Hesekiel – Der Prophet der Herrlichkeit Gottes Er war Priester – doch er würde nie im Tempel dienen. Als Hesekiel 597 v.Chr. mit den ersten Deportierten nach Babylon verschleppt wurde, schien alles verloren. Fern von Jerusalem, am Kanal Kebar, mitten in einer heidnischen Umgebung, begann Gott zu sprechen – und was Hesekiel sah, überstieg…
Er war Priester – doch er würde nie im Tempel dienen. Als Hesekiel 597 v.Chr. mit den ersten Deportierten nach Babylon verschleppt wurde, schien alles verloren. Fern von Jerusalem, am Kanal Kebar, mitten in einer heidnischen Umgebung, begann Gott zu sprechen – und was Hesekiel sah, überstieg alles, was ein menschliches Auge je erblickt hatte.
Ein Sturmwind aus dem Norden, eine große Wolke, loderndes Feuer – und darin vier lebendige Wesen, jedes mit vier Gesichtern und vier Flügeln, umgeben von Rädern in Rädern, voller Augen. Über ihnen ein Thron wie Saphir, und darauf eine Gestalt „wie eines Menschen Gestalt“, umgeben von Feuer und einem Regenbogen (Hesekiel 1).
Hesekiel fiel auf sein Angesicht. Was er gesehen hatte, war die Herrlichkeit Gottes – die Schechina, die einst über der Bundeslade im Allerheiligsten ruhte. Und die Botschaft war klar: Gottes Herrlichkeit ist nicht an den Tempel in Jerusalem gebunden. Er ist dort, wo sein Volk ist – sogar in Babylon.
Gott berief Hesekiel zum Wächter Israels: „Menschensohn, ich habe dich zum Wächter gesetzt über das Haus Israel. Wenn du den Gottlosen nicht warnst, so will ich sein Blut von deiner Hand fordern“ (Hesekiel 3,17–18). Es war eine schwere Verantwortung – und Hesekiel nahm sie ernst.
Seine prophetischen Zeichenhandlungen waren dramatisch: Er lag 390 Tage auf seiner linken Seite und 40 Tage auf seiner rechten, um die Sünden Israels und Judas zu tragen. Er aß Brot, das über Dung gebacken wurde. Er schnitt sich das Haar ab und teilte es in drei Teile – ein Drittel verbrannt, ein Drittel mit dem Schwert geschlagen, ein Drittel in den Wind gestreut.
Die berühmteste Vision Hesekiels: ein Tal voller Knochen, bleich und trocken. „Menschensohn, können diese Gebeine wieder lebendig werden?“ Hesekiel antwortete weise: „Herr, du weißt es“ Und als er weissagte, kamen die Knochen zusammen, Fleisch wuchs, Haut bedeckte sie, und der Geist kam in sie – „und sie wurden lebendig und stellten sich auf ihre Füße, ein überaus großes Heer“ (Hesekiel 37,1–10).
Primär eine Verheißung der nationalen Wiederherstellung Israels, ist diese Vision zugleich ein mächtiges Bild der Auferstehung und der geistlichen Erneuerung durch den Heiligen Geist.
Die letzten Kapitel Hesekiels (40-48) beschreiben einen neuen Tempel mit präzisen Maßangaben – und wie die Herrlichkeit Gottes, die in Kapitel 10 den Tempel verlassen hatte, durch das Osttor zurückkehrt: „Und siehe, die Herrlichkeit des Gottes Israels kam von Osten, und es rauschte wie großes Wasser, und die Erde leuchtete von seiner Herrlichkeit“ (Hesekiel 43,2).
„Hesekiels Visionen zeigten den Verbannten, dass Gottes Herrlichkeit nicht an irdische Strukturen gebunden ist. In der Stunde tiefster Erniedrigung offenbarte Gott die größte Herrlichkeit“.
Der Wächter
Das Tal der verdorrten Gebeine
Der neue Tempel
„Und ich will euch ein neues Herz und einen neuen Geist in euch geben und will das steinerne Herz aus eurem Fleisch wegnehmen und euch ein fleischernes Herz geben“ (Hesekiel 36,26).
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