Weihnachten

Weihnachten: biblisch einordnen und Christus im Mittelpunkt sehen

Die Bibel verbietet nicht, der Geburt Jesu zu gedenken. Sie gebietet jedoch auch kein jährliches Weihnachtsfest. Entscheidend ist daher nicht das Datum oder eine spätere Tradition, sondern ob Christus im Mittelpunkt steht und ob unser Handeln Gott ehrt, ohne Aberglauben, Götzendienst oder unbiblische Bräuche zu übernehmen.

Einführung

Kaum ein christliches Thema wird so unterschiedlich beurteilt wie Weihnachten. Für die einen ist es das schönste Fest des Jahres, an dem die Menschwerdung Jesu dankbar gefeiert wird. Für andere ist Weihnachten ein heidnisches Fest, das Christen vollständig meiden sollten. Wieder andere sehen darin vor allem eine kommerzielle Tradition, die mit der biblischen Botschaft kaum noch etwas zu tun hat. Zwischen diesen Positionen entstehen oft Unsicherheit, Missverständnisse und nicht selten auch harte gegenseitige Urteile.

Die Bibel beantwortet diese Frage jedoch nicht mit einem einzigen Satz. Sie sagt weder ausdrücklich: „Feiert Weihnachten“, noch findet sich ein Gebot: „Feiert die Geburt Jesu niemals.“ Deshalb genügt es nicht, sich auf einzelne Behauptungen oder historische Schlagworte zu stützen. Ebenso wenig reicht es aus, auf Traditionen oder persönliche Gefühle zu verweisen. Die entscheidende Frage lautet vielmehr: Nach welchen biblischen Maßstäben beurteilt Gott Feste, Gedenktage und religiöse Bräuche?

Hinzu kommt, dass häufig mehrere Themen miteinander vermischt werden. Die Geburt Jesu selbst, die Wahl des 25. Dezember, mögliche heidnische Ursprünge einzelner Bräuche, Weihnachtsbäume, Geschenke, Lichter und die Frage nach christlicher Gewissensfreiheit sind nicht identisch. Manche Argumente beziehen sich auf die Geschichte, andere auf die Bibel, wieder andere auf spätere Entwicklungen. Erst wenn diese Ebenen sorgfältig voneinander unterschieden werden, lässt sich die Frage fair und biblisch beantworten.

Darum beginnt die Betrachtung nicht bei heutigen Weihnachtsbräuchen, sondern bei der grundlegenden Frage: Was sagt die Bibel überhaupt über die Geburt Jesu, und welche Bedeutung gibt sie diesem Ereignis? Von dort aus lässt sich Schritt für Schritt beurteilen, welche Schlussfolgerungen sich sicher aus der Heiligen Schrift ziehen lassen und wo zwischen biblischer Lehre und menschlicher Tradition unterschieden werden muss.

Die Geburt Jesu ist ein Grund zur Freude

Lukas 2,8-20 – „8 Und es waren Hirten in derselben Gegend auf dem Felde, die bewachten des Nachts ihre Herde. 9 Und siehe, ein Engel des Herrn trat zu ihnen, und die Klarheit des Herrn umleuchtete sie; und sie fürchteten sich sehr. 10 Und der Engel sprach zu ihnen: Fürchtet euch nicht! Denn siehe, ich verkündige euch große Freude, die dem ganzen Volk widerfahren soll. 11 Denn euch ist heute ein Retter geboren, w…"
Lukas 2,8-20 – „8 Und es waren Hirten in derselben Gegend auf dem Felde, die bewachten des Nachts ihre Herde. 9 Und siehe, ein Engel des Herrn trat zu ihnen, und die Klarheit des Herrn umleuchtete sie; und sie fürchteten sich sehr. 10 Und der Engel sprach zu ihnen: Fürchtet euch nicht! Denn siehe, ich verkündige euch große Freude, die dem ganzen Volk widerfahren soll. 11 Denn euch ist heute ein Retter geboren, w…"
Matthäus 1,18-25 – „18 Die Geburt Jesu Christi aber war also: Als seine Mutter Maria mit Joseph verlobt war, noch ehe sie zusammenkamen, erfand sich's, daß sie empfangen hatte vom heiligen Geist. 19 Aber Joseph, ihr Mann, der gerecht war und sie doch nicht an den Pranger stellen wollte, gedachte sie heimlich zu entlassen. 20 Während er aber solches im Sinne hatte, siehe, da erschien ihm ein Engel des Herrn im Traum,…"
Johannes 1,14 – „14 Und das Wort ward Fleisch und wohnte unter uns; und wir sahen seine Herrlichkeit, eine Herrlichkeit als des Eingeborenen vom Vater, voller Gnade und Wahrheit."
Galater 4,4-5 – „4 Als aber die Zeit erfüllt war, sandte Gott Seinen Sohn, von einem Weibe geboren und unter das Gesetz getan, 5 damit er die, welche unter dem Gesetz waren, loskaufte, auf daß wir das Sohnesrecht empfingen."

Bevor die Frage nach Weihnachten beantwortet werden kann, muss zunächst geklärt werden, wie die Bibel selbst die Geburt Jesu beurteilt. Denn wenn bereits die Geburt des Messias kein Ereignis wäre, das Freude und Dankbarkeit hervorrufen darf, wäre jede weitere Diskussion überflüssig. Die Heilige Schrift beginnt jedoch genau entgegengesetzt. Sie beschreibt die Geburt Jesu als einen einzigartigen Wendepunkt der Heilsgeschichte und als Anlass zu großer Freude.

Als Jesus in Bethlehem geboren wurde, erschien den Hirten ein Engel des Herrn und verkündigte: „Siehe, ich verkündige euch große Freude, die dem ganzen Volk widerfahren soll; denn euch ist heute der Retter geboren, welcher ist Christus, der Herr“ (Lukas 2,10–11). Die Engel luden die Hirten nicht zur Gleichgültigkeit ein, sondern zum Staunen. Unmittelbar darauf erfüllte ein großes himmlisches Heer die Nacht mit dem Lob Gottes: „Ehre sei Gott in der Höhe und Friede auf Erden, an den Menschen ein Wohlgefallen!“ Die erste Reaktion des Himmels auf die Menschwerdung Christi war Anbetung.

Auch die Hirten gingen nicht schweigend nach Hause. Nachdem sie das Kind gesehen hatten, erzählten sie überall, was ihnen über dieses Kind gesagt worden war. Lukas berichtet sogar, dass sie zurückkehrten und Gott priesen für alles, was sie gehört und gesehen hatten. Die Geburt Jesu wurde also nicht verborgen gehalten, sondern öffentlich bekannt gemacht und mit Dankbarkeit beantwortet. Die Bibel zeigt darin keinen heidnischen oder fragwürdigen Vorgang, sondern ein Werk Gottes selbst.

Matthäus ergänzt dieses Bild, indem er die Geburt Jesu mit den alttestamentlichen Verheißungen verbindet. Das Kind in der Krippe war nicht einfach die Geburt eines außergewöhnlichen Menschen. Es war die Erfüllung der Verheißung Immanuel – „Gott mit uns“. Johannes drückt dieselbe Wahrheit später mit den Worten aus: „Und das Wort wurde Fleisch und wohnte unter uns.“ Die Menschwerdung Christi gehört deshalb zu den größten Offenbarungen der Liebe Gottes. Ohne die Geburt Jesu gäbe es weder das Kreuz noch die Auferstehung noch unsere Erlösung.

Auch Paulus betrachtet die Menschwerdung als einen Höhepunkt des Erlösungsplanes. Er schreibt: „Als aber die Zeit erfüllt war, sandte Gott seinen Sohn.“ Gott handelte nicht zufällig, sondern zu seiner bestimmten Zeit. Die Geburt Jesu war der Beginn des sichtbaren Erlösungswerkes, das schließlich am Kreuz vollendet wurde. Deshalb darf die Geburt Christi niemals losgelöst von seinem gesamten Heilswerk betrachtet werden. Die Krippe erhält ihre eigentliche Bedeutung erst im Licht des Kreuzes und der Auferstehung.

Damit steht bereits ein wichtiger biblischer Grundsatz fest: Die Bibel bewertet die Geburt Jesu durchweg positiv. Sie ist kein heidnisches Ereignis, sondern Anlass zu Lobpreis, Dankbarkeit und Anbetung Gottes. Daraus folgt jedoch noch nicht automatisch, dass Christen ein jährliches Weihnachtsfest feiern müssen oder dass jede spätere Tradition biblisch ist. Zwischen der Freude über die Menschwerdung Christi und der Frage nach einem jährlich festgelegten Feiertag besteht ein wichtiger Unterschied. Genau dieser Unterschied muss nun sorgfältig betrachtet werden.

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Hat Gott ein Weihnachtsfest angeordnet?

3. Mose 23,1-44 – „1 Und der HERR redete zu Mose und sprach: Sage den Kindern Israel und sprich zu ihnen: 2 Das sind die Feste des HERRN, da ihr heilige Festversammlungen einberufen sollt; das sind meine Feste: 3 Sechs Tage lang soll man arbeiten, aber am siebenten Tag ist die Sabbatfeier, eine heilige Versammlung; da sollt ihr kein Werk tun; denn es ist der Sabbat des HERRN, in allen euren Wohnorten. 4 Das sind ab…"
3. Mose 23,1-44 – „1 Und der HERR redete zu Mose und sprach: Sage den Kindern Israel und sprich zu ihnen: 2 Das sind die Feste des HERRN, da ihr heilige Festversammlungen einberufen sollt; das sind meine Feste: 3 Sechs Tage lang soll man arbeiten, aber am siebenten Tag ist die Sabbatfeier, eine heilige Versammlung; da sollt ihr kein Werk tun; denn es ist der Sabbat des HERRN, in allen euren Wohnorten. 4 Das sind ab…"
Lukas 2,1-20 – „1 Es begab sich aber in jenen Tagen, daß ein Befehl ausging vom Kaiser Augustus, daß alle Welt sich sollte schätzen lassen. 2 Diese Schatzung war die erste und geschah, als Kyrenius Landpfleger in Syrien war. 3 Und es zogen alle aus, um sich schätzen zu lassen, ein jeder in seine Stadt. 4 Es ging aber auch Joseph von Galiläa, aus der Stadt Nazareth, hinauf nach Judäa in die Stadt Davids, welche B…"
Johannes 7,2-14 – „2 Es war aber das Laubhüttenfest der Juden nahe. 3 Da sprachen seine Brüder zu ihm: Brich doch auf von hier und ziehe nach Judäa, damit auch deine Jünger die Werke sehen, die du tust! 4 Denn niemand tut etwas im Verborgenen und sucht doch öffentlich bekannt zu sein. Wenn du solches tust, so offenbare dich der Welt! 5 Denn auch seine Brüder glaubten nicht an ihn. 6 Da spricht Jesus zu ihnen: Meine…"
Kolosser 2,16-17 – „16 So soll euch nun niemand richten wegen Speise oder Trank, oder wegen eines Festes oder Neumonds oder Sabbats, 17 welche Dinge doch nur ein Schatten derer sind, die kommen sollten, wovon aber Christus das Wesen hat."

Nachdem deutlich geworden ist, dass die Geburt Jesu selbst ein Grund zur Freude ist, stellt sich die nächste Frage: Hat Gott sein Volk angewiesen, die Geburt Christi jedes Jahr an einem bestimmten Tag zu feiern? Gerade an dieser Stelle ist eine sorgfältige Unterscheidung wichtig. Die Bibel beschreibt viele bedeutende Ereignisse, aber nicht jedes Ereignis wurde von Gott als jährlich wiederkehrendes Fest eingesetzt.

Im Alten Testament legte Gott seinem Volk mehrere Feste ausdrücklich auf. In 3. Mose 23 werden unter anderem das Passah, das Fest der Ungesäuerten Brote, das Pfingstfest, der Versöhnungstag und das Laubhüttenfest genannt. Diese Feste wurden nicht von Menschen entwickelt, sondern von Gott selbst eingesetzt. Sie hatten eine heilsgeschichtliche Bedeutung und verwiesen auf sein Erlösungswerk. Israel durfte sie deshalb nicht nach Belieben verändern oder durch eigene religiöse Feste ersetzen.

Auffallend ist jedoch, dass weder im Alten noch im Neuen Testament ein jährliches Fest zur Erinnerung an die Geburt des Messias angeordnet wird. Die Evangelien berichten ausführlich über die Geburt Jesu, aber keiner der Schreiber fordert die Gläubigen auf, dieses Ereignis jedes Jahr an einem bestimmten Datum zu feiern. Auch die Apostel geben der Gemeinde keine entsprechende Anweisung. Das Schweigen der Bibel ist hier bedeutsam. Wo Gott ein Fest verbindlich machen wollte, hat er es klar ausgesprochen. Bei der Geburt Jesu geschieht das nicht.

Dabei ist bemerkenswert, dass Jesus selbst die von Gott eingesetzten Feste besuchte. Johannes berichtet, dass er zum Laubhüttenfest nach Jerusalem ging. Ebenso nahm er am Passah teil. Er ehrte also die Feste, die Gott gegeben hatte. Gleichzeitig findet sich nirgends ein Hinweis darauf, dass Jesus oder seine Jünger seine Geburt jährlich gefeiert hätten. Wäre ein solches Fest für die Gemeinde verbindlich gewesen, wäre zu erwarten, dass das Neue Testament zumindest einen entsprechenden Hinweis enthält. Einen solchen Hinweis gibt es jedoch nicht.

Das bedeutet allerdings ebenso wenig, dass jede freiwillige Erinnerung an die Geburt Christi verboten wäre. Zwischen einem göttlichen Gebot und einer freiwilligen Gedenkfeier besteht ein wesentlicher Unterschied. Die Bibel verbietet nicht, über die Geburt Jesu zu predigen, Lieder über seine Menschwerdung zu singen oder Gott für dieses Wunder zu danken. Sie erhebt dies jedoch auch nicht zu einem verpflichtenden heiligen Fest für alle Gläubigen.

Auch Kolosser 2 hilft bei dieser Einordnung. Paulus warnt davor, Menschen nach religiösen Festen oder bestimmten Tagen zu richten. Sein Anliegen ist nicht, beliebige Traditionen zu begründen, sondern deutlich zu machen, dass die Erlösung nicht an das Halten bestimmter Festtage gebunden ist. Ein Christ wird nicht heiliger, weil er Weihnachten feiert, und auch nicht untreuer, weil er darauf verzichtet. Die Erlösung gründet allein auf Jesus Christus und nicht auf einem Kalender.

Damit ergibt sich eine erste wichtige Schlussfolgerung. Die Bibel gebietet kein Weihnachtsfest, sie verbietet aber auch nicht, der Geburt Jesu dankbar zu gedenken. Die eigentliche Diskussion beginnt daher an einer anderen Stelle: Wenn Weihnachten kein biblisch eingesetztes Fest ist, woher stammt dann der 25. Dezember? Und bedeutet eine mögliche geschichtliche Verbindung zu heidnischen Bräuchen automatisch, dass Christen dieses Datum meiden müssen? Genau diese Fragen müssen nun sorgfältig geprüft werden.

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Ist der 25. Dezember heidnisch?

5. Mose 12,29-32 – „29 Wenn der HERR, dein Gott, die Heiden vor dir her ausrottet, da, wo du hinkommst sie zu beerben, und wenn du sie beerbt hast und in ihrem Lande wohnst, 30 so hüte dich davor, verstrickt zu werden dadurch, daß du sie nachahmst, da sie doch vor dir her vertilgt worden sind, und ihren Göttern nachzufragen und zu sprechen: Wie dienten diese Heiden ihren Göttern? Ich will auch also tun! 31 Du sollst…"
5. Mose 12,29-32 – „29 Wenn der HERR, dein Gott, die Heiden vor dir her ausrottet, da, wo du hinkommst sie zu beerben, und wenn du sie beerbt hast und in ihrem Lande wohnst, 30 so hüte dich davor, verstrickt zu werden dadurch, daß du sie nachahmst, da sie doch vor dir her vertilgt worden sind, und ihren Göttern nachzufragen und zu sprechen: Wie dienten diese Heiden ihren Göttern? Ich will auch also tun! 31 Du sollst…"
Römer 14,5-8 – „5 Dieser achtet einen Tag höher als den andern, jener hält alle Tage gleich; ein jeglicher sei seiner Meinung gewiß! 6 Wer auf den Tag schaut, schaut darauf für den Herrn, und wer nicht auf den Tag schaut, schaut nicht darauf für den Herrn. Wer ißt, der ißt für den Herrn; denn er dankt Gott, und wer nicht ißt, der ißt nicht für den Herrn und dankt Gott. 7 Denn keiner von uns lebt sich selbst und …"
1. Korinther 8,4-6 – „4 was also das Essen der Götzenopfer betrifft, so wissen wir, daß kein Götze in der Welt ist und daß es keinen Gott gibt außer dem Einen. 5 Denn wenn es auch sogenannte Götter gibt, sei es im Himmel oder auf Erden (wie es ja wirklich viele Götter und viele Herren gibt), 6 so haben wir doch nur einen Gott, den Vater, von welchem alle Dinge sind und wir für ihn; und einen Herrn, Jesus Christus, dur…"
1. Korinther 10,25-31 – „25 Alles, was auf dem Fleischmarkt feil ist, das esset, ohne um des Gewissens willen nachzuforschen; 26 denn «die Erde ist des Herrn und was sie erfüllt». 27 Wenn aber jemand von den Ungläubigen euch einladet und ihr hingehen wollt, so esset alles, was euch vorgesetzt wird, und forschet nicht nach um des Gewissens willen. 28 Wenn aber jemand zu euch sagen würde: Das ist Götzenopferfleisch! so ess…"

Die wohl häufigste Behauptung über Weihnachten lautet: „Der 25. Dezember war ursprünglich ein heidnisches Fest. Deshalb dürfen Christen Weihnachten nicht feiern.“ Diese Aussage klingt zunächst eindeutig. Doch bevor daraus eine biblische Schlussfolgerung gezogen wird, muss sorgfältig unterschieden werden zwischen geschichtlichen Entwicklungen und dem, was die Bibel tatsächlich lehrt.

Zunächst fällt auf, dass die Bibel selbst kein Datum für die Geburt Jesu nennt. Weder Lukas noch Matthäus geben einen Kalendertag an. Deshalb kann aus der Heiligen Schrift weder bewiesen werden, dass Jesus am 25. Dezember geboren wurde, noch dass er an einem anderen bestimmten Tag geboren wurde. Wer behauptet, der 25. Dezember sei der tatsächliche Geburtstag Jesu, geht über das hinaus, was die Bibel sagt. Ebenso kann aber niemand mit der Bibel beweisen, dass gerade dieses Datum grundsätzlich verboten wäre.

Im Alten Testament warnt Gott sein Volk mehrfach davor, heidnische Gottesdienste und Götzenverehrung zu übernehmen. In 5. Mose 12 sagt er ausdrücklich, Israel solle nicht fragen: „Wie haben diese Völker ihren Göttern gedient? Ebenso will auch ich es tun.“ Das Problem bestand also nicht in einem bestimmten Kalendertag, sondern darin, dass Gottes Volk heidnische Anbetungsformen, Götter und religiöse Praktiken übernehmen wollte. Gott verbietet nicht den Kalender der Heiden, sondern ihren Götzendienst.

Im Neuen Testament begegnet Paulus einer ähnlichen Frage. Christen in Korinth fragten sich, ob Fleisch gegessen werden dürfe, das zuvor einem Götzen geopfert worden war. Paulus antwortet zunächst mit einer grundlegenden Wahrheit: „Wir wissen, dass ein Götze nichts ist in der Welt und dass es keinen anderen Gott gibt außer dem einen.“ Das Fleisch selbst war dadurch nicht verunreinigt worden. Entscheidend war die Verbindung zur Götzenverehrung. Wer bewusst an einem Götzenopfer teilnahm, beteiligte sich an einem falschen Gottesdienst. Wer jedoch einfach Nahrung kaufte, ohne an einem Götzenkult teilzunehmen, sündigte dadurch nicht.

Dieses Prinzip ist wichtig. Die Bibel beurteilt Dinge nicht allein nach ihrer früheren Geschichte, sondern nach ihrer gegenwärtigen geistlichen Bedeutung. Ein Gegenstand, ein Tag oder ein Ort besitzt nicht von selbst eine geistliche Reinheit oder Unreinheit. Entscheidend ist, wofür er verwendet wird und wem dadurch Ehre gegeben wird.

Auch Römer 14 hilft bei dieser Frage. Paulus schreibt: „Dieser hält einen Tag höher als den anderen; jener hält alle Tage gleich; jeder sei seiner Meinung gewiss.“ Paulus spricht hier nicht von den von Gott eingesetzten Festen Israels, sondern von Fragen des persönlichen Gewissens. Seine Aufforderung lautet, einander in solchen Dingen nicht zu richten. Wer einen Tag zur Ehre des Herrn begeht, soll dies für den Herrn tun. Wer ihn nicht begeht, soll ebenfalls für den Herrn handeln. Das Gewissen muss an Gottes Wort gebunden sein und darf nicht durch menschliche Urteile beherrscht werden.

Damit ergibt sich eine wichtige biblische Grenze. Sollte Weihnachten tatsächlich mit Götzenverehrung, Aberglauben oder heidnischen religiösen Handlungen verbunden werden, muss ein Christ diese entschieden ablehnen. Wird der Tag jedoch genutzt, um Gott für die Menschwerdung Jesu zu danken, die Bibel zu lesen, Christus anzubeten und Gemeinschaft mit Gläubigen zu pflegen, dann beschreibt die Bibel einen solchen Gebrauch nicht als Götzendienst.

Die eigentliche Frage lautet deshalb nicht zuerst: „Welche Geschichte hatte ein Datum vor vielen Jahrhunderten?“ Sondern: „Wen ehre ich heute mit meinem Herzen?“ Dennoch bleibt eine weitere Frage offen. Was ist mit Weihnachtsbaum, Lichterketten, Geschenken und anderen Weihnachtsbräuchen? Sind sie harmlos, oder verbietet die Bibel einige dieser Traditionen? Genau diese Unterscheidung erfordert ebenfalls eine sorgfältige Prüfung.

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Was ist mit Weihnachtsbaum, Geschenken und anderen Bräuchen?

Jeremia 10,1-5 – „1 Höret das Wort des HERRN, das er zu euch redet, o Haus Israel! So spricht der HERR: 2 Ihr sollt der Heiden Weise nicht erlernen und vor den Zeichen des Himmels nicht erschrecken, weil die Heiden sich vor ihnen fürchten. 3 Denn die Satzungen der Heiden sind nichtig. Denn ein Holz ist's, das man im Walde gehauen und das der Künstler mit dem Beile zurichtet. 4 Er ziert es mit Silber und Gold und b…"
Jeremia 10,1-5 – „1 Höret das Wort des HERRN, das er zu euch redet, o Haus Israel! So spricht der HERR: 2 Ihr sollt der Heiden Weise nicht erlernen und vor den Zeichen des Himmels nicht erschrecken, weil die Heiden sich vor ihnen fürchten. 3 Denn die Satzungen der Heiden sind nichtig. Denn ein Holz ist's, das man im Walde gehauen und das der Künstler mit dem Beile zurichtet. 4 Er ziert es mit Silber und Gold und b…"
1. Korinther 10,31-33 – „31 Ihr esset nun oder trinket oder was ihr tut, so tut es alles zu Gottes Ehre! 32 Seid unanstößig den Juden und Griechen und der Gemeinde Gottes, 33 gleichwie auch ich in allen Stücken allen zu Gefallen lebe und nicht suche, was mir, sondern was vielen frommt, damit sie gerettet werden."
Kolosser 3,17 – „17 Und was immer ihr tut in Wort oder Werk, das tut im Namen des Herrn Jesus und danket Gott und dem Vater durch ihn."
2. Korinther 6,14-18 – „14 Ziehet nicht am gleichen Joch mit Ungläubigen! Denn was haben Gerechtigkeit und Gesetzlosigkeit miteinander zu schaffen? Was hat das Licht für Gemeinschaft mit der Finsternis? 15 Wie stimmt Christus mit Belial überein? Oder was hat der Gläubige gemeinsam mit dem Ungläubigen? 16 Wie reimt sich der Tempel Gottes mit Götzenbildern zusammen? Ihr aber seid ein Tempel des lebendigen Gottes, wie Gott…"

Nachdem die Frage nach dem Datum betrachtet wurde, richtet sich der Blick nun auf die Weihnachtsbräuche selbst. Viele Christen fragen sich: Ist der Weihnachtsbaum heidnisch? Sind Lichter, Geschenke oder Dekorationen unbiblisch? Gerade hier werden häufig Bibelstellen angeführt, die sorgfältig in ihrem Zusammenhang gelesen werden müssen.

Besonders oft wird Jeremia 10 zitiert. Dort heißt es, dass Menschen einen Baum aus dem Wald holen, ihn mit Silber und Gold schmücken und befestigen, damit er nicht umfällt. Auf den ersten Blick scheint diese Beschreibung erstaunlich gut auf einen Weihnachtsbaum zu passen. Doch der Zusammenhang zeigt etwas anderes. Jeremia spricht nicht über einen geschmückten Baum im Wohnzimmer, sondern über die Herstellung eines Götzenbildes aus Holz. Der Baum wird gefällt, vom Handwerker bearbeitet, mit Edelmetall überzogen und anschließend als Gott verehrt. Der Prophet verspottet die Götzen, weil sie weder reden noch gehen können. Das eigentliche Thema des Abschnittes ist also Götzendienst, nicht eine spätere Form von Winterdekoration.

Deshalb wäre es ein Missverständnis, Jeremia 10 unmittelbar auf jeden geschmückten Baum anzuwenden. Ebenso falsch wäre jedoch die gegenteilige Schlussfolgerung, jeder Brauch sei deshalb automatisch unproblematisch. Die Bibel beurteilt nicht zuerst den Gegenstand, sondern seine Bedeutung. Ein Baum wird nicht dadurch heilig oder unheilig, dass er geschmückt wird. Entscheidend ist, ob ihm eine religiöse Bedeutung gegeben wird, die allein Gott zusteht.

Dasselbe Prinzip gilt für Geschenke. Das Schenken selbst ist keineswegs heidnisch. Gott ist der größte Geber überhaupt. „Jede gute Gabe und jedes vollkommene Geschenk kommt von oben herab“ (Jakobus 1,17). Auch die Weisen aus dem Morgenland brachten dem neugeborenen König Gold, Weihrauch und Myrrhe. Allerdings geschah dies nicht, weil sie seinen Geburtstag feierten, sondern weil sie den verheißenen Messias anbeteten. Die Bibel begründet also keine jährliche Geschenketradition durch diesen Bericht. Schenken kann Ausdruck von Liebe sein, darf aber niemals den eigentlichen Mittelpunkt verdrängen.

Ähnlich verhält es sich mit Lichtern, Kerzen oder festlicher Dekoration. Licht besitzt in der Bibel eine durchweg positive Symbolik. Jesus nennt sich selbst „das Licht der Welt“. Gleichzeitig schreibt die Bibel nirgends vor, Häuser oder Kirchen mit Kerzen oder Lichtern zu schmücken. Solche Dinge gehören weder zu den Geboten Gottes noch werden sie grundsätzlich verboten. Sie bewegen sich im Bereich menschlicher Gestaltung und müssen daran gemessen werden, ob sie Gott ehren oder von ihm ablenken.

Paulus gibt hierfür einen hilfreichen Grundsatz: „Ob ihr nun esst oder trinkt oder sonst etwas tut – tut alles zur Ehre Gottes.“ Dieser Maßstab reicht tiefer als eine Liste erlaubter oder verbotener Gegenstände. Ein Christ sollte sich deshalb fragen: Führt mich dieser Brauch näher zu Christus oder nimmt er seinen Platz ein? Dient er der Dankbarkeit gegenüber Gott oder fördert er Materialismus, Aberglauben oder leeren Konsum? Die gleiche Handlung kann je nach Herzenseinstellung und Bedeutung völlig unterschiedlich bewertet werden.

Auch Kolosser 3,17 fasst diesen Gedanken zusammen: „Und alles, was ihr tut in Wort oder Werk, das tut alles im Namen des Herrn Jesus.“ Weihnachten wird deshalb nicht dadurch biblisch, dass ein Baum im Wohnzimmer steht oder Geschenke unter ihm liegen. Ebenso wird Weihnachten nicht automatisch unbiblisch, weil solche Dinge vorhanden sind. Entscheidend bleibt, ob Christus im Mittelpunkt steht oder ob menschliche Traditionen ihn verdrängen.

Gerade hier liegt wahrscheinlich die größte Gefahr unserer Zeit. Nicht heidnische Religionen bestimmen für viele Menschen das Weihnachtsfest, sondern Geschäftigkeit, Konsum, Stress und Oberflächlichkeit. Selbst ein Fest, das ursprünglich an die Geburt Jesu erinnern soll, kann Christus aus dem Zentrum verlieren. Deshalb führt die entscheidende Frage nicht zuerst zum Weihnachtsbaum, sondern zum Herzen: Kann Weihnachten gefeiert werden, ohne dass Christus von den Traditionen überschattet wird? Genau diese geistliche Herausforderung behandelt die nächste Seite.

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Wenn Tradition Christus verdrängt

Markus 7,6-13 – „6 Er aber antwortete und sprach zu ihnen: Trefflich hat Jesaja von euch Heuchlern geweissagt, wie geschrieben steht: «Dieses Volk ehrt mich mit den Lippen, doch ihr Herz ist ferne von mir; 7 aber vergeblich verehren sie mich, weil sie Lehren vortragen, welche Gebote der Menschen sind.» 8 Ihr verlasset das Gebot Gottes und haltet die Überlieferung der Menschen fest, das Untertauchen von Krügen und…"
Markus 7,6-13 – „6 Er aber antwortete und sprach zu ihnen: Trefflich hat Jesaja von euch Heuchlern geweissagt, wie geschrieben steht: «Dieses Volk ehrt mich mit den Lippen, doch ihr Herz ist ferne von mir; 7 aber vergeblich verehren sie mich, weil sie Lehren vortragen, welche Gebote der Menschen sind.» 8 Ihr verlasset das Gebot Gottes und haltet die Überlieferung der Menschen fest, das Untertauchen von Krügen und…"
Matthäus 15,7-9 – „7 Ihr Heuchler! Trefflich hat Jesaja von euch geweissagt, wenn er spricht: 8 «Dies Volk ehrt mich mit den Lippen, aber ihr Herz ist fern von mir. 9 Vergeblich aber ehren sie mich, indem sie Lehren vortragen, welche Menschengebote sind.»"
Johannes 4,23-24 – „23 Aber die Stunde kommt und ist schon da, wo die wahren Anbeter den Vater im Geist und in der Wahrheit anbeten werden; denn der Vater sucht solche Anbeter. 24 Gott ist Geist, und die ihn anbeten, müssen ihn im Geist und in der Wahrheit anbeten."
Kolosser 2,8 – „8 Sehet zu, daß euch niemand beraube durch die Philosophie und leeren Betrug, nach der Überlieferung der Menschen, nach den Grundsätzen der Welt und nicht nach Christus."

Bis jetzt wurde deutlich, dass die Bibel weder ein Weihnachtsfest gebietet noch das dankbare Gedenken an die Geburt Jesu verbietet. Doch damit ist die eigentliche geistliche Gefahr noch nicht benannt. Jesus warnte seine Zeitgenossen nicht in erster Linie vor religiösen Festen, sondern davor, dass menschliche Traditionen den Platz von Gottes Wort einnehmen können.

In Markus 7 tadelt Jesus die Pharisäer mit ungewöhnlich klaren Worten. Sie hielten viele religiöse Überlieferungen gewissenhaft ein, gleichzeitig aber setzten sie Gottes Gebote durch ihre Traditionen außer Kraft. Das Problem bestand also nicht darin, dass sie überhaupt Traditionen hatten. Jede Familie und jede Gemeinschaft entwickelt Gewohnheiten. Die eigentliche Gefahr begann dort, wo menschliche Überlieferungen denselben oder sogar einen höheren Stellenwert erhielten als Gottes offenbartes Wort.

Dieses Prinzip gilt bis heute. Ein Weihnachtsgottesdienst ist nicht deshalb richtig, weil er seit Jahrhunderten gefeiert wird. Ebenso ist eine Weihnachtsfeier nicht deshalb falsch, weil sie eine lange Geschichte besitzt. Entscheidend ist, ob das, was geschieht, mit der Heiligen Schrift übereinstimmt und Christus ehrt. Sobald eine Tradition unkritisch übernommen wird, nur weil „man es eben immer so gemacht hat“, verliert Gottes Wort seine leitende Stellung. Jesus ruft seine Nachfolger dazu auf, jede Tradition an der Schrift zu prüfen.

Diese Prüfung kann zu ganz unterschiedlichen Ergebnissen führen. Manche Familien lesen an Heiligabend gemeinsam die Weihnachtsgeschichte aus Lukas 2, singen geistliche Lieder, beten miteinander und danken Gott für die Menschwerdung Jesu. Andere erleben denselben Abend fast ausschließlich mit Geschenken, gutem Essen und Unterhaltung, während Christus kaum noch erwähnt wird. Äußerlich mag beides „Weihnachten“ heißen, geistlich besteht jedoch ein großer Unterschied. Nicht der Name eines Festes entscheidet über seinen Wert, sondern sein Inhalt.

Jesus erklärt der samaritanischen Frau, dass der Vater Menschen sucht, die ihn „im Geist und in der Wahrheit“ anbeten. Wahre Anbetung hängt deshalb nicht an einem Ort, einem Datum oder einer besonderen Jahreszeit. Sie entspringt einem Herzen, das Gott in Wahrheit begegnen möchte. Diese Aussage ist auch für Weihnachten grundlegend. Selbst die schönste Weihnachtsfeier verliert ihren eigentlichen Sinn, wenn Christus nur eine Randfigur bleibt. Umgekehrt kann ein einfacher Abend mit Bibellesen, Gebet und Dankbarkeit Gott mehr ehren als eine aufwendige Feier ohne geistlichen Inhalt.

Paulus ergänzt diese Warnung im Kolosserbrief. Er mahnt die Gemeinde, sich nicht von menschlichen Philosophien und Überlieferungen gefangen nehmen zu lassen, sondern an Christus festzuhalten. Damit erinnert er daran, dass kein Brauch, keine Tradition und kein Feiertag jemals zum Mittelpunkt des Glaubens werden darf. Christus allein ist das Zentrum des Evangeliums. Alles andere muss sich ihm unterordnen.

Gerade deshalb sollten Christen vorsichtig sein, wenn Weihnachten zu einem Fest des Konsums, der Selbstverwirklichung oder des gesellschaftlichen Drucks wird. Viele Menschen erleben die Adventszeit als die stressigste Zeit des Jahres. Sie jagen von Termin zu Termin, geben mehr Geld aus, als sie besitzen, und haben am Ende kaum Zeit für das, woran Weihnachten eigentlich erinnern soll. Hier zeigt sich eine Gefahr, die die Bibel sehr wohl kennt: Nicht heidnische Götzen aus Holz oder Stein beherrschen das Herz, sondern Besitz, Erwartungen und menschliche Traditionen.

Damit wird die entscheidende Frage immer persönlicher. Es geht nicht mehr nur darum, ob Weihnachten gefeiert wird, sondern wie und warum. Kann ein Christ Weihnachten mit gutem Gewissen feiern? Die Antwort hängt letztlich nicht an einem Kalenderdatum, sondern daran, ob sein Gewissen durch Gottes Wort geleitet wird und Christus tatsächlich im Mittelpunkt seines Handelns steht. Genau diese Gewissensfrage behandelt der Apostel Paulus mit besonderer Ausführlichkeit.

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Die Gewissensfreiheit des Christen

Römer 14,1-13 – „1 Des Schwachen im Glauben nehmet euch an, doch nicht um über Meinungen zu streiten. 2 Einer glaubt, alles essen zu dürfen; wer aber schwach ist, ißt Gemüse. 3 Wer ißt, verachte den nicht, der nicht ißt; und wer nicht ißt, richte den nicht, der ißt; denn Gott hat ihn angenommen. 4 Wer bist du, daß du einen fremden Knecht richtest? Er steht oder fällt seinem Herrn. Er wird aber aufgerichtet werden…"
Römer 14,1-13 – „1 Des Schwachen im Glauben nehmet euch an, doch nicht um über Meinungen zu streiten. 2 Einer glaubt, alles essen zu dürfen; wer aber schwach ist, ißt Gemüse. 3 Wer ißt, verachte den nicht, der nicht ißt; und wer nicht ißt, richte den nicht, der ißt; denn Gott hat ihn angenommen. 4 Wer bist du, daß du einen fremden Knecht richtest? Er steht oder fällt seinem Herrn. Er wird aber aufgerichtet werden…"
Römer 14,17-19 – „17 Denn das Reich Gottes ist nicht Essen und Trinken, sondern Gerechtigkeit, Friede und Freude im heiligen Geist; 18 wer darin Christus dient, der ist Gott wohlgefällig und auch von den Menschen gebilligt. 19 So laßt uns nun dem nachjagen, was zum Frieden und zur Erbauung untereinander dient."
1. Korinther 10,23-24 – „23 Es ist alles erlaubt; aber es frommt nicht alles! Es ist alles erlaubt; aber es erbaut nicht alles! 24 Niemand suche das Seine, sondern ein jeder das des andern."
Galater 5,1 – „1 Für die Freiheit hat uns Christus befreit; so stehet nun fest und lasset euch nicht wieder in ein Joch der Knechtschaft spannen!"

An diesem Punkt der Betrachtung wird deutlich, dass die Bibel zwischen klaren Geboten Gottes und Fragen des persönlichen Gewissens unterscheidet. Nicht alles besitzt dieselbe geistliche Bedeutung. Es gibt Bereiche, in denen Gott eindeutig spricht und keinen Spielraum lässt. Daneben gibt es Fragen, in denen er den Gläubigen dazu aufruft, sein Gewissen an Gottes Wort auszurichten und gleichzeitig das Gewissen anderer zu achten.

Römer 14 gehört zu den wichtigsten Kapiteln des Neuen Testaments für solche Situationen. In der Gemeinde in Rom gab es Christen mit unterschiedlichen Überzeugungen über bestimmte Speisen und über einzelne Tage. Paulus schreibt: „Dieser hält einen Tag höher als den anderen; jener hält alle Tage gleich; jeder sei seiner Meinung gewiss.“ Auffallend ist, dass Paulus nicht verlangt, alle müssten dieselbe persönliche Praxis übernehmen. Entscheidend ist vielmehr, dass alles aus einem ehrlichen Wunsch geschieht, den Herrn zu ehren.

Gleichzeitig setzt Paulus klare Grenzen. Gewissensfreiheit bedeutet niemals Beliebigkeit. Sie gilt nicht für Dinge, die Gott ausdrücklich als Sünde bezeichnet. Niemand könnte sich auf Römer 14 berufen, um Götzendienst, Unmoral oder Ungehorsam gegenüber Gottes Geboten zu rechtfertigen. Das Kapitel behandelt gerade solche Fragen, bei denen Gott keine verbindliche Anordnung gegeben hat. Deshalb darf auch niemand aus einer persönlichen Überzeugung ein allgemeines Gebot für alle Christen machen.

Genau hier liegt eine wichtige Anwendung auf Weihnachten. Ein Christ, der überzeugt ist, Weihnachten nicht feiern zu sollen, darf seinem Gewissen folgen und sollte dazu nicht gezwungen werden. Ebenso darf ein Christ, der den Tag nutzt, um Gott für die Menschwerdung Jesu zu danken, die Weihnachtsgeschichte zu lesen und Christus anzubeten, dies mit gutem Gewissen tun, sofern er dabei keine unbiblischen Praktiken übernimmt. Beide stehen letztlich vor demselben Herrn und sind ihm verantwortlich.

Paulus geht sogar noch weiter. Er warnt davor, den Bruder zu verurteilen oder auf ihn herabzusehen. Derjenige, der auf Weihnachten verzichtet, darf den Feiernden nicht vorschnell als ungehorsam oder heidnisch bezeichnen. Umgekehrt darf der Feiernde den anderen nicht als gesetzlich oder lieblos abwerten. Solche Urteile gehen über das hinaus, was die Bibel selbst sagt. Wo Gott Freiheit gelassen hat, sollten Christen vorsichtig sein, einander Lasten aufzuerlegen, die Gott nicht auferlegt hat.

In Römer 14,17 erinnert Paulus an das eigentliche Zentrum des Glaubens: „Denn das Reich Gottes ist nicht Essen und Trinken, sondern Gerechtigkeit, Friede und Freude im Heiligen Geist.“ Übertragen auf unsere Frage könnte man sagen: Das Reich Gottes besteht nicht im Feiern oder Nichtfeiern eines bestimmten Tages. Es besteht in der lebendigen Gemeinschaft mit Christus. Wer darüber den Blick verliert, macht aus einer Nebenfrage leicht eine Hauptfrage.

Auch 1. Korinther 10 ergänzt diesen Gedanken. Paulus schreibt: „Alles ist erlaubt – aber nicht alles dient zum Guten.“ Deshalb sollte sich ein Christ nicht nur fragen: „Darf ich das?“, sondern ebenso: „Ehrt es Gott? Baut es andere auf? Führt es Menschen näher zu Christus?“ Diese Fragen reichen tiefer als jede bloße Erlaubnis oder jedes bloße Verbot. Sie lenken den Blick auf die Liebe und auf die Verantwortung gegenüber Gott und den Mitmenschen.

Damit zeichnet sich das biblische Gesamtbild immer klarer ab. Weihnachten ist weder ein von Gott eingesetztes heiliges Fest noch erklärt die Bibel es pauschal zu einem heidnischen oder okkulten Fest. Entscheidend bleibt, ob das Gewissen an Gottes Wort gebunden ist, ob Christus im Mittelpunkt steht und ob jede Form von Götzendienst, Aberglauben und unbiblischer Vermischung entschieden vermieden wird. Dennoch bleibt noch eine Frage, die viele Christen bewegt: Kann Weihnachten unbewusst zu einer Vermischung von Wahrheit und Irrtum führen? Genau dieser Gefahr widmet sich die nächste Betrachtung.

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Vermischung vermeiden – Christus bewahren

2. Korinther 6,14-18 – „14 Ziehet nicht am gleichen Joch mit Ungläubigen! Denn was haben Gerechtigkeit und Gesetzlosigkeit miteinander zu schaffen? Was hat das Licht für Gemeinschaft mit der Finsternis? 15 Wie stimmt Christus mit Belial überein? Oder was hat der Gläubige gemeinsam mit dem Ungläubigen? 16 Wie reimt sich der Tempel Gottes mit Götzenbildern zusammen? Ihr aber seid ein Tempel des lebendigen Gottes, wie Gott…"
2. Korinther 6,14-18 – „14 Ziehet nicht am gleichen Joch mit Ungläubigen! Denn was haben Gerechtigkeit und Gesetzlosigkeit miteinander zu schaffen? Was hat das Licht für Gemeinschaft mit der Finsternis? 15 Wie stimmt Christus mit Belial überein? Oder was hat der Gläubige gemeinsam mit dem Ungläubigen? 16 Wie reimt sich der Tempel Gottes mit Götzenbildern zusammen? Ihr aber seid ein Tempel des lebendigen Gottes, wie Gott…"
5. Mose 18,9-13 – „9 Wenn du in das Land kommst, das der HERR, dein Gott, dir geben wird, so sollst du nicht lernen tun nach den Greueln jener Heiden. 10 Es soll niemand unter dir gefunden werden, der seinen Sohn oder seine Tochter durchs Feuer gehen lasse, oder ein Wahrsager, oder ein Wolkendeuter oder ein Schlangenbeschwörer, oder ein Zauberer, 11 oder ein Bannsprecher oder ein Medium, oder einer, der einen Wahrs…"
1. Johannes 5,21 – „21 Kindlein, hütet euch vor den Abgöttern!"
1. Thessalonicher 5,21-22 – „21 prüfet aber alles. Das Gute behaltet, 22 enthaltet euch des Bösen in jeglicher Gestalt!"

Während die Bibel kein allgemeines Verbot ausspricht, der Geburt Jesu dankbar zu gedenken, warnt sie sehr deutlich vor einer anderen Gefahr: der Vermischung von Gottes Wahrheit mit Aberglauben, Okkultismus oder heidnischen religiösen Vorstellungen. Diese Warnung zieht sich wie ein roter Faden durch die gesamte Heilige Schrift. Gott möchte nicht nur angebetet werden, sondern auch auf die Weise, die seinem Wesen entspricht.

Schon im Alten Testament verbietet Gott seinem Volk ausdrücklich, heidnische religiöse Praktiken zu übernehmen. In 5. Mose 18 werden Wahrsagerei, Zauberei, Beschwörungen, Spiritismus und jede Form okkulter Praktiken entschieden verworfen. Der Grund dafür liegt nicht darin, dass Gott seinem Volk Freude nehmen möchte. Vielmehr schützt er sie vor geistlichen Mächten und vor einer Religion, die den Menschen von ihm wegführt.

Dieses Prinzip bleibt auch im Neuen Testament bestehen. Paulus fordert die Gläubigen auf: „Geht aus ihrer Mitte hinaus und sondert euch ab.“ Dabei spricht er nicht von einem Rückzug aus der Welt, sondern davon, sich nicht an einem Gottesdienst oder einer Lebensweise zu beteiligen, die Wahrheit und Irrtum miteinander vermischt. Ein Christ kann nicht gleichzeitig Christus dienen und bewusst Praktiken übernehmen, die ihren Ursprung im Aberglauben oder im Okkultismus haben.

Gerade deshalb ist eine sorgfältige Prüfung wichtig. Nicht alles, was im Zusammenhang mit Weihnachten geschieht, besitzt dieselbe Bedeutung. Manche Bräuche sind reine Familiengewohnheiten ohne religiösen Inhalt. Andere beruhen auf Legenden oder fördern Vorstellungen, die mit der Bibel nicht übereinstimmen. Ein Christ sollte deshalb nicht nur fragen: „Ist das Tradition?“, sondern auch: „Ist diese Tradition mit Gottes Wort vereinbar?“

So kann beispielsweise der Glaube an magische Kräfte, Glücksbringer, Weissagungen zum Jahreswechsel oder andere abergläubische Vorstellungen niemals mit dem christlichen Glauben verbunden werden. Ebenso sollten Figuren oder Erzählungen, wenn sie den Platz Christi einnehmen oder Kindern den eigentlichen Mittelpunkt des Festes verdecken, kritisch hinterfragt werden. Nicht weil jede Geschichte an sich sündhaft wäre, sondern weil Christus niemals durch menschliche Mythen ersetzt werden darf.

Der Apostel Johannes beendet seinen ersten Brief mit einer erstaunlich kurzen Aufforderung: „Kinder, hütet euch vor den Götzen!“ Götzen bestehen nicht nur aus Stein oder Holz. Alles, was den Platz Gottes im Herzen einnimmt, kann zum Götzen werden. Deshalb besteht die größte Gefahr an Weihnachten oft nicht im Weihnachtsbaum oder in der Dekoration, sondern darin, dass Christus im Trubel des Festes kaum noch vorkommt. Ein Fest, das seinen Namen trägt, kann ihn dennoch aus dem Mittelpunkt verdrängen.

Paulus gibt in 1. Thessalonicher 5 einen einfachen und zugleich tiefen Maßstab: „Prüft alles, das Gute behaltet. Meidet das Böse in jeder Gestalt.“ Christen sollen weder alles unkritisch übernehmen noch alles pauschal verwerfen. Sie sollen prüfen. Wo etwas Gottes Wort widerspricht, soll es abgelehnt werden. Wo etwas Christus verherrlicht und dem Evangelium dient, darf es mit einem reinen Gewissen angenommen werden.

Damit wird deutlich, dass die entscheidende Trennlinie nicht zwischen „Weihnachten feiern“ und „Weihnachten nicht feiern“ verläuft. Die eigentliche Trennlinie verläuft zwischen einer Feier, die Christus in den Mittelpunkt stellt, und einer Feier, die ihn durch menschliche Traditionen, Aberglauben oder bloßen Konsum ersetzt. Vor diesem Hintergrund stellt sich nun die abschließende Frage: Wie kann ein Christ Weihnachten mit einem guten Gewissen feiern – oder ebenso mit einem guten Gewissen darauf verzichten – und dabei Gott die Ehre geben?

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Darf ein Christ Weihnachten mit gutem Gewissen feiern?

Römer 14,22-23 – „22 Du hast Glauben? Habe ihn für dich selbst vor Gott! Selig, wer sich selbst nicht beschuldigt in dem, was er billigt; 23 wer aber zweifelt und doch ißt, der ist verurteilt, weil es nicht aus Glauben geschieht. Alles aber, was nicht aus Glauben geschieht, ist Sünde."
Römer 14,22-23 – „22 Du hast Glauben? Habe ihn für dich selbst vor Gott! Selig, wer sich selbst nicht beschuldigt in dem, was er billigt; 23 wer aber zweifelt und doch ißt, der ist verurteilt, weil es nicht aus Glauben geschieht. Alles aber, was nicht aus Glauben geschieht, ist Sünde."
Kolosser 3,16-17 – „16 Das Wort Christi wohne reichlich unter euch; lehret und ermahnet euch selbst mit Psalmen, Lobgesängen und geistlichen Liedern; singet Gott lieblich in euren Herzen. 17 Und was immer ihr tut in Wort oder Werk, das tut im Namen des Herrn Jesus und danket Gott und dem Vater durch ihn."
1. Korinther 10,31 – „31 Ihr esset nun oder trinket oder was ihr tut, so tut es alles zu Gottes Ehre!"
Johannes 17,15-18 – „15 Ich bitte nicht, daß du sie aus der Welt nehmest, sondern daß du sie bewahrest vor dem Argen. 16 Sie sind nicht von der Welt, gleichwie auch ich nicht von der Welt bin. 17 Heilige sie in deiner Wahrheit! Dein Wort ist Wahrheit. 18 Gleichwie du mich in die Welt gesandt hast, so sende auch ich sie in die Welt."

Nachdem die biblischen Grundlagen betrachtet wurden, lässt sich die Ausgangsfrage nun beantworten. Die Bibel kennt kein von Gott eingesetztes Weihnachtsfest. Ebenso erklärt sie das Gedenken an die Geburt Jesu nicht zu einer Sünde. Deshalb darf weder behauptet werden, jeder Christ müsse Weihnachten feiern, noch, jeder Christ sündige, wenn er Weihnachten feiert. Beide Aussagen gehen über das hinaus, was die Heilige Schrift ausdrücklich lehrt.

Paulus formuliert in Römer 14 einen Grundsatz, der hier besonders wichtig ist: „Der Glaube, den du hast, den habe für dich selbst vor Gott. Glückselig ist, wer sich selbst nicht verurteilt in dem, was er gutheißt. Wer aber zweifelt, wenn er isst, der ist verurteilt; denn es geschieht nicht aus Glauben. Was aber nicht aus Glauben geschieht, das ist Sünde.“ Das bedeutet: Ein Christ sollte niemals gegen sein durch Gottes Wort geprägtes Gewissen handeln. Wer überzeugt ist, Weihnachten nicht feiern zu sollen, sollte seinem Gewissen treu bleiben. Wer mit reinem Gewissen Christus für seine Menschwerdung dankt, ohne unbiblische Elemente zu übernehmen, darf dies ebenfalls in Verantwortung vor Gott tun.

Dabei bleibt Christus der entscheidende Maßstab. Kolosser 3 sagt: „Und alles, was ihr tut in Wort oder Werk, das tut alles im Namen des Herrn Jesus.“ Diese Worte stellen eine tiefere Frage als jede Diskussion über Kalenderdaten: Wird Jesus durch das, was ich tue, geehrt? Führt meine Feier zu Dankbarkeit, Anbetung und einer tieferen Liebe zu Christus? Oder dreht sich am Ende alles nur um Geschenke, gutes Essen und menschliche Traditionen?

Ebenso wichtig ist die Verantwortung gegenüber anderen Menschen. Manche Christen haben einen Hintergrund, in dem bestimmte Bräuche eng mit Aberglauben oder falscher Religion verbunden waren. Andere verbinden Weihnachten mit wertvollen geistlichen Erinnerungen und nutzen die Gelegenheit, ihren Kindern die Geburt Jesu zu erklären. Paulus fordert in solchen Fragen gegenseitige Rücksichtnahme. Die Liebe sucht nicht den eigenen Vorteil, sondern das geistliche Wohl des anderen.

Ein schöner Gedanke liegt auch darin, dass die Geburt Jesu nicht nur an einem einzigen Tag des Jahres Bedeutung besitzt. Jeder Tag eignet sich, um über die Menschwerdung Christi zu staunen. Ebenso dürfen Christen das Leiden Jesu, seine Auferstehung, seine Himmelfahrt oder seine Wiederkunft das ganze Jahr hindurch betrachten. Die Bibel bindet diese Wahrheiten nicht an einen bestimmten Kalendertermin. Dadurch wird deutlich, dass die Freude über Christus größer ist als jeder einzelne Feiertag.

Deshalb könnte eine christliche Weihnachtsfeier durchaus so aussehen: Die Familie liest gemeinsam Lukas 2 oder Matthäus 1, singt Lieder zur Ehre Christi, betet miteinander, dankt Gott für den Erlöser und nutzt die Gelegenheit, das Evangelium weiterzugeben. Ebenso kann sich eine andere Familie bewusst gegen eine Weihnachtsfeier entscheiden und stattdessen an einem gewöhnlichen Tag dieselben Bibeltexte lesen und Gott dafür danken. Beide können Gott ehren, wenn sie aus Liebe zu ihm und in Übereinstimmung mit seinem Wort handeln.

Die eigentliche Gefahr liegt daher nicht im Feiern oder Nichtfeiern selbst. Sie liegt darin, Christus aus den Augen zu verlieren oder andere Christen dort zu verurteilen, wo Gott keine verbindliche Vorschrift gegeben hat. Gottes Wort ruft uns zu einer Gewissensentscheidung auf, die von Liebe, Wahrheit und Treue zu Christus geprägt ist.

Damit bleibt nur noch die letzte Frage: Welche ausgewogene biblische Schlussfolgerung ergibt sich aus allem, was die Heilige Schrift über Weihnachten, Tradition, Gewissen und die Geburt Jesu erkennen lässt?

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Zusammenfassung und Gebet

Die Bibel beantwortet die Frage nach Weihnachten weder mit einem allgemeinen Gebot noch mit einem allgemeinen Verbot. Sie fordert Christen nicht auf, jedes Jahr die Geburt Jesu zu feiern, aber sie bezeichnet das dankbare Gedenken an die Menschwerdung Christi auch nicht als Sünde. Entscheidend ist deshalb nicht zuerst ein Kalenderdatum oder eine kirchliche Tradition, sondern die Treue zu Gottes Wort und die Ausrichtung des Herzens auf Jesus Christus.

Die Geburt Jesu gehört zu den größten Ereignissen der Heilsgeschichte. Der Himmel selbst erfüllte sich mit Lobpreis, als der Sohn Gottes Mensch wurde. Engel verkündigten große Freude, Hirten verherrlichten Gott, und später beteten die Weisen den neugeborenen König an. Die Menschwerdung Christi ist deshalb kein heidnisches Ereignis, sondern der Beginn des sichtbaren Erlösungswerkes Gottes. Dafür dürfen Christen Gott jederzeit danken – nicht nur an einem bestimmten Tag des Jahres.

Gleichzeitig zeigt die Bibel deutlich, dass Gott jede Form von Götzendienst, Aberglauben und religiöser Vermischung ablehnt. Wo menschliche Traditionen Christus verdrängen oder unbiblische Vorstellungen übernommen werden, ist Wachsamkeit geboten. Nicht jeder Brauch ist deshalb automatisch falsch, aber jeder Brauch muss an der Heiligen Schrift geprüft werden. Christus darf niemals durch Konsum, Legenden oder religiöse Gewohnheiten an den Rand gedrängt werden.

Darum sollten Christen einander in dieser Frage nicht vorschnell richten. Wer aus biblisch begründetem Gewissen auf Weihnachten verzichtet, darf dies zur Ehre Gottes tun. Wer den Tag nutzt, um die Weihnachtsgeschichte zu lesen, Gott für die Menschwerdung Jesu zu danken und Christus anzubeten, darf dies ebenfalls zur Ehre Gottes tun. Beide stehen nicht unter menschlichen Traditionen, sondern unter der Herrschaft Christi. Entscheidend ist nicht, ob ein bestimmter Tag gefeiert wird, sondern ob das Leben Jesus gehört.

Am Ende weist Weihnachten – richtig verstanden – über sich selbst hinaus. Die Krippe war nie das Ziel, sondern der Anfang des Weges nach Golgatha. Der Sohn Gottes wurde Mensch, damit er als sündloses Opfer für die Welt sterben, auferstehen und den Menschen Erlösung schenken konnte. Wer nur das Kind in der Krippe sieht, aber den gekreuzigten und auferstandenen Herrn übersieht, hat die eigentliche Botschaft der Geburt Jesu noch nicht verstanden.

Deshalb darf die wichtigste Antwort auf die Frage nach Weihnachten nicht lauten: „Feierst du Weihnachten?“ Die entscheidende Frage lautet vielmehr: „Kennst du den Retter, dessen Geburt Weihnachten überhaupt erst seinen Sinn gibt?“ Denn nicht ein Fest rettet den Menschen, sondern allein Jesus Christus. Wo er im Mittelpunkt steht, werden alle anderen Fragen an ihren richtigen Platz gestellt.

Herr Jesus Christus, wir danken dir, dass du Mensch geworden bist, um uns zu erlösen. Bewahre unser Herz davor, menschliche Traditionen über dein Wort zu stellen oder dich durch äußere Bräuche aus dem Mittelpunkt zu verdrängen. Schenke uns Weisheit, alles an der Heiligen Schrift zu prüfen, und ein reines Gewissen, das allein von deinem Wort geleitet wird. Lass unser Leben dich an jedem Tag ehren – nicht nur an einem Fest, sondern in unserem ganzen Wandel. Dir allein gebührt alle Ehre. Amen.

„Denn euch ist heute in der Stadt Davids der Retter geboren, welcher ist Christus, der Herr.“ – Lukas 2,11

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