten dringend um Hilfe. Der voreilig geschlossene Bund wird damit zu einer Verpflichtung, die Israel nun tatsächlich erfüllen muss.
Josua zieht mit seinem ganzen Kriegsvolk und seinen kampferprobten Männern von Gilgal hinauf. Entscheidend ist, dass Gott ihm diesmal ausdrücklich begegnet, bevor der Kampf seinen Höhepunkt erreicht. Der HERR sagt zu Josua, er solle sich vor den Königen nicht fürchten, denn Gott habe sie in seine Hand gegeben. Nach dem Versäumnis bei Gibeon steht Josuas Handeln nun wieder unter einer klaren göttlichen Zusage. Der fehlerhaft zustande gekommene Bund wird nicht dadurch gutgeheißen, doch Gott lässt Josua mit den Folgen seiner Entscheidung nicht allein.
Nach einem nächtlichen Marsch überrascht Josua die verbündeten Könige. Der Bericht schreibt den entscheidenden Ausgang wiederum Gott zu: Der HERR bringt die Gegner vor Israel in Verwirrung, sodass sie eine schwere Niederlage erleiden. Als sie fliehen, lässt Gott große Hagelsteine auf sie fallen. Der Text hebt sogar hervor, dass mehr Menschen durch die Hagelsteine sterben als durch die Schwerter der Israeliten. Auch in diesem groß angelegten Feldzug bleibt damit sichtbar, dass Israels Sieg nicht allein auf militärischer Kraft beruht.
Während dieser Schlacht spricht Josua jene außergewöhnlichen Worte, die zu den bekanntesten Aussagen seines Lebens gehören. Vor Israel ruft er: „Sonne, stehe still zu Gibeon, und Mond, im Tal Ajalon!“ Der Bericht erklärt daraufhin, dass Sonne und Mond stillstanden, bis Israel an seinen Feinden Vergeltung vollzogen hatte. Der Tag wird als einzigartig beschrieben: Nie zuvor und nie danach habe es einen solchen Tag gegeben, an dem der HERR auf die Stimme eines Menschen in dieser Weise gehört habe, denn der HERR kämpfte für Israel.
Wie genau dieses Wunder naturwissenschaftlich zu erklären wäre, erläutert der Bibeltext nicht. Sein Schwerpunkt liegt nicht auf einem astronomischen Mechanismus, sondern auf der außergewöhnlichen Verlängerung des Tages und auf Gottes Eingreifen zugunsten Israels. Deshalb sollte weder eine natürliche Erklärung als sicher ausgegeben noch das Geschehen auf bloße bildhafte Sprache reduziert werden, wenn der Bericht selbst es als besonderes Handeln Gottes beschreibt. Die theologische Aussage des Textes ist eindeutig: Josua bittet in einer entscheidenden Situation, und Gott verschafft Israel die nötige Zeit, um den Kampf zu vollenden.
Die fünf Könige fliehen währenddessen und verstecken sich in einer Höhle bei Makkeda. Josua lässt den Eingang mit großen Steinen verschließen und setzt Männer davor, während das Heer die Verfolgung fortsetzt. Erst nachdem der militärische Widerstand weitgehend gebrochen ist, kehrt Josua zur Höhle zurück. Die Könige werden herausgebracht, gerichtet und getötet. Auch diese harten Gerichtsberichte gehören zum besonderen Auftrag der Landnahme und dürfen nicht als allgemeine Legitimation religiöser Gewalt verstanden werden. Der Text beschreibt einen konkreten heilsgeschichtlichen Gerichtsauftrag innerhalb der Geschichte Kanaans.
Von Makkeda aus setzt Josua den Feldzug durch den Süden Kanaans fort. Libna, Lachis, Eglon, Hebron und Debir werden nacheinander eingenommen. Wiederholt erklärt der Bericht, dass der HERR diese Städte und ihre Könige in Israels Hand gab. Selbst dort, wo Josua militärisch handelt, bleibt die Erzählung konsequent auf Gottes Wirken ausgerichtet. Josua wird nicht als autonomer Eroberer dargestellt, sondern als Führer innerhalb eines Auftrags, dessen Erfolg Gott selbst gewährt.
Am Ende dieses Feldzuges kehrt Josua mit ganz Israel in das Lager nach Gilgal zurück. Der Bericht fasst den Grund für die außergewöhnlichen Siege in einem Satz zusammen: Der HERR, der Gott Israels, kämpfte für Israel. Damit erhält auch das Wunder des langen Tages seinen richtigen Platz. Die zentrale Botschaft lautet nicht, dass Josua über die Schöpfung verfügen konnte, sondern dass der Schöpfer selbst in einer einzigartigen Situation auf Josuas Bitte hin für sein Volk handelte.
Josua hat damit eine mächtige Koalition im Süden Kanaans besiegt, doch der Widerstand des Landes ist noch nicht gebrochen. Im Norden bildet sich eine noch größere Vereinigung von Königen und Heeren. Wieder wird Josua vor einer Streitmacht stehen, deren Größe menschlich einschüchternd wirkt. Und wieder wird die entscheidende Frage nicht sein, ob Israel zahlenmäßig überlegen ist, sondern ob Josua dem Wort folgt, das Gott ihm für diesen nächsten Kampf gibt.
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Josua besiegt die große Koalition im Norden
Josua 11,1-9 – „1 Als aber Jabin, der König zu Hazor, solches hörte, sandte er Botschaft zu Jobab, dem König zu Madon, und zum König von Simron und zum König zu Achsaph 2 und zu den Königen, die gegen Mitternacht, auf dem Gebirge und in der Ebene südlich von Genezaret und in den Tälern und in den Gegenden zu Dor am Meere wohnten, 3 und zu den Kanaanitern gegen Morgen und Abend, zu dem Amoriter, Hetiter, Pheresit…"
Josua 11,1-9 – „1 Als aber Jabin, der König zu Hazor, solches hörte, sandte er Botschaft zu Jobab, dem König zu Madon, und zum König von Simron und zum König zu Achsaph 2 und zu den Königen, die gegen Mitternacht, auf dem Gebirge und in der Ebene südlich von Genezaret und in den Tälern und in den Gegenden zu Dor am Meere wohnten, 3 und zu den Kanaanitern gegen Morgen und Abend, zu dem Amoriter, Hetiter, Pheresit…"
Josua 11,10-15 – „10 Und Josua kehrte um zu derselben Zeit und eroberte Hazor und schlug seinen König mit dem Schwert; denn Hazor war zuvor die Hauptstadt aller dieser Königreiche; 11 und er schlug alle Leute, die darin waren, mit der Schärfe des Schwertes und vollstreckte den Bann an ihnen und ließ nichts übrigbleiben, was Odem hatte, und verbrannte Hazor mit Feuer. 12 Dazu gewann Josua alle Städte dieser Könige …"
Josua 11,16-20 – „16 Also nahm Josua dieses ganze Land ein: das Gebirge und alles, was gegen Mittag liegt, und das ganze Land Gosen und die Täler und die Ebene und das Gebirge Israel mit seinen Tälern; 17 von dem kahlen Gebirge an, welches gegen Seir aufsteigt, bis gen Baal-Gad im Tal des Libanon, unten am Berge Hermon. Und alle ihre Könige ergriff er und schlug sie und tötete sie. 18 Lange Zeit führte Josua Krieg…"
Die Siege im Süden Kanaans lösen im Norden eine noch größere Gegenbewegung aus. Jabin, der König von Hazor, hört von den Ereignissen und ruft zahlreiche Könige zum gemeinsamen Kampf gegen Israel zusammen. Der Bericht nennt Herrscher und Völker aus verschiedenen Teilen des nördlichen Landes und beschreibt ihre Streitmacht als außerordentlich groß. Sie besitzen zudem sehr viele Pferde und Streitwagen – militärische Mittel, die Israel deutlich überlegen erscheinen lassen mussten. Die vereinigten Heere lagern an den Wassern von Merom, um gemeinsam gegen Israel zu kämpfen.
Gerade angesichts dieser Übermacht spricht Gott erneut zu Josua: „Fürchte dich nicht vor ihnen.“ Der Grund für diesen Zuspruch liegt wiederum nicht darin, dass Josuas Heer tatsächlich stärker wäre. Gott verspricht, die Gegner in Israels Hand zu geben. Zugleich erhält Josua eine ungewöhnliche Anweisung: Er soll ihre Pferde lähmen und ihre Streitwagen verbrennen. Israel soll seine zukünftige Sicherheit also nicht auf die erbeutete militärische Überlegenheit Kanaans gründen. Die Waffen, die aus menschlicher Sicht besonders wertvoll erscheinen, sollen nicht zur Grundlage des eigenen Vertrauens werden.
Josua greift die versammelten Heere überraschend an den Wassern von Merom an. Der HERR gibt sie in Israels Hand, und ihre große Koalition bricht zusammen. Josuas Truppen verfolgen die Flüchtenden weit über das eigentliche Schlachtfeld hinaus. Der Bericht nennt mehrere Richtungen der Verfolgung und hält fest, dass Israel den Widerstand dieser Streitmacht vollständig zerschlägt. Anschließend führt Josua auch Gottes Anweisung hinsichtlich der Pferde und Streitwagen aus.
Danach wendet er sich gegen Hazor. Diese Stadt hatte innerhalb des nördlichen Bündnisses eine besondere Führungsstellung und wird ausdrücklich als Haupt dieser Königreiche bezeichnet. Josua nimmt sie ein, tötet ihren König und lässt die Stadt verbrennen. Bei den übrigen Städten des Feldzuges unterscheidet der Bericht genauer: Nicht jede Stadt wird verbrannt. Hazor erhält aufgrund ihrer besonderen Stellung ein anderes Schicksal. Solche Einzelheiten zeigen, dass die Landnahme nicht als ungeordnete Zerstörung erzählt wird, sondern innerhalb konkreter Anweisungen und unterschiedlicher Situationen erfolgt.
Der Text hält anschließend ausdrücklich fest, dass Josua so handelte, wie der HERR Mose geboten hatte und Mose es Josua weitergegeben hatte. „Er ließ nichts von allem aus, was der HERR Mose geboten hatte.“ Diese Aussage greift einen zentralen Maßstab seines Lebens wieder auf. Noch bevor Josua seine Führungsaufgabe begonnen hatte, war ihm gesagt worden, nicht vom Gesetz abzuweichen. Nun wird sein Handeln während der Landnahme daran gemessen, ob er die ihm überlieferten Weisungen zuverlässig ausführt.
Die Härte dieser Kriegsberichte bleibt dabei bestehen und darf nicht in eine allgemeine religiöse Rechtfertigung von Eroberung oder Gewalt verwandelt werden. Das Buch Josua stellt diese Ereignisse in den besonderen Zusammenhang des göttlichen Gerichts über die kanaanitischen Völker und der lange zuvor gegebenen Landverheißung an Israel. Josua führt keinen persönlichen Expansionskrieg, um ein eigenes Reich aufzubauen. Er handelt innerhalb eines einmaligen heilsgeschichtlichen Auftrags, dessen Berechtigung nach dem Text von Gottes ausdrücklicher Weisung abhängt.
Der Bericht erklärt außerdem, dass der lang anhaltende Widerstand der kanaanitischen Könige nicht außerhalb von Gottes Gericht steht. Mit Ausnahme der Gibeoniter schließt keine dieser Städte Frieden mit Israel; sie setzen ihren Widerstand fort und werden besiegt. Dabei wird deutlich, dass die Landnahme nicht in wenigen Tagen abgeschlossen war. Josua führte lange Zeit Krieg gegen diese Könige. Seine großen Siege dürfen deshalb nicht den Eindruck erzeugen, die Besitznahme Kanaans sei eine kurze Reihe müheloser Wunder gewesen.
Am Ende dieser Feldzüge hat Josua weite Teile des Landes unter Israels Kontrolle gebracht. Doch der biblische Bericht wird nun genauer unterscheiden zwischen dem militärischen Brechen des organisierten Widerstandes und der vollständigen Besitznahme jedes einzelnen Gebietes durch die Stämme. Gerade diese Unterscheidung ist wichtig, um spätere Aussagen über noch verbliebene Bewohner Kanaans richtig einzuordnen. Zunächst aber richtet sich der Blick auf eine Gegnergruppe, deren bloße Erwähnung Jahrzehnte zuvor Israel in Angst versetzt hatte: die Anakiter.
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Josua beseitigt die Anakiter und das Land kommt zur Ruhe
Josua 11,21-23 – „21 Und Josua kam zu jener Zeit und rottete die Enakiter aus von dem Gebirge, von Hebron, von Debir, von Anab, von dem ganzen Gebirge Juda und dem ganzen Gebirge Israel, und er vollstreckte an ihnen samt ihren Städten den Bann. 22 Und er ließ keinen dieser Enakiter übrigbleiben im Lande der Kinder Israel, außer zu Gaza, zu Gat und zu Asdod; daselbst blieb ein Rest übrig. 23 Also nahm Josua das gan…"
Josua 11,21-23 – „21 Und Josua kam zu jener Zeit und rottete die Enakiter aus von dem Gebirge, von Hebron, von Debir, von Anab, von dem ganzen Gebirge Juda und dem ganzen Gebirge Israel, und er vollstreckte an ihnen samt ihren Städten den Bann. 22 Und er ließ keinen dieser Enakiter übrigbleiben im Lande der Kinder Israel, außer zu Gaza, zu Gat und zu Asdod; daselbst blieb ein Rest übrig. 23 Also nahm Josua das gan…"
Josua 12,7-24 – „7 Folgendes aber sind die Könige des Landes, die Josua und die Kinder Israel schlugen diesseits des Jordan, gegen Westen, von Baal-Gad an im Tale des Libanon bis an das kahle Gebirge, welches gegen Seir aufsteigt. Und Josua gab es den Stämmen Israels zum Besitz, einem jeden seinen Teil, 8 auf den Gebirgen, in den Tälern, in der Ebene, an den Abhängen, in den Wüsten und gegen Mittag, die Hetiter, …"
4. Mose 13,28-33 – „28 Aber das Volk, welches im Lande wohnt, ist stark, und die Städte sind sehr fest und groß. Und wir sahen auch Enakskinder daselbst. 29 Die Amalekiter wohnen im Süden; die Hetiter, Jebusiter und Amoriter aber wohnen auf dem Gebirge, und die Kanaaniter am Meer und um den Jordan. 30 Kaleb aber beschwichtigte das Volk gegen Mose und sprach: Lasset uns hinaufziehen und das Land einnehmen, denn wir k…"
Gegen Ende der großen Feldzüge richtet sich Josuas Kampf noch gegen eine Gruppe, deren Name bereits Jahrzehnte zuvor eine entscheidende Rolle gespielt hatte. Als die zwölf Kundschafter zum ersten Mal aus Kanaan zurückkehrten, hatten sie von den Anakitern berichtet. Zehn von ihnen hatten ihre Größe benutzt, um Israels Furcht zu verstärken: Neben diesen Menschen seien sie sich selbst wie Heuschrecken vorgekommen. Für die damalige Generation wurden die Anakiter dadurch zu einem Sinnbild jener Übermacht, vor der sie mehr Angst hatte als Vertrauen auf Gottes Verheißung.
Josua hatte die Anakiter damals mit eigenen Augen gesehen. Dennoch hatte er gemeinsam mit Kaleb darauf bestanden, dass Israel sich nicht fürchten müsse, wenn der HERR mit ihnen sei. Jahrzehnte später begegnet derselbe Josua dieser Bedrohung nicht mehr als Kundschafter, sondern als Führer Israels. Der Bericht hält fest, dass er die Anakiter aus dem Gebirge beseitigte, besonders aus den Gebieten um Hebron, Debir und Anab sowie aus dem Gebirge Judas und Israels.
Ein Teil der Anakiter bleibt allerdings außerhalb des von Josua eingenommenen Gebietes zurück: in Gaza, Gat und Asdod. Diese Einschränkung ist wichtig, weil das Buch Josua seine eigenen Erfolge nicht künstlich absolut formuliert. Es berichtet einerseits von einer weitreichenden Niederlage der Anakiter und andererseits davon, dass Reste von ihnen in bestimmten Städten bestehen bleiben. Spätere biblische Geschichten werden zeigen, dass besonders Gat weiterhin Bedeutung besitzt. Die großen Siege Josuas bedeuten also nicht, dass in jedem Winkel Kanaans bereits jeder Widerstand verschwunden wäre.
Dennoch markiert dieser Abschnitt einen deutlichen Abschluss der großen, unter Josua geführten Feldzüge. Die Schrift fasst zusammen, dass Josua das ganze Land entsprechend dem nahm, was der HERR zu Mose geredet hatte, und es Israel als Erbteil nach seinen Stämmen gab. Danach heißt es: „Und das Land hatte Ruhe vom Krieg.“ Diese Ruhe bedeutet nicht, dass für jeden einzelnen Stamm keinerlei Aufgabe mehr übrig geblieben wäre. Spätere Kapitel nennen ausdrücklich Gebiete und Bewohner, die noch einzunehmen waren. Gemeint ist vielmehr, dass der organisierte Widerstand der großen kanaanitischen Koalitionen entscheidend gebrochen worden war.
Das zwölfte Kapitel blickt anschließend auf die besiegten Könige zurück. Zunächst werden die Siege unter Mose östlich des Jordan genannt, danach die Könige, die Josua westlich des Jordan besiegt hatte. Insgesamt werden dort einunddreißig Könige aufgezählt. Diese Liste ist keine neue Reihe einzelner Lebensereignisse Josuas, sondern eine Zusammenfassung dessen, was während seiner Feldzüge geschehen war. Sie zeigt zugleich den Umfang der Auseinandersetzungen, die hinter der knappen Aussage stehen, das Land habe Ruhe vom Krieg.
Für Josuas persönliche Lebenslinie schließt sich damit ein bemerkenswerter Bogen. Als Kundschafter hatte er einst vor einem verängstigten Volk erklärt, dass die Bewohner Kanaans Israel nicht daran hindern könnten, wenn Gott mit seinem Volk sei. Nun hat er selbst die großen Kriege erlebt, die befestigten Städte gesehen und gerade jene Anakiter bekämpft, deren Größe damals den Unglauben der früheren Generation mit ausgelöst hatte. Die Verheißung erwies sich nicht deshalb als wahr, weil die Schwierigkeiten geringer gewesen wären als befürchtet, sondern weil Gottes Treue größer war als die Hindernisse.
Dabei bleibt der Text konsequent darin, Josua nicht zum Mittelpunkt des Sieges zu machen. Er kämpft, führt und gehorcht, aber das Land ist das Land, das Gott Israel zugesagt hatte. Selbst die abschließende Ruhe entsteht innerhalb der Erfüllung dessen, was der HERR zu Mose gesprochen hatte. Josuas Lebenswerk wird damit von einer Verheißung getragen, die lange vor seiner Führungszeit begonnen hatte und weit über seine Person hinausreichte.
Mit dem Ende der großen Feldzüge verändert sich deshalb auch Josuas Aufgabe. Der militärische Führer muss nun zunehmend zum Verwalter des verheißenen Erbes werden. Das Land soll unter den Stämmen verteilt werden, alte Zusagen müssen berücksichtigt und noch bestehende Aufgaben klar benannt werden. Josuas Verantwortung endet nicht mit dem letzten großen Sieg; sie tritt in eine neue Phase ein, in der es darum geht, das von Gott Gegebene geordnet an Israel weiterzugeben.
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Josua beginnt das Land als Erbe zu verteilen
Josua 13,1-7 – „1 Als nun Josua alt und wohlbetagt war, sprach der HERR zu ihm: Du bist alt und wohlbetagt geworden, aber es bleibt noch sehr viel Land einzunehmen. 2 Dies aber ist das Land, das noch einzunehmen bleibt: nämlich das ganze Gebiet der Philister und das ganze Gessuri: 3 vom Sihor an, der östlich von Ägypten fließt, bis an das Gebiet von Ekron, nach Norden zu, was zu den Kanaanitern gerechnet wird, d…"
Josua 13,1-7 – „1 Als nun Josua alt und wohlbetagt war, sprach der HERR zu ihm: Du bist alt und wohlbetagt geworden, aber es bleibt noch sehr viel Land einzunehmen. 2 Dies aber ist das Land, das noch einzunehmen bleibt: nämlich das ganze Gebiet der Philister und das ganze Gessuri: 3 vom Sihor an, der östlich von Ägypten fließt, bis an das Gebiet von Ekron, nach Norden zu, was zu den Kanaanitern gerechnet wird, d…"
Josua 14,1-5 – „1 Das ist es aber, was die Kinder Israel im Lande Kanaan geerbt haben, was Eleasar, der Priester, und Josua, der Sohn Nuns, und die obersten Väter der Stämme der Kinder Israel unter sie ausgeteilt haben, 2 als sie es durch das Los unter sie teilten, wie der HERR durch Mose geboten hatte, es den neunundeinhalb Stämmen zu geben. 3 Denn den zwei Stämmen und dem halben Stamm hatte Mose ihr Erbteil je…"
4. Mose 34,16-29 – „16 Und der HERR redete mit Mose und sprach: 17 Das sind die Namen der Männer, die das Land unter euch zum Erbe austeilen sollen: Eleasar, der Priester, und Josua, der Sohn Nuns. 18 Dazu sollt ihr von jedem Stamme einen Fürsten nehmen, um das Land zum Erbe auszuteilen. 19 Und das sind die Namen der Männer: Kaleb, der Sohn Jephunnes, vom Stamme Juda; 20 Semuel, der Sohn Ammihuds, vom Stamme Simeon;…"
Nach den großen Feldzügen ist Josuas Aufgabe noch nicht beendet. Der Bericht hält nun erstmals ausdrücklich fest, dass Josua alt und hochbetagt geworden ist. Gleichzeitig sagt Gott zu ihm, dass noch sehr viel Land einzunehmen bleibt. Diese beiden Aussagen stehen bewusst nebeneinander: Josua hat einen großen Teil seines Auftrags erfüllt, aber die gesamte Besitznahme Kanaans ist noch nicht abgeschlossen. Sein fortgeschrittenes Alter bedeutet deshalb nicht, dass Gottes Verheißung unerfüllt geblieben wäre; es macht vielmehr deutlich, dass die weitere Verantwortung zunehmend auf die einzelnen Stämme übergehen wird.
Gott zählt Josua Gebiete auf, die noch nicht vollständig unter israelitischer Kontrolle stehen. Dazu gehören unter anderem Bereiche der Philister, weitere kanaanitische Gebiete und Regionen im Norden. Der HERR verheißt zugleich, die dortigen Bewohner vor Israel zu vertreiben. Josua soll deshalb nicht warten, bis jedes Gebiet bereits militärisch besetzt ist, bevor es als Erbteil zugewiesen wird. Gott befiehlt ihm, auch das noch einzunehmende Land unter den betreffenden Stämmen zu verteilen.
Damit verändert sich Josuas Rolle. In den vorherigen Jahren hatte er Israel immer wieder geschlossen in den Kampf geführt. Nun wird die Verantwortung stärker auf die Stämme selbst übertragen. Josua soll das Land nach Gottes Weisung zuteilen, während die einzelnen Stämme anschließend ihr jeweiliges Erbe tatsächlich in Besitz nehmen müssen. Die Verteilung des Landes ist deshalb nicht das Ende verantwortlichen Handelns, sondern schafft für jeden Stamm einen eigenen Auftrag innerhalb der bereits gegebenen Verheißung.
Bei dieser Aufgabe handelt Josua nicht allein. Der Priester Eleasar steht an seiner Seite, und außerdem werden die Stammesoberhäupter einbezogen. Schon Mose hatte auf Gottes Anweisung festgelegt, dass Eleasar und Josua gemeinsam mit je einem Fürsten aus jedem Stamm für die Verteilung verantwortlich sein sollten. Die Ordnung des Erbes hängt somit nicht an einer privaten Entscheidung Josuas. Sie wird in einer zuvor von Gott festgelegten Struktur durchgeführt.
Neuneinhalb Stämme erhalten ihr Gebiet westlich des Jordan. Ruben, Gad und der halbe Stamm Manasse hatten ihr Erbteil bereits unter Mose östlich des Jordan erhalten. Der Stamm Levi dagegen bekommt kein zusammenhängendes Stammesgebiet wie die übrigen Stämme. Seine besondere Stellung innerhalb Israels wird berücksichtigt, indem ihm später Städte und Weideflächen zugewiesen werden. Der Text hält zugleich fest, dass die Opfergaben beziehungsweise der Dienst des HERRN sein besonderes Erbteil bilden.
Gerade bei der Landverteilung zeigt sich erneut, dass Josuas Auftrag weit über militärische Führung hinausgeht. Das Ziel des Einzugs bestand nicht darin, möglichst viele Städte zu erobern, sondern Israel in das Erbe zu bringen, das Gott den Vätern verheißen hatte. Die Kämpfe waren deshalb Mittel innerhalb dieser Geschichte, nicht ihr eigentlicher Endpunkt. Nun muss das Land geordnet den Stämmen zugeteilt werden, sodass jede Familie ihren Platz innerhalb des Bundesvolkes erhält.
Auch hier bleibt Gottes Verheißung mit menschlicher Verantwortung verbunden. Gott erklärt, dass er die verbliebenen Bewohner vertreiben werde; dennoch werden die Stämme später tatsächlich handeln müssen. Die Aussage, dass Josua das Land genommen habe, und die Aussage, dass noch Land einzunehmen sei, widersprechen sich daher nicht. Die großen gegnerischen Koalitionen sind gebrochen und das Land steht Israel als von Gott gegebenes Erbe offen, doch die vollständige örtliche Besitznahme muss weitergeführt werden.
Für Josua beginnt damit eine spätere Lebensphase. Seine Kraft und sein Alter setzen natürliche Grenzen, aber sein Auftrag besitzt weiterhin Gewicht. Er soll nicht mehr jeden zukünftigen Kampf persönlich führen, sondern dafür sorgen, dass Gottes Gabe gerecht und entsprechend seiner Weisung an Israel weitergegeben wird. Gerade bei dieser Verteilung tritt nun ein alter Weggefährte vor ihn: Kaleb, der Jahrzehnte zuvor gemeinsam mit Josua Gottes Verheißung gegen den Unglauben der übrigen Kundschafter verteidigt hatte, erinnert an ein Versprechen aus ihrer gemeinsamen Vergangenheit.
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Josua erfüllt Kaleb die alte Verheißung
Josua 14,6-15 – „6 Da traten die Kinder Juda zu Josua in Gilgal, und Kaleb, der Sohn Jephunnes, der Kenisiter, sprach zu ihm: Du weißt, was der HERR zu Mose, dem Mann Gottes, meinet und deinetwegen zu Kadesch-Barnea gesagt hat. 7 Ich war vierzig Jahre alt, als mich Mose, der Knecht des HERRN, von Kadesch-Barnea aussandte, das Land auszukundschaften, und ich brachte ihm Bericht, so wie es mir ums Herz war. 8 Aber …"
Josua 14,6-15 – „6 Da traten die Kinder Juda zu Josua in Gilgal, und Kaleb, der Sohn Jephunnes, der Kenisiter, sprach zu ihm: Du weißt, was der HERR zu Mose, dem Mann Gottes, meinet und deinetwegen zu Kadesch-Barnea gesagt hat. 7 Ich war vierzig Jahre alt, als mich Mose, der Knecht des HERRN, von Kadesch-Barnea aussandte, das Land auszukundschaften, und ich brachte ihm Bericht, so wie es mir ums Herz war. 8 Aber …"
4. Mose 14,24 – „24 Aber meinen Knecht Kaleb, in dem ein anderer Geist ist, und der mir völligen Gehorsam geleistet hat, den will ich in das Land bringen, in das er gegangen ist, und sein Same soll es erblich besitzen."
5. Mose 1,34-36 – „34 Als aber der HERR die Stimme eurer Worte hörte, ward er zornig und schwur und sprach: 35 Keiner von den Männern dieses bösen Geschlechts soll das gute Land sehen, das ich ihren Vätern zu geben geschworen habe! 36 Nur Kaleb, der Sohn Jephunnes, soll es sehen; und ich will ihm und seinen Kindern das Land geben, das er betreten hat, weil er dem HERRN völlig nachgefolgt ist."
Während das Land unter Israel verteilt wird, tritt Kaleb zu Josua. Die beiden Männer verbindet eine gemeinsame Geschichte, die fast ein halbes Jahrhundert zurückreicht. Sie waren unter den zwölf Kundschaftern gewesen, die Kanaan erkundet hatten, und hatten sich damals gemeinsam gegen den Unglauben der übrigen Männer gestellt. Nun stehen sie tatsächlich in jenem Land, dessen Besitznahme sie schon damals aufgrund von Gottes Zusage für möglich gehalten hatten.
Kaleb erinnert Josua an das Wort, das der HERR durch Mose in Kadesch-Barnea über beide gesprochen hatte. Damals war Kaleb vierzig Jahre alt gewesen, als Mose ihn aussandte, das Land auszukundschaften. Er berichtet, dass er Mose so Antwort gegeben habe, wie es in seinem Herzen gewesen sei, während die anderen Kundschafter dem Volk den Mut nahmen. Die entscheidende biblische Bewertung über Kaleb lautet, dass er dem HERRN völlig nachgefolgt war. Deshalb hatte Mose ihm zugesagt, dass das Land, das sein Fuß betreten hatte, ihm und seinen Nachkommen zum Erbe werden sollte.
Kaleb ist inzwischen fünfundachtzig Jahre alt. Er blickt auf die vergangenen fünfundvierzig Jahre ausdrücklich als Zeit zurück, in der Gott ihn am Leben erhalten hat. Damit begegnet Josua einem Mann, der wie er selbst die alte Generation überlebt und die Erfüllung einer jahrzehntealten Verheißung erreicht hat. Beide waren von Gottes Gericht über die ungläubige Generation ausgenommen worden; beide stehen nun als Zeugen dafür da, dass die lange Zeit des Wartens Gottes Wort nicht ungültig gemacht hat.
Kaleb bittet Josua um das Bergland, das Gott ihm damals zugesagt hatte. Er weiß, dass dort noch Anakiter wohnen und große befestigte Städte liegen. Gerade diese Gegner hatten Jahrzehnte zuvor die übrigen Kundschafter erschreckt. Kaleb verschweigt diese Schwierigkeit nicht. Er sagt vielmehr, dass er sie mit der Hilfe des HERRN vertreiben könne, wenn Gott mit ihm sei. Seine Haltung entspricht damit noch immer derselben Grundüberzeugung, die er und Josua als Kundschafter ausgesprochen hatten.
Bemerkenswert ist auch Kalebs Aussage über seine eigene Kraft. Er erklärt, er sei noch immer stark für den Kampf und für das Aus- und Eingehen. Die Bibel gibt diese Selbstaussage wieder und zeigt anschließend, dass Kaleb tatsächlich sein Erbteil erhält. Dennoch liegt der tiefere Schwerpunkt seiner Bitte nicht in körperlicher Selbstsicherheit. Kaleb verbindet seine Hoffnung ausdrücklich mit Gottes Gegenwart: Nicht sein Alter oder seine Stärke garantieren ihm den Sieg, sondern der HERR muss mit ihm sein.
Josua segnet Kaleb und gibt ihm Hebron zum Erbe. Damit erfüllt er nicht einen privaten Wunsch eines alten Freundes, sondern bestätigt eine Verheißung, die Gott durch Mose ausgesprochen hatte. Josuas Rolle als Verteiler des Landes besteht gerade darin, Gottes frühere Zusagen zuverlässig zu beachten. Die persönliche Verbundenheit zwischen beiden Männern wird nicht zur Grundlage der Entscheidung; entscheidend ist das Wort, das über Kaleb bereits lange zuvor gesprochen worden war.
Hebron wird deshalb Kaleb und seinen Nachkommen zum Erbe. Der Bericht begründet dies erneut damit, dass Kaleb dem HERRN, dem Gott Israels, völlig nachgefolgt war. Gleichzeitig erwähnt er, dass Hebron zuvor Kirjat-Arba hieß und Arba als großer Mann unter den Anakitern galt. Gerade ein Gebiet, das mit jenen gefürchteten Bewohnern verbunden war, wird dem Mann zugesprochen, der sich Jahrzehnte zuvor geweigert hatte, sie zum Grund des Unglaubens zu machen.
Für Josua besitzt diese Begegnung eine besondere biografische Tiefe. Er sieht neben sich einen der wenigen Männer seiner Generation, die dieselbe Prüfung bei Kadesch bestanden hatten. Was damals lediglich geglaubte Verheißung war, wird nun als konkretes Erbteil verteilt. Der lange Umweg durch die Wüste hatte Gottes Wort nicht aufgehoben. Eine ganze Generation war vergangen, doch die Zusage an Kaleb wurde nicht vergessen.
Damit wird die Landverteilung zugleich zu einem Zeugnis von Gottes Gedächtnis und Treue. Josua erfüllt als Führer Israels eine Zusage, die ausgesprochen worden war, als er selbst noch unter Moses Leitung stand. Seine Aufgabe besteht nun zunehmend darin, das Empfangene an andere weiterzugeben und dafür zu sorgen, dass jeder Stamm und jede Familie das ihnen zugewiesene Erbe erhält. Auch Josua selbst wird schließlich ein Gebiet bekommen – jedoch erst nachdem die Verteilung an die übrigen Stämme weit fortgeschritten ist.
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Josua vollendet die Landverteilung und erhält sein eigenes Erbteil
Josua 18,1-10 – „1 Und die ganze Gemeinde der Kinder Israel versammelte sich zu Silo und schlug daselbst die Stiftshütte auf, und das Land war ihnen unterworfen. 2 Es waren aber noch sieben Stämme der Kinder Israel, denen sie ihr Erbe nicht ausgeteilt hatten. 3 Und Josua sprach zu Kindern Israel: Wie lange seid ihr so lässig und gehet nicht hin, das Land einzunehmen, das euch der HERR, eurer Väter Gott, gegeben h…"
Josua 18,1-10 – „1 Und die ganze Gemeinde der Kinder Israel versammelte sich zu Silo und schlug daselbst die Stiftshütte auf, und das Land war ihnen unterworfen. 2 Es waren aber noch sieben Stämme der Kinder Israel, denen sie ihr Erbe nicht ausgeteilt hatten. 3 Und Josua sprach zu Kindern Israel: Wie lange seid ihr so lässig und gehet nicht hin, das Land einzunehmen, das euch der HERR, eurer Väter Gott, gegeben h…"
Josua 19,49-51 – „49 Als sie nun das Land nach seinen Grenzen ganz verteilt hatten, gaben die Kinder Israel Josua, dem Sohn Nuns, ein Erbteil in ihrer Mitte; 50 sie gaben ihm nach dem Befehl des HERRN die Stadt, die er forderte, nämlich Timnat-Serach auf dem Gebirge Ephraim; da baute er die Stadt und wohnte darin. 51 Das sind die Erbteile, die Eleasar, der Priester, und Josua, der Sohn Nuns, und die Familienhäupte…"
Josua 21,43-45 – „43 Also gab der HERR den Kindern Israel das ganze Land, von dem er geschworen hatte, es ihren Vätern zu geben, und sie nahmen es ein und wohnten darin. 44 Und der HERR verschaffte ihnen Ruhe ringsum, ganz so, wie er ihren Vätern geschworen hatte, und es bestand keiner ihrer Feinde vor ihnen, sondern der HERR gab alle ihre Feinde in ihre Hand. 45 Es fehlte nichts an all dem Guten, das der HERR dem…"
Nach der Zuweisung größerer Stammesgebiete versammelt sich die ganze Gemeinde Israels in Silo. Dort wird die Stiftshütte aufgerichtet, während das Land bereits weitgehend unter Israels Kontrolle steht. Damit erhält Silo eine besondere Bedeutung innerhalb der nächsten Phase: Die Verteilung des Erbes geschieht nicht losgelöst von Israels Gottesdienst, sondern vor dem HERRN. Josua steht weiterhin an der Spitze des Vorgangs, doch das Land wird nicht behandelt, als könne er darüber nach eigenem Ermessen verfügen.
Noch sieben Stämme haben zu diesem Zeitpunkt ihr Erbteil nicht vollständig zugewiesen bekommen. Josua spricht sie deshalb mit einer deutlichen Frage an: Wie lange wollen sie noch zögern, hinzugehen und das Land in Besitz zu nehmen, das der HERR, der Gott ihrer Väter, ihnen gegeben hat? Seine Worte verbinden erneut Gottes Gabe mit menschlicher Verantwortung. Das Land ist von Gott gegeben, doch die Stämme sollen deshalb nicht passiv bleiben. Sie müssen das zugewiesene Erbe tatsächlich annehmen und in Besitz nehmen.
Josua ordnet an, aus den sieben Stämmen jeweils drei Männer auszuwählen. Diese sollen durch das noch zu verteilende Land ziehen, es nach seinen Gebieten beschreiben und anschließend zu ihm zurückkehren. Das Land soll in sieben Teile gegliedert werden. Danach will Josua vor dem HERRN in Silo das Los für sie werfen. Die konkrete Zuweisung wird so weder durch persönlichen Einfluss noch allein durch die Wünsche der Stämme entschieden. Der gesamte Vorgang steht ausdrücklich vor Gott.
Die Männer führen den Auftrag aus, durchziehen das Land und beschreiben seine Städte und Gebiete in einem Buch. Danach kehren sie zu Josua nach Silo zurück. Dort wirft Josua vor dem HERRN die Lose und teilt den Israeliten die Gebiete entsprechend ihren Abteilungen zu. Die folgenden Kapitel beschreiben ausführlich die einzelnen Grenzen und Städte. Für Josuas persönliche Lebensgeschichte muss nicht jede Ortsangabe einzeln wiederholt werden; entscheidend ist, dass er die ihm übertragene Aufgabe der geordneten Landverteilung bis zum Ende wahrnimmt.
Erst nachdem die Israeliten ihre Erbteile erhalten haben, bekommt Josua selbst seinen Besitz. Diese Reihenfolge ist bemerkenswert. Der Führer Israels nimmt sich nicht zu Beginn der Verteilung das Gebiet, das ihm am besten gefällt. Nach Abschluss der Zuweisungen geben die Israeliten ihm auf Befehl des HERRN die Stadt, um die er gebeten hatte: Timnat-Serach im Gebirge Ephraim. Josua baut die Stadt aus und wohnt dort.
Der Text zeigt damit einen ruhigen Abschluss dieser langen Verwaltungsaufgabe. Josua hatte Israel durch den Jordan geführt, zahlreiche Kämpfe geleitet und anschließend die Verteilung des Landes verantwortet. Sein eigenes Erbteil erscheint erst am Ende dieser Arbeit. Die Bibel macht daraus keine ausdrückliche Charakterbewertung, doch die Reihenfolge selbst ist eindeutig überliefert: Zuerst wird für das Volk gesorgt, danach erhält Josua seinen eigenen Besitz.
Anschließend werden auch die Zufluchtsstädte nach Gottes früherer Weisung bestimmt und die Städte der Leviten zugewiesen. Damit werden weitere Anordnungen umgesetzt, die bereits durch Mose gegeben worden waren. Josuas Aufgabe besteht also nicht darin, eine neue Ordnung für Israel zu erfinden, sondern die Weisungen weiterzuführen, die Gott seinem Volk bereits gegeben hatte. Seine Führung bleibt bis in diese organisatorischen Einzelheiten hinein mit dem Wort verbunden, das seiner Amtszeit vorausging.
Das Buch Josua fasst diese Phase schließlich mit einer starken Aussage zusammen: Der HERR gab Israel das ganze Land, das er ihren Vätern zugeschworen hatte; er verschaffte ihnen Ruhe ringsum, und keine seiner guten Verheißungen blieb unerfüllt. Diese Worte dürfen nicht gegen die bereits erwähnten noch verbleibenden örtlichen Aufgaben ausgespielt werden. Sie beschreiben die grundsätzliche Erfüllung der Landverheißung und den entscheidenden Sieg über den organisierten Widerstand, während die einzelnen Stämme weiterhin Verantwortung für die vollständige Besitznahme ihrer Gebiete tragen.
Damit nähert sich Josuas öffentliche Führungszeit ihrem letzten Abschnitt. Das Erbe ist verteilt, die großen Kriege liegen hinter ihm, und Josua wohnt in Timnat-Serach. Doch bevor sein Leben endet, wird er Israel noch zweimal eindringlich an das erinnern, was seine gesamte Geschichte getragen hat: Gottes Treue verlangt eine ebenso klare Entscheidung des Volkes, ihm allein zu dienen.
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Josua entlässt die Stämme östlich des Jordan
Josua 22,1-8 – „1 Da berief Josua die Rubeniter und Gaditer und den halben Stamm Manasse und sprach zu ihnen: 2 Ihr habt alles gehalten, was euch Mose, der Knecht des HERRN, geboten hat, und habt meiner Stimme gehorcht in allem, was ich euch geboten habe. 3 Ihr habt eure Brüder während dieser langen Zeit nicht verlassen bis auf diesen Tag, und habt treulich an dem Gebot des HERRN, eures Gottes, festgehalten. 4 W…"
Josua 22,1-8 – „1 Da berief Josua die Rubeniter und Gaditer und den halben Stamm Manasse und sprach zu ihnen: 2 Ihr habt alles gehalten, was euch Mose, der Knecht des HERRN, geboten hat, und habt meiner Stimme gehorcht in allem, was ich euch geboten habe. 3 Ihr habt eure Brüder während dieser langen Zeit nicht verlassen bis auf diesen Tag, und habt treulich an dem Gebot des HERRN, eures Gottes, festgehalten. 4 W…"
Josua 1,12-18 – „12 Und zu den Rubenitern, Gaditern und dem halben Stamm Manasse sprach Josua also: 13 Gedenket an das Wort, das euch Mose, der Knecht des HERRN, sagte, als er sprach: Der HERR, euer Gott, hat euch zur Ruhe gebracht und euch dieses Land gegeben. 14 Eure Weiber, eure Kinder und euer Vieh lasset bleiben im Lande, das euch Mose hier, diesseits des Jordan, gegeben hat; ihr aber sollt gerüstet vor eure…"
4. Mose 32,16-32 – „16 Da traten sie zu ihm und sprachen: Wir wollen nur Schafhürden hier bauen für unser Vieh und Städte für unsere Kinder. 17 Wir aber wollen uns rüsten und eilends voranziehen vor den Kindern Israel, bis wir sie an ihren Ort bringen; unsre Kinder sollen in den verschlossenen Städten bleiben um der Einwohner des Landes willen. 18 Wir wollen nicht heimkehren, bis die Kinder Israel [das Land] eingeno…"
Nachdem die großen Kämpfe beendet und die Erbteile verteilt sind, wendet sich Josua noch einmal besonders an Ruben, Gad und den halben Stamm Manasse. Diese Stämme hatten ihr Gebiet bereits unter Mose östlich des Jordan erhalten. Damals war ihnen jedoch zur Bedingung gemacht worden, dass ihre kampffähigen Männer gemeinsam mit ihren Brüdern über den Jordan ziehen und ihnen bei der Einnahme ihrer Gebiete helfen sollten. Zu Beginn seiner eigenen Führungszeit hatte Josua sie ausdrücklich an dieses Versprechen erinnert. Nun ist der Zeitpunkt gekommen, an dem ihre Verpflichtung erfüllt ist.
Josua ruft die Männer zu sich und bestätigt ihnen, dass sie gehalten haben, was Mose ihnen geboten hatte. Sie haben auch auf Josuas Anweisungen gehört und ihre Brüder während der langen Zeit der Kämpfe nicht verlassen. Der Text spricht damit eine klare Anerkennung ihrer Treue aus. Was Jahre zuvor lediglich ein Versprechen gewesen war, ist nun tatsächlich erfüllt worden. Die Männer dürfen zu ihren Familien, ihrem Besitz und ihren Herden östlich des Jordan zurückkehren.
Doch Josua entlässt sie nicht, ohne ihnen eine geistliche Mahnung mitzugeben. Sie sollen sorgfältig darauf achten, das Gebot und das Gesetz zu halten, das Mose ihnen gegeben hatte: den HERRN zu lieben, auf seinen Wegen zu gehen, seine Gebote zu bewahren, ihm anzuhängen und ihm mit ganzem Herzen und ganzer Seele zu dienen. Damit endet ihr gemeinsamer militärischer Dienst nicht in einer Aufforderung, ihre bisherigen Siege zu feiern. Josua richtet ihren Blick auf die bleibende Beziehung zu Gott.
Diese Worte greifen einen Grundton seiner eigenen Lebensgeschichte auf. Schon unmittelbar nach Moses Tod hatte Gott Josua eingeschärft, sich an das Gesetz zu halten und weder nach rechts noch nach links davon abzuweichen. Nun gibt Josua diese Ausrichtung an andere weiter. Seine Aufgabe als Führer bestand nicht allein darin, Menschen an ein geografisches Ziel zu bringen. Israel sollte im Land als Volk des Bundes leben und dem Gott treu bleiben, der es dorthin geführt hatte.
Josua segnet die Männer und sendet sie in ihre Heimat. Besonders der halbe Stamm Manasse wird dabei noch einmal eingeordnet: Die andere Hälfte seines Stammes besitzt ihr Erbteil westlich des Jordan. Josua fordert die zurückkehrenden Männer außerdem auf, den großen Reichtum, den sie aus den Kämpfen mitbringen – Vieh, Silber, Gold, Erz, Eisen und Kleidung – mit ihren Brüdern zu teilen. Auch nach dem Krieg soll das Empfangene nicht ausschließlich einzelnen Kämpfern zugutekommen.
Die östlichen Stämme verlassen daraufhin die übrigen Israeliten in Silo und ziehen in ihr eigenes Gebiet zurück. Damit endet eine Verbindung, die während der Landnahme durch den gemeinsamen militärischen Auftrag besonders eng gewesen war. Der Jordan bildet nun eine geografische Grenze zwischen den Stammesgebieten, obwohl alle zum selben Bundesvolk gehören. Gerade diese räumliche Trennung führt jedoch beinahe unmittelbar zu einem schweren Missverständnis.
Als die Männer an den Jordan kommen, errichten sie dort einen großen, weithin sichtbaren Altar. Als die übrigen Israeliten davon hören, versammelt sich die ganze Gemeinde in Silo und bereitet sich sogar darauf vor, gegen die östlichen Stämme in den Krieg zu ziehen. Hintergrund dieser Reaktion ist die Sorge, es könne neben dem von Gott bestimmten Heiligtum ein konkurrierender Opferaltar entstanden sein. Ein solcher Abfall hätte nach den bisherigen Erfahrungen Israels nicht als private Angelegenheit einzelner Stämme behandelt werden können.
Bevor jedoch gekämpft wird, sendet Israel eine Delegation unter der Führung des Priesters Pinehas zu Ruben, Gad und dem halben Stamm Manasse. Die Männer konfrontieren sie mit dem Verdacht des Bundesbruchs und erinnern an frühere Sünden Israels, deren Folgen die ganze Gemeinde getroffen hatten. Die östlichen Stämme erklären daraufhin eindringlich, dass der Altar gerade nicht zum Darbringen von Brand- oder Schlachtopfern bestimmt sei. Er solle vielmehr als Zeugnis dafür dienen, dass auch ihre Nachkommen Anteil am HERRN und an Israel haben.
Diese Erklärung stellt die übrigen Israeliten zufrieden, und der drohende Krieg wird verhindert. Der Altar erhält die Bedeutung eines Zeugnisses: Der HERR ist Gott. Josua selbst tritt in der anschließenden Auseinandersetzung nicht als handelnder Wortführer hervor; deshalb darf ihm die erfolgreiche Vermittlung nicht persönlich zugeschrieben werden. Sein letzter ausdrücklich berichteter Beitrag zu diesem Geschehen liegt in der Entlassung und Segnung der östlichen Stämme.
Gerade darin zeigt sich der Übergang in Josuas letzte Lebensphase. Die gemeinsame Landnahme ist weitgehend abgeschlossen, die Stämme leben nun zunehmend in ihren eigenen Gebieten, und Josua kann nicht mehr jede zukünftige Entscheidung Israels persönlich lenken. Was bleiben muss, ist die Treue zu dem Bund, auf den er sie bei ihrer Entlassung hingewiesen hat. Jahre später, als Josua selbst weiß, dass sein Lebensende näherkommt, wird genau diese Frage noch einmal zum Mittelpunkt seiner letzten großen Worte an Israel.
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Josua warnt Israel vor einem geteilten Herzen
Josua 23,1-11 – „1 Und nach langer Zeit, als der HERR Israel Ruhe verschafft hatte vor all seinen Feinden ringsum, und Josua alt und wohlbetagt war, 2 berief Josua ganz Israel, seine Ältesten, Häupter, Richter und Amtleute und sprach zu ihnen: Ich bin nun alt und wohlbetagt; 3 ihr aber habt alles gesehen, was der HERR, euer Gott, getan hat an allen diesen Völkern vor euch her; denn der HERR, euer Gott, hat selbst…" Josua 23,1-11 – „1 Und nach langer Zeit, als der HERR Israel Ruhe verschafft hatte vor all seinen Feinden ringsum, und Josua alt und wohlbetagt war, 2 berief Josua ganz Israel, seine Ältesten, Häupter, Richter und Amtleute und sprach zu ihnen: Ich bin nun alt und wohlbetagt; 3 ihr aber habt alles gesehen, was der HERR, euer Gott, getan hat an allen diesen Völkern vor euch her; denn der HERR, euer Gott, hat selbst…" Josua 23,12-16 – „12 Wenn ihr euch aber abwendet und dem Überrest dieser Völker anhanget, die unter euch übriggeblieben sind, und euch mit ihnen verheiratet, daß ihr euch untereinander vermischet, so wisset gewiß, 13 daß der HERR, euer Gott, diese Völker nicht mehr vor euch vertreiben wird; sondern sie werden euch zum Fallstrick und zur Schlinge und zur Geiße…
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Josua stellt Israel vor die Entscheidung, wem es dienen will
Josua 24,14-15 – „14 So fürchtet nun den HERRN und dienet ihm aufrichtig und in der Wahrheit, und tut die Götter von euch, denen eure Väter jenseits des Stromes und in Ägypten gedient haben, und dienet dem HERRN! 15 Gefällt es euch aber nicht, dem HERRN zu dienen, so erwählet euch heute, welchem ihr dienen wollt: den Göttern, denen eure Väter jenseits des Stromes gedient haben, oder den Göttern der Amoriter, in de…" Josua 24,14-15 – „14 So fürchtet nun den HERRN und dienet ihm aufrichtig und in der Wahrheit, und tut die Götter von euch, denen eure Väter jenseits des Stromes und in Ägypten gedient haben, und dienet dem HERRN! 15 Gefällt es euch aber nicht, dem HERRN zu dienen, so erwählet euch heute, welchem ihr dienen wollt: den Göttern, denen eure Väter jenseits des Stromes gedient haben, oder den Göttern der Amoriter, in de…" Josua 24,1-13 – „1 Und Josua versammelte alle Stämme Israels zu Sichem und berief die Ältesten von Israel, die Häupter, Richter und Amtleute. Und als sie vor Gott getreten waren, 2 sprach Josua zum ganzen Volk: So spricht der HERR, der Gott Israels: Eure Väter, Terach, Abrahams und Nahors Vater, wohnten vor Zeiten jenseits des [Euphrat] Stromes und dienten …
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Josua erneuert in Sichem den Bund
Josua 24,25-28 – „25 Also machte Josua an jenem Tag einen Bund mit dem Volk und legte ihnen Satzungen und Rechte vor zu Sichem. 26 Und Josua schrieb diese Worte in das Gesetzbuch Gottes, und er nahm einen großen Stein und richtete ihn daselbst auf unter der Eiche, die bei dem Heiligtum des HERRN war. 27 Und Josua sprach zum ganzen Volk: Siehe, dieser Stein soll Zeuge gegen uns sein; denn er hat alle Reden gehört, …" Josua 24,25-28 – „25 Also machte Josua an jenem Tag einen Bund mit dem Volk und legte ihnen Satzungen und Rechte vor zu Sichem. 26 Und Josua schrieb diese Worte in das Gesetzbuch Gottes, und er nahm einen großen Stein und richtete ihn daselbst auf unter der Eiche, die bei dem Heiligtum des HERRN war. 27 Und Josua sprach zum ganzen Volk: Siehe, dieser Stein soll Zeuge gegen uns sein; denn er hat alle Reden gehört, …" Josua 24,19-24 – „19 Josua sprach zum Volk: Ihr könnt dem HERRN nicht dienen; denn er ist ein heiliger Gott, ein eifriger Gott, der eure Übertretungen und Sünden nicht dulden wird. 20 Wenn ihr den HERRN verlasset und fremden Göttern dienet, so wird er sich von euch abwenden und euch Übles tun und euch aufreiben, nachdem er euch Gutes getan hat. 21 Da sprach…
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Josua stirbt nach vollendetem Dienst
Josua 24,29-31 – „29 Und es begab sich nach diesen Geschichten, daß Josua, der Sohn Nuns, der Knecht des HERRN, starb, als er hundertundzehn Jahre alt war. 30 Und man begrub ihn im Gebiet seines Erbteils, zu Timnat-Serach, das auf dem Gebirge Ephraim liegt, nördlich vom Berge Gaasch. 31 Und die Kinder Israel dienten dem HERRN, solange Josua lebte und die Ältesten, welche Josua überlebten, die auch alle Werke des H…" Josua 24,29-31 – „29 Und es begab sich nach diesen Geschichten, daß Josua, der Sohn Nuns, der Knecht des HERRN, starb, als er hundertundzehn Jahre alt war. 30 Und man begrub ihn im Gebiet seines Erbteils, zu Timnat-Serach, das auf dem Gebirge Ephraim liegt, nördlich vom Berge Gaasch. 31 Und die Kinder Israel dienten dem HERRN, solange Josua lebte und die Ältesten, welche Josua überlebten, die auch alle Werke des H…" Richter 2,6-9 – „6 Als nämlich Josua das Volk entlassen hatte, zogen die Kinder Israel ein jeder in sein Erbteil, um das Land in Besitz zu nehmen. 7 Und das Volk diente dem HERRN, solange Josua lebte und solange die Ältesten da waren, die Josua überlebten, welche alle die großen Werke des HERRN gesehen hatten, die er an Israel getan. 8 Als aber Josua, der S…
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Josuas Wort über Jericho erfüllt sich Generationen später
1. Könige 16,34 – „34 Zu derselben Zeit baute Hiel von Bethel Jericho [wieder auf]. Es kostete ihn seinen erstgeborenen Sohn Abiram, als er ihren Grund legte, und seinen jüngsten Sohn Segub, als er ihre Tore setzte, nach dem Worte des HERRN, welches er durch Josua, den Sohn Nuns, geredet hatte." 1. Könige 16,34 – „34 Zu derselben Zeit baute Hiel von Bethel Jericho [wieder auf]. Es kostete ihn seinen erstgeborenen Sohn Abiram, als er ihren Grund legte, und seinen jüngsten Sohn Segub, als er ihre Tore setzte, nach dem Worte des HERRN, welches er durch Josua, den Sohn Nuns, geredet hatte." Josua 6,26 – „26 Zu der Zeit schwur Josua und sprach: Verflucht sei der Mann vor dem HERRN, welcher sich aufmachen und diese Stadt Jericho bauen wird; wenn er ihren Grund legt, koste es ihn seinen erstgeborenen Sohn, und wenn er ihre Tore setzt, koste es ihn seinen jüngsten Sohn!" 1. Könige 16,29-33 – „29 Im achtunddreißigsten Jahre Asas, des Königs von Juda, ward Ahab, der Sohn Omris, König über Israel und regierte zu Samaria zweiundzwanzig Jahre lang über Israel. 30 Und Ahab, der Sohn Omris, tat, was dem HERRN übel gefiel, mehr als alle, die vor ihm gewesen waren. 31 Denn das war noch das Gerings…
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Josuas Landruhe weist über sich hinaus
Hebräer 4,8-11 – „8 Denn hätte Josua sie zur Ruhe gebracht, so würde nicht hernach von einem anderen Tage gesprochen. 9 Also bleibt dem Volke Gottes noch eine Sabbatruhe vorbehalten; 10 denn wer in seine Ruhe eingegangen ist, der ruht auch selbst von seinen Werken, gleichwie Gott von den seinigen. 11 So wollen wir uns denn befleißigen, in jene Ruhe einzugehen, damit nicht jemand als gleiches Beispiel des Unglauben…" Hebräer 4,8-11 – „8 Denn hätte Josua sie zur Ruhe gebracht, so würde nicht hernach von einem anderen Tage gesprochen. 9 Also bleibt dem Volke Gottes noch eine Sabbatruhe vorbehalten; 10 denn wer in seine Ruhe eingegangen ist, der ruht auch selbst von seinen Werken, gleichwie Gott von den seinigen. 11 So wollen wir uns denn befleißigen, in jene Ruhe einzugehen, damit nicht jemand als gleiches Beispiel des Unglauben…" Apostelgeschichte 7,44-45 – „44 Unsre Väter hatten das Zelt des Zeugnisses in der Wüste, wie der, welcher mit Mose redete, es zu machen befahl nach dem Vorbilde, das er gesehen hatte. 45 Dieses brachten auch unsre Väter, wie sie es empfangen hatten, mit Josua [in das Land], als sie es von den Heiden in Besitz nahmen, welche Gott vor dem Angesichte unsrer Vä…
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Josua muss lernen, Gottes Wirken nicht einzuengen
4. Mose 11,24-29 – „24 Da ging Mose hin und sagte dem Volke das Wort des HERRN und versammelte siebzig Männer aus den Ältesten des Volkes und stellte sie um die Hütte her. 25 Da kam der HERR herab in der Wolke und redete mit ihm, und nahm von dem Geiste, der auf ihm war, und legte ihn auf die siebzig Ältesten; und als der Geist auf ihnen ruhte, weissagten sie, aber nicht fortgesetzt. 26 Und im Lager waren noch zwei …" 4. Mose 11,24-29 – „24 Da ging Mose hin und sagte dem Volke das Wort des HERRN und versammelte siebzig Männer aus den Ältesten des Volkes und stellte sie um die Hütte her. 25 Da kam der HERR herab in der Wolke und redete mit ihm, und nahm von dem Geiste, der auf ihm war, und legte ihn auf die siebzig Ältesten; und als der Geist auf ihnen ruhte, weissagten sie, aber nicht fortgesetzt. 26 Und im Lager waren noch zwei …" 4. Mose 11,16-17 – „16 Da sprach der HERR zu Mose: Sammle mir siebzig Männer aus den Ältesten Israels, von denen du weißt, daß sie Älteste des Volkes und seine Vorsteher sind, und nimm sie vor die Stiftshütte, daß sie daselbst bei dir stehen; 17 so will ich herabkommen und daselbst mit dir reden, und von dem Geiste, der auf dir ist, nehmen und auf sie l…
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Josua fordert die Nachkommen Josefs zur eigenen Verantwortung auf
Josua 17,14-18 – „14 Es redeten aber die Kinder Joseph mit Josua und sprachen: Warum hast du mir nur ein Los und einen Anteil zum Erbbesitz gegeben, da ich doch ein großes Volk bin, wie mich denn der HERR bisher gesegnet hat? 15 Da sprach Josua zu ihnen: Wenn du doch ein großes Volk bist, so ziehe hinauf in den Wald und rode dir daselbst aus, in dem Lande der Pheresiter und Rephaiter, weil dir das Gebirge Ephraim …" Josua 17,14-18 – „14 Es redeten aber die Kinder Joseph mit Josua und sprachen: Warum hast du mir nur ein Los und einen Anteil zum Erbbesitz gegeben, da ich doch ein großes Volk bin, wie mich denn der HERR bisher gesegnet hat? 15 Da sprach Josua zu ihnen: Wenn du doch ein großes Volk bist, so ziehe hinauf in den Wald und rode dir daselbst aus, in dem Lande der Pheresiter und Rephaiter, weil dir das Gebirge Ephraim …" Josua 16,4-10 – „4 Das haben die Kinder Josephs, Manasse und Ephraim, zum Erbteil empfangen. 5 Dies ist aber das Gebiet der Kinder Ephraim nach ihren Geschlechtern: Die östliche Grenze ihres Erbteils reicht von Atarot-Addar bis an das obere Beth-Horon 6 und läuft hinaus bis zum Meer, indem sie Mikmetat nördlich liegen läßt. Darnach wendet sich die Grenze ös…
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Zusammenfassung und Gebet
Josuas Leben ist vor allem die Geschichte eines Menschen, der lernte, Verantwortung unter Gottes Führung zu tragen. Die Bibel stellt ihn nicht plötzlich als großen Führer vor. Lange bevor er an der Spitze Israels steht, kämpft er unter Moses Auftrag, dient an dessen Seite, erlebt Gottes Gegenwart und muss selbst Korrektur annehmen. Seine spätere Verantwortung wächst aus Jahren des Dienens, Beobachtens, Wartens und Vertrauens. Eine der prägendsten Linien seines Lebens zeigt sich bereits an der Grenze Kanaans. Josua sieht dieselben befestigten Städte und mächtigen Bewohner wie die übrigen Kundschafter, zieht daraus aber eine andere Schlussfolgerung. Er vertraut darauf, dass Gottes Verheißung größer ist als die sichtbare Übermacht. Dieses Vertrauen erspart ihm nicht vierzig Jahre Wüstenwanderung. Doch als eine ganze Generation vergangen ist, steht Gottes Zusage noch immer fest. Als Josua schließlich Moses Nachfolger wird, gründet seine Berufung nicht auf persönlichem Ehrgeiz. Gott selbst bestimmt ihn und verbindet seinen Auftrag immer wieder mit zwei Dingen: seiner Gegenwart und seinem Wort. Josua soll stark und fest sein, aber seine Stärke besteht nicht in Unabhängigkeit von Gott. E…
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