Zungenrede oder Spracheingabe
Zungenrede biblisch verstehen: Gabe, Zweck und Ordnung
Mit „Zungenrede“ beziehungsweise „Sprachengabe“ beschreibt die Bibel ein vom Heiligen Geist gewirktes Reden in einer Sprache, die der Sprecher nicht aus eigener Fähigkeit hervorbringt. An Pfingsten handelt es sich eindeutig um reale menschliche Sprachen, die von den Zuhörern verstanden werden; in 1. Korinther 14 beschreibt Paulus dagegen eine Rede, die für die versammelte Gemeinde ohne Auslegung unverständlich bleibt. Entscheidend ist deshalb nicht die außergewöhnliche Erscheinung, sondern ihr von Gott bestimmter Zweck: Sie muss unter der Ordnung des Geistes stehen, darf nicht zum allgemeinen Kennzeichen geistlicher Menschen gemacht werden und soll dort, wo sie öffentlich gebraucht wird, durch Auslegung zur Erbauung beitragen.
Einführung
Kaum eine geistliche Gabe wird unter Christen so unterschiedlich verstanden wie die Zungenrede. Manche sehen darin ausschließlich die übernatürliche Fähigkeit, eine tatsächlich existierende Fremdsprache zu sprechen. Andere verstehen darunter auch eine vom Geist gewirkte Rede, die keinem Zuhörer unmittelbar verständlich ist und deshalb ausgelegt werden muss. Wieder andere betrachten Zungenrede als notwendiges Zeichen dafür, dass ein Mensch den Heiligen Geist empfangen habe. Gerade wegen dieser unterschiedlichen Auffassungen ist es wichtig, nicht von heutigen Erfahrungen auszugehen, sondern zunächst genau zu fragen, was die biblischen Texte selbst sagen.
Der Ausgangspunkt liegt in Apostelgeschichte 2. Dort wird an Pfingsten ausdrücklich berichtet, dass der Heilige Geist die Jünger befähigte, „in anderen Sprachen“ zu reden. Menschen aus zahlreichen Ländern hören sie anschließend jeweils in ihrer eigenen Sprache beziehungsweise ihrem eigenen Dialekt. An dieser Stelle besteht deshalb kaum Unklarheit über die Art des Geschehens: Gott überwindet auf wunderbare Weise eine tatsächliche Sprachgrenze und macht sein mächtiges Handeln für Menschen verschiedener Herkunft verständlich.
Schwieriger wird die Frage in 1. Korinther 12 bis 14. Paulus nennt dort verschiedene Arten von Sprachen als eine Gabe des Geistes, beschreibt aber zugleich Situationen, in denen die versammelte Gemeinde das Gesagte ohne Auslegung nicht versteht. Deshalb muss sorgfältig untersucht werden, ob Paulus genau dasselbe Phänomen wie an Pfingsten aus einer anderen Situation heraus beschreibt oder ob der Text weitere Aspekte der Sprachengabe erkennen lässt. Wo die Schrift keine vollständige Erklärung gibt, sollte auch die Auslegung nicht mehr behaupten, als tatsächlich belegt werden kann.
Dabei setzt Paulus einen Maßstab, der für das ganze Thema entscheidend ist: Geistliche Gaben werden nach ihrem Nutzen für den Leib Christi geordnet. In der Gemeinde genügt es nicht, dass etwas außergewöhnlich oder subjektiv geistlich erlebt wird. Was öffentlich geschieht, soll andere erbauen. Deshalb erhält verständliche Rede einen besonderen Stellenwert, und deshalb verlangt Paulus bei öffentlicher Zungenrede eine Auslegung.
Auch die Behauptung, jeder geistliche Christ müsse in Zungen reden, muss an dieser Stelle geprüft werden. Paulus fragt ausdrücklich, ob alle dieselbe Gabe besitzen, und die erwartete Antwort lautet Nein. Zungenrede gehört zu den verschiedenen Wirkungen des einen Geistes, nicht zu einem verpflichtenden Merkmal aller Gläubigen. Damit nimmt die Schrift zugleich unnötigen Druck von Menschen, die diese Gabe nicht besitzen.
Umgekehrt wäre es ebenfalls unbiblisch, eine von Paulus ausdrücklich genannte Gabe lediglich deshalb zu verwerfen, weil sie missbraucht oder nachgeahmt werden kann. Paulus korrigiert den ungeordneten Gebrauch, ohne die Gabe selbst zu verbieten. Seine Haltung verbindet Offenheit für das Wirken Gottes mit Prüfung, Verständlichkeit, Selbstbeherrschung und geordneter Ausübung.
Die entscheidende Frage lautet deshalb nicht nur, ob Zungenrede biblisch ist, sondern wie die Bibel sie beschreibt, welchem Zweck sie dient und welchen Grenzen Gott ihren Gebrauch unterstellt. Erst wenn Pfingsten, die korinthische Situation, das Verhältnis zur Prophetie, die Auslegung und die Ordnung im Gottesdienst zusammen betrachtet werden, entsteht ein ausgewogenes Bild dieser oft missverstandenen Gabe.
Pfingsten zeigt die Sprachengabe in ihrer klarsten Form
Apostelgeschichte 2,1-4 – „1 Und als der Tag der Pfingsten sich erfüllte, waren sie alle einmütig beisammen. 2 Und es entstand plötzlich vom Himmel her ein Brausen, wie von einem daherfahrenden gewaltigen Winde, und erfüllte das ganze Haus, worin sie saßen. 3 Und es erschienen Zungen, die sich zerteilten, wie von Feuer, und setzten sich auf einen jeglichen unter ihnen. 4 Und sie wurden alle vom heiligen Geist erfüllt und f…"
Apostelgeschichte 2,1-4 – „1 Und als der Tag der Pfingsten sich erfüllte, waren sie alle einmütig beisammen. 2 Und es entstand plötzlich vom Himmel her ein Brausen, wie von einem daherfahrenden gewaltigen Winde, und erfüllte das ganze Haus, worin sie saßen. 3 Und es erschienen Zungen, die sich zerteilten, wie von Feuer, und setzten sich auf einen jeglichen unter ihnen. 4 Und sie wurden alle vom heiligen Geist erfüllt und f…"
Apostelgeschichte 2,6-11 – „6 Da aber dieses Getöse entstand, kam die Menge zusammen und wurde bestürzt; denn jeder hörte sie in seiner eigenen Sprache reden. 7 Sie erstaunten aber alle, verwunderten sich und sprachen zueinander: Siehe, sind nicht diese alle, die da reden, Galiläer? 8 Wie hören wir sie denn, ein jeder in seiner Sprache, darin wir geboren sind? 9 Parther und Meder und Elamiter und die wir wohnen in Mesopotam…"
Apostelgeschichte 2,16-18 – „16 sondern dies ist, was durch den Propheten Joel gesagt worden ist: 17 «Und es wird geschehen in den letzten Tagen, spricht Gott, da werde ich ausgießen von meinem Geist über alles Fleisch; und eure Söhne und eure Töchter werden weissagen, und eure Jünglinge werden Gesichte sehen, und eure Ältesten werden Träume haben; 18 ja, auch über meine Knechte und über meine Mägde werde ich in jenen Tagen …"
Das erste ausführliche Auftreten der Zungenrede im Neuen Testament findet sich an Pfingsten. Die Jünger sind gemeinsam versammelt, als der Heilige Geist in besonderer Weise ausgegossen wird. Daraufhin beginnen sie, „in anderen Sprachen“ zu reden, und Lukas fügt ausdrücklich hinzu, dass der Geist ihnen gab auszusprechen. Der Ursprung dieser Fähigkeit liegt damit nicht in menschlicher Übung, emotionaler Steigerung oder erlernter Technik, sondern unmittelbar im Wirken Gottes.
Dieses Ereignis steht an einem entscheidenden heilsgeschichtlichen Wendepunkt. Jesus ist auferstanden und zum Vater zurückgekehrt, und nun erfüllt sich seine Verheißung, dass seine Jünger Kraft durch den Heiligen Geist empfangen und seine Zeugen bis an die Enden der Erde sein werden. Die Sprachengabe erscheint deshalb nicht als isoliertes religiöses Erlebnis. Sie steht von Beginn an im Zusammenhang mit der Ausbreitung des Evangeliums.
Besonders wichtig ist, wie Lukas das Geschehen selbst erklärt. In Jerusalem befinden sich Juden und Gottesfürchtige aus zahlreichen Regionen der damaligen Welt. Als sie die Jünger hören, sind sie erstaunt, weil jeder sie „in seiner eigenen Sprache“ reden hört. Lukas nennt anschließend verschiedene Völker und Gebiete und wiederholt, dass die Menschen die Jünger in ihren eigenen Sprachen von den großen Taten Gottes reden hören.
Damit ist für Apostelgeschichte 2 eindeutig, dass tatsächlich verständliche menschliche Sprachen beziehungsweise Dialekte gemeint sind. Das Wunder besteht nicht darin, dass unverständliche Laute gesprochen werden, denen anschließend eine geistliche Bedeutung gegeben wird. Menschen erkennen ihre eigene Muttersprache wieder, obwohl die galiläischen Sprecher diese Sprachen offensichtlich nicht auf gewöhnlichem Weg gelernt hatten. Der Heilige Geist befähigt sie, eine reale sprachliche Grenze zu überwinden.
Gerade deshalb ist die Bezeichnung „Sprachengabe“ für dieses Pfingstereignis besonders treffend. Das zugrunde liegende griechische Wort für „Zunge“ kann sowohl das körperliche Organ als auch eine Sprache bezeichnen. Der Zusammenhang entscheidet über die Bedeutung. In Apostelgeschichte 2 macht der Text selbst diese Entscheidung leicht, weil ausdrücklich von den unterschiedlichen Sprachen der anwesenden Völker gesprochen wird.
Der Inhalt der Rede ist ebenfalls bedeutsam. Die Zuhörer hören die Jünger von den „großen Taten Gottes“ sprechen. Die Gabe richtet die Aufmerksamkeit also nicht auf die Fähigkeit der Jünger selbst, sondern auf Gottes Handeln. Das Wunder dient der Botschaft. Wenig später verkündigt Petrus öffentlich Jesus Christus, seine Kreuzigung, Auferstehung und Erhöhung und ruft die Zuhörer zur Umkehr.
Dadurch wird ein grundlegender Unterschied zwischen Gabe und Evangelium sichtbar. Die außergewöhnliche Sprachbefähigung weckt Aufmerksamkeit und bezeugt das Wirken des Geistes, doch sie ersetzt nicht die verständliche Verkündigung Christi. Das eigentliche Zentrum des Pfingsttages ist nicht die Erfahrung der Jünger, sondern Jesus, den Gott zum Herrn und Christus gemacht hat. Die Gabe steht im Dienst dieses Zeugnisses.
Petrus deutet das Geschehen außerdem mit der Prophetie Joels. Gott werde in den letzten Tagen von seinem Geist ausgießen, und Männer wie Frauen würden von seinem Wirken erfasst werden. Pfingsten zeigt damit den Beginn einer neuen heilsgeschichtlichen Phase, in der der erhöhte Christus seinen Geist über sein Volk ausgießt. Die Sprachengabe gehört zu den sichtbaren Zeichen dieses göttlichen Handelns, ist aber nicht mit der gesamten Wirkung des Geistes gleichzusetzen.
Bemerkenswert ist schließlich, dass an Pfingsten Verständlichkeit und Mission zusammengehören. Gott beseitigt für einen Augenblick eine Barriere, die Menschen verschiedener Herkunft voneinander trennt, damit seine Taten gehört werden können. Die Sprachengabe dient nicht der Abschottung einer besonderen geistlichen Gruppe, sondern trägt dazu bei, dass Menschen unterschiedlicher Herkunft mit Gottes Botschaft erreicht werden.
Damit setzt Apostelgeschichte 2 einen unverzichtbaren Ausgangspunkt für jede weitere Betrachtung der Zungenrede. Hier ist die Gabe eindeutig vom Heiligen Geist gewirkt, eindeutig sprachlicher Natur und eindeutig auf das Zeugnis von Gottes Handeln ausgerichtet. Erst von diesem klaren Befund aus kann anschließend gefragt werden, wie die teilweise anders beschriebene Situation in Korinth dazu in Beziehung steht.
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Ist die Zungenrede in Korinth dieselbe Sprachengabe wie an Pfingsten?
1. Korinther 14,2 – „2 Denn wer in Zungen redet, der redet nicht für Menschen, sondern für Gott; denn niemand vernimmt es, im Geiste aber redet er Geheimnisse."
1. Korinther 14,2 – „2 Denn wer in Zungen redet, der redet nicht für Menschen, sondern für Gott; denn niemand vernimmt es, im Geiste aber redet er Geheimnisse."
1. Korinther 14,9-11 – „9 Also auch ihr, wenn ihr durch die Zunge nicht eine verständliche Rede gebet, wie kann man verstehen, was geredet wird? Denn ihr werdet in den Wind reden. 10 So viele Arten von Sprachen mögen wohl in der Welt sein, und keine ist ohne Laut. 11 Wenn ich nun den Sinn des Lautes nicht kenne, so werde ich dem Redenden ein Fremder sein und der Redende für mich ein Fremder."
1. Korinther 14,13 – „13 Darum: wer in Zungen redet, der bete, daß er es auch auslegen kann."
Nach dem eindeutigen Bericht über Pfingsten stellt sich die schwierigere Frage, wie die Zungenrede in 1. Korinther 14 zu verstehen ist. Dort beschreibt Paulus eine Situation, in der ein Mensch in einer Zunge redet, die übrige Gemeinde das Gesagte jedoch nicht versteht. Auf den ersten Blick wirkt dies anders als Apostelgeschichte 2, wo Menschen verschiedener Herkunft gerade deshalb erstaunt sind, weil sie die Jünger in ihren eigenen Sprachen verstehen. Dieser Unterschied muss ernst genommen werden, ohne vorschnell zwei völlig verschiedene Arten von Zungenrede vorauszusetzen.
Paulus erklärt, dass derjenige, der in einer Zunge redet, ohne Auslegung nicht zu Menschen spricht, weil niemand ihn versteht. Das bedeutet zunächst nicht, dass es sich zwingend um eine nichtmenschliche oder himmlische Sprache handeln muss. Auch eine reale Fremdsprache bleibt für Zuhörer unverständlich, wenn niemand sie kennt. Der entscheidende Unterschied zu Pfingsten könnte deshalb in der Hörerschaft liegen: Dort waren Menschen anwesend, die die gesprochenen Sprachen verstanden; in Korinth konnte eine solche Sprache ohne entsprechende Kenntnis oder Auslegung für die Gemeinde unverständlich bleiben.
Genau in diese Richtung weist auch Paulus' Vergleich mit den vielen Sprachen der Welt. Er sagt, dass es viele Arten von Stimmen beziehungsweise Sprachen gibt und keine ohne Bedeutung ist. Wenn er die Bedeutung einer Sprache nicht kennt, werde er dem Redenden ein Fremder sein und der Redende ihm. Paulus verwendet also gerade menschliche Sprachverschiedenheit, um das Problem der Unverständlichkeit zu erklären. Das spricht zumindest dafür, die Möglichkeit realer Sprachen in Korinth sehr ernst zu nehmen.
Dennoch beantwortet der Abschnitt nicht jede Frage vollständig. Paulus spricht davon, dass der Zungenredner „Geheimnisse im Geist“ redet, und später unterscheidet er zwischen Beten mit dem Geist und Beten mit dem Verstand. Manche verstehen diese Aussagen als Hinweis auf eine besondere geistliche Gebetssprache, die nicht mit gewöhnlichen menschlichen Sprachen identisch sei. Andere sehen darin weiterhin eine vom Geist gegebene reale Sprache, deren Inhalt lediglich für die Anwesenden verborgen bleibt, solange niemand sie auslegt.
Der Text selbst erlaubt hier weniger Sicherheit, als manche Auslegungen vermitteln. Sicher ist, dass Paulus die Zungenrede als echte geistliche Gabe anerkennt. Sicher ist ebenfalls, dass der Inhalt Bedeutung besitzt, denn sonst könnte er nicht ausgelegt werden. Ebenso sicher ist, dass die Gemeinde den Inhalt ohne Auslegung nicht versteht. Ob Paulus darüber hinaus eine grundsätzlich andere Sprachform als diejenige von Apostelgeschichte 2 beschreibt, sagt er jedoch nicht ausdrücklich.
Gerade die Gabe der Auslegung ist dafür bedeutsam. Paulus fordert denjenigen, der in einer Zunge redet, dazu auf, um die Fähigkeit zur Auslegung zu beten. Eine Auslegung setzt voraus, dass das Gesagte einen bestimmbaren Inhalt besitzt. Es handelt sich deshalb nicht um bedeutungslose Laute, deren Wirkung allein in ihrem Klang oder in der dabei empfundenen Erfahrung läge. Was vom Geist gegeben wird, kann in verständliche Aussage überführt werden.
Damit wird eine wichtige Grenze sichtbar. Nicht jede spontane oder unverständliche Lautäußerung darf allein deshalb mit der biblischen Zungenrede gleichgesetzt werden. Die neutestamentlichen Texte beschreiben eine vom Geist gewirkte Gabe mit sprachlichem Inhalt. An Pfingsten wird dieser unmittelbar verstanden; in Korinth muss er gegebenenfalls ausgelegt werden. Die Bibel gibt keinen Anlass, bloße Unverständlichkeit selbst zum Beweis göttlicher Herkunft zu machen.
Ebenso wäre es jedoch zu weitgehend, aus Apostelgeschichte 2 allein zu verlangen, dass jede echte Zungenrede für mindestens einen anwesenden Menschen unmittelbar als dessen Muttersprache erkennbar sein müsse. Paulus kennt ausdrücklich den Fall, dass niemand in der Gemeinde versteht und deshalb eine Auslegung erforderlich wird. Die beiden Texte widersprechen sich nicht: Sie zeigen unterschiedliche Situationen, in denen eine vom Geist gewirkte Sprachengabe entweder unmittelbar verstanden oder erst durch Auslegung verständlich gemacht wird.
Entscheidend ist daher weniger, jede sprachwissenschaftliche Einzelheit des Phänomens rekonstruieren zu können, als die Grenzen zu beachten, die die Schrift selbst setzt. Biblische Zungenrede hat einen sinnvollen Inhalt, stammt als echte Gabe vom Geist und steht nicht außerhalb von Verständlichkeit und Ordnung. Wo sie in der Gemeinde nicht verstanden wird, verlangt Paulus nicht, dass alle die Unverständlichkeit einfach als geistlich hinnehmen, sondern dass eine Auslegung erfolgt.
So bleibt Pfingsten der klarste Ausgangspunkt, während 1. Korinther 14 zusätzliche Aspekte zeigt. Die Schrift gibt ausreichende Klarheit über Ursprung, Bedeutung und geordneten Gebrauch der Gabe, ohne jede Frage über ihre genaue sprachliche Form zu beantworten. Gerade diese Zurückhaltung schützt davor, eine bestimmte heutige Erfahrung einfach in den Text hineinzulesen und sie anschließend zum Maßstab dafür zu machen, was die Bibel mit Zungenrede meint.
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In welchem Sinn sind Zungen ein Zeichen für Ungläubige?
1. Korinther 14,20-25 – „20 Ihr Brüder, werdet nicht Kinder im Verständnis, sondern an Bosheit seid Kinder, am Verständnis aber werdet vollkommen. 21 Im Gesetz steht geschrieben: «Ich will mit fremden Zungen und mit fremden Lippen zu diesem Volke reden, aber auch so werden sie mich nicht hören, spricht der Herr.» 22 Darum sind die Zungen zum Zeichen nicht für die Gläubigen, sondern für die Ungläubigen; die Weissagung abe…"
1. Korinther 14,20-25 – „20 Ihr Brüder, werdet nicht Kinder im Verständnis, sondern an Bosheit seid Kinder, am Verständnis aber werdet vollkommen. 21 Im Gesetz steht geschrieben: «Ich will mit fremden Zungen und mit fremden Lippen zu diesem Volke reden, aber auch so werden sie mich nicht hören, spricht der Herr.» 22 Darum sind die Zungen zum Zeichen nicht für die Gläubigen, sondern für die Ungläubigen; die Weissagung abe…"
Jesaja 28,11-13 – „11 so wird auch er zu diesem Volk mit stammelnden Lippen und in fremder Sprache reden, 12 er, der zu ihnen gesagt hatte: «Das ist die Ruhe! Erquicket den Müden! Und das ist die Erholung», aber sie haben es nicht hören wollen. 13 Und so soll auch ihnen das Wort des HERRN werden: «Vorschrift auf Vorschrift, Vorschrift auf Vorschrift; Satzung auf Satzung, Satzung auf Satzung, hier ein wenig, da ein …"
Apostelgeschichte 2,12-13 – „12 Sie erstaunten aber alle und gerieten in Verlegenheit und sprachen einer zum andern: Was soll das sein? 13 Andere aber spotteten und sprachen: Sie sind voll süßen Weines!"
Eine der am häufigsten missverstandenen Aussagen über die Zungenrede findet sich in 1. Korinther 14,22: „Darum sind die Zungen zum Zeichen, nicht für die Gläubigen, sondern für die Ungläubigen.“ Für sich allein gelesen könnte dieser Satz so verstanden werden, als habe Gott die Sprachengabe grundsätzlich als evangelistisches Zeichen gegeben, durch das Ungläubige zum Glauben geführt werden sollen. Der unmittelbare Zusammenhang zeigt jedoch, dass Paulus einen komplexeren Gedanken verfolgt.
Kurz zuvor zitiert Paulus aus Jesaja 28. Dort kündigt Gott Israel an, durch Menschen „mit fremden Lippen und mit einer anderen Sprache“ zu diesem Volk zu reden. Der geschichtliche Zusammenhang ist eine Gerichtssituation: Weil das Volk auf Gottes verständliche Mahnung nicht hören wollte, sollte es die Sprache fremder Eroberer hören. Die fremde Sprache war damit ein Zeichen dafür, dass Gottes Warnungen zurückgewiesen worden waren und Gericht bevorstand.
Wenn Paulus diesen Text aufgreift, erhält die Aussage über Zungen als Zeichen einen ernsteren Sinn. Ein Zeichen Gottes muss nicht immer ein positives Zeichen sein, das unmittelbar Bekehrung hervorbringt. Es kann auch die Verstockung oder das Gericht über Menschen sichtbar machen, die verständliche Wahrheit nicht annehmen. Gerade der Jesaja-Hintergrund verhindert deshalb, 1. Korinther 14,22 einfach als allgemeine Anweisung zu lesen, Zungenrede sei hauptsächlich eine Missionsmethode für Ungläubige.
Das wird durch Paulus' unmittelbar folgende Worte bestätigt. Er beschreibt den Fall, dass die ganze Gemeinde zusammenkommt und alle gleichzeitig in Zungen reden. Wenn dann Unkundige oder Ungläubige hereinkommen, werden sie nicht notwendigerweise von Gottes Wirken überzeugt. Paulus sagt vielmehr, dass sie den Eindruck gewinnen könnten, die Christen seien von Sinnen. Unausgelegte Zungenrede kann für Außenstehende also gerade das Gegenteil dessen bewirken, was eine verständliche Verkündigung erreichen soll.
Damit entsteht kein Widerspruch zu Vers 22. Paulus zeigt vielmehr, dass ein Zeichen für Ungläubige nicht automatisch ein verständliches Heilszeichen sein muss. Im Licht von Jesaja kann unverständliche Sprache gerade ein Zeichen sein, das den Außenstehenden nicht zur Erkenntnis führt. Die bloße Anwesenheit eines übernatürlichen Phänomens garantiert deshalb noch keinen evangelistischen Nutzen.
Paulus stellt diesem Szenario die verständliche prophetische Rede gegenüber. Wenn alle prophetisch reden und ein Ungläubiger oder Unkundiger hereinkommt, kann das Verborgene seines Herzens offenbar werden. Er wird überführt, geprüft und schließlich dazu gebracht, Gott anzubeten und anzuerkennen, dass Gott wirklich unter ihnen ist. Gerade dort, wo Menschen erreicht werden sollen, misst Paulus der verständlichen Botschaft einen höheren unmittelbaren Nutzen bei.
Auch Pfingsten bestätigt, dass das Zeichen allein nicht automatisch Glauben hervorruft. Obwohl die Menschen reale Sprachen hören, reagieren sie unterschiedlich. Manche fragen erstaunt nach der Bedeutung des Geschehens, andere spotten und behaupten, die Jünger seien betrunken. Erst die anschließende verständliche Verkündigung des Petrus erklärt, was geschehen ist, führt zu Christus und ruft zur Umkehr. Das Wunder öffnet eine Situation; das Evangelium erklärt sie.
Darum sollte die Aussage „Zungen sind ein Zeichen für Ungläubige“ nicht so verwendet werden, als müsse Zungenrede möglichst häufig vor Nichtchristen demonstriert werden. Paulus argumentiert gerade gegen einen ungeordneten Gebrauch, bei dem Außenstehende nichts verstehen. Sein Anliegen ist nicht, das Zeichen spektakulärer zu machen, sondern die Gemeinde zu geistlicher Reife und verständlichem Reden zu führen.
Gleichzeitig bleibt die Sprachengabe ein wirkliches Zeichen göttlichen Handelns. An Pfingsten zeigte sie eindrucksvoll, dass Gott seinen Geist ausgegossen hatte und sprachliche Grenzen überwinden konnte. Doch die Bedeutung eines Zeichens ergibt sich aus dem Zusammenhang, den Gott ihm gibt. Es besitzt keine automatische Wirkung unabhängig von Verständnis, Botschaft und göttlichem Zweck.
So führt 1. Korinther 14 zu einer wichtigen Korrektur: Geistliche Wirkung darf nicht danach beurteilt werden, wie außergewöhnlich etwas erscheint. Gerade gegenüber Menschen, die Christus noch nicht kennen, hebt Paulus verständliche Wahrheit hervor. Eine Gabe erfüllt ihren richtigen Zweck nicht schon dadurch, dass sie Aufmerksamkeit erzeugt, sondern wenn sie innerhalb von Gottes Ordnung steht und letztlich dazu beiträgt, dass Menschen erkennen können, wer Gott ist und was er ihnen sagen möchte.
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Warum Paulus die Prophetie in der Gemeinde höher gewichtet
1. Korinther 14,1-5 – „1 Strebet nach der Liebe; doch eifert auch nach den Geistesgaben, am meisten aber, daß ihr weissagen könnet! 2 Denn wer in Zungen redet, der redet nicht für Menschen, sondern für Gott; denn niemand vernimmt es, im Geiste aber redet er Geheimnisse. 3 Wer aber weissagt, der redet für Menschen zur Erbauung, zur Ermahnung und zum Trost. 4 Wer in Zungen redet, erbaut sich selbst; wer aber weissagt, er…"
1. Korinther 14,1-5 – „1 Strebet nach der Liebe; doch eifert auch nach den Geistesgaben, am meisten aber, daß ihr weissagen könnet! 2 Denn wer in Zungen redet, der redet nicht für Menschen, sondern für Gott; denn niemand vernimmt es, im Geiste aber redet er Geheimnisse. 3 Wer aber weissagt, der redet für Menschen zur Erbauung, zur Ermahnung und zum Trost. 4 Wer in Zungen redet, erbaut sich selbst; wer aber weissagt, er…"
1. Korinther 14,12 – „12 Also auch ihr, da ihr eifrig nach Geistesgaben trachtet, suchet, zur Erbauung der Gemeinde daran Überfluß zu haben!"
1. Korinther 14,18-19 – „18 Ich danke Gott, daß ich mehr als ihr alle in Zungen rede. 19 Aber in der Gemeinde will ich lieber fünf Worte mit meinem Verstande reden, damit ich auch andere unterrichte, als zehntausend Worte in Zungen."
Nachdem Paulus die Zungenrede als wirkliche geistliche Gabe anerkannt hat, stellt er ihr in 1. Korinther 14 die Prophetie gegenüber. Dabei entsteht zunächst der Eindruck einer deutlichen Rangordnung: Die Gemeinde soll nach den geistlichen Gaben streben, „am meisten aber, dass ihr weissagt“. Paulus wertet die Zungenrede damit nicht als falsch oder ungeistlich ab. Er beurteilt beide Gaben vielmehr nach einer entscheidenden Frage: Was erbaut die versammelte Gemeinde?
Prophetische Rede besitzt in dieser Situation einen unmittelbaren Vorteil, weil die Zuhörer verstehen können, was gesagt wird. Paulus beschreibt ihren Zweck mit drei Begriffen: Erbauung, Ermahnung und Tröstung. Menschen werden durch verständliches Reden gestärkt, zurechtgebracht und aufgerichtet. Die Botschaft erreicht nicht nur den Sprecher, sondern kann von der ganzen Gemeinde aufgenommen und geprüft werden.
Bei der Zungenrede ist dies ohne Auslegung anders. Paulus sagt, dass derjenige, der in einer Zunge redet, nicht zu Menschen, sondern zu Gott redet, weil niemand ihn versteht. Das bedeutet im Zusammenhang nicht, dass jede Zungenrede grundsätzlich als private Gebetssprache definiert werden müsste. Paulus beschreibt zunächst die Wirkung in einer Versammlung, in der die betreffende Sprache von den anderen nicht verstanden wird. Für die Zuhörer bleibt ihr Inhalt verborgen.
Darum formuliert Paulus den Unterschied zugespitzt: Wer in einer Zunge redet, erbaut sich selbst; wer prophetisch redet, erbaut die Gemeinde. Auch diese Aussage darf nicht von seinem Gesamtargument getrennt werden. Paulus empfiehlt nicht eine geistliche Praxis, deren hauptsächliches Ziel die Selbstauferbauung ist. Sein ganzer Abschnitt führt vielmehr dazu, dass die Gaben auf den Nutzen anderer ausgerichtet werden sollen.
Deshalb sagt Paulus unmittelbar, dass der Zungenredner durch eine Auslegung dieselbe Grenze überwinden kann. Wird das Gesagte verständlich gemacht, kann auch die Zungenrede zur Erbauung der Gemeinde beitragen. In diesem Fall besteht der entscheidende Nachteil gegenüber prophetischer Rede nicht mehr in der Unverständlichkeit. Paulus schreibt deshalb ausdrücklich, dass der Prophet größer sei als der Zungenredner, „es sei denn, dass dieser es auslegt, damit die Gemeinde Erbauung empfange“.
Damit wird deutlich, dass Paulus nicht den außergewöhnlichen Charakter einer Gabe bewertet, sondern ihre Verständlichkeit und ihren Nutzen. Eine Gabe ist in der Gemeinde nicht deshalb größer, weil sie geheimnisvoller wirkt. Gerade das Gegenteil ist der Fall: Was andere verstehen und wodurch sie geistlich gestärkt werden, erhält im gemeinsamen Gottesdienst Vorrang.
Paulus verdeutlicht dies später an seinem eigenen Beispiel. Er sagt, dass er mehr in Zungen rede als alle Korinther und damit die Gabe keineswegs geringschätzt. Dennoch möchte er in der Gemeinde lieber fünf Worte mit seinem Verstand reden, um auch andere zu unterweisen, als zehntausend Worte in einer Zunge. Der Gegensatz könnte kaum deutlicher sein. Persönliche geistliche Erfahrung darf niemals wichtiger werden als der verständliche Dienst am anderen.
Diese Aussage zeigt zugleich, weshalb die Diskussion über Zungenrede schnell am eigentlichen Anliegen des Kapitels vorbeigehen kann. Paulus beschäftigt sich nicht hauptsächlich damit, welche Form der Zungenrede außergewöhnlicher ist oder wer eine bestimmte Erfahrung besitzt. Ihm geht es darum, dass die Gemeinde aufgebaut wird. Gerade deshalb wiederholt er den Grundsatz: Wer sich nach geistlichen Gaben ausstreckt, soll danach streben, reich zu sein zur Erbauung der Gemeinde.
Prophetie hat in diesem Rahmen also nicht deshalb Vorrang, weil Zungenrede minderwertig wäre, sondern weil verständliche Wahrheit unmittelbar vielen Menschen dient. Sobald eine Zunge ausgelegt wird, kann auch sie diesen gemeinschaftlichen Nutzen erhalten. Das entscheidende Kriterium bleibt nicht die Art der Gabe, sondern ob ihr Inhalt verständlich wird und dem Leib Christi zugutekommt.
Damit korrigiert Paulus eine Spiritualität, die das Außergewöhnliche automatisch für das Geistlichere hält. Gottes Geist wirkt nicht, um Menschen durch Unverständlichkeit zu beeindrucken, sondern um seinen Leib aufzubauen. Im gemeinsamen Gottesdienst erhält daher das den Vorrang, was andere verstehen, prüfen und zum Wachstum im Glauben aufnehmen können.
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Ohne Auslegung soll Zungenrede in der Gemeinde schweigen
1. Korinther 14,13 – „13 Darum: wer in Zungen redet, der bete, daß er es auch auslegen kann."
1. Korinther 14,13 – „13 Darum: wer in Zungen redet, der bete, daß er es auch auslegen kann."
1. Korinther 14,26-28 – „26 Wie ist es nun, ihr Brüder? Wenn ihr zusammenkommt, so hat jeder von euch etwas: einen Psalm, eine Lehre, eine Offenbarung, eine Zungenrede, eine Auslegung; alles geschehe zur Erbauung! 27 Will jemand in Zungen reden, so seien es je zwei, höchstens drei, und der Reihe nach, und einer lege es aus. 28 Ist aber kein Ausleger da, so schweige er in der Gemeinde; er rede aber für sich selbst und zu …"
1. Korinther 14,40 – „40 alles aber geschehe mit Anstand und in Ordnung!"
Nachdem Paulus erklärt hat, warum verständliche Rede für die Gemeinde entscheidend ist, wird seine praktische Anweisung sehr konkret. Wer in einer Zunge redet, soll darum beten, dass er sie auch auslegen kann. Damit zeigt Paulus, dass Zungenrede in der Versammlung nicht einfach aufgrund ihres geistlichen Ursprungs einen uneingeschränkten Platz erhält. Sie muss so gebraucht werden, dass auch die anderen verstehen können, was gesagt wird.
Die Auslegung besitzt deshalb keine nebensächliche Funktion. Sie verwandelt etwas für die Zuhörer Unverständliches in eine verständliche Botschaft. Erst dadurch kann die Gemeinde beurteilen, aufnehmen und daraus erbaut werden. Paulus behandelt die Zungenrede also nicht als eine Lautäußerung, deren geistlicher Wert gerade darin bestünde, dass niemand ihren Inhalt kennt. Das Gesagte besitzt Bedeutung und soll, wenn es öffentlich geäußert wird, verständlich gemacht werden.
Besonders deutlich wird dies in der Ordnung, die Paulus für die Gemeindeversammlung vorgibt. Wenn jemand in einer Zunge reden will, sollen es höchstens zwei oder drei tun. Sie sollen nicht gleichzeitig sprechen, sondern nacheinander. Anschließend soll einer auslegen. Schon diese Regeln zeigen, dass Paulus eine kontrollierte und nachvollziehbare Ausübung erwartet.
Noch klarer ist seine Anweisung für den Fall, dass keine Auslegung vorhanden ist: Dann soll der Zungenredner in der Gemeinde schweigen. Paulus sagt nicht, dass die Gemeinde die unverständliche Rede dennoch akzeptieren müsse, weil der Heilige Geist möglicherweise gerade wirke. Er macht die öffentliche Ausübung ausdrücklich davon abhängig, dass Verständlichkeit hergestellt wird. Fehlt sie, hat das Schweigen Vorrang.
Diese Aussage ist für die Beurteilung heutiger Praxis von erheblicher Bedeutung. Eine Situation, in der viele Menschen gleichzeitig laut in unverständlichen Zungen reden und keine Auslegung erfolgt, entspricht nicht der Ordnung, die Paulus für die Versammlung beschreibt. Selbst wenn die Beteiligten ihre Erfahrung als geistlich empfinden, bleibt die apostolische Anweisung bestehen: wenige, nacheinander und mit Auslegung.
Dabei ist wichtig, dass Paulus diese Ordnung nicht als Einschränkung des Heiligen Geistes versteht. Im Gegenteil: Gerade der Geist, der die Gabe schenkt, führt die Gemeinde nicht in ein Verhalten, das seinen eigenen apostolischen Weisungen widerspricht. Geistliche Freiheit bedeutet in diesem Abschnitt nicht, jedem inneren Impuls ungeordnet Ausdruck zu geben. Sie zeigt sich darin, dass eine Gabe bewusst unter das Ziel der Erbauung gestellt wird.
Auch derjenige, der eine Zunge spricht, bleibt nach Paulus handlungsfähig. Er kann warten, schweigen, nacheinander sprechen und um Auslegung beten. Die Gabe wird also nicht als Zustand beschrieben, in dem der Mensch jede Kontrolle verliert. Das ist bedeutsam, weil starke emotionale oder körperliche Erfahrungen für sich genommen noch nicht beweisen, dass ein Geschehen dem biblischen Muster geistlicher Gabe entspricht.
Paulus beendet seine Anweisungen deshalb mit einem umfassenden Grundsatz: „Alles aber geschehe anständig und ordentlich.“ Dieses Wort gilt nicht nur für Zungenrede, sondern für den gesamten Gottesdienst. Gerade außergewöhnliche Gaben werden nicht von der Ordnung ausgenommen. Je stärker eine Erfahrung die Aufmerksamkeit auf sich zieht, desto wichtiger wird die Frage, ob sie sich in den Rahmen einfügt, den die Schrift selbst vorgibt.
Die Forderung nach Auslegung schützt dabei sowohl die Gemeinde als auch den Gabenträger. Die Gemeinde wird davor bewahrt, einer Botschaft zustimmen zu müssen, deren Inhalt niemand kennt. Der Sprecher wird davor bewahrt, die eigene Erfahrung mit allgemeiner geistlicher Autorität gleichzusetzen. Erst wenn der Inhalt verständlich wird, kann er tatsächlich zum gemeinsamen Dienst werden.
So macht 1. Korinther 14 eine klare Grenze sichtbar: Öffentliche Zungenrede ohne Auslegung gehört nach Paulus nicht in die versammelte Gemeinde. Die Gabe selbst wird dadurch nicht verworfen, sondern ihrem Zweck entsprechend geordnet. Was Gott schenkt, soll nicht nur außergewöhnlich erscheinen, sondern verständlich zum Aufbau seines Volkes beitragen.
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Lehrt Paulus eine private Gebetssprache?
1. Korinther 14,14-17 – „14 Denn wenn ich in Zungen bete, so betet zwar mein Geist, aber mein Verstand ist ohne Frucht. 15 Wie soll es nun sein? Ich will im Geiste beten, ich will aber auch mit dem Verstande beten; ich will im Geiste lobsingen, ich will aber auch mit dem Verstande lobsingen. 16 Sonst, wenn du im Geiste lobpreisest, wie soll der, welcher die Stelle des Unkundigen einnimmt, das Amen sprechen zu deiner Dank…"
1. Korinther 14,14-17 – „14 Denn wenn ich in Zungen bete, so betet zwar mein Geist, aber mein Verstand ist ohne Frucht. 15 Wie soll es nun sein? Ich will im Geiste beten, ich will aber auch mit dem Verstande beten; ich will im Geiste lobsingen, ich will aber auch mit dem Verstande lobsingen. 16 Sonst, wenn du im Geiste lobpreisest, wie soll der, welcher die Stelle des Unkundigen einnimmt, das Amen sprechen zu deiner Dank…"
1. Korinther 14,2 – „2 Denn wer in Zungen redet, der redet nicht für Menschen, sondern für Gott; denn niemand vernimmt es, im Geiste aber redet er Geheimnisse."
1. Korinther 14,28 – „28 Ist aber kein Ausleger da, so schweige er in der Gemeinde; er rede aber für sich selbst und zu Gott."
Eine häufige Frage zur Zungenrede lautet, ob Paulus in 1. Korinther 14 ausdrücklich eine private Gebetssprache beschreibt, die unabhängig von menschlichen Sprachen zwischen dem Gläubigen und Gott gebraucht wird. Anlass dafür sind Aussagen wie: „Wer in einer Zunge redet, der redet nicht zu Menschen, sondern zu Gott“, und: „Wenn ich in einer Zunge bete, so betet mein Geist, aber mein Verstand ist ohne Frucht.“ Diese Verse verdienen eine sorgfältige Betrachtung, weil sie oft weiter ausgelegt werden, als ihr unmittelbarer Zusammenhang sicher erlaubt.
Zunächst ist festzuhalten, dass Paulus tatsächlich von Beten in einer Zunge spricht. Zungenrede ist bei ihm also nicht ausschließlich auf öffentliche Verkündigung beschränkt. Ebenso spricht er davon, mit dem Geist zu beten und zu singen. Damit kann nicht behauptet werden, die Bibel kenne keinerlei persönliche oder an Gott gerichtete Verwendung der Sprachengabe.
Die entscheidende Frage ist jedoch, was Paulus mit dieser Beschreibung beabsichtigt. Sein Hauptthema in 1. Korinther 14 bleibt die Verständlichkeit innerhalb der Gemeindeversammlung. Wenn jemand in einer Sprache betet, die andere nicht verstehen, kann ein Zuhörer sein „Amen“ nicht sinnvoll dazu sprechen, weil er nicht weiß, was gesagt wurde. Paulus betrachtet also auch das Gebet unter dem Gesichtspunkt, ob andere daran verständig teilnehmen können.
Wenn Paulus sagt, sein Geist bete, während sein Verstand „ohne Frucht“ bleibe, ist die genaue Bedeutung dieser Formulierung umstritten. Manche verstehen sie so, dass der Betende selbst den Inhalt seiner Rede nicht kennt. Andere beziehen die fehlende Frucht vor allem darauf, dass sein verständiges Denken für die Gemeinde keinen Nutzen hervorbringt, solange das Gesagte nicht verständlich wird. Der Text sagt an dieser Stelle nicht ausdrücklich: „Der Sprecher versteht niemals selbst, was er sagt.“
Darum folgt Paulus auch nicht mit der Schlussfolgerung, das verstandesunabhängige Gebet solle besonders gepflegt werden. Seine Antwort lautet vielmehr: „Ich will mit dem Geist beten, ich will aber auch mit dem Verstand beten.“ Ebenso will er mit dem Geist und mit dem Verstand lobsingen. Geistliches Beten und verständiges Beten werden damit nicht als Gegensätze behandelt, von denen nur einer wirklich geistlich wäre.
Diese Verbindung ist wichtig. Paulus entwickelt keine Spiritualität, in der die Ausschaltung des Verstandes als höhere Stufe geistlicher Erfahrung gilt. Im selben Kapitel fordert er die Korinther sogar dazu auf, im Denken nicht Kinder zu sein, sondern reif zu werden. Das Wirken des Geistes führt bei Paulus nicht zur Geringschätzung verständiger Wahrnehmung, sondern verbindet geistliche Wirkung mit bewusstem, geordnetem und verständlichem Handeln.
Auch 1. Korinther 14,28 wird in diesem Zusammenhang häufig angeführt. Wenn kein Ausleger vorhanden ist, soll der Zungenredner in der Gemeinde schweigen und „für sich selbst und für Gott“ reden. Dies zeigt, dass eine nicht öffentlich ausgelegte Zungenrede nicht zwangsläufig vollständig unterdrückt werden muss. Paulus erlaubt einen nicht an die Gemeinde gerichteten Gebrauch. Dennoch erklärt auch dieser Vers nicht genauer, ob es sich dabei um eine grundsätzlich andere, nichtmenschliche Gebetssprache handelt oder um dieselbe Sprachengabe außerhalb der öffentlichen Ansprache.
Die Aussage aus Vers 2, dass der Zungenredner „zu Gott“ spricht, beweist ebenfalls nicht automatisch eine besondere himmlische Sprache. Wenn kein anwesender Mensch die gesprochene Sprache versteht, ist Gott dennoch derjenige, der ihren Inhalt kennt. Paulus kann deshalb sagen, dass der Sprecher zu Gott redet, ohne damit bereits die sprachliche Natur der Gabe abschließend zu definieren.
Auch der Ausdruck, dass jemand „Geheimnisse im Geist“ rede, sollte nicht vorschnell mystisch überhöht werden. Im Zusammenhang kann das einfach bedeuten, dass der Inhalt den übrigen Anwesenden verborgen bleibt. Das griechische Wort für „Geheimnis“ bezeichnet bei Paulus zwar häufig göttliche Wahrheiten, die Gott offenbart, doch der Ausdruck allein beweist keine private Sprache, deren Inhalt prinzipiell menschlichem Verständnis entzogen wäre.
Damit bleibt Raum für unterschiedliche Auslegungen einzelner Details, aber nicht für jede beliebige Schlussfolgerung. Sicher ist: Paulus kennt Gebet in einer Zunge. Sicher ist auch: Er fordert für die Versammlung Verständlichkeit und bevorzugt ein Beten, bei dem Geist und Verstand nicht gegeneinander ausgespielt werden. Weniger sicher ist die Behauptung, Paulus lehre hier ausdrücklich eine von menschlicher Sprache grundsätzlich verschiedene private Gebetssprache für alle Christen.
Gerade diese Unterscheidung ist wichtig. Eine persönliche Erfahrung kann für einen Menschen sehr real sein, doch sie sollte nicht stärker definiert werden, als der biblische Text es erlaubt. 1. Korinther 14 eröffnet die Möglichkeit eines persönlichen, an Gott gerichteten Gebrauchs der Sprachengabe, macht daraus aber weder ein Gebot noch ein Kennzeichen besonderer Geistlichkeit. Auch hier bleibt der Grundsatz bestehen: Der Geist wirkt souverän, der Verstand wird nicht ausgeschaltet, und keine einzelne Gabe darf zum Maßstab für das geistliche Leben aller Gläubigen gemacht werden.
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Zungenrede ist kein notwendiges Zeichen für jeden Gläubigen
1. Korinther 12,7-11 – „7 Einem jeglichen aber wird die Offenbarung des Geistes zum [allgemeinen] Nutzen verliehen. 8 Dem einen nämlich wird durch den Geist die Rede der Weisheit gegeben, einem andern aber die Rede der Erkenntnis nach demselben Geist; 9 einem andern Glauben in demselben Geist; einem andern die Gabe gesund zu machen in dem gleichen Geist; 10 einem andern Wunder zu wirken, einem andern Weissagung, einem a…"
1. Korinther 12,7-11 – „7 Einem jeglichen aber wird die Offenbarung des Geistes zum [allgemeinen] Nutzen verliehen. 8 Dem einen nämlich wird durch den Geist die Rede der Weisheit gegeben, einem andern aber die Rede der Erkenntnis nach demselben Geist; 9 einem andern Glauben in demselben Geist; einem andern die Gabe gesund zu machen in dem gleichen Geist; 10 einem andern Wunder zu wirken, einem andern Weissagung, einem a…"
1. Korinther 12,29-30 – „29 Es sind doch nicht alle Apostel, nicht alle Propheten, nicht alle Lehrer, nicht alle Wundertäter? 30 Haben alle die Gaben der Heilung? Reden alle mit Zungen? Können alle auslegen?"
Römer 8,9 – „9 Ihr aber seid nicht im Fleische, sondern im Geiste, wenn anders Gottes Geist in euch wohnt; wer aber Christi Geist nicht hat, der ist nicht sein."
Eine weitreichende Frage lautet, ob jeder Christ, der den Heiligen Geist empfangen hat, irgendwann in Zungen reden müsse. In manchen christlichen Strömungen wird diese Gabe als besonderes Zeichen der Geistestaufe oder sogar als erwartbarer Beweis dafür verstanden, dass der Heilige Geist wirklich im Leben eines Menschen wirkt. Gerade an diesem Punkt ist die Aussage des Paulus in 1. Korinther 12 besonders eindeutig.
Paulus beschreibt zunächst verschiedene Wirkungen des einen Geistes. Dem einen wird ein Wort der Weisheit gegeben, einem anderen Erkenntnis, einem anderen besonderer Glaube, wieder anderen Gaben der Heilungen, Wunderwirkungen, Prophetie, Unterscheidung der Geister, verschiedene Arten von Sprachen oder deren Auslegung. Anschließend erklärt er ausdrücklich, dass derselbe Geist dies alles wirkt und jedem Einzelnen zuteilt, „wie er will“. Die Verschiedenheit der Gaben ist damit keine menschliche Unvollkommenheit, sondern Ergebnis der souveränen Verteilung durch den Heiligen Geist.
Am Ende des Kapitels macht Paulus diesen Gedanken noch deutlicher. Er fragt: Sind alle Apostel? Sind alle Propheten? Sind alle Lehrer? Haben alle Wunderkräfte? Haben alle Gaben der Heilungen? Reden alle in Zungen? Legen alle aus? Die Form der Fragen erwartet jeweils dieselbe Antwort: Nein. Gerade die Zungenrede wird ausdrücklich in diese Reihe unterschiedlicher, nicht allen gleichermaßen gegebener Gaben eingeordnet.
Damit lässt sich die Behauptung, jeder geistliche Christ müsse in Zungen reden, nicht mit diesem Abschnitt vereinbaren. Wenn Paulus selbst sagt, dass nicht alle in Zungen reden, kann diese Gabe nicht gleichzeitig das notwendige äußere Kennzeichen dafür sein, dass jeder einzelne Gläubige den Heiligen Geist empfangen hat. Eine Gabe, die der Geist ausdrücklich unterschiedlich verteilt, darf nicht zu einer Voraussetzung gemacht werden, die allen auferlegt wird.
Auch das Pfingstereignis ändert daran nichts. In Apostelgeschichte 2 begleitet die Sprachengabe die besondere Ausgießung des Geistes und besitzt in dieser heilsgeschichtlichen Situation eine deutliche Zeichenfunktion. Die Apostelgeschichte berichtet auch in weiteren Situationen von außergewöhnlichen Manifestationen des Geistes. Aus einzelnen Ereignissen darf jedoch keine allgemeine Regel konstruiert werden, die einer ausdrücklichen Lehraussage des Paulus widerspricht.
Paulus beschreibt die Zugehörigkeit zu Christus an anderer Stelle grundsätzlich anders. In Römer 8 erklärt er: Wer den Geist Christi nicht hat, der gehört nicht zu ihm. Umgekehrt gehört der Heilige Geist also zum Leben jedes Menschen, der wirklich Christus angehört. Paulus fügt dort jedoch keine bestimmte Geistesgabe als notwendigen Beweis dieser Zugehörigkeit hinzu. Das Leben aus dem Geist ist umfassender als das Vorhandensein einer einzelnen Gabe.
Diese Unterscheidung bewahrt vor erheblichem geistlichem Druck. Ein Christ, der nicht in Zungen redet, muss daraus nicht schließen, Gott habe ihm etwas Entscheidendes vorenthalten oder sein Glaube sei deshalb unvollständig. Ebenso sollte niemand versuchen, eine bestimmte Erfahrung hervorzubringen, weil er meint, ohne sie nicht wirklich geistlich zu sein. Der Heilige Geist verlangt nicht von jedem Glied des Leibes, dieselbe Funktion auszuüben.
Umgekehrt darf jemand, der tatsächlich die Gabe der Zungenrede empfangen hat, daraus keine höhere geistliche Stellung ableiten. Eine Gabe ist Gnade und kein Verdienst. Dass der Geist einem Menschen eine bestimmte Befähigung gibt, bedeutet nicht, dass dieser dadurch reifer, heiliger oder Gott näher wäre als andere Christen. Gerade die Korinther besaßen zahlreiche geistliche Gaben und mussten dennoch wegen erheblicher geistlicher Unreife korrigiert werden.
Auch die Intensität einer Erfahrung kann deshalb kein sicherer Maßstab sein. Menschen können sehr unterschiedliche geistliche Erfahrungen machen, ohne dass daraus eine Rangordnung ihrer Beziehung zu Gott entsteht. Die Schrift führt die Gemeinde nicht dazu, ihre Glieder danach einzuteilen, wer bestimmte außergewöhnliche Manifestationen erlebt hat. Sie führt sie vielmehr zur gegenseitigen Ergänzung innerhalb des einen Leibes.
Damit erhält die Zungenrede ihren angemessenen Platz. Sie ist eine biblisch bezeugte Gabe des Heiligen Geistes und darf nicht geringgeschätzt werden. Gleichzeitig ist sie eine Gabe unter mehreren und ausdrücklich nicht jedem gegeben. Der sichere Grund der Zugehörigkeit zu Christus liegt deshalb nicht darin, ob ein Mensch in Zungen redet, sondern darin, dass er Christus gehört und durch seinen Geist lebt.
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Zungenrede in Apostelgeschichte 10 und 19
Apostelgeschichte 10,44-48 – „44 Während Petrus noch diese Worte redete, fiel der heilige Geist auf alle, die dem Wort zuhörten. 45 Und die Gläubigen aus der Beschneidung, soviele ihrer mit Petrus gekommen waren, erstaunten, daß die Gabe des heiligen Geistes auch über die Heiden ausgegossen wurde. 46 Denn sie hörten sie in Zungen reden und Gott hoch preisen. Da antwortete Petrus: 47 Kann auch jemand das Wasser verwehren, daß …"
Apostelgeschichte 10,44-48 – „44 Während Petrus noch diese Worte redete, fiel der heilige Geist auf alle, die dem Wort zuhörten. 45 Und die Gläubigen aus der Beschneidung, soviele ihrer mit Petrus gekommen waren, erstaunten, daß die Gabe des heiligen Geistes auch über die Heiden ausgegossen wurde. 46 Denn sie hörten sie in Zungen reden und Gott hoch preisen. Da antwortete Petrus: 47 Kann auch jemand das Wasser verwehren, daß …"
Apostelgeschichte 11,15-18 – „15 Als ich aber zu reden anfing, fiel der heilige Geist auf sie, gleichwie auf uns am Anfang. 16 Da gedachte ich an das Wort des Herrn, wie er sagte: Johannes hat mit Wasser getauft, ihr aber sollt im heiligen Geist getauft werden. 17 Wenn nun Gott ihnen die gleiche Gabe verliehen hat, wie auch uns, nachdem sie an den Herrn Jesus Christus gläubig geworden sind, wer war ich, daß ich Gott hätte weh…"
Apostelgeschichte 19,1-7 – „1 Es begab sich aber, während Apollos in Korinth war, daß Paulus, nachdem er die obern Länder durchzogen hatte, nach Ephesus kam. Und als er etliche Jünger fand, sprach er zu ihnen: 2 Habt ihr den heiligen Geist empfangen, als ihr gläubig wurdet? Sie aber sprachen: Wir haben nicht einmal gehört, ob ein heiliger Geist sei! 3 Und er sprach zu ihnen: Worauf seid ihr denn getauft worden? Sie aber spr…"
Neben Pfingsten berichtet die Apostelgeschichte noch an weiteren Stellen davon, dass Menschen unter dem Wirken des Heiligen Geistes in Zungen reden. Besonders wichtig sind die Ereignisse im Haus des Kornelius und später in Ephesus. Diese Berichte helfen zu verstehen, welche Funktion die Sprachengabe in der frühen Ausbreitung des Evangeliums hatte. Gleichzeitig muss sorgfältig beachtet werden, was die Texte ausdrücklich sagen und was nicht.
Apostelgeschichte 10 beschreibt einen entscheidenden Schritt in der Geschichte der Gemeinde. Petrus verkündigt im Haus des römischen Hauptmanns Kornelius das Evangelium von Jesus Christus. Noch während er spricht, fällt der Heilige Geist auf alle, die das Wort hören. Die jüdischen Gläubigen, die Petrus begleitet haben, sind erstaunt, weil die Gabe des Heiligen Geistes nun auch über Menschen aus den Nationen ausgegossen wird.
Woran erkennen sie dieses außergewöhnliche Handeln Gottes? Lukas berichtet, dass sie die Menschen in Zungen reden und Gott preisen hören. Die Zungenrede wird hier zu einem sichtbaren beziehungsweise hörbaren Zeichen dafür, dass Gott auch diese nichtjüdischen Gläubigen wirklich angenommen hat. Petrus zieht daraus unmittelbar eine praktische Konsequenz: Wenn Gott ihnen den Heiligen Geist gegeben hat, kann ihnen die Wassertaufe nicht verweigert werden.
Besonders bedeutsam ist die spätere Erklärung des Petrus in Apostelgeschichte 11. Als er wegen seines Umgangs mit Nichtjuden kritisiert wird, erinnert er daran, dass der Heilige Geist auf Kornelius und die anderen fiel, „gleichwie auf uns am Anfang“. Petrus selbst verbindet das Ereignis also mit Pfingsten. Entscheidend ist für ihn nicht eine neue geistliche Klasse, sondern dass Gott den Heiden dieselbe Gabe gewährt hat und damit bestätigt, dass auch ihnen die Umkehr zum Leben geschenkt worden ist.
Ob die dort gesprochenen Zungen genau wie an Pfingsten von anwesenden Menschen als bestimmte Fremdsprachen erkannt wurden, sagt Apostelgeschichte 10 allerdings nicht ausdrücklich. Der Text berichtet, dass die jüdischen Begleiter das Reden in Zungen hören und daraus das Wirken des Geistes erkennen. Mehr über die genaue sprachliche Form wird nicht erklärt. Deshalb sollte die Ähnlichkeit mit Pfingsten ernst genommen werden, ohne Einzelheiten zu behaupten, die Lukas an dieser Stelle nicht nennt.
Ein weiteres Ereignis findet sich in Apostelgeschichte 19. Paulus begegnet in Ephesus einigen Jüngern, deren Kenntnis des christlichen Glaubens noch unvollständig ist und die nur die Taufe des Johannes kennen. Nachdem Paulus ihnen Jesus erklärt hat, werden sie auf den Namen des Herrn Jesus getauft. Als Paulus ihnen die Hände auflegt, kommt der Heilige Geist auf sie, und sie reden in Zungen und weissagen.
Auch hier nennt Lukas Zungenrede zusammen mit einem deutlich erkennbaren Wirken des Heiligen Geistes. Anders als manche spätere Lehrsysteme daraus ableiten, sagt der Text jedoch nicht, dass jeder Christ in jeder Situation dasselbe Zeichen erleben müsse. Er berichtet ein konkretes Geschehen während der missionarischen Ausbreitung des Evangeliums. Die ausdrückliche Lehre des Paulus, dass nicht alle in Zungen reden, bleibt davon unberührt.
Auffällig ist vielmehr, dass diese Ereignisse an wichtigen Übergängen der frühen Missionsgeschichte stehen. Pfingsten betrifft zunächst die versammelten Jünger in Jerusalem. Im Haus des Kornelius wird für die jüdischen Christen unübersehbar, dass Gott auch Menschen aus den Nationen seinen Geist schenkt. In Ephesus begegnen Menschen, die bislang nur die Taufe des Johannes kannten, nun der vollen Botschaft von Jesus Christus und werden in das neue heilsgeschichtliche Geschehen hineingeführt.
Die Sprachengabe hat in diesen Berichten deshalb eine bestätigende Funktion. Sie macht sichtbar, dass das Evangelium Grenzen überschreitet und dass derselbe Geist Menschen unterschiedlicher Herkunft in das Volk Christi aufnimmt. Besonders bei Kornelius ist dies von großer Bedeutung, weil gerade die jüdischen Begleiter überzeugt werden müssen, dass Gottes Gnade nicht auf ihre bisherige religiöse und ethnische Grenze beschränkt bleibt.
Dennoch wäre es zu weitgehend, aus diesen drei Ereignissen eine feste Reihenfolge zu konstruieren, die jeder Bekehrung folgen müsse. Die Apostelgeschichte selbst berichtet die Gabe des Heiligen Geistes in unterschiedlichen Zusammenhängen und Abläufen. Ihr Schwerpunkt liegt nicht darauf, eine mechanische Formel für jede spätere Bekehrung zu liefern, sondern zu zeigen, wie der auferstandene Christus durch seinen Geist die Ausbreitung des Evangeliums führt.
Damit ergänzen Apostelgeschichte 10 und 19 das Pfingstgeschehen, ohne die grundsätzliche Ordnung der geistlichen Gaben zu verändern. Zungenrede kann ein eindrucksvolles Zeichen des Wirkens des Heiligen Geistes sein. Doch sie bleibt unter seiner souveränen Verteilung und wird nicht zum notwendigen Merkmal jedes einzelnen Christen. In der Apostelgeschichte weist sie vielmehr immer wieder über sich selbst hinaus auf etwas Größeres: Gott öffnet durch Jesus Christus sein Heil für Menschen unterschiedlicher Herkunft und schenkt ihnen denselben Heiligen Geist.
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Nicht jede unverständliche Rede ist automatisch eine Gabe des Geistes
1. Johannes 4,1-3 – „1 Geliebte, glaubet nicht jedem Geist, sondern prüfet die Geister, ob sie von Gott sind! Denn es sind viele falsche Propheten hinausgegangen in die Welt. 2 Daran erkennet ihr den Geist Gottes: Jeder Geist, der bekennt: «Jesus ist der im Fleisch gekommene Christus», der ist von Gott; 3 und jeder Geist, der Jesus nicht bekennt, der ist nicht von Gott. Und das ist der Geist des Antichrists, von welc…"
1. Johannes 4,1-3 – „1 Geliebte, glaubet nicht jedem Geist, sondern prüfet die Geister, ob sie von Gott sind! Denn es sind viele falsche Propheten hinausgegangen in die Welt. 2 Daran erkennet ihr den Geist Gottes: Jeder Geist, der bekennt: «Jesus ist der im Fleisch gekommene Christus», der ist von Gott; 3 und jeder Geist, der Jesus nicht bekennt, der ist nicht von Gott. Und das ist der Geist des Antichrists, von welc…"
1. Thessalonicher 5,19-22 – „19 Den Geist dämpfet nicht, 20 die Weissagung verachtet nicht; 21 prüfet aber alles. Das Gute behaltet, 22 enthaltet euch des Bösen in jeglicher Gestalt!"
1. Korinther 14,37-40 – „37 Glaubt jemand ein Prophet oder ein Geistbegabter zu sein, der erkenne, daß das, was ich euch schreibe, des Herrn Gebot ist. 38 Will es aber jemand mißachten, der mißachte es! 39 Also, meine Brüder, strebet nach der Weissagung, und das Reden in Zungen wehret nicht; 40 alles aber geschehe mit Anstand und in Ordnung!"
Weil die Zungenrede in der Bibel ausdrücklich als Gabe des Heiligen Geistes bezeichnet wird, könnte der Eindruck entstehen, jede Erscheinung, die äußerlich danach aussieht, müsse ebenfalls von Gott stammen. Die Schrift führt jedoch zu einer anderen Haltung. Johannes fordert die Gläubigen auf, nicht jedem Geist zu glauben, sondern die Geister zu prüfen, ob sie aus Gott sind. Geistliche Offenheit und geistliche Prüfung gehören deshalb untrennbar zusammen.
Diese Prüfung richtet sich zunächst auf die Wahrheit über Jesus Christus. Johannes warnt vor falschen Propheten und nennt das rechte Bekenntnis zu Christus als grundlegendes Kennzeichen. Das bedeutet für jede geistliche Erscheinung: Sie darf niemals losgelöst vom Evangelium beurteilt werden. Eine Erfahrung wird nicht dadurch göttlich, dass sie außergewöhnlich, intensiv oder menschlich unerklärlich erscheint. Das Wirken des Heiligen Geistes steht immer im Einklang mit dem Christus, den die apostolische Botschaft verkündigt.
Paulus verbindet dieselbe Offenheit mit derselben Nüchternheit. Den Thessalonichern schreibt er, sie sollten den Geist nicht dämpfen und prophetische Rede nicht verachten, zugleich aber alles prüfen und das Gute behalten. Diese beiden Seiten dürfen nicht voneinander getrennt werden. Die Möglichkeit von Missbrauch rechtfertigt keine pauschale Ablehnung geistlicher Gaben; die Wirklichkeit geistlicher Gaben rechtfertigt ebenso wenig eine ungeprüfte Annahme jeder Erscheinung.
Für die Zungenrede liefert 1. Korinther 14 besonders konkrete Prüfmaßstäbe. Paulus verlangt Verständlichkeit durch Auslegung, begrenzt die Zahl der Sprecher, fordert ein Nacheinander statt gleichzeitigen Redens und ordnet Schweigen an, wenn keine Auslegung vorhanden ist. Damit gibt die Schrift bereits objektive Kriterien, an denen eine öffentliche Praxis gemessen werden kann. Eine Erfahrung kann subjektiv als starkes Wirken Gottes empfunden werden und dennoch in ihrer öffentlichen Form der apostolischen Ordnung widersprechen.
Besonders wichtig ist deshalb, Unverständlichkeit nicht selbst zum Kennzeichen göttlicher Herkunft zu machen. In der Bibel ist eine Zunge nicht deshalb geistlich, weil andere sie nicht verstehen. An Pfingsten besteht das Wunder gerade darin, dass Menschen verstehen. In Korinth besitzt auch die zunächst unverständliche Zungenrede einen Inhalt, der ausgelegt werden kann. Die fehlende unmittelbare Verständlichkeit ist dort ein Problem, das Paulus durch Auslegung lösen lässt, nicht ein geistliches Qualitätsmerkmal.
Daraus folgt auch, dass bloße Wiederholungen von Lauten, erlernte Sprechmuster oder Gruppendynamik nicht automatisch mit der neutestamentlichen Gabe gleichgesetzt werden dürfen. Die Bibel gibt keine Anleitung, wie Menschen das Zungenreden durch Nachsprechen, Entspannung oder bestimmte Lautübungen erlernen könnten. Sie beschreibt die echte Gabe vielmehr als Wirkung des Geistes, der sie souverän verteilt. Wo Menschen meinen, eine geistliche Gabe technisch erzeugen zu müssen, fehlt dafür eine klare biblische Grundlage.
Ebenso wenig beweisen starke Gefühle für sich allein, dass eine Erscheinung vom Heiligen Geist stammt. Freude, Ergriffenheit oder intensive Gottesnähe können echte Begleiterscheinungen geistlichen Lebens sein, doch Gefühle sind kein unfehlbarer Prüfmaßstab. Menschen können auch in anderen Zusammenhängen starke emotionale Erfahrungen machen. Deshalb führt die Schrift nicht zur Frage: „Wie intensiv habe ich es empfunden?“, sondern dazu, geistliche Erfahrungen an Wahrheit, Frucht und biblischer Ordnung zu prüfen.
Dabei ist auch das andere Extrem zu vermeiden. Dass Zungenrede nachgeahmt oder missverstanden werden kann, beweist nicht, dass jede heutige Zungenrede unecht sein müsse. Missbrauch hebt eine biblische Gabe nicht auf. Paulus kannte in Korinth erhebliche Fehlentwicklungen und reagierte dennoch nicht mit einem Verbot der Gabe, sondern mit ihrer Korrektur. Am Ende des Kapitels sagt er ausdrücklich, dass das Reden in Zungen nicht verhindert werden soll.
Bemerkenswert ist, dass Paulus unmittelbar danach erneut Ordnung verlangt: „Alles aber geschehe anständig und ordentlich.“ Damit fasst er seine Haltung zusammen. Weder unkritische Begeisterung noch pauschale Ablehnung entspricht seinem Weg. Was als Wirkung des Geistes beansprucht wird, soll willkommen sein, wenn es tatsächlich von Gott stammt, muss sich aber der Prüfung durch Gottes Wort stellen.
So entsteht ein nüchterner Maßstab für heutige Erscheinungen. Die entscheidende Frage lautet nicht, ob etwas äußerlich einer bekannten Form von Zungenrede ähnelt oder ob viele Menschen dieselbe Erfahrung machen. Entscheidend ist, ob es mit dem biblischen Zeugnis über den Heiligen Geist übereinstimmt, Christus ehrt und innerhalb der Gemeinde nach den Regeln ausgeübt wird, die die Schrift selbst nennt. Gerade diese Prüfung schützt die echte Gabe davor, mit jeder Form unverständlicher religiöser Rede gleichgesetzt zu werden.
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Sind mit Zungenrede auch „Sprachen der Engel“ gemeint?
1. Korinther 13,1-3 – „1 Wenn ich mit Menschen und Engelzungen rede, aber keine Liebe habe, so bin ich ein tönendes Erz oder eine klingende Schelle. 2 Und wenn ich weissagen kann und alle Geheimnisse weiß und alle Erkenntnis habe, und wenn ich allen Glauben besitze, so daß ich Berge versetze, habe aber keine Liebe, so bin ich nichts. 3 Und wenn ich alle meine Habe austeile und meinen Leib hergebe, damit ich verbrannt w…"
1. Korinther 13,1-3 – „1 Wenn ich mit Menschen und Engelzungen rede, aber keine Liebe habe, so bin ich ein tönendes Erz oder eine klingende Schelle. 2 Und wenn ich weissagen kann und alle Geheimnisse weiß und alle Erkenntnis habe, und wenn ich allen Glauben besitze, so daß ich Berge versetze, habe aber keine Liebe, so bin ich nichts. 3 Und wenn ich alle meine Habe austeile und meinen Leib hergebe, damit ich verbrannt w…"
1. Korinther 14,10-11 – „10 So viele Arten von Sprachen mögen wohl in der Welt sein, und keine ist ohne Laut. 11 Wenn ich nun den Sinn des Lautes nicht kenne, so werde ich dem Redenden ein Fremder sein und der Redende für mich ein Fremder."
2. Korinther 12,2-4 – „2 Ich weiß von einem Menschen in Christus, der vor vierzehn Jahren (ob im Leibe, weiß ich nicht, oder ob außerhalb des Leibes, weiß ich nicht; Gott weiß es) bis in den dritten Himmel entrückt wurde. 3 Und ich weiß von dem betreffenden Menschen (ob im Leibe, oder außerhalb des Leibes, weiß ich nicht; Gott weiß es), 4 daß er in das Paradies entrückt wurde und unaussprechliche Worte hörte, welche ke…"
Eine häufige Begründung für die Annahme einer besonderen himmlischen Gebetssprache findet sich in 1. Korinther 13,1. Paulus schreibt dort: „Wenn ich mit Menschen- und Engelzungen redete, aber keine Liebe hätte, so wäre ich ein tönendes Erz oder eine klingende Schelle.“ Manche verstehen den Ausdruck „Engelzungen“ als direkte Erklärung dafür, dass Zungenrede neben menschlichen Sprachen auch aus einer besonderen Sprache der himmlischen Welt bestehen könne. Der Vers muss jedoch innerhalb der Argumentation des Paulus gelesen werden.
Paulus beginnt 1. Korinther 13 mit einer Reihe bewusst gesteigerter Aussagen. Er spricht nicht nur von Menschen- und Engelzungen, sondern anschließend davon, alle Geheimnisse zu kennen und alle Erkenntnis zu besitzen. Danach nennt er einen Glauben, mit dem Berge versetzt werden könnten, und schließlich die Hingabe des gesamten Besitzes. Seine Absicht besteht darin, selbst die denkbar größten geistlichen Leistungen der Liebe gegenüberzustellen. Ohne Liebe hätte selbst das Außergewöhnlichste keinen bleibenden Wert.
Deshalb ist nicht sicher, dass Paulus mit „Engelzungen“ eine tatsächlich praktizierte Gabe definieren möchte. Die Formulierung kann ebenso Teil dieser rhetorischen Steigerung sein: Selbst wenn jemand bis zur höchstmöglichen Form des Redens gelangte, wäre dies ohne Liebe wertlos. Aus diesem einen Satz lässt sich daher nicht mit Sicherheit ableiten, dass die Zungenrede in Korinth ausdrücklich eine Sprache der Engel gewesen sei.
Das ist besonders wichtig, weil 1. Korinther 13 nicht die sprachliche Natur der Zungenrede erklären will. Paulus behandelt dort die Überlegenheit und bleibende Bedeutung der Liebe. Eine detaillierte Lehre über die Funktion von Zungenrede gibt er dagegen in den Kapiteln unmittelbar davor und danach. Für die Bestimmung der Gabe sollte deshalb vor allem auf jene Texte zurückgegriffen werden, in denen Paulus sie tatsächlich erläutert.
In 1. Korinther 14 vergleicht er die unverständliche Rede ausdrücklich mit den vielen unterschiedlichen Sprachen beziehungsweise Lauten in der Welt. Jede habe ihre Bedeutung; wenn jemand diese Bedeutung nicht kenne, seien Sprecher und Hörer füreinander Fremde. Diese Argumentation passt sehr natürlich zu wirklicher Sprache. Sie schließt nicht jede weitergehende Möglichkeit endgültig aus, bietet aber keinen Anlass, „Engelzungen“ zum notwendigen Schlüssel für das gesamte Kapitel zu machen.
Auch die übrige Bibel gibt nur wenig Grundlage für eine ausgearbeitete Lehre über besondere Engelssprachen. Wenn Engel in den biblischen Berichten zu Menschen sprechen, können die Menschen ihre Worte verstehen. Daraus lässt sich zwar nicht beweisen, dass es in der himmlischen Welt keinerlei eigene Form der Kommunikation gibt. Doch die Schrift erklärt eine solche himmlische Sprache auch nicht als geistliche Gabe, die Christen regelmäßig verwenden sollten.
Eine interessante Parallele findet sich in 2. Korinther 12. Paulus berichtet dort von einem Menschen – offensichtlich in sehr zurückhaltender Weise von seiner eigenen Erfahrung –, der ins Paradies entrückt wurde und „unaussprechliche Worte“ hörte, die einem Menschen nicht zu sagen erlaubt sind. Doch auch dieser Text unterstützt keine gewöhnliche Gebetspraxis. Im Gegenteil: Paulus beschreibt etwas, das gerade nicht zur öffentlichen oder persönlichen Weitergabe bestimmt war.
Damit sollte zwischen Möglichkeit und biblischer Lehre unterschieden werden. Es wäre zu stark zu behaupten, Gott könne niemals eine Form geistlicher Rede schenken, die über eine gewöhnlich erlernte menschliche Sprache hinausgeht. Ebenso wäre es aber zu stark, aus 1. Korinther 13,1 zu schließen, Paulus habe eindeutig eine himmlische Engelssprache als normale Form der Zungenrede gelehrt. Der Text trägt eine solche Gewissheit nicht.
Diese Zurückhaltung betrifft auch die persönliche Erfahrung. Wenn jemand seine Zungenrede als „Engelssprache“ bezeichnet, sollte diese Bezeichnung nicht allein aufgrund des eigenen Empfindens als biblisch erwiesen gelten. Die Schrift nennt klare Merkmale der Gabe: Sie stammt vom Geist, besitzt Bedeutung, wird nicht jedem gegeben, steht unter der Kontrolle des Sprechers und muss in der Gemeinde ausgelegt werden. Ob der konkrete sprachliche Inhalt menschlich oder himmlisch ist, bleibt demgegenüber eine nachgeordnete Frage, die nicht immer eindeutig beantwortet werden kann.
Entscheidend ist schließlich, weshalb Paulus überhaupt von Menschen- und Engelzungen spricht. Sein Ziel ist nicht, Christen zur Suche nach einer möglichst außergewöhnlichen Sprache zu bewegen. Er führt sie vielmehr zu etwas Größerem: Selbst die eindrucksvollste geistliche Rede wäre ohne Liebe leerer Klang. Damit nimmt Paulus gerade dem Außergewöhnlichen seinen möglichen Rang als Beweis besonderer Geistlichkeit.
So bleibt 1. Korinther 13,1 ein wichtiger, aber häufig überdehnter Text. Er lässt die Vorstellung einer himmlischen Sprache sprachlich zu, beweist jedoch nicht, dass die neutestamentliche Zungenrede grundsätzlich oder regelmäßig als „Engelssprache“ verstanden werden muss. Der Schwerpunkt der Schrift liegt an anderer Stelle: Nicht die Herkunft der Laute macht eine Gabe geistlich, sondern dass sie wirklich vom Heiligen Geist kommt, unter seiner Ordnung steht und in Liebe dem Aufbau anderer dient.
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„In neuen Sprachen werden sie reden“
Markus 16,15-18 – „15 Und er sprach zu ihnen: Gehet hin in alle Welt und prediget das Evangelium der ganzen Schöpfung! 16 Wer glaubt und getauft wird, soll gerettet werden; wer aber nicht glaubt, der wird verdammt werden. 17 Diese Zeichen aber werden die, welche glauben, begleiten: In meinem Namen werden sie Dämonen austreiben, mit neuen Zungen reden, 18 Schlangen aufheben, und wenn sie etwas Tödliches trinken, wir…"
Markus 16,15-18 – „15 Und er sprach zu ihnen: Gehet hin in alle Welt und prediget das Evangelium der ganzen Schöpfung! 16 Wer glaubt und getauft wird, soll gerettet werden; wer aber nicht glaubt, der wird verdammt werden. 17 Diese Zeichen aber werden die, welche glauben, begleiten: In meinem Namen werden sie Dämonen austreiben, mit neuen Zungen reden, 18 Schlangen aufheben, und wenn sie etwas Tödliches trinken, wir…"
Apostelgeschichte 1,8 – „8 sondern ihr werdet Kraft empfangen, wenn der heilige Geist über euch kommt, und werdet Zeugen für mich sein in Jerusalem und in ganz Judäa und Samaria und bis ans Ende der Erde!"
Apostelgeschichte 2,4-11 – „4 Und sie wurden alle vom heiligen Geist erfüllt und fingen an in andern Zungen zu reden, wie der Geist es ihnen auszusprechen gab. 5 Es wohnten aber zu Jerusalem Juden, gottesfürchtige Männer, aus allen Völkern unter dem Himmel. 6 Da aber dieses Getöse entstand, kam die Menge zusammen und wurde bestürzt; denn jeder hörte sie in seiner eigenen Sprache reden. 7 Sie erstaunten aber alle, verwundert…"
Auch Markus 16 wird häufig herangezogen, wenn es um die Zungenrede geht. Im Zusammenhang mit dem Auftrag, das Evangelium aller Schöpfung zu verkündigen, nennt Jesus verschiedene Zeichen, die den Glaubenden folgen werden. Unter ihnen steht die Aussage: „Sie werden in neuen Sprachen reden.“ Diese Worte bestätigen grundsätzlich, dass übernatürliche Sprachbefähigung zum Wirken Gottes bei der Ausbreitung des Evangeliums gehören kann.
Der unmittelbare Zusammenhang ist missionarisch. Jesus sendet seine Jünger nicht in eine abgeschlossene religiöse Gemeinschaft, sondern in die Welt. Menschen unterschiedlicher Völker und Sprachen sollen mit dem Evangelium erreicht werden. Gerade vor diesem Hintergrund fügt sich die Gabe neuer Sprachen sehr natürlich in den Auftrag ein: Gott ist nicht an die gewöhnlichen sprachlichen Fähigkeiten seiner Diener gebunden.
Das Pfingstereignis bietet dafür wenige Zeit später ein deutliches Beispiel. Menschen aus zahlreichen Regionen hören die Jünger in ihren eigenen Sprachen von den großen Taten Gottes reden. Was Markus 16 ankündigt, erscheint in Apostelgeschichte 2 als konkrete Wirkung des Heiligen Geistes. Die „neuen Sprachen“ sind dort neu für die Sprecher, nicht deshalb neu, weil es zuvor unbekannte oder bedeutungslose Lautsysteme wären. Die Zuhörer erkennen tatsächliche Sprachen wieder.
Dennoch sollte Markus 16 nicht so gelesen werden, als müsse jedes dort genannte Zeichen bei jedem einzelnen Christen auftreten. Der Abschnitt sagt nicht, dass jeder Glaubende persönlich jedes aufgeführte Zeichen besitzen wird. Auch die übrige Lehre des Neuen Testaments widerspricht einer solchen Auslegung. Paulus erklärt ausdrücklich, dass nicht alle dieselben Gaben besitzen und fragt gerade hinsichtlich der Zungenrede: „Reden alle in Sprachen?“
Die Zeichen begleiten vielmehr das Wirken Gottes unter den Glaubenden, ohne dass jeder Einzelne Träger jeder Manifestation sein muss. Dasselbe Prinzip zeigt sich bei Heilungen und anderen außergewöhnlichen Wirkungen. Gott kann solche Zeichen geben, doch daraus entsteht kein einheitlicher Katalog, den jeder Christ persönlich erfüllen müsste, um seinen Glauben zu beweisen.
Damit kann auch Markus 16 nicht als Grundlage dafür dienen, Zungenrede zum notwendigen Beweis der Bekehrung oder des Empfangs des Heiligen Geistes zu machen. Die Aussage bestätigt die Möglichkeit und Wirklichkeit dieser Gabe, definiert sie aber nicht als allgemeine Pflicht. Für die Verteilung geistlicher Gaben bleibt die klare Aussage aus 1. Korinther 12 maßgeblich: Der Geist teilt jedem zu, wie er will.
Ebenso wichtig ist, dass die Zeichen im Dienst einer größeren Botschaft stehen. Der Auftrag Jesu lautet zuerst, das Evangelium zu verkündigen. Die Zeichen begleiten diese Sendung; sie ersetzen sie nicht. In Apostelgeschichte 2 bewirkt die ungewöhnliche Sprachengabe Aufmerksamkeit, doch anschließend erklärt Petrus verständlich das Evangelium von dem gekreuzigten und auferstandenen Christus. Das Zeichen weist auf die Botschaft hin, nicht die Botschaft auf das Zeichen.
Darin liegt eine wichtige Korrektur für jede Form von Spiritualität, bei der das außergewöhnliche Erlebnis selbst zum Mittelpunkt wird. Die neutestamentliche Gemeinde wurde nicht gesandt, damit Menschen vor allem ihre geistlichen Manifestationen bestaunen. Sie wurde gesandt, um Christus zu bezeugen. Eine Gabe erfüllt ihren Zweck deshalb gerade dann, wenn sie diesem Zeugnis dient und nicht die Aufmerksamkeit dauerhaft an sich bindet.
Die Verbindung von Markus 16 mit Apostelgeschichte 1 und 2 zeigt außerdem, dass missionarischer Auftrag und Kraft des Heiligen Geistes zusammengehören. Jesus verspricht seinen Jüngern, dass sie Kraft empfangen und seine Zeugen sein werden. An Pfingsten beginnt diese Sendung sichtbar. Die Sprachengabe gehört zu diesem größeren Handeln Gottes, durch das das Evangelium Grenzen von Herkunft, Kultur und Sprache überschreitet.
So bestätigt Markus 16 die Zungenrede als mögliches Zeichen göttlichen Wirkens, ohne sie zur universellen Erfahrung jedes Gläubigen zu machen. Ihr Platz bleibt dienend und christusbezogen. Wo Gott neue Sprachen schenkt, geschieht dies nicht zur geistlichen Selbstdarstellung, sondern innerhalb seines größeren Zieles: Menschen sollen die Botschaft von Jesus Christus hören und Gottes rettendes Handeln erkennen.
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Der Heilige Geist schaltet Verstand und Selbstbeherrschung nicht aus
1. Korinther 14,14-15 – „14 Denn wenn ich in Zungen bete, so betet zwar mein Geist, aber mein Verstand ist ohne Frucht. 15 Wie soll es nun sein? Ich will im Geiste beten, ich will aber auch mit dem Verstande beten; ich will im Geiste lobsingen, ich will aber auch mit dem Verstande lobsingen."
1. Korinther 14,14-15 – „14 Denn wenn ich in Zungen bete, so betet zwar mein Geist, aber mein Verstand ist ohne Frucht. 15 Wie soll es nun sein? Ich will im Geiste beten, ich will aber auch mit dem Verstande beten; ich will im Geiste lobsingen, ich will aber auch mit dem Verstande lobsingen."
1. Korinther 14,27-33 – „27 Will jemand in Zungen reden, so seien es je zwei, höchstens drei, und der Reihe nach, und einer lege es aus. 28 Ist aber kein Ausleger da, so schweige er in der Gemeinde; er rede aber für sich selbst und zu Gott. 29 Propheten aber sollen zwei oder drei reden, und die andern sollen es beurteilen. 30 Wenn aber einem andern, der dasitzt, eine Offenbarung zuteil wird, so soll der erste schweigen. …"
1. Korinther 14,37 – „37 Glaubt jemand ein Prophet oder ein Geistbegabter zu sein, der erkenne, daß das, was ich euch schreibe, des Herrn Gebot ist."
Bei der Zungenrede stellt sich nicht nur die Frage, welche Sprache gesprochen wird, sondern auch, was währenddessen mit dem Sprecher geschieht. Manche Vorstellungen geistlichen Wirkens setzen voraus, dass ein Mensch unter der Kraft des Geistes weitgehend die Kontrolle über sein eigenes Verhalten verliert. 1. Korinther 14 zeichnet jedoch ein anderes Bild. Paulus behandelt die Gabenträger als Menschen, die auch während geistlicher Wirkungen verantwortlich und handlungsfähig bleiben.
Das wird besonders an seinen konkreten Anweisungen sichtbar. Zungenredner sollen nacheinander sprechen. Es sollen nur zwei oder höchstens drei öffentlich reden. Jemand soll auslegen. Ist kein Ausleger vorhanden, soll der betreffende Sprecher schweigen. Keine dieser Anweisungen wäre sinnvoll, wenn eine echte Gabe des Heiligen Geistes den Menschen zwangsläufig in einen Zustand versetzen würde, in dem er nicht mehr entscheiden könnte, ob und wann er spricht.
Dasselbe Prinzip zeigt Paulus unmittelbar bei der Prophetie. Dort erklärt er ausdrücklich, dass „die Geister der Propheten den Propheten untertan“ sind. Prophetische Inspiration wird also nicht als unwiderstehlicher Kontrollverlust dargestellt. Der Mensch empfängt etwas von Gott und bleibt dennoch für dessen geordneten Gebrauch verantwortlich. Gerade anschließend begründet Paulus dies mit dem Wesen Gottes: Er ist nicht ein Gott der Unordnung, sondern des Friedens.
Dieses Prinzip ist auch für die Zungenrede bedeutsam. Wenn jemand behauptet, er habe überhaupt keine Möglichkeit gehabt, sein öffentliches Reden zu steuern, weil der Heilige Geist ihn dazu gezwungen habe, passt dies schwer zu der Ordnung, die Paulus selbst voraussetzt. Eine geistliche Gabe kann tief bewegen und einen Menschen stark erfassen. Doch die Schrift macht Kontrollverlust nicht zum Kennzeichen dafür, dass eine Erfahrung besonders göttlich sei.
Auch der Verstand wird bei Paulus nicht als Hindernis geistlichen Wirkens behandelt. Nachdem er vom Beten in einer Zunge gesprochen hat, erklärt er: „Ich will mit dem Geist beten, ich will aber auch mit dem Verstand beten.“ Dasselbe sagt er über das Singen. Geist und Verstand sollen deshalb nicht gegeneinander ausgespielt werden, als wäre eine Erfahrung umso geistlicher, je weniger der Mensch bewusst daran beteiligt ist.
Damit berührt Paulus ein grundlegendes Verständnis christlicher Spiritualität. Der Heilige Geist erneuert den Menschen nicht, indem er dessen von Gott gegebene Fähigkeit zu denken und verantwortlich zu handeln bedeutungslos macht. Geistliche Erkenntnis, Prüfung, Lehre und verständliche Verkündigung setzen gerade einen wachen Verstand voraus. Auch bei außergewöhnlichen Gaben bleibt der Mensch ein verantwortlicher Diener Gottes.
Das bedeutet nicht, dass jedes geistliche Erlebnis vollständig verstandesmäßig erklärt werden könnte. Paulus kennt selbst Erfahrungen und Wirkungen Gottes, die über gewöhnliche menschliche Möglichkeiten hinausgehen. Der Unterschied liegt darin, dass das Übernatürliche nicht mit dem Unkontrollierten gleichgesetzt werden darf. Etwas kann menschliches Begreifen übersteigen und dennoch unter der Ordnung Gottes stehen.
Paulus geht sogar so weit, seine Anweisungen als geistlich verbindlich zu kennzeichnen. Wer meint, ein Prophet oder geistlich begabt zu sein, soll erkennen, dass das, was Paulus schreibt, ein Gebot des Herrn ist. Damit wird ein wichtiger Prüfmaßstab gesetzt: Ein beanspruchtes Wirken des Geistes darf nicht dazu benutzt werden, gerade jene apostolischen Regeln außer Kraft zu setzen, die den Gebrauch der Gaben ordnen.
Dies schützt die Gemeinde auch vor Gruppendruck. Niemand muss unkontrolliertes Verhalten nachahmen, um zu beweisen, dass er für den Heiligen Geist offen ist. Niemand muss bestimmte Laute hervorbringen, weil andere erwarten, dass er seine Kontrolle „loslässt“. Die neutestamentliche Beschreibung bietet für eine solche Forderung keine Grundlage. Der Geist verteilt die Gabe souverän, und ihr Gebrauch bleibt geordnet.
Gleichzeitig darf Selbstbeherrschung nicht mit geistlicher Kälte verwechselt werden. Gottes Wirken kann Freude, Ehrfurcht, Ergriffenheit und tiefe emotionale Reaktionen hervorrufen. Die Schrift stellt Gefühle nicht grundsätzlich unter Verdacht. Sie macht jedoch weder starke Emotionen noch den Verlust bewusster Kontrolle zum Beweis der Gegenwart des Heiligen Geistes.
So entsteht auch an diesem Punkt ein nüchternes Bild der Zungenrede. Eine echte Gabe des Geistes muss nicht künstlich erzeugt werden und entzieht den Sprecher nicht seiner Verantwortung. Der Geist, der die Gabe schenkt, ist derselbe Geist, unter dessen Wirken Verstand, Selbstbeherrschung, Rücksicht auf andere und geordneter Gottesdienst ihren Platz behalten. Gerade darin zeigt sich nicht weniger, sondern reife geistliche Freiheit.
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Was bedeutet die Gabe der Auslegung von Zungen?
1. Korinther 12,10 – „10 einem andern Wunder zu wirken, einem andern Weissagung, einem andern Geister zu unterscheiden, einem andern verschiedene Arten von Sprachen, einem andern die Auslegung der Sprachen."
1. Korinther 12,10 – „10 einem andern Wunder zu wirken, einem andern Weissagung, einem andern Geister zu unterscheiden, einem andern verschiedene Arten von Sprachen, einem andern die Auslegung der Sprachen."
1. Korinther 14,5 – „5 Ich wünschte, daß ihr alle in Zungen redetet, noch viel mehr aber, daß ihr weissagen könntet. Denn wer weissagt, ist größer, als wer in Zungen redet; es sei denn, daß er es auslege, damit die Gemeinde Erbauung empfange."
1. Korinther 14,13 – „13 Darum: wer in Zungen redet, der bete, daß er es auch auslegen kann."
Wenn Paulus von Zungenrede spricht, nennt er wiederholt eine zweite Gabe unmittelbar daneben: die Auslegung der Zungen. Gerade diese Verbindung ist für das Verständnis der Sprachengabe wichtig. Eine öffentlich gesprochene Zunge soll nicht als geheimnisvolle Erfahrung stehen bleiben, deren Inhalt niemand kennt. Durch die Auslegung soll das Gesagte für die versammelte Gemeinde verständlich werden und dadurch denselben grundlegenden Zweck erfüllen wie andere verständliche geistliche Rede.
In 1. Korinther 12 zählt Paulus sowohl „verschiedene Arten von Sprachen“ als auch die „Auslegung der Sprachen“ zu den Wirkungen des Geistes. Damit stammt nicht nur die Sprachengabe selbst aus Gottes Wirken; auch die Fähigkeit, ihren Inhalt verständlich wiederzugeben, wird als geistliche Befähigung beschrieben. Paulus setzt also nicht voraus, dass in jeder Situation zufällig jemand anwesend sein muss, der die betreffende Sprache auf natürlichem Weg gelernt hat.
Was genau bei dieser Auslegung geschieht, erklärt Paulus allerdings nicht ausführlich. Der Text sagt nicht, ob der Ausleger jedes einzelne Wort sprachlich übersetzt, den Sinn der Botschaft wiedergibt oder durch den Geist den Inhalt erkennt und verständlich mitteilt. Deshalb sollte zwischen dem sicheren biblischen Befund und weitergehenden Vorstellungen unterschieden werden. Sicher ist: Nach der Auslegung weiß die Gemeinde, was zuvor für sie unverständlich war.
Gerade deshalb besitzt die Auslegung eine überprüfbare Funktion. Sie ist nicht lediglich die Behauptung, die unverständliche Rede habe eine geistliche Bedeutung gehabt. Es soll ein verständlicher Inhalt entstehen, durch den die Gemeinde erbaut werden kann. Paulus verbindet die Auslegung so eng mit dem Nutzen der Zungenrede, dass er sagt, der Zungenredner könne der prophetischen Rede hinsichtlich der Gemeindeerbauung entsprechen, wenn er auslegt.
Das zeigt erneut, dass Unverständlichkeit für Paulus kein geistliches Ideal ist. Die Zunge erhält im öffentlichen Gottesdienst nicht dadurch besonderen Wert, dass niemand weiß, was gesagt wird. Gerade das Gegenteil ist der Fall. Solange der Inhalt verborgen bleibt, fehlt der Gemeinde der Nutzen; sobald er ausgelegt wird, kann das Gesagte aufgenommen werden.
Bemerkenswert ist auch, dass der Zungenredner selbst um Auslegung bitten soll. Paulus schreibt: „Darum, wer in einer Zunge redet, der bete, dass er es auch auslegen könne.“ Die Rollen müssen also nicht zwingend immer auf zwei verschiedene Personen verteilt sein. Derjenige, der die Zunge spricht, kann nach Paulus selbst von Gott die Fähigkeit erhalten, ihren Inhalt verständlich wiederzugeben.
An anderer Stelle spricht Paulus davon, dass „einer“ auslegen soll, nachdem zwei oder höchstens drei nacheinander in Zungen gesprochen haben. Daraus wird deutlich, dass auch ein anderer Gläubiger diese Gabe besitzen kann. Die Schrift legt somit keine einzige feste Form fest. Entscheidend ist nicht, wer auslegt, sondern dass die Gemeinde nicht mit einer unverständlichen Botschaft zurückbleibt.
Die Auslegung darf dabei nicht mit einer freien geistlichen Assoziation verwechselt werden. Wenn jemand nach einer Zungenrede einfach einen beliebigen Gedanken äußert und diesen als Auslegung bezeichnet, gibt es allein aufgrund dieser Behauptung noch keine Gewissheit, dass tatsächlich derselbe Inhalt wiedergegeben wurde. Auch die Auslegung bleibt eine beanspruchte geistliche Wirkung und steht deshalb wie andere geistliche Äußerungen unter der Verantwortung zur Prüfung.
Das macht auch deutlich, warum eine Gemeinde eine längere öffentliche Zungenrede nicht allein deshalb akzeptieren sollte, weil anschließend jemand erklärt, Gott habe etwas Wichtiges gesagt. Geistliche Autorität entsteht nicht aus Unverständlichkeit. Der verständlich wiedergegebene Inhalt muss sich ebenso an Christus, an Gottes Wort und an der apostolischen Ordnung messen lassen wie jede andere Botschaft, die in der Gemeinde ausgesprochen wird.
Dabei darf die Auslegung nicht mit biblischer Prophetie gleichgesetzt werden, auch wenn beide nach Paulus zur Erbauung führen können. Prophetische Rede wird unmittelbar verständlich gesprochen; bei der Zungenrede wird die Verständlichkeit erst durch Auslegung hergestellt. Paulus unterscheidet die Gaben, kann ihnen aber im Ergebnis einen vergleichbaren Nutzen für die Gemeinde zusprechen, sobald der sprachliche Inhalt zugänglich geworden ist.
So zeigt gerade die Gabe der Auslegung, worauf Paulus bei der Zungenrede hinauswill. Gott gibt keine öffentliche Botschaft, damit seine Gemeinde dauerhaft im Unklaren bleibt. Wo eine Zunge in der Versammlung gesprochen wird, soll ihr Inhalt verständlich werden. Die Auslegung ist deshalb kein nebensächlicher Zusatz zur Sprachengabe, sondern das Mittel, durch das eine zunächst unverständliche geistliche Äußerung in einen Dienst verwandelt wird, den die ganze Gemeinde hören, prüfen und zur Erbauung aufnehmen kann.
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Paulus verbietet die Zungenrede nicht
1. Korinther 14,26 – „26 Wie ist es nun, ihr Brüder? Wenn ihr zusammenkommt, so hat jeder von euch etwas: einen Psalm, eine Lehre, eine Offenbarung, eine Zungenrede, eine Auslegung; alles geschehe zur Erbauung!"
1. Korinther 14,26 – „26 Wie ist es nun, ihr Brüder? Wenn ihr zusammenkommt, so hat jeder von euch etwas: einen Psalm, eine Lehre, eine Offenbarung, eine Zungenrede, eine Auslegung; alles geschehe zur Erbauung!"
1. Korinther 14,39-40 – „39 Also, meine Brüder, strebet nach der Weissagung, und das Reden in Zungen wehret nicht; 40 alles aber geschehe mit Anstand und in Ordnung!"
1. Korinther 12,11 – „11 Dieses alles aber wirkt ein und derselbe Geist, der einem jeden persönlich zuteilt, wie er will."
Nach all den Einschränkungen, die Paulus für die Zungenrede formuliert, könnte leicht der Eindruck entstehen, er wolle diese Gabe möglichst vollständig aus dem Gemeindeleben verdrängen. Genau das verhindert er jedoch am Ende seiner Ausführungen ausdrücklich. Nachdem er Unordnung korrigiert, Auslegung verlangt und verständliche Rede höher gewichtet hat, schreibt er: „Das Reden in Zungen verhindert nicht.“ Diese Aussage gehört genauso zu seiner Lehre wie sämtliche Regeln, die er zuvor aufgestellt hat.
Damit zeigt Paulus einen Weg zwischen zwei entgegengesetzten Extremen. Das eine Extrem besteht darin, Zungenrede zu überhöhen, sie zum Zeichen besonderer Geistlichkeit zu machen oder ihre ungeordnete Ausübung mit dem Wirken des Heiligen Geistes zu rechtfertigen. Das andere Extrem besteht darin, die Gabe grundsätzlich abzulehnen und jeden möglichen Gebrauch zu untersagen. Paulus tut weder das eine noch das andere.
Seine Haltung erklärt sich aus dem Ursprung der Gabe. Nach 1. Korinther 12 gehört die Sprachengabe zu den Wirkungen, die derselbe Heilige Geist nach seinem Willen verteilt. Wenn Gott eine Gabe wirklich schenkt, besitzt die Gemeinde nicht die Freiheit, sie allein deshalb zu verbieten, weil sie ungewöhnlich ist oder missbraucht werden kann. Menschlicher Missbrauch macht Gottes Gabe nicht unwirklich.
Gerade die Situation in Korinth macht diesen Punkt besonders deutlich. Dort bestand offenbar kein Mangel an geistlicher Aktivität, sondern ein Problem ihres Gebrauchs. Menschen sprachen so, dass andere nicht erbaut wurden, verschiedene Beiträge drohten miteinander zu konkurrieren, und die gemeinsame Versammlung benötigte klare Ordnung. Paulus reagiert darauf jedoch nicht mit der Abschaffung der Gaben. Er korrigiert ihre Anwendung.
In 1. Korinther 14,26 fasst er das Prinzip für die Versammlung zusammen: Einer hat einen Psalm, ein anderer eine Lehre, eine Offenbarung, eine Zunge oder eine Auslegung – „alles geschehe zur Erbauung“. Damit bleibt auch die Zungenrede Bestandteil des möglichen Gemeindelebens. Doch ihre Berechtigung wird nicht aus der bloßen Tatsache abgeleitet, dass jemand sie ausüben möchte. Sie steht unter demselben Ziel wie alle anderen Beiträge: Die Gemeinde soll aufgebaut werden.
Das bedeutet, dass „nicht verbieten“ keineswegs „ohne Begrenzung zulassen“ heißt. Im selben Kapitel bestimmt Paulus, wie viele sprechen dürfen, dass sie nacheinander reden sollen, dass eine Auslegung erforderlich ist und dass ohne Ausleger geschwiegen werden soll. Wer nur das Verbot des Verbietens zitiert und diese Regeln übergeht, berücksichtigt den Abschnitt ebenso unvollständig wie jemand, der nur die Einschränkungen nennt und die Gabe grundsätzlich ausschließt.
Gerade darin zeigt sich die Ausgewogenheit der biblischen Ordnung. Paulus braucht keine Angst vor einer echten Gabe des Heiligen Geistes zu haben, weil er darauf vertraut, dass dieselbe Gabe unter der Herrschaft des Geistes auch geordnet ausgeübt werden kann. Er muss geistliches Wirken nicht ersticken, um Unordnung zu verhindern. Stattdessen führt er die Gabe unter die Maßstäbe von Liebe, Verständlichkeit, Rücksicht und Erbauung.
Auch die Aussage „alles geschehe anständig und ordentlich“ steht unmittelbar neben dem Verbot, Zungenrede zu verhindern. Beide Sätze gehören zusammen. Ordnung ist deshalb kein Argument gegen geistliche Gaben, und geistliche Freiheit ist kein Argument gegen Ordnung. Eine Gemeinde muss sich nicht zwischen Offenheit für den Geist und Treue zur apostolischen Weisung entscheiden. Nach Paulus gehören gerade beide zusammen.
Für heutige Gemeinden bedeutet dies, dass die Frage nicht allein lauten sollte, ob Zungenrede praktiziert oder abgelehnt wird. Entscheidend ist vielmehr, ob der Umgang damit dem biblischen Rahmen entspricht. Wird eine mögliche Gabe grundsätzlich verboten, obwohl Paulus dies ausdrücklich untersagt? Oder wird unter dem Hinweis auf den Geist eine Praxis zugelassen, die den ebenfalls ausdrücklichen Regeln des Paulus widerspricht? Beide Fragen müssen gestellt werden.
Dabei bleibt der Heilige Geist selbst souverän. Paulus fordert weder jede Gemeinde noch jeden Christen dazu auf, Zungenrede hervorzubringen. Der Geist verteilt die Gaben, wie er will. Deshalb kann eine Gemeinde die Gabe nicht herstellen, und sie muss auch keinen Mangel konstruieren, wenn sie nicht sichtbar auftritt. Ihre Aufgabe besteht darin, für Gottes Wirken offen zu bleiben und zugleich alles nach seinem Wort zu ordnen.
So endet die ausführlichste neutestamentliche Behandlung der Zungenrede bemerkenswert ausgewogen: Die Gabe soll nicht verboten werden, aber alles soll anständig und ordentlich geschehen. Darin liegt ein Maßstab, der sowohl Begeisterung als auch Skepsis unter die Schrift stellt. Nicht persönliche Vorliebe entscheidet über den Platz der Zungenrede, sondern der Gott, der die Gabe gibt und zugleich bestimmt, wie sie seinem Volk zum Segen dienen soll.
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Wann wird die Zungenrede aufhören?
1. Korinther 13,8-12 – „8 Die Liebe hört nimmer auf, wo doch die Prophezeiungen ein Ende haben werden, das Zungenreden aufhören wird und die Erkenntnis aufgehoben werden soll. 9 Denn wir erkennen stückweise und wir weissagen stückweise; 10 wenn aber einmal das Vollkommene da ist, dann wird das Stückwerk abgetan. 11 Als ich ein Kind war, redete ich wie ein Kind, dachte wie ein Kind und urteilte wie ein Kind; als ich aber…"
1. Korinther 13,8-12 – „8 Die Liebe hört nimmer auf, wo doch die Prophezeiungen ein Ende haben werden, das Zungenreden aufhören wird und die Erkenntnis aufgehoben werden soll. 9 Denn wir erkennen stückweise und wir weissagen stückweise; 10 wenn aber einmal das Vollkommene da ist, dann wird das Stückwerk abgetan. 11 Als ich ein Kind war, redete ich wie ein Kind, dachte wie ein Kind und urteilte wie ein Kind; als ich aber…"
1. Korinther 1,7-8 – „7 so daß ihr keinen Mangel habt an irgend einer Gnadengabe, während ihr die Offenbarung unsres Herrn Jesus Christus erwartet, 8 welcher euch auch bis ans Ende befestigen wird, so daß ihr unverklagbar seid am Tage unsres Herrn Jesus Christus."
1. Korinther 14,39 – „39 Also, meine Brüder, strebet nach der Weissagung, und das Reden in Zungen wehret nicht;"
Eine weitere wichtige Frage lautet, ob die Zungenrede nur für die erste Zeit der christlichen Gemeinde bestimmt war und später grundsätzlich aufhören sollte. Häufig wird dafür 1. Korinther 13 angeführt, weil Paulus dort ausdrücklich sagt, dass Prophetien aufhören, Zungen ein Ende haben und Erkenntnis weggetan werden wird. Der Text bestätigt also tatsächlich, dass diese Gaben nicht für alle Ewigkeit bestehen bleiben. Entscheidend ist jedoch, wann Paulus dieses Ende erwartet.
Paulus stellt den vergänglichen Gaben die bleibende Liebe gegenüber. Prophetie, Zungenrede und Erkenntnis gehören zu einer Zeit, in der Gottes Volk noch nicht in der endgültigen Vollendung lebt. „Denn wir erkennen stückweise, und wir weissagen stückweise“, erklärt er. Geistliche Gaben dienen deshalb einem vorläufigen Zustand, in dem die Gemeinde Führung, Erbauung und Erkenntnis benötigt.
Anschließend nennt Paulus den Wendepunkt: „Wenn aber das Vollkommene kommen wird, dann wird das Stückwerk weggetan.“ Die genaue Bedeutung des „Vollkommenen“ muss aus den folgenden Sätzen erschlossen werden. Paulus beschreibt den gegenwärtigen Zustand als ein undeutliches Sehen „durch einen Spiegel“, den zukünftigen dagegen als ein Sehen „von Angesicht zu Angesicht“. Jetzt erkennt er stückweise; dann werde er erkennen, wie auch er erkannt worden ist.
Diese Sprache weist natürlicherweise auf die endgültige Vollendung in Gottes Gegenwart. Paulus beschreibt keinen bloßen historischen Übergang innerhalb der Kirchengeschichte, sondern einen fundamentalen Wechsel zwischen gegenwärtiger begrenzter Erkenntnis und zukünftiger unmittelbarer Erkenntnis. Deshalb liefert der Abschnitt keinen ausdrücklichen Hinweis darauf, dass die Zungenrede mit dem Tod der Apostel oder mit dem Abschluss des neutestamentlichen Schrifttums enden sollte.
Auch der Beginn des ersten Korintherbriefes ist in diesem Zusammenhang bemerkenswert. Paulus sagt der Gemeinde, dass sie an keiner Gnadengabe Mangel habe, während sie auf die Offenbarung Jesu Christi wartet. Der unmittelbare Satz beweist nicht, dass jede einzelne Gabe bis zur Wiederkunft in jeder Gemeinde vorhanden sein muss. Er zeigt aber, dass Paulus geistliche Gaben grundsätzlich innerhalb der wartenden Gemeinde betrachtet und nicht ausdrücklich auf wenige Anfangsjahre begrenzt.
Gleichzeitig wäre es ebenso falsch, daraus zu schließen, jede neutestamentliche Manifestation müsse bis zur Wiederkunft überall in derselben Form und Häufigkeit auftreten. Der Heilige Geist verteilt die Gaben nach seinem Willen. Die Schrift verspricht nicht, dass jede Generation dieselbe Häufung außergewöhnlicher Ereignisse erleben wird oder dass jede Gemeinde Zungenrede besitzen muss. Die Möglichkeit einer Gabe und ihr tatsächliches Auftreten sind zwei verschiedene Fragen.
Entscheidend ist deshalb, dass das Neue Testament keine ausdrückliche Lehre enthält, nach der Zungenrede ab einem bestimmten Zeitpunkt grundsätzlich unmöglich geworden wäre. Paulus beendet seine ausführlichste Behandlung der Gabe sogar mit der Anweisung, das Reden in Zungen nicht zu verhindern. Wer behauptet, die Gabe sei später vollständig aufgehoben worden, muss deshalb mehr begründen als lediglich die Tatsache, dass sie eines Tages tatsächlich aufhören wird.
Umgekehrt darf die Annahme einer möglichen Fortdauer nicht zur unkritischen Anerkennung heutiger Erscheinungen führen. Wenn jemand heute Zungenrede beansprucht, gelten dieselben Maßstäbe wie zuvor: Die Gabe ist nicht jedem gegeben, sie darf nicht künstlich erzeugt werden, ihr öffentlicher Gebrauch benötigt Auslegung, die Sprecher sollen nacheinander reden, und alles muss geordnet zur Erbauung geschehen. Eine behauptete Fortdauer hebt keine einzige dieser apostolischen Regeln auf.
Gerade darin liegt ein wichtiger Unterschied zwischen einer theologischen Frage und der Prüfung einer konkreten Erfahrung. Selbst wenn die Schrift keinen allgemeinen Wegfall der Zungenrede vor der Vollendung lehrt, folgt daraus nicht, dass jede heutige Form automatisch echt ist. Ebenso beweist ein heutiger Missbrauch nicht, dass Gott diese Gabe grundsätzlich nicht mehr schenken könne. Beide Schlussfolgerungen würden über den biblischen Befund hinausgehen.
Paulus richtet den Blick schließlich ohnehin über die Gaben hinaus. Zungenrede, Prophetie und gegenwärtige Erkenntnis gehören zu einer vorläufigen Welt. Sie sind Hilfen für eine Gemeinde, die noch wartet. Wenn Christus sein Werk vollendet und sein Volk nicht mehr stückweise erkennt, werden solche Gaben ihren Zweck verloren haben. Die Liebe dagegen bleibt.
Damit erhält auch die Zungenrede ihren zeitlichen Platz. Sie ist weder das Zentrum des christlichen Glaubens noch etwas, woran sich die Hoffnung der Gemeinde festmacht. Solange Gott sie nach seinem Willen gibt, soll sie nach seiner Ordnung gebraucht und nicht verboten werden. Doch sie weist zugleich auf ihre eigene Vorläufigkeit hin: Die Gemeinde wartet auf einen Zustand, in dem sie keine zeichenhafte oder stückweise Gabe mehr benötigt, weil sie Christus selbst von Angesicht zu Angesicht begegnen wird.
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Wie sollte eine Gemeinde heute mit Zungenrede umgehen?
1. Korinther 14,26-28 – „26 Wie ist es nun, ihr Brüder? Wenn ihr zusammenkommt, so hat jeder von euch etwas: einen Psalm, eine Lehre, eine Offenbarung, eine Zungenrede, eine Auslegung; alles geschehe zur Erbauung! 27 Will jemand in Zungen reden, so seien es je zwei, höchstens drei, und der Reihe nach, und einer lege es aus. 28 Ist aber kein Ausleger da, so schweige er in der Gemeinde; er rede aber für sich selbst und zu …"
1. Korinther 14,26-28 – „26 Wie ist es nun, ihr Brüder? Wenn ihr zusammenkommt, so hat jeder von euch etwas: einen Psalm, eine Lehre, eine Offenbarung, eine Zungenrede, eine Auslegung; alles geschehe zur Erbauung! 27 Will jemand in Zungen reden, so seien es je zwei, höchstens drei, und der Reihe nach, und einer lege es aus. 28 Ist aber kein Ausleger da, so schweige er in der Gemeinde; er rede aber für sich selbst und zu …"
1. Korinther 14,32-33 – „32 Und die Geister der Propheten sind den Propheten untertan. 33 Denn Gott ist nicht ein Gott der Unordnung, sondern des Friedens."
1. Korinther 14,39-40 – „39 Also, meine Brüder, strebet nach der Weissagung, und das Reden in Zungen wehret nicht; 40 alles aber geschehe mit Anstand und in Ordnung!"
Nachdem Ursprung, Zweck und Grenzen der Zungenrede betrachtet wurden, lässt sich die praktische Frage stellen, wie eine Gemeinde heute mit dieser Gabe umgehen sollte. Paulus hinterlässt dafür keine komplizierte liturgische Anleitung, wohl aber mehrere klare Grundsätze. Sie ermöglichen weder eine grenzenlose Praxis noch ein pauschales Verbot. Entscheidend ist, dass eine mögliche Gabe des Geistes innerhalb derselben Ordnung ausgeübt wird, die das Neue Testament selbst vorgibt.
Der erste Maßstab ist die Erbauung. Paulus beginnt seine abschließenden Anweisungen zur Gemeindeversammlung mit dem Grundsatz: „Alles geschehe zur Erbauung.“ Eine öffentliche Zungenrede erhält deshalb ihren Platz nicht allein aufgrund der persönlichen Überzeugung des Sprechers, von Gott bewegt zu sein. Sie muss so gebraucht werden, dass die übrige Gemeinde tatsächlich etwas davon empfangen kann.
Daraus folgt unmittelbar die Notwendigkeit der Auslegung. Wenn eine Zunge für die Anwesenden unverständlich ist, soll sie nicht einfach öffentlich stehen bleiben. Paulus verlangt, dass jemand auslegt. Ist keine Auslegung vorhanden, soll der betreffende Mensch in der Gemeinde schweigen. Eine Versammlung, in der regelmäßig unverständliche Zungenrede ohne Auslegung stattfindet, entspricht daher nicht dem von Paulus beschriebenen Muster.
Der zweite Maßstab ist die Begrenzung. Paulus erlaubt nicht, dass beliebig viele Menschen gleichzeitig in Zungen sprechen. Zwei oder höchstens drei sollen reden, und zwar nacheinander. Diese Anweisung ist so konkret, dass sie nicht lediglich als allgemeiner Wunsch nach einer gewissen Atmosphäre verstanden werden kann. Paulus ordnet die praktische Ausübung der Gabe bewusst, damit die Versammlung nicht von einer einzelnen Erscheinung beherrscht wird.
Der dritte Maßstab ist Selbstbeherrschung. Niemand kann sich auf den Heiligen Geist berufen, um die apostolische Ordnung außer Kraft zu setzen. Der Sprecher kann schweigen, warten und anderen Raum geben. Geistliches Wirken erscheint bei Paulus deshalb nicht als Kontrollverlust. Eine Gemeinde darf erwarten, dass auch außergewöhnliche Gaben in einer Weise ausgeübt werden, die Rücksicht, Verantwortlichkeit und Frieden erkennen lässt.
Der vierte Maßstab ist Prüfung. Eine Zungenrede wird nicht allein deshalb angenommen, weil sie unverständlich ist oder weil der Sprecher ihre göttliche Herkunft behauptet. Auch eine anschließende Auslegung steht nicht außerhalb geistlicher Beurteilung. Ihr Inhalt muss mit dem biblischen Zeugnis übereinstimmen und darf Christus und dem Evangelium nicht widersprechen. Die Gemeinde soll geistliche Erscheinungen weder verspotten noch leichtgläubig übernehmen.
Dabei darf allerdings keine Atmosphäre entstehen, in der Menschen unter Druck gesetzt werden, Zungenrede hervorzubringen. Paulus lehrt ausdrücklich, dass nicht alle dieselbe Gabe besitzen. Eine Gemeinde sollte deshalb niemanden dazu anleiten, bestimmte Silben zu wiederholen, den Verstand möglichst auszuschalten oder eine Erfahrung nachzuahmen, um zu beweisen, dass der Heilige Geist in ihm wirkt. Für eine solche Herstellung der Gabe gibt das Neue Testament keine Grundlage.
Ebenso wenig sollte jemand, der diese Gabe nicht besitzt, als weniger geistlich gelten. Der Geist verteilt seine Gaben nach seinem Willen. Die Zugehörigkeit zu Christus, geistliche Reife und die Gegenwart des Heiligen Geistes werden deshalb nicht an einer einzelnen Manifestation gemessen. Eine gesunde Gemeinde schafft Raum für unterschiedliche Gaben, ohne eine davon zum notwendigen Kennzeichen aller zu erheben.
Auf der anderen Seite sollte eine Gemeinde auch nicht aus Angst vor Fehlentwicklungen weiter gehen als Paulus selbst. Er sagt ausdrücklich: „Das Reden in Zungen verhindert nicht.“ Wo eine solche Gabe tatsächlich vorhanden ist und innerhalb der biblischen Ordnung ausgeübt wird, besteht kein schriftgemäßer Grund, sie allein wegen ihrer Außergewöhnlichkeit zurückzuweisen. Die biblische Antwort auf Missbrauch ist Korrektur, nicht zwangsläufig Abschaffung.
Besondere Vorsicht ist dort nötig, wo eine Erfahrung zum Mittelpunkt des Gottesdienstes wird. Paulus richtet die Aufmerksamkeit immer wieder auf die Erbauung des ganzen Leibes. Eine Gemeindeversammlung sollte deshalb nicht darum kreisen, möglichst viele außergewöhnliche Manifestationen hervorzubringen. Verkündigung, Gebet, Lob Gottes, gegenseitige Ermutigung und alle geistlichen Beiträge bleiben auf Christus und den Aufbau seines Volkes ausgerichtet.
Auch Außenstehende müssen berücksichtigt werden. Paulus denkt ausdrücklich darüber nach, welchen Eindruck ein unkundiger oder ungläubiger Besucher erhält. Wenn er nur unverständliches gleichzeitiges Reden erlebt, kann dadurch gerade kein klares Zeugnis entstehen. Geistliche Freiheit darf deshalb nicht von der missionarischen Verantwortung und der Verständlichkeit des Gottesdienstes getrennt werden.
So führt die biblische Ordnung weder in Angst noch in Begeisterung um ihrer selbst willen. Eine Gemeinde darf offen dafür sein, dass der Heilige Geist auch außergewöhnlich wirkt, und zugleich klare Grenzen setzen, weil derselbe Geist diese Grenzen durch das apostolische Wort gegeben hat. Wo Zungenrede tatsächlich von Gott stammt, braucht sie keine Unordnung, keinen Gruppendruck und keine künstliche Steigerung, um geistlich zu sein. Sie kann sich gerade darin bewähren, dass sie demütig, geprüft, ausgelegt und unter der Herrschaft Jesu Christi zum Aufbau seiner Gemeinde eingesetzt wird.
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Zusammenfassung und Gebet
Zungenrede beziehungsweise Sprachengabe gehört zu den geistlichen Gaben, die das Neue Testament ausdrücklich beschreibt. Ihr klarstes erstes Auftreten findet sich an Pfingsten. Dort befähigt der Heilige Geist die Jünger dazu, in Sprachen zu reden, die sie nicht auf gewöhnlichem Weg gelernt hatten. Menschen aus unterschiedlichen Ländern hören sie in ihrer eigenen Sprache von den großen Taten Gottes reden. Die Gabe steht damit von Beginn an nicht im Dienst geistlicher Selbstdarstellung, sondern im Zusammenhang mit Gottes Handeln und der Ausbreitung des Evangeliums.
Apostelgeschichte 2 zeigt eindeutig reale menschliche Sprachen beziehungsweise Dialekte. Bei 1. Korinther 14 ist die Situation schwieriger zu bestimmen. Dort spricht Paulus von einer Zungenrede, die für die versammelte Gemeinde ohne Auslegung unverständlich bleibt. Das beweist nicht zwingend eine grundsätzlich andere, himmlische Sprachform, denn auch eine reale Fremdsprache bleibt unverständlich, wenn niemand sie kennt. Gleichzeitig erklärt der Text nicht jede Einzelheit so genau, dass jede weitergehende Möglichkeit ausgeschlossen werden könnte. Deshalb ist Zurückhaltung dort angemessen, wo die Schrift selbst keine vollständige Definition gibt.
Sicher ist jedoch, dass die Zungenrede bei Paulus einen wirklichen Inhalt besitzt. Sie ist keine bedeutungslose Lautäußerung. Gerade deshalb kann sie ausgelegt werden. Wo diese Auslegung erfolgt, kann auch eine zunächst unverständliche Zunge der Gemeinde dienen. Ohne Auslegung bleibt ihr öffentlicher Nutzen dagegen begrenzt, weshalb Paulus in diesem Fall ausdrücklich Schweigen in der Gemeinde anordnet.
Die Auslegung ist deshalb ein wesentlicher Bestandteil des geordneten öffentlichen Gebrauchs. Paulus verlangt, dass höchstens zwei oder drei sprechen, und zwar nacheinander. Einer soll auslegen. Fehlt ein Ausleger, soll der Zungenredner nicht öffentlich weitersprechen. Damit stellt die Schrift außergewöhnliche geistliche Erfahrungen nicht außerhalb klarer Verantwortung. Der Heilige Geist, der die Gabe schenkt, ist nicht gegen die Ordnung, die er durch das apostolische Wort gibt.
Auch der Gegensatz zwischen Zungenrede und Prophetie wird dadurch verständlich. Paulus wertet die Zungenrede nicht grundsätzlich ab, bevorzugt aber in der Gemeinde verständliche prophetische Rede, weil sie unmittelbar zur Erbauung, Ermahnung und Tröstung dient. Wird eine Zunge ausgelegt, kann auch sie der Gemeinde Nutzen bringen. Der eigentliche Maßstab ist deshalb nicht, welche Gabe außergewöhnlicher erscheint, sondern welche Wirkung dem Aufbau des Leibes Christi dient.
Die Aussage, dass Zungen ein Zeichen für Ungläubige seien, muss ebenfalls im Zusammenhang gelesen werden. Paulus greift dabei Jesaja 28 auf, wo fremde Sprache mit Gericht und der Verweigerung gegenüber Gottes verständlicher Botschaft verbunden ist. Deshalb bedeutet „Zeichen“ nicht automatisch ein evangelistisches Wunder, das Ungläubige unmittelbar zum Glauben führt. Paulus warnt sogar davor, dass Außenstehende eine Versammlung voller ungeordneter Zungenrede für Wahnsinn halten könnten. Verständliche Wahrheit erhält gerade ihnen gegenüber großen Stellenwert.
Pfingsten zeigt dennoch, dass Sprachengabe missionarisch dienen kann. Dort überwindet Gott reale sprachliche Grenzen. Auch Markus 16 spricht im Zusammenhang mit der Ausbreitung des Evangeliums von „neuen Sprachen“. Doch daraus folgt nicht, dass jeder Gläubige persönlich in Zungen reden muss. Paulus fragt ausdrücklich, ob alle in Sprachen reden, und erwartet die Antwort Nein. Die Gabe wird wie andere geistliche Gaben unterschiedlich verteilt.
Darum kann Zungenrede auch nicht zum notwendigen Beweis dafür gemacht werden, dass ein Mensch den Heiligen Geist besitzt. Jeder, der Christus wirklich angehört, hat nach dem Neuen Testament seinen Geist, doch nicht jeder besitzt dieselbe Gabe. Ein Christ ohne Zungenrede ist deshalb nicht weniger geistlich, und ein Christ mit dieser Gabe steht nicht auf einer höheren geistlichen Stufe. Die Gabe ist Gnade, kein Rang.
Die Apostelgeschichte berichtet neben Pfingsten auch im Haus des Kornelius und bei einigen Jüngern in Ephesus von Zungenrede. Besonders bei Kornelius bestätigt dieses Zeichen, dass Gott auch Menschen aus den Nationen seinen Geist gegeben hat. Diese Ereignisse stehen an wichtigen Übergängen der frühen Ausbreitung des Evangeliums. Sie zeigen echtes Wirken des Geistes, begründen aber keine Regel, nach der jede Bekehrung mit derselben sichtbaren Manifestation verbunden sein müsste.
Auch die Frage nach einer privaten Gebetssprache muss sorgfältig behandelt werden. Paulus spricht tatsächlich vom Beten in einer Zunge und davon, für sich selbst und für Gott zu reden, wenn keine öffentliche Auslegung vorhanden ist. Daraus lässt sich ein persönlicher Gebrauch der Gabe ableiten. Weniger sicher ist jedoch die weitergehende Behauptung, Paulus lehre ausdrücklich eine grundsätzlich nichtmenschliche Gebetssprache, die allen Christen zur persönlichen Erbauung gegeben werden solle.
Ähnlich verhält es sich mit den „Menschen- und Engelzungen“ aus 1. Korinther 13. Paulus verwendet dort bewusst gesteigerte Beispiele, um zu zeigen, dass selbst die außergewöhnlichsten geistlichen Fähigkeiten ohne Liebe wertlos wären. Der Ausdruck lässt sich deshalb nicht ohne Weiteres als Beweis dafür verwenden, dass die Zungenrede normalerweise aus einer besonderen Engelssprache besteht. Der Schwerpunkt des Textes liegt auf der Liebe, nicht auf einer Definition himmlischer Kommunikation.
Die Bibel verbindet geistliches Wirken außerdem nicht mit dem Ausschalten des Verstandes. Paulus will mit dem Geist und mit dem Verstand beten und singen. Zungenredner können schweigen, warten und nacheinander sprechen. Die Geister der Propheten sind den Propheten untertan. Das Wirken des Heiligen Geistes wird deshalb nicht als notwendiger Kontrollverlust beschrieben. Starkes Erleben kann vorkommen, doch Kontrollverlust ist kein biblischer Beweis für göttliche Inspiration.
Deshalb muss auch heutige Zungenrede geprüft werden. Nicht alles, was unverständlich klingt oder in einem religiösen Zusammenhang geschieht, stammt automatisch vom Heiligen Geist. Die Schrift kennt keine Methode, durch die Menschen Zungenrede durch Nachsprechen bestimmter Silben oder bewusstes Erzeugen von Lautfolgen lernen sollen. Eine echte Gabe wird vom Geist gegeben. Sie darf weder künstlich produziert noch durch Gruppendruck erzwungen werden.
Gleichzeitig rechtfertigt möglicher Missbrauch kein pauschales Verbot. Paulus kannte erhebliche Probleme in Korinth und sagt dennoch ausdrücklich: „Das Reden in Zungen verhindert nicht.“ Seine Lösung ist nicht Abschaffung, sondern biblische Ordnung. Eine Gemeinde soll offen für echtes Wirken des Geistes bleiben und zugleich alles an Gottes Wort prüfen.
Auch die Behauptung, Zungenrede sei grundsätzlich mit dem Ende der apostolischen Zeit erloschen, lässt sich aus 1. Korinther 13 nicht eindeutig ableiten. Paulus verbindet das Ende des Stückwerks mit einem zukünftigen Zustand, in dem das gegenwärtige unvollkommene Erkennen überwunden und Gott „von Angesicht zu Angesicht“ erkannt wird. Die Schrift setzt keinen ausdrücklichen Zeitpunkt innerhalb der frühen Kirchengeschichte fest, an dem die Gabe grundsätzlich unmöglich werden sollte. Dennoch bleibt ihr tatsächliches Auftreten jederzeit von der souveränen Entscheidung des Geistes abhängig.
Damit ergibt sich ein ausgewogenes Gesamtbild. Zungenrede ist eine wirkliche biblische Gabe, aber nicht das Zentrum des Glaubens. Sie ist nicht für jeden bestimmt, nicht automatisch ein Zeichen größerer Geistlichkeit und nicht von den Regeln des Gottesdienstes ausgenommen. Wo sie öffentlich auftritt, verlangt Paulus Auslegung, Begrenzung, Selbstbeherrschung und Ordnung. Wo sie persönlich gebraucht wird, darf daraus keine allgemeine Pflicht für andere gemacht werden.
Das entscheidende Ziel aller geistlichen Gaben bleibt die Verherrlichung Gottes und der Aufbau seines Volkes. Zungenrede erhält ihren richtigen Platz, wenn sie nicht um ihrer selbst willen gesucht, nicht zum Prüfstein für andere erhoben und nicht gegen verständliche Verkündigung ausgespielt wird. Der Heilige Geist lenkt den Blick letztlich nicht auf eine Gabe, sondern auf Jesus Christus. Darum ist nicht die außergewöhnlichste Erfahrung der Maßstab geistlichen Lebens, sondern ein von Wahrheit, Liebe, Ordnung und Treue zu Christus bestimmter Gebrauch dessen, was Gott tatsächlich schenkt.
Herr Jesus Christus, danke für das Wirken deines Heiligen Geistes und für die verschiedenen Gaben, mit denen du deine Gemeinde ausrüstest. Bewahre uns davor, geistliche Erfahrungen zu überhöhen oder vorschnell abzulehnen. Schenke uns Nüchternheit, Demut und Unterscheidungsvermögen, damit wir alles an deinem Wort prüfen. Hilf uns, keine Gabe zum Maßstab für den Wert oder die Geistlichkeit eines Menschen zu machen. Wo du Zungenrede schenkst, lass sie in Liebe, Verständlichkeit und deiner Ordnung gebraucht werden. Richte unseren Blick in allem auf dich und baue deine Gemeinde durch deinen Geist auf. Amen.
„Darum, meine Brüder, trachtet danach, zu weissagen, und das Reden in Zungen verhindert nicht. Alles aber geschehe anständig und ordentlich!“ 1. Korinther 14,39-40
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