Homosexualität

Homosexualität im Licht der Bibel verstehen

Die Bibel unterscheidet zwischen gleichgeschlechtlicher Anziehung und gleichgeschlechtlicher sexueller Praxis. Sie beschreibt sexuelle Gemeinschaft als Teil der Ehe zwischen Mann und Frau und bewertet gleichgeschlechtliche sexuelle Handlungen als außerhalb dieser Ordnung. Zugleich besitzt jeder Mensch dieselbe von Gott gegebene Würde und ist in Christus zu derselben Gnade, Umkehr und Nachfolge eingeladen; niemand darf wegen seiner sexuellen Empfindungen verachtet oder als für Gottes Gnade unerreichbar behandelt werden.

Einführung

Kaum ein anderes Thema verbindet heute persönliche Lebensgeschichte, gesellschaftliche Überzeugungen und die Auslegung der Bibel so unmittelbar miteinander. Schon der Begriff „Homosexualität“ kann Verschiedenes bezeichnen: eine empfundene sexuelle Anziehung, eine persönliche Selbstbezeichnung, eine partnerschaftliche Beziehung oder konkrete sexuelle Handlungen. Wer diese Ebenen nicht unterscheidet, läuft Gefahr, Aussagen der Schrift entweder weiter auszudehnen, als ihre Texte reichen, oder ihre tatsächliche moralische Aussage abzuschwächen.

Hinzu kommt, dass biblische Sexualethik nicht bei einzelnen Verboten beginnt. Ihre Aussagen stehen innerhalb eines größeren Verständnisses von Schöpfung, Leib, Ehe, Begehren, Heiligkeit und Nachfolge. Deshalb genügt es weder, wenige umstrittene Verse herauszugreifen, noch kann die Frage ausschließlich aus heutigen Vorstellungen von Identität und Beziehung beantwortet werden. Die maßgeblichen Texte müssen zunächst in ihrem eigenen Zusammenhang gehört und anschließend in das Gesamtzeugnis der Schrift eingeordnet werden.

Dabei betrifft dieser Maßstab nicht nur eine bestimmte Personengruppe. Die Bibel stellt die Sexualität jedes Menschen unter Gottes Herrschaft und kennt auch für heterosexuelles Begehren und Verhalten klare Grenzen. Zugleich begegnet das Evangelium keinem Menschen mit einer abgestuften Würde. Alle stehen als Geschöpfe Gottes vor ihm, alle brauchen seine Gnade, und alle werden zur Nachfolge Christi gerufen.

Eine sorgfältige Betrachtung muss deshalb dort beginnen, wo die Bibel selbst ihr Verständnis menschlicher Sexualität verankert. Erst von diesem Ausgangspunkt aus lässt sich beurteilen, wie ihre späteren Aussagen über gleichgeschlechtliche Praxis zu verstehen sind und welche Bedeutung sie für ein Leben in der Nachfolge Jesu besitzen.

Die Schöpfung gibt der Sexualität ihren Rahmen

1. Mose 2,18-24 – „18 Und Gott der HERR sprach: Es ist nicht gut, daß der Mensch allein sei; ich will ihm eine Gehilfin machen, die ihm entspricht! 19 Und Gott der HERR bildete aus Erde alle Tiere des Feldes und alle Vögel des Himmels und brachte sie zu dem Menschen, daß er sähe, wie er sie nennen würde, und damit jedes lebendige Wesen den Namen trage, den der Mensch ihm gäbe. 20 Da gab der Mensch einem jeglichen V…"
1. Mose 2,18-24 – „18 Und Gott der HERR sprach: Es ist nicht gut, daß der Mensch allein sei; ich will ihm eine Gehilfin machen, die ihm entspricht! 19 Und Gott der HERR bildete aus Erde alle Tiere des Feldes und alle Vögel des Himmels und brachte sie zu dem Menschen, daß er sähe, wie er sie nennen würde, und damit jedes lebendige Wesen den Namen trage, den der Mensch ihm gäbe. 20 Da gab der Mensch einem jeglichen V…"
1. Mose 1,27-28 – „27 Und Gott schuf den Menschen ihm zum Bilde, zum Bilde Gottes schuf er ihn; männlich und weiblich schuf er sie. 28 Und Gott segnete sie und sprach zu ihnen: Seid fruchtbar und mehret euch und füllet die Erde und machet sie euch untertan und herrschet über die Fische im Meer und über die Vögel des Himmels und über alles Lebendige, was auf Erden kriecht!"
Matthäus 19,4-6 – „4 Er aber antwortete und sprach zu ihnen: Habt ihr nicht gelesen, daß der Schöpfer [die Menschen] am Anfang als Mann und Weib erschuf 5 und sprach: «Darum wird ein Mensch Vater und Mutter verlassen und seinem Weibe anhangen; und die zwei werden ein Fleisch sein»? 6 So sind sie nun nicht mehr zwei, sondern ein Fleisch. Was nun Gott zusammengefügt hat, das soll der Mensch nicht scheiden."

Die biblische Betrachtung von Sexualität beginnt nicht mit einem Verbot gleichgeschlechtlicher Beziehungen. Sie beginnt mit der Schöpfung. Bevor Sünde, gesellschaftliche Ordnungen oder einzelne moralische Gebote auftreten, beschreibt 1. Mose, wie Gott den Menschen geschaffen und die Verbindung von Mann und Frau geordnet hat. Dieser Ausgangspunkt ist entscheidend, weil spätere Aussagen der Schrift über Ehe und sexuelles Verhalten auf diese grundlegende Ordnung zurückgreifen.

In 1. Mose 1 wird der Mensch als Ebenbild Gottes geschaffen, „männlich und weiblich“. Beide tragen gleichermaßen Gottes Ebenbild und empfangen gemeinsam seinen Segen und Auftrag. Der Unterschied zwischen Mann und Frau begründet deshalb keine unterschiedliche menschliche Würde. Die Schrift stellt beide unter dieselbe schöpfungsgemäße Würde und Verantwortung. Zugleich gehört ihre geschlechtliche Verschiedenheit ausdrücklich zu der Welt, die Gott als gut geschaffen hat.

1. Mose 2 betrachtet diese Ordnung näher. Gott erklärt, dass es nicht gut sei, dass der Mensch allein sei, und schafft ihm ein Gegenüber, das ihm entspricht. Die Frau wird weder als minderwertiger Mensch noch lediglich als Mittel zur Fortpflanzung dargestellt. Adam erkennt in ihr jemanden, der ihm wesensmäßig entspricht und zugleich geschlechtlich von ihm unterschieden ist: „Gebein von meinem Gebein und Fleisch von meinem Fleisch.“ Gerade diese Verbindung von Gleichwertigkeit und Unterschiedlichkeit bildet den Hintergrund für den folgenden Satz über die Ehe.

Dort heißt es, dass ein Mann Vater und Mutter verlassen, seiner Frau anhangen und mit ihr „ein Fleisch“ werden wird. Diese Aussage umfasst mehr als den sexuellen Akt, schließt ihn aber ein. Zwei Menschen bilden eine neue, verbindliche Lebensgemeinschaft, in der körperliche Vereinigung ihren Platz erhält. Die sexuelle Einheit wird somit nicht als selbständiges Gut losgelöst von Beziehung und Bund dargestellt, sondern innerhalb einer dauerhaften Verbindung von Mann und Frau.

Für die Frage nach Homosexualität ist bedeutsam, dass diese Ordnung nicht erst aus den späteren Gesetzen Israels abgeleitet wird. Sie steht am Anfang der biblischen Menschheitsgeschichte. Deshalb lässt sich die biblische Sexualethik nicht vollständig erklären, indem nur gefragt wird, welche einzelnen Handlungen später ausdrücklich verboten werden. Zunächst muss geklärt werden, welche positive Gestalt sexueller Gemeinschaft die Schrift selbst als Ausgangspunkt beschreibt.

Jesus bestätigt diese Bedeutung der Schöpfung in Matthäus 19. Als er nach Ehe und Scheidung gefragt wird, führt er seine Zuhörer nicht lediglich zu einer zeitgenössischen gesellschaftlichen Regel zurück, sondern zu 1. Mose 1 und 2. Er verbindet ausdrücklich die Schöpfung als Mann und Frau mit dem „ein Fleisch“-Werden und erklärt: „Was nun Gott zusammengefügt hat, das soll der Mensch nicht scheiden.“ Für Jesus besitzt die Schöpfungsordnung damit bleibende Bedeutung für sein Verständnis der Ehe.

Dabei beantwortet dieser Abschnitt noch nicht jede moderne Frage über sexuelle Orientierung, Empfindungen oder individuelle Lebensgeschichten. 1. Mose beschreibt hier nicht, warum Menschen unterschiedliche sexuelle Anziehungen erleben oder wie jede konkrete innere Spannung einzuordnen ist. Es wäre deshalb zu weitgehend, solche Fragen unmittelbar aus dem Schöpfungsbericht beantworten zu wollen. Was der Text ausdrücklich festlegt, ist vielmehr die positive biblische Gestalt der ehelichen und sexuellen Verbindung.

Damit entsteht der notwendige Ausgangspunkt für die weitere Auslegung. Die Bibel begründet ihre Sexualethik zuerst positiv: Mann und Frau werden als gleichwertige, geschlechtlich verschiedene Menschen geschaffen, und ihre eheliche Verbindung wird als „ein Fleisch“ beschrieben. Erst vor diesem Hintergrund können die Texte verstanden werden, die bestimmte sexuelle Beziehungen außerhalb dieses Rahmens beurteilen.

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Das Gesetz nennt gleichgeschlechtliche Praxis ausdrücklich

3. Mose 18,22 – „22 Du sollst bei keiner Mannsperson liegen wie beim Weib; denn das ist ein Greuel."
3. Mose 18,22 – „22 Du sollst bei keiner Mannsperson liegen wie beim Weib; denn das ist ein Greuel."
3. Mose 20,13 – „13 Wenn ein Mann bei einer männlichen Person schläft, als wäre es ein Weib, die haben beide einen Greuel getan, und sie sollen unbedingt sterben; ihr Blut sei auf ihnen!"
3. Mose 18,24-30 – „24 Ihr sollt euch durch nichts derartiges verunreinigen. Denn durch das alles haben sich die Heiden verunreinigt, die ich vor euch her ausstoßen will. 25 Und dadurch ist das Land verunreinigt worden. Darum will ich ihre Missetat an ihm heimsuchen, daß das Land seine Einwohner ausspeie. 26 Ihr aber sollt meine Satzungen und Rechte beobachten und keinen dieser Greuel verüben, weder der Einheimische…"

Nachdem die Schöpfung den positiven Rahmen sexueller Gemeinschaft beschrieben hat, begegnet die Frage gleichgeschlechtlicher Praxis im Gesetz Israels ausdrücklich. In 3. Mose 18,22 wird einem Mann untersagt, bei einem Mann zu liegen, „wie man bei einer Frau liegt“. Der Text spricht damit nicht über eine innere Neigung, eine moderne sexuelle Identität oder die bloße Erfahrung von Anziehung. Gegenstand des Gebotes ist eine konkrete sexuelle Handlung zwischen Männern.

Diese Aussage steht innerhalb eines umfangreicheren Abschnitts über sexuelle Beziehungen. 3. Mose 18 behandelt unter anderem sexuelle Beziehungen zwischen nahen Verwandten, Ehebruch und weitere Praktiken, die Israel nicht übernehmen soll. Gleichgeschlechtlicher Geschlechtsverkehr erscheint deshalb nicht als isoliertes Sonderthema, sondern innerhalb einer umfassenden sexuellen Ordnung. Die betreffende Handlung wird ausdrücklich verworfen, ebenso wie andere sexuelle Verbindungen außerhalb der von Gott gesetzten Grenzen.

Für die Auslegung ist der Zusammenhang besonders wichtig. Gott warnt Israel davor, sich an den Praktiken Ägyptens und Kanaans zu orientieren. Am Ende des Kapitels erklärt er, dass die zuvor genannten Handlungen auch die Völker des Landes verunreinigt hätten. Damit wird zumindest deutlich, dass die moralische Bewertung in diesem Abschnitt nicht einfach darauf reduziert werden kann, Israel von anderen Nationen durch eine rein zeremonielle Besonderheit zu unterscheiden. Die genannten sexuellen Verfehlungen werden als tatsächliche Verunreinigung vor Gott beschrieben.

3. Mose 20 greift denselben Tatbestand erneut auf. Dort steht er innerhalb von Rechtsbestimmungen für Israel und ist mit einer Strafandrohung verbunden. An dieser Stelle müssen jedoch zwei Ebenen auseinandergehalten werden. Die moralische Bewertung der Handlung und die konkrete Strafordnung des damaligen Bundesvolkes sind nicht identisch. Israel war unter dem alten Bund zugleich religiöse Gemeinschaft und von Gott geordnetes Volk mit einer eigenen Rechtsprechung. Christen stehen nicht unter diesem nationalen Strafrecht und sind nicht beauftragt, seine gerichtlichen Sanktionen auszuführen.

Diese Unterscheidung hebt die moralische Aussage des Textes nicht automatisch auf. Dass eine bestimmte Sanktion zur Rechtsordnung des alten Israel gehörte, beantwortet noch nicht die Frage, ob die zugrunde liegende moralische Bewertung später bestätigt oder aufgehoben wird. Dafür muss das weitere Zeugnis der Schrift berücksichtigt werden. Gerade bei gleichgeschlechtlicher Praxis ist bedeutsam, dass das Neue Testament die Frage erneut aufgreift und nicht lediglich auf die mosaische Strafgesetzgebung verweist.

Ebenso wichtig ist, nicht mehr in diese Verse hineinzulesen, als sie tatsächlich sagen. Sie erklären nicht, wodurch gleichgeschlechtliche Anziehung entsteht, ob ein Mensch sie bewusst gewählt hat oder wie dauerhaft eine solche Empfindung sein kann. Sie verwenden auch nicht die modernen Kategorien sexueller Orientierung und Identität. Wer aus diesen Versen unmittelbar jede innere Empfindung als bereits vollzogene sexuelle Sünde bezeichnet, geht deshalb über ihren ausdrücklichen Gegenstand hinaus.

Umgekehrt wäre es jedoch ebenso wenig textgemäß, die Verse auf besondere Fälle wie kultische Prostitution, Gewalt oder Ausbeutung zu beschränken, denn eine solche Einschränkung wird in der Formulierung selbst nicht genannt. Der Text beschreibt die sexuelle Handlung als solche. Missbrauch und Ausbeutung werden in der Bibel ebenfalls verurteilt, doch sie sind hier nicht die ausdrücklich angegebene Begründung für das Verbot.

Damit liefert das Gesetz eine klare, aber begrenzte Aussage. Es beurteilt gleichgeschlechtliche sexuelle Praxis negativ, ohne daraus eine vollständige Lehre über sexuelle Orientierung oder die persönliche Geschichte eines Menschen zu entwickeln. Ob diese Bewertung lediglich innerhalb der besonderen Ordnung Israels galt oder Bestandteil einer weiterreichenden biblischen Sexualethik ist, muss deshalb am Neuen Testament geprüft werden. Gerade dort wird sichtbar, wie Paulus gleichgeschlechtliche Praxis aufgreift und sie nicht nur mit dem mosaischen Gesetz, sondern mit der Schöpfung selbst verbindet.

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Paulus verbindet gleichgeschlechtliche Praxis mit der Schöpfungsordnung

Römer 1,24-27 – „24 Darum hat sie auch Gott dahingegeben in die Gelüste ihrer Herzen, zur Unreinigkeit, daß sie ihre eigenen Leiber untereinander entehren, 25 sie, welche die Wahrheit Gottes mit der Lüge vertauschten und dem Geschöpf mehr Ehre und Dienst erwiesen als dem Schöpfer, der da gelobt ist in Ewigkeit. Amen! 26 Darum hat sie Gott auch dahingegeben in entehrende Leidenschaften. Denn ihre Frauen haben den …"
Römer 1,24-27 – „24 Darum hat sie auch Gott dahingegeben in die Gelüste ihrer Herzen, zur Unreinigkeit, daß sie ihre eigenen Leiber untereinander entehren, 25 sie, welche die Wahrheit Gottes mit der Lüge vertauschten und dem Geschöpf mehr Ehre und Dienst erwiesen als dem Schöpfer, der da gelobt ist in Ewigkeit. Amen! 26 Darum hat sie Gott auch dahingegeben in entehrende Leidenschaften. Denn ihre Frauen haben den …"
Römer 1,18-23 – „18 Es offenbart sich nämlich Gottes Zorn vom Himmel her über alle Gottlosigkeit und Ungerechtigkeit der Menschen, welche die Wahrheit durch Ungerechtigkeit aufhalten, 19 weil das von Gott Erkennbare unter ihnen offenbar ist, da Gott es ihnen geoffenbart hat; 20 denn sein unsichtbares Wesen, das ist seine ewige Kraft und Gottheit, wird seit Erschaffung der Welt an den Werken durch Nachdenken wahrg…"
Römer 1,28-32 – „28 Und gleichwie sie Gott nicht der Anerkennung würdigten, hat Gott auch sie dahingegeben in unwürdigen Sinn, zu verüben, was sich nicht geziemt, 29 als solche, die voll sind von aller Ungerechtigkeit, Schlechtigkeit, Habsucht, Bosheit; voll Neid, Mordlust, Zank, Trug und Tücke, 30 Ohrenbläser, Verleumder, Gottesverächter, Freche, Übermütige, Prahler, erfinderisch im Bösen, den Eltern ungehorsam;…"

Im Römerbrief greift Paulus gleichgeschlechtliche Praxis ausdrücklich auf und ordnet sie in einen größeren theologischen Zusammenhang ein. Seine Argumentation beginnt nicht bei einer einzelnen sexuellen Handlung, sondern bei der Beziehung des Menschen zu Gott. Römer 1 beschreibt eine Menschheit, die den Schöpfer erkennt, ihm aber nicht die gebührende Ehre gibt und Geschaffenes an die Stelle des Schöpfers setzt. Aus dieser grundlegenden Verkehrung entwickelt Paulus verschiedene Ausdrucksformen menschlicher Sünde.

In diesem Zusammenhang spricht er davon, dass Gott Menschen ihren Begierden überlässt. Paulus nennt zunächst Frauen, die den „natürlichen Gebrauch“ mit dem „widernatürlichen“ vertauschten, und anschließend Männer, die den natürlichen Verkehr mit der Frau verlassen und in Begierde zueinander entbrannten. Damit umfasst seine Beschreibung ausdrücklich sowohl weibliche als auch männliche gleichgeschlechtliche sexuelle Praxis. Der Text lässt sich deshalb nicht auf ein ausschließlich männliches Phänomen reduzieren.

Entscheidend ist die Bedeutung des Gegensatzes zwischen „natürlich“ und „widernatürlich“. Im unmittelbaren Zusammenhang hat Paulus zuvor mehrfach von Schöpfung und Schöpfer gesprochen. Menschen vertauschen die Herrlichkeit Gottes gegen Bilder des Geschaffenen, und innerhalb dieser größeren Bewegung des „Vertauschens“ beschreibt er auch die sexuelle Verkehrung. Dadurch liegt nahe, dass „natürlich“ hier nicht lediglich bedeutet, was ein einzelner Mensch subjektiv als seiner persönlichen Neigung entsprechend empfindet. Paulus beurteilt die Handlung vielmehr vor dem Hintergrund der geschaffenen Ordnung.

Diese Verbindung ist wichtig, weil sie eine häufige Einschränkung des Textes betrifft. Manchmal wird vorgeschlagen, Paulus verurteile nur Menschen, die eigentlich heterosexuell orientiert gewesen seien und gegen ihre persönliche Natur gehandelt hätten. Der Text selbst spricht jedoch nicht von einer individuellen sexuellen Orientierung als Maßstab. Seine Begriffe stehen im Zusammenhang mit Schöpfer und Schöpfung und beschreiben den Verkehr von Mann und Frau als den natürlichen Bezugspunkt. Deshalb trägt diese Einschränkung die Argumentation des Abschnitts nicht ausreichend.

Ebenso wenig nennt Paulus Ausbeutung, Gewalt, Prostitution oder bestimmte kultische Praktiken als die entscheidende Ursache seiner Bewertung. Solche Formen sexueller Sünde gab es in der antiken Welt und wären nach biblischen Maßstäben ebenfalls verwerflich. Doch Römer 1 beschreibt allgemeiner Männer, die ihre Begierde zueinander richten, und Frauen, die den natürlichen Gebrauch vertauschen. Deshalb kann der Text nicht sicher auf ausschließlich missbräuchliche oder kultische gleichgeschlechtliche Beziehungen begrenzt werden.

Gleichzeitig muss der Zweck des Abschnitts beachtet werden. Paulus schreibt Römer 1 nicht, um homosexuelle Menschen zu einer besonderen Klasse von Sündern zu erklären. Seine Darstellung wird vielmehr Teil einer umfassenderen Argumentation, die schließlich jeden Menschen unter die Sünde stellt. Bereits am Ende von Kapitel 1 nennt er zahlreiche weitere Verfehlungen: Ungerechtigkeit, Bosheit, Habsucht, Neid, Streit, Betrug, Hochmut und Lieblosigkeit. Die sexuelle Sünde steht innerhalb eines viel größeren Bildes menschlicher Abkehr von Gott.

Diese Bewegung setzt sich in Römer 2 fort. Dort wendet Paulus sich an denjenigen, der andere richtet und dabei die eigene Schuld übersieht. Wer Römer 1 benutzt, um aus sicherer Entfernung eine bestimmte Gruppe zu verurteilen, verfehlt deshalb den Gang seiner Argumentation. Paulus will zeigen, dass die Sünde die gesamte Menschheit erfasst hat und dass niemand sich durch den Vergleich mit anderen vor Gott rechtfertigen kann. Die moralische Bewertung gleichgeschlechtlicher Praxis bleibt bestehen, aber sie wird innerhalb der gemeinsamen menschlichen Bedürftigkeit nach Gnade ausgesprochen.

Gerade darin zeigt sich die Balance des Textes. Römer 1 bietet keinen Grund, gleichgeschlechtliche sexuelle Beziehungen als moralisch neutral innerhalb der biblischen Ordnung zu behandeln. Zugleich bietet der Abschnitt keinen Grund für Verachtung, Überheblichkeit oder eine besondere moralische Herabsetzung homosexuell empfindender Menschen. Paulus führt seine Leser vielmehr auf denselben Boden: Der Schöpfer besitzt Anspruch auf das ganze Leben des Menschen, jeder ist durch Sünde von ihm abgewichen, und jeder ist auf die rettende Gerechtigkeit angewiesen, die das Evangelium in Jesus Christus offenbart.

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Paulus nennt Sünde und eröffnet zugleich einen neuen Weg

1. Korinther 6,9-11 – „9 Wisset ihr denn nicht, daß Ungerechte das Reich Gottes nicht ererben werden? Irret euch nicht: Weder Unzüchtige noch Götzendiener, weder Ehebrecher noch Weichlinge, noch Knabenschänder, 10 weder Diebe noch Habsüchtige, noch Trunkenbolde, noch Lästerer, noch Räuber werden das Reich Gottes ererben. 11 Und solche sind etliche von euch gewesen; aber ihr seid abgewaschen, ihr seid geheiligt, ihr sei…"
1. Korinther 6,9-11 – „9 Wisset ihr denn nicht, daß Ungerechte das Reich Gottes nicht ererben werden? Irret euch nicht: Weder Unzüchtige noch Götzendiener, weder Ehebrecher noch Weichlinge, noch Knabenschänder, 10 weder Diebe noch Habsüchtige, noch Trunkenbolde, noch Lästerer, noch Räuber werden das Reich Gottes ererben. 11 Und solche sind etliche von euch gewesen; aber ihr seid abgewaschen, ihr seid geheiligt, ihr sei…"
1. Timotheus 1,8-11 – „8 Wir wissen aber, daß das Gesetz gut ist, wenn man es gesetzmäßig braucht und berücksichtigt, 9 daß einem Gerechten kein Gesetz auferlegt ist, sondern Gesetzlosen und Unbotmäßigen, Gottlosen und Sündern, Unheiligen und Gemeinen, solchen, die Vater und Mutter mißhandeln, Menschen töten, 10 Unzüchtigen, Knabenschändern, Menschenräubern, Lügnern, Meineidigen und was sonst der gesunden Lehre zuwider…"
1. Korinther 6,12-20 – „12 Alles ist mir erlaubt; aber nicht alles frommt! Alles ist mir erlaubt; aber ich will mich von nichts beherrschen lassen. 13 Die Speisen sind für den Bauch und der Bauch für die Speisen; Gott aber wird diesen und jene abtun. Der Leib aber ist nicht für die Unzucht, sondern für den Herrn, und der Herr für den Leib. 14 Gott aber hat den Herrn auferweckt und wird auch uns auferwecken durch seine K…"

Eine weitere zentrale Stelle findet sich in 1. Korinther 6. Paulus erinnert die Gemeinde daran, dass Menschen, die in verschiedenen Formen bewusster Sünde leben, das Reich Gottes nicht erben werden. In seiner Aufzählung stehen sexuelle Verfehlungen neben Götzendienst, Ehebruch, Diebstahl, Habsucht, Trunkenheit, Lästerung und Raub. Gleichgeschlechtliche sexuelle Praxis erscheint damit erneut nicht als isolierte Sonderkategorie, sondern innerhalb einer umfassenden Beschreibung von Lebensweisen, die mit Gottes Herrschaft unvereinbar sind.

Für die genaue Auslegung sind zwei griechische Begriffe von Bedeutung, die in Vers 9 unmittelbar nebeneinanderstehen. Ihre Wiedergabe unterscheidet sich zwischen Bibelübersetzungen, und besonders bei dem Begriff malakoi ist Vorsicht nötig, weil das Wort je nach Zusammenhang unterschiedliche Bedeutungen haben kann. Der zweite Begriff, arsenokoitai, bezeichnet im neutestamentlichen Zusammenhang jedoch sexuelle Praxis zwischen Männern. Dass Paulus beide Begriffe zusammen verwendet, macht eine ausschließlich auf Gewalt, Prostitution oder eine einzelne Sonderform beschränkte Deutung des gesamten Ausdrucks wenig überzeugend.

Dabei sollte die Auslegung nicht mehr behaupten, als sprachlich sicher ist. Aus einzelnen Wortbestandteilen lässt sich keine vollständige Beschreibung sämtlicher denkbarer Beziehungen der antiken Welt ableiten. Entscheidend ist vielmehr, dass Paulus gleichgeschlechtliche männliche Sexualpraxis negativ einordnet und dieselbe Grundrichtung auch in Römer 1 erkennbar ist. Die Aussage hängt daher nicht von einer einzigen umstrittenen deutschen Übersetzung ab, sondern fügt sich in die bereits erkennbare biblische Sexualethik ein.

Auch 1. Timotheus 1 verwendet arsenokoitai innerhalb einer Liste von Verhaltensweisen, die dem gesunden Gebrauch des Gesetzes entgegenstehen. Wieder wird keine besondere Menschengruppe als minderwertig beschrieben. Paulus benennt Handlungen und Lebensweisen. Diese Unterscheidung ist wesentlich: Die Schrift beurteilt moralisches Verhalten, aber sie begründet daraus keine abgestufte Menschenwürde. Ein Mensch verliert nicht seinen Wert als Geschöpf Gottes, weil er sündigt.

Gerade deshalb ist Vers 11 für das Verständnis des gesamten Abschnitts unverzichtbar. Nachdem Paulus verschiedene sündige Lebensweisen genannt hat, schreibt er zu den Christen in Korinth: „Und solche sind etliche von euch gewesen.“ Er spricht also nicht über Menschen, die grundsätzlich außerhalb der Reichweite des Evangeliums stünden. Einige Gemeindeglieder hatten selbst Lebensweisen gekannt, die Paulus unmittelbar zuvor als mit Gottes Reich unvereinbar beschrieben hatte.

Dann folgen drei gewichtige Aussagen: Sie sind abgewaschen, geheiligt und gerechtfertigt worden im Namen des Herrn Jesus Christus und durch den Geist Gottes. Der Schwerpunkt verschiebt sich damit von der Vergangenheit auf Gottes rettendes Handeln. Das Evangelium sagt weder, Sünde sei bedeutungslos, noch sagt es, der Sünder sei auf ewig durch seine Vergangenheit festgelegt. Christus vergibt, reinigt und stellt Menschen in eine neue Beziehung zu Gott.

Daraus darf allerdings keine einfache Behauptung abgeleitet werden, jede gleichgeschlechtliche Anziehung müsse nach der Bekehrung verschwinden. 1. Korinther 6,11 spricht von der neuen Stellung und dem veränderten Leben der Gläubigen, nicht von einer Zusage, dass jede Versuchung oder jedes innere Empfinden sofort aufgehoben werde. Auch Christen können weiterhin mit Begierden und Versuchungen kämpfen. Entscheidend ist, dass diese nicht mehr den Maßstab dafür bilden, was vor Gott richtig ist oder wem ein Mensch letztlich gehört.

Der weitere Zusammenhang von 1. Korinther 6 vertieft diesen Gedanken. Paulus erinnert die Gemeinde daran, dass der Leib dem Herrn gehört und dass sexuelle Entscheidungen deshalb nicht als rein private Angelegenheit betrachtet werden können. Der Leib ist für den Herrn bestimmt und soll Gott verherrlichen. Damit erhält Sexualethik ihren eigentlichen christlichen Rahmen: Nicht die Frage, welche Wünsche ein Mensch empfindet, entscheidet letztlich über seinen Lebensweg, sondern die Zugehörigkeit zu Christus.

So verbindet dieser Abschnitt eine klare Grenze mit einer ebenso klaren Hoffnung. Paulus verändert die moralische Bewertung sexueller Praxis nicht, doch er lässt Menschen auch nicht unter ihrer Vergangenheit stehen. Das Evangelium ruft nicht nur homosexuell empfindende Menschen, sondern Ehebrecher, Habgierige, Trinker und jeden anderen Sünder aus einem selbstbestimmten Leben heraus. Niemand wird ausgesondert, und niemand erhält eine Sonderregel: Derselbe Christus vergibt, heiligt und beansprucht das ganze Leben aller, die ihm gehören.

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Empfindung, Versuchung und bewusstes Begehren sind nicht dasselbe

Hebräer 4,15 – „15 Denn wir haben nicht einen Hohenpriester, der kein Mitleid haben könnte mit unsren Schwachheiten, sondern der in allem gleich [wie wir] versucht worden ist, doch ohne Sünde."
Hebräer 4,15 – „15 Denn wir haben nicht einen Hohenpriester, der kein Mitleid haben könnte mit unsren Schwachheiten, sondern der in allem gleich [wie wir] versucht worden ist, doch ohne Sünde."
Jakobus 1,14-15 – „14 Sondern ein jeder wird versucht, wenn er von seiner eigenen Lust gereizt und gelockt wird. 15 Darnach, wenn die Lust empfangen hat, gebiert sie die Sünde; die Sünde aber, wenn sie vollendet ist, gebiert den Tod."
Matthäus 5,27-28 – „27 Ihr habt gehört, daß zu den Alten gesagt ist: «Du sollst nicht ehebrechen!» 28 Ich aber sage euch: Wer ein Weib ansieht, ihrer zu begehren, der hat in seinem Herzen schon Ehebruch mit ihr begangen."

Nachdem die Schrift gleichgeschlechtliche sexuelle Praxis eingeordnet hat, stellt sich eine persönlich besonders bedeutsame Frage: Wie ist die bloße Erfahrung gleichgeschlechtlicher Anziehung zu beurteilen? Die Bibel verwendet nicht den modernen Begriff einer sexuellen Orientierung und entwickelt keine eigene Lehre darüber, wie solche Empfindungen entstehen oder warum sie bei manchen Menschen dauerhaft vorhanden sind. Deshalb sollte nicht behauptet werden, sie beantworte Fragen, die ihre Texte nicht ausdrücklich behandeln. Dennoch gibt sie Grundlinien, mit denen zwischen Versuchung, innerem Begehren und bewusstem Handeln unterschieden werden kann.

Hebräer 4 eröffnet dafür einen wichtigen Ausgangspunkt. Von Jesus heißt es, dass er „in allem versucht worden ist in ähnlicher Weise wie wir, doch ohne Sünde“. Versuchung und Sünde können deshalb nicht einfach gleichgesetzt werden. Dass ein Mensch einen Anreiz zum Bösen erfährt oder mit einem Verlangen konfrontiert wird, bedeutet für sich allein noch nicht, dass er bereits dieselbe Schuld trägt, als hätte er diesem Verlangen bewusst zugestimmt und danach gehandelt. Diese Unterscheidung gilt nicht nur für Sexualität, sondern grundsätzlich für das menschliche Leben.

Jakobus 1 beschreibt genauer, wie Versuchung in Sünde übergehen kann. Ein Mensch wird von seiner eigenen Begierde gereizt und gelockt; anschließend heißt es, dass die Begierde, „wenn sie empfangen hat“, Sünde gebiert. Jakobus beschreibt damit einen Vorgang und nicht lediglich zwei völlig identische Zustände. Zugleich spricht er ernst über die Macht ungeordneter Begierde. Der Text erlaubt deshalb weder, jede auftretende Regung sofort mit vollendeter Sünde gleichzusetzen, noch, das innere Begehren grundsätzlich als moralisch bedeutungslos zu behandeln.

Gerade an diesem zweiten Punkt ergänzt Jesu Lehre das Bild. In Matthäus 5 beschränkt er Ehebruch nicht auf die äußere Tat. Wer eine Frau ansieht, um sie zu begehren, hat nach seinen Worten bereits im Herzen Ehebruch begangen. Gottes Anspruch reicht also bis in das Innere des Menschen. Bewusst gepflegte sexuelle Begierde kann sündig sein, auch wenn kein äußerer Geschlechtsverkehr folgt. Die biblische Grenze verläuft daher nicht einfach zwischen „Gefühl erlaubt“ und „Handlung verboten“, sondern berücksichtigt auch die willentliche Ausrichtung des Herzens.

Für gleichgeschlechtlich empfindende Menschen ist diese Genauigkeit wichtig. Eine Anziehung, die jemand in sich vorfindet, darf nicht ohne Weiteres mit einer bewusst genährten sexuellen Fantasie oder einer ausgelebten Beziehung gleichgesetzt werden. Die Bibel erklärt nicht, dass jeder Mensch seine auftretenden Empfindungen selbst gewählt hat. Ebenso wenig begründet sie daraus eine besondere Schuld allein deshalb, weil jemand eine bestimmte Versuchung oder innere Spannung erlebt. Entscheidend ist, wie der Mensch mit dem umgeht, was in ihm auftritt.

Damit wird zugleich eine Sonderbehandlung homosexueller Empfindungen vermieden. Ein heterosexuell empfindender Mensch steht vor demselben Grundsatz. Auch seine sexuelle Anziehung rechtfertigt nicht jedes Begehren und jede Handlung. Ein verheirateter Mensch kann sich zu jemand anderem hingezogen fühlen; ein unverheirateter Mensch kann starkes sexuelles Verlangen erleben. In beiden Fällen entscheidet die Intensität oder Unfreiwilligkeit des Empfindens nicht darüber, was Gottes Wille ist. Sexualethische Nachfolge verlangt von jedem Menschen, auch das Innere unter die Herrschaft Christi zu stellen.

Dabei wäre es seelsorgerlich wie biblisch unangemessen, einem Menschen leichtfertig zu versprechen, seine gleichgeschlechtliche Anziehung müsse verschwinden, wenn sein Glaube nur stark genug sei. Eine solche Zusage gibt die Schrift nicht. Sie verheißt Gottes Gegenwart, Vergebung und Kraft zur Nachfolge, aber nicht die Beseitigung jeder Versuchung in diesem Leben. Paulus selbst beschreibt das christliche Leben als einen wirklichen Kampf zwischen den Begierden des Fleisches und dem Wirken des Geistes.

Die entscheidende Frage lautet deshalb nicht, ob ein Christ niemals mehr eine unerwünschte Regung empfindet. Nachfolge zeigt sich darin, was zum Maßstab des Lebens wird. Gefühle dürfen ehrlich vor Gott gebracht werden; sie müssen weder geleugnet noch zur höchsten Autorität über Gut und Böse erhoben werden. Christus kennt menschliche Versuchung und begegnet dem, der zu ihm kommt, nicht mit Verachtung. Gerade weil er ohne Sünde versucht wurde, kann der Mensch mit seinen Kämpfen zu ihm treten und dort Barmherzigkeit und Gnade für ein Leben in Treue finden.

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Nachfolge stellt auch Sexualität unter die Herrschaft Christi

Matthäus 16,24-25 – „24 Da sprach Jesus zu seinen Jüngern: Will jemand mir nachfolgen, so verleugne er sich selbst und nehme sein Kreuz auf sich und folge mir nach! 25 Denn wer seine Seele retten will, der wird sie verlieren; wer aber seine Seele verliert um meinetwillen, der wird sie finden."
Matthäus 16,24-25 – „24 Da sprach Jesus zu seinen Jüngern: Will jemand mir nachfolgen, so verleugne er sich selbst und nehme sein Kreuz auf sich und folge mir nach! 25 Denn wer seine Seele retten will, der wird sie verlieren; wer aber seine Seele verliert um meinetwillen, der wird sie finden."
1. Korinther 7,7-9 – „7 Denn ich wollte, alle Menschen wären wie ich; aber jeder hat seine eigene Gnadengabe von Gott, der eine so, der andere so. 8 Ich sage aber den Ledigen und den Witwen: Es ist gut für sie, wenn sie bleiben wie ich. 9 Können sie sich aber nicht enthalten, so sollen sie heiraten; denn heiraten ist besser als in Glut geraten."
1. Thessalonicher 4,3-5 – „3 Denn das ist der Wille Gottes, eure Heiligung, daß ihr euch der Unzucht enthaltet; 4 daß jeder von euch wisse, sein eigenes Gefäß in Heiligung und Ehre zu besitzen, 5 nicht mit leidenschaftlicher Gier wie die Heiden, die Gott nicht kennen;"

Wenn die Bibel sexuelle Gemeinschaft an die Ehe zwischen Mann und Frau bindet, entsteht für einen Menschen mit gleichgeschlechtlicher Anziehung eine schwierige Konsequenz. Sofern eine Ehe mit einem Menschen des anderen Geschlechts nicht aus freier und wahrhaftiger Überzeugung eingegangen wird, bedeutet Treue zu dieser Ordnung sexuelle Enthaltsamkeit. Diese Schlussfolgerung ist anspruchsvoll, doch sie entsteht nicht aus einer besonderen Vorschrift nur für homosexuell empfindende Menschen. Auch jeder unverheiratete heterosexuell empfindende Christ ist dazu gerufen, seine Sexualität außerhalb der Ehe nicht auszuleben.

Jesus beschreibt Nachfolge grundsätzlich als einen Weg, auf dem der eigene Wille nicht die höchste Autorität bleibt. Wer ihm nachfolgen will, soll sich selbst verleugnen, sein Kreuz auf sich nehmen und ihm folgen. Diese Worte beziehen sich nicht ausschließlich auf Sexualität und dürfen nicht so verwendet werden, als sei gleichgeschlechtliche Anziehung das besondere „Kreuz“ einer bestimmten Menschengruppe. Sie zeigen jedoch ein allgemeines Merkmal christlicher Nachfolge: Kein Lebensbereich ist von der Frage ausgenommen, ob die eigenen Wünsche mit dem Willen Christi übereinstimmen.

Das betrifft Menschen auf sehr unterschiedliche Weise. Für den einen kann Treue bedeuten, auf eine außereheliche Beziehung zu verzichten; für einen anderen, eine begehrte Person nicht für sich zu beanspruchen; für wieder einen anderen, mit einem dauerhaft unerfüllten Wunsch nach Ehe zu leben. Der christliche Maßstab lautet deshalb nicht, dass jedes starke oder aufrichtige Verlangen erfüllt werden müsse, um ein ganzes Leben führen zu können. Die Schrift kennt Wünsche, die ein Mensch Gott anvertrauen und dennoch nicht ausleben soll.

Paulus spricht in 1. Korinther 7 auffallend nüchtern über sexuelles Verlangen, Ehe und Ehelosigkeit. Er verherrlicht weder sexuelle Bedürfnislosigkeit noch erklärt er Ehe zur Voraussetzung eines erfüllten christlichen Lebens. Er erkennt an, dass Menschen unterschiedliche Gaben und Lebenssituationen haben, und beschreibt sowohl Ehe als auch Ehelosigkeit als mögliche Lebensformen unter Gottes Herrschaft. Damit widerspricht das Neue Testament der Vorstellung, ein Mensch könne nur dann vollständig oder wirklich angenommen sein, wenn er eine sexuelle Partnerschaft besitzt.

Gleichzeitig darf daraus nicht der Eindruck entstehen, Enthaltsamkeit sei leicht. Paulus weiß um die Stärke sexuellen Verlangens und behandelt sie nicht als belanglose Nebensache. Die Forderung nach sexueller Treue kann deshalb für Menschen mit gleichgeschlechtlicher Anziehung einen tiefen Verzicht bedeuten, besonders wenn eine ersehnte partnerschaftliche Verbindung nach dem biblischen Verständnis nicht gelebt werden kann. Solche Kosten der Nachfolge sollten weder beschönigt noch mit schnellen geistlichen Formeln beantwortet werden.

1. Thessalonicher 4 beschreibt Heiligung gerade im Bereich der Sexualität als Lernen, den eigenen Leib in Heiligkeit und Ehre zu führen und sich nicht von Begierde beherrschen zu lassen. Heiligung bedeutet dabei nicht Verachtung des Körpers oder der Sexualität. Sie bedeutet, dass auch starke körperliche Wünsche ihren Platz innerhalb von Gottes Willen erhalten. Selbstbeherrschung ist deshalb keine Ablehnung des Menschseins, sondern eine Frucht davon, dass Christus Herr über den ganzen Menschen wird.

Für Gemeinden und christliche Gemeinschaften ergibt sich daraus eine erhebliche Verantwortung. Wer einem unverheirateten Menschen sexuelle Enthaltsamkeit als Teil der Nachfolge zumutet, darf zugleich nicht so leben, als seien Ehe und Kernfamilie die einzigen Orte tiefer Gemeinschaft. Das Neue Testament beschreibt die Gemeinde als Leib, in dem Menschen einander angehören, Lasten tragen und zu einer neuen geistlichen Familie werden. Eine biblische Sexualethik, die Enthaltsamkeit fordert, aber Einsamkeit gleichgültig hinnimmt, bleibt deshalb praktisch unvollständig.

So liegt die christliche Hoffnung nicht in der Zusage, jeder tiefe Wunsch werde in diesem Leben erfüllt. Sie liegt darin, dass Christus selbst größer ist als jede einzelne Lebensform und dass Zugehörigkeit zu ihm einem Menschen einen Wert gibt, der weder von Ehe noch von Sexualität abhängt. Nachfolge kann echten Verzicht einschließen, doch sie ist nicht bloß ein Leben des Verzichts. Sie ist die Ausrichtung des ganzen Lebens auf Christus, in dessen Gemeinschaft auch das getragen werden kann, was ein Mensch um seiner Treue willen nicht auslebt.

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Biblische Wahrheit erlaubt keine Verachtung

Jakobus 3,9-10 – „9 Mit ihr loben wir den Herrn und Vater, und mit ihr verfluchen wir die Menschen, die nach dem Bilde Gottes gemacht sind; 10 aus ein und demselben Munde geht Loben und Fluchen hervor. Es soll, meine Brüder, nicht also sein!"
Jakobus 3,9-10 – „9 Mit ihr loben wir den Herrn und Vater, und mit ihr verfluchen wir die Menschen, die nach dem Bilde Gottes gemacht sind; 10 aus ein und demselben Munde geht Loben und Fluchen hervor. Es soll, meine Brüder, nicht also sein!"
Matthäus 22,37-40 – „37 Jesus sprach zu ihm: «Du sollst den Herrn, deinen Gott, lieben mit deinem ganzen Herzen und mit deiner ganzen Seele und mit deinem ganzen Gemüt.» 38 Das ist das erste und größte Gebot. 39 Ein anderes aber ist ihm gleich: «Du sollst deinen Nächsten lieben wie dich selbst.» 40 An diesen zwei Geboten hängt das ganze Gesetz und die Propheten."
Römer 13,8-10 – „8 Seid niemand etwas schuldig, als daß ihr einander liebet; denn wer den andern liebt, hat das Gesetz erfüllt. 9 Denn die [Forderung]: «Du sollst nicht ehebrechen, du sollst nicht töten, du sollst nicht stehlen, laß dich nicht gelüsten» (und welches andere Gebot noch sei), wird zusammengefaßt in diesem Wort: «Du sollst deinen Nächsten lieben wie dich selbst!» 10 Die Liebe tut dem Nächsten nichts …"

Eine klare biblische Sexualethik beantwortet noch nicht die Frage, wie Christen Menschen begegnen sollen, die gleichgeschlechtlich empfinden oder leben. Gerade hier kann Wahrheit auf eine Weise vertreten werden, die dem eigenen Inhalt widerspricht. Die Schrift erlaubt es nicht, eine moralische Überzeugung zum Anlass für Verachtung, Spott oder Herabsetzung eines Menschen zu machen. Wer Gottes Gebote ernst nimmt, muss ebenso ernst nehmen, was Gott über die Würde und den Umgang mit dem Nächsten sagt.

Jakobus weist auf einen tiefen Widerspruch hin: Mit derselben Zunge wird Gott gepriesen und der Mensch verflucht, der nach Gottes Bild geschaffen ist. Seine Begründung liegt nicht darin, dass der andere moralisch untadelig wäre. Die Würde des Menschen gründet in seiner Beziehung zum Schöpfer. Deshalb bleibt auch ein Mensch, dessen Lebensweise nach biblischem Maßstab sündig ist, ein Geschöpf Gottes und darf nicht behandelt werden, als hätte seine Sünde seine menschliche Würde ausgelöscht.

Dieser Grundsatz betrifft homosexuell empfindende Menschen genauso wie jeden anderen. Abwertende Bezeichnungen, Demütigungen, feindselige Witze oder gesellschaftliche Ausgrenzung lassen sich nicht mit biblischer Treue rechtfertigen. Die Schrift gibt Christen den Auftrag, Sünde zu benennen, aber nicht die Erlaubnis, den Sünder zu verachten. Wo aus einer theologischen Überzeugung Menschenfeindlichkeit entsteht, wird nicht mehr nur über Sexualethik gesprochen; dann wird selbst gegen Gottes Gebot der Nächstenliebe gehandelt.

Jesus stellt die Liebe zu Gott und die Liebe zum Nächsten in das Zentrum des Gehorsams. Diese Liebe bedeutet nicht, jede Überzeugung oder jedes Verhalten des anderen gutzuheißen. Schon innerhalb der Bibel schließen Liebe und moralische Korrektur einander nicht aus. Doch der Nächste bleibt jemand, dessen Wohl gesucht werden soll. Christliche Liebe kann deshalb weder auf Zustimmung zu allem reduziert noch von Respekt, Güte und Barmherzigkeit getrennt werden.

Paulus beschreibt die Liebe in Römer 13 als Erfüllung des Gesetzes und fasst ihre praktische Richtung mit dem Gedanken zusammen, dass die Liebe dem Nächsten nichts Böses tut. Gerade dieser Maßstab ist für den Umgang mit einem sensiblen Thema entscheidend. Wer biblische Wahrheit vertritt, trägt Verantwortung nicht nur dafür, ob seine Aussage inhaltlich richtig ist, sondern auch dafür, ob sein Handeln dem anderen tatsächlich in Liebe begegnet. Wahrheit wird nicht wahrer, wenn sie mit Härte vorgetragen wird.

Das bedeutet zugleich nicht, dass Liebe jede moralische Grenze auflösen müsste. Jesus verbindet Liebe zu Gott gerade mit der Anerkennung seines Willens. Ein Christ kann deshalb zu dem Ergebnis kommen, dass gleichgeschlechtliche sexuelle Beziehungen der biblischen Ordnung widersprechen, und einem homosexuell lebenden Menschen dennoch mit echter Achtung, Freundlichkeit und persönlicher Nähe begegnen. Diese beiden Haltungen sind biblisch keine Gegensätze.

Auch innerhalb christlicher Gemeinschaften darf homosexuelle Sünde nicht anders behandelt werden als andere Bereiche, in denen Menschen mit Gottes Willen ringen. Es wäre widersprüchlich, gleichgeschlechtliche Praxis mit großer Strenge hervorzuheben, während Habgier, Ehebruch, Pornografie, Lieblosigkeit oder sexuelle Untreue innerhalb heterosexueller Beziehungen verharmlost werden. Paulus stellt unterschiedliche Sünden bewusst nebeneinander. Wo daraus eine besondere Klasse moralisch minderwertiger Menschen geschaffen wird, verschiebt sich der Maßstab der Schrift.

So fordert die Bibel eine Haltung, die weder ihre eigene Sexualethik aufgibt noch Menschen auf ihre Sexualität reduziert. Ein Mensch ist mehr als seine Anziehung, seine Beziehungsgeschichte oder seine sexuellen Entscheidungen. Gerade wer glaubt, dass jeder Mensch vor Gott Rechenschaft ablegt, hat keinen Grund zu Überheblichkeit. Die Wahrheit über Sünde führt nicht zu Verachtung, sondern zur Erkenntnis, dass alle Menschen dieselbe Gnade brauchen und dass der Nächste mit jener Würde behandelt werden muss, die ihm sein Schöpfer gegeben hat.

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Kann eine gleichgeschlechtliche Beziehung biblisch als Ehe gelten?

Matthäus 19,4-6 – „4 Er aber antwortete und sprach zu ihnen: Habt ihr nicht gelesen, daß der Schöpfer [die Menschen] am Anfang als Mann und Weib erschuf 5 und sprach: «Darum wird ein Mensch Vater und Mutter verlassen und seinem Weibe anhangen; und die zwei werden ein Fleisch sein»? 6 So sind sie nun nicht mehr zwei, sondern ein Fleisch. Was nun Gott zusammengefügt hat, das soll der Mensch nicht scheiden."
Matthäus 19,4-6 – „4 Er aber antwortete und sprach zu ihnen: Habt ihr nicht gelesen, daß der Schöpfer [die Menschen] am Anfang als Mann und Weib erschuf 5 und sprach: «Darum wird ein Mensch Vater und Mutter verlassen und seinem Weibe anhangen; und die zwei werden ein Fleisch sein»? 6 So sind sie nun nicht mehr zwei, sondern ein Fleisch. Was nun Gott zusammengefügt hat, das soll der Mensch nicht scheiden."
Epheser 5,31-33 – „31 «Um deswillen wird ein Mensch Vater und Mutter verlassen und seinem Weibe anhangen, und werden die zwei ein Fleisch sein.» 32 Dieses Geheimnis ist groß, ich aber deute es auf Christus und auf die Gemeinde. 33 Doch auch ihr, einer wie der andere, liebe seine Frau wie sich selbst; die Frau aber fürchte den Mann!"
Hebräer 13,4 – „4 Die Ehe ist von allen in Ehren zu halten und das Ehebett unbefleckt; denn Hurer und Ehebrecher wird Gott richten!"

Nachdem geklärt wurde, wie die Bibel gleichgeschlechtliche sexuelle Praxis beurteilt, stellt sich eine weitere Frage, die sich nicht allein durch das Wort „Homosexualität“ beantworten lässt: Ändert sich die moralische Bewertung, wenn zwei Menschen gleichen Geschlechts einander treu lieben, dauerhaft zusammenleben und ihre Beziehung verbindlich gestalten? Gerade heutige Diskussionen richten sich häufig nicht auf wechselnde Sexualkontakte oder Ausbeutung, sondern auf eine liebevolle, gegenseitig verantwortete Partnerschaft. Deshalb muss geprüft werden, ob die Bibel ihre Sexualethik lediglich von Treue und Liebe abhängig macht oder ob auch die Gestalt der Verbindung selbst dazugehört.

Jesu Worte über die Ehe geben dafür einen entscheidenden Maßstab. In Matthäus 19 führt er seine Zuhörer zur Schöpfung zurück und verbindet zwei Aussagen miteinander: Gott schuf den Menschen als Mann und Frau, und deshalb verlässt ein Mann Vater und Mutter, verbindet sich mit seiner Frau und beide werden ein Fleisch. Jesus begründet die Ehe somit nicht allein mit gegenseitiger Zuneigung oder lebenslanger Treue. Die geschlechtliche Verbindung von Mann und Frau gehört ausdrücklich zu der Ordnung, auf die er verweist.

Dabei beantwortet Jesus in Matthäus 19 unmittelbar eine Frage zur Scheidung und nicht eine Frage zu gleichgeschlechtlichen Partnerschaften. Der Text darf deshalb nicht so behandelt werden, als hätte Jesus dort ausdrücklich über jede moderne Form gleichgeschlechtlicher Beziehung gesprochen. Dennoch ist seine positive Bestimmung der Ehe für die Frage relevant. Wenn Jesus erklärt, welche Verbindung Gott zusammenfügt, greift er gerade die Schöpfung von Mann und Frau und ihr Ein-Fleisch-Werden auf. Die Definition entsteht deshalb nicht lediglich aus einer späteren kulturellen Gewohnheit.

Paulus nimmt denselben Schöpfungstext in Epheser 5 auf. Er beschreibt die eheliche Verbindung von Mann und Frau und führt 1. Mose 2,24 ausdrücklich an. Anschließend stellt er eine Verbindung zwischen dieser Ehe und Christus mit seiner Gemeinde her. Damit erhält die Ehe eine Bedeutung, die über persönliche Erfüllung hinausreicht: Ihre konkrete Gestalt kann als Bild für die unterschiedliche und doch verbundene Beziehung zwischen Christus und seiner Gemeinde dienen. Diese christologische Anwendung bestätigt erneut, dass die Schöpfungsordnung im Neuen Testament nicht aufgehoben wird.

Daraus folgt, dass eine gleichgeschlechtliche Partnerschaft nach dem biblischen Eheverständnis nicht einfach dadurch zur Ehe wird, dass sie treu, fürsorglich und dauerhaft ist. Solche Eigenschaften besitzen einen wirklichen menschlichen Wert; Treue, Fürsorge und Verlässlichkeit sind an sich nicht schlecht. Sie verändern jedoch nicht die biblische Definition der sexuellen Bundesgemeinschaft. Gute Eigenschaften innerhalb einer Beziehung beantworten noch nicht die Frage, ob die Beziehung als Ganzes jener Ordnung entspricht, die die Schrift für Ehe und sexuelle Gemeinschaft beschreibt.

Das bedeutet zugleich, dass nicht alles Gute innerhalb einer Beziehung geleugnet werden muss, um ihre sexuelle Gestalt biblisch anders zu beurteilen. Zwei Menschen können füreinander sorgen, Verantwortung übernehmen und einander aufrichtig verbunden sein. Eine biblische Bewertung muss nicht behaupten, jede Empfindung oder jede zwischenmenschliche Qualität innerhalb einer solchen Beziehung sei deshalb böse. Der entscheidende Punkt liegt enger: Sexuelle Gemeinschaft erhält nach dem Gesamtzeugnis der Schrift ihren von Gott vorgesehenen Rahmen in der Ehe von Mann und Frau.

Hebräer 13 fasst diesen hohen Stellenwert der Ehe knapp zusammen: Die Ehe soll bei allen in Ehren gehalten und das Ehebett unbefleckt bleiben. Damit wird erneut sichtbar, dass biblische Sexualethik nicht zuerst aus der Frage entsteht, ob zwei Erwachsene gegenseitig zustimmen. Auch Treue, Heiligkeit und die von Gott gesetzte Gestalt der Verbindung gehören zusammen. Derselbe Maßstab betrifft daher heterosexuelle Beziehungen ebenfalls: Aufrichtige Liebe allein macht Ehebruch oder außereheliche sexuelle Gemeinschaft nicht mit Gottes Ordnung vereinbar.

Für Christen ergibt sich daraus eine schwierige, aber klare Konsequenz. Eine zivile oder gesellschaftliche Anerkennung einer gleichgeschlechtlichen Verbindung beantwortet nicht automatisch die theologische Frage, was die Bibel unter Ehe versteht. Staatliches Recht und biblische Eheordnung sind nicht in jeder Hinsicht dieselbe Kategorie. Christen sollen Menschen unabhängig von ihrem rechtlichen Beziehungsstatus respektvoll behandeln, können aber zugleich daran festhalten, dass die Schrift sexuelle Gemeinschaft und Ehe in der Verbindung von Mann und Frau verankert.

Gerade bei dieser Schlussfolgerung ist jedoch jede triumphierende oder herabsetzende Haltung fehl am Platz. Für Menschen, die eine gleichgeschlechtliche Partnerschaft als tiefste menschliche Bindung ihres Lebens erfahren, berührt diese biblische Einordnung nicht nur eine abstrakte Lehrfrage. Sie kann einen sehr konkreten und schmerzhaften Ruf zur Neuordnung des Lebens bedeuten. Deshalb darf die Wahrheit nicht abgeschwächt werden, aber sie muss innerhalb derselben Nachfolge ausgesprochen werden, in der Christus jeden seiner Jünger auffordert, ihm auch dort zu vertrauen, wo Gehorsam einen hohen persönlichen Preis besitzt.

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Die tiefste Identität des Christen liegt in Christus

Galater 2,20 – „20 Und nicht mehr lebe ich, sondern Christus lebt in mir; was ich aber jetzt im Fleische lebe, das lebe ich im Glauben an den Sohn Gottes, der mich geliebt und sich selbst für mich hingegeben hat."
Galater 2,20 – „20 Und nicht mehr lebe ich, sondern Christus lebt in mir; was ich aber jetzt im Fleische lebe, das lebe ich im Glauben an den Sohn Gottes, der mich geliebt und sich selbst für mich hingegeben hat."
Kolosser 3,1-5 – „1 Seid ihr nun mit Christus auferstanden, so suchet, was droben ist, wo Christus ist, sitzend zu der Rechten Gottes. 2 Trachtet nach dem, was droben, nicht nach dem, was auf Erden ist; 3 denn ihr seid gestorben, und euer Leben ist verborgen mit Christus in Gott. 4 Wenn Christus, euer Leben, offenbar werden wird, dann werdet auch ihr mit ihm offenbar werden in Herrlichkeit. 5 Tötet nun eure Gliede…"
Philipper 3,7-9 – „7 Aber was mir Gewinn war, das habe ich um Christi willen für Schaden gerechnet; 8 ja ich achte nun auch alles für Schaden gegenüber der alles übertreffenden Erkenntnis Christi Jesu, meines Herrn, um dessentwillen ich alles eingebüßt habe, und ich achte es für Unrat, damit ich Christus gewinne 9 und in ihm erfunden werde, daß ich nicht meine eigene Gerechtigkeit (die aus dem Gesetz) habe, sondern…"

Moderne Gespräche über Homosexualität verbinden sexuelles Empfinden häufig eng mit der Frage persönlicher Identität. Menschen beschreiben sich etwa als homosexuell, heterosexuell oder bisexuell und verwenden damit Begriffe, die bestimmte Erfahrungen ihres Lebens benennen. Die Bibel kennt diese modernen Identitätskategorien nicht. Deshalb wäre es ungenau, ihr Aussagen darüber zuzuschreiben, welche heutigen Selbstbezeichnungen ein Mensch verwenden darf oder nicht verwenden darf. Sie stellt jedoch eine grundlegendere Frage: Was bestimmt letztlich, wer ein Mensch ist und wem sein Leben gehört?

Paulus beantwortet diese Frage aus seiner Verbindung mit Christus. Im Galaterbrief schreibt er: „Ich lebe, doch nun nicht ich, sondern Christus lebt in mir.“ Damit wird seine Persönlichkeit nicht ausgelöscht. Paulus bleibt derselbe Mensch mit seiner Geschichte, seinem Körper und seinen konkreten Lebensumständen. Aber die bestimmende Mitte seines Lebens hat sich verändert. Nicht mehr das eigene Ich besitzt den höchsten Anspruch, sondern Christus, der ihn geliebt und sich für ihn hingegeben hat.

Dieser Gedanke betrifft weit mehr als Sexualität. Menschen können ihre Identität aus Herkunft, Beziehungen, Beruf, gesellschaftlicher Stellung, Erfolg, Leiden oder persönlichen Wünschen ableiten. Keine dieser Erfahrungen muss unwichtig sein. Doch aus neutestamentlicher Sicht kann keine von ihnen die tiefste Grundlage dessen bilden, wer ein Christ vor Gott ist. Seine entscheidende Zugehörigkeit entsteht daraus, dass er mit Christus verbunden ist.

Kolosser 3 führt diese Wahrheit unmittelbar in die Lebensführung hinein. Paulus erinnert die Gläubigen daran, dass sie mit Christus auferstanden sind und ihr Leben mit Christus in Gott verborgen ist. Gerade von dieser neuen Stellung aus fordert er sie anschließend auf, sündige Begierden und Verhaltensweisen abzulegen. Die Reihenfolge ist wichtig: Der Mensch verändert sein Leben nicht, um sich erst eine neue Identität vor Gott zu verdienen. Weil Christus sein Leben geworden ist, soll nun auch sein tatsächlicher Lebensweg dieser Zugehörigkeit entsprechen.

Für einen Menschen mit gleichgeschlechtlicher Anziehung bedeutet das nicht, dass seine Erfahrungen geleugnet werden müssten. Wenn diese Anziehung real und möglicherweise dauerhaft ist, kann sie einen bedeutenden Teil seiner Lebensgeschichte und seines alltäglichen Ringens darstellen. Die Schrift verlangt keine unehrliche Behauptung, solche Empfindungen seien nicht vorhanden. Sie verhindert jedoch, dass irgendein sexuelles Empfinden zur höchsten Instanz wird, von der aus Gottes Wille beurteilt wird.

Dasselbe gilt für heterosexuelle Menschen. Auch ihre Sexualität darf nicht zum Zentrum ihrer Identität werden. Ehe, sexuelle Erfüllung oder romantische Beziehung sind nach dem Neuen Testament weder Voraussetzung menschlicher Vollständigkeit noch letzter Sinn des Lebens. Gerade Jesus selbst lebte ohne Ehe und sexuelle Beziehung und verkörpert dennoch vollkommenes Menschsein. Deshalb kann christliche Identität nicht davon abhängig gemacht werden, ob ein bestimmter sexueller Wunsch erfüllt wird.

Philipper 3 zeigt, wie tief diese Neuordnung reichen kann. Paulus nennt Dinge, die seine bisherige Identität und gesellschaftliche Stellung wesentlich bestimmt hatten, und erklärt sie gegenüber dem Gewinn, Christus zu erkennen, für zweitrangig. Er sagt damit nicht, dass seine Vergangenheit verschwunden wäre. Ihre Bedeutung wird vielmehr neu geordnet. Was früher sein Selbstverständnis tragen konnte, steht nun unter der größeren Wirklichkeit, Christus zu gehören und in ihm gefunden zu werden.

Diese Perspektive schützt vor zwei entgegengesetzten Reduktionen. Ein homosexuell empfindender Mensch darf nicht auf seine Sexualität reduziert werden, als erkläre eine einzige Dimension seines Lebens seine ganze Person. Ebenso wenig muss seine konkrete Erfahrung ignoriert werden, als wäre sie für seinen Glaubensweg bedeutungslos. Biblische Nachfolge lässt Raum für ehrliche Selbstbeschreibung, setzt aber über jede menschliche Beschreibung eine tiefere Wahrheit: Der Christ gehört Christus.

Darin liegt eine Hoffnung, die nicht davon abhängt, ob sich sexuelle Empfindungen verändern. Das Evangelium verspricht nicht jedem Menschen eine andere Orientierung, eine Ehe oder das Ende aller inneren Konflikte. Es verheißt etwas Grundlegenderes: eine neue Stellung vor Gott, Gemeinschaft mit Christus und ein Leben, dessen endgültiger Wert nicht von unerfüllten oder erfüllten Wünschen bestimmt wird. Wer Christus gehört, muss seine Würde weder aus seiner Sexualität gewinnen noch durch sie verlieren.

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Jesu Schweigen hebt die biblische Sexualethik nicht auf

Matthäus 19,4-6 – „4 Er aber antwortete und sprach zu ihnen: Habt ihr nicht gelesen, daß der Schöpfer [die Menschen] am Anfang als Mann und Weib erschuf 5 und sprach: «Darum wird ein Mensch Vater und Mutter verlassen und seinem Weibe anhangen; und die zwei werden ein Fleisch sein»? 6 So sind sie nun nicht mehr zwei, sondern ein Fleisch. Was nun Gott zusammengefügt hat, das soll der Mensch nicht scheiden."
Matthäus 19,4-6 – „4 Er aber antwortete und sprach zu ihnen: Habt ihr nicht gelesen, daß der Schöpfer [die Menschen] am Anfang als Mann und Weib erschuf 5 und sprach: «Darum wird ein Mensch Vater und Mutter verlassen und seinem Weibe anhangen; und die zwei werden ein Fleisch sein»? 6 So sind sie nun nicht mehr zwei, sondern ein Fleisch. Was nun Gott zusammengefügt hat, das soll der Mensch nicht scheiden."
Matthäus 5,17-19 – „17 Ihr sollt nicht wähnen, daß ich gekommen sei, das Gesetz oder die Propheten aufzulösen! Ich bin nicht gekommen aufzulösen, sondern zu erfüllen. 18 Denn wahrlich, ich sage euch, bis daß Himmel und Erde vergangen sind, wird nicht ein Jota noch ein einziges Strichlein vom Gesetz vergehen, bis alles geschehen ist. 19 Wer nun eines von diesen kleinsten Geboten auflöst und die Leute also lehrt, der …"
Johannes 16,12-15 – „12 Noch vieles hätte ich euch zu sagen; aber ihr könnt es jetzt nicht ertragen. 13 Wenn aber jener kommt, der Geist der Wahrheit, wird er euch in die ganze Wahrheit leiten; denn er wird nicht von sich selbst reden, sondern was er hören wird, das wird er reden, und was zukünftig ist, wird er euch verkündigen. 14 Derselbe wird mich verherrlichen; denn von dem Meinigen wird er es nehmen und euch ver…"

In Diskussionen über Homosexualität wird häufig darauf hingewiesen, dass die Evangelien keine ausdrückliche Aussage Jesu über gleichgeschlechtliche sexuelle Beziehungen überliefern. Diese Beobachtung ist zunächst richtig: Es gibt kein überliefertes Jesuswort, in dem er homosexuelle Praxis unmittelbar beim Namen nennt. Daraus wird mitunter geschlossen, sie könne für seine Nachfolger keine wesentliche moralische Frage gewesen sein. Doch aus dem Schweigen eines Textes lässt sich nicht ohne Weiteres Zustimmung ableiten. Entscheidend ist, welche Sexualethik Jesus tatsächlich voraussetzt und ausdrücklich bestätigt.

Als Jesus über Ehe spricht, greift er bewusst auf den Schöpfungsbericht zurück. Er erinnert daran, dass der Schöpfer den Menschen „männlich und weiblich“ geschaffen hat, und verbindet dies unmittelbar mit der Aussage, dass ein Mann Vater und Mutter verlässt, seiner Frau anhängt und beide ein Fleisch werden. Jesus erfindet damit keine neue Sexualordnung, sondern bestätigt jene Verbindung, die bereits in 1. Mose 1 und 2 grundgelegt wurde. Für sein Verständnis der Ehe besitzt die geschlechtliche Verbindung von Mann und Frau daher erkennbare Bedeutung.

Dass der unmittelbare Anlass dieser Worte eine Frage zur Scheidung war, muss dabei ernst genommen werden. Jesus beantwortet dort nicht ausdrücklich die moderne Frage nach gleichgeschlechtlichen Partnerschaften. Dennoch kann sein Schweigen zu dieser speziellen Frage nicht von seiner positiven Bestimmung der Ehe getrennt werden. Wenn er erklären will, was Gott zusammengefügt hat, führt er gerade zur Schöpfung von Mann und Frau und zu ihrem Ein-Fleisch-Werden zurück. Diese Ordnung bildet für ihn den maßgeblichen Ausgangspunkt.

Auch grundsätzlich darf Jesu Lehre nicht so verstanden werden, als hätte nur das moralische Bedeutung, was in den Evangelien von ihm zu jedem denkbaren Einzelfall ausdrücklich ausgesprochen wird. Jesus behandelt viele ethische Fragen nicht einzeln. Zugleich erklärt er in der Bergpredigt, dass er nicht gekommen ist, Gesetz und Propheten aufzulösen, sondern zu erfüllen. Er verschärft an mehreren Stellen sogar den Blick von der äußeren Tat auf die innere Ausrichtung des Herzens. Sein Wirken steht deshalb nicht für eine Aufhebung bisheriger moralischer Maßstäbe, sondern für deren tiefere Ausrichtung auf Gottes ursprünglichen Willen.

Hinzu kommt, dass das Neue Testament Jesu Offenbarung nicht mit den unmittelbar aufgezeichneten Worten während seines irdischen Dienstes beendet. Jesus kündigt seinen Jüngern an, dass der Geist der Wahrheit sie weiter in die Wahrheit führen werde. Die apostolische Lehre steht deshalb für Christen nicht in Konkurrenz zu Jesus, als könnten Paulus und Christus gegeneinander ausgespielt werden. Wo die Apostel im Einklang mit der bereits erkennbaren Schöpfungsordnung moralische Fragen entfalten, gehört ihre Lehre zum neutestamentlichen Zeugnis über den Willen Christi.

Gerade deshalb ist die Behauptung zu kurz gegriffen, Jesus habe Homosexualität nicht ausdrücklich erwähnt und sie damit stillschweigend gebilligt. Ein Schweigen kann nur dann eine solche Bedeutung tragen, wenn der Zusammenhang dafür einen Grund bietet. Hier liegt jedoch das Gegenteil vor: Jesus bestätigt ausdrücklich die Schöpfungsordnung von Mann und Frau als Grundlage der Ehe, während andere neutestamentliche Texte gleichgeschlechtliche sexuelle Praxis ausdrücklich beurteilen. Das Gesamtzeugnis ergibt deshalb eine zusammenhängende Linie und keine erkennbare Korrektur früherer moralischer Maßstäbe.

Gleichzeitig darf dieses Argument nicht dazu benutzt werden, Jesus vor allem als Verteidiger einer Sexualethik darzustellen. Im Zentrum seiner Verkündigung stehen das Reich Gottes, Umkehr, Glaube, Erlösung und die Nachfolge. Sexualität gehört zu dem Leben, das seiner Herrschaft unterstellt wird, ist aber nicht die ganze Botschaft. Wer Jesus nachfolgt, wird nicht zuerst durch eine einzelne sexuelle Frage definiert, sondern durch seine Beziehung zu ihm.

Gerade darin liegt auch die richtige Gewichtung dieses Themas. Jesu Schweigen über den modernen Begriff der Homosexualität gibt keinen tragfähigen Grund, die übrigen biblischen Aussagen über gleichgeschlechtliche Praxis aufzuheben. Zugleich erlaubt seine Botschaft nicht, einen Menschen auf diese eine Frage zu reduzieren. Christus ruft den ganzen Menschen zu sich und beansprucht das ganze Leben. Deshalb müssen auch sexuelle Wünsche und Beziehungen in seinem Licht geprüft werden – innerhalb derselben Gnade und Wahrheit, unter der jeder andere Bereich menschlicher Nachfolge steht.

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Gnade nimmt an und ruft zugleich zur Veränderung

Titus 2,11-14 – „11 Denn es ist erschienen die Gnade Gottes, heilsam allen Menschen; 12 sie nimmt uns in Zucht, damit wir unter Verleugnung des ungöttlichen Wesens und der weltlichen Lüste vernünftig und gerecht und gottselig leben in der jetzigen Weltzeit, 13 in Erwartung der seligen Hoffnung und Erscheinung der Herrlichkeit des großen Gottes und unsres Retters Jesus Christus, 14 der sich selbst für uns dahingeg…"
Titus 2,11-14 – „11 Denn es ist erschienen die Gnade Gottes, heilsam allen Menschen; 12 sie nimmt uns in Zucht, damit wir unter Verleugnung des ungöttlichen Wesens und der weltlichen Lüste vernünftig und gerecht und gottselig leben in der jetzigen Weltzeit, 13 in Erwartung der seligen Hoffnung und Erscheinung der Herrlichkeit des großen Gottes und unsres Retters Jesus Christus, 14 der sich selbst für uns dahingeg…"
Römer 6,1-4 – „1 Was wollen wir nun sagen? Sollen wir in der Sünde verharren, damit das Maß der Gnade voll werde? 2 Das sei ferne! Wie sollten wir, die wir der Sünde gestorben sind, noch in ihr leben? 3 Oder wisset ihr nicht, daß wir alle, die wir auf Jesus Christus getauft sind, auf seinen Tod getauft sind? 4 Wir sind also mit ihm begraben worden durch die Taufe auf den Tod, auf daß, gleichwie Christus durch d…"
Lukas 5,31-32 – „31 Und Jesus antwortete und sprach zu ihnen: Nicht die Gesunden bedürfen des Arztes, sondern die Kranken; 32 ich bin nicht gekommen, Gerechte zu rufen, sondern Sünder zur Buße!"

Bei einem sensiblen Thema wie Homosexualität kann leicht der Eindruck entstehen, Gottes Gnade und sein moralischer Wille stünden gegeneinander. Entweder wird betont, dass Gott Menschen annimmt, und daraus geschlossen, ihr Lebensweg müsse deshalb nicht mehr beurteilt werden. Oder die Forderung nach Veränderung tritt so stark hervor, dass Menschen den Eindruck gewinnen, sie müssten ihr Leben erst in Ordnung bringen, bevor sie zu Christus kommen dürften. Das Neue Testament geht keinen dieser beiden Wege.

Paulus beschreibt die Gnade Gottes in Titus 2 als rettende Gnade, die zugleich erzieht. Sie bringt Heil und unterweist Menschen darin, Gottlosigkeit und weltliche Begierden zu verleugnen und besonnen, gerecht und gottesfürchtig zu leben. Gerade diese Verbindung ist entscheidend. Gnade bedeutet nicht, dass Gott Sünde plötzlich anders bewertet; sie bedeutet, dass der Sünder nicht sich selbst überlassen bleibt. Dieselbe Gnade, die vergibt, beginnt das Leben unter Gottes Herrschaft neu auszurichten.

Deshalb muss niemand zunächst beweisen, dass er seine sexuellen Kämpfe überwunden hat, bevor er zu Christus kommen darf. Jesus beschreibt sich selbst als den Arzt, den Kranke brauchen, und erklärt, dass er gekommen ist, Sünder zur Buße zu rufen. Die Reihenfolge ist bedeutsam: Der Sünder wird gerufen, gerade weil er Rettung braucht. Christus wartet nicht auf einen bereits gereinigten Menschen, sondern ruft ihn zu sich und führt ihn von dort in ein neues Leben.

Dieser Ruf zur Buße bleibt jedoch wirklich. Jesus empfängt Menschen nicht, um ihnen anschließend zu erklären, ihr bisheriger Lebensweg müsse grundsätzlich unverändert bleiben. Buße bedeutet eine Neuausrichtung unter Gottes Herrschaft. Wo die Schrift ein Verhalten als Sünde bezeichnet, kann Nachfolge deshalb nicht darin bestehen, dieses Verhalten bewusst zu bestätigen und gleichzeitig Gottes Vergebung als Zustimmung dazu zu verstehen. Gnade vergibt Sünde, aber sie macht Sünde nicht zum neuen Maßstab des Guten.

Paulus entfaltet diesen Gedanken in Römer 6. Nachdem er die Größe der Gnade verkündigt hat, stellt er ausdrücklich die Frage, ob Christen deshalb in der Sünde bleiben sollten, damit die Gnade umso größer werde. Seine Antwort ist entschieden: keineswegs. Wer mit Christus verbunden ist, wird in einen neuen Lebensweg gestellt. Rechtfertigung bedeutet deshalb nicht, dass Gehorsam unwichtig geworden wäre; Gehorsam ist vielmehr die Frucht einer Rettung, die niemals durch menschliche Leistung verdient werden kann.

Für einen Menschen, der in einer gleichgeschlechtlichen Beziehung lebt und zu der Überzeugung gelangt, dass diese Beziehung der biblischen Sexualethik widerspricht, kann diese Wahrheit sehr konkret werden. Umkehr kann dann Entscheidungen verlangen, die nicht nur eine einzelne sexuelle Handlung betreffen, sondern eine tiefe Bindung, gemeinsame Lebensplanung und vertraute Nähe. Es wäre unangemessen, die Schwere eines solchen Schrittes kleinzureden. Doch ebenso wenig könnte christliche Nachfolge bedeuten, eine als Sünde erkannte Lebensweise allein deshalb fortzuführen, weil ihre Aufgabe schmerzhaft wäre.

Gleichzeitig muss Veränderung biblisch richtig verstanden werden. Das Evangelium verspricht einem homosexuell empfindenden Menschen nicht, dass er anschließend heterosexuelle Anziehung entwickeln wird. Ebenso ist eine heterosexuelle Ehe kein Beweis erfolgreicher Heiligung und darf nicht als notwendiges Ziel dargestellt werden. Die entscheidende Veränderung besteht zunächst darin, dass Christus Herr des Lebens wird und ein Mensch lernt, seinen tatsächlichen Weg an seinem Wort auszurichten – unabhängig davon, welche Versuchungen oder unerfüllten Wünsche weiterhin bestehen.

Hier trägt auch die christliche Gemeinschaft eine besondere Verantwortung. Wer Menschen zur Nachfolge ruft, darf ihnen nicht nur sagen, was sie verlassen sollen, und sie anschließend mit den Kosten dieses Gehorsams alleinlassen. Das Neue Testament kennt Gemeinschaft, gegenseitiges Tragen, Gastfreundschaft, Freundschaft und geistliche Familie als reale Bestandteile christlichen Lebens. Gerade dort, wo Nachfolge einen tiefen persönlichen Verzicht verlangt, sollte die Gemeinde sichtbar machen, dass Zugehörigkeit zu Christus nicht soziale Heimatlosigkeit bedeuten muss.

So verbindet das Evangelium Annahme und Veränderung in einer Reihenfolge, die nicht vertauscht werden darf. Christus rettet nicht, weil ein Mensch sich bereits ausreichend verändert hat. Er rettet aus Gnade. Doch seine Gnade lässt den Geretteten auch nicht unverändert unter der Herrschaft dessen, was Gott Sünde nennt. Diese Hoffnung gilt homosexuell und heterosexuell empfindenden Menschen gleichermaßen: Niemand muss sich selbst retten, aber jeder, der Christus folgt, darf lernen, ihm auch in den Bereichen zu vertrauen, in denen Nachfolge besonders viel kostet.

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Die endgültige Hoffnung reicht über sexuelle Erfüllung hinaus

Philipper 3,20-21 – „20 Unser Bürgerrecht aber ist im Himmel, von woher wir auch als Retter den Herrn Jesus Christus erwarten, 21 welcher den Leib unsrer Niedrigkeit umgestalten wird, daß er gleichgestaltet werde dem Leibe seiner Herrlichkeit, vermöge der Kraft, durch welche er sich auch alles untertan machen kann!"
Philipper 3,20-21 – „20 Unser Bürgerrecht aber ist im Himmel, von woher wir auch als Retter den Herrn Jesus Christus erwarten, 21 welcher den Leib unsrer Niedrigkeit umgestalten wird, daß er gleichgestaltet werde dem Leibe seiner Herrlichkeit, vermöge der Kraft, durch welche er sich auch alles untertan machen kann!"
1. Korinther 15,42-49 – „42 So ist es auch mit der Auferstehung der Toten: Es wird gesät verweslich und wird auferstehen unverweslich; 43 es wird gesät in Unehre und wird auferstehen in Herrlichkeit; es wird gesät in Schwachheit und wird auferstehen in Kraft; 44 es wird gesät ein natürlicher Leib und wird auferstehen ein geistiger Leib. Gibt es einen natürlichen Leib, so gibt es auch einen geistigen Leib. 45 So steht auc…"
Offenbarung 21,3-5 – „3 Und ich hörte eine laute Stimme aus dem Himmel sagen: Siehe da, die Hütte Gottes bei den Menschen! Und er wird bei ihnen wohnen, und sie werden sein Volk sein, und Gott selbst wird bei ihnen sein, ihr Gott. 4 Und Gott wird abwischen alle Tränen von ihren Augen, und der Tod wird nicht mehr sein, noch Leid noch Geschrei noch Schmerz wird mehr sein; denn das Erste ist vergangen. 5 Und der auf dem …"

Die bisherigen Aussagen führen zu einer Frage, die über die unmittelbare Sexualethik hinausgeht: Welche Hoffnung bietet die Bibel einem Menschen, dessen treue Nachfolge möglicherweise bedeutet, dass ein tiefes Bedürfnis nach Partnerschaft und sexueller Nähe in diesem Leben unerfüllt bleibt? Würde christliche Hoffnung lediglich darin bestehen, bestimmte Wünsche zu unterdrücken, bliebe die Botschaft unvollständig. Das Neue Testament richtet den Blick deshalb auf ein Ziel, das größer ist als jede gegenwärtige Lebensform.

Paulus erinnert die Christen in Philippi daran, dass ihr Bürgerrecht im Himmel ist und dass sie von dort Jesus Christus als Retter erwarten. Bei seiner Wiederkunft wird Christus ihren vergänglichen Leib verwandeln und seinem verherrlichten Leib gleichgestalten. Christliche Hoffnung besteht damit nicht darin, dass der gegenwärtige Zustand des Menschen endlos fortgesetzt wird. Die Erlösung, die bereits mit Vergebung und einem neuen Leben begonnen hat, wird schließlich den ganzen Menschen und die gesamte gefallene Schöpfung umfassen.

Diese Verheißung betrifft nicht nur sexuelle Fragen. Jeder Mensch trägt Folgen einer Welt, die von Sünde und Tod geprägt ist. Manche leben mit unerfülltem Kinderwunsch, andere mit Krankheit, Einsamkeit, zerbrochenen Beziehungen oder Wünschen, deren Erfüllung ihnen in diesem Leben versagt bleibt. Die Schrift verspricht nicht, dass jeder solche Mangel vor der Wiederkunft beseitigt wird. Ihre Hoffnung reicht tiefer: Was jetzt vergänglich, verwundet und unvollkommen ist, wird bei der Auferstehung nicht das letzte Wort behalten.

In 1. Korinther 15 beschreibt Paulus diese Verwandlung mit dem Gegensatz zwischen dem gegenwärtigen vergänglichen und dem zukünftigen unverweslichen Leben. Was in Schwachheit gesät wird, wird in Kraft auferweckt. Der Abschnitt spricht nicht speziell über sexuelle Orientierung, und deshalb wäre es spekulativ, daraus genaue Aussagen darüber abzuleiten, welche gegenwärtigen Empfindungen ein Mensch in der Auferstehung haben wird. Sicher ist jedoch, dass die Erlösung schließlich vollständig sein wird und nichts von der gegenwärtigen Gebrochenheit der Sünde die neue Schöpfung beherrschen wird.

Auch Jesus macht deutlich, dass die kommende Welt nicht einfach eine endlose Verlängerung gegenwärtiger Ehe- und Familienstrukturen ist. Die Auferstehung führt in eine Lebenswirklichkeit, die nicht dadurch vollständig wird, dass jeder Mensch schließlich eine romantische oder sexuelle Beziehung erhält. Das ist für das biblische Menschenbild grundlegend: Ehe ist eine gute Gabe Gottes für dieses Leben, aber sie ist nicht das höchste Ziel des Menschen. Die endgültige Gemeinschaft mit Gott übersteigt auch die tiefsten irdischen Bindungen.

Gerade deshalb darf Christen, die ehelos leben, nicht vermittelt werden, ihnen fehle notwendigerweise ein wesentlicher Bestandteil vollwertigen Menschseins. Das würde nicht nur homosexuell empfindende Christen treffen, sondern jedem biblischen Zeugnis über Jesus selbst und über ehelos lebende Gläubige widersprechen. Der Wert eines Menschen und die Fülle seiner Erlösung hängen nicht davon ab, ob er eine sexuelle Beziehung erlebt. Das zukünftige Reich Gottes wird nicht um menschliche Sexualität gebaut, sondern um die unmittelbare Gemeinschaft mit Gott.

Offenbarung 21 führt diese Hoffnung zu ihrem Ziel. Gott wird bei den Menschen wohnen; Tod, Trauer, Geschrei und Schmerz werden nicht mehr sein. Die Verheißung lautet nicht, dass Gott rückblickend jede unerfüllte Sehnsucht auf genau die Weise erfüllt, wie Menschen sie sich heute vorstellen. Sie lautet größer: Er macht alles neu. Jede Form von Verlust, Entbehrung und gebrochener Existenz, die heute im Vertrauen auf ihn getragen werden muss, steht unter dieser kommenden Erneuerung.

Diese Perspektive bewahrt zugleich davor, die gegenwärtige Herausforderung kleinzureden. Ein zukünftiges Leben bei Gott macht Einsamkeit oder Verzicht heute nicht automatisch leicht. Christliche Hoffnung besteht nicht darin, gegenwärtigen Schmerz für bedeutungslos zu erklären. Sie gibt ihm vielmehr eine Grenze. Was ein Mensch heute um der Treue zu Christus willen nicht besitzen kann, entscheidet nicht über die endgültige Fülle seines Lebens.

Damit liegt die tiefste Hoffnung eines homosexuell empfindenden Christen weder in einer versprochenen Veränderung seiner sexuellen Orientierung noch in der Möglichkeit, seine Wünsche irgendwann doch innerhalb einer anderen moralischen Ordnung auszuleben. Sie liegt dort, wo die Hoffnung jedes Christen liegt: bei Jesus Christus, seiner Wiederkunft, der Auferstehung und einer erneuerten Schöpfung. Nachfolge kann in diesem Leben Opfer verlangen, doch sie führt nicht in endgültigen Verlust. Christus führt seine Erlösten in ein Leben, in dem nichts fehlen wird, was für ihre vollkommene Gemeinschaft mit Gott wirklich notwendig ist.

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Zusammenfassung und Gebet

Die biblische Betrachtung von Homosexualität führt weder zu einer Sondermoral für eine bestimmte Menschengruppe noch zu einer Auflösung der Sexualethik zugunsten persönlicher Empfindungen. Sie beginnt bei der Schöpfung und beschreibt die sexuelle Gemeinschaft innerhalb der verbindlichen Einheit von Mann und Frau. Von diesem Ausgangspunkt her werden die ausdrücklichen Aussagen des Alten und Neuen Testaments verständlich: Gleichgeschlechtliche sexuelle Praxis wird nicht als eine weitere Form der von Gott geordneten Sexualität dargestellt.

Dabei verlangt die Schrift eine wichtige Genauigkeit. Sie spricht über konkrete sexuelle Handlungen und über die Ausrichtung des Herzens, entwickelt aber keine moderne Lehre über sexuelle Orientierung und erklärt nicht, warum ein bestimmter Mensch gleichgeschlechtliche Anziehung empfindet. Deshalb darf eine ungewollt auftretende Empfindung nicht ohne Weiteres mit bewusst gepflegter Begierde oder ausgelebter Sexualität gleichgesetzt werden. Gleichzeitig wird das persönliche Empfinden nicht zum Maßstab dafür, was moralisch gut ist. Wie jeder andere Bereich des Lebens steht auch Sexualität unter Gottes Herrschaft.

Das betrifft homosexuell und heterosexuell empfindende Menschen gleichermaßen. Die Bibel erlaubt sexuelle Gemeinschaft nicht einfach überall dort, wo starke Gefühle, gegenseitige Zustimmung oder aufrichtige Liebe vorhanden sind. Auch heterosexuelle Sexualität kennt Grenzen durch Treue, Ehe und Heiligkeit. Dadurch verliert gleichgeschlechtliche Praxis ihren Charakter als vermeintliche Sondersünde. Der Maßstab ist für alle derselbe, ebenso wie alle Menschen auf dieselbe Gnade angewiesen sind.

Gerade deshalb ist jede Verachtung homosexuell empfindender Menschen mit dem biblischen Menschenbild unvereinbar. Kein Mensch verliert seine von Gott gegebene Würde aufgrund seiner sexuellen Empfindungen oder seiner bisherigen Lebensgeschichte. Christliche Überzeugung darf niemals zur Rechtfertigung von Spott, Feindseligkeit, Herabsetzung oder liebloser Ausgrenzung werden. Wer Gottes Wahrheit vertreten will, steht selbst unter dem Gebot der Liebe und darf nicht vergessen, dass auch sein eigenes Leben vollständig von der Gnade Gottes abhängig ist.

Das Evangelium bietet zugleich mehr als bloße moralische Forderungen. Christus ruft Menschen nicht erst dann zu sich, wenn sie ihre Kämpfe bereits überwunden und ihr Leben vollkommen geordnet haben. Er ruft Sünder zu sich, vergibt, rechtfertigt und heiligt. Diese Gnade bestätigt jedoch nicht alles, was der Mensch mitbringt, sondern führt ihn in eine neue Ausrichtung. Nachfolge bedeutet, Christus auch dort Herr sein zu lassen, wo sein Wille den eigenen Wünschen widerspricht.

Für einen Menschen mit dauerhafter gleichgeschlechtlicher Anziehung kann dieser Weg einen tiefen Verzicht einschließen. Die Bibel verspricht nicht, dass jede solche Anziehung verschwinden oder sich in heterosexuelle Anziehung verwandeln wird. Sie macht eine solche Veränderung auch nicht zur Voraussetzung dafür, Christus treu nachzufolgen. Entscheidend ist nicht das Verschwinden jeder Versuchung, sondern die Frage, wem ein Mensch sein Leben anvertraut und nach welchem Maßstab er es gestaltet.

Gerade darin liegt die eigentliche Hoffnung. Die tiefste Identität eines Christen gründet weder in seiner Sexualität noch in einer Beziehung, Ehe oder Ehelosigkeit, sondern in seiner Zugehörigkeit zu Jesus Christus. Was in diesem Leben unerfüllt bleibt, entscheidet nicht über den endgültigen Wert oder die Vollständigkeit eines Menschen. Christus verheißt seinen Erlösten eine erneuerte Schöpfung, in der Sünde, Schmerz und Verlust nicht mehr bestehen werden. Deshalb verbindet die biblische Antwort Klarheit mit Gnade: Gottes Wahrheit darf nicht verändert werden, um Nachfolge leichter zu machen, und seine Liebe darf niemals verkleinert werden, um diese Wahrheit zu verteidigen. In Christus gehören Wahrheit, Gnade und Hoffnung untrennbar zusammen.

Vater im Himmel, danke, dass du jeden Menschen kennst und dass deine Wahrheit niemals von deiner Liebe getrennt ist. Gib Weisheit, dein Wort treu zu verstehen und weder etwas abzuschwächen noch Menschen mit Härte zu behandeln. Stärke alle, die in ihrer Sexualität mit Fragen, Sehnsüchten oder schweren inneren Kämpfen leben, und lass sie ihre tiefste Hoffnung in Christus finden. Hilf deiner Gemeinde, ein Ort von Wahrheit, Reinheit, Barmherzigkeit und echter Gemeinschaft zu sein. Führe uns alle in eine Nachfolge, die dir vertraut und sich deiner guten Herrschaft unterstellt. Amen.

„Denn das Gesetz wurde durch Mose gegeben; die Gnade und die Wahrheit ist durch Jesus Christus geworden.“ Johannes 1,17

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