Die Schöpfung
Die Schöpfung: Ursprung von Himmel und Erde
Die Bibel bezeugt Gott als den Schöpfer von Himmel und Erde: Alles Geschaffene verdankt ihm Ursprung, Ordnung und Leben. Die Schöpfung entstand durch sein Wort, ist von seinem Willen abhängig und wird im Neuen Testament ausdrücklich mit Jesus Christus verbunden, durch den alle Dinge geschaffen wurden. Darum gehört die Erkenntnis des Schöpfers untrennbar zu Glauben, Anbetung und dem Verständnis des Menschen selbst.
Einführung
Die ersten Worte der Bibel führen nicht zunächst zum Menschen, sondern zu Gott. Noch bevor von Geschichte, Schuld, Erlösung oder Hoffnung gesprochen wird, steht die Wirklichkeit des Schöpfers im Raum. Damit erhält alles Folgende seinen grundlegenden Rahmen: Die Welt gehört nicht sich selbst, und auch der Mensch ist nicht sein eigener Ursprung. Wer die biblische Botschaft verstehen will, begegnet deshalb sehr früh der Frage, was es bedeutet, Geschöpf eines persönlichen Gottes zu sein.
Gerade beim Thema Schöpfung entstehen jedoch schnell Fragen, die über den eigentlichen Schwerpunkt hinausführen können. Der biblische Bericht möchte nicht jede naturwissenschaftliche Einzelbeobachtung erklären, ist aber ebenso wenig nur eine poetische Aussage darüber, dass Gott irgendwie hinter der Welt stehe. Er erzählt von Gottes wirklichem schöpferischem Handeln und ordnet den Menschen, die Erde und den gesamten geschaffenen Lebensraum in eine von Gott gesetzte Wirklichkeit ein. Deshalb ist es wichtig, genau darauf zu achten, was die Texte selbst aussagen und welche Schlussfolgerungen sie tragen.
Zugleich bleibt die Schöpfung in der Bibel nicht auf die ersten Kapitel des ersten Buches Mose beschränkt. Psalmen erinnern an den Schöpfer, Propheten gründen ihre Hoffnung auf seine Macht, die Apostel verkündigen ihn gegenüber Menschen mit anderen Gottesvorstellungen, und das Neue Testament führt die Schöpfung überraschend deutlich zu Christus. Dadurch wird der Ursprung der Welt mit der gesamten Heilsgeschichte verbunden, ohne dass Schöpfung und Erlösung dasselbe wären.
Wer diese biblische Linie verfolgt, entdeckt deshalb mehr als eine Antwort auf die Frage, wie alles begann. Es geht um Gottes Stellung gegenüber seiner Welt, um die besondere Würde und Verantwortung des Menschen und darum, weshalb der Schöpfer allein Anbetung beanspruchen kann. Von diesem Ausgangspunkt her erschließt sich Schritt für Schritt, welchen Platz die Schöpfung im ganzen Zeugnis der Schrift einnimmt.
Im Anfang steht Gott
1. Mose 1,1-5 – „1 Im Anfang schuf Gott den Himmel und die Erde. 2 Und die Erde war wüst und leer, und es lag Finsternis auf der Tiefe, und der Geist Gottes schwebte über den Wassern. 3 Und Gott sprach: Es werde Licht! Und es ward Licht. 4 Und Gott sah, daß das Licht gut war; da schied Gott das Licht von der Finsternis; 5 und Gott nannte das Licht Tag, und die Finsternis Nacht. Und es ward Abend, und es ward Morg…"
1. Mose 1,1-5 – „1 Im Anfang schuf Gott den Himmel und die Erde. 2 Und die Erde war wüst und leer, und es lag Finsternis auf der Tiefe, und der Geist Gottes schwebte über den Wassern. 3 Und Gott sprach: Es werde Licht! Und es ward Licht. 4 Und Gott sah, daß das Licht gut war; da schied Gott das Licht von der Finsternis; 5 und Gott nannte das Licht Tag, und die Finsternis Nacht. Und es ward Abend, und es ward Morg…"
Psalmen 33,6-9 – „6 Die Himmel sind durch das Wort des HERRN gemacht und ihr ganzes Heer durch den Geist seines Mundes. 7 Er türmt die Meereswellen auf und sammelt Wasservorräte an. 8 Alle Welt fürchte den HERRN, und vor ihm scheue sich alles, was auf dem Erdboden wohnt. 9 Denn er sprach, und es geschah; er gebot, und es stand da!"
Hebräer 11,3 – „3 Durch Glauben erkennen wir, daß die Weltzeiten durch Gottes Wort bereitet worden sind, also das, was man sieht, aus Unsichtbarem entstanden ist."
Die Bibel eröffnet die Schöpfungsgeschichte mit einem Satz von außergewöhnlicher Klarheit: „Im Anfang schuf Gott Himmel und Erde.“ Sie beginnt nicht mit einer Erklärung darüber, woher Gott kommt, sondern setzt ihn als den voraus, der bereits da ist, als alles Geschaffene seinen Anfang nimmt. Himmel und Erde stehen dabei umfassend für die geschaffene Wirklichkeit. Gott gehört nicht zu dieser Wirklichkeit wie ein besonders mächtiges Wesen innerhalb des Universums, sondern steht als ihr Schöpfer über ihr.
Diese Unterscheidung zwischen Schöpfer und Schöpfung gehört zu den grundlegendsten Linien der gesamten Bibel. Alles Geschaffene besitzt einen Anfang und verdankt sein Dasein Gott; Gott selbst wird im Schöpfungsbericht nicht als entstanden beschrieben. Dadurch erhält auch die Welt ihren richtigen Platz. Sie ist weder göttlich noch unabhängig von Gott. Sonne, Erde, Lebewesen und Menschen sind Werke des Schöpfers und dürfen deshalb niemals an seine Stelle treten.
Unmittelbar danach beschreibt 1. Mose 1 die Erde als wüst und leer, während Finsternis über der Tiefe liegt und der Geist Gottes über den Wassern schwebt. Der Text spricht damit von einem Zustand, in dem die später beschriebene Ordnung und Fülle des Lebens noch nicht vorhanden sind. Dennoch ist Gott von Anfang an gegenwärtig und handelnd. Das Ungeformte liegt nicht außerhalb seiner Herrschaft, sondern wird im Verlauf des Berichts Schritt für Schritt durch sein Wort geordnet und mit Leben erfüllt.
Der entscheidende Wendepunkt lautet immer wieder: „Und Gott sprach.“ Bereits beim Licht wird sichtbar, dass Gottes Wort nicht lediglich eine Beschreibung dessen ist, was bereits vorhanden wäre. Sein Sprechen setzt das Geschehen in Gang: Gott spricht, und das von ihm Befohlene tritt hervor. Der Schöpfungsbericht stellt deshalb nicht einen Kampf Gottes gegen ebenbürtige Mächte in den Mittelpunkt, sondern die souveräne Wirksamkeit seines Willens.
Psalm 33 greift genau diesen Gedanken später im Lob Gottes wieder auf. Die Himmel sind durch das Wort des Herrn gemacht, und der Psalm fasst Gottes schöpferische Macht mit den Worten zusammen: Er sprach, und es geschah; er gebot, und es stand da. Der Psalmist betrachtet die Schöpfung deshalb als Grund zur Ehrfurcht vor Gott. Die Macht des Schöpfers zeigt sich darin, dass sein Wille nicht von einer höheren Macht genehmigt oder ermöglicht werden muss.
Auch Hebräer 11 führt den Ursprung der Welt auf Gottes Wort zurück. Der Verfasser erklärt, dass wir durch Glauben verstehen, dass die Welten durch Gottes Wort bereitet worden sind, sodass das Sichtbare nicht aus dem hervorgegangen ist, was dem menschlichen Auge bereits als sichtbarer Ursprung vorlag. Der Vers möchte keine naturwissenschaftliche Beschreibung des Schöpfungsvorgangs liefern. Sein Schwerpunkt liegt darauf, dass die sichtbare Welt ihren letzten Ursprung nicht in sich selbst trägt, sondern im unsichtbaren Handeln Gottes.
Deshalb ist der biblische Schöpfungsglaube mehr als die allgemeine Annahme, irgendwo hinter der Welt müsse eine höhere Macht stehen. Die Schrift nennt den Ursprung persönlich: Gott spricht, unterscheidet, benennt und beurteilt sein Werk. Schon die ersten Verse zeigen damit Absicht und Herrschaft. Die Welt entsteht nicht als selbstständige Wirklichkeit, die Gott anschließend entdeckt, sondern als sein Werk, über das er verfügt und das seinem Willen entspricht.
Das Wort „gut“, das bereits beim Licht erstmals erscheint, gibt zugleich einen ersten Hinweis auf Gottes Verhältnis zu seinem Werk. Was Gott hervorbringt, wird von ihm bejaht und erhält innerhalb seiner Ordnung einen bestimmten Platz. Die Schöpfung ist deshalb in ihrem ursprünglichen Zustand nicht als etwas grundsätzlich Böses oder Minderwertiges gedacht. Die spätere Wirklichkeit von Sünde und Verderben darf nicht rückwirkend so behandelt werden, als hätte Gott von Anfang an eine verdorbene Welt geschaffen.
Damit setzt der erste Schöpfungsabschnitt einen festen Ausgangspunkt für alles Weitere. Die Welt erklärt ihren letzten Ursprung nicht selbst; sie verweist auf den Gott, der vor ihr ist und sie durch sein Wort ins Dasein ruft. Wer die Schöpfung biblisch verstehen will, beginnt deshalb nicht beim Menschen und auch nicht bei der Natur als letzter Wirklichkeit. Im Anfang steht Gott – und von ihm her erhalten Herkunft, Ordnung und Bedeutung der geschaffenen Welt ihren Zusammenhang.
Gott gibt seiner Schöpfung Ordnung und Fülle
1. Mose 1,6-31 – „6 Und Gott sprach: Es soll eine Feste entstehen inmitten der Wasser, die bilde eine Scheidewand zwischen den Gewässern! 7 Und Gott machte die Feste und schied das Wasser unter der Feste von dem Wasser über der Feste, daß es so ward. 8 Und Gott nannte die Feste Himmel. Und es ward Abend, und es ward Morgen: der zweite Tag. 9 Und Gott sprach: Es sammle sich das Wasser unter dem Himmel an einen Ort,…"
1. Mose 1,6-31 – „6 Und Gott sprach: Es soll eine Feste entstehen inmitten der Wasser, die bilde eine Scheidewand zwischen den Gewässern! 7 Und Gott machte die Feste und schied das Wasser unter der Feste von dem Wasser über der Feste, daß es so ward. 8 Und Gott nannte die Feste Himmel. Und es ward Abend, und es ward Morgen: der zweite Tag. 9 Und Gott sprach: Es sammle sich das Wasser unter dem Himmel an einen Ort,…"
Psalmen 104,24 – „24 HERR, wie sind deiner Werke so viel! Du hast sie alle weislich geordnet, und die Erde ist voll deiner Geschöpfe."
Nehemia 9,6 – „6 Du, HERR, bist der Einzige! Du hast den Himmel, aller Himmel Himmel samt ihrem ganzen Heere gemacht, die Erde und alles, was darauf ist, das Meer und alles, was darin ist! Du machst alles lebendig, und das himmlische Heer verehrt dich."
Nach dem ersten Auftreten des Lichtes entfaltet 1. Mose 1 die Schöpfung in einer geordneten Folge. Gott trennt, begrenzt, sammelt, lässt hervorkommen und füllt die entstandenen Lebensräume. Der Bericht vermittelt damit nicht das Bild einer Welt, die sich der Herrschaft Gottes entzieht, sondern einer Wirklichkeit, die durch sein Wort Gestalt erhält. Aus dem anfangs als wüst und leer beschriebenen Zustand entsteht Schritt für Schritt eine Welt voller Ordnung und Leben.
Zunächst werden grundlegende Bereiche unterschieden. Gott scheidet die Wasser, lässt das Trockene erscheinen und sammelt die Wasser an ihren Ort. Danach bringt die Erde Pflanzen hervor. Später werden Himmel, Wasser und Land mit den entsprechenden Geschöpfen erfüllt. Ohne jedes Detail zu einer starren literarischen Formel machen zu müssen, ist im Verlauf des Kapitels eine erkennbare Bewegung vorhanden: Gott schafft Lebensräume und erfüllt sie mit dem Leben, für das sie bestimmt sind.
Dabei begegnet immer wieder die Aussage, dass Gott sein Werk als gut beurteilt. Diese Wertung kommt nicht vom Menschen, denn der Mensch erscheint erst gegen Ende des Berichts. Der Schöpfer selbst bestimmt, was seiner guten Ordnung entspricht. Die Güte der ursprünglichen Schöpfung ist deshalb keine spätere menschliche Idealisierung, sondern Teil der biblischen Aussage über Gottes Werk.
Besondere Aufmerksamkeit verdient auch die Vielfalt des Lebens. Pflanzen bringen Samen und Früchte hervor, die Tiere bevölkern Wasser, Himmel und Erde, und immer wieder spricht der Text von den verschiedenen Arten geschaffenen Lebens. Der Bericht interessiert sich nicht nur dafür, dass überhaupt etwas existiert. Er beschreibt eine reich gefüllte Welt, in der unterschiedliche Geschöpfe innerhalb der von Gott gesetzten Ordnung ihren Platz erhalten.
Psalm 104 nimmt dieses Staunen später auf und richtet es ausdrücklich auf Gottes Weisheit: „Wie sind deiner Werke so viel! Du hast sie alle weislich geordnet.“ Der Psalm betrachtet zahlreiche Bereiche der geschaffenen Welt und erkennt darin nicht nur Macht, sondern durchdachte Ordnung. Schöpfung bedeutet biblisch deshalb mehr als bloßes Hervorbringen von Materie. Gott schafft eine Welt, in der Lebensräume, Versorgung und Lebewesen miteinander verbunden sind.
Diese Weisheit darf nicht mit der Behauptung verwechselt werden, der Mensch könne aus jeder Einzelheit der Natur unmittelbar Gottes gesamte Absicht ablesen. Seit dem Eindringen der Sünde begegnet uns die Schöpfung nicht mehr ausschließlich in ihrem ursprünglichen Zustand. Dennoch bleibt die grundlegende Aussage des Schöpfungsberichts bestehen: Unordnung, Tod und Zerstörung sind nicht das Ziel, mit dem Gott seine Welt ins Dasein rief. Am Ende des sechsten Tages blickt Gott auf das Ganze und bezeichnet es als „sehr gut“.
Nehemia 9 verbindet später Schöpfung und Erhaltung miteinander. Im Gebet des Volkes wird Gott als derjenige bekannt, der Himmel, Erde, Meer und alles, was darin ist, gemacht hat und alles am Leben erhält. Der Schöpfer setzt sein Werk also nicht einfach in Gang und zieht sich anschließend zurück. Die geschaffene Welt bleibt von ihm abhängig. Ihr Ursprung und ihr Fortbestehen werden beide auf Gottes Handeln zurückgeführt.
Gerade darin liegt ein wichtiger Unterschied zwischen dem biblischen Schöpfer und einer unpersönlichen Ursache am Anfang des Universums. Gott schafft nicht nur einen ersten Ausgangspunkt, sondern steht in bleibender Beziehung zu seinem Werk. Er gibt Leben, setzt Ordnungen und erhält das Geschaffene. Die Welt besitzt eine wirkliche Eigenständigkeit als Schöpfung, aber keine Unabhängigkeit von ihrem Schöpfer.
So vertieft der weitere Verlauf von 1. Mose 1 die erste Aussage der Bibel. Gott ist nicht nur derjenige, durch den überhaupt etwas existiert. Er ist der weise Schöpfer, der seiner Welt Gestalt, Grenzen, Vielfalt und Lebensraum gibt. Das ursprüngliche „sehr gut“ macht zugleich deutlich, dass die geschaffene Wirklichkeit ihrem Ursprung nach auf Leben und Harmonie ausgerichtet ist – eine Wahrheit, die später umso wichtiger wird, wenn die Schrift erklärt, warum die Welt heute nicht mehr vollständig diesem ursprünglichen Bild entspricht.
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Der Mensch als Ebenbild des Schöpfers
1. Mose 1,26-28 – „26 Und Gott sprach: Wir wollen Menschen machen nach unserm Bild uns ähnlich; die sollen herrschen über die Fische im Meer und über die Vögel des Himmels und über das Vieh auf der ganzen Erde, auch über alles, was auf Erden kriecht! 27 Und Gott schuf den Menschen ihm zum Bilde, zum Bilde Gottes schuf er ihn; männlich und weiblich schuf er sie. 28 Und Gott segnete sie und sprach zu ihnen: Seid fruc…"
1. Mose 1,26-28 – „26 Und Gott sprach: Wir wollen Menschen machen nach unserm Bild uns ähnlich; die sollen herrschen über die Fische im Meer und über die Vögel des Himmels und über das Vieh auf der ganzen Erde, auch über alles, was auf Erden kriecht! 27 Und Gott schuf den Menschen ihm zum Bilde, zum Bilde Gottes schuf er ihn; männlich und weiblich schuf er sie. 28 Und Gott segnete sie und sprach zu ihnen: Seid fruc…"
1. Mose 2,7 – „7 Da bildete Gott der HERR den Menschen, Staub von der Erde, und blies den Odem des Lebens in seine Nase, und also ward der Mensch eine lebendige Seele."
Psalmen 8,4-7 – „4 Was ist der Mensch, daß du seiner gedenkst, und des Menschen Sohn, daß du auf ihn achtest? 5 Du hast ihn ein wenig Gottes entbehren lassen; aber mit Ehre und Schmuck hast du ihn gekrönt; 6 Du lässest ihn herrschen über die Werke deiner Hände; alles hast du unter seine Füße gelegt: 7 Schafe und Ochsen allzumal, dazu auch die wilden Tiere;"
Innerhalb des Schöpfungsberichts erhält der Mensch eine besondere Stellung. Nachdem Pflanzen, Himmelskörper und Tiere geschaffen sind, leitet 1. Mose 1 die Erschaffung des Menschen mit einer auffälligen Aussage ein: „Lasset uns Menschen machen, ein Bild, das uns gleich sei.“ Der Mensch gehört vollständig zur geschaffenen Welt und ist selbst kein göttliches Wesen. Dennoch unterscheidet ihn die Schrift in seiner Berufung und Würde von den übrigen Geschöpfen.
Mann und Frau werden gemeinsam als Gottes Ebenbild bezeichnet. Die Aussage wird deshalb nicht auf ein Geschlecht, eine gesellschaftliche Stellung oder eine bestimmte Fähigkeit begrenzt. Beide empfangen ihre Würde unmittelbar vom Schöpfer. Menschlicher Wert entsteht nach diesem Text nicht aus Leistung, Besitz, Gesundheit, Einfluss oder Anerkennung, sondern aus der besonderen Beziehung, in die Gott den Menschen bei seiner Erschaffung stellt.
Was das Ebenbild Gottes in jeder Einzelheit umfasst, erklärt 1. Mose 1 nicht in einer abschließenden Definition. Der unmittelbare Zusammenhang verbindet es jedoch mit einer besonderen Aufgabe innerhalb der Schöpfung. Der Mensch soll über die Tiere und die Erde herrschen. Dieses Herrschen ist keine Erlaubnis zu rücksichtsloser Ausbeutung, denn die anvertraute Welt bleibt Gottes Schöpfung. Der Mensch erhält Verantwortung innerhalb eines Bereiches, dessen Eigentümer und Ursprung weiterhin Gott ist.
Gerade Psalm 8 greift diese Stellung mit Staunen auf. Im Blick auf den Himmel fragt der Psalmist, was der Mensch sei, dass Gott seiner gedenkt. Verglichen mit der Größe der Schöpfung erscheint menschliches Leben klein, und doch hat Gott dem Menschen Ehre und Verantwortung verliehen. Er setzt ihn über die Werke seiner Hände. Die Größe des Menschen liegt damit nicht in Unabhängigkeit von Gott, sondern in der Aufgabe, die der Schöpfer ihm anvertraut.
1. Mose 2 ergänzt diese Perspektive, indem der Mensch aus Staub vom Erdboden gebildet wird und Gott ihm den Odem des Lebens einhaucht. Beide Seiten gehören zusammen. Der Mensch besitzt eine hohe Würde, bleibt aber zugleich Geschöpf. Er besteht nicht aus sich selbst und trägt das Leben nicht als unabhängiges Eigentum in sich. Sein Dasein ist empfangenes Leben.
Diese Verbindung schützt vor zwei entgegengesetzten Irrtümern. Einerseits darf der Mensch nicht so erhöht werden, als wäre er selbst göttlich oder könnte seine Existenz unabhängig von seinem Schöpfer bestimmen. Andererseits darf er auch nicht als bedeutungsloser Teil der Natur betrachtet werden. Die Bibel verbindet Demut und Würde: Der Mensch kommt aus Erde und lebt durch Gottes Gabe, zugleich trägt er als Mann und Frau eine besondere, von Gott verliehene Stellung.
Aus dieser Stellung wächst Verantwortung. Wer die Erde als Gottes Schöpfung erkennt, kann mit ihr nicht umgehen, als gehöre sie ihm absolut. Herrschaft soll innerhalb der Ordnung des Schöpfers ausgeübt werden. Der Mensch darf gestalten, bebauen und nutzen, bleibt dabei aber Gott verantwortlich. Die Welt ist ihm anvertraut, nicht überlassen.
Auch das Verhältnis zwischen Menschen erhält dadurch eine grundlegende Orientierung. Wenn menschliche Würde in Gottes Schöpfung begründet ist, kann sie nicht von anderen Menschen verliehen oder aberkannt werden. Unterschiede in Stärke, Begabung, Herkunft oder gesellschaftlicher Bedeutung verändern diese Grundlage nicht. Jeder Mensch steht als Geschöpf vor Gott und empfängt seinen Wert letztlich von ihm.
Der Schöpfungsbericht führt deshalb von der Frage nach dem Ursprung unmittelbar zur Frage nach der Identität des Menschen. Wer nicht sein eigener Schöpfer ist, muss seinen Wert und seine Bestimmung nicht selbst erfinden. Der Mensch ist gewollt, geschaffen und mit Verantwortung betraut. Seine Würde besteht nicht darin, Gott zu ersetzen, sondern darin, als Geschöpf in Beziehung zu ihm zu leben und die anvertraute Schöpfung unter seiner Herrschaft verantwortlich zu gestalten.
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Der siebte Tag erinnert an den Schöpfer
1. Mose 2,1-3 – „1 Also waren Himmel und Erde vollendet samt ihrem ganzen Heer, 2 so daß Gott am siebenten Tage sein Werk vollendet hatte, das er gemacht; und er ruhte am siebenten Tage von allen seinen Werken, die er gemacht hatte. 3 Und Gott segnete den siebenten Tag und heiligte ihn, denn an demselbigen ruhte er von all seinem Werk, das Gott schuf, als er es machte."
1. Mose 2,1-3 – „1 Also waren Himmel und Erde vollendet samt ihrem ganzen Heer, 2 so daß Gott am siebenten Tage sein Werk vollendet hatte, das er gemacht; und er ruhte am siebenten Tage von allen seinen Werken, die er gemacht hatte. 3 Und Gott segnete den siebenten Tag und heiligte ihn, denn an demselbigen ruhte er von all seinem Werk, das Gott schuf, als er es machte."
2. Mose 20,8-11 – „8 Gedenke des Sabbattages, daß du ihn heiligest! 9 Sechs Tage sollst du arbeiten und alle deine Werke verrichten; 10 aber am siebenten Tag ist der Sabbat des HERRN, deines Gottes; da sollst du kein Werk tun; weder du, noch dein Sohn, noch deine Tochter, noch dein Knecht, noch deine Magd, noch dein Vieh, noch dein Fremdling, der in deinen Toren ist. 11 Denn in sechs Tagen hat der HERR Himmel und E…"
Markus 2,27-28 – „27 Und er sprach zu ihnen: Der Sabbat ist um des Menschen willen gemacht, nicht der Mensch um des Sabbats willen. 28 Also ist des Menschen Sohn auch Herr des Sabbats."
Der Schöpfungsbericht endet nicht mit der Erschaffung des Menschen am sechsten Tag. 1. Mose 2 richtet den Blick anschließend auf den siebten Tag und beschreibt ihn in besonderer Weise. Himmel und Erde sind vollendet, Gott beendet sein Schöpfungswerk, ruht und segnet diesen Tag. Damit gehört der siebte Tag unmittelbar zur Abschlussbewegung des Schöpfungsberichts und erhält eine Bedeutung, die über die bloße Tatsache hinausgeht, dass Gott mit seinem Werk aufgehört hat.
Gottes Ruhe darf dabei nicht so verstanden werden, als wäre der Schöpfer nach sechs Tagen erschöpft gewesen und hätte körperliche Erholung benötigt. Die Schrift beschreibt vielmehr, dass sein Schöpfungswerk vollendet ist. Gott hört mit diesem besonderen Werk auf und setzt den siebten Tag von den übrigen Tagen ab. Entscheidend sind die drei Aussagen des Textes: Er ruht, er segnet den Tag und er heiligt ihn. Der Tag erhält seine besondere Stellung deshalb durch Gottes eigenes Handeln.
Auffällig ist, dass dies geschieht, bevor Israel als Volk existiert. Der siebte Tag erscheint bereits innerhalb des Schöpfungsberichts und wird mit Gottes vollendetem Werk verbunden. Seine erste biblische Bedeutung entsteht daher nicht aus einem späteren nationalen Brauch, sondern aus der Schöpfung selbst. Gott schafft nicht nur Raum, Leben und menschliche Verantwortung, sondern gibt dem Menschen auch einen von ihm geheiligten Rhythmus innerhalb der Zeit.
Später greift das vierte Gebot genau auf diesen Ursprung zurück. In 2. Mose 20 wird Israel aufgefordert, des Sabbattages zu gedenken und ihn zu heiligen. Die Begründung führt ausdrücklich zu den sechs Schöpfungstagen zurück: Der Herr machte Himmel, Erde, Meer und alles, was darin ist, und ruhte am siebten Tag. Deshalb segnete er den Sabbattag und heiligte ihn. Das Gebot erinnert somit nicht an eine beliebige religiöse Tradition, sondern an den Schöpfer und sein Werk.
Gerade diese Begründung macht den Sabbat zu einem Zeichen menschlicher Abhängigkeit von Gott. Sechs Tage darf und soll der Mensch arbeiten, gestalten und Verantwortung tragen. Doch der siebte Tag erinnert ihn daran, dass er nicht der letzte Ursprung seines Lebens und seiner Welt ist. Er kann schaffen im Sinn von bearbeiten, ordnen und gestalten, aber er ist niemals der Schöpfer. Regelmäßiges Ruhen unterbricht deshalb den Gedanken, alles hinge allein von menschlicher Leistung ab.
Der Schöpfungszusammenhang zeigt zugleich, dass der Sabbat nicht gegen den Menschen gerichtet ist. Jesus bestätigt dies, als er erklärt: „Der Sabbat ist um des Menschen willen gemacht, nicht der Mensch um des Sabbats willen.“ Seine Aussage fällt in einer Auseinandersetzung über eine belastende Auslegung des Sabbats. Jesus schafft den Tag nicht ab, sondern führt zurück zu seinem Sinn. Was Gott in der Schöpfung segnete, sollte dem Menschen dienen und ihn in die Beziehung zu seinem Schöpfer zurückführen.
Darin liegt auch eine wichtige Grenze für das Verständnis des Sabbats. Er darf weder zu einem Mittel werden, durch dessen Einhaltung sich der Mensch Gottes Annahme verdient, noch zu einer Ansammlung menschlicher Zusatzregeln, die seinen ursprünglichen Charakter verdecken. Schon seine Stellung am Anfang der Bibel zeigt, dass er zunächst Gottes Gabe ist. Der Mensch empfängt einen geheiligten Zeitraum, bevor von irgendeiner menschlichen Leistung die Rede ist.
Zugleich bleibt diese Gabe verbindlich mit Gottes Anspruch verbunden. Ein von Gott geheiligter Tag erhält seine Besonderheit nicht erst dadurch, dass Menschen ihn persönlich als sinnvoll empfinden. In 1. Mose 2 ist Gott selbst der Handelnde: Er segnet und heiligt den siebten Tag. Später erinnert das Gebot daran, diesen von Gott gesetzten Unterschied anzuerkennen. Geschenk und Gehorsam stehen deshalb auch hier nicht gegeneinander.
Der siebte Tag fügt dem Schöpfungsbericht damit eine Dimension hinzu, die leicht übersehen werden kann. Gott schafft nicht nur eine Welt, in der der Mensch leben kann, sondern ordnet auch seine Zeit auf die Gemeinschaft mit dem Schöpfer hin. Am Ende der Schöpfungswoche steht nicht noch ein weiteres Werk, sondern geheiligte Ruhe. Der Mensch soll deshalb nicht nur erkennen, dass Gott geschaffen hat, sondern regelmäßig daran erinnert werden, wer sein Schöpfer ist und dass sein Leben letztlich aus dessen Hand kommt.
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Durch den Sohn ist alles geschaffen
Kolosser 1,15-17 – „15 welcher das Ebenbild des unsichtbaren Gottes ist, der Erstgeborene aller Kreatur. 16 Denn in ihm ist alles erschaffen worden, was im Himmel und was auf Erden ist, das Sichtbare und das Unsichtbare, seien es Throne oder Herrschaften oder Fürstentümer oder Gewalten: alles ist durch ihn und für ihn geschaffen; 17 und er ist vor allem, und alles besteht in ihm."
Kolosser 1,15-17 – „15 welcher das Ebenbild des unsichtbaren Gottes ist, der Erstgeborene aller Kreatur. 16 Denn in ihm ist alles erschaffen worden, was im Himmel und was auf Erden ist, das Sichtbare und das Unsichtbare, seien es Throne oder Herrschaften oder Fürstentümer oder Gewalten: alles ist durch ihn und für ihn geschaffen; 17 und er ist vor allem, und alles besteht in ihm."
Johannes 1,1-3 – „1 Im Anfang war das Wort, und das Wort war bei Gott, und das Wort war Gott. 2 Dieses war im Anfang bei Gott. 3 Alles ist durch dasselbe entstanden; und ohne dasselbe ist auch nicht eines entstanden, was entstanden ist."
Hebräer 1,1-3 – „1 Nachdem Gott vor Zeiten manchmal und auf mancherlei Weise zu den Vätern geredet hat durch die Propheten, hat er zuletzt in diesen Tagen zu uns geredet durch den Sohn, 2 welchen er zum Erben von allem eingesetzt, durch welchen er auch die Weltzeiten gemacht hat; 3 welcher, da er die Ausstrahlung seiner Herrlichkeit und der Ausdruck seines Wesens ist und alle Dinge trägt mit dem Wort seiner Kraft…"
Wenn das Neue Testament auf den Ursprung der Welt zurückblickt, führt es die Schöpfung ausdrücklich zu Jesus Christus. Der Sohn erscheint dort nicht erst mit seiner Geburt in Bethlehem. Seine Existenz reicht vor die geschaffene Welt zurück, und sein Verhältnis zur Schöpfung wird mit ungewöhnlicher Klarheit beschrieben: Alles ist durch ihn geworden. Dadurch erhält das biblische Zeugnis vom Schöpfer eine christologische Tiefe, die für das Verständnis Jesu selbst entscheidend ist.
Paulus schreibt im Kolosserbrief, dass in Christus alles geschaffen wurde, was im Himmel und auf Erden ist, das Sichtbare und das Unsichtbare. Er erweitert die Aussage sogar auf Throne, Herrschaften, Fürstentümer und Gewalten. Damit bleibt kein geschaffener Bereich außerhalb dieses umfassenden „alles“. Christus steht nicht als besonders hohes Wesen innerhalb der Schöpfung, sondern auf der Seite dessen, durch den die geschaffene Wirklichkeit ihren Ursprung erhalten hat.
Gerade deshalb muss auch die unmittelbar vorausgehende Bezeichnung Christi als „Erstgeborener aller Schöpfung“ aus diesem Zusammenhang verstanden werden. Paulus erklärt den Ausdruck im nächsten Satz mit der Schöpfungsmacht Christi und fügt anschließend hinzu, dass er „vor allem“ ist. Der Gedankengang beschreibt seinen Vorrang über die Schöpfung, nicht seine Zugehörigkeit zu ihr als erstes geschaffenes Wesen. Denn wenn alles Geschaffene durch ihn entstanden ist, kann er nicht zugleich Teil jener Gesamtheit sein, deren Ursprung der Text auf ihn zurückführt.
Johannes formuliert denselben Gedanken aus einer anderen Perspektive. Im Anfang war das Wort, das Wort war bei Gott, und das Wort war Gott. Dann heißt es: „Alles ist durch dasselbe entstanden; und ohne dasselbe ist auch nicht eines entstanden, was entstanden ist.“ Die Formulierung zieht eine weitreichende Grenze zwischen dem Wort und allem Gewordenen. Was zur geschaffenen Wirklichkeit gehört, verdankt sein Entstehen dem göttlichen Wort.
Wenige Verse später identifiziert Johannes dieses Wort mit demjenigen, der Fleisch wurde und unter den Menschen wohnte. Damit entsteht eine der tiefsten Linien des Neuen Testaments: Der Schöpfer tritt in die von ihm geschaffene Welt ein. Derjenige, durch den alles geworden ist, nimmt menschliche Natur an und lebt unter seinen Geschöpfen. Schöpfung und Erlösung begegnen sich dadurch in derselben Person, ohne miteinander verwechselt zu werden.
Auch der Hebräerbrief beginnt mit dieser Verbindung. Gott hat in diesen letzten Tagen durch den Sohn gesprochen, den er zum Erben aller Dinge eingesetzt hat und durch den er auch die Welten gemacht hat. Unmittelbar danach wird Christus als derjenige beschrieben, der alle Dinge durch das Wort seiner Kraft trägt. Der Sohn steht damit nicht nur am Ursprung der Schöpfung, sondern wird auch mit ihrem Fortbestehen verbunden.
Diese Aussage korrigiert zugleich die Vorstellung eines Schöpfers, der die Welt irgendwann hervorgebracht und anschließend sich selbst überlassen hätte. Die geschaffene Wirklichkeit besteht nicht unabhängig von Gott weiter. Kolosser 1 sagt, dass alle Dinge in Christus zusammenbestehen, und Hebräer 1 spricht von seiner tragenden Macht. Die Bibel führt somit Ursprung und Erhaltung der Welt in derselben göttlichen Herrschaft zusammen.
Gerade dadurch verändert sich auch der Blick auf Jesu irdisches Leben. Der Mann, der in Galiläa über staubige Wege ging, Hunger kannte, Menschen heilte und schließlich am Kreuz starb, ist nach dem Zeugnis der Apostel derselbe, durch den Himmel und Erde entstanden sind. Seine Menschwerdung ist deshalb nicht nur die Ankunft eines Propheten. Der Schöpfer selbst kommt seiner gefallenen Schöpfung in der Person des Sohnes nahe.
Diese Verbindung gibt dem Erlösungswerk Christi ein besonderes Gewicht. Derjenige, der den Menschen ursprünglich geschaffen hat, überlässt ihn nach dem Fall nicht seinem Verderben. Er tritt selbst in die Geschichte ein, um zu retten, was durch die Sünde verloren geht. Die Macht des Schöpfers und die Hingabe des Erlösers gehören damit in Jesus Christus zusammen.
So führt das Neue Testament den Blick vom ersten Satz der Bibel bis zur Person Christi. „Im Anfang schuf Gott“ und „alles ist durch ihn geworden“ stehen nicht gegeneinander, sondern gehören zum selben biblischen Zeugnis. Der Gott, der Himmel und Erde geschaffen hat, offenbart sein schöpferisches Handeln durch den Sohn. Wer Jesus erkennt, begegnet deshalb nicht nur dem Retter der Welt, sondern auch dem Herrn, durch den diese Welt überhaupt ins Dasein gekommen ist.
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Die Schöpfung weist über sich selbst hinaus
Römer 1,19-23 – „19 weil das von Gott Erkennbare unter ihnen offenbar ist, da Gott es ihnen geoffenbart hat; 20 denn sein unsichtbares Wesen, das ist seine ewige Kraft und Gottheit, wird seit Erschaffung der Welt an den Werken durch Nachdenken wahrgenommen, so daß sie keine Entschuldigung haben. 21 Denn obschon sie Gott erkannten, haben sie ihn doch nicht als Gott gepriesen und ihm nicht gedankt, sondern sind in …"
Römer 1,19-23 – „19 weil das von Gott Erkennbare unter ihnen offenbar ist, da Gott es ihnen geoffenbart hat; 20 denn sein unsichtbares Wesen, das ist seine ewige Kraft und Gottheit, wird seit Erschaffung der Welt an den Werken durch Nachdenken wahrgenommen, so daß sie keine Entschuldigung haben. 21 Denn obschon sie Gott erkannten, haben sie ihn doch nicht als Gott gepriesen und ihm nicht gedankt, sondern sind in …"
Psalmen 19,2-5 – „2 Ein Tag sagt es dem andern, und eine Nacht tut es der andern kund, 3 ohne Sprache und ohne Worte, und ihre Stimme wird nicht gehört. 4 Ihre Stimme geht aus ins ganze Land und ihre Rede bis ans Ende der Welt. Dort hat er der Sonne ein Zelt gemacht. 5 Und sie geht hervor wie ein Bräutigam aus seiner Kammer und freut sich, wie ein Held zu laufen die Bahn."
Apostelgeschichte 17,24-28 – „24 Der Gott, der die Welt gemacht hat und alles, was darin ist, er, der Herr des Himmels und der Erde, wohnt nicht in Tempeln von Händen gemacht; 25 ihm wird auch nicht von Menschenhänden gedient, als ob er etwas bedürfte, da er ja selbst allen Leben und Odem und alles gibt. 26 Und er hat aus einem Blut das ganze Menschengeschlecht gemacht, daß es auf dem ganzen Erdboden wohne, und hat im voraus …"
Die geschaffene Welt besitzt nach der Bibel nicht nur einen Ursprung in Gott; sie gibt auch Zeugnis von ihm. Damit ist nicht gemeint, dass die Natur jede Wahrheit über Gott vollständig offenbaren könnte. Doch die Schrift spricht davon, dass der Mensch in der geschaffenen Wirklichkeit Hinweise auf Gottes Macht und Größe erkennen kann. Die Schöpfung verweist über sich selbst hinaus auf den, dem sie ihr Dasein verdankt.
Paulus entfaltet diesen Gedanken zu Beginn des Römerbriefes. Er erklärt, dass Gottes unsichtbares Wesen, seine ewige Kraft und Gottheit seit Erschaffung der Welt an seinen Werken wahrgenommen werden können. Der Apostel behauptet damit nicht, dass der Mensch aus der Natur allein das gesamte Evangelium erkennen könne. Sein Schwerpunkt liegt vielmehr darauf, dass die geschaffene Welt genügend von ihrem Schöpfer erkennen lässt, um die Vorstellung zurückzuweisen, sie sei selbst die höchste Wirklichkeit.
Gerade deshalb führt Paulus unmittelbar zur Frage der Anbetung. Das Grundproblem besteht für ihn nicht in einem Mangel an sichtbaren Dingen, sondern darin, dass Menschen die Herrlichkeit des unvergänglichen Gottes gegen Bilder aus der geschaffenen Welt vertauschen. Der Schöpfer wird durch seine Geschöpfe ersetzt. Damit wird eine zentrale Verkehrung sichtbar: Was eigentlich auf Gott hinweisen soll, nimmt seinen Platz ein.
Psalm 19 beschreibt dieselbe Wirklichkeit in der Sprache des Lobes. Die Himmel erzählen die Herrlichkeit Gottes, und die Ausdehnung verkündigt das Werk seiner Hände. Tag und Nacht geben dieses Zeugnis weiter, ohne dass dabei eine hörbare menschliche Rede nötig wäre. Der Psalm betrachtet den Himmel nicht als göttlich, sondern als Werk Gottes. Gerade seine Schönheit und Ordnung lenken den Blick weg vom Geschaffenen hin zu seinem Urheber.
Diese Unterscheidung schützt den biblischen Schöpfungsglauben sowohl vor Naturvergötterung als auch vor einer Geringschätzung der Natur. Die Sonne ist nicht Gott, doch sie ist sein Werk. Die Erde ist nicht heilig, weil sie selbst göttlich wäre, aber sie gehört dem Schöpfer und trägt die Spuren seines Handelns. Wer die Schöpfung ehrt, indem er sie an Gottes Stelle setzt, verfehlt ihre Bedeutung ebenso wie derjenige, der sie behandelt, als habe sie keinerlei Bezug zu ihrem Schöpfer.
Paulus greift diesen Gedanken in Athen unter anderen Voraussetzungen erneut auf. Umgeben von zahlreichen religiösen Vorstellungen verkündigt er den Gott, der die Welt und alles darin gemacht hat. Dieser Gott lässt sich nicht in von Menschen errichtete Heiligtümer einschließen und ist nicht auf menschliche Versorgung angewiesen. Gerade als Schöpfer steht er über allem Geschaffenen und ist von nichts abhängig, was Menschen ihm geben könnten.
Doch Paulus verbindet Gottes Erhabenheit unmittelbar mit seiner Nähe. Der Schöpfer gibt selbst allen Menschen Leben, Atem und alles andere. Er hat die Menschen geschaffen, damit sie ihn suchen, und Paulus fügt hinzu, dass Gott keinem von ihnen fern ist. Schöpfung bedeutet daher nicht nur, dass Gott am fernen Anfang des Universums steht. Jeder gegenwärtige Atemzug erinnert daran, dass menschliches Leben empfangen und von Gott abhängig ist.
Diese allgemeine Offenbarung besitzt jedoch eine Grenze. Die Natur kann Gottes Macht bezeugen und den Menschen auf den Schöpfer hinweisen, aber sie erklärt ihm nicht von sich aus die ganze Geschichte von Sünde, Versöhnung und Rettung. Ein Sternenhimmel erzählt nicht, warum Christus am Kreuz starb. Dafür ist Gottes besondere Offenbarung in seinem Wort und schließlich in seinem Sohn notwendig. Die Schöpfung kann zur Frage nach Gott führen; das Evangelium offenbart den Retter.
Gerade deshalb sollte auch persönliches Staunen über die Natur nicht mit einer vollständigen Gotteserkenntnis verwechselt werden. Schönheit, Ordnung und Leben können den Blick öffnen, doch sie müssen im Licht der Schrift eingeordnet werden. Seit dem Sündenfall begegnen in derselben Natur nicht nur Schönheit und Versorgung, sondern auch Vergänglichkeit, Kampf und Tod. Wer allein von der gegenwärtigen Natur auf jede Einzelheit von Gottes Charakter schließen wollte, würde deshalb ein widersprüchliches Bild erhalten.
Die Schöpfung bleibt dennoch ein mächtiges Zeugnis. Sie erinnert den Menschen daran, dass er in einer Wirklichkeit lebt, die er weder hervorgebracht noch sich selbst gegeben hat. Himmel und Erde rufen nicht dazu auf, sie anzubeten, sondern ihren Schöpfer zu erkennen. Und wo dieser Ruf im Licht des Wortes Gottes gehört wird, führt er über das Staunen hinaus: zur Ehrfurcht vor dem Gott, der alles geschaffen hat und sich in Jesus Christus noch tiefer zu erkennen gegeben hat.
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Die gute Schöpfung geriet unter die Macht der Sünde
1. Mose 3,14-19 – „14 Da sprach Gott der HERR zur Schlange: Weil du solches getan hast, so seist du verflucht vor allem Vieh und vor allen Tieren des Feldes! Auf deinem Bauch sollst du kriechen und Erde essen dein Leben lang! 15 Und ich will Feindschaft setzen zwischen dir und dem Weibe, zwischen deinem Samen und ihrem Samen; derselbe soll dir den Kopf zertreten, und du wirst ihn in die Ferse stechen. 16 Und zum We…"
1. Mose 3,14-19 – „14 Da sprach Gott der HERR zur Schlange: Weil du solches getan hast, so seist du verflucht vor allem Vieh und vor allen Tieren des Feldes! Auf deinem Bauch sollst du kriechen und Erde essen dein Leben lang! 15 Und ich will Feindschaft setzen zwischen dir und dem Weibe, zwischen deinem Samen und ihrem Samen; derselbe soll dir den Kopf zertreten, und du wirst ihn in die Ferse stechen. 16 Und zum We…"
Römer 8,19-23 – „19 Denn die gespannte Erwartung der Kreatur sehnt die Offenbarung der Kinder Gottes herbei. 20 Die Kreatur ist nämlich der Vergänglichkeit unterworfen, nicht freiwillig, sondern durch den, der sie unterworfen hat, auf Hoffnung hin, 21 daß auch sie selbst, die Kreatur, befreit werden soll von der Knechtschaft der Sterblichkeit zur Freiheit der Herrlichkeit der Kinder Gottes. 22 Denn wir wissen, da…"
1. Korinther 15,21-22 – „21 Denn weil der Tod kam durch einen Menschen, so kommt auch die Auferstehung der Toten durch einen Menschen; 22 denn gleichwie in Adam alle sterben, so werden auch in Christus alle lebendig gemacht werden."
Wer die heutige Welt betrachtet, begegnet nicht nur Schönheit, Ordnung und Leben. Krankheit, Schmerz, Gewalt, Vergänglichkeit und Tod gehören ebenso zur menschlichen Erfahrung. Deshalb reicht es nicht, lediglich festzuhalten, dass Gott die Welt geschaffen und sie ursprünglich als sehr gut bezeichnet hat. Die Bibel selbst erklärt, warum die gegenwärtige Schöpfung nicht mehr vollständig jenem ursprünglichen Zustand entspricht, den 1. Mose 1 beschreibt.
Die entscheidende Veränderung tritt in 1. Mose 3 ein. Der Mensch überschreitet bewusst die von Gott gesetzte Grenze und entscheidet sich gegen sein Wort. Die Sünde wird dabei nicht als Bestandteil der guten Schöpfung vorgestellt, den Gott von Anfang an in sie hineingelegt hätte. Sie erscheint als Bruch mit der Ordnung des Schöpfers. Gerade deshalb kann die gegenwärtige Gebrochenheit der Welt nicht einfach rückwirkend Gott als ursprünglichem Schöpfungswillen zugeschrieben werden.
Die Folgen dieser Abkehr reichen weit über eine innere Veränderung im Menschen hinaus. 1. Mose 3 spricht von Schmerz, Mühsal, gestörten Beziehungen und einem Erdboden, der dem Menschen nicht mehr nur ungebrochenen Ertrag bringt. Schließlich steht der Tod am Ende des menschlichen Weges: Der Mensch kehrt zum Staub zurück, aus dem er genommen wurde. Die harmonische Beziehung zwischen Gott, Mensch und geschaffener Umwelt ist beschädigt.
Dabei ist wichtig, zwischen dem ursprünglichen Schöpfungsurteil und der späteren gefallenen Welt zu unterscheiden. Gott bezeichnet sein vollendetes Werk als sehr gut. Dornen, Leiden und Tod erscheinen erst im Zusammenhang mit dem Sündenfall. Die Bibel zwingt deshalb nicht dazu, jedes gegenwärtige Geschehen in der Natur als direkten Ausdruck dessen zu verstehen, wie Gott seine Welt ursprünglich gedacht hat. Die heutige Schöpfung trägt weiterhin Spuren seiner Weisheit und zugleich die Zeichen einer Wirklichkeit, die unter Vergänglichkeit geraten ist.
Paulus greift genau diese Spannung in Römer 8 auf. Er beschreibt die Schöpfung als der Vergänglichkeit unterworfen und spricht davon, dass sie gemeinsam seufzt und in Geburtswehen liegt. Das Bild ist bemerkenswert, weil es weder die gegenwärtige Not verharmlost noch sie zum endgültigen Zustand erklärt. Die Schöpfung befindet sich nach Paulus in einer Situation, aus der sie Befreiung erwartet.
Damit erhält auch das Verhältnis des Menschen zur Natur eine tiefere Einordnung. Die Welt ist weiterhin Gottes Werk, doch sie ist nicht mehr identisch mit der ungebrochenen Schöpfung von 1. Mose 1. Schönheit und Verderben stehen heute nebeneinander. Deshalb kann man aus einem harmonischen Naturereignis ebenso wenig die ganze Wirklichkeit Gottes ableiten wie aus einer Naturkatastrophe schließen, Gott selbst sei zerstörerisch. Die Schrift gibt den größeren Rahmen, in dem beide Beobachtungen verstanden werden müssen.
Der Tod nimmt innerhalb dieses Rahmens eine besondere Stellung ein. Paulus führt ihn in 1. Korinther 15 auf die Geschichte der Sünde zurück und stellt Adam und Christus gegenüber: Durch einen Menschen kam der Tod, durch einen Menschen kommt die Auferstehung der Toten. Der Tod erscheint damit nicht als höchste Vollendung der Schöpfung, sondern als Feind, dessen Herrschaft Christus überwindet. Das ursprüngliche Schöpfungsthema führt dadurch unmittelbar in den Erlösungsplan hinein.
Diese Verbindung erklärt, warum Christus nicht nur als Schöpfer, sondern auch als Erlöser der Schöpfung begegnet. Derselbe Sohn, durch den alle Dinge geschaffen wurden, tritt in eine Welt ein, die unter den Folgen der Sünde steht. Er nimmt menschliche Natur an, begegnet Krankheit und Tod und geht schließlich selbst in den Tod. Seine Auferstehung eröffnet jedoch eine Wirklichkeit, in der die Herrschaft des Todes nicht das letzte Wort behält.
Der Sündenfall verändert deshalb nicht die Wahrheit, dass die Schöpfung ursprünglich gut war. Er erklärt vielmehr, warum zwischen Gottes ursprünglichem Werk und unserer gegenwärtigen Erfahrung eine schmerzhafte Spannung besteht. Wer diese Unterscheidung übersieht, kann entweder die heutige Gebrochenheit Gott unmittelbar zuschreiben oder die Realität des Bösen verharmlosen. Die Bibel tut weder das eine noch das andere.
So führt die Schöpfungslehre über den Anfang hinaus. Sie zeigt zunächst, wie Gott die Welt wollte, und macht dadurch zugleich sichtbar, dass ihr heutiger Zustand nicht endgültig ist. Die gefallene Schöpfung bleibt Gottes Schöpfung, und ihr Schöpfer hat sie nicht aufgegeben. In Christus beginnt bereits die Antwort auf jene Vergänglichkeit, die seit dem Sündenfall über Mensch und Welt liegt.
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Der Schöpfer allein ist der Anbetung würdig
Offenbarung 4,9-11 – „9 Und so oft die lebendigen Wesen Ruhm und Ehre und Dank darbringen dem, der auf dem Throne sitzt, der da lebt von Ewigkeit zu Ewigkeit, 10 so fallen die vierundzwanzig Ältesten nieder vor dem, der auf dem Throne sitzt, und beten den an, der da lebt von Ewigkeit zu Ewigkeit, und werfen ihre Kronen vor dem Throne nieder und sprechen: 11 Würdig bist du, unser Herr und Gott, zu empfangen den Ruhm un…"
Offenbarung 4,9-11 – „9 Und so oft die lebendigen Wesen Ruhm und Ehre und Dank darbringen dem, der auf dem Throne sitzt, der da lebt von Ewigkeit zu Ewigkeit, 10 so fallen die vierundzwanzig Ältesten nieder vor dem, der auf dem Throne sitzt, und beten den an, der da lebt von Ewigkeit zu Ewigkeit, und werfen ihre Kronen vor dem Throne nieder und sprechen: 11 Würdig bist du, unser Herr und Gott, zu empfangen den Ruhm un…"
Offenbarung 14,6-7 – „6 Und ich sah einen andern Engel durch die Mitte des Himmels fliegen, der hatte ein ewiges Evangelium den Bewohnern der Erde zu verkündigen, allen Nationen und Stämmen und Zungen und Völkern. 7 Der sprach mit lauter Stimme: Fürchtet Gott und gebet ihm die Ehre, denn die Stunde seines Gerichts ist gekommen; und betet den an, der den Himmel und die Erde und das Meer und die Wasserquellen gemacht ha…"
2. Mose 20,8-11 – „8 Gedenke des Sabbattages, daß du ihn heiligest! 9 Sechs Tage sollst du arbeiten und alle deine Werke verrichten; 10 aber am siebenten Tag ist der Sabbat des HERRN, deines Gottes; da sollst du kein Werk tun; weder du, noch dein Sohn, noch deine Tochter, noch dein Knecht, noch deine Magd, noch dein Vieh, noch dein Fremdling, der in deinen Toren ist. 11 Denn in sechs Tagen hat der HERR Himmel und E…"
Die biblische Schöpfungslehre beantwortet nicht nur die Frage nach dem Ursprung der Welt. Sie bestimmt zugleich, wem Anbetung gebührt. Wenn alles Geschaffene sein Dasein Gott verdankt, kann kein Teil der Schöpfung den Platz des Schöpfers einnehmen. Die Schrift verbindet deshalb die Erkenntnis Gottes als Schöpfer immer wieder mit Ehrfurcht, Dank und Anbetung. Wer seinen Ursprung erkennt, erkennt zugleich seine Abhängigkeit.
In Offenbarung 4 wird Johannes in eine himmlische Anbetungsszene geführt. Um den Thron Gottes erklingt das Bekenntnis, dass der Herr würdig ist, Herrlichkeit, Ehre und Macht zu empfangen, weil er alle Dinge geschaffen hat. Die Begründung ist bemerkenswert klar: Gottes Anspruch auf Anbetung wird unmittelbar mit seiner Schöpferstellung verbunden. Alles existiert durch seinen Willen; deshalb steht er über allem, was existiert.
Damit wird eine Grenze gezogen, die sich durch die gesamte Bibel hindurchzieht. Geschöpfe können groß, schön oder mächtig sein, aber sie bleiben Geschöpfe. Menschen, Engel, Himmelskörper und Naturkräfte besitzen kein göttliches Recht auf Anbetung. Wo etwas Geschaffenes an Gottes Stelle tritt, wird die Ordnung zwischen Schöpfer und Schöpfung umgekehrt. Gerade diese Verkehrung hatte Paulus in Römer 1 als Grundproblem des Götzendienstes beschrieben.
Die Offenbarung greift den Schöpfergedanken später noch einmal in einem besonderen heilsgeschichtlichen Zusammenhang auf. Die erste Engelsbotschaft aus Offenbarung 14 richtet sich an alle Nationen, Stämme, Sprachen und Völker und ruft dazu auf, Gott zu fürchten, ihm Ehre zu geben und ihn anzubeten, „der den Himmel und die Erde und das Meer und die Wasserquellen gemacht hat“. In einer Welt konkurrierender Mächte und Ansprüche wird die Menschheit damit zurück zum Schöpfer gerufen.
Dieser Aufruf erhält zusätzliches Gewicht, weil er mit der Stunde des göttlichen Gerichts verbunden ist. Der Schöpfer ist nicht nur der Ursprung der Geschichte, sondern auch derjenige, vor dem die Geschichte verantwortlich bleibt. Weil die Welt ihm gehört, besitzt er das Recht, sie zu beurteilen. Gericht und Schöpfung stehen deshalb nicht zufällig nebeneinander: Derjenige, der Leben gegeben hat und seine Ordnung gesetzt hat, bleibt auch der gerechte Herr über sein Werk.
Die Formulierung in Offenbarung 14 erinnert zugleich auffällig an das vierte Gebot. Auch dort wird der Sabbat mit dem Gott begründet, der Himmel, Erde, Meer und alles, was darin ist, geschaffen hat. Diese sprachliche Verbindung legt nahe, dass der Ruf zur Anbetung des Schöpfers die biblische Erinnerung an seine Schöpfung einschließt. Der Sabbat weist dabei nicht auf menschliche Leistung, sondern auf das vollendete Werk Gottes zurück.
Gerade in einer Welt, in der der Mensch leicht sich selbst zum höchsten Maßstab erhebt, besitzt diese Erinnerung eine tiefgehende Bedeutung. Wer Gott als Schöpfer anerkennt, erkennt zugleich an, dass Wahrheit, Leben und menschliche Würde nicht erst vom Menschen erfunden werden. Der Mensch empfängt sein Leben, seine Welt und seinen Auftrag. Anbetung bedeutet deshalb auch, die eigene Stellung vor Gott anzunehmen: nicht als Besitzer der Wirklichkeit, sondern als Geschöpf unter seinem guten Herrschaftsanspruch.
Das schließt Dankbarkeit ein. Wenn Leben, Atem und alles Geschaffene letztlich von Gott kommen, ist Anbetung mehr als eine religiöse Handlung zu bestimmten Zeiten. Sie ist die Anerkennung, dass das eigene Dasein Geschenk ist. Gleichzeitig bleibt die besondere gemeinschaftliche und zeitliche Anbetung wichtig, weil der Mensch dazu neigt, den Ursprung seines Lebens im Alltag aus dem Blick zu verlieren.
Im Neuen Testament erhält diese Anbetung zudem ihre christologische Tiefe. Derselbe Christus, durch den alles geschaffen wurde, steht in der Offenbarung als das Lamm im Mittelpunkt himmlischer Verehrung. Der Schöpfer ist der Welt nicht fern geblieben, sondern ist zu ihrer Erlösung gekommen. Schöpfung und Erlösung führen deshalb nicht zu zwei verschiedenen Mittelpunkten der Anbetung. Der Gott, der alles ins Dasein rief, offenbart seine rettende Herrschaft in Christus.
So wird die Frage nach dem Ursprung zu einer Frage der Zugehörigkeit. Wenn Gott der Schöpfer ist, gehört ihm nicht nur die ferne Vergangenheit des Universums, sondern auch das gegenwärtige Leben. Die angemessene Antwort darauf ist Anbetung: nicht aus Angst vor einer fremden Macht, sondern aus Ehrfurcht vor dem, von dem alles kommt. Der biblische Ruf zum Schöpfer führt den Menschen damit zurück an seinen richtigen Platz – vor den Gott, der alles geschaffen hat und allein würdig ist, Ehre zu empfangen.
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Die Schöpfung entfaltet sich in einer wirklichen Woche
1. Mose 1,3-5 – „3 Und Gott sprach: Es werde Licht! Und es ward Licht. 4 Und Gott sah, daß das Licht gut war; da schied Gott das Licht von der Finsternis; 5 und Gott nannte das Licht Tag, und die Finsternis Nacht. Und es ward Abend, und es ward Morgen: der erste Tag."
1. Mose 1,3-5 – „3 Und Gott sprach: Es werde Licht! Und es ward Licht. 4 Und Gott sah, daß das Licht gut war; da schied Gott das Licht von der Finsternis; 5 und Gott nannte das Licht Tag, und die Finsternis Nacht. Und es ward Abend, und es ward Morgen: der erste Tag."
1. Mose 1,14-19 – „14 Und Gott sprach: Es seien Lichter an der Himmelsfeste, zur Unterscheidung von Tag und Nacht, die sollen zur Bestimmung der Zeiten und der Tage und Jahre dienen, 15 und zu Leuchtern an der Himmelsfeste, daß sie die Erde beleuchten! Und es geschah also. 16 Und Gott machte die zwei großen Lichter, das große Licht zur Beherrschung des Tages und das kleinere Licht zur Beherrschung der Nacht; dazu d…"
2. Mose 20,8-11 – „8 Gedenke des Sabbattages, daß du ihn heiligest! 9 Sechs Tage sollst du arbeiten und alle deine Werke verrichten; 10 aber am siebenten Tag ist der Sabbat des HERRN, deines Gottes; da sollst du kein Werk tun; weder du, noch dein Sohn, noch deine Tochter, noch dein Knecht, noch deine Magd, noch dein Vieh, noch dein Fremdling, der in deinen Toren ist. 11 Denn in sechs Tagen hat der HERR Himmel und E…"
Die Frage nach den Schöpfungstagen gehört unmittelbar zum Verständnis von 1. Mose 1. Der Bericht beschreibt nicht nur, dass Gott geschaffen hat, sondern ordnet sein Handeln in aufeinanderfolgende Tage. Wiederholt erscheinen Abend und Morgen, und die einzelnen Tage werden gezählt. Diese Zeitstruktur ist kein nebensächlicher Schmuck des Textes, sondern gehört zur Weise, wie der Schöpfungsbericht selbst Gottes Werk darstellt.
Bereits beim ersten Tag setzt Gott eine Unterscheidung zwischen Licht und Finsternis. Er nennt das Licht Tag und die Finsternis Nacht; anschließend folgt die Formel von Abend und Morgen. Der Text beginnt damit einen Rhythmus, der sich durch das Kapitel fortsetzt. Die einzelnen Schöpfungsabschnitte stehen nicht als zeitlose Bilder nebeneinander, sondern werden in eine geordnete Folge gestellt: erster Tag, zweiter Tag und so weiter bis zum sechsten Tag.
Besonders wichtig ist, dass der Schöpfungsbericht selbst keinen Hinweis gibt, diese Tage als prophetische Zeiträume zu verstehen. In prophetischen Visionen können Tage symbolische Bedeutung besitzen, wenn Textgattung und Zusammenhang dies anzeigen. 1. Mose 1 ist jedoch keine symbolische Zeitweissagung. Die Tage gehören zur erzählten Abfolge der Schöpfung und werden durch Abend und Morgen begrenzt. Deshalb liegt es näher, sie entsprechend dem normalen Tagesverständnis des Textes zu lesen.
Manchmal wird eingewandt, ein gewöhnlicher Tag könne vor der Erschaffung von Sonne, Mond und Sternen am vierten Tag nicht bestanden haben. Der Bericht selbst setzt jedoch bereits vor diesem Zeitpunkt Licht, Finsternis, Tag und Nacht sowie Abend und Morgen voraus. Die später geschaffenen Himmelslichter erhalten die Aufgabe, über Tag und Nacht zu herrschen und als Zeichen für Zeiten, Tage und Jahre zu dienen. Der Text macht ihre Existenz daher nicht zur Voraussetzung dafür, dass Gott zuvor bereits Tag und Nacht unterscheiden konnte.
Die stärkste innerbiblische Einordnung der Schöpfungstage findet sich im vierten Gebot. 2. Mose 20 verbindet die menschliche Arbeitswoche unmittelbar mit Gottes Schöpfungswoche: Sechs Tage soll der Mensch arbeiten, denn in sechs Tagen machte der Herr Himmel, Erde und Meer; am siebten Tag ruhte er. Die sechs menschlichen Arbeitstage und der siebte Sabbattag stehen in einer bewussten Entsprechung zu Gottes sechs Schöpfungstagen und seiner Ruhe am siebten Tag.
Würden die sechs Tage des Schöpfungsberichts für völlig unbestimmte lange Zeitalter stehen, würde diese Begründung des wöchentlichen Sabbatrhythmus erheblich an Natürlichkeit verlieren. Das Gebot behandelt Gottes Schöpfungswoche als das Vorbild für die menschliche Woche. Gerade weil der siebte Tag derselbe Schöpfungstag ist, den Gott segnete und heiligte, erhält auch der wöchentliche Rhythmus seine Begründung. Die Zeitstruktur von 1. Mose 1 und 2. Mose 20 erklärt sich damit gegenseitig.
Diese Beobachtung bedeutet nicht, dass die Bibel jede moderne Frage über physikalische Vorgänge, Entfernungen im Universum oder naturgeschichtliche Einzelheiten beantwortet. Der Text verfolgt einen anderen Schwerpunkt. Er bezeugt, wer geschaffen hat, was seinem schöpferischen Handeln entspringt und in welchem von Gott gesetzten Rhythmus dieses Werk vollendet wurde. Dort, wo die Schrift keine Einzelheiten nennt, sollte auch die Auslegung keine erfundene Genauigkeit ergänzen.
Ebenso wenig sollte der Schöpfungsbericht so behandelt werden, als müsse sein theologischer Gehalt gegen seinen erzählten Ablauf ausgespielt werden. Dass der Text Gottes Macht, Weisheit und Güte offenbart, macht seine zeitlichen Aussagen nicht bedeutungslos. Gerade die konkrete Folge der Tage trägt einen Teil seiner Botschaft: Gott schafft bewusst, geordnet und zielgerichtet. Sein Werk bewegt sich auf eine vollendete Schöpfung und schließlich auf den geheiligten siebten Tag zu.
Der Glaube an die Schöpfungswoche beruht damit nicht auf dem Versuch, jede Frage außerhalb der Schrift mit einem einzelnen Vers zu lösen. Er entsteht aus dem natürlichen Zusammenhang des Schöpfungsberichts und seiner späteren biblischen Auslegung. 1. Mose zählt die Tage, verbindet sie mit Abend und Morgen und führt sie zum siebten Tag; das vierte Gebot nimmt genau diese Woche als Grundlage menschlicher Zeitordnung auf.
So besitzt selbst die zeitliche Form des Schöpfungsberichts geistliches Gewicht. Gott offenbart sich nicht nur als Schöpfer einer fernen Vergangenheit, sondern setzt einen Rhythmus, der den Menschen bis in seinen wöchentlichen Alltag hinein an seinen Ursprung erinnert. Die Schöpfungswoche führt deshalb nicht zu Spekulation, sondern zu einer einfachen biblischen Erkenntnis: Die Zeit des Menschen steht unter der Ordnung des Schöpfers, und der siebte Tag bewahrt innerhalb dieser Ordnung die Erinnerung an sein vollendetes Werk.
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Die Erde gehört dem Schöpfer
Psalmen 24,1-2 – „1 Ein Psalm Davids. Dem HERRN gehört die Erde und was sie erfüllt, der Erdboden und die darauf wohnen; 2 denn er hat ihn über Meeren gegründet und über Strömen befestigt."
Psalmen 24,1-2 – „1 Ein Psalm Davids. Dem HERRN gehört die Erde und was sie erfüllt, der Erdboden und die darauf wohnen; 2 denn er hat ihn über Meeren gegründet und über Strömen befestigt."
1. Mose 2,15 – „15 Und Gott der HERR nahm den Menschen und setzte ihn in den Garten Eden, daß er ihn bauete und bewahrete."
3. Mose 25,23 – „23 Ihr sollt das Land nicht als unablöslich verkaufen; denn das Land ist mein, und ihr seid Fremdlinge und Beisaßen."
Wenn Gott Himmel und Erde geschaffen hat, folgt daraus eine Wahrheit, die das Verhältnis des Menschen zur Welt grundlegend bestimmt: Die Schöpfung gehört ihrem Schöpfer. Der Mensch lebt in ihr, nutzt ihre Güter und gestaltet seinen Lebensraum, aber er wird in der Bibel niemals zum uneingeschränkten Eigentümer der Erde erklärt. Psalm 24 beginnt deshalb mit dem Bekenntnis: „Die Erde ist des HERRN und was darinnen ist.“ Gottes Schöpferrecht bleibt bestehen, auch nachdem er dem Menschen Verantwortung innerhalb seiner Welt übertragen hat.
Der Psalm begründet diesen Anspruch unmittelbar mit der Schöpfung. Die Erde gehört Gott, weil er sie gegründet hat. Besitz wird damit nicht zuerst aus menschlicher Eroberung, Arbeit oder rechtlicher Verfügung abgeleitet, sondern aus dem Ursprung aller Dinge. Was Menschen besitzen können, besitzen sie innerhalb einer Wirklichkeit, die bereits ihrem Schöpfer gehört. Diese Perspektive begrenzt menschliche Selbstherrlichkeit und schafft zugleich einen Rahmen für verantwortliches Handeln.
Schon in Eden wird diese Verantwortung sichtbar. Gott setzt den Menschen in den Garten, damit er ihn bebaut und bewahrt. Beide Tätigkeiten gehören zusammen. Der Mensch darf die geschaffene Welt nutzen, entwickeln und gestalten; er soll sie jedoch zugleich hüten. Die Erde wird ihm nicht überlassen, damit er mit ihr nach Belieben verfährt, sondern anvertraut, damit er innerhalb von Gottes Ordnung tätig ist.
Dadurch erhält die in 1. Mose 1 verliehene Herrschaft über die Erde ihre notwendige Einordnung. Biblisches Herrschen bedeutet nicht, dass der Mensch gegenüber der übrigen Schöpfung keinerlei Grenzen hätte. Seine Autorität ist abgeleitet. Er herrscht als Geschöpf unter dem Schöpfer und bleibt diesem für den Umgang mit dem Anvertrauten verantwortlich. Wo menschliche Nutzung in zerstörerische Willkür übergeht, wird die ursprüngliche Berufung zur Bewahrung verfehlt.
Eine ähnliche Grundlinie erscheint später im Gesetz Israels. Beim Umgang mit dem verheißenen Land erklärt Gott: „Das Land soll nicht für immer verkauft werden; denn das Land ist mein.“ Israel durfte das Land bewohnen, bearbeiten und Ertrag daraus gewinnen, doch Gott erinnerte sein Volk daran, dass sein Eigentumsrecht über menschlichen Besitzverhältnissen stand. Diese konkrete Ordnung gehörte zum Bund mit Israel, doch die darin ausgesprochene Begründung führt zurück zu einem umfassenderen Gedanken: Gottes Schöpfung bleibt letztlich sein Eigentum.
Das verändert auch den Blick auf materielle Güter. Wenn alles Geschaffene seinen Ursprung in Gott hat, kann Besitz niemals die Grundlage absoluter menschlicher Unabhängigkeit sein. Nahrung, Land, Fähigkeiten und natürliche Ressourcen sind nicht selbstgeschaffene Wirklichkeiten. Der Mensch arbeitet wirklich und trägt Verantwortung für das, was er hervorbringt, doch er arbeitet stets mit einer Welt, die er zuvor empfangen hat.
Daraus folgt weder, dass jede Nutzung der Natur falsch wäre, noch dass der Mensch sich aus der Gestaltung der Erde zurückziehen sollte. Gerade der Auftrag zum Bebauen setzt aktive Tätigkeit voraus. Landwirtschaft, Bauen, Gestalten und der verantwortliche Gebrauch natürlicher Güter stehen nicht im Gegensatz zum Schöpfungsauftrag. Die Grenze liegt dort, wo Nutzung die Zugehörigkeit der Schöpfung zu Gott vergisst und das Anvertraute nur noch nach kurzfristigem Eigeninteresse behandelt wird.
Auch Dankbarkeit erhält auf diesem Hintergrund eine tiefere Bedeutung. Wer die Erde als Gottes Eigentum erkennt, empfängt ihre Güter nicht als selbstverständlichen Anspruch. Nahrung, Lebensraum und die Möglichkeiten menschlicher Arbeit werden zu Gaben, für die der Schöpfer geehrt wird. Diese Haltung führt weder zu Angst vor der Welt noch zu ihrer Vergötterung. Sie erlaubt, das Geschaffene zu genießen und zugleich den Geber darüber nicht zu vergessen.
Die Schöpfungslehre berührt damit sehr konkrete Fragen des Lebens. Sie betrifft nicht nur die ferne Vergangenheit, sondern auch die Weise, wie Menschen mit ihrer Umwelt, ihrem Besitz und den ihnen anvertrauten Möglichkeiten umgehen. Der Schöpfer hat dem Menschen wirkliche Verantwortung gegeben, ohne auf sein eigenes Herrschaftsrecht zu verzichten. Gerade diese Verbindung verleiht menschlicher Arbeit Würde und setzt ihr zugleich Grenzen.
Wer bekennt, dass die Erde dem Herrn gehört, betrachtet die Welt deshalb weder als göttlich noch als wertloses Verbrauchsmaterial. Sie ist Gottes Werk und bleibt unter seiner Herrschaft. Der Mensch darf sie gebrauchen, gestalten und sich an ihr freuen, aber er tut dies als Verwalter dessen, was ihm nicht endgültig gehört. Schöpfungsglaube führt so von der Frage nach dem Ursprung zu einer Haltung der Dankbarkeit, Verantwortung und Ehrfurcht gegenüber dem, der alles ins Dasein gerufen hat.
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1. Mose 1 und 2 gehören zusammen
1. Mose 2,4-9 – „4 Dies ist die Entstehung des Himmels und der Erde, zur Zeit, als Gott der HERR Himmel und Erde schuf. 5 Es war aber noch kein Strauch des Feldes auf Erden, noch irgend ein grünes Kraut auf dem Felde gewachsen; denn Gott der HERR hatte noch nicht regnen lassen auf Erden, und es war kein Mensch vorhanden, um das Land zu bebauen. 6 Aber ein Dunst stieg auf von der Erde und befeuchtete die ganze Erd…"
1. Mose 2,4-9 – „4 Dies ist die Entstehung des Himmels und der Erde, zur Zeit, als Gott der HERR Himmel und Erde schuf. 5 Es war aber noch kein Strauch des Feldes auf Erden, noch irgend ein grünes Kraut auf dem Felde gewachsen; denn Gott der HERR hatte noch nicht regnen lassen auf Erden, und es war kein Mensch vorhanden, um das Land zu bebauen. 6 Aber ein Dunst stieg auf von der Erde und befeuchtete die ganze Erd…"
1. Mose 2,18-25 – „18 Und Gott der HERR sprach: Es ist nicht gut, daß der Mensch allein sei; ich will ihm eine Gehilfin machen, die ihm entspricht! 19 Und Gott der HERR bildete aus Erde alle Tiere des Feldes und alle Vögel des Himmels und brachte sie zu dem Menschen, daß er sähe, wie er sie nennen würde, und damit jedes lebendige Wesen den Namen trage, den der Mensch ihm gäbe. 20 Da gab der Mensch einem jeglichen V…"
1. Mose 1,26-31 – „26 Und Gott sprach: Wir wollen Menschen machen nach unserm Bild uns ähnlich; die sollen herrschen über die Fische im Meer und über die Vögel des Himmels und über das Vieh auf der ganzen Erde, auch über alles, was auf Erden kriecht! 27 Und Gott schuf den Menschen ihm zum Bilde, zum Bilde Gottes schuf er ihn; männlich und weiblich schuf er sie. 28 Und Gott segnete sie und sprach zu ihnen: Seid fruc…"
Nach dem Abschluss der Schöpfungswoche beginnt 1. Mose 2 nicht einfach noch einmal dieselbe Erzählung in gleicher Weise. Der Blick verändert sich. Während 1. Mose 1 die gesamte Schöpfung in ihrer geordneten Folge beschreibt und den Menschen innerhalb dieses großen Ganzen einordnet, konzentriert sich der folgende Abschnitt auf den Menschen, seinen Lebensraum, seine Aufgabe und die Gemeinschaft zwischen Mann und Frau. Beide Kapitel behandeln deshalb denselben Schöpfer und dieselbe geschaffene Wirklichkeit, setzen aber unterschiedliche Schwerpunkte.
Dieser Perspektivwechsel wird bereits in 1. Mose 2,4 sichtbar. Der Text spricht rückblickend von der Entstehung von Himmel und Erde und richtet die Aufmerksamkeit anschließend zunehmend auf die Erde und den Menschen. Das Interesse liegt nun nicht mehr darin, alle Schöpfungstage noch einmal nachzuerzählen. Stattdessen wird genauer entfaltet, was in 1. Mose 1 nur knapp berichtet wurde: wie der Mensch geschaffen wurde, welchen Ort Gott ihm gab und welche Verantwortung er erhielt.
So beschreibt 1. Mose 2 die Bildung Adams aus dem Staub der Erde und den Lebensodem, den Gott ihm gibt. Diese Einzelheit ergänzt die Aussage aus 1. Mose 1, dass Gott den Menschen als sein Ebenbild schuf. Das erste Kapitel hebt besonders Würde und Auftrag hervor; das zweite beschreibt die geschöpfliche Abhängigkeit des Menschen. Beide Aussagen gehören zusammen: Der Mensch trägt eine von Gott verliehene besondere Würde und bleibt dennoch vollständig von seinem Schöpfer abhängig.
Manchmal wird in 1. Mose 2,5 ein Widerspruch zur Pflanzenwelt des ersten Kapitels vermutet. Dort ist von bestimmten Gewächsen des Feldes die Rede, die noch nicht vorhanden beziehungsweise noch nicht hervorgewachsen waren, und als Begründung wird unter anderem genannt, dass noch kein Mensch da war, um den Erdboden zu bebauen. Der Zusammenhang richtet den Blick damit auf den Lebensraum und die Arbeit des Menschen. Der Vers muss deshalb nicht als Aussage verstanden werden, auf der gesamten Erde habe es entgegen 1. Mose 1 noch keinerlei Pflanzen gegeben.
Ähnlich verhält es sich mit den Tieren in 1. Mose 2. Der Schwerpunkt des Abschnitts liegt darauf, dass Gott die Tiere zu Adam bringt, damit dieser sie benennt und zugleich erkennt, dass unter ihnen kein ihm entsprechendes Gegenüber vorhanden ist. Der Text möchte an dieser Stelle vor allem erklären, warum die Tiere die menschliche Gemeinschaft nicht ersetzen können. Er muss deshalb nicht als neue chronologische Aufzählung ihrer Entstehung gelesen werden, die die Reihenfolge von 1. Mose 1 aufheben soll.
Das eigentliche Ziel der Szene wird durch Gottes Aussage eröffnet: „Es ist nicht gut, daß der Mensch allein sei.“ Bis zu diesem Punkt hatte der Schöpfungsbericht immer wieder vom Guten gesprochen. Nun begegnet erstmals etwas, das innerhalb der noch sündlosen Welt als „nicht gut“ bezeichnet wird: die Einsamkeit des Menschen. Es handelt sich nicht um einen Fehler in Gottes Schöpfung, sondern um die Vorbereitung auf die Vollendung menschlicher Gemeinschaft.
Die Erschaffung der Frau wird deshalb mit besonderer Nähe beschrieben. Sie wird nicht als ein minderwertiges Nebenprodukt oder als weiteres Tier unter anderen Geschöpfen eingeführt, sondern als das Gegenüber, das dem Mann entspricht. Adams Reaktion erkennt diese besondere Verbundenheit unmittelbar: „Das ist doch Bein von meinem Bein und Fleisch von meinem Fleisch.“ 1. Mose 2 vertieft damit die knappe Aussage aus dem ersten Kapitel, dass Gott den Menschen als Mann und Frau schuf.
Aus dieser Schöpfungshandlung leitet der Text zugleich die Verbindung von Mann und Frau ab. Ein Mann verlässt Vater und Mutter, hängt seiner Frau an, und beide werden ein Fleisch. Die Ehe wird damit innerhalb der ursprünglichen Schöpfungsordnung verankert und nicht erst als spätere gesellschaftliche Einrichtung vorgestellt. Jesus selbst greift genau diesen Zusammenhang später auf und verbindet 1. Mose 1 und 2 miteinander, wenn er von Gottes Schöpfung des Menschen als Mann und Frau und von ihrem Einswerden spricht.
Gerade Jesu Umgang mit diesen Texten zeigt, dass die beiden Kapitel nicht gegeneinander ausgespielt werden sollten. Für ihn gehören die Aussagen über die Erschaffung von Mann und Frau und über ihre Verbindung zu einer gemeinsamen Schöpfungswirklichkeit. Die unterschiedliche Darstellungsweise hebt die Einheit des Geschehens nicht auf. Das zweite Kapitel vertieft vielmehr jene menschliche Dimension, die das erste innerhalb des größeren Schöpfungspanoramas nur in wenigen Versen behandelt.
So entsteht aus beiden Kapiteln gemeinsam ein vollständigeres Bild. 1. Mose 1 zeigt den Menschen innerhalb einer von Gott geordneten Welt; 1. Mose 2 führt näher an seine Abhängigkeit, seinen Lebensraum, seine Arbeit und seine Beziehungen heran. Der zweite Bericht ersetzt den ersten nicht und korrigiert ihn nicht, sondern vertieft seinen menschlichen Mittelpunkt. Gerade zusammen machen beide deutlich, dass der Schöpfer den Menschen nicht nur ins Dasein ruft, sondern ihm einen Platz, eine Aufgabe und Gemeinschaft innerhalb seiner guten Ordnung gibt.
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Der Schöpfer macht seine Schöpfung neu
Offenbarung 21,1-5 – „1 Und ich sah einen neuen Himmel und eine neue Erde; denn der erste Himmel und die erste Erde sind vergangen, und das Meer ist nicht mehr. 2 Und ich sah die heilige Stadt, das neue Jerusalem, aus dem Himmel herabsteigen von Gott, zubereitet wie eine für ihren Mann geschmückte Braut. 3 Und ich hörte eine laute Stimme aus dem Himmel sagen: Siehe da, die Hütte Gottes bei den Menschen! Und er wird be…"
Offenbarung 21,1-5 – „1 Und ich sah einen neuen Himmel und eine neue Erde; denn der erste Himmel und die erste Erde sind vergangen, und das Meer ist nicht mehr. 2 Und ich sah die heilige Stadt, das neue Jerusalem, aus dem Himmel herabsteigen von Gott, zubereitet wie eine für ihren Mann geschmückte Braut. 3 Und ich hörte eine laute Stimme aus dem Himmel sagen: Siehe da, die Hütte Gottes bei den Menschen! Und er wird be…"
Römer 8,19-23 – „19 Denn die gespannte Erwartung der Kreatur sehnt die Offenbarung der Kinder Gottes herbei. 20 Die Kreatur ist nämlich der Vergänglichkeit unterworfen, nicht freiwillig, sondern durch den, der sie unterworfen hat, auf Hoffnung hin, 21 daß auch sie selbst, die Kreatur, befreit werden soll von der Knechtschaft der Sterblichkeit zur Freiheit der Herrlichkeit der Kinder Gottes. 22 Denn wir wissen, da…"
Jesaja 65,17 – „17 Denn siehe, ich schaffe einen neuen Himmel und eine neue Erde, also daß man der frühern nicht mehr gedenkt und sie niemand mehr in den Sinn kommen werden;"
Die biblische Botschaft von der Schöpfung endet nicht in 1. Mose. Nachdem die Schrift vom guten Anfang und später von Sünde, Vergänglichkeit und Tod berichtet hat, richtet sie den Blick schließlich auf Gottes endgültiges Ziel. Der Schöpfer gibt sein Werk nicht preis. Was durch die Sünde beschädigt wurde, soll nicht für immer in diesem Zustand bleiben. Deshalb führt die letzte große Perspektive der Bibel erneut zu Himmel und Erde – nun aber zu ihrer vollständigen Erneuerung.
In Offenbarung 21 sieht Johannes einen neuen Himmel und eine neue Erde. Diese Vision steht nach der endgültigen Überwindung des Bösen und beschreibt eine Wirklichkeit, in der Gottes ursprüngliche Absicht mit seiner Schöpfung vollendet wird. Bemerkenswert ist, dass die biblische Hoffnung nicht einfach darin besteht, die geschaffene Welt endgültig hinter sich zu lassen. Gott selbst erneuert die Wirklichkeit, in der seine Erlösten mit ihm leben werden.
Der Mittelpunkt dieser neuen Schöpfung ist Gottes ungetrübte Gemeinschaft mit den Menschen. Johannes hört die Erklärung, dass Gottes Wohnung bei ihnen sein wird und er bei ihnen wohnen wird. Was seit dem Sündenfall gestört war, wird endgültig wiederhergestellt. Die Bibel beginnt mit Menschen in einer von Gott geschaffenen Welt und endet mit einer erneuerten Schöpfung, in der Gott wieder ohne die Trennung durch Sünde bei seinem Volk wohnt.
Darum verschwinden in dieser Zukunft gerade jene Dinge, die nicht zum ursprünglichen „sehr gut“ der Schöpfung gehören. Gott wird alle Tränen abwischen; Tod, Leid, Geschrei und Schmerz werden nicht mehr sein. Diese Aussagen sind mehr als Trost dafür, schwierige Zustände besser ertragen zu können. Die Ursachen der gegenwärtigen Gebrochenheit werden tatsächlich beseitigt. Gottes Erlösung führt nicht nur zu einem veränderten inneren Empfinden, sondern zur endgültigen Überwindung dessen, was seine Schöpfung zerstört hat.
Paulus beschreibt dieselbe Hoffnung in Römer 8 aus der Perspektive der gegenwärtigen Welt. Die Schöpfung ist der Vergänglichkeit unterworfen und seufzt, während sie auf Befreiung wartet. Sie wird dabei nicht als etwas dargestellt, das Gott wertlos geworden wäre und deshalb einfach aufgegeben werden könnte. Gerade weil sie seine Schöpfung ist, besitzt sie eine Zukunft. Ihr gegenwärtiges Seufzen steht unter der Erwartung einer kommenden Befreiung.
Diese Hoffnung ist eng mit der Erlösung des Menschen verbunden. Paulus spricht von der Offenbarung der Kinder Gottes und von der Erlösung des Leibes. Der biblische Erlösungsplan zielt also nicht auf eine endgültige Loslösung des Menschen von allem Geschöpflichen. Der Mensch bleibt Gottes Geschöpf, und Gott erlöst ihn als solchen. Auferstehung und erneuerte Schöpfung gehören deshalb zu derselben Hoffnung auf die Überwindung von Tod und Vergänglichkeit.
Bereits Jesaja verwendet die Sprache eines neuen Himmels und einer neuen Erde, um Gottes kommende Wiederherstellung zu beschreiben. Die prophetische Verheißung führt über die zerstörerische Geschichte der Sünde hinaus und richtet den Blick auf Gottes schöpferische Macht. Derjenige, der am Anfang sprach und Wirklichkeit hervorbrachte, ist auch fähig, eine Welt zu schaffen, in der das Böse nicht mehr herrscht. Die Hoffnung auf Erneuerung beruht damit auf derselben Macht, durch die die erste Schöpfung entstand.
Im Neuen Testament erhält diese Hoffnung ihren Mittelpunkt in Christus. Seine Auferstehung zeigt, dass der Tod nicht unüberwindlich ist. Derselbe Sohn, durch den alles geschaffen wurde, ist aus dem Grab hervorgegangen und besitzt das Leben, das der Tod nicht mehr beherrschen kann. Deshalb ist die Hoffnung auf eine neue Schöpfung keine Rückkehr zu einem unbekannten Anfang, sondern mit dem auferstandenen Christus verbunden, der die Erlösung bis zu ihrer Vollendung führt.
Diese Perspektive bewahrt davor, Schöpfung und Erlösung voneinander zu trennen. Gottes rettendes Handeln bedeutet nicht, dass er sein ursprüngliches Werk verwirft und durch etwas völlig Wesensfremdes ersetzt. Er beseitigt Sünde, Tod und Verderben und bringt seine Schöpfung zu dem Ziel, für das sie bestimmt ist. Was am Anfang „sehr gut“ war, soll nicht für immer unter dem Fall verborgen bleiben.
So schließt sich der große biblische Bogen. Am Anfang steht Gott, der Himmel und Erde schafft; am Ende steht derselbe Gott, der erklärt: „Siehe, ich mache alles neu.“ Die Geschichte der Sünde liegt zwischen diesen beiden Punkten, aber sie bestimmt nicht das letzte Wort über die Schöpfung. Das letzte Wort gehört dem Schöpfer selbst – und seine Macht, die Welt ins Dasein zu rufen, ist zugleich die Grundlage der Hoffnung, dass er sie durch Christus vollkommen wiederherstellen wird.
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Zusammenfassung und Gebet
Die biblische Schöpfungsbotschaft gibt der gesamten Geschichte der Welt ihren ersten und grundlegenden Rahmen. Noch bevor vom Menschen, von Sünde oder Erlösung gesprochen wird, steht Gott als derjenige da, von dem alles ausgeht. Himmel und Erde besitzen ihren Ursprung nicht in sich selbst. Sie sind geschaffen, geordnet und von einem Willen getragen, der ihnen vorausgeht. Deshalb beginnt biblischer Glaube mit einer grundlegenden Unterscheidung: Gott ist der Schöpfer, alles andere ist Schöpfung.
Diese Wahrheit gibt auch dem Menschen seinen Platz. Er ist weder bedeutungslos noch selbst göttlich. Als Mann und Frau trägt er Gottes Ebenbild und empfängt dadurch eine besondere Würde und Verantwortung. Zugleich stammt er vom Erdboden und lebt durch den Lebensodem, den Gott gibt. Größe und Abhängigkeit gehören zusammen: Der Mensch darf die Erde gestalten, bleibt aber selbst ein Geschöpf, das sein Leben nicht aus eigener Macht besitzt.
Auch die Welt, die ihm anvertraut wird, gehört weiterhin Gott. Der Mensch darf bebauen, nutzen und gestalten, aber nicht so, als sei er ihr uneingeschränkter Eigentümer. Schöpfungsglaube führt deshalb zu Verantwortung. Was Gottes Werk ist, kann weder vergöttert noch achtlos behandelt werden. Die Natur bleibt Geschöpf, trägt jedoch die Handschrift ihres Schöpfers und erinnert den Menschen daran, dass sein Lebensraum empfangen wurde.
Der Schöpfungsbericht ordnet darüber hinaus selbst die Zeit auf Gott hin. Die sechs Schöpfungstage führen zum siebten Tag, den Gott segnet und heiligt. Später wird genau diese Schöpfungswoche zur Begründung des Sabbatgebotes. Der Mensch soll deshalb nicht nur wissen, dass Gott irgendwann geschaffen hat, sondern regelmäßig daran erinnert werden, dass Leben, Arbeit und Zeit unter seinem Schöpfer stehen. Ruhe wird so zum Bekenntnis, dass nicht alles von menschlicher Leistung abhängt.
Im Neuen Testament gewinnt diese Wahrheit eine noch tiefere Dimension. Der Sohn, der als Jesus Christus Mensch wurde, steht nicht erst am Ende der Geschichte der Schöpfung. Durch ihn sind alle Dinge geschaffen, und durch ihn bestehen sie. Derjenige, der in die menschliche Niedrigkeit eintrat, ist derselbe, durch den Himmel und Erde entstanden. Dadurch begegnen sich Schöpfung und Erlösung in einer Weise, die das Verständnis Christi grundlegend vertieft.
Gerade diese Verbindung wird wichtig, weil die gegenwärtige Welt nicht mehr vollständig dem ursprünglichen „sehr gut“ entspricht. Sünde hat die Beziehung zwischen Gott, Mensch und Schöpfung beschädigt; Vergänglichkeit und Tod prägen eine Welt, die zugleich noch immer Gottes Werk ist. Deshalb darf weder alles Schöne als Beweis einer ungebrochenen Welt noch alles Leid als Ausdruck von Gottes ursprünglichem Schöpfungswillen verstanden werden. Die Schrift selbst unterscheidet zwischen dem guten Anfang und der späteren Wirklichkeit des Falls.
Doch der Schöpfer überlässt sein Werk nicht dieser Gebrochenheit. Christus, durch den alles geschaffen wurde, tritt selbst in die gefallene Welt ein und beginnt das Erlösungswerk, das schließlich zur vollständigen Wiederherstellung führt. Seine Auferstehung zeigt bereits, dass der Tod nicht das letzte Wort besitzt. Die biblische Hoffnung richtet sich deshalb nicht auf eine ewige Fortsetzung von Sünde und Vergänglichkeit, sondern auf einen neuen Himmel und eine neue Erde, in denen Gottes ursprüngliche Absicht vollendet wird.
Damit wird verständlich, weshalb die Schöpfung in der Bibel immer wieder zur Anbetung führt. Gott ist würdig, weil alles durch seinen Willen existiert. Kein Mensch, kein Engel, keine Naturkraft und keine geschaffene Macht darf seinen Platz einnehmen. Gerade in der letzten Botschaft an die Welt erklingt deshalb erneut der Ruf, den anzubeten, der Himmel, Erde, Meer und Wasserquellen gemacht hat. Am Ende der Geschichte wird die Menschheit auf dieselbe Wahrheit zurückgeführt, mit der die Schrift beginnt.
Der Schöpfungsglaube verbindet so Ursprung, Gegenwart und Zukunft. Er erklärt, wem die Welt gehört, woher menschliche Würde kommt, warum das Böse nicht zur ursprünglichen Ordnung Gottes gehört und weshalb Hoffnung auf Wiederherstellung möglich ist. Über allem steht Christus: der Sohn, durch den alles geschaffen wurde, der in seine eigene Schöpfung kam und sie durch sein Erlösungswerk ihrem Ziel entgegenführt. Wer den Schöpfer erkennt, begegnet deshalb nicht nur der Macht, durch die alles begann, sondern auch der Treue Gottes, die sein Werk nicht aufgibt.
Vater im Himmel, wir danken dir für Himmel und Erde, für das Leben und für alles Gute, das aus deiner Hand kommt. Lehre uns, dich als unseren Schöpfer zu ehren und unseren Platz als deine Geschöpfe demütig anzunehmen. Gib uns Weisheit, mit dem, was du uns anvertraut hast, verantwortlich umzugehen, und bewahre uns davor, Geschaffenes an deine Stelle zu setzen. Wir danken dir besonders für Jesus Christus, durch den alles geworden ist und durch den du deine gefallene Schöpfung erlöst. Stärke unsere Hoffnung auf den Tag, an dem du alles neu machen wirst. Amen.
„Im Anfang schuf Gott die Himmel und die Erde.“ 1. Mose 1,1