Abraham

Abraham in der Bibel

Abraham, ursprünglich Abram genannt, ist ein Sohn Terachs und einer der zentralen Patriarchen der Bibel. Gott berief ihn, gab ihm Verheißungen über Land, Nachkommenschaft und Segen und schloss mit ihm einen Bund, durch den die Heilsgeschichte entscheidend weitergeführt wurde. Das Neue Testament erinnert Abraham besonders als einen Menschen, der Gott glaubte, und verbindet die ihm gegebene Verheißung ausdrücklich mit Jesus Christus.

Einführung

Abrahams Geschichte beginnt nicht mit einem mächtigen König, einem großen Volk oder einem bereits erfüllten Versprechen. Als die Bibel ihn erstmals nennt, heißt er noch Abram und steht zunächst innerhalb einer langen Geschlechtslinie, die von Noah über Sem bis zu seinem Vater Terach führt. Gerade dieser unscheinbare Anfang ist wichtig. Bevor Abraham zum Träger weitreichender Verheißungen wird, begegnet er uns als Angehöriger einer Familie, deren Geschichte in der alten Welt nach der Sintflut ihren Platz hat.

Kaum eine andere alttestamentliche Person wird später so häufig aufgegriffen und ausgelegt. Mose berichtet ausführlich über sein Leben, die Propheten erinnern an Gottes Handeln mit ihm, Jesus spricht von ihm, und die Apostel greifen seinen Glauben, seine Rechtfertigung und die ihm gegebenen Verheißungen immer wieder auf. Deshalb darf Abraham weder zu einem makellosen Glaubenshelden idealisiert noch auf einzelne bekannte Geschichten reduziert werden. Seine Lebensgeschichte enthält Vertrauen und Gehorsam, aber ebenso Entscheidungen, deren Schwäche und Folgen die Schrift nicht verschweigt.

Die Bibel führt ihn Schritt für Schritt. Erst im Verlauf seines Lebens wird sichtbar, wie Gottes Zusagen konkretisiert, bestätigt und geprüft werden und wie Abram selbst lernen muss, sich auf das Wort Gottes zu verlassen. Dabei liegt das Gewicht nicht auf menschlicher Größe, sondern auf einem Gott, der ruft, verheißt, führt und seinem Wort treu bleibt.

Der früheste Ausgangspunkt liegt deshalb bei seiner Herkunft. Terach wird Vater von Abram, Nahor und Haran; die Familie lebt zunächst im Umfeld von Ur in Chaldäa. Von dort setzt sich eine Bewegung in Gang, die Abrams bisheriges Leben grundlegend verändern wird.

Gott ruft Abram aus seiner alten Heimat

Apostelgeschichte 7,2-4 – „2 Er aber sprach: Ihr Männer, Brüder und Väter, höret! Der Gott der Herrlichkeit erschien unserm Vater Abraham, als er in Mesopotamien war, bevor er in Haran wohnte, und sprach zu ihm: 3 «Gehe hinweg aus deinem Lande und deiner Verwandtschaft und ziehe in das Land, das ich dir zeigen werde!» 4 Da ging er hinweg aus dem Lande der Chaldäer und wohnte in Haran. Und von dort, nach dem Tode seines Vat…"
Apostelgeschichte 7,2-4 – „2 Er aber sprach: Ihr Männer, Brüder und Väter, höret! Der Gott der Herrlichkeit erschien unserm Vater Abraham, als er in Mesopotamien war, bevor er in Haran wohnte, und sprach zu ihm: 3 «Gehe hinweg aus deinem Lande und deiner Verwandtschaft und ziehe in das Land, das ich dir zeigen werde!» 4 Da ging er hinweg aus dem Lande der Chaldäer und wohnte in Haran. Und von dort, nach dem Tode seines Vat…"
1. Mose 11,27-32 – „27 Und dies ist Terachs Geschlechtsregister: Terach zeugte den Abram, Nahor und Haran; Haran aber zeugte den Lot. 28 Und Haran starb vor seinem Vater Terach im Lande seiner Geburt zu Ur in Chaldäa. 29 Abram aber und Nahor nahmen Weiber; Abrams Weib hieß Sarai, Nahors Weib hieß Milka, eine Tochter Harans, des Vaters der Milka und der Jisla. 30 Sarai aber war unfruchtbar; sie hatte kein Kind. 31 Un…"
Josua 24,2 – „2 sprach Josua zum ganzen Volk: So spricht der HERR, der Gott Israels: Eure Väter, Terach, Abrahams und Nahors Vater, wohnten vor Zeiten jenseits des [Euphrat] Stromes und dienten andern Göttern."

Abrams Lebensgeschichte beginnt innerhalb der Familie Terachs. 1. Mose 11 nennt Terach als Vater von Abram, Nahor und Haran. Haran wird wiederum Vater Lots, stirbt jedoch noch zu Lebzeiten seines Vaters in Ur in Chaldäa. Abram heiratet Sarai, während Nahor Milka zur Frau nimmt, eine Tochter Harans. Schon diese ersten Angaben schaffen die familiären Verbindungen, die Abrams späteres Leben begleiten werden: Sarai steht an seiner Seite, Lot zieht mit ihm weiter, und auch die übrige Verwandtschaft wird später erneut eine Rolle spielen.

Über Abrams Kindheit und Jugend berichtet die Bibel nichts. Sie nennt weder sein genaues Geburtsumfeld noch Ereignisse aus seinen frühen Jahren, die seinen späteren Glauben erklären könnten. Auch eine ausführliche Beschreibung seines Lebens in Ur fehlt. Umso wichtiger ist, nur das festzuhalten, was die Schrift tatsächlich offenbart. Abram erscheint zunächst nicht als bereits herausgehobener Glaubensheld, sondern als Mitglied einer Familie, die in Mesopotamien lebt.

Ein späterer Rückblick Josuas ergänzt dazu eine bedeutsame Information. Als Josua Israel an Gottes Führung erinnert, sagt er, dass ihre Vorfahren jenseits des Stromes wohnten, darunter Terach, der Vater Abrahams und Nahors, und dass sie anderen Göttern dienten. Der Text erklärt nicht im Einzelnen, welche Mitglieder der Familie in welchem Maß daran beteiligt waren. Er macht jedoch deutlich, dass Abrams Herkunft nicht aus einem Umfeld bestand, das einfach als reine Fortsetzung treuer Gottesverehrung beschrieben werden kann. Gottes Berufung setzt inmitten einer Welt ein, in der andere Götter verehrt wurden.

Eine entscheidende Ergänzung zur Genesis liefert Stephanus viele Jahrhunderte später. In seiner Rede vor dem Hohen Rat erklärt er, dass „der Gott der Herrlichkeit“ Abraham erschien, als dieser noch in Mesopotamien lebte, bevor er sich in Haran niederließ. Dort empfing Abram den Ruf, sein Land und seine Verwandtschaft zu verlassen und in das Land zu gehen, das Gott ihm zeigen würde. Damit beginnt Gottes persönliches Handeln mit ihm früher, als eine oberflächliche Lektüre von 1. Mose 12 vermuten lassen könnte.

Genesis und Apostelgeschichte beschreiben dabei keine zwei voneinander unabhängigen Lebensgeschichten. 1. Mose 11 berichtet, dass Terach seinen Sohn Abram, seinen Enkel Lot und Sarai aus Ur in Chaldäa herausführte, um in das Land Kanaan zu ziehen. Sie erreichten jedoch Haran und ließen sich dort nieder. Stephanus ergänzt, dass Gottes Ruf an Abram bereits vor diesem Aufenthalt ergangen war. Damit wird sichtbar, dass der Aufbruch aus Ur nicht lediglich als gewöhnlicher Familienumzug verstanden werden sollte, auch wenn Genesis Terach als denjenigen nennt, der die Familie führte.

Das angestrebte Ziel war Kanaan, doch zunächst endet die Reise in Haran. Warum Terach dort blieb, sagt die Bibel nicht. Ebenso erfahren wir nicht, wie lange die Familie vor seinem Tod dort lebte, außer soweit spätere Altersangaben zeitliche Zusammenhänge erkennen lassen. Der Text füllt diese Zwischenzeit nicht aus. Er hält lediglich fest, dass Terach in Haran starb und dass sich Abrams Weg von dort aus weiterentwickelte.

Damit steht am Anfang seines Glaubensweges bereits ein grundlegendes Muster: Gottes Wort tritt in Abrams bisheriges Leben hinein und ruft ihn aus vertrauten Bindungen heraus, noch bevor er das Ziel aus eigener Anschauung kennt. Später wird Hebräer diesen Anfang ausdrücklich als Glaubenshandlung deuten. Doch zunächst befindet sich Abram noch in Haran. Der erste Aufbruch hat stattgefunden, das verheißene Land ist noch nicht erreicht, und Gottes Ruf wird nun mit Verheißungen verbunden, die seinem gesamten weiteren Leben eine neue Richtung geben werden.

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Abram zieht im Vertrauen nach Kanaan

1. Mose 12,1-9 – „1 Und der HERR sprach zu Abram: Geh aus von deinem Land und von deiner Verwandtschaft und von deines Vaters Hause in das Land, das ich dir zeigen will! 2 So will ich dich zu einem großen Volke machen und dich segnen und dir einen großen Namen machen, und du sollst ein Segen sein. 3 Ich will segnen, die dich segnen, und verfluchen, die dir fluchen; und durch dich sollen alle Geschlechter auf Erden…"
1. Mose 12,1-9 – „1 Und der HERR sprach zu Abram: Geh aus von deinem Land und von deiner Verwandtschaft und von deines Vaters Hause in das Land, das ich dir zeigen will! 2 So will ich dich zu einem großen Volke machen und dich segnen und dir einen großen Namen machen, und du sollst ein Segen sein. 3 Ich will segnen, die dich segnen, und verfluchen, die dir fluchen; und durch dich sollen alle Geschlechter auf Erden…"
Hebräer 11,8 – „8 Durch Glauben gehorchte Abraham, als er berufen wurde, nach einem Ort auszuziehen, den er zum Erbteil empfangen sollte; und er zog aus, ohne zu wissen, wohin er komme."
Apostelgeschichte 7,4-5 – „4 Da ging er hinweg aus dem Lande der Chaldäer und wohnte in Haran. Und von dort, nach dem Tode seines Vaters, führte er ihn herüber in dieses Land, welches ihr jetzt bewohnet. 5 Und er gab ihm kein Erbteil darin, auch nicht einen Fuß breit, und verhieß, es ihm und seinem Samen nach ihm zum Eigentum zu geben, obwohl er kein Kind hatte."

Nach Terachs Tod setzt sich Abrams Weg fort. Der HERR fordert ihn auf, sein Land, seine Verwandtschaft und sein Vaterhaus zu verlassen und in ein Land zu ziehen, das er ihm zeigen werde. Damit erhält der bereits in Mesopotamien ergangene Ruf seine entscheidende Fortsetzung. Abram soll nun auch Haran hinter sich lassen. Sein weiteres Leben wird nicht von einem selbst gewählten Ziel bestimmt, sondern von dem Wort Gottes, das ihm den Weg weist.

Mit diesem Ruf verbindet Gott außergewöhnliche Verheißungen. Aus Abram soll ein großes Volk werden; Gott will ihn segnen, seinen Namen groß machen und ihn selbst zum Segen werden lassen. Wer ihn segnet, soll gesegnet werden, und wer ihm flucht, soll unter Gottes Gericht stehen. Schließlich reicht die Zusage weit über Abrams persönliches Leben hinaus: In ihm sollen alle Geschlechter der Erde gesegnet werden. Noch besitzt Abram weder das verheißene Land noch die angekündigte große Nachkommenschaft. Gottes Zusage steht deshalb am Anfang, bevor ihre Erfüllung sichtbar geworden ist.

Abrams Antwort wird bemerkenswert knapp beschrieben: Er zieht fort, wie der HERR zu ihm geredet hatte. Lot begleitet ihn. Abram ist zu diesem Zeitpunkt 75 Jahre alt. Sarai geht mit ihm, ebenso der Besitz, den sie erworben hatten, und die Menschen, die sie in Haran gewonnen hatten. Die Bibel beschreibt damit keinen einsamen Wanderer, sondern einen Mann mit Familie, Hausstand und beträchtlicher Verantwortung, der sein bisheriges Lebensumfeld verlässt und sich auf Gottes Wort hin nach Kanaan aufmacht.

Der Hebräerbrief blickt später gerade auf diesen Schritt zurück und nennt ihn Glauben. Abraham gehorchte dem Ruf und zog aus an einen Ort, den er als Erbe empfangen sollte, obwohl er nicht wusste, wohin er kommen würde. Damit erklärt das Neue Testament, was die knappe Erzählung der Genesis erkennen lässt: Sein Gehorsam beruhte nicht darauf, dass er den gesamten Weg bereits überblickte. Er ging, weil Gott gesprochen hatte. Glaube erscheint hier nicht als bloße innere Überzeugung, sondern als Vertrauen, das auf Gottes Wort antwortet.

Schließlich erreicht Abram das Land Kanaan. Er zieht bis in die Gegend von Sichem, an die Eiche More. Dort begegnet ihm der HERR erneut und konkretisiert seine Zusage: Dieses Land will er Abrams Nachkommen geben. Gerade an diesem Punkt tritt eine Spannung hervor, die seine weitere Geschichte lange begleiten wird. Das Land wird ihm zugesagt, doch die Kanaaniter befinden sich bereits darin. Zudem besitzt Abram selbst zunächst keinen dauerhaften Anteil daran. Stephanus erinnert später daran, dass Gott ihm damals nicht einmal einen Fußbreit als Eigentum gab, obwohl er ihm und seiner Nachkommenschaft das Land verheißen hatte.

Abrams Reaktion in Sichem ist Anbetung. Er baut dem HERRN, der ihm erschienen war, einen Altar. Danach zieht er weiter in das Bergland östlich von Bethel, schlägt dort sein Zelt auf und errichtet erneut einen Altar. Dort ruft er den Namen des HERRN an. Zelt und Altar prägen damit seinen ersten Aufenthalt im Land: Er lebt noch ohne festen Besitz, doch an den Orten seines Weges richtet er sich auf den Gott aus, der ihn gerufen hat.

Von dort zieht Abram weiter nach Süden. Die Genesis erzählt diese Ortswechsel ohne den Eindruck zu erwecken, die Verheißung habe sich bereits erfüllt. Im Gegenteil: Er ist im Land angekommen, besitzt es aber noch nicht; ihm ist eine große Nachkommenschaft zugesagt, obwohl Sarai bisher kinderlos ist. Der Glaube, mit dem Abram seinen Weg begonnen hat, wird deshalb nicht durch sofort sichtbare Erfüllung abgelöst. Gottes Wort bleibt seiner gegenwärtigen Wirklichkeit voraus.

So beginnt Abrams Leben in Kanaan mit Verheißung, Gehorsam und Anbetung, aber zugleich mit offenen Fragen. Er hat das vertraute Land verlassen und das verheißene erreicht, doch er lebt dort weiterhin als Fremder. Schon bald wird eine schwere Krise entstehen, in der sich zeigen wird, wie Abram reagiert, wenn äußere Umstände der göttlichen Verheißung scheinbar entgegenstehen.

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Abram flieht vor der Hungersnot nach Ägypten

1. Mose 12,10-20 – „10 Da aber Hungersnot im Lande herrschte, reiste Abram nach Ägypten hinab, um sich daselbst aufzuhalten; denn die Hungersnot lastete auf dem Land. 11 Und als er sich Ägypten näherte, sprach er zu seinem Weib Sarai: Siehe doch, ich weiß, daß du ein Weib bist von schöner Gestalt. 12 Wenn dich nun die Ägypter sehen, so werden sie sagen: Das ist sein Weib! Und sie werden mich töten und dich leben las…"
1. Mose 12,10-20 – „10 Da aber Hungersnot im Lande herrschte, reiste Abram nach Ägypten hinab, um sich daselbst aufzuhalten; denn die Hungersnot lastete auf dem Land. 11 Und als er sich Ägypten näherte, sprach er zu seinem Weib Sarai: Siehe doch, ich weiß, daß du ein Weib bist von schöner Gestalt. 12 Wenn dich nun die Ägypter sehen, so werden sie sagen: Das ist sein Weib! Und sie werden mich töten und dich leben las…"

Kaum hat Abram das verheißene Land erreicht, gerät sein Weg in eine ernste Krise. Im Land entsteht eine schwere Hungersnot, und Abram zieht nach Ägypten hinab, um dort vorübergehend zu leben. Die Bibel berichtet nicht, dass Gott ihm diesen Ortswechsel befohlen hätte, sie erklärt aber ebenso wenig ausdrücklich, dass der Weg nach Ägypten an sich Sünde gewesen sei. Im Mittelpunkt des folgenden Berichts steht vielmehr eine Entscheidung, die Abram aus Furcht trifft und durch die Sarai in Gefahr gerät.

Als sie sich Ägypten nähern, spricht Abram mit seiner Frau über seine Sorge. Weil Sarai schön sei, fürchtet er, die Ägypter könnten ihn töten, um sie für sich zu nehmen. Deshalb bittet er sie, sich als seine Schwester auszugeben, damit es ihm um ihretwillen gut gehe und sein Leben verschont werde. Der Text lässt Abrams Motiv damit nicht offen: Seine Worte werden ausdrücklich von der Angst um das eigene Leben bestimmt.

Die Aussage war nicht vollständig erfunden. Später wird Abraham erklären, dass Sara tatsächlich seine Halbschwester war: Sie war eine Tochter seines Vaters, jedoch nicht seiner Mutter. Dennoch verändert diese Verwandtschaftsbeziehung die moralische Problematik der Situation nicht. Abram benutzt eine Teilwahrheit so, dass die entscheidende Tatsache verborgen bleibt – Sarai ist seine Frau. Dadurch wird eine Aussage, die für sich genommen einen wahren Bestandteil enthält, zu einem Mittel der Täuschung.

In Ägypten geschieht genau das, wovor Abram gefürchtet hatte. Die Ägypter sehen Sarais Schönheit, und schließlich wird sie auch vor dem Pharao gerühmt. Sarai wird in dessen Haus genommen, während Abram ihretwegen reich beschenkt wird. Er erhält Schafe, Rinder, Esel, Knechte, Mägde und Kamele. Äußerlich scheint Abrams Plan zunächst erfolgreich zu sein: Sein Leben bleibt verschont, und sein Besitz vermehrt sich. Doch Sarai befindet sich nun in einer Lage, die durch Abrams eigene Entscheidung entstanden ist.

An diesem Punkt greift der HERR ein. Er schlägt den Pharao und sein Haus mit schweren Plagen um Sarais willen. Der Bericht erklärt nicht im Einzelnen, wie der Pharao erkannte, dass Sarai Abrams Frau war, doch seine anschließenden Worte zeigen, dass ihm die Wahrheit bekannt geworden ist. Bemerkenswert ist die Rollenverteilung: Nicht Abram deckt seine Täuschung auf und korrigiert die Lage, sondern Gott schützt Sarai, während der heidnische Herrscher Abram wegen seines Verhaltens zur Rede stellt.

Der Pharao fragt ihn, warum er verschwiegen habe, dass Sarai seine Frau sei, und warum er behauptet habe, sie sei seine Schwester. Danach gibt er Sarai zurück und befiehlt Abram, sie zu nehmen und fortzugehen. Seine Männer geleiten Abram mit Sarai und seinem gesamten Besitz aus dem Land. Die Krise endet damit nicht aufgrund einer gelungenen menschlichen Strategie, sondern durch Gottes Eingreifen. Gerade die Verheißung, die Abram empfangen hatte, wird von Gott bewahrt, obwohl Abram selbst in dieser Situation nicht entsprechend dem Vertrauen handelt, das seinen bisherigen Weg geprägt hatte.

Damit zeichnet die Bibel von Anfang an ein realistisches Bild dieses Mannes. Derselbe Abram, der auf Gottes Ruf hin seine Heimat verlassen hatte, kann unter Druck von Furcht bestimmt werden und versuchen, seine Sicherheit selbst zu gewährleisten. Sein Glaube wird dadurch nicht als bedeutungslos dargestellt, aber ebenso wenig wird sein Versagen beschönigt. Gottes Treue steht größer da als Abrams Schwäche. Aus Ägypten kehrt er nun in das Land zurück, in dem sein Weg begonnen hatte – und gerade dort wird erneut sichtbar werden, wohin er sich nach dieser Erfahrung wendet.

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Abram trennt sich von Lot

1. Mose 13,1-18 – „1 Und Abram zog mit seinem Weib und mit allem, was er hatte, auch mit Lot, von Ägypten hinauf in das südliche Kanaan. 2 Und Abram war sehr reich an Vieh, Silber und Gold. 3 Und er kam auf seinen Nomadenzügen von Süden her bis nach Bethel, bis zu dem Ort, da sein Zelt zuerst gestanden hatte, zwischen Bethel und Ai, 4 an die Stätte des Altars, welchen er in der ersten Zeit gemacht hatte; und Abram …"
1. Mose 13,1-18 – „1 Und Abram zog mit seinem Weib und mit allem, was er hatte, auch mit Lot, von Ägypten hinauf in das südliche Kanaan. 2 Und Abram war sehr reich an Vieh, Silber und Gold. 3 Und er kam auf seinen Nomadenzügen von Süden her bis nach Bethel, bis zu dem Ort, da sein Zelt zuerst gestanden hatte, zwischen Bethel und Ai, 4 an die Stätte des Altars, welchen er in der ersten Zeit gemacht hatte; und Abram …"

Abram verlässt Ägypten mit Sarai, Lot und seinem gesamten Besitz und zieht wieder in den Süden Kanaans. Von dort kehrt er bis in die Gegend zwischen Bethel und Ai zurück, an den Ort, an dem zuvor sein Zelt gestanden und er dem HERRN einen Altar gebaut hatte. Dort ruft Abram erneut den Namen des HERRN an. Nach der Erfahrung in Ägypten führt ihn sein Weg damit zurück an einen früheren Ort der Anbetung, bevor eine neue Entscheidung innerhalb seiner Familie notwendig wird.

Inzwischen besitzt Abram sehr viele Tiere, Silber und Gold. Auch Lot, der weiterhin mit ihm zieht, verfügt über Schafe, Rinder und Zelte. Der gemeinsame Wohlstand führt jedoch zu einem praktischen Problem: Das Land kann ihre großen Herden nicht zusammen tragen. Zwischen den Hirten Abrams und den Hirten Lots entsteht Streit. Zusätzlich erwähnt der Bericht, dass damals Kanaaniter und Pheresiter im Land wohnten. Die beiden Familienverbände bewegen sich also nicht durch ein unbegrenztes, menschenleeres Gebiet, sondern müssen mit vorhandenen Weideflächen und anderen Bewohnern auskommen.

Abram reagiert auf den Konflikt, bevor er weiter eskaliert. Er bittet Lot, keinen Streit zwischen ihnen und ihren Hirten entstehen zu lassen, denn sie seien Brüder beziehungsweise nahe Verwandte. Dann überlässt er Lot die Wahl des Gebietes. Wenn Lot nach links gehe, werde Abram nach rechts ziehen; wenn Lot nach rechts gehe, werde Abram nach links gehen. Obwohl Abram Träger der göttlichen Landverheißung ist und als älterer Familienangehöriger eine herausgehobene Stellung besitzt, versucht er hier nicht, sich zuerst den günstigsten Teil zu sichern.

Lot hebt seine Augen auf und betrachtet die Ebene des Jordan. Sie wird vor der Zerstörung Sodoms und Gomorras als wasserreich und fruchtbar beschrieben, sogar mit dem Garten des HERRN und dem Land Ägypten verglichen. Lot entscheidet sich für diese Gegend und zieht nach Osten. Damit trennen sich die Wege der beiden Männer. Abram bleibt im Land Kanaan, während Lot bei den Städten der Ebene wohnt und seine Zelte bis nach Sodom aufschlägt.

Noch bevor der weitere Verlauf dieser Entscheidung erzählt wird, fügt die Genesis eine ernste Bewertung hinzu: Die Männer von Sodom waren böse und sündigten schwer gegen den HERRN. Der Text behauptet an dieser Stelle nicht, dass Lot selbst dieselbe Gesinnung besessen habe; spätere Schriftstellen zeichnen ein anderes Bild von ihm. Dennoch bringt seine Wahl ihn in unmittelbare Nähe einer Stadt, deren Gottlosigkeit bereits ausdrücklich festgestellt wird. Was aufgrund der äußeren Fruchtbarkeit besonders vorteilhaft aussieht, führt Lot damit zugleich in ein gefährliches Umfeld.

Nachdem Lot sich von Abram getrennt hat, spricht der HERR erneut zu Abram. Er soll seine Augen erheben und von seinem Standort aus nach Norden, Süden, Osten und Westen schauen. Das gesamte Land, das er sieht, verheißt Gott ihm und seiner Nachkommenschaft. Zugleich erneuert Gott die Zusage einer zahlreichen Nachkommenschaft: Sie soll so zahlreich werden, dass sie mit dem Staub der Erde verglichen wird. Abram soll das Land in seiner Länge und Breite durchziehen, denn Gott will es ihm geben.

Der Zeitpunkt dieser Bestätigung ist bemerkenswert. Abram hat Lot gerade das scheinbar beste Gebiet wählen lassen und dadurch nicht versucht, Gottes Verheißung mit eigener Macht abzusichern. Erst danach wiederholt Gott seine Zusage in größerer Deutlichkeit. Der verheißene Besitz hängt letztlich nicht davon ab, ob Abram sich im Streit den günstigsten Landstrich nimmt. Gott selbst bleibt derjenige, der verheißt und geben wird.

Abram zieht daraufhin mit seinen Zelten weiter und lässt sich bei den Eichen Mamres bei Hebron nieder. Auch dort baut er dem HERRN einen Altar. Wieder endet ein wichtiger Ortswechsel nicht mit einer Besitznahme im gewöhnlichen Sinn, sondern mit Anbetung. Doch die Ruhe wird nicht lange bestehen bleiben. Die Entscheidung Lots für die Jordanebene wird Abram bald in einen Krieg hineinziehen, als sein Neffe zusammen mit den Bewohnern Sodoms in die Gewalt fremder Könige gerät.

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Abram rettet Lot und begegnet Melchisedek

1. Mose 14,13-24 – „13 Es kam aber ein Entronnener und sagte es Abram, dem Ebräer, der bei den Eichen Mamres, des Amoriters, wohnte, welcher ein Bruder war von Eschkol und Aner; diese waren Abrams Bundesgenossen. 14 Als nun Abram hörte, daß sein Bruderssohn gefangen sei, bewaffnete er seine erprobten Knechte, dreihundertundachtzehn, die in seinem Hause geboren waren, und jagte jenen nach bis gen Dan, 15 verteilte si…"
1. Mose 14,13-24 – „13 Es kam aber ein Entronnener und sagte es Abram, dem Ebräer, der bei den Eichen Mamres, des Amoriters, wohnte, welcher ein Bruder war von Eschkol und Aner; diese waren Abrams Bundesgenossen. 14 Als nun Abram hörte, daß sein Bruderssohn gefangen sei, bewaffnete er seine erprobten Knechte, dreihundertundachtzehn, die in seinem Hause geboren waren, und jagte jenen nach bis gen Dan, 15 verteilte si…"

Die Trennung von Lot hatte den unmittelbaren Streit zwischen den Hirten beendet, doch Lots neue Umgebung brachte ihn bald in eine weit größere Gefahr. Mehrere Könige aus dem Osten führten Krieg gegen die Könige der Jordanebene. Sodom und Gomorra wurden besiegt und geplündert. Dabei nahmen die Sieger auch Lot, seinen Besitz und weitere Bewohner gefangen, denn Lot wohnte inzwischen in Sodom. So wurde eine Entscheidung, die zunächst vor allem wegen der fruchtbaren Landschaft vorteilhaft erschienen war, zum Ausgangspunkt einer ernsten Bedrohung.

Ein Entkommener bringt Abram die Nachricht. An dieser Stelle bezeichnet die Bibel ihn erstmals als „Abram, den Hebräer“. Er wohnt weiterhin bei den Eichen Mamres und steht mit Mamre sowie dessen Brüdern Eschkol und Aner in einem Bündnis. Als Abram hört, dass sein Verwandter gefangen genommen worden ist, bleibt er nicht abseits. Er mobilisiert 318 in seinem Haus geborene und ausgebildete Männer und verfolgt die Sieger bis nach Dan.

Der Bericht zeigt damit, dass Abram inzwischen über einen großen Hausverband verfügt. Die 318 Männer sind keine zufällig angeworbene Streitmacht, sondern gehören zu seinem eigenen Haushalt. Dennoch darf aus dieser Zahl kein Bild eines mächtigen Königs konstruiert werden. Abram handelt als Familienoberhaupt, das auf die Gefangennahme Lots reagiert. In der Nacht teilt er seine Leute auf, greift die feindlichen Kräfte an und verfolgt sie noch weiter nach Norden.

Der Einsatz gelingt. Abram bringt den gesamten geraubten Besitz zurück und befreit Lot samt dessen Eigentum sowie die gefangenen Frauen und das übrige Volk. Der Mann, der Lot zuvor ohne Streit seinen bevorzugten Wohnraum hatte wählen lassen, wendet sich nun nicht von ihm ab, als dessen Entscheidung schwerwiegende Folgen hat. Die Bibel berichtet weder von Vorwürfen Abrams noch davon, dass er Lots Not benutzt, um den früheren Konflikt neu aufzurollen. Er handelt, als die Rettung seines Verwandten notwendig wird.

Auf dem Rückweg kommt es zu zwei Begegnungen, die Abrams Haltung besonders deutlich hervortreten lassen. Zuerst tritt Melchisedek, der König von Salem, hervor. Er bringt Brot und Wein und wird zugleich als Priester Gottes, des Höchsten, bezeichnet. Melchisedek segnet Abram im Namen Gottes, des Höchsten, des Schöpfers beziehungsweise Besitzers von Himmel und Erde, und preist Gott dafür, dass er Abrams Feinde in seine Hand gegeben hat. Damit wird der militärische Erfolg nicht als Ausdruck menschlicher Überlegenheit gefeiert, sondern Gott zugeschrieben.

Abram gibt Melchisedek daraufhin den Zehnten von allem. Die Genesis erklärt an dieser Stelle weder ein ausführliches Priestergesetz noch entfaltet sie bereits die spätere Bedeutung Melchisedeks. Für Abrams Lebensgeschichte ist zunächst entscheidend, dass er dessen Segen empfängt und durch seine Abgabe die Vorrangstellung Gottes anerkennt. Noch bevor Israel als Volk existiert oder der levitische Priesterdienst eingerichtet wird, begegnet der Bericht einem Priester des höchsten Gottes, dessen Stellung Abram nicht zurückweist.

Ganz anders entwickelt sich das Gespräch mit dem König von Sodom. Dieser bietet Abram an, die zurückgebrachten Güter für sich zu behalten, wenn er nur die Menschen zurückgibt. Abram lehnt ab. Er erklärt feierlich, seine Hand zum HERRN, zu Gott, dem Höchsten, erhoben zu haben, und will vom Besitz Sodoms nichts nehmen – nicht einmal so viel, dass später behauptet werden könnte, der König von Sodom habe Abram reich gemacht. Nur das, was seine Männer bereits verbraucht haben, sowie der Anteil seiner Verbündeten soll davon ausgenommen sein.

Diese Entscheidung gewinnt besonderes Gewicht vor dem Hintergrund von Gottes bisherigen Verheißungen. Abram hatte Segen und eine große Zukunft zugesagt bekommen. Nach seinem Sieg hätte er sich nun durch die Beute eines Königs erheblich bereichern können, doch er verweigert eine Bereicherung, die seine Stellung in eine zweideutige Abhängigkeit von Sodom gebracht hätte. Zugleich beansprucht er seine persönliche Entscheidung nicht für Aner, Eschkol und Mamre, sondern lässt ihnen ihren rechtmäßigen Anteil.

Abram kehrt damit aus einem Ereignis zurück, in dem er zugleich Entschlossenheit und bemerkenswerte Zurückhaltung gezeigt hat. Er rettet Lot mit bewaffneter Kraft, schreibt den Sieg aber nicht sich selbst zu; er empfängt den Segen eines Priesters Gottes und verweigert den Reichtum Sodoms. Unmittelbar danach spricht Gott erneut zu ihm. Gerade jetzt, nach Krieg, Sieg und dem Verzicht auf die Beute, hört Abram eine Zusage, die unmittelbar an seine Lage anknüpft: Gott selbst will sein Schild und sein sehr großer Lohn sein.

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Abram glaubt Gottes Verheißung

1. Mose 15,1-6 – „1 Nach diesen Geschichten begab es sich, daß des HERRN Wort an Abram in einem Gesicht also erging: Fürchte dich nicht, Abram, ich bin dein Schild; dein Lohn ist sehr groß! 2 Abram aber sprach: O Herr, HERR, was willst du mir geben, da ich doch kinderlos dahingehe, Erbe meines Hauses aber dieser Elieser von Damaskus ist? 3 Und Abram sprach weiter: Siehe, du hast mir keinen Samen gegeben, und siehe…"
1. Mose 15,1-6 – „1 Nach diesen Geschichten begab es sich, daß des HERRN Wort an Abram in einem Gesicht also erging: Fürchte dich nicht, Abram, ich bin dein Schild; dein Lohn ist sehr groß! 2 Abram aber sprach: O Herr, HERR, was willst du mir geben, da ich doch kinderlos dahingehe, Erbe meines Hauses aber dieser Elieser von Damaskus ist? 3 Und Abram sprach weiter: Siehe, du hast mir keinen Samen gegeben, und siehe…"
Römer 4,1-5 – „1 Was wollen wir nun von dem sagen, was unser Vater Abraham erlangt hat nach dem Fleisch? 2 Wenn Abraham aus Werken gerechtfertigt worden ist, hat er zwar Ruhm, aber nicht vor Gott. 3 Denn was sagt die Schrift? «Abraham aber glaubte Gott, und das wurde ihm zur Gerechtigkeit angerechnet.» 4 Wer aber Werke verrichtet, dem wird der Lohn nicht als Gnade angerechnet, sondern nach Schuldigkeit; 5 wer d…"
Galater 3,6-9 – „6 Gleichwie «Abraham Gott geglaubt hat und es ihm zur Gerechtigkeit gerechnet wurde», 7 so erkennet auch, daß die aus dem Glauben [Gerechten] Abrahams Kinder sind. 8 Da es nun die Schrift voraussah, daß Gott die Heiden aus Glauben rechtfertigen würde, hat sie dem Abraham zum voraus das Evangelium verkündigt: «In dir sollen alle Völker gesegnet werden.» 9 So werden nun die, welche aus dem Glauben …"

Nach Abrams Sieg über die Könige und seinem Verzicht auf den Besitz Sodoms spricht der HERR erneut zu ihm. In einer Vision hört Abram die Worte, er solle sich nicht fürchten: Gott selbst sei sein Schild und sein sehr großer Lohn. Damit knüpft die Verheißung unmittelbar an das vorausgegangene Geschehen an. Abram hatte sich geweigert, seinen Wohlstand dem König von Sodom zu verdanken; nun versichert Gott ihm, dass seine eigentliche Sicherheit und Zukunft bei ihm liegen.

Doch Abram trägt eine Frage mit sich, die durch alle bisherigen Zusagen noch nicht gelöst ist. Gott hat ihm wiederholt eine große Nachkommenschaft versprochen, doch Abram ist weiterhin kinderlos. Deshalb fragt er, was Gott ihm geben wolle, da er ohne eigenen Sohn dahingehe. Als möglichen Erben nennt er einen Mann aus seinem Haus, Elieser von Damaskus. Die genaue rechtliche Stellung dieses Mannes wird im Text nicht ausführlich erklärt; entscheidend ist Abrams Schlussfolgerung: Weil Gott ihm bisher keinen Nachkommen gegeben hat, scheint ein Angehöriger seines Haushalts sein Erbe werden zu müssen.

Gott weist diese Lösung ausdrücklich zurück. Nicht Elieser soll Abram beerben, sondern ein Sohn, der aus Abram selbst hervorgehen wird. Damit wird eine bisher allgemein gehaltene Verheißung konkreter. Gott hatte schon von Abrams Nachkommenschaft gesprochen; nun stellt er klar, dass die Linie nicht durch einen eingesetzten Hausangehörigen, sondern durch einen eigenen Sohn weitergeführt werden soll.

Dann führt Gott Abram hinaus und richtet seinen Blick auf den Himmel. Er soll die Sterne zählen, wenn er dazu imstande ist. So zahlreich, sagt Gott, soll seine Nachkommenschaft werden. Der Gegensatz zwischen Abrams gegenwärtiger Lage und Gottes Zusage könnte kaum größer sein: Vor ihm steht nicht einmal ein eigener Sohn, während Gott von einer unzählbaren Nachkommenschaft spricht. Gerade in dieser Spannung fällt einer der bedeutendsten Sätze der gesamten Abrahamgeschichte: Abram glaubt dem HERRN, und Gott rechnet ihm dies als Gerechtigkeit an.

Die Genesis beschreibt hier keinen Verdienst, den Abram durch außergewöhnliche Leistungen erworben hätte. Er empfängt Gottes Zusage im Glauben. Dass dieser Satz von grundlegender Bedeutung ist, zeigen die späteren Auslegungen des Neuen Testaments. Paulus greift ihn im Römerbrief ausdrücklich auf, um zu erklären, dass Abraham nicht aufgrund von Werken vor Gott gerechtfertigt wurde. Wäre seine Annahme bei Gott ein verdienter Lohn gewesen, könnte sie nicht als Gnade beschrieben werden. Die Schrift setzt stattdessen beim Vertrauen auf Gott an.

Auch im Galaterbrief zitiert Paulus dieselbe Aussage. Dort verbindet er Abrahams Glauben mit der größeren Verheißung, dass durch ihn die Völker gesegnet werden sollten. Deshalb wird Abraham später nicht nur als Stammvater Israels betrachtet. Paulus bezeichnet diejenigen, die aus Glauben leben, als mit dem gläubigen Abraham gesegnet. Diese neutestamentliche Auslegung verändert den ursprünglichen Bericht nicht, sondern macht sichtbar, welche Tragweite die Schrift selbst dem Glauben Abrams beimisst.

Dabei darf aus 1. Mose 15,6 nicht geschlossen werden, Abraham habe von diesem Augenblick an niemals mehr gezweifelt oder versagt. Seine weitere Lebensgeschichte wird zeigen, dass echter Glaube und menschliche Schwachheit bei ihm nebeneinander sichtbar werden können. Gerade deshalb liegt das Gewicht des Verses nicht auf einem vollkommenen Menschen, sondern auf dem Gott, dessen Wort vertrauenswürdig ist. Abrams Gerechtigkeit wird ihm zugerechnet, weil er Gott glaubt – nicht weil sein bisheriger oder zukünftiger Lebensweg fehlerlos wäre.

Doch Gottes Antwort auf Abrams Fragen ist damit noch nicht beendet. Nachdem die Verheißung des eigenen Nachkommens bekräftigt worden ist, richtet sich das Gespräch erneut auf das Land. Abram fragt, woran er erkennen könne, dass er es besitzen werde. Daraufhin bestätigt Gott seine Zusage in einer feierlichen Bundeshandlung und offenbart zugleich, dass zwischen Verheißung und Erfüllung noch ein langer und schwerer Weg liegen wird.

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Gott bestätigt Abram den Bund

1. Mose 15,7-21 – „7 Und er sprach zu ihm: Ich bin der HERR, der ich dich von Ur in Chaldäa ausgeführt habe, daß ich dir dieses Land erblich zu besitzen gebe. 8 Abram aber sprach: Herr, HERR, wobei soll ich merken, daß ich es erblich besitzen werde? 9 Und er sprach zu ihm: Bringe mir eine dreijährige Kuh und eine dreijährige Ziege und einen dreijährigen Widder und eine Turteltaube und eine junge Taube. 10 Und er br…"
1. Mose 15,7-21 – „7 Und er sprach zu ihm: Ich bin der HERR, der ich dich von Ur in Chaldäa ausgeführt habe, daß ich dir dieses Land erblich zu besitzen gebe. 8 Abram aber sprach: Herr, HERR, wobei soll ich merken, daß ich es erblich besitzen werde? 9 Und er sprach zu ihm: Bringe mir eine dreijährige Kuh und eine dreijährige Ziege und einen dreijährigen Widder und eine Turteltaube und eine junge Taube. 10 Und er br…"
Apostelgeschichte 7,6-7 – „6 Gott sprach aber also: «Sein Same wird Fremdling sein in einem fremden Lande, und man wird ihn dienstbar machen und übel behandeln, vierhundert Jahre lang. 7 Und das Volk, dem sie dienen werden, will ich richten, sprach Gott; und darnach werden sie ausziehen und mir dienen an diesem Ort.»"

Nachdem Gott Abram einen eigenen Sohn verheißen und dessen Glauben als Gerechtigkeit angerechnet hat, richtet sich die Offenbarung auf den zweiten großen Teil der Zusage: das Land. Gott erinnert Abram daran, dass er ihn aus Ur in Chaldäa herausgeführt habe, um ihm dieses Land zum Besitz zu geben. Abram antwortet mit einer Frage: „Herr, HERR, woran soll ich erkennen, dass ich es besitzen werde?“ Der Text stellt diese Frage nicht als Abfall vom Glauben dar. Unmittelbar zuvor wurde Abrams Glaube ausdrücklich hervorgehoben; nun gibt Gott ihm eine feierliche Bestätigung seiner Verheißung.

Auf Gottes Anweisung nimmt Abram mehrere Tiere und bereitet sie für eine Bundeshandlung vor. Die größeren Tiere werden geteilt und die Stücke einander gegenübergelegt, während die Vögel ungeteilt bleiben. Als Raubvögel auf die Tierstücke herabkommen, vertreibt Abram sie. Die Genesis erklärt nicht jedes Element dieses Vorgangs ausführlich, doch die Szene führt auf einen feierlichen Bundesschluss hin. Was Gott Abram zugesagt hat, bleibt nicht bei einer allgemeinen Versicherung, sondern wird in einer Handlung bestätigt, deren Gewicht Abram erkennen kann.

Als die Sonne untergeht, fällt ein tiefer Schlaf auf Abram, und große Furcht und Finsternis kommen über ihn. In diesem Augenblick offenbart Gott ihm etwas, das die Vorstellung einer schnellen Erfüllung grundlegend verändert. Abrams Nachkommen werden zunächst als Fremde in einem Land leben, das ihnen nicht gehört. Dort werden sie dienen und bedrückt werden. Erst nach einer langen Zeit wird Gott das Volk richten, dem sie dienen mussten, und Abrams Nachkommen werden mit großem Besitz ausziehen.

Damit erfährt Abram, dass zwischen Verheißung und Besitz ein langer Abschnitt liegen wird, der Leiden einschließt. Die Zusage Gottes bedeutet nicht, dass seine Nachkommen ohne Bedrängnis unmittelbar in das verheißene Erbe eintreten werden. Zugleich setzt Gott der Unterdrückung eine Grenze: Er kennt sie im Voraus und kündigt sein Gericht über die unterdrückende Macht an. Stephanus greift diese Worte später auf und verbindet sie ausdrücklich mit Israels Fremdlingschaft und Knechtschaft, bevor Gott sein Volk herausführte.

Auch Abrams eigener Lebensweg wird von dieser späteren Geschichte unterschieden. Gott sagt ihm, dass er in Frieden zu seinen Vätern eingehen und in gutem Alter begraben werden werde. Erst eine spätere Generation soll in das Land zurückkehren. Als Grund nennt der Text, dass das Maß der Schuld der Amoriter noch nicht voll sei. Die Landgabe wird dadurch nicht als willkürliche Vertreibung eines unschuldigen Volkes dargestellt. Gottes Handeln schließt Geduld und Gericht ein; die angekündigte Besitznahme steht in einem moralischen Zusammenhang, dessen Zeitpunkt Gott selbst bestimmt.

Nachdem die Sonne vollständig untergegangen ist, erscheinen ein rauchender Ofen und eine Feuerflamme, die zwischen den geteilten Stücken hindurchgehen. An diesem Tag schließt der HERR mit Abram einen Bund und bezeichnet die Grenzen des Landes, das er seiner Nachkommenschaft geben will. Auffällig ist, dass der Bericht an diesem Punkt Gottes Handeln in den Mittelpunkt stellt. Abram empfängt die Zusage; Gott ist derjenige, der den Bund bestätigt und sich an sein Wort bindet.

Die Landverheißung wird dabei sehr weit gefasst, vom Strom Ägyptens bis zum Euphrat, und mehrere Völker werden genannt, deren Gebiet mit der zukünftigen Gabe verbunden ist. Doch Abram erhält dieses Gebiet nicht an diesem Tag als persönlichen territorialen Besitz. Gottes Zusage richtet seinen Blick erneut über sein eigenes Leben hinaus. Was ihm versprochen wird, entfaltet sich über Generationen und kann deshalb nicht allein daran gemessen werden, was Abram unmittelbar mit eigenen Augen besitzt.

Dieser Bund vertieft damit eine Wahrheit, die Abrams bisherigen Weg bereits geprägt hat: Gottes Verheißung ist sicher, auch wenn ihre Erfüllung nicht sofort sichtbar wird. Abram erhält zugleich Bestätigung und eine ernste Offenbarung über den Weg, der noch vor seinen Nachkommen liegt. Doch gerade nachdem Gott so deutlich versichert hat, dass der verheißene Sohn aus Abram selbst hervorgehen wird, entsteht in seinem eigenen Haus ein Versuch, die ausstehende Verheißung auf menschlichem Weg herbeizuführen.

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Abram und Sarai versuchen die Verheißung selbst zu erfüllen

1. Mose 16,1-16 – „1 Sarai aber, Abrams Weib, gebar ihm nicht; aber sie hatte eine ägyptische Magd, die hieß Hagar. 2 Und Sarai sprach zu Abram: Siehe doch, der HERR hat mich verschlossen, daß ich nicht gebären kann. Gehe doch zu meiner Magd, ob ich mich vielleicht aus ihr erbauen kann! Abram gehorchte Sarais Stimme. 3 Da nahm Sarai, Abrams Weib, ihre ägyptische Magd Hagar, nachdem Abram zehn Jahre lang im Lande Ka…"
1. Mose 16,1-16 – „1 Sarai aber, Abrams Weib, gebar ihm nicht; aber sie hatte eine ägyptische Magd, die hieß Hagar. 2 Und Sarai sprach zu Abram: Siehe doch, der HERR hat mich verschlossen, daß ich nicht gebären kann. Gehe doch zu meiner Magd, ob ich mich vielleicht aus ihr erbauen kann! Abram gehorchte Sarais Stimme. 3 Da nahm Sarai, Abrams Weib, ihre ägyptische Magd Hagar, nachdem Abram zehn Jahre lang im Lande Ka…"
Galater 4,22-23 – „22 Es steht doch geschrieben, daß Abraham zwei Söhne hatte, einen von der Sklavin, den andern von der Freien. 23 Der von der Sklavin war nach dem Fleisch geboren, der von der Freien aber kraft der Verheißung."

Zehn Jahre sind vergangen, seit Abram in das Land Kanaan gekommen ist, doch der verheißene Sohn ist noch immer nicht geboren. Sarai ist weiterhin unfruchtbar. Gerade nachdem Gott Abram ausdrücklich zugesichert hatte, dass ein leiblicher Nachkomme sein Erbe sein werde, wird die lange Wartezeit zu einem entscheidenden Punkt ihrer Geschichte. Die Verheißung steht fest, aber ihre Erfüllung ist noch nicht sichtbar.

Sarai schlägt nun einen eigenen Weg vor. Sie verweist darauf, dass der HERR ihr bisher keine Kinder gegeben habe, und bittet Abram, zu ihrer ägyptischen Magd Hagar einzugehen. Vielleicht, so ihre Hoffnung, könne sie durch Hagar zu Kindern kommen. Abram hört auf Sarais Stimme, und Sarai gibt ihm Hagar zur Frau. Der Bericht beschreibt damit eine menschliche Lösung für ein Problem, dessen Lösung Gott selbst verheißen hatte.

Die Bibel verschweigt nicht, dass Mehrfachehen und die Einbeziehung von Mägden in Familienstrukturen in späteren Berichten wiederholt vorkommen. Ihre bloße Erwähnung bedeutet jedoch keine göttliche Zustimmung. Bereits der Schöpfungsbericht hatte die Ehe als Verbindung eines Mannes mit einer Frau beschrieben. In Abrams Haus werden nun die Folgen sichtbar, die entstehen, als er und Sarai versuchen, die ausstehende Verheißung durch eine zusätzliche Verbindung herbeizuführen.

Hagar wird schwanger. Damit scheint der Plan zunächst genau das zu erreichen, was beabsichtigt war. Doch die Schwangerschaft löst die eigentliche Spannung nicht, sondern schafft einen neuen Konflikt. Als Hagar erkennt, dass sie ein Kind erwartet, verliert Sarai in ihren Augen an Ansehen. Sarai wiederum macht Abram für ihre Lage verantwortlich und beklagt sich über die Verachtung, die sie nun erfährt.

Abrams Reaktion löst den Konflikt ebenfalls nicht. Er erklärt Sarai, dass ihre Magd in ihrer Hand sei und sie mit ihr tun könne, was ihr gut erscheine. Daraufhin behandelt Sarai Hagar hart, sodass diese vor ihr flieht. Die Genesis verteilt die Verantwortung nicht in einer einfachen Schwarz-Weiß-Zeichnung. Sarai hatte den Plan vorgeschlagen, Abram hatte ihm zugestimmt, Hagar reagierte nach ihrer Schwangerschaft mit Verachtung, und Sarais anschließende Härte führte schließlich zur Flucht. Eine Entscheidung, die das Problem der Kinderlosigkeit lösen sollte, hat das Haus stattdessen weiter entzweit.

Doch Gott verliert Hagar nicht aus den Augen. Der Engel des HERRN findet sie an einer Wasserquelle in der Wüste auf dem Weg nach Schur und spricht sie mit Namen an: „Hagar, Sarais Magd“. Er fragt, woher sie komme und wohin sie gehe. Hagar nennt ihre Flucht vor Sarai. Sie erhält den Auftrag zurückzukehren und sich unter ihre Herrin zu stellen, zugleich aber auch eine außergewöhnliche Verheißung: Ihre Nachkommenschaft soll so zahlreich werden, dass sie nicht gezählt werden kann.

Der Sohn, den Hagar erwartet, soll Ismael heißen, denn der HERR hat ihr Elend gehört. Sein Name erinnert damit an Gottes Wahrnehmung einer Frau, die sich fern von Abrams Lager allein in der Wüste befindet. Gott kündigt zugleich Einzelheiten über Ismaels späteres Leben und seine Beziehungen zu seinen Brüdern an. Hagar antwortet auf diese Begegnung, indem sie den Gott, der zu ihr gesprochen hat, als den Gott bezeichnet, der sie sieht. Der Brunnen erhält daraufhin einen Namen, der diese Erfahrung bewahrt.

Hagar kehrt zurück und bringt Abram einen Sohn zur Welt. Abram nennt ihn, entsprechend der göttlichen Anweisung an Hagar, Ismael. Zu diesem Zeitpunkt ist Abram 86 Jahre alt. Dreizehn Jahre lang wird Ismael nun der einzige ausdrücklich genannte Sohn Abrams sein. Nichts im Text lässt erkennen, dass Abram ihn als bedeutungslos betrachtete; später wird seine Sorge um Ismael ausdrücklich sichtbar werden.

Dennoch hat sich Gottes ursprüngliche Verheißung durch Ismaels Geburt nicht einfach in der von Abram und Sarai angenommenen Weise erfüllt. Paulus wird viele Jahrhunderte später auf diesen Unterschied zurückblicken und Ismaels Geburt als eine Geburt „nach dem Fleisch“ der Geburt des verheißenen Sohnes gegenüberstellen. Damit erklärt das Neue Testament die entscheidende heilsgeschichtliche Differenz: Gottes Zusage sollte nicht dadurch erfüllt werden, dass Menschen ihre eigene Lösung an die Stelle seines angekündigten Handelns setzen.

Die folgenden dreizehn Jahre fasst die Genesis ohne weitere Ereignisse aus Abrams Leben zusammen. Dann erscheint Gott ihm erneut. Abram ist inzwischen 99 Jahre alt, Sarais Kinderlosigkeit besteht weiterhin, und Ismael nähert sich dem Erwachsenenalter. Gerade jetzt bestätigt Gott seinen Bund in einer neuen Tiefe, verändert Abrams Namen und erklärt erstmals ausdrücklich, dass auch Sarai selbst die Mutter des verheißenen Sohnes sein wird.

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Gott gibt Abram den Namen Abraham

1. Mose 17,1-8 – „1 Als nun Abram neunundneunzig Jahre alt war, erschien ihm der HERR und sprach zu ihm: Ich bin der allmächtige Gott. Wandle vor mir und sei tadellos! 2 Und ich will meinen Bund stiften zwischen mir und dir und will dich über alle Maßen mehren! 3 Da fiel Abram auf sein Angesicht. Und Gott redete weiter mit ihm und sprach: 4 Siehe, ich bin der, welcher im Bunde mit dir steht; und du sollst ein Vate…"
1. Mose 17,1-8 – „1 Als nun Abram neunundneunzig Jahre alt war, erschien ihm der HERR und sprach zu ihm: Ich bin der allmächtige Gott. Wandle vor mir und sei tadellos! 2 Und ich will meinen Bund stiften zwischen mir und dir und will dich über alle Maßen mehren! 3 Da fiel Abram auf sein Angesicht. Und Gott redete weiter mit ihm und sprach: 4 Siehe, ich bin der, welcher im Bunde mit dir steht; und du sollst ein Vate…"
Nehemia 9,7-8 – „7 Du, HERR, bist der Gott, der Abram erwählt und aus Ur in Chaldäa geführt und mit dem Namen Abraham benannt hat. 8 Und du hast sein Herz treu vor dir befunden und einen Bund mit ihm gemacht, seinem Samen das Land der Kanaaniter, Hetiter, Amoriter, Pheresiter, Jebusiter und Girgasiter zu geben; und du hast dein Wort gehalten, denn du bist gerecht."

Abram ist 99 Jahre alt, als der HERR ihm erneut erscheint. Seit der Geburt Ismaels sind dreizehn Jahre vergangen, ohne dass die Genesis ein weiteres Ereignis aus Abrams Leben berichtet. Die Verheißung eines Sohnes steht weiterhin im Raum, doch Sarai hat noch immer kein Kind geboren. In diese lange Wartezeit hinein spricht Gott erneut und stellt sich Abram als der allmächtige Gott vor. Abram soll vor ihm wandeln und untadelig sein.

Diese Aufforderung steht jedoch nicht losgelöst von Gottes vorausgehendem Handeln. Gott beginnt nicht damit, Abram eine Leistung abzuverlangen, durch die dieser sich den Bund erst verdienen müsste. Vielmehr erinnert die gesamte Geschichte daran, dass Gott ihn gerufen, geführt, ihm Verheißungen gegeben und ihm seinen Glauben als Gerechtigkeit angerechnet hatte. Nun ruft er Abram zu einem Leben, das dieser Beziehung entsprechen soll. Gehorsam erscheint innerhalb des Bundes als Antwort auf Gottes Gnade, nicht als deren Ursache.

Gott erklärt, dass er seinen Bund mit Abram aufrichten und ihn überaus mehren werde. Darauf fällt Abram auf sein Angesicht. Die Begegnung erhält damit eine Feierlichkeit, die über frühere Bestätigungen hinausgeht. Gott spricht nicht nur erneut von Nachkommenschaft, sondern entfaltet die Stellung, die Abram innerhalb seines Bundes haben soll: Er wird Vater einer Menge von Völkern werden.

An dieser Stelle verändert Gott seinen Namen. Der Mann, der bisher Abram hieß, soll fortan Abraham genannt werden. Die Bibel selbst verbindet den neuen Namen mit der Verheißung, dass Gott ihn zum Vater vieler Völker gemacht habe. Deshalb ist die Namensänderung keine beiläufige sprachliche Besonderheit. Gott gibt Abraham einen Namen, der seine von Gott bestimmte Zukunft innerhalb des Bundes widerspiegelt.

Die Zusage reicht weiter als die Erwartung eines einzelnen Sohnes. Gott will Abraham sehr fruchtbar machen, Völker aus ihm entstehen lassen, und Könige sollen aus ihm hervorgehen. Später wird die Geschichte zeigen, wie sich verschiedene Linien seiner Nachkommenschaft entwickeln. Noch steht Abraham jedoch vor der grundlegenden Tatsache, dass Gott ihm eine Zukunft zusagt, deren Ausmaß seine gegenwärtige Familie weit übersteigt.

Zugleich bezeichnet Gott seinen Bund als einen ewigen Bund zwischen sich, Abraham und dessen Nachkommen nach ihm. Er will ihr Gott sein. Diese Formulierung führt tiefer als eine bloße Zusage von Nachkommen oder Gebiet. Im Mittelpunkt des Bundes steht eine Beziehung: Gott bindet seine Verheißung daran, der Gott Abrahams und seiner Nachkommen zu sein. Die spätere Schrift wird gerade diese Bundesformel immer wieder aufnehmen.

Auch die Landverheißung wird erneuert. Das Land Kanaan, in dem Abraham weiterhin als Fremdling lebt, soll seiner Nachkommenschaft gegeben werden. Noch besitzt Abraham es nicht in der Weise, die die Verheißung erwarten lässt. Wieder begegnet ihm deshalb dasselbe Grundmuster: Gott spricht eine sichere Zukunft aus, während die gegenwärtige Wirklichkeit ihre vollständige Erfüllung noch nicht zeigt.

Viele Jahrhunderte später erinnert Nehemia in einem Gebet an diesen Anfang. Dort wird Gott als derjenige gepriesen, der Abram erwählte, ihn aus Ur in Chaldäa führte, ihm den Namen Abraham gab und mit ihm einen Bund schloss. Der Rückblick legt das Gewicht auf Gottes Treue: Er hielt seine Worte, weil er gerecht ist. Abrahams neuer Name bleibt damit in der späteren biblischen Erinnerung mit dem Gott verbunden, der beruft und seine Verheißungen erfüllt.

Doch der Bund erhält in dieser Begegnung nicht nur einen neuen Namen und erneuerte Zusagen. Gott gibt Abraham auch ein sichtbares Bundeszeichen, das künftig die männlichen Angehörigen seines Hauses und seine Nachkommen tragen sollen. Damit wird die Bundeszugehörigkeit in seinem eigenen Haus unmittelbar konkret.

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Sarah wird als Mutter des verheißenen Sohnes genannt

1. Mose 17,9-27 – „9 Und Gott sprach weiter zu Abraham: So bewahre nun meinen Bund, du und dein Same nach dir, von Geschlecht zu Geschlecht! 10 Das ist aber mein Bund, den ihr bewahren sollt, zwischen mir und euch und deinem Samen nach dir: Alles, was männlich ist unter euch, soll beschnitten werden. 11 Ihr sollt aber die Vorhaut eures Fleisches beschneiden. Das soll ein Zeichen des Bundes sein zwischen mir und euc…"
1. Mose 17,9-27 – „9 Und Gott sprach weiter zu Abraham: So bewahre nun meinen Bund, du und dein Same nach dir, von Geschlecht zu Geschlecht! 10 Das ist aber mein Bund, den ihr bewahren sollt, zwischen mir und euch und deinem Samen nach dir: Alles, was männlich ist unter euch, soll beschnitten werden. 11 Ihr sollt aber die Vorhaut eures Fleisches beschneiden. Das soll ein Zeichen des Bundes sein zwischen mir und euc…"
Römer 4,9-12 – „9 Gilt nun diese Seligpreisung den Beschnittenen oder auch den Unbeschnittenen? Wir sagen ja, daß dem Abraham der Glaube als Gerechtigkeit angerechnet worden sei. 10 Wie wurde er ihm nun angerechnet? Als er beschnitten oder als er noch unbeschnitten war? Nicht als er beschnitten, sondern als er noch unbeschnitten war! 11 Und er empfing das Zeichen der Beschneidung als Siegel der Gerechtigkeit des…"

Nachdem Gott Abram den Namen Abraham gegeben und den Bund mit ihm erneut bestätigt hat, erhält dieser Bund ein sichtbares Zeichen. Jeder männliche Angehörige seines Hauses soll beschnitten werden, und auch die kommenden Generationen sollen dieses Zeichen tragen. Die Beschneidung wird damit zu einem Bundeszeichen am Körper, das Abraham und seine Nachkommen an Gottes Zusage und ihre Zugehörigkeit zu ihm erinnern soll. Auch die in seinem Haus geborenen und die gekauften Knechte werden ausdrücklich einbezogen.

Die spätere Schrift ist wichtig für die richtige Einordnung dieses Zeichens. Paulus erinnert im Römerbrief daran, dass Abraham bereits als gerecht angesehen wurde, bevor er beschnitten war. Die Beschneidung war deshalb nicht die Ursache seiner Rechtfertigung, sondern ein Zeichen und Siegel der zuvor empfangenen Glaubensgerechtigkeit. Diese Reihenfolge bewahrt den Bund davor, als menschliches Verdienstsystem missverstanden zu werden: Zuerst hatte Abraham Gott geglaubt, und dieser Glaube war ihm zur Gerechtigkeit gerechnet worden; danach erhielt er das Bundeszeichen.

Innerhalb derselben Begegnung wendet Gott den Blick nun ausdrücklich auf Sarai. Auch ihr Name wird verändert: Sie soll fortan Sarah heißen. Noch entscheidender als die Namensänderung ist jedoch die Verheißung, die Gott unmittelbar damit verbindet. Er will sie segnen und Abraham gerade durch sie einen Sohn geben. Aus ihr sollen Völker hervorgehen, und Könige von Völkern sollen von ihr abstammen. Damit wird zum ersten Mal unmissverständlich erklärt, dass nicht nur Abraham der leibliche Vater des verheißenen Sohnes sein wird, sondern Sarah selbst seine Mutter.

Abraham fällt daraufhin auf sein Angesicht und lacht. Er denkt an sein eigenes Alter von hundert Jahren und daran, dass Sarah neunzig Jahre alt sein wird. Seine Reaktion zeigt, wie außergewöhnlich Gottes Zusage angesichts ihrer körperlichen Voraussetzungen erscheint. Der Text beschreibt anschließend auch Abrahams Sorge um den Sohn, den er bereits hat: „Ach, dass Ismael vor dir leben möchte!“ Ismael ist für Abraham kein unbedeutender Irrweg, den er einfach vergessen hätte, sondern sein Sohn, für dessen Zukunft er Gottes Segen erbittet.

Gott weist diese Bitte nicht zurück. Ismael soll gesegnet, fruchtbar gemacht und sehr gemehrt werden. Zwölf Fürsten sollen aus ihm hervorgehen, und Gott will ihn zu einem großen Volk machen. Dennoch zieht Gott zugleich eine klare heilsgeschichtliche Grenze: Seinen Bund in der hier verheißenen Linie will er mit Isaak aufrichten, dem Sohn, den Sarah im folgenden Jahr gebären soll. Ismaels Segen und Isaaks besondere Stellung werden deshalb nicht gegeneinander ausgespielt. Gott verheißt Ismael eine Zukunft, bestimmt aber Isaak als Träger der Bundeslinie.

An diesem Punkt nennt Gott auch den Namen des noch ungeborenen Kindes: Isaak. Der Name steht in unmittelbarem Zusammenhang mit dem Lachen, das diese außergewöhnliche Verheißung begleitet. Was für Abraham angesichts seines und Sarahs Alters kaum vorstellbar erscheint, soll innerhalb eines festgesetzten Zeitraums Wirklichkeit werden. Die Erfüllung wird nicht mehr nur allgemein für eine unbekannte Zukunft verheißen; Gott sagt ausdrücklich, dass Sarah im folgenden Jahr einen Sohn gebären wird.

Nachdem Gott das Gespräch beendet hat, handelt Abraham noch am selben Tag. Er nimmt Ismael, alle in seinem Haus geborenen Männer und alle, die mit Geld erworben worden waren, und vollzieht die Beschneidung genau nach Gottes Anweisung. Abraham selbst ist dabei 99 Jahre alt, Ismael dreizehn. Die wiederholte Zeitangabe „an eben diesem Tag“ unterstreicht, dass Abraham die empfangene Weisung nicht aufschiebt.

Damit schließt diese Bundesbegegnung mit Gehorsam. Abraham hat eine Verheißung empfangen, die seine bisherigen Vorstellungen über Ismael korrigiert, zugleich eine konkrete Zusage für Sarah erhalten und ein Bundeszeichen für sein gesamtes Haus bekommen. Sein Gehorsam erschafft die Verheißung nicht und verdient sie nicht; er antwortet auf das Wort des Gottes, der sich bereits an Abraham gebunden hat.

Doch Isaak ist noch nicht geboren. Bevor die angekündigte Zeit erfüllt ist, erhält Abraham unerwarteten Besuch bei den Eichen Mamres. Dort wird die Zusage von Sarahs Sohn erneut ausgesprochen – diesmal in Sarahs Hörweite – und ihre eigene Reaktion rückt in den Mittelpunkt.

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Abraham empfängt Besuch bei den Eichen Mamres

1. Mose 18,1-15 – „1 Und der HERR erschien ihm bei den Eichen Mamres, da er an der Tür seiner Hütte saß, als der Tag am heißesten war. 2 Als er nämlich seine Augen aufhob und sich umsah, siehe, da standen drei Männer ihm gegenüber. Und als er sie sah, eilte er ihnen entgegen von der Türe seiner Hütte, bückte sich zur Erde nieder 3 und sprach: Mein Herr, habe ich Gnade vor deinen Augen gefunden, so gehe doch nicht a…"
1. Mose 18,1-15 – „1 Und der HERR erschien ihm bei den Eichen Mamres, da er an der Tür seiner Hütte saß, als der Tag am heißesten war. 2 Als er nämlich seine Augen aufhob und sich umsah, siehe, da standen drei Männer ihm gegenüber. Und als er sie sah, eilte er ihnen entgegen von der Türe seiner Hütte, bückte sich zur Erde nieder 3 und sprach: Mein Herr, habe ich Gnade vor deinen Augen gefunden, so gehe doch nicht a…"
Hebräer 13,2 – „2 Gastfrei zu sein vergesset nicht; denn dadurch haben etliche ohne ihr Wissen Engel beherbergt."

Nach der Bundesbestätigung und der Ankündigung, dass Sarah innerhalb eines Jahres einen Sohn bekommen werde, erscheint der HERR Abraham bei den Eichen Mamres. Abraham sitzt zur heißen Tageszeit am Eingang seines Zeltes, als er aufblickt und drei Männer vor sich stehen sieht. Die Erzählung verbindet von Anfang an zwei Ebenen miteinander: Der HERR erscheint Abraham, zugleich begegnen ihm drei Männer als Besucher. Im weiteren Verlauf wird deutlich, dass zwei von ihnen später als Engel nach Sodom gehen, während Abraham vor dem HERRN stehen bleibt. Der Text führt diese außergewöhnliche Begegnung ein, ohne jede Einzelheit über die Erscheinungsweise zu erklären.

Sobald Abraham die Besucher bemerkt, läuft er ihnen entgegen, verneigt sich und bittet sie, bei ihm zu bleiben. Wasser soll gebracht werden, damit sie ihre Füße waschen können, und sie sollen unter dem Baum ausruhen. Abraham bietet zunächst etwas Brot an, lässt dann aber wesentlich mehr vorbereiten: Sarah soll Kuchen backen, ein zartes Kalb wird zubereitet, und dazu stellt Abraham Butter beziehungsweise Dickmilch und Milch vor seine Gäste. Während sie essen, steht er bei ihnen unter dem Baum.

Die ausführliche Beschreibung seiner Gastfreundschaft ist bemerkenswert. Abraham besitzt großen Reichtum und einen umfangreichen Haushalt, übernimmt aber selbst eine aktive Rolle darin, seine Gäste zu versorgen. Später erinnert der Hebräerbrief daran, die Gastfreundschaft nicht zu vergessen, weil manche dadurch ohne ihr Wissen Engel beherbergt hätten. Ob diese Aussage ausschließlich auf Abraham zielt, wird dort nicht ausdrücklich gesagt; seine Begegnung gehört jedoch zu den auffälligsten biblischen Beispielen einer solchen Situation.

Dann richtet sich das Gespräch auf Sarah. Die Besucher fragen Abraham, wo seine Frau sei, und er antwortet, sie befinde sich im Zelt. Darauf folgt erneut die bereits ausgesprochene Verheißung: Zu einer bestimmten Zeit soll der HERR wiederkommen, und Sarah wird einen Sohn haben. Diesmal hört Sarah selbst die Worte, denn sie befindet sich am Eingang des Zeltes hinter dem Sprecher.

Die Genesis hebt nun ausdrücklich das hohe Alter Abrahams und Sarahs hervor. Sarah ist über das gewöhnliche Alter des Kindergebärens hinaus. Als sie die Ankündigung hört, lacht sie in ihrem Inneren und fragt sich, ob ihr nach ihrem Altwerden noch diese Freude zuteilwerden könne, zumal auch ihr Herr alt sei. Der Text verschweigt damit nicht, dass die Verheißung auch für Sarah angesichts ihrer körperlichen Wirklichkeit kaum vorstellbar erscheint.

Der HERR spricht Abraham auf Sarahs Reaktion an und stellt die entscheidende Frage: „Sollte dem HERRN etwas unmöglich sein?“ Damit wird der Schwerpunkt von den menschlichen Voraussetzungen auf Gottes Fähigkeit verlagert. Die Geburt des angekündigten Sohnes soll nicht aus einer natürlichen Wahrscheinlichkeit erklärt werden können. Gerade weil Abraham und Sarah die Grenze menschlicher Möglichkeit erreicht haben, wird die spätere Geburt Isaaks in besonderer Weise als Erfüllung des göttlichen Wortes erkennbar sein.

Sarah erschrickt und bestreitet, gelacht zu haben. Der HERR antwortet jedoch: „Nein, sondern du hast gelacht.“ Die Schrift idealisiert auch hier die Beteiligten nicht. Sarahs Zweifel wird weder verborgen noch dramatisch ausgeschmückt. Zugleich zieht Gott seine Verheißung wegen ihrer Reaktion nicht zurück. Der festgesetzte Zeitpunkt bleibt bestehen: Sarah soll einen Sohn bekommen.

Damit wird die Verheißung, die Abraham bereits mehrfach empfangen hat, nun auch unmittelbar in Sarahs Erfahrung hineingetragen. Sie ist nicht lediglich die Frau, durch die Abraham irgendwie zu einem Nachkommen gelangen soll, sondern von Gott ausdrücklich als Mutter des verheißenen Sohnes bestimmt. Was menschlich unmöglich erscheint, soll Gottes Wort nicht aufhalten. Noch bevor diese Zusage erfüllt wird, wendet sich die Begegnung jedoch einer anderen Angelegenheit zu: Die Männer brechen in Richtung Sodom auf, und Abraham erfährt, dass über die Stadt, in deren Nähe Lot lebt, ein Gericht bevorsteht.

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Abraham bittet für Sodom

1. Mose 18,16-33 – „16 Da brachen die Männer auf und wandten sich gen Sodom. Und Abraham ging mit ihnen, um sie zu begleiten. 17 Da sprach der HERR: Sollte ich Abraham verbergen, was ich tun will, 18 da Abraham gewiß ein großes und starkes Volk werden soll, und alle Völker auf Erden in ihm sollen gesegnet werden? 19 Denn ich habe ihn dafür erkoren, daß er seinen Kindern und seinem Hause nach ihm befehle, des HERRN W…"
1. Mose 18,16-33 – „16 Da brachen die Männer auf und wandten sich gen Sodom. Und Abraham ging mit ihnen, um sie zu begleiten. 17 Da sprach der HERR: Sollte ich Abraham verbergen, was ich tun will, 18 da Abraham gewiß ein großes und starkes Volk werden soll, und alle Völker auf Erden in ihm sollen gesegnet werden? 19 Denn ich habe ihn dafür erkoren, daß er seinen Kindern und seinem Hause nach ihm befehle, des HERRN W…"

Nach der erneuten Verheißung von Isaaks Geburt brechen die drei Besucher auf und richten ihren Blick nach Sodom. Abraham begleitet sie ein Stück ihres Weges. Nun öffnet sich eine völlig andere Seite seiner Beziehung zu Gott. Bisher hatte er vor allem Verheißungen für sein eigenes Leben und seine Nachkommen empfangen; jetzt lässt der HERR ihn an einem bevorstehenden Gericht teilhaben, das Menschen außerhalb seines eigenen Hauses betrifft.

Der HERR spricht darüber, ob er Abraham verbergen solle, was er zu tun beabsichtigt. Dabei erinnert er an die Zukunft, die Abraham verheißen worden ist: Er soll zu einem großen und mächtigen Volk werden, und in ihm sollen alle Völker der Erde gesegnet werden. Zugleich nennt Gott eine Verantwortung, die mit dieser Erwählung verbunden ist. Abraham soll seinen Kindern und seinem Haus nach ihm gebieten, den Weg des HERRN zu bewahren und Gerechtigkeit und Recht zu üben. Die Verheißung macht Abraham nicht nur zum Empfänger göttlichen Segens; sein Haus soll lernen, nach Gottes Maßstab zu leben.

Dann spricht Gott über Sodom und Gomorra. Das Geschrei über diese Städte ist groß, und ihre Sünde ist sehr schwer. Der HERR erklärt, dass er hinabgehen und sehen werde, ob ihr Verhalten dem Geschrei entspricht, das zu ihm gekommen ist. Diese Sprache darf nicht so verstanden werden, als müsse der allwissende Gott erst Informationen sammeln. Innerhalb der Erzählung unterstreicht sie vielmehr die Sorgfalt und Gerechtigkeit seines Gerichts: Sodom wird nicht aufgrund eines Gerüchts oder einer willkürlichen Entscheidung verurteilt.

Die beiden Männer gehen weiter nach Sodom, während Abraham vor dem HERRN stehen bleibt. Nun tritt er näher und stellt eine Frage, die das folgende Gespräch bestimmt: Will Gott wirklich den Gerechten zusammen mit dem Gottlosen hinwegraffen? Abraham beginnt mit der Annahme, dass sich vielleicht fünfzig Gerechte in der Stadt befinden könnten. Es widerspricht für ihn dem Wesen des Richters der ganzen Erde, Gerechte und Schuldige unterschiedslos zu behandeln.

Seine Bitte richtet sich deshalb nicht gegen Gottes Gerechtigkeit, sondern beruft sich gerade auf sie. Abraham versucht nicht zu erklären, dass Sodoms Sünde unbedeutend sei oder dass Gericht grundsätzlich falsch wäre. Er bittet darum, dass die Gerechten nicht gemeinsam mit den Gottlosen vernichtet werden und dass um ihretwillen die Stadt verschont werde. Gott antwortet, dass er ganz Sodom vergeben beziehungsweise die Stadt verschonen werde, wenn er dort fünfzig Gerechte finde.

Abraham setzt das Gespräch fort, dabei jedoch mit auffälliger Demut. Er bezeichnet sich selbst als Staub und Asche und bittet dennoch weiter. Von fünfzig geht er auf fünfundvierzig, dann auf vierzig, dreißig, zwanzig und schließlich zehn Gerechte herunter. Jedes Mal antwortet Gott, dass er die Stadt um dieser Zahl willen nicht verderben werde. Abraham wagt es wiederholt, seine Bitte vorzubringen, ohne dabei so zu sprechen, als könne er Gott zu etwas zwingen oder als kenne er die Lage besser als der Richter selbst.

Das Gespräch endet bei zehn. Warum Abraham nicht weiterfragt, erklärt die Bibel nicht, und deshalb sollte darüber nicht spekuliert werden. Nachdem der HERR aufgehört hat, mit Abraham zu reden, geht er fort, und Abraham kehrt an seinen Ort zurück. Er erhält in diesem Gespräch keine Zusage, dass Sodom verschont werden wird. Was er erfährt, ist etwas anderes: Gott ist bereit, die ganze Stadt um einer kleinen Zahl Gerechter willen zu verschonen, und sein Gericht unterscheidet zwischen Schuld und Gerechtigkeit.

Abraham erscheint hier als Fürbitter, doch die Geschichte stellt ihn nicht an die Stelle Gottes. Er kann bitten, argumentieren und sich auf Gottes Gerechtigkeit berufen; das endgültige Urteil bleibt beim HERRN. Gerade diese Verbindung von Nähe und Ehrfurcht prägt die Szene. Abraham spricht ungewöhnlich offen mit Gott und weiß zugleich, dass er selbst nur Staub und Asche ist.

Die folgende Nacht wird zeigen, wie ernst das angekündigte Gericht tatsächlich ist. Sodom besitzt nicht einmal jene kleine Zahl Gerechter, bei der Abraham sein Bitten beendet hatte. Dennoch wird seine Fürbitte nicht bedeutungslos bleiben. Als die Städte der Ebene zerstört werden, wird die Genesis ausdrücklich darauf zurückkommen, dass Gott an Abraham gedachte und Lot aus dem Verderben führte.

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Gott rettet Lot und richtet Sodom

1. Mose 19,27-29 – „27 Abraham aber machte sich am Morgen früh auf an den Ort, da er vor dem HERRN gestanden hatte. 28 Und er wandte sein Angesicht gen Sodom und Gomorra und gegen das ganze Land jener Gegend und sah sich um, und siehe, ein Rauch ging auf von dem Lande, wie ein Rauch vom Kalkofen. 29 Und als Gott die Städte in jener Ebene verderbte, da gedachte Gott an Abraham, und er führte Lot mitten aus dem Verder…"
1. Mose 19,27-29 – „27 Abraham aber machte sich am Morgen früh auf an den Ort, da er vor dem HERRN gestanden hatte. 28 Und er wandte sein Angesicht gen Sodom und Gomorra und gegen das ganze Land jener Gegend und sah sich um, und siehe, ein Rauch ging auf von dem Lande, wie ein Rauch vom Kalkofen. 29 Und als Gott die Städte in jener Ebene verderbte, da gedachte Gott an Abraham, und er führte Lot mitten aus dem Verder…"
1. Mose 19,1-26 – „1 Und die zwei Engel kamen am Abend nach Sodom. Lot aber saß zu Sodom unter dem Tor; und als er sie sah, stand er auf, ging ihnen entgegen und verneigte sich, das Angesicht zur Erde gewandt, 2 und sprach: Siehe da, meine Herren! Kehrt ein in das Haus eures Knechtes und bleibet über Nacht und lasset euch die Füße waschen; so steht ihr am Morgen frühe auf und zieht euren Weg! Sie aber sprachen: Nei…"

Am nächsten Morgen kehrt Abraham an den Ort zurück, an dem er vor dem HERRN gestanden hatte. Von dort blickt er hinab auf Sodom und Gomorra und auf die ganze Ebene. Was er sieht, zeigt, dass das angekündigte Gericht eingetroffen ist: Rauch steigt aus dem Land auf wie der Rauch eines Schmelzofens. Die Städte, für die Abraham am Vortag Fürbitte eingelegt hatte, sind verwüstet worden. Die Genesis berichtet an dieser Stelle nicht, was Abraham dabei empfand; sie hält lediglich fest, dass er Zeuge der Folgen von Gottes Gericht wird.

Was während der Nacht geschehen war, erzählt der Bericht zuvor ausführlich. Die beiden Engel, die Abraham verlassen hatten, waren am Abend nach Sodom gekommen und hatten Lot am Stadttor angetroffen. Lot nahm sie in sein Haus auf und bestand darauf, dass sie dort übernachteten. Noch bevor sie sich niedergelegt hatten, versammelten sich Männer der Stadt um das Haus und verlangten, die Besucher herauszugeben, um ihnen sexuelle Gewalt anzutun. Damit wird die Schwere der Sünde Sodoms nicht nur behauptet, sondern innerhalb der Erzählung konkret sichtbar.

Lots eigenes Verhalten in dieser Situation ist jedoch ebenfalls nicht als vorbildlich zu behandeln. In seinem Versuch, die Gäste zu schützen, bietet er den Männern seine beiden Töchter an. Der Text berichtet diese erschütternde Handlung, ohne sie gutzuheißen. Dass Lot innerhalb Sodoms später als ein Gerechter bezeichnet wird, macht nicht jede seiner Entscheidungen gerecht. Auch bei einer Person, die Gott rettet, kann die Bibel ernstes Fehlverhalten unverhüllt stehen lassen.

Die Männer vor dem Haus wenden sich schließlich gegen Lot selbst und drohen ihm noch Schlimmeres. Da greifen die Engel ein, ziehen Lot ins Haus zurück und schlagen die Angreifer mit Blindheit, sodass diese den Eingang nicht mehr finden können. Danach erklären sie Lot, dass das Geschrei über die Stadt vor dem HERRN groß geworden sei und dass sie gesandt worden seien, sie zu verderben. Das zuvor mit Abraham besprochene Gericht ist nun unmittelbar bevorstehend.

Lot versucht daraufhin, seine zukünftigen Schwiegersöhne zu warnen, doch sie halten seine Worte für Scherz. Als der Morgen anbricht, drängen die Engel Lot, seine Frau und seine beiden Töchter zur Flucht. Auffällig ist, dass Lot zögert. Die Rettung geschieht nicht deshalb, weil er augenblicklich entschlossen handelt. Die Männer ergreifen ihn, seine Frau und seine Töchter bei der Hand und führen sie aus der Stadt hinaus, weil der HERR sich seiner erbarmt.

Auch außerhalb Sodoms zeigt sich Lots Zögern. Er soll ins Gebirge fliehen, bittet jedoch darum, in eine nahe gelegene kleine Stadt entkommen zu dürfen. Seine Bitte wird gewährt, und die Stadt bleibt um seinetwillen verschont. Erst nachdem Lot dort angekommen ist, kommt das Gericht über Sodom und Gomorra. Schwefel und Feuer fallen auf die Städte, und die Ebene wird verwüstet. Lots Frau missachtet auf der Flucht die ergangene Warnung, blickt zurück und wird zur Salzsäule.

Wenn die Genesis anschließend wieder zu Abraham zurückkehrt, gibt sie eine entscheidende Erklärung für Lots Rettung. Als Gott die Städte der Ebene vernichtete, „gedachte Gott an Abraham“ und führte Lot mitten aus der Zerstörung heraus. Damit verbindet der Text die Ereignisse ausdrücklich mit Abraham. Seine Fürbitte hatte das Gericht über Sodom nicht aufgehoben, weil die Stadt in ihrer Schuld verharrte; dennoch blieb Abraham vor Gott nicht bedeutungslos, als Lot aus dem Verderben gerettet wurde.

Diese Aussage darf weder so verstanden werden, als hätte Abraham Lot aus eigener geistlicher Kraft retten können, noch als wäre Gottes Gericht durch menschliches Verhandeln bestimmt worden. Gott selbst sendet die Engel, erkennt die Schuld Sodoms, vollzieht das Gericht und erweist Lot Barmherzigkeit. Zugleich entscheidet die Schrift ausdrücklich, Abraham in diesem Zusammenhang zu erwähnen. Fürbitte und Gottes souveränes Handeln stehen damit nicht als Gegensätze nebeneinander.

Abraham erlebt hier eine ernste Seite des Gottes, mit dem er im Bund steht. Derselbe Gott, der ihm Segen und Nachkommenschaft verheißt, nimmt das Böse nicht gleichgültig hin. Seine Geduld bedeutet nicht, dass Gericht niemals kommt; seine Gerechtigkeit bedeutet aber ebenso wenig, dass er den Gerechten unterschiedslos mit dem Gottlosen behandelt. Genau diese Frage hatte Abraham gestellt, und die Ereignisse bestätigen, dass Gottes Gericht unterscheidet.

Nach diesen erschütternden Vorgängen führt die Genesis Abrahams Geschichte aus der Gegend Mamres weiter nach Süden. Dort wird eine Schwäche wiederkehren, die bereits in Ägypten sichtbar geworden war. Obwohl Abraham inzwischen weitreichende Erfahrungen mit Gottes Schutz und Treue gemacht hat, wird er erneut aus Furcht seine Ehe mit Sarah verschleiern – diesmal gegenüber Abimelech, dem König von Gerar.

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Abraham verschweigt erneut, dass Sarah seine Frau ist

1. Mose 20,1-18 – „1 Abraham aber zog von dannen in den südlichen Landesteil und wohnte zwischen Kadesch und Schur und war ein Fremdling zu Gerar. 2 Und Abraham sprach von seinem Weibe Sarah: Sie ist meine Schwester. Da ließ Abimelech, der König zu Gerar, Sarah holen. 3 Aber Gott kam des Nachts im Traum zu Abimelech und sprach zu ihm: Siehe da, du bist des Todes um des Weibes willen, das du genommen hast; denn sie …"
1. Mose 20,1-18 – „1 Abraham aber zog von dannen in den südlichen Landesteil und wohnte zwischen Kadesch und Schur und war ein Fremdling zu Gerar. 2 Und Abraham sprach von seinem Weibe Sarah: Sie ist meine Schwester. Da ließ Abimelech, der König zu Gerar, Sarah holen. 3 Aber Gott kam des Nachts im Traum zu Abimelech und sprach zu ihm: Siehe da, du bist des Todes um des Weibes willen, das du genommen hast; denn sie …"

Abraham zieht aus der Gegend Mamres weiter in das Südland und hält sich zeitweise in Gerar auf. Dort wiederholt sich eine Situation, die bereits viele Jahre zuvor in Ägypten entstanden war. Abraham sagt über Sarah: „Sie ist meine Schwester.“ Daraufhin lässt Abimelech, der König von Gerar, Sarah zu sich holen. Gerade jetzt erhält dieses Verhalten zusätzliches Gewicht, denn Gott hat ausdrücklich angekündigt, dass Sarah innerhalb der festgesetzten Zeit Abrahams Sohn gebären soll.

Noch bevor Abimelech Sarah anrührt, greift Gott ein. In einem Traum erscheint er dem König bei Nacht und warnt ihn, dass die Frau, die er genommen hat, verheiratet ist. Abimelech verteidigt sich damit, dass Abraham selbst Sarah als seine Schwester bezeichnet und auch Sarah Abraham ihren Bruder genannt habe. Er habe in Lauterkeit seines Herzens und mit unschuldigen Händen gehandelt. Gott bestätigt, dass Abimelech dies nicht mit wissentlich böser Absicht getan hat, und erklärt zugleich, dass er selbst ihn davor bewahrt habe, gegen ihn zu sündigen.

Damit wird erneut sichtbar, dass Gottes Schutz der Verheißung nicht von Abrahams fehlerlosem Verhalten abhängt. Abraham bringt Sarah durch seine Täuschung in eine gefährliche Lage, doch Gott verhindert, dass Abimelech die Ehe tatsächlich verletzt. Die Bewahrung geschieht nicht, weil Abrahams Vorgehen richtig gewesen wäre, sondern trotz seines Versagens. Gerade angesichts der bevorstehenden Geburt Isaaks schützt Gott die Frau, durch die seine Zusage erfüllt werden soll.

Gott fordert Abimelech auf, Sarah ihrem Mann zurückzugeben. Dabei bezeichnet er Abraham ausdrücklich als Propheten und kündigt an, dass Abraham für den König beten werde, damit dieser am Leben bleibt. Diese Bezeichnung ist bemerkenswert, weil sie gerade in einem Abschnitt erscheint, in dem Abraham selbst korrigiert werden muss. Prophetische Stellung bedeutet in der Bibel keine persönliche Unfehlbarkeit. Gott kann einen Menschen berufen und gebrauchen und dennoch sein konkretes Fehlverhalten keineswegs gutheißen.

Abimelech ruft am nächsten Morgen seine Knechte zusammen und berichtet ihnen, was geschehen ist. Danach stellt er Abraham zur Rede. Er fragt, was Abraham ihm angetan habe und wodurch er zu einem Verhalten veranlasst worden sei, das große Schuld über sein Reich hätte bringen können. Wie schon einst in Ägypten erlebt Abraham damit die beschämende Situation, von einem fremden Herrscher wegen seiner Täuschung zur Verantwortung gezogen zu werden.

Diesmal erklärt Abraham seine Beweggründe ausführlicher. Er habe gedacht, an diesem Ort gebe es keine Gottesfurcht und man werde ihn wegen seiner Frau töten. Zusätzlich weist er darauf hin, dass Sarah tatsächlich seine Halbschwester sei, eine Tochter seines Vaters, jedoch nicht seiner Mutter. Schließlich berichtet er, dass er Sarah bei ihrem gemeinsamen Umherziehen darum gebeten habe, ihn überall als ihren Bruder zu bezeichnen. Damit wird sichtbar, dass die Strategie nicht erst spontan in Gerar entstanden war, sondern Abraham sie offenbar grundsätzlich als Schutzmaßnahme vorgesehen hatte.

Die verwandtschaftliche Wahrheit macht seine Darstellung jedoch nicht vollständig wahrhaftig. Entscheidend für Abimelech war gerade die verschwiegene Tatsache, dass Sarah Abrahams Ehefrau war. Abrahams eigene Erklärung bestätigt zugleich, was hinter seinem Handeln stand: Er fürchtete um sein Leben. Obwohl Gott ihm bereits wiederholt Schutz, Nachkommenschaft und eine Zukunft zugesagt hatte, griff Abraham in dieser Situation erneut zu einer menschlichen Sicherungsstrategie.

Abimelech gibt Sarah zurück und überreicht Abraham Schafe, Rinder sowie Knechte und Mägde. Außerdem erlaubt er ihm, sich in seinem Land niederzulassen, wo es ihm gefällt. Gegenüber Sarah erklärt er, Abraham tausend Silberstücke gegeben zu haben; die genaue Nuance der anschließenden Formulierung wird unterschiedlich wiedergegeben, doch deutlich ist, dass Abimelech die Angelegenheit öffentlich bereinigen und Sarahs Stellung wiederherstellen will.

Dann erfüllt sich Gottes Ankündigung: Abraham betet für Abimelech. Gott heilt den König, seine Frau und seine Mägde, sodass sie wieder Kinder bekommen können. Zuvor hatte der HERR den Mutterleib der Frauen in Abimelechs Haus wegen Sarah verschlossen. Der Mann, dessen eigenes Verhalten die Krise ausgelöst hatte, tritt damit auf Gottes Anweisung als Fürbitter für das Haus des Königs ein. Gottes Gnade beseitigt nicht Abrahams Verantwortung, aber sie lässt sein Versagen auch nicht das letzte Wort behalten.

Diese Episode gehört zu den deutlichsten Belegen dafür, wie wenig die Bibel Abraham idealisiert. Der Mann, dessen Glaube ihm zur Gerechtigkeit gerechnet worden war, fällt erneut in eine bereits bekannte Schwäche. Zugleich bleibt Gott seiner Verheißung treu, schützt Sarah und bewahrt die angekündigte Zukunft. Nun ist die Zeit des Wartens fast vorüber. Was Abraham und Sarah über viele Jahre verheißen worden war und trotz ihrer eigenen Umwege unerfüllt geblieben ist, wird endlich Wirklichkeit: Sarah bringt den Sohn zur Welt, dessen Geburt Gott selbst angekündigt hatte.

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Isaak wird geboren]

1. Mose 21,1-8 – „1 Und der HERR suchte Sarah heim, wie er verheißen hatte, und der HERR tat an Sarah, wie er geredet hatte. 2 Und Sarah empfing und gebar dem Abraham einen Sohn in seinem Alter, zur bestimmten Zeit, wie ihm Gott versprochen hatte. 3 Und Abraham nannte seinen Sohn, der ihm geboren ward, den ihm Sarah gebar, Isaak. 4 Und Abraham beschnitt Isaak, seinen Sohn, da er acht Tage alt war, wie ihm Gott geb…"
1. Mose 21,1-8 – „1 Und der HERR suchte Sarah heim, wie er verheißen hatte, und der HERR tat an Sarah, wie er geredet hatte. 2 Und Sarah empfing und gebar dem Abraham einen Sohn in seinem Alter, zur bestimmten Zeit, wie ihm Gott versprochen hatte. 3 Und Abraham nannte seinen Sohn, der ihm geboren ward, den ihm Sarah gebar, Isaak. 4 Und Abraham beschnitt Isaak, seinen Sohn, da er acht Tage alt war, wie ihm Gott geb…"
Hebräer 11,11-12 – „11 Durch Glauben erhielt auch Sara Kraft zur Gründung einer Nachkommenschaft trotz ihres Alters, weil sie den für treu achtete, der es verheißen hatte. 12 Darum sind auch von einem einzigen, und zwar erstorbenen [Leibe] Kinder entsprossen wie die Sterne des Himmels an Menge und wie der Sand am Gestade des Meeres, der nicht zu zählen ist."

Nun erfüllt sich, worauf Abraham und Sarah viele Jahre gewartet haben. Die Genesis eröffnet diesen Lebensabschnitt mit einer bewussten Wiederholung: Der HERR sucht Sarah heim, wie er gesagt hatte, und handelt an ihr, wie er geredet hatte. Damit liegt der Schwerpunkt von Anfang an nicht auf menschlicher Leistung, sondern auf der Treue Gottes zu seinem eigenen Wort. Was er angekündigt hatte, geschieht zu der von ihm bestimmten Zeit.

Sarah wird schwanger und bringt Abraham in seinem Alter einen Sohn zur Welt. Abraham ist hundert Jahre alt, als Isaak geboren wird. Zwischen dem ersten Aufbruch aus Haran mit 75 Jahren und diesem Augenblick liegen damit 25 Jahre. Die Verheißung einer Nachkommenschaft hatte Abrahams Weg von Anfang an begleitet, doch ihre Erfüllung ließ sich nicht durch seine eigenen Zeitvorstellungen bestimmen. Der lange Zeitraum macht sichtbar, dass Gottes Zusage nicht deshalb unsicher war, weil sie auf sich warten ließ.

Abraham gibt seinem Sohn den Namen Isaak, genau wie Gott es ihm zuvor geboten hatte. Der Name erinnert an das Lachen, das die Verheißung begleitet hatte. Abraham hatte gelacht, als Gott ihm ankündigte, dass Sarah ihm einen Sohn gebären werde, und auch Sarah hatte gelacht, als sie die Zusage hörte. Nun erhält dieses Motiv eine neue Bedeutung. Sarah sagt, Gott habe ihr ein Lachen bereitet, und jeder, der davon höre, werde mit ihr lachen. Was zuvor angesichts der menschlichen Unmöglichkeit ungläubig oder erstaunt geklungen hatte, wird zum Ausdruck der Freude über Gottes erfülltes Wort.

Am achten Tag beschneidet Abraham Isaak, wie Gott es ihm geboten hatte. Damit wird der Sohn der Verheißung von Beginn an in das Bundeszeichen aufgenommen, das Abraham in 1. Mose 17 empfangen hatte. Wieder handelt Abraham entsprechend der ausdrücklichen Weisung Gottes. Die Beschneidung macht Isaak jedoch nicht erst zum Sohn der Verheißung; seine Geburt selbst war bereits Gottes zugesagtes Handeln. Das Zeichen bestätigt die Zugehörigkeit zu dem Bund, dessen Ursprung und Erfüllung bei Gott liegen.

Sarah blickt voller Staunen auf das Geschehen zurück. Wer hätte Abraham vorausgesagt, dass Sarah noch Kinder stillen würde? Dennoch hat sie ihm in seinem Alter einen Sohn geboren. Ihre Worte lassen die ganze Spannung der vergangenen Jahre hervortreten. Die menschlichen Voraussetzungen hatten gegen die Verheißung gesprochen, aber gerade darin wird die Geburt Isaaks zu einem Zeugnis dafür, dass Gottes Fähigkeit nicht an den Grenzen menschlicher Möglichkeiten endet.

Der Hebräerbrief greift diese Geschichte später im Zusammenhang des Glaubens auf. Dort werden Abraham und Sarah mit einer Nachkommenschaft verbunden, die aus menschlicher Sicht nicht mehr zu erwarten gewesen wäre. Entscheidend ist dabei die Begründung: Der Verheißende wurde als treu angesehen. Die Aufmerksamkeit richtet sich also auch im neutestamentlichen Rückblick nicht zuerst auf eine außergewöhnliche Kraft in Abraham oder Sarah, sondern auf die Zuverlässigkeit dessen, der die Verheißung gegeben hatte.

Isaak wächst heran und wird schließlich entwöhnt. Abraham veranstaltet an diesem Tag ein großes Fest. Damit endet die lange Erwartung nicht nur mit der Geburt eines Kindes, sondern mit einem Sohn, der nun sichtbar im Haus Abrahams heranwächst. Die Verheißung hat eine konkrete Gestalt angenommen. Doch gerade dieses freudige Ereignis bringt einen bereits lange vorhandenen familiären Konflikt erneut an die Oberfläche.

Denn Isaak ist nicht Abrahams einziger Sohn. Ismael lebt ebenfalls im Haus und ist inzwischen deutlich älter. Was mit der Entscheidung Abrams und Sarais viele Jahre zuvor begonnen hatte, lässt sich durch Isaaks Geburt nicht einfach ungeschehen machen. Nun muss geklärt werden, wie sich Ismael und Isaak innerhalb der von Gott bestimmten Verheißung zueinander verhalten – und diese Klärung wird Abraham tief treffen.

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Hagar und Ismael müssen Abrahams Haus verlassen

1. Mose 21,9-21 – „9 Und Sarah sah, daß der Sohn der Hagar, der ägyptischen Magd, den sie dem Abraham geboren hatte, Mutwillen trieb. 10 Da sprach sie zu Abraham: Treibe diese Magd mit ihrem Sohne aus; denn der Sohn dieser Magd soll nicht erben mit meinem Sohn Isaak! 11 Dieses Wort mißfiel Abraham sehr um seines Sohnes willen. 12 Aber Gott sprach zu Abraham: Es soll dir das nicht mißfallen! Höre auf alles, was Sara…"
1. Mose 21,9-21 – „9 Und Sarah sah, daß der Sohn der Hagar, der ägyptischen Magd, den sie dem Abraham geboren hatte, Mutwillen trieb. 10 Da sprach sie zu Abraham: Treibe diese Magd mit ihrem Sohne aus; denn der Sohn dieser Magd soll nicht erben mit meinem Sohn Isaak! 11 Dieses Wort mißfiel Abraham sehr um seines Sohnes willen. 12 Aber Gott sprach zu Abraham: Es soll dir das nicht mißfallen! Höre auf alles, was Sara…"
Galater 4,28-31 – „28 Wir aber, Brüder, sind nach der Weise des Isaak Kinder der Verheißung. 29 Doch gleichwie damals der nach dem Fleisch Geborene den nach dem Geist [Geborenen] verfolgte, so auch jetzt. 30 Was sagt aber die Schrift: «Stoße aus die Sklavin und ihren Sohn! Denn der Sohn der Sklavin soll nicht erben mit dem Sohn der Freien.» 31 So sind wir also, meine Brüder, nicht Kinder der Sklavin, sondern der Fr…"

Während des Festes zur Entwöhnung Isaaks tritt der lange schwelende Konflikt zwischen den beiden Familienlinien erneut hervor. Sarah sieht den Sohn Hagars, den diese Abraham geboren hatte, im Zusammenhang mit Isaak spotten. Daraufhin fordert sie Abraham auf, Hagar und ihren Sohn fortzuschicken. Ihre Begründung richtet sich unmittelbar auf die Erbfrage: Der Sohn der Magd soll nicht gemeinsam mit ihrem Sohn Isaak erben. Was viele Jahre zuvor mit dem Versuch begonnen hatte, Gottes Verheißung durch Hagar zu verwirklichen, erreicht damit einen schmerzhaften Wendepunkt.

Für Abraham ist diese Forderung schwer. Die Bibel sagt ausdrücklich, dass ihm die Sache wegen seines Sohnes sehr missfällt. Ismael ist inzwischen kein abstraktes Symbol für eine falsche Entscheidung, sondern Abrahams eigener Sohn, der viele Jahre in seinem Haus gelebt hat. Als Gott zuvor erklärt hatte, dass Sarah Isaak gebären werde, hatte Abraham bereits für Ismael gebeten. Nun steht er vor einer Trennung, die ihn persönlich trifft.

Gott spricht jedoch zu Abraham und fordert ihn auf, sich wegen des Jungen und Hagars nicht zu bekümmern. Er soll in dieser Angelegenheit auf Sarah hören, denn „in Isaak soll dir ein Same berufen werden“. Damit bestätigt Gott erneut die besondere Stellung Isaaks innerhalb der Verheißung. Die Bundeslinie, durch die Gottes zuvor gegebene Zusagen weitergeführt werden, soll über Isaak verlaufen und nicht über Ismael.

Diese Erwählung bedeutet jedoch nicht, dass Gott Ismael verwirft oder seine Fürsorge für ihn beendet. Unmittelbar fügt Gott hinzu, dass auch aus dem Sohn der Magd ein Volk entstehen werde, weil er Abrahams Nachkomme ist. Damit hält Gott an der früheren Verheißung über Ismael fest. Isaak besitzt eine besondere heilsgeschichtliche Stellung, während Ismael zugleich unter Gottes Segen und Fürsorge bleibt. Die Schrift erlaubt deshalb weder, beide Linien in ihrer Aufgabe gleichzusetzen, noch Ismael so zu behandeln, als sei er für Gott bedeutungslos.

Am nächsten Morgen steht Abraham früh auf. Er gibt Hagar Brot und einen Wasserschlauch, übergibt ihr den Jungen und schickt sie fort. Der Bericht beschreibt den Abschied ohne ausführliche Worte zwischen Abraham und Hagar. Was Abraham dabei empfunden haben mag, wird über das bereits genannte Missfallen hinaus nicht erzählt. Fest steht nur, dass er nach Gottes Weisung handelt und Hagar mit Ismael das Haus verlässt.

Hagar irrt anschließend in der Wüste von Beerscheba umher. Als das Wasser aufgebraucht ist, bringt sie den Jungen unter einen Strauch und entfernt sich ein Stück, weil sie seinen Tod nicht mit ansehen möchte. Sie setzt sich gegenüber und weint. Die Szene führt Hagar damit erneut in die Wüste, genau wie viele Jahre zuvor nach ihrem Konflikt mit Sarah. Wieder befindet sie sich außerhalb von Abrahams Haus, und wieder begegnet ihr Gott in ihrer Not.

Gott hört die Stimme des Jungen. Ein Engel Gottes ruft Hagar vom Himmel zu und fragt, was ihr fehle. Sie soll sich nicht fürchten, denn Gott hat die Stimme des Jungen gehört. Er erinnert sie an die Verheißung, Ismael zu einem großen Volk zu machen. Dann öffnet Gott Hagars Augen, sodass sie einen Wasserbrunnen sieht. Sie füllt den Schlauch und gibt Ismael zu trinken. Die Rettung kommt damit nicht aus Abrahams Haus, sondern unmittelbar durch Gottes Fürsorge in der Wüste.

Ismael wächst heran, und Gott ist mit ihm. Er lebt in der Wüste, wird ein Bogenschütze und lässt sich in der Wüste Paran nieder. Hagar nimmt ihm eine Frau aus Ägypten. Damit endet Ismaels gemeinsames Leben mit Abraham, doch nicht seine eigene Geschichte und auch nicht Gottes Verheißung über ihn. Die Linie Isaaks und die Linie Ismaels gehen nun räumlich und heilsgeschichtlich getrennte Wege.

Paulus greift diesen Abschnitt später im Galaterbrief auf und verwendet Hagar und Sarah sowie ihre Söhne in einer heilsgeschichtlichen Gegenüberstellung. Dabei bezeichnet er die Gläubigen als Kinder der Verheißung nach Isaak. Diese spätere Anwendung darf jedoch nicht dazu führen, den historischen Ismael persönlich zum Sinnbild eines von Gott gehassten Menschen zu machen. Genesis selbst betont ausdrücklich, dass Gott ihn hört, schützt, mit ihm ist und seine Zukunft sichert.

Für Abraham bedeutet die Trennung, dass die Verheißung nun noch eindeutiger auf Isaak konzentriert ist. Der Versuch, durch Hagar einen Erben zu gewinnen, hat dauerhafte Folgen für mehrere Menschen hinterlassen. Dennoch führt Gott seinen zugesagten Weg weiter und sorgt zugleich für diejenigen, die durch die komplizierte Familiengeschichte betroffen sind. Abraham bleibt mit Sarah und Isaak zurück – und bald wird Gott ihn in eine Prüfung führen, die gerade diesen verheißenen Sohn betrifft und seinen Glauben in einer bis dahin unerreichten Weise herausfordert.

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Abraham wird geprüft und soll Isaak opfern

1. Mose 22,1-19 – „1 Nach diesen Geschichten versuchte Gott den Abraham und sprach zu ihm: Abraham! Und er antwortete: Siehe, hier bin ich. 2 Und er sprach: Nimm doch deinen Sohn, deinen einzigen, den du lieb hast, Isaak, und gehe hin in das Land Morija und opfere ihn daselbst zum Brandopfer auf einem Berge, den ich dir nennen werde! 3 Da stand Abraham am Morgen früh auf und sattelte seinen Esel, und nahm zwei Knec…"
1. Mose 22,1-19 – „1 Nach diesen Geschichten versuchte Gott den Abraham und sprach zu ihm: Abraham! Und er antwortete: Siehe, hier bin ich. 2 Und er sprach: Nimm doch deinen Sohn, deinen einzigen, den du lieb hast, Isaak, und gehe hin in das Land Morija und opfere ihn daselbst zum Brandopfer auf einem Berge, den ich dir nennen werde! 3 Da stand Abraham am Morgen früh auf und sattelte seinen Esel, und nahm zwei Knec…"
Hebräer 11,17-19 – „17 Durch Glauben brachte Abraham den Isaak dar, als er versucht wurde, und opferte den Eingeborenen, er, der die Verheißungen empfangen hatte, 18 zu welchem gesagt worden war: «In Isaak soll dir ein Same berufen werden.» 19 Er zählte eben darauf, daß Gott imstande sei, auch von den Toten zu erwecken, weshalb er ihn auch, wie durch ein Gleichnis, wieder erhielt."
Jakobus 2,21-23 – „21 Wurde nicht Abraham, unser Vater, durch Werke gerechtfertigt, als er seinen Sohn Isaak auf dem Altar darbrachte? 22 Da siehst du doch, daß der Glaube zusammen mit seinen Werken wirksam war und daß der Glaube durch die Werke vollkommen wurde; 23 und so erfüllte sich die Schrift, die da spricht: «Abraham hat Gott geglaubt, und das wurde ihm zur Gerechtigkeit gerechnet», und er ist «Freund Gottes…"

Nach der Trennung von Hagar und Ismael konzentriert sich die Verheißung vollständig auf Isaak. Gerade dieser Sohn, dessen Geburt Gott über Jahrzehnte angekündigt hatte und durch den die verheißene Linie weitergehen sollte, wird nun zum Mittelpunkt der schwersten Prüfung in Abrahams Leben. Die Genesis leitet das Ereignis ausdrücklich mit den Worten ein, dass Gott Abraham prüfte. Was folgt, darf deshalb nicht als göttliche Zustimmung zu Menschenopfern verstanden werden, sondern muss aus dem Verlauf der gesamten Prüfung heraus gelesen werden.

Gott ruft Abraham bei seinem Namen, und Abraham antwortet: „Hier bin ich!“ Dann erhält er den Auftrag, seinen Sohn zu nehmen – seinen einzigen, den er liebt, Isaak – und in das Land Morija zu gehen. Dort soll er ihn auf einem Berg als Brandopfer darbringen, den Gott ihm zeigen werde. Die Formulierung macht die Spannung bewusst unübersehbar. Isaak ist nicht nur Abrahams geliebter Sohn; er ist gerade derjenige, von dem Gott zuvor erklärt hatte: „In Isaak soll dir ein Same berufen werden.“ Gottes gegenwärtiger Auftrag scheint damit der bereits gegebenen Verheißung entgegenzustehen.

Die Bibel schildert keine innere Rede Abrahams und berichtet auch nicht, welche Gedanken ihn in dieser Nacht beschäftigten. Sie sagt lediglich, dass er am nächsten Morgen früh aufsteht, seinen Esel sattelt, zwei Knechte und Isaak mitnimmt und Holz für das Brandopfer spaltet. Dann macht er sich auf den Weg zu dem Ort, den Gott ihm genannt hatte. Drei Tage dauert die Reise, bevor Abraham den Ort von ferne sieht.

An diesem Punkt sagt Abraham zu den Knechten, sie sollten beim Esel bleiben: Er und der Junge wollten dorthin gehen, anbeten und anschließend zu ihnen zurückkehren. Die Genesis erklärt diesen Satz zunächst nicht weiter. Der Hebräerbrief gibt jedoch später Einblick in Abrahams Glauben: Er rechnete damit, dass Gott Isaak sogar aus den Toten auferwecken könne. Abraham wusste, dass Gottes Verheißung untrennbar mit Isaak verbunden war. Selbst angesichts des Befehls, ihn zu opfern, hielt er daran fest, dass Gott sein Wort nicht brechen konnte.

Abraham legt das Holz auf Isaak, während er selbst Feuer und Messer trägt. Unterwegs fragt Isaak seinen Vater nach dem fehlenden Opfertier: Feuer und Holz seien vorhanden, doch wo sei das Lamm zum Brandopfer? Abraham antwortet: „Gott wird sich das Schaf zum Brandopfer ersehen, mein Sohn.“ Dann gehen beide gemeinsam weiter. Der Bericht lässt die Spannung bestehen. Abraham kennt noch nicht die konkrete Weise, auf die Gott eingreifen wird, doch seine Antwort richtet den Blick erneut auf Gott selbst.

Am bezeichneten Ort baut Abraham einen Altar, ordnet das Holz, bindet Isaak und legt ihn auf den Altar. Als er seine Hand ausstreckt und das Messer nimmt, um seinen Sohn zu schlachten, ruft der Engel des HERRN vom Himmel: „Abraham, Abraham!“ Wieder antwortet er: „Hier bin ich!“ Nun wird der Zweck der Prüfung offen ausgesprochen. Abraham soll dem Jungen nichts tun. Seine Bereitschaft, selbst den Sohn nicht zurückzuhalten, wird als Ausdruck seiner Gottesfurcht anerkannt.

Damit endet die Prüfung ausdrücklich, bevor Isaak getötet wird. Gott verlangt nicht, dass Abraham den Menschen opfert. Stattdessen blickt Abraham auf und sieht einen Widder, der sich mit seinen Hörnern im Gestrüpp verfangen hat. Er nimmt ihn und bringt ihn anstelle seines Sohnes als Brandopfer dar. Abraham nennt den Ort daraufhin mit einem Namen, der ausdrückt: Der HERR wird ersehen beziehungsweise vorsorgen. Die Antwort auf Isaaks Frage ist damit konkret geworden – Gott selbst stellt das Opfer bereit.

Gerade hier entsteht eine heilsgeschichtliche Linie, die weit über Abraham hinausführt. Der Text von 1. Mose 22 bezeichnet Isaak nicht ausdrücklich als vollständigen Typus Christi, doch das Motiv des von Gott bereitgestellten Opfers und des geliebten Sohnes erhält im Gesamtzeugnis der Schrift eine tiefe Bedeutung. Entscheidend bleibt zugleich der Unterschied: Isaak wird verschont und an seiner Stelle stirbt ein Widder. Bei Christus dagegen gibt Gott seinen Sohn tatsächlich für die Erlösung der Menschen hin. Was Abraham nicht vollenden musste, wird im Evangelium auf einzigartige Weise in Gottes eigenem Heilshandeln sichtbar.

Der Engel des HERRN bestätigt Abraham anschließend erneut die Verheißungen. Seine Nachkommenschaft soll zahlreich werden wie die Sterne des Himmels und der Sand am Meeresufer, und in seinem Samen sollen alle Völker der Erde gesegnet werden. Jakobus greift diese Szene später auf und verbindet sie mit 1. Mose 15: Der Glaube, der Abraham zur Gerechtigkeit gerechnet worden war, blieb nicht ohne Frucht, sondern wirkte mit seinen Werken zusammen und wurde in seinem Gehorsam sichtbar. Werke ersetzten seinen Glauben nicht; sie machten sichtbar, dass sein Vertrauen auf Gott lebendig war.

Danach kehrt Abraham zu seinen Knechten zurück, und gemeinsam ziehen sie nach Beerscheba. Isaak wird in diesem letzten Satz nicht eigens erwähnt, doch der weitere Bericht setzt sein Leben selbstverständlich fort. Die Prüfung endet also nicht mit dem Verlust des verheißenen Sohnes, sondern mit seiner Bewahrung und einer erneuten Bestätigung des göttlichen Wortes. Abraham hat auf einem seiner schwersten Wege gelernt, dass die Verheißung selbst dann bei Gott sicher bleibt, wenn sein Gehorsam ihn bis an die Grenze dessen führt, was er verstehen kann.

Zurück: Hagar und Ismael müssen Abrahams Haus verlassen Weiter: Abraham begräbt Sarah in Machpela

Abraham begräbt Sarah in Machpela

1. Mose 23,1-20 – „1 Sarah ward hundertsiebenundzwanzig Jahre alt; so lange lebte sie. 2 Und Sarah starb in Kirjat-Arba, das ist Hebron, im Lande Kanaan. Da ging Abraham hin, daß er um Sarah klagte und sie beweinte. 3 Darnach stand Abraham auf von seiner Leiche und redete mit den Söhnen Hets und sprach: 4 Ich bin ein Fremdling und Beisaße bei euch, gebt mir ein Erbbegräbnis bei euch, daß ich meine Tote von meinem A…"
1. Mose 23,1-20 – „1 Sarah ward hundertsiebenundzwanzig Jahre alt; so lange lebte sie. 2 Und Sarah starb in Kirjat-Arba, das ist Hebron, im Lande Kanaan. Da ging Abraham hin, daß er um Sarah klagte und sie beweinte. 3 Darnach stand Abraham auf von seiner Leiche und redete mit den Söhnen Hets und sprach: 4 Ich bin ein Fremdling und Beisaße bei euch, gebt mir ein Erbbegräbnis bei euch, daß ich meine Tote von meinem A…"
Hebräer 11,9-10 – „9 Durch Glauben siedelte er sich im Lande der Verheißung an, als in einem fremden, und wohnte in Zelten mit Isaak und Jakob, den Miterben derselben Verheißung; 10 denn er wartete auf die Stadt, welche die Grundfesten hat, deren Baumeister und Schöpfer Gott ist."

Nach der Prüfung auf dem Berg Morija führt die Genesis Abrahams Geschichte in eine ganz andere Erfahrung. Sarah stirbt im Alter von 127 Jahren in Kirjat-Arba, dem später beziehungsweise ebenfalls Hebron genannten Ort im Land Kanaan. Sie ist damit die einzige Frau in der Bibel, deren gesamtes Lebensalter ausdrücklich genannt wird. Für Abraham endet an dieser Stelle eine gemeinsame Lebensgeschichte, die von Mesopotamien über Haran und Ägypten bis in das verheißene Land geführt hatte und in der Sarah schließlich die Mutter Isaaks geworden war.

Die Bibel beschreibt Abrahams Reaktion mit wenigen, aber klaren Worten: Er kommt, um über Sarah zu klagen und sie zu beweinen. Damit zeigt die Schrift einen Mann, dessen Glaube den Schmerz über den Tod nicht beseitigt. Abraham hatte außergewöhnliche Verheißungen empfangen und Gottes Macht erlebt, doch auch sein Haus bleibt von der Sterblichkeit betroffen. Die Frau, mit der er so viele Jahre seines Weges geteilt hatte, stirbt, und Abraham trauert um sie.

Nach der Trauer muss er eine praktische Frage regeln: Sarah braucht eine Grabstätte. Abraham tritt vor die Söhne Heths und bezeichnet sich selbst als Fremdling und Beisassen unter ihnen. Diese Selbstbeschreibung ist für seine bisherige Geschichte bemerkenswert. Gott hatte ihm und seiner Nachkommenschaft das Land Kanaan verheißen, doch Abraham verfügt zu diesem Zeitpunkt offenbar über keine eigene Grabstätte, in der er seine Frau bestatten könnte. Die Verheißung ist sicher, ihre umfassende Erfüllung aber weiterhin zukünftig.

Die Bewohner des Landes begegnen Abraham mit großem Respekt und nennen ihn einen „Fürsten Gottes“ unter ihnen. Sie bieten ihm ihre besten Gräber an, doch Abraham möchte nicht lediglich eine geliehene oder aufgrund persönlicher Gunst gewährte Grabstelle benutzen. Er bittet darum, für ihn bei Ephron, dem Sohn Zohars, einzutreten, damit dieser ihm die Höhle Machpela am Rand seines Feldes verkauft. Abraham erklärt ausdrücklich, dass er den vollen Preis zahlen will.

Das folgende Gespräch findet öffentlich am Stadttor statt, wo die Söhne Heths als Zeugen anwesend sind. Ephron bietet Abraham zunächst das Feld samt Höhle an, doch Abraham besteht darauf, den Kaufpreis zu entrichten. Schließlich nennt Ephron vierhundert Schekel Silber. Die Genesis bewertet nicht ausdrücklich, ob dieser Betrag besonders hoch oder gewöhnlich war. Entscheidend für den Bericht ist, dass Abraham den genannten Preis abwiegt und das Grundstück rechtmäßig vor Zeugen erwirbt.

Der Text beschreibt den Besitz anschließend ungewöhnlich genau: das Feld Machpela gegenüber Mamre, die darauf befindliche Höhle und die Bäume innerhalb seiner Grenzen werden Abraham als Eigentum bestätigt. Danach begräbt er Sarah dort. Die ausführliche rechtliche Sprache macht deutlich, dass diese Grabstätte nicht bloß vorübergehend genutzt wird. Abraham hat nun einen eindeutig erworbenen Besitz im Land Kanaan.

Gerade darin liegt eine bemerkenswerte Spannung. Gott hatte Abraham weite Gebiete verheißen, doch das erste Grundstück, dessen rechtmäßigen Besitz die Genesis ausführlich festhält, ist eine Grabstätte. Der Hebräerbrief blickt später auf Abraham, Isaak und Jakob als Menschen zurück, die im Land der Verheißung wie Fremde wohnten und in Zelten lebten. Sie hatten Gottes Zusagen empfangen, ohne deren gesamte Erfüllung während ihres Lebens zu besitzen. Abrahams Kauf von Machpela passt genau in diese Lebenssituation: Er lebt im verheißenen Land und besitzt doch zunächst nur einen kleinen Teil davon.

Machpela gewinnt dadurch auch für die weitere Familiengeschichte Bedeutung. Später wird Abraham selbst dort begraben werden, ebenso Isaak und Rebekka sowie Jakob und Lea. Die Höhle wird zu einem dauerhaften Familiengrab der Patriarchen. Doch für Abraham beginnt ihre Bedeutung ganz persönlich mit Sarah. Der erste Besitz, den er in Kanaan ausdrücklich erwirbt, dient dazu, die Frau zu bestatten, mit der er die entscheidenden Jahrzehnte seines Lebens geteilt hat.

Nach Sarahs Tod rückt die Zukunft Isaaks noch stärker in den Vordergrund. Abraham ist inzwischen alt, und die Bundeslinie soll durch den Sohn weitergehen, den Gott ihm und Sarah geschenkt hat. Deshalb trifft Abraham nun Vorkehrungen für Isaaks Ehe. Dabei besteht er darauf, dass sein Sohn weder eine Frau aus den Töchtern Kanaans nimmt noch das verheißene Land verlässt – eine Entscheidung, die Abrahams Vertrauen in Gottes bisherige Führung erneut sichtbar werden lässt.

Zurück: Abraham wird geprüft und soll Isaak opfern Weiter: Abraham sorgt für Isaaks Ehe

Abraham sorgt für Isaaks Ehe

1. Mose 24,1-27 – „1 Und Abraham war alt und wohlbetagt, und der HERR hatte Abraham in allem gesegnet. 2 Und Abraham sprach zu dem ältesten Knechte seines Hauses, der aller seiner Güter Verwalter war: Lege doch deine Hand unter meine Hüfte, 3 daß ich dich schwören lasse bei dem HERRN, dem Gott des Himmels und der Erde, daß du meinem Sohne kein Weib nehmest von den Töchtern der Kanaaniter, unter welchen ich wohne, 4…"
1. Mose 24,1-27 – „1 Und Abraham war alt und wohlbetagt, und der HERR hatte Abraham in allem gesegnet. 2 Und Abraham sprach zu dem ältesten Knechte seines Hauses, der aller seiner Güter Verwalter war: Lege doch deine Hand unter meine Hüfte, 3 daß ich dich schwören lasse bei dem HERRN, dem Gott des Himmels und der Erde, daß du meinem Sohne kein Weib nehmest von den Töchtern der Kanaaniter, unter welchen ich wohne, 4…"
1. Mose 24,34-49 – „34 Er sprach: Ich bin ein Knecht Abrahams. 35 Und der HERR hat meinen Herrn reichlich gesegnet, daß er groß geworden ist, denn er hat ihm Schafe und Ochsen, Silber und Gold, Knechte und Mägde, Kamele und Esel gegeben. 36 Dazu hat Sarah, meines Herrn Weib, in ihrem Alter meinem Herrn einen Sohn geboren, demselben hat er alles, was sein ist, gegeben. 37 Und mein Herr hat einen Eid von mir genommen …"

Abraham ist inzwischen alt und hochbetagt, und der HERR hat ihn in allem gesegnet. Nach Sarahs Tod richtet sich sein Blick verstärkt auf Isaak, durch den die Bundesverheißung weitergeführt werden soll. Abraham möchte deshalb, dass sein Sohn eine Frau bekommt, doch für diese Ehe setzt er klare Grenzen. Er ruft den ältesten Knecht seines Hauses, der über seinen gesamten Besitz verfügt, und nimmt ihm einen feierlichen Eid ab.

Der Knecht soll für Isaak keine Frau aus den Töchtern der Kanaaniter nehmen, unter denen Abraham lebt. Stattdessen soll er in Abrahams Herkunftsland und zu seiner Verwandtschaft gehen und dort eine Frau für Isaak suchen. Die Entscheidung steht im Zusammenhang mit der besonderen Bundesgeschichte, in die Isaak hineingeboren wurde. Abraham lebt zwar weiterhin unter den Kanaanitern, will die Zukunft seines Sohnes aber nicht einfach den Bindungen seiner unmittelbaren Umgebung überlassen.

Der Knecht stellt daraufhin eine naheliegende Frage. Was soll geschehen, wenn die Frau nicht bereit ist, ihm nach Kanaan zu folgen? Soll er Isaak dann in das Land zurückbringen, aus dem Abraham einst gekommen war? Abraham weist diesen Gedanken entschieden zurück. Unter keinen Umständen soll Isaak dorthin zurückgeführt werden. Der Gott des Himmels hatte Abraham aus seinem Vaterhaus und seinem Herkunftsland herausgeführt und ihm geschworen, dieses Land seiner Nachkommenschaft zu geben. Deshalb soll Isaak im Land der Verheißung bleiben.

Diese Antwort zeigt, wie tief Abrahams Lebensweg inzwischen von Gottes Zusage bestimmt wird. Einst hatte er selbst das Vertraute verlassen müssen, ohne das Ziel vollständig zu kennen. Nun will er nicht, dass die nächste Generation den Weg zurückgeht. Die Herkunftsfamilie bleibt für die Suche nach einer Ehefrau bedeutsam, doch das Land, in das Gott Abraham geführt hat, darf deswegen nicht aufgegeben werden.

Abraham verbindet diesen Auftrag zugleich mit Vertrauen auf Gottes Führung. Er erklärt seinem Knecht, dass Gott seinen Engel vor ihm hersenden werde, sodass er von dort eine Frau für Isaak nehmen könne. Dennoch macht Abraham den Knecht nicht für etwas verantwortlich, das außerhalb seiner Macht liegt. Wenn die Frau nicht mitkommen will, soll der Knecht von seinem Eid frei sein. Isaak zurückzubringen bleibt jedoch ausgeschlossen. Glaube bedeutet hier weder Zwang noch die Behauptung, der Ausgang müsse durch menschliche Mittel garantiert werden.

Der Knecht nimmt daraufhin zehn Kamele aus dem Besitz seines Herrn und macht sich mit kostbaren Gütern auf den Weg nach Mesopotamien, zur Stadt Nahors. Am Abend lässt er die Kamele bei einem Brunnen außerhalb der Stadt niederknien, zu der Zeit, in der die Frauen zum Wasserschöpfen hinausgehen. Dort betet er zum Gott Abrahams und bittet um klare Führung. Das gewünschte Zeichen soll nicht nur die Identität einer Frau anzeigen, sondern zugleich ihre Bereitschaft zu außergewöhnlicher Hilfsbereitschaft erkennen lassen: Diejenige, die ihm zu trinken gibt und auch seine Kamele tränkt, soll die von Gott bestimmte Frau für Isaak sein.

Noch bevor er sein Gebet beendet hat, kommt Rebekka mit ihrem Krug zum Brunnen. Die Genesis ordnet sie unmittelbar in Abrahams Verwandtschaft ein: Sie ist eine Tochter Bethuels, des Sohnes Milkas und Nahors, des Bruders Abrahams. Als der Knecht um etwas Wasser bittet, gibt sie ihm zu trinken und bietet von sich aus an, auch für seine Kamele Wasser zu schöpfen. Der Knecht beobachtet schweigend, ob der HERR seine Reise tatsächlich zum Ziel geführt hat.

Nachdem die Kamele genug getrunken haben, gibt er Rebekka Schmuck und fragt nach ihrer Herkunft. Als sie ihre Familie nennt und erklärt, dass in ihrem Haus auch Platz zum Übernachten vorhanden ist, verneigt sich der Knecht und betet den HERRN an. Er preist den Gott seines Herrn Abraham, der seine Güte und Treue nicht von Abraham genommen und ihn auf dem richtigen Weg zur Familie seines Herrn geführt hat. Der Erfolg der Reise wird damit ausdrücklich Gottes Führung zugeschrieben.

Im Haus der Familie erzählt der Knecht später ausführlich, weshalb er gekommen ist. Dabei berichtet er von Gottes Segen über Abraham, von Sarahs Sohn Isaak und davon, dass Abraham diesem Sohn seinen Besitz übertragen werde. Er wiederholt den Eid, die Anweisung seines Herrn und sein Gebet am Brunnen. Schließlich bittet er die Familie um eine klare Entscheidung. Erst nachdem die gesamte Geschichte der Führung dargelegt worden ist, wird deutlich, dass diese Ehe nicht allein auf Abrahams Wunsch oder der Geschicklichkeit seines Knechtes beruhen soll.

Damit hat Abraham selbst Kanaan nicht verlassen und Isaak nicht in die frühere Heimat zurückgeschickt. Er hat eine Aufgabe an einen vertrauenswürdigen Knecht übertragen und die Zukunft seines Sohnes dem Gott anvertraut, der ihn selbst seit seinem ersten Aufbruch geführt hatte. Nun liegt die Entscheidung bei Rebekka und ihrer Familie – und ihre Antwort wird zeigen, ob sie bereit ist, ähnlich wie Abraham einst ihre vertraute Umgebung zu verlassen und in ein Land zu ziehen, das sie noch nicht kennt.

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Rebekka wird Isaaks Frau

1. Mose 24,50-67 – „50 Da antworteten Laban und Bethuel und sprachen: Das ist vom HERRN gekommen, darum können wir nichts wider dich reden, weder Böses noch Gutes! 51 Da ist Rebekka vor dir, nimm sie und ziehe hin, daß sie das Weib des Sohnes deines Herrn sei, wie der HERR geredet hat! 52 Als nun Abrahams Knecht ihre Worte hörte, bückte er sich vor dem HERRN zur Erde. 53 Und er zog hervor silberne und goldene Kleino…"
1. Mose 24,50-67 – „50 Da antworteten Laban und Bethuel und sprachen: Das ist vom HERRN gekommen, darum können wir nichts wider dich reden, weder Böses noch Gutes! 51 Da ist Rebekka vor dir, nimm sie und ziehe hin, daß sie das Weib des Sohnes deines Herrn sei, wie der HERR geredet hat! 52 Als nun Abrahams Knecht ihre Worte hörte, bückte er sich vor dem HERRN zur Erde. 53 Und er zog hervor silberne und goldene Kleino…"

Nachdem Abrahams Knecht der Familie Rebekkas ausführlich erzählt hat, wie Gott seine Reise geführt hat, liegt die Entscheidung nicht mehr bei ihm. Laban und Bethuel antworten, dass die Sache vom HERRN ausgegangen sei. Sie erklären, Rebekka stehe vor ihm und könne mitgehen, um die Frau Isaaks zu werden, wie der HERR geredet habe. Als der Knecht diese Worte hört, fällt er vor dem HERRN zur Erde. Wieder wird der erfolgreiche Verlauf nicht menschlicher Planung zugeschrieben, sondern Gottes Führung.

Anschließend bringt der Knecht silberne und goldene Geräte sowie Kleider hervor und gibt sie Rebekka. Auch ihrem Bruder und ihrer Mutter überreicht er kostbare Geschenke. Danach essen und trinken er und die Männer, die ihn begleiten, und verbringen die Nacht dort. Am nächsten Morgen will der Knecht jedoch unverzüglich zu Abraham zurückkehren. Sein Auftrag ist erfüllt, und er möchte die Heimreise nicht unnötig verzögern.

Rebekkas Familie bittet darum, sie noch einige Tage bei sich behalten zu dürfen. Der Knecht drängt jedoch darauf, ihn nicht aufzuhalten, da der HERR seine Reise gelingen ließ. Schließlich wird Rebekka selbst gefragt: „Willst du mit diesem Mann ziehen?“ Sie antwortet schlicht: „Ja, ich will mit ihm ziehen.“ Damit tritt neben Abrahams Entscheidung und der Führung seines Knechtes nun auch Rebekkas eigene Zustimmung. Sie wird nicht einfach ohne ihre Antwort fortgeschickt, sondern erklärt ausdrücklich ihre Bereitschaft, die vertraute Familie zu verlassen.

Ihre Angehörigen entlassen Rebekka zusammen mit ihrer Amme und ihren Mägden und sprechen einen Segen über sie aus. Darin wünschen sie ihr eine sehr zahlreiche Nachkommenschaft. Danach steigt Rebekka mit ihren Dienerinnen auf die Kamele und folgt dem Knecht. Abraham selbst ist bei diesen Vorgängen in Mesopotamien nicht anwesend. Gerade darin erfüllt sich jedoch das Vertrauen, mit dem er den Auftrag begonnen hatte: Isaak musste das Land der Verheißung nicht verlassen, und der Knecht wurde tatsächlich zur Familie Abrahams geführt.

Währenddessen lebt Isaak im Südland. Als der Abend kommt, geht er hinaus aufs Feld. Dort sieht er die herankommenden Kamele. Auch Rebekka hebt ihre Augen auf, erblickt Isaak und fragt den Knecht, wer der Mann sei, der ihnen entgegenkomme. Als sie erfährt, dass es sein Herr ist, nimmt sie ihren Schleier und verhüllt sich. Der Knecht berichtet Isaak anschließend alles, was er auf seiner Reise getan hat.

Isaak führt Rebekka in das Zelt seiner Mutter Sarah und nimmt sie zur Frau. Die Bibel sagt ausdrücklich, dass er sie liebt. Zugleich findet er durch sie Trost nach dem Tod seiner Mutter. Damit schließt sich ein Abschnitt, der mit Sarahs Tod begonnen hatte: Ihr Sohn bleibt im Land, die für ihn bestimmte Frau kommt aus Abrahams Verwandtschaft zu ihm, und eine neue Generation des Hauses nimmt Gestalt an.

Für Abraham besitzt diese Ehe eine besondere Bedeutung. Er hatte darauf bestanden, dass Isaak nicht in die frühere Heimat zurückkehrt, weil Gottes Verheißung mit dem Land Kanaan verbunden war. Gleichzeitig wollte er für seinen Sohn keine Frau aus den kanaanitischen Familien nehmen. Der Ausgang bestätigt, dass er dafür weder Gottes Zusage aufgeben noch Isaak aus dem verheißenen Land entfernen musste. Die Führung geschieht auf einem Weg, den Abraham nicht selbst kontrollieren konnte.

Die Verheißung wird dadurch weitergegeben, ohne dass Abraham ihr Zentrum bleibt. Sein Sohn besitzt nun eine Frau, durch die die nächste Generation entstehen kann. Abraham tritt zunehmend aus der Mitte der Erzählung zurück, während Isaaks eigener Lebensweg beginnt. Doch Abrahams Geschichte ist damit noch nicht beendet. Die Genesis berichtet noch von weiteren Kindern, von der Ordnung seines Erbes und schließlich von seinem Tod im hohen Alter.

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Abraham ordnet sein Haus für die nächste Generation

1. Mose 25,1-6 – „1 Und Abraham nahm wieder ein Weib, die hieß Ketura. 2 Die gebar ihm den Simran und den Jokschan, den Medan und den Midian, den Jischbak und den Schuach. 3 Jokschan aber zeugte den Scheba und den Dedan. Die Kinder aber von Dedan waren die Assuriter, Letusiter und Leumiter 4 und die Kinder Midians waren Epha, Epher, Hanoch, Abida und Eldaa. Diese alle sind Kinder der Ketura. 5 Und Abraham gab sein…"
1. Mose 25,1-6 – „1 Und Abraham nahm wieder ein Weib, die hieß Ketura. 2 Die gebar ihm den Simran und den Jokschan, den Medan und den Midian, den Jischbak und den Schuach. 3 Jokschan aber zeugte den Scheba und den Dedan. Die Kinder aber von Dedan waren die Assuriter, Letusiter und Leumiter 4 und die Kinder Midians waren Epha, Epher, Hanoch, Abida und Eldaa. Diese alle sind Kinder der Ketura. 5 Und Abraham gab sein…"
1. Chronik 1,32-33 – „32 Und die Söhne der Ketura, der Nebenfrau Abrahams: sie gebar Simran, Jokschan, Medan, Midian, Jischbak und Schuach. Und die Söhne Jokschans: Scheba und Dedan. 33 Und die Söhne Midians: Epha, Epher, Hanoch, Abida, Eldaa. Alle diese sind Söhne der Ketura."

Nachdem Isaak mit Rebekka verheiratet ist, berichtet die Genesis noch einmal über Abrahams eigene Familie. Abraham nimmt eine Frau namens Ketura. Das erste Buch der Chronik bezeichnet sie später als Abrahams Nebenfrau. Aus dieser Verbindung gehen Simran, Jokschan, Medan, Midian, Jischbak und Schuach hervor. Durch mehrere dieser Söhne entstehen weitere Familienlinien, sodass sich Gottes frühere Zusage, Abraham zum Vater vieler Völker zu machen, auch außerhalb der besonderen Bundeslinie über Isaak sichtbar entfaltet.

Die Bibel nennt anschließend mehrere Nachkommen dieser Söhne. Besonders ausführlich wird die Linie Midians aufgeführt: Epha, Epher, Henoch, Abida und Eldaa werden als seine Söhne genannt. Über ihr persönliches Leben erfahren wir an dieser Stelle nichts. Die Genealogie macht jedoch deutlich, dass Abraham weit mehr Nachkommen hatte als Isaak und Ismael. Seine Familie verzweigt sich in verschiedene Gruppen, die in der späteren biblischen Geschichte teilweise erneut auftreten werden.

Dabei muss zwischen Abrahams zahlreicher Nachkommenschaft und der besonderen Linie der Verheißung unterschieden werden. Gott hatte Abraham tatsächlich zum Vater vieler Völker bestimmt, doch er hatte zugleich ausdrücklich erklärt, seinen Bund in besonderer Weise mit Isaak aufzurichten. Die Existenz weiterer Söhne hebt diese Unterscheidung nicht auf. Sie zeigt vielmehr, dass unterschiedliche Zusagen an Abraham nebeneinander erfüllt werden: Viele Völker gehen aus ihm hervor, während die Bundeslinie durch Isaak fortgeführt wird.

Diese Ordnung wird nun auch in Abrahams Umgang mit seinem Besitz sichtbar. Die Genesis sagt ausdrücklich, dass Abraham alles, was er hatte, Isaak gab. Den Söhnen seiner Nebenfrauen gibt er dagegen Geschenke und schickt sie noch zu seinen Lebzeiten von Isaak weg nach Osten, in das Morgenland. Dadurch trennt Abraham die verschiedenen Familienzweige räumlich voneinander und stellt zugleich sicher, dass Isaaks besondere Stellung innerhalb seines Hauses nicht erst nach seinem Tod zu einem ungeklärten Erbstreit führt.

Die Bibel berichtet nicht, welche einzelnen Güter die anderen Söhne erhielten oder wie sie auf diese Regelung reagierten. Ebenso bewertet sie nicht jede damalige familienrechtliche Einzelheit. Sicher ist jedoch, dass Abraham seine Verantwortung nicht bis zu seinem Tod ungeordnet liegen lässt. Er trifft Vorkehrungen, während er noch lebt, und richtet sein Haus entsprechend der Verheißung aus, die Gott ihm über Isaak gegeben hatte.

Gerade darin unterscheidet sich dieser Lebensabschnitt deutlich von früheren Jahren. Einst hatte Abraham selbst versucht, die Frage des Erben mit Elieser zu lösen, und später war durch Hagar Ismael geboren worden. Nun erfindet er keine alternative Bundeslinie mehr. Gott hat Isaak bestimmt, und Abraham ordnet sein Haus entsprechend dieser göttlichen Festlegung. Die Verheißung soll nicht durch menschliche Konkurrenz verschiedener Erben verwischt werden.

Dabei werden die anderen Söhne nicht ohne Versorgung fortgeschickt. Abraham gibt ihnen Geschenke, bevor sie sich von Isaak entfernen. Die besondere Stellung Isaaks bedeutet also nicht, dass Abraham jede Verantwortung für seine übrigen Kinder leugnet. Zugleich hält er aber die Linie auseinander, die Gott selbst für die weitere Bundesgeschichte bezeichnet hat.

So nähert sich Abrahams Leben seinem Ende. Die entscheidenden Fragen seiner Nachfolge sind geregelt: Isaak lebt im Land der Verheißung, Rebekka ist seine Frau, und Abraham hat ihm seinen Besitz übertragen. Die übrigen Familienlinien erhalten ihren eigenen Raum. Der Mann, der einst ohne sichtbaren Erben nach Kanaan gekommen war, blickt nun auf zahlreiche Nachkommen zurück. Bald wird die Genesis seine Lebensjahre zusammenfassen und erzählen, wie Abraham im Alter von 175 Jahren stirbt – und wie gerade Isaak und Ismael noch einmal gemeinsam an seinem Grab stehen.

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Abraham stirbt im Alter von 175 Jahren

1. Mose 25,7-11 – „7 Dies ist aber die Zahl der Lebensjahre Abrahams: hundertfünfundsiebzig Jahre. 8 Und Abraham nahm ab und starb in gutem Alter, da er alt und lebenssatt war, und ward zu seinem Volk gesammelt. 9 Und seine Söhne Isaak und Ismael begruben ihn in der Höhle Machpelah auf dem Acker des Ephron, des Sohnes Zoars, des Hetiters, Mamre gegenüber, 10 im Acker, welchen Abraham von den Hetitern gekauft hat. D…"
1. Mose 25,7-11 – „7 Dies ist aber die Zahl der Lebensjahre Abrahams: hundertfünfundsiebzig Jahre. 8 Und Abraham nahm ab und starb in gutem Alter, da er alt und lebenssatt war, und ward zu seinem Volk gesammelt. 9 Und seine Söhne Isaak und Ismael begruben ihn in der Höhle Machpelah auf dem Acker des Ephron, des Sohnes Zoars, des Hetiters, Mamre gegenüber, 10 im Acker, welchen Abraham von den Hetitern gekauft hat. D…"
1. Mose 23,16-20 – „16 Als nun Abraham solches hörte, wog er Ephron das Geld dar, das er gesagt hatte, vor den Ohren der Hetiter, nämlich vierhundert Schekel Silber, das im Kauf gangbar und gültig war. 17 Also ward Ephrons Acker bei Machpelah, der Mamre gegenüber liegt, der Acker und die Höhle, die darin ist, auch alle Bäume auf dem Acker und innert aller seiner Grenzen, 18 Abraham zum Eigentum bestätigt vor den Aug…"

Abrahams Lebensgeschichte erreicht nun ihr irdisches Ende. Die Genesis nennt sein gesamtes Lebensalter ausdrücklich: Er wird 175 Jahre alt. Hundert Jahre sind damit vergangen, seit er im Alter von 75 Jahren Haran verlassen und sich auf Gottes Ruf hin nach Kanaan aufgemacht hatte. Ein Jahrhundert lang hatte er als Fremdling in dem Land gelebt, das Gott seiner Nachkommenschaft zugesagt hatte, ohne dessen umfassende Erfüllung selbst zu erleben.

Der Bericht beschreibt Abraham als einen Mann, der in gutem Alter, alt und lebenssatt stirbt. Die Formulierung zeichnet keinen gewaltsamen oder vorzeitigen Tod, sondern das Ende eines langen Lebens. Hinter ihm liegen Aufbruch und Wanderschaft, Verheißungen und lange Wartezeiten, Glaubensschritte und schweres Versagen, familiäre Konflikte und Erfahrungen außergewöhnlicher Bewahrung. Doch die Genesis beginnt an dieser Stelle keine ausführliche Rückschau. Sie lässt sein Leben mit wenigen ruhigen Worten zu Ende gehen.

Anschließend heißt es, Abraham sei „zu seinem Volk versammelt“ worden. Diese Wendung darf nicht ohne Weiteres als Beweis dafür verstanden werden, Abraham habe nach seinem Tod bewusst mit seinen verstorbenen Vorfahren weitergelebt. Der Text unterscheidet die Aussage sogar von der anschließend beschriebenen Bestattung. Im biblischen Zusammenhang bezeichnet der Tod das Ende des gegenwärtigen Lebens; die Hoffnung auf Abraham wird später mit Gottes Macht und der zukünftigen Auferstehung verbunden, nicht mit einer unsterblichen Seele, die beim Tod bewusst weiterlebt.

Bei seiner Beerdigung treten zwei seiner Söhne noch einmal gemeinsam auf: Isaak und Ismael. Sie begraben ihren Vater in der Höhle Machpela auf dem Feld Ephrons, gegenüber Mamre. Über ein Gespräch zwischen den Brüdern oder über ihre Beziehung zu diesem Zeitpunkt berichtet die Bibel nichts. Nach der schmerzhaften Trennung ihrer Jugend begegnen sie im Bericht dennoch noch einmal Seite an Seite am Grab ihres Vaters.

Abraham wird damit genau an dem Ort bestattet, den er viele Jahre zuvor nach Sarahs Tod rechtmäßig erworben hatte. Die Höhle Machpela war sein erster ausdrücklich als Eigentum festgehaltener Besitz im Land Kanaan gewesen. Dort hatte er Sarah begraben; nun wird auch er selbst dort beigesetzt. Das Land war ihm in umfassender Weise verheißen worden, doch am Ende seines Lebens besitzt er darin vor allem jene Grabstätte, in der sein Körper zur Ruhe gelegt wird.

Gerade dieser Umstand unterstreicht noch einmal die Spannung, die sein gesamtes Leben geprägt hatte. Abraham empfing große Verheißungen, sah aber nicht jede davon in ihrer endgültigen Gestalt erfüllt. Er erlebte Isaaks Geburt und sah die Fortsetzung seiner Familie, doch die angekündigte zahlreiche Nachkommenschaft, die Besitznahme des Landes und der Segen für alle Völker reichten weit über seine eigene Lebenszeit hinaus. Gottes Verheißungen waren deshalb größer als die Jahre des Mannes, der sie empfing.

Mit Abrahams Tod endet jedoch nicht der Bund, den Gott mit ihm geschlossen hatte. Unmittelbar nach der Bestattung richtet die Genesis den Blick auf Isaak und erklärt, dass Gott nach Abrahams Tod seinen Sohn Isaak segnete. Genau darin wird sichtbar, dass die Geschichte Gottes nicht an die Lebensdauer seines Dieners gebunden ist. Abraham stirbt, doch Gottes Wort bleibt bestehen und die verheißene Linie geht weiter.

Isaak wohnt anschließend beim Brunnen Beer-Lachai-Roi, einem Ort, der bereits mit Gottes Begegnung mit Hagar verbunden gewesen war. Die Erzählung verlagert damit ihren Schwerpunkt endgültig auf die nächste Generation. Abraham, der einst kinderlos in Kanaan gelebt hatte, hinterlässt nun einen Sohn, über den Gottes Bund weitergeführt wird, und zahlreiche weitere Nachkommen.

Sein irdisches Leben ist abgeschlossen, seine biblische Bedeutung jedoch noch nicht. Spätere Geschichtsbücher, Psalmen und Propheten werden an Abraham erinnern; Jesus wird von ihm sprechen, und die Apostel werden seinen Glauben und die ihm gegebenen Verheißungen ausführlich auslegen. Erst diese späteren Rückblicke machen vollständig sichtbar, welchen Platz Abraham im Gesamtzeugnis der Schrift und in der Heilsgeschichte bis hin zu Christus einnimmt.

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Gott erinnert sich an seinen Bund mit Abraham

2. Mose 2,23-25 – „23 Aber viele Tage darnach starb der König in Ägypten. Und die Kinder Israel seufzten über ihre Knechtschaft und schrieen. Und ihr Geschrei über ihre Knechtschaft kam vor Gott. 24 Und Gott erhörte ihr Wehklagen, und Gott gedachte an seinen Bund mit Abraham, Isaak und Jakob. 25 Und Gott sah die Kinder Israel an, und Gott nahm Kenntnis davon."
2. Mose 2,23-25 – „23 Aber viele Tage darnach starb der König in Ägypten. Und die Kinder Israel seufzten über ihre Knechtschaft und schrieen. Und ihr Geschrei über ihre Knechtschaft kam vor Gott. 24 Und Gott erhörte ihr Wehklagen, und Gott gedachte an seinen Bund mit Abraham, Isaak und Jakob. 25 Und Gott sah die Kinder Israel an, und Gott nahm Kenntnis davon."
2. Mose 3,6-8 – „6 Und er sprach: Ich bin der Gott deines Vaters, der Gott Abrahams, der Gott Isaaks und der Gott Jakobs! Da verdeckte Mose sein Angesicht; denn er fürchtete sich, Gott anzuschauen. 7 Und der HERR sprach: Ich habe das Elend meines Volkes in Ägypten angesehen und habe ihr Geschrei gehört über die, welche sie treiben; ja ich kenne ihre Schmerzen; 8 und ich bin herabgefahren, daß ich sie errette von …"
2. Mose 6,2-8 – „2 Und Gott redete mit Mose und sprach zu ihm: Ich bin der HERR; 3 ich bin Abraham, Isaak und Jakob erschienen als der allmächtige Gott; aber nach meinem Namen «HERR» habe ich mich ihnen nicht geoffenbart. 4 Auch habe ich meinen Bund mit ihnen aufgerichtet, daß ich ihnen das Land Kanaan geben will, das Land ihrer Pilgrimschaft, darin sie Fremdlinge gewesen sind. 5 Und ich habe auch das Seufzen der…"

Jahrhunderte nach Abrahams Tod befindet sich seine Nachkommenschaft in einer Lage, die der Verheißung scheinbar völlig widerspricht. Die Israeliten leben in Ägypten unter schwerer Knechtschaft und schreien wegen ihrer Arbeit zu Gott. Gerade an diesem Punkt nennt der Exodus Abraham erneut: Gott hört ihr Seufzen und „gedachte an seinen Bund mit Abraham, Isaak und Jakob“. Abrahams persönliche Lebensgeschichte ist längst beendet, doch der Bund, den Gott mit ihm geschlossen hatte, ist nicht vergangen.

Wenn die Bibel sagt, Gott habe seines Bundes „gedacht“, bedeutet das nicht, dass er ihn zuvor vergessen hätte. Im biblischen Sprachgebrauch führt dieses Gedenken zum Handeln: Gott nimmt die Not seines Volkes wahr und beginnt, das früher zugesagte Wort geschichtlich zu erfüllen. Genau das hatte er Abraham bereits in 1. Mose 15 angekündigt. Seine Nachkommen würden als Fremde in einem anderen Land leben, dort bedrückt werden und schließlich von Gott herausgeführt werden. Was Abraham damals nur als Verheißung gehört hatte, wird nun Generationen später Wirklichkeit.

Als Gott Mose am brennenden Busch begegnet, stellt er sich deshalb nicht als unbekannter Gott vor. Er bezeichnet sich als den Gott seines Vaters, den Gott Abrahams, den Gott Isaaks und den Gott Jakobs. Die Verbindung zu den Patriarchen bildet den Hintergrund für das, was nun geschehen soll. Derselbe Gott, der Abraham gerufen und ihm Nachkommenschaft und Land zugesagt hatte, erklärt Mose, dass er das Elend seines Volkes gesehen und sein Geschrei gehört habe. Er ist herabgekommen, um es aus der Hand der Ägypter zu erretten.

Damit erhält Abrahams Geschichte eine neue Dimension. Während seines eigenen Lebens hatte er das Land Kanaan nur als Fremdling bewohnt. Nun kündigt Gott an, die aus seinen Nachkommen entstandene Gemeinschaft aus Ägypten herauszuführen und in dieses Land zu bringen. Die Verheißung war also nie auf die Lebensspanne Abrahams begrenzt. Gottes Treue erstreckt sich über Generationen, auch wenn diejenigen, die die Zusage zuerst empfangen haben, ihre umfassende Erfüllung nicht mehr erleben.

Noch deutlicher wird dieser Zusammenhang, als Gott später erneut zu Mose spricht. Er erinnert daran, dass er Abraham, Isaak und Jakob erschienen war und seinen Bund mit ihnen aufgerichtet hatte, ihnen das Land Kanaan zu geben, in dem sie als Fremdlinge lebten. Unmittelbar danach verbindet Gott diese alte Zusage mit Israels gegenwärtiger Not: Er hat das Seufzen der Israeliten gehört und seines Bundes gedacht. Darum will er sie aus der ägyptischen Last herausführen, erlösen und als sein Volk annehmen.

Dabei wird deutlich, dass der Exodus nicht als isolierte Rettungsgeschichte verstanden werden soll. Gottes Eingreifen in Ägypten steht in einer Linie mit seinem Handeln an Abraham. Der Auszug, die Beziehung Gottes zu Israel und die spätere Landgabe wurzeln in Verheißungen, deren Ursprung weit zurückliegt. Abraham hatte diese Entwicklungen nicht selbst herbeigeführt; er hatte Gottes Wort empfangen und geglaubt. Die geschichtliche Erfüllung liegt nun in Gottes Händen.

Gerade deshalb steht Gottes Name im Zentrum. Er erklärt Israel: „Ich bin der HERR“ und verbindet diese Selbstoffenbarung mit der Zusage, sein Volk aus der Knechtschaft zu führen. Der Bund mit Abraham war nie lediglich eine Vereinbarung über menschliche Abstammung oder geografischen Besitz. Gott hatte Abraham zugesagt, der Gott seiner Nachkommen zu sein. Im Exodus beginnt diese Bundesbeziehung nun an einer ganzen Volksgemeinschaft sichtbar zu werden.

Der spätere Rückblick auf Abraham legt damit einen neuen Schwerpunkt auf sein Leben. Nicht nur Abrahams Glaube ist erinnerungswürdig; noch grundlegender ist die Treue des Gottes, dem er glaubte. Abraham stirbt, Isaak stirbt, Jakob stirbt, Generationen vergehen – doch Gottes Wort verliert dadurch nichts von seiner Gültigkeit. Was er Abraham zugesagt hatte, trägt die Geschichte weiter.

So wird Abraham im Exodus zu einem Zeugen dafür, dass göttliche Verheißungen größere Zeiträume umfassen können als ein einzelnes Menschenleben. Seine Geschichte war mit seinem Begräbnis in Machpela nicht abgeschlossen, weil Gottes Bund weiterbestand. Von nun an erinnert die Schrift immer wieder an Abraham, wenn sie Gottes Treue zu seinem Volk beschreibt – und spätere Propheten werden diese Erinnerung sogar mit der besonderen Bezeichnung verbinden, dass Abraham Gottes Freund war.

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Abraham wird Freund Gottes genannt

Jesaja 41,8-10 – „8 Du aber, Israel, mein Knecht, Jakob, mein Auserwählter, du Same Abrahams, meines Freundes; 9 welchen ich von den Enden der Erde genommen und aus ihren Winkeln berufen und zu dem ich gesprochen habe: Du bist mein Knecht, ich habe dich auserwählt und verwerfe dich nicht; 10 fürchte dich nicht; denn ich bin mit dir; sei nicht ängstlich, denn ich bin dein Gott; ich stärke dich, ich helfe dir auch, …"
Jesaja 41,8-10 – „8 Du aber, Israel, mein Knecht, Jakob, mein Auserwählter, du Same Abrahams, meines Freundes; 9 welchen ich von den Enden der Erde genommen und aus ihren Winkeln berufen und zu dem ich gesprochen habe: Du bist mein Knecht, ich habe dich auserwählt und verwerfe dich nicht; 10 fürchte dich nicht; denn ich bin mit dir; sei nicht ängstlich, denn ich bin dein Gott; ich stärke dich, ich helfe dir auch, …"
2. Chronik 20,7 – „7 Hast nicht du, unser Gott, die Einwohner dieses Landes vor deinem Volk Israel vertrieben und hast es dem Samen Abrahams, deines Freundes, gegeben, auf ewige Zeiten?"
Jakobus 2,23 – „23 und so erfüllte sich die Schrift, die da spricht: «Abraham hat Gott geglaubt, und das wurde ihm zur Gerechtigkeit gerechnet», und er ist «Freund Gottes» genannt worden."

Lange nach Abrahams Tod erscheint sein Name nicht nur als Erinnerung an einen Vorfahren oder Empfänger des Bundes. Die spätere Schrift beschreibt seine Beziehung zu Gott mit einer außergewöhnlichen Bezeichnung: Abraham wird Gottes Freund genannt. Damit erhält sein Lebensweg im Rückblick eine persönliche Tiefe, die über Abstammung und Landverheißung hinausführt. Der Mann, der Gottes Ruf folgte, mit ihm sprach, vor ihm für Sodom eintrat und lernte, seinem Wort zu vertrauen, bleibt in der biblischen Erinnerung als jemand bestehen, dessen Leben von einer besonderen Beziehung zu Gott geprägt war.

Im zweiten Buch der Chronik greift König Josaphat diese Verbindung in einem Gebet auf. Als Juda von einer großen feindlichen Macht bedroht wird, erinnert er Gott an dessen früheres Handeln und fragt, ob nicht er selbst die Bewohner des Landes vor seinem Volk vertrieben und es den Nachkommen Abrahams, seines Freundes, gegeben habe. Abraham wird hier innerhalb eines Gebets genannt, das sich auf Gottes Bundestreue beruft. Seine Bedeutung liegt nicht darin, dass spätere Generationen sich auf menschliche Verdienste Abrahams berufen könnten, sondern darin, dass der Gott Abrahams seinem eigenen Wort treu geblieben ist.

Noch deutlicher erscheint diese Sprache beim Propheten Jesaja. Gott spricht zu Israel als dem Nachkommen Abrahams, seines Freundes, und erinnert daran, dass er sein Volk erwählt und nicht verworfen hat. Die Aussage steht in einem Abschnitt, in dem Gott seinem bedrängten Volk zusichert, es nicht zu verlassen. „Fürchte dich nicht“, lautet die Botschaft, denn Gott ist mit ihm, stärkt es und hält es mit seiner rechten Hand. Die Erinnerung an Abraham wird dadurch zu einer Erinnerung an die Beständigkeit göttlicher Erwählung und Treue.

Diese Bezeichnung darf jedoch nicht so verstanden werden, als habe Abraham aufgrund eigener moralischer Vollkommenheit einen besonderen Rang bei Gott verdient. Seine gesamte Lebensgeschichte widerspricht einer solchen Vorstellung. Er glaubte und gehorchte, aber er handelte auch aus Furcht, täuschte zweimal über seine Ehe mit Sarah und ließ sich auf den Versuch mit Hagar ein, die Verheißung auf menschlichem Weg herbeizuführen. Dass die Schrift ihn dennoch Gottes Freund nennt, kann deshalb nicht auf einem fehlerlosen Lebenslauf beruhen.

Der Jakobusbrief verbindet diese Bezeichnung ausdrücklich mit dem Glauben, der in Abrahams Leben wirksam wurde. Nachdem Jakobus auf Abrahams Bereitschaft verweist, Isaak auf dem Altar darzubringen, erinnert er an 1. Mose 15,6: Abraham glaubte Gott, und es wurde ihm zur Gerechtigkeit gerechnet. Dann fügt Jakobus hinzu, dass Abraham „ein Freund Gottes“ genannt wurde. Der spätere Titel steht damit in derselben Linie wie die zentrale Aussage der Genesis über seinen Glauben.

Jakobus stellt dabei Glauben und Gehorsam nicht als konkurrierende Wege zu Gott gegenüber. Er erklärt vielmehr, dass Abrahams Glaube mit seinen Werken zusammenwirkte und durch sein Handeln zur Reife kam. Der Glaube, der ihm bereits lange vor der Prüfung Isaaks zur Gerechtigkeit gerechnet worden war, blieb nicht ohne sichtbare Folgen. Die spätere Tat erschuf nicht rückwirkend seine Rechtfertigung, sondern offenbarte, wohin sein Vertrauen auf Gott im Verlauf seines Lebens gereift war.

Gerade diese Verbindung erklärt, warum der Titel „Freund Gottes“ Abrahams Geschichte so treffend verdichtet. Freundschaft mit Gott bedeutet in seinem Leben keine Gleichrangigkeit mit dem Schöpfer und keine Vertraulichkeit ohne Ehrfurcht. Abraham fällt vor Gott auf sein Angesicht, nennt sich Staub und Asche und empfängt Korrektur. Zugleich hört er Gottes Wort, spricht mit ihm, vertraut seinen Zusagen und richtet sein Leben immer wieder neu danach aus. Nähe zu Gott und Unterordnung unter Gott gehören in seiner Geschichte zusammen.

Auch die Initiative dieser Beziehung bleibt bei Gott. Gott suchte nicht deshalb Gemeinschaft mit Abraham, weil dieser sich zuerst aus eigener Kraft zu einem außergewöhnlichen Glaubensmenschen entwickelt hatte. Gott rief ihn aus seiner Herkunft heraus, erschien ihm, gab ihm Verheißungen, schloss seinen Bund mit ihm und führte ihn durch Jahrzehnte des Lernens. Abrahams Antwort war wirklicher Glaube und wirklicher Gehorsam, doch beides entstand innerhalb einer Geschichte, die mit Gottes Ruf und Gnade begonnen hatte.

So fügt die spätere Schrift Abrahams Lebensbild einen wichtigen Akzent hinzu. Er ist Vater vieler Völker und Empfänger der Verheißung, doch seine bleibende Bedeutung erschöpft sich nicht in Genealogie. Er wird als Freund Gottes erinnert, weil sein Glaube auf den Gott gerichtet war, der ihn gerufen hatte. Das Neue Testament wird diesen Glauben nun noch umfassender auslegen und zeigen, warum Abraham nicht nur für seine leiblichen Nachkommen, sondern für alle Glaubenden zu einer entscheidenden biblischen Gestalt geworden ist.

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Die Verheißung an Abraham führt zu Christus

Galater 3,8-18 – „8 Da es nun die Schrift voraussah, daß Gott die Heiden aus Glauben rechtfertigen würde, hat sie dem Abraham zum voraus das Evangelium verkündigt: «In dir sollen alle Völker gesegnet werden.» 9 So werden nun die, welche aus dem Glauben sind, gesegnet mit dem gläubigen Abraham. 10 Denn alle, die aus Gesetzeswerken sind, die sind unter dem Fluch; denn es steht geschrieben: «Verflucht ist jeder, der …" Galater 3,8-18 – „8 Da es nun die Schrift voraussah, daß Gott die Heiden aus Glauben rechtfertigen würde, hat sie dem Abraham zum voraus das Evangelium verkündigt: «In dir sollen alle Völker gesegnet werden.» 9 So werden nun die, welche aus dem Glauben sind, gesegnet mit dem gläubigen Abraham. 10 Denn alle, die aus Gesetzeswerken sind, die sind unter dem Fluch; denn es steht geschrieben: «Verflucht ist jeder, der …" Galater 3,26-29 – „26 denn ihr alle seid Gottes Kinder durch den Glauben, in Christus Jesus; 27 denn so viele von euch in Christus getauft sind, die haben Christus angezogen. 28 Da ist weder Jude noch Grieche, da ist weder Knecht noch Freier, da ist weder Mann noch Weib; denn ihr seid alle einer in Christus Jesus. 29 Gehört ihr aber Christus an, so seid ihr…

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Abraham wird Vater aller Glaubenden genannt

Römer 4,9-17 – „9 Gilt nun diese Seligpreisung den Beschnittenen oder auch den Unbeschnittenen? Wir sagen ja, daß dem Abraham der Glaube als Gerechtigkeit angerechnet worden sei. 10 Wie wurde er ihm nun angerechnet? Als er beschnitten oder als er noch unbeschnitten war? Nicht als er beschnitten, sondern als er noch unbeschnitten war! 11 Und er empfing das Zeichen der Beschneidung als Siegel der Gerechtigkeit des…" Römer 4,9-17 – „9 Gilt nun diese Seligpreisung den Beschnittenen oder auch den Unbeschnittenen? Wir sagen ja, daß dem Abraham der Glaube als Gerechtigkeit angerechnet worden sei. 10 Wie wurde er ihm nun angerechnet? Als er beschnitten oder als er noch unbeschnitten war? Nicht als er beschnitten, sondern als er noch unbeschnitten war! 11 Und er empfing das Zeichen der Beschneidung als Siegel der Gerechtigkeit des…" Römer 4,18-25 – „18 Er hat gegen alle Hoffnung auf Hoffnung hin geglaubt, daß er ein Vater vieler Völker werde, wie zu ihm gesagt worden war: «Also soll dein Same sein!» 19 Und er wurde nicht schwach im Glauben, so daß er seinen schon erstorbenen Leib in Betracht gezogen hätte, weil er schon hundertjährig war; auch nicht den erstorbenen Mutterleib der Sara. 20 …

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Jesus verbindet Abraham mit seinem eigenen Kommen

Johannes 8,52-59 – „52 Da sprachen die Juden zu ihm: Jetzt erkennen wir, daß du einen Dämon hast! Abraham ist gestorben und die Propheten, und du sagst: Wenn jemand mein Wort bewahrt, so wird er den Tod nicht schmecken in Ewigkeit. 53 Bist du größer als unser Vater Abraham, welcher gestorben ist? Und die Propheten sind auch gestorben. Was machst du aus dir selbst? 54 Jesus antwortete: Wenn ich mich selbst ehre, so i…" Johannes 8,52-59 – „52 Da sprachen die Juden zu ihm: Jetzt erkennen wir, daß du einen Dämon hast! Abraham ist gestorben und die Propheten, und du sagst: Wenn jemand mein Wort bewahrt, so wird er den Tod nicht schmecken in Ewigkeit. 53 Bist du größer als unser Vater Abraham, welcher gestorben ist? Und die Propheten sind auch gestorben. Was machst du aus dir selbst? 54 Jesus antwortete: Wenn ich mich selbst ehre, so i…" Johannes 8,31-40 – „31 Da sprach Jesus zu den Juden, die an ihn gläubig geworden waren: Wenn ihr in meinem Worte bleibet, so seid ihr wahrhaftig meine Jünger, 32 und ihr werdet die Wahrheit erkennen, und die Wahrheit wird euch frei machen! 33 Sie antworteten ihm: Wir sind Abrahams Same und sind nie jemandes Knechte gewesen; wie sprichst du denn: Ihr sol…

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Abraham lebte als Fremdling in Erwartung einer besseren Heimat

Hebräer 11,8-16 – „8 Durch Glauben gehorchte Abraham, als er berufen wurde, nach einem Ort auszuziehen, den er zum Erbteil empfangen sollte; und er zog aus, ohne zu wissen, wohin er komme. 9 Durch Glauben siedelte er sich im Lande der Verheißung an, als in einem fremden, und wohnte in Zelten mit Isaak und Jakob, den Miterben derselben Verheißung; 10 denn er wartete auf die Stadt, welche die Grundfesten hat, deren B…" Hebräer 11,8-16 – „8 Durch Glauben gehorchte Abraham, als er berufen wurde, nach einem Ort auszuziehen, den er zum Erbteil empfangen sollte; und er zog aus, ohne zu wissen, wohin er komme. 9 Durch Glauben siedelte er sich im Lande der Verheißung an, als in einem fremden, und wohnte in Zelten mit Isaak und Jakob, den Miterben derselben Verheißung; 10 denn er wartete auf die Stadt, welche die Grundfesten hat, deren B…" 1. Mose 12,7-8 – „7 Da erschien der HERR dem Abram und sprach: Deinem Samen will ich dies Land geben! Und er baute daselbst einen Altar dem HERRN, der ihm erschienen war. 8 Von da rückte er weiter vor aufs Gebirge, östlich von Bethel, und schlug sein Zelt also auf, daß er Bethel im Westen und Ai im Osten hatte; und er baute daselbst dem HERRN einen Altar …

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Jesus verbindet Abraham mit der Auferstehung

Matthäus 22,31-32 – „31 Was aber die Auferstehung der Toten betrifft, habt ihr nicht gelesen, was euch von Gott gesagt ist, der da spricht: 32 «Ich bin der Gott Abrahams und der Gott Isaaks und der Gott Jakobs»? Er ist aber nicht ein Gott der Toten, sondern der Lebendigen." Matthäus 22,31-32 – „31 Was aber die Auferstehung der Toten betrifft, habt ihr nicht gelesen, was euch von Gott gesagt ist, der da spricht: 32 «Ich bin der Gott Abrahams und der Gott Isaaks und der Gott Jakobs»? Er ist aber nicht ein Gott der Toten, sondern der Lebendigen." Lukas 20,34-38 – „34 Und Jesus antwortete ihnen: Die Kinder dieser Weltzeit freien und lassen sich freien; 35 welche aber gewürdigt werden, jene Weltzeit zu erlangen und die Auferstehung von den Toten, die werden weder freien noch sich freien lassen, 36 denn sie können auch nicht mehr sterben; denn sie sind den Engeln gleich und Söhne Gottes, da sie Söhne der Auferstehung sind. 37 Daß aber die Toten auferstehen, h…" 2. Mose 3,6 – „6 Und er sprach: Ich bin der Gott deines Vaters, der Gott Abrahams, der Gott Isaaks und der Gott Jakobs! Da verdeckte Mose sein Angesicht; denn er fürchtete sich, Gott anzuschauen." Jahrhunderte nach Abrahams Tod g…

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Gott erinnert Isaak an Abrahams Gehorsam

1. Mose 26,2-5 – „2 Da erschien ihm der HERR und sprach: Reise nicht nach Ägypten hinab, sondern bleib in dem Lande, das ich dir sage! 3 Sei ein Fremdling in diesem Lande, und ich will mit dir sein und dich segnen; denn dir und deinem Samen will ich dieses ganze Land geben und will den Eid bestätigen, den ich deinem Vater Abraham geschworen habe, 4 und will deinen Samen mehren wie die Sterne des Himmels und will d…" 1. Mose 26,2-5 – „2 Da erschien ihm der HERR und sprach: Reise nicht nach Ägypten hinab, sondern bleib in dem Lande, das ich dir sage! 3 Sei ein Fremdling in diesem Lande, und ich will mit dir sein und dich segnen; denn dir und deinem Samen will ich dieses ganze Land geben und will den Eid bestätigen, den ich deinem Vater Abraham geschworen habe, 4 und will deinen Samen mehren wie die Sterne des Himmels und will d…" 1. Mose 26,23-25 – „23 Von dort zog er hinauf nach Beerseba. 24 Und der HERR erschien ihm in derselben Nacht und sprach: Ich bin der Gott deines Vaters Abraham. Fürchte dich nicht! Denn ich bin mit dir, und ich will dich segnen und deinen Samen mehren um Abrahams, meines Knechtes, willen. 25 Da baute er einen Altar daselbst und rief den Namen des HERRN an u…

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Gottes Eid an Abraham wird zur Gewissheit der Hoffnung

Hebräer 6,13-20 – „13 Denn als Gott dem Abraham die Verheißung gab, schwur er, da er bei keinem Größeren schwören konnte, bei sich selbst 14 und sprach: «Wahrlich, ich will dich reichlich segnen und mächtig vermehren!» 15 Und da er sich so geduldete, erlangte er die Verheißung. 16 Menschen schwören ja bei dem Größeren, und für sie ist der Eid das Ende alles Widerspruchs und dient als Bürgschaft. 17 Darum ist Gott, …" Hebräer 6,13-20 – „13 Denn als Gott dem Abraham die Verheißung gab, schwur er, da er bei keinem Größeren schwören konnte, bei sich selbst 14 und sprach: «Wahrlich, ich will dich reichlich segnen und mächtig vermehren!» 15 Und da er sich so geduldete, erlangte er die Verheißung. 16 Menschen schwören ja bei dem Größeren, und für sie ist der Eid das Ende alles Widerspruchs und dient als Bürgschaft. 17 Darum ist Gott, …" 1. Mose 22,15-18 – „15 Und der Engel des HERRN rief Abraham zum zweitenmal vom Himmel 16 und sprach: Ich habe bei mir selbst geschworen, spricht der HERR, weil du solches getan und deines einzigen Sohnes nicht verschont hast, 17 will ich dich gewiß segnen und deinen Samen mächtig mehren, wie die Sterne am Himmel und wie den Sand am Rande des Meeres, und d…

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Abraham und Melchisedek weisen auf den höheren Priester hin

Hebräer 7,1-10 – „1 Denn dieser Melchisedek (König zu Salem, Priester Gottes, des Allerhöchsten, der Abraham entgegenkam, als er von der Niederwerfung der Könige zurückkehrte, und ihn segnete, 2 dem auch Abraham den Zehnten von allem gab, der zunächst, wenn man [seinen Namen] übersetzt, «König der Gerechtigkeit» heißt, dann aber auch «König von Salem», das heißt König des Friedens, 3 ohne Vater, ohne Mutter, ohne …" Hebräer 7,1-10 – „1 Denn dieser Melchisedek (König zu Salem, Priester Gottes, des Allerhöchsten, der Abraham entgegenkam, als er von der Niederwerfung der Könige zurückkehrte, und ihn segnete, 2 dem auch Abraham den Zehnten von allem gab, der zunächst, wenn man [seinen Namen] übersetzt, «König der Gerechtigkeit» heißt, dann aber auch «König von Salem», das heißt König des Friedens, 3 ohne Vater, ohne Mutter, ohne …" 1. Mose 14,18-20 – „18 Aber Melchisedek, der König von Salem, brachte Brot und Wein herbei. Und er war ein Priester Gottes, des Allerhöchsten. 19 Und er segnete ihn und sprach: Gesegnet sei Abram vom allerhöchsten Gott, dem Besitzer des Himmels und der Erde. 20 Und gelobt sei Gott, der Allerhöchste, der deine Feinde in deine Hand geliefert hat! Und Abram ga…

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Das Neue Testament beginnt mit Abraham und führt zu Jesus

Matthäus 1,1-17 – „1 Geschlechtsregister Jesu Christi, des Sohnes Davids, des Sohnes Abrahams. 2 Abraham zeugte den Isaak, Isaak zeugte den Jakob, Jakob zeugte den Juda und seine Brüder, 3 Juda zeugte den Phares und den Zara mit der Tamar, Phares zeugte den Esrom, Esrom zeugte den Aram, 4 Aram zeugte den Aminadab, Aminadab zeugte den Nahasson, Nahasson zeugte den Salmon, 5 Salmon zeugte den Boas mit der Rahab, Boas…" Matthäus 1,1-17 – „1 Geschlechtsregister Jesu Christi, des Sohnes Davids, des Sohnes Abrahams. 2 Abraham zeugte den Isaak, Isaak zeugte den Jakob, Jakob zeugte den Juda und seine Brüder, 3 Juda zeugte den Phares und den Zara mit der Tamar, Phares zeugte den Esrom, Esrom zeugte den Aram, 4 Aram zeugte den Aminadab, Aminadab zeugte den Nahasson, Nahasson zeugte den Salmon, 5 Salmon zeugte den Boas mit der Rahab, Boas…" Lukas 3,23-34 – „23 Und Jesus war ungefähr dreißig Jahre alt, als er anfing zu lehren; und war, wie man meinte, ein Sohn Josephs, 24 welcher war des Eli, des Matthat, des Levi, des Melchi, des Janna, des Joseph, 25 des Mattathias, des Amos, des Nahum, des Esli, des Nangai, 26 des Maath, des Mattathias, des Semei, des Joseph, des Juda, 27 des Johanan, des …

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Nicht die Abstammung allein macht zu Abrahams Kindern

Römer 9,6-9 – „6 Nicht aber, als ob das Wort Gottes nun hinfällig wäre! Denn nicht alle, die von Israel abstammen, sind Israel; 7 auch sind nicht alle, weil sie Abrahams Same sind, seine Kinder, sondern «in Isaak soll dir ein Same berufen werden»; 8 das heißt: Nicht die Kinder des Fleisches sind Kinder Gottes, sondern die Kinder der Verheißung werden als Same gerechnet. 9 Denn das ist ein Wort der Verheißung: «…" Römer 9,6-9 – „6 Nicht aber, als ob das Wort Gottes nun hinfällig wäre! Denn nicht alle, die von Israel abstammen, sind Israel; 7 auch sind nicht alle, weil sie Abrahams Same sind, seine Kinder, sondern «in Isaak soll dir ein Same berufen werden»; 8 das heißt: Nicht die Kinder des Fleisches sind Kinder Gottes, sondern die Kinder der Verheißung werden als Same gerechnet. 9 Denn das ist ein Wort der Verheißung: «…" Matthäus 3,7-10 – „7 Als er aber viele von den Pharisäern und Sadduzäern zu seiner Taufe kommen sah, sprach er zu ihnen: Schlangenbrut, wer hat euch unterwiesen, dem zukünftigen Zorn zu entfliehen? 8 So bringet nun Frucht, die der Buße würdig ist! 9 Und denket nicht bei euch selbst, sagen zu können: Wir haben Abraham zum Vater. Denn ich sage euch, Gott vermag dem…

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Abraham im Gleichnis vom reichen Mann und Lazarus

Lukas 16,19-31 – „19 Es war aber ein reicher Mann, der kleidete sich in Purpur und kostbare Leinwand und lebte alle Tage herrlich und in Freuden. 20 Ein Armer aber, namens Lazarus, lag vor dessen Tür, voller Geschwüre, 21 und begehrte, sich zu sättigen von dem, was von des Reichen Tische fiel; und es kamen sogar Hunde und leckten seine Geschwüre. 22 Es begab sich aber, daß der Arme starb und von den Engeln in Abra…" Lukas 16,19-31 – „19 Es war aber ein reicher Mann, der kleidete sich in Purpur und kostbare Leinwand und lebte alle Tage herrlich und in Freuden. 20 Ein Armer aber, namens Lazarus, lag vor dessen Tür, voller Geschwüre, 21 und begehrte, sich zu sättigen von dem, was von des Reichen Tische fiel; und es kamen sogar Hunde und leckten seine Geschwüre. 22 Es begab sich aber, daß der Arme starb und von den Engeln in Abra…" Lukas 16,14-15 – „14 Das alles hörten aber auch die Pharisäer, die waren geldgierig und verspotteten ihn. 15 Und er sprach zu ihnen: Ihr seid es, die sich selbst rechtfertigen vor den Menschen, aber Gott kennt eure Herzen; denn was bei den Menschen hoch angesehen ist, das ist ein Greuel vor Gott." Jesus verwendet Abraham noch einmal in einem Gleichnis, das …

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Die Propheten erinnern an Gottes Treue zu Abraham

Micha 7,18-20 – „18 Wer ist, o Gott, wie du, der die Sünde vergibt und dem Rest seines Erbteils die Übertretung erläßt, der seinen Zorn nicht allzeit festhält, sondern Lust an der Gnade hat? 19 Er wird sich unser wieder erbarmen, unsere Bosheit bezwingen. Und du wirst alle ihre Sünden in die Tiefe des Meeres werfen! 20 Du wirst Jakob treulich geben und Abraham gnädig halten, was du unsern Vätern vorlängst geschwo…" Micha 7,18-20 – „18 Wer ist, o Gott, wie du, der die Sünde vergibt und dem Rest seines Erbteils die Übertretung erläßt, der seinen Zorn nicht allzeit festhält, sondern Lust an der Gnade hat? 19 Er wird sich unser wieder erbarmen, unsere Bosheit bezwingen. Und du wirst alle ihre Sünden in die Tiefe des Meeres werfen! 20 Du wirst Jakob treulich geben und Abraham gnädig halten, was du unsern Vätern vorlängst geschwo…" Jesaja 51,1-3 – „1 Höret mir zu, ihr, die ihr der Gerechtigkeit nachjagt, ihr, die ihr den HERRN suchet. Sehet auf den Felsen, aus dem ihr gehauen, und auf die Brunnenhöhle, daraus ihr gegraben seid! 2 Sehet auf Abraham, euren Vater, und auf Sarah, welche euch geboren hat; denn als Einzelnen habe ich ihn berufen und ihn gesegnet und gemehrt. 3 Denn der HERR t…

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Jesus nennt Menschen Kinder Abrahams

Lukas 13,10-17 – „10 Er lehrte aber in einer der Synagogen am Sabbat. 11 Und siehe, da war eine Frau, die seit achtzehn Jahren einen Geist der Krankheit hatte, und sie war verkrümmt und konnte sich gar nicht aufrichten. 12 Als nun Jesus sie sah, rief er sie zu sich und sprach zu ihr: Weib, du bist erlöst von deiner Krankheit! 13 Und er legte ihr die Hände auf, und sie wurde sogleich gerade und pries Gott. 14 Da wa…" Lukas 13,10-17 – „10 Er lehrte aber in einer der Synagogen am Sabbat. 11 Und siehe, da war eine Frau, die seit achtzehn Jahren einen Geist der Krankheit hatte, und sie war verkrümmt und konnte sich gar nicht aufrichten. 12 Als nun Jesus sie sah, rief er sie zu sich und sprach zu ihr: Weib, du bist erlöst von deiner Krankheit! 13 Und er legte ihr die Hände auf, und sie wurde sogleich gerade und pries Gott. 14 Da wa…" Lukas 19,1-10 – „1 Und er ging hinein und zog durch Jericho. 2 Und siehe, da war ein Mann, genannt Zachäus, ein Oberzöllner, und der war reich. 3 Und er begehrte, Jesus zu sehen, wer er sei, und konnte es nicht wegen der Volksmenge; denn er war klein von Person. 4 Da lief er voraus und stieg auf einen Maulbeerbaum, damit er ihn sähe; denn dort sollte er vor…

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Paulus deutet Hagar und Sarah als zwei heilsgeschichtliche Wege

Galater 4,21-31 – „21 Saget mir, die ihr unter dem Gesetz sein wollt: höret ihr das Gesetz nicht? 22 Es steht doch geschrieben, daß Abraham zwei Söhne hatte, einen von der Sklavin, den andern von der Freien. 23 Der von der Sklavin war nach dem Fleisch geboren, der von der Freien aber kraft der Verheißung. 24 Das hat einen bildlichen Sinn: Es sind zwei Bündnisse; das eine von dem Berge Sinai, das zur Knechtschaft ge…" Galater 4,21-31 – „21 Saget mir, die ihr unter dem Gesetz sein wollt: höret ihr das Gesetz nicht? 22 Es steht doch geschrieben, daß Abraham zwei Söhne hatte, einen von der Sklavin, den andern von der Freien. 23 Der von der Sklavin war nach dem Fleisch geboren, der von der Freien aber kraft der Verheißung. 24 Das hat einen bildlichen Sinn: Es sind zwei Bündnisse; das eine von dem Berge Sinai, das zur Knechtschaft ge…" 1. Mose 16,1-4 – „1 Sarai aber, Abrams Weib, gebar ihm nicht; aber sie hatte eine ägyptische Magd, die hieß Hagar. 2 Und Sarai sprach zu Abram: Siehe doch, der HERR hat mich verschlossen, daß ich nicht gebären kann. Gehe doch zu meiner Magd, ob ich mich vielleicht aus ihr erbauen kann! Abram gehorchte Sarais Stimme. 3 Da nahm Sarai, Abrams Weib, ihre ägyp…

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Abraham schließt einen Bund bei Beerscheba

1. Mose 21,22-34 – „22 Zu derselben Zeit redete Abimelech und sein Feldhauptmann Pichol mit Abraham und sprach: Gott ist mit dir in allem, was du tust. 23 So schwöre mir nun hier bei Gott, daß du weder an mir, noch an meinen Kindern, noch an meinen Kindeskindern treulos handeln, sondern die Freundschaft, die ich dir bewiesen habe, auch an mir beweisen willst und an dem Lande, darinnen du ein Fremdling bist. 24 Da sp…" 1. Mose 21,22-34 – „22 Zu derselben Zeit redete Abimelech und sein Feldhauptmann Pichol mit Abraham und sprach: Gott ist mit dir in allem, was du tust. 23 So schwöre mir nun hier bei Gott, daß du weder an mir, noch an meinen Kindern, noch an meinen Kindeskindern treulos handeln, sondern die Freundschaft, die ich dir bewiesen habe, auch an mir beweisen willst und an dem Lande, darinnen du ein Fremdling bist. 24 Da sp…" Noch vor der großen Prüfung auf dem Berg Morija berichtet die Genesis von einem Ereignis bei Beerscheba, das einen weiteren Einblick in Abrahams Stellung im Land Kanaan gibt. Abimelech, der König, mit dem Abraham zuvor wegen Sarah in eine schwere Auseinandersetzung geraten war, kommt gemeinsam mit seinem Heerführer Pichol zu ihm. Der Anlass ist bemerken…

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Die Geburt Jesu erinnert an Gottes Verheißung an Abraham

Lukas 1,46-55 – „46 Und Maria sprach: Meine Seele erhebt den Herrn, 47 und mein Geist freut sich Gottes, meines Retters, 48 daß er angesehen hat die Niedrigkeit seiner Magd; denn siehe, von nun an werden mich selig preisen alle Geschlechter! 49 Denn Großes hat der Mächtige an mir getan, und heilig ist sein Name; 50 und seine Barmherzigkeit währt von Geschlecht zu Geschlecht über die, so ihn fürchten. 51 Er tat Mä…" Lukas 1,46-55 – „46 Und Maria sprach: Meine Seele erhebt den Herrn, 47 und mein Geist freut sich Gottes, meines Retters, 48 daß er angesehen hat die Niedrigkeit seiner Magd; denn siehe, von nun an werden mich selig preisen alle Geschlechter! 49 Denn Großes hat der Mächtige an mir getan, und heilig ist sein Name; 50 und seine Barmherzigkeit währt von Geschlecht zu Geschlecht über die, so ihn fürchten. 51 Er tat Mä…" Lukas 1,68-75 – „68 Gepriesen sei der Herr, der Gott Israels! Denn er hat sein Volk besucht und ihm Erlösung bereitet; 69 und hat uns aufgerichtet ein Horn des Heils im Hause seines Dieners David, 70 wie er verheißen hat durch den Mund seiner heiligen Propheten von alters her: 71 Errettung von unsern Feinden und aus der Hand aller, die uns hassen; 72 Barmherz…

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Mose beruft sich auf Gottes Eid an Abraham

2. Mose 32,7-14 – „7 Da sprach der HERR zu Mose: Geh, steig hinab; denn dein Volk, das du aus Ägypten geführt hast, hat Verderben angerichtet! 8 Sie sind eilends von dem Wege abgewichen, den ich ihnen geboten habe; sie haben sich ein gegossenes Kalb gemacht und haben es angebetet und ihm geopfert und gesagt: Das sind deine Götter, Israel, die dich aus Ägypten geführt haben! 9 Und der HERR sprach zu Mose: Ich habe d…" 2. Mose 32,7-14 – „7 Da sprach der HERR zu Mose: Geh, steig hinab; denn dein Volk, das du aus Ägypten geführt hast, hat Verderben angerichtet! 8 Sie sind eilends von dem Wege abgewichen, den ich ihnen geboten habe; sie haben sich ein gegossenes Kalb gemacht und haben es angebetet und ihm geopfert und gesagt: Das sind deine Götter, Israel, die dich aus Ägypten geführt haben! 9 Und der HERR sprach zu Mose: Ich habe d…" 5. Mose 9,25-29 – „25 Als ich nun vor dem HERRN niederfiel jene vierzig Tage und vierzig Nächte lang (so lange lag ich da, weil der HERR gesagt hatte, er wolle euch vertilgen) 26 da bat ich den HERRN und sprach: Ach, Herr HERR, verdirb dein Volk und dein Erbteil nicht, das du durch deine große Kraft erlöst und mit mächtiger Hand aus Ägypten geführt hast! …

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Israels Berufung auf Abraham garantiert keinen Besitz

Hesekiel 33,23-29 – „23 Da erging das Wort des HERRN also an mich: 24 Menschensohn, die Bewohner dieser Ruinen im Lande Israel sagen also: «Abraham war nur ein einzelner Mann und hat das Land zum Besitz erhalten; unser aber sind viele, und uns ist das Land zum Erbe gegeben!» 25 Darum sprich zu ihnen: So spricht Gott, der HERR: Ihr habt mitsamt dem Blut gegessen; ihr habt eure Augen zu euren Götzen erhoben und habt Bl…" Hesekiel 33,23-29 – „23 Da erging das Wort des HERRN also an mich: 24 Menschensohn, die Bewohner dieser Ruinen im Lande Israel sagen also: «Abraham war nur ein einzelner Mann und hat das Land zum Besitz erhalten; unser aber sind viele, und uns ist das Land zum Erbe gegeben!» 25 Darum sprich zu ihnen: So spricht Gott, der HERR: Ihr habt mitsamt dem Blut gegessen; ihr habt eure Augen zu euren Götzen erhoben und habt Bl…" Jesaja 51,1-2 – „1 Höret mir zu, ihr, die ihr der Gerechtigkeit nachjagt, ihr, die ihr den HERRN suchet. Sehet auf den Felsen, aus dem ihr gehauen, und auf die Brunnenhöhle, daraus ihr gegraben seid! 2 Sehet auf Abraham, euren Vater, und auf Sarah, welche euch geboren hat; denn als Einzelnen habe ich ihn berufen und ihn gesegnet und gemehrt." Auch der…

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Gottes Verheißung an Abraham beruht nicht auf menschlichem Verdienst

5. Mose 9,4-6 – „4 Wenn sie nun der HERR, dein Gott, vor dir her ausgestoßen hat, so sprich nicht in deinem Herzen: Um meiner [eigenen] Gerechtigkeit willen hat der HERR mich hereingeführt, dieses Land einzunehmen, so doch der HERR diese Heiden wegen ihres gottlosen Wesens vor dir her vertreibt. 5 Denn nicht um deiner Gerechtigkeit und um deines aufrichtigen Herzens willen kommst du hinein, ihr Land einzunehmen, …" 5. Mose 9,4-6 – „4 Wenn sie nun der HERR, dein Gott, vor dir her ausgestoßen hat, so sprich nicht in deinem Herzen: Um meiner [eigenen] Gerechtigkeit willen hat der HERR mich hereingeführt, dieses Land einzunehmen, so doch der HERR diese Heiden wegen ihres gottlosen Wesens vor dir her vertreibt. 5 Denn nicht um deiner Gerechtigkeit und um deines aufrichtigen Herzens willen kommst du hinein, ihr Land einzunehmen, …" 5. Mose 7,7-9 – „7 Nicht darum, weil ihr zahlreicher wäret als alle Völker, hat der HERR Lust zu euch gehabt und euch erwählt; denn ihr seid das geringste unter allen Völkern; 8 sondern weil der HERR euch liebte und weil er den Eid halten wollte, den er euren Vätern geschworen, darum hat der HERR euch mit mächtiger Hand ausgeführt und dich von dem Diensthause…

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Zurück: Israels Berufung auf Abraham garantiert keinen Besitz Weiter: Zusammenfassung und Gebet

Zusammenfassung und Gebet

Abrahams Leben beginnt mit einem Ruf und endet mit einer Verheißung, die weit über sein eigenes Leben hinausreicht. Als Gott ihn aus seiner bisherigen Heimat herausruft, besitzt Abraham weder das verheißene Land noch den angekündigten Sohn noch die zahlreichen Nachkommen, von denen Gott spricht. Fast alles, was sein Leben prägen wird, liegt zunächst allein im Wort Gottes. Gerade darin liegt der Grundton seiner Geschichte: Abraham muss lernen, dem zu vertrauen, was Gott sagt, bevor er sieht, wie es Wirklichkeit wird. Die Bibel macht daraus keine Geschichte eines fehlerlosen Glaubenshelden. Abraham kann seine Heimat auf Gottes Wort hin verlassen und später aus Angst Sarah verleugnen. Er kann Gott glauben und dennoch gemeinsam mit Sarah versuchen, die Verheißung durch Hagar selbst herbeizuführen. Er kann mutig für Lot kämpfen und für Sodom eintreten, aber zugleich menschliche Sicherheiten suchen, wo Vertrauen nötig gewesen wäre. Gerade weil die Schrift diese Widersprüche nicht verbirgt, besitzt ihre spätere Bewertung seines Glaubens besonderes Gewicht. Gottes Treue bleibt dabei der beständige Mittelpunkt. Er lässt Abraham nicht fallen, wenn dieser versagt, sondern führt, korrigiert u…

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