1000 Jahre
Die 1000 Jahre in Offenbarung 20 sind eine zukünftige Phase nach der Wiederkunft Jesu. Sie beginnen mit der Auferstehung der Erlösten, während die übrigen Toten bis zu ihrem Ende tot bleiben. In dieser Zeit regieren die Erlösten mit Christus und haben Anteil am Gericht; danach folgen die zweite Auferstehung, Satans letzter Aufstand und schließlich die endgültige Beseitigung von Sünde und Tod.
Einführung
Offenbarung 20 steht an einer entscheidenden Schwelle der biblischen Zukunftshoffnung. Christus hat über die Mächte des Bösen gesiegt, doch die Geschichte der Sünde ist noch nicht vollständig abgeschlossen. Johannes sieht einen Zeitraum, den er wiederholt mit tausend Jahren verbindet. Gerade diese Zwischenphase wirft eine grundlegende Frage auf: Welche Aufgabe erfüllt sie im Erlösungsplan Gottes?
An diesem Punkt gehen die Auslegungen weit auseinander. Die tausend Jahre werden als gegenwärtige Gemeindezeit verstanden, als zukünftiges Friedensreich auf einer weiterhin bewohnten Erde oder als besondere Phase zwischen der Wiederkunft Christi und der endgültigen Erneuerung der Schöpfung. Entscheidend ist deshalb nicht, welches Endzeitmodell am vertrautesten erscheint, sondern welche zeitlichen Grenzen Offenbarung 20 selbst setzt. Die einzelnen Bilder dürfen nicht voneinander gelöst werden, sondern müssen als Teile derselben prophetischen Handlung verstanden werden.
Dabei geht es um weit mehr als die Länge eines zukünftigen Zeitraums. Die tausend Jahre berühren die Hoffnung der Auferstehung, Gottes Gericht und die endgültige Antwort auf den großen Konflikt zwischen Christus und Satan. Erst wenn klar ist, wer zu Beginn dieses Zeitraums lebt und wer nicht, lassen sich auch die weiteren Bilder richtig einordnen. Deshalb beginnt die Betrachtung dort, wo Johannes selbst einen entscheidenden Orientierungspunkt setzt: bei der ersten Auferstehung.
Die erste Auferstehung eröffnet die tausend Jahre
Offenbarung 20,4-6 – „4 Und ich sah Throne, und sie setzten sich darauf, und das Gericht wurde ihnen übergeben; und [ich sah] die Seelen derer, die enthauptet worden waren um des Zeugnisses Jesu und um des Wortes Gottes willen, und die das Tier nicht angebetet hatten noch sein Bild, und das Malzeichen weder auf ihre Stirn noch auf ihre Hand genommen hatten; und sie lebten und regierten mit Christus tausend Jahre. 5 Di…"
Offenbarung 20,4-6 – „4 Und ich sah Throne, und sie setzten sich darauf, und das Gericht wurde ihnen übergeben; und [ich sah] die Seelen derer, die enthauptet worden waren um des Zeugnisses Jesu und um des Wortes Gottes willen, und die das Tier nicht angebetet hatten noch sein Bild, und das Malzeichen weder auf ihre Stirn noch auf ihre Hand genommen hatten; und sie lebten und regierten mit Christus tausend Jahre. 5 Di…"
1. Thessalonicher 4,16-17 – „16 denn er selbst, der Herr, wird, wenn der Befehl ergeht und die Stimme des Erzengels und die Posaune Gottes erschallt, vom Himmel herniederfahren, und die Toten in Christus werden auferstehen zuerst. 17 Darnach werden wir, die wir leben und übrigbleiben, zugleich mit ihnen entrückt werden in Wolken, zur Begegnung mit dem Herrn, in die Luft, und also werden wir bei dem Herrn sein allezeit."
1. Korinther 15,51-53 – „51 Siehe, ich sage euch ein Geheimnis: Wir werden nicht alle entschlafen, wir werden aber alle verwandelt werden, 52 plötzlich, in einem Augenblick, zur Zeit der letzten Posaune; denn die Posaune wird erschallen, und die Toten werden auferstehen unverweslich, und wir werden verwandelt werden. 53 Denn dieses Verwesliche muß anziehen Unverweslichkeit, und dieses Sterbliche muß anziehen Unsterblichk…"
Offenbarung 20 setzt am Beginn der tausend Jahre einen klaren zeitlichen Orientierungspunkt. Johannes sieht Menschen, die „lebendig wurden und regierten mit Christus tausend Jahre“. Unmittelbar danach erklärt er: „Die übrigen der Toten aber lebten nicht, bis die tausend Jahre vollendet waren.“ Der Zeitraum liegt damit zwischen zwei deutlich voneinander unterschiedenen Gruppen: Die einen leben zu seinem Beginn, während die übrigen Toten erst nach seinem Ende wieder leben. Johannes bezeichnet dieses erste Lebendigwerden ausdrücklich als „die erste Auferstehung“.
Wer an dieser ersten Auferstehung teilhat, wird im selben Abschnitt näher beschrieben. Johannes nennt diese Menschen „selig und heilig“ und erklärt, dass der zweite Tod keine Macht über sie besitzt. Ihre Auferstehung führt also nicht zurück in ein weiterhin vergängliches Leben. Sie gehören Christus endgültig und regieren mit ihm. Gerade diese Verbindung von Auferstehung, Befreiung vom zweiten Tod und Herrschaft mit Christus zeigt, dass Offenbarung 20 von der Auferstehung der Erlösten spricht.
Der Zeitpunkt dieser Auferstehung wird durch Paulus noch deutlicher. In 1.Thessalonicher 4,16-17 beschreibt er die Wiederkunft Jesu: Der Herr selbst kommt vom Himmel herab, und „die Toten in Christus werden zuerst auferstehen“. Danach werden die Gläubigen, die bei seiner Wiederkunft noch leben, gemeinsam mit ihnen dem Herrn entgegengeführt. Die erste Auferstehung aus Offenbarung 20 gehört deshalb nicht zu einer weit zurückliegenden geistlichen Entwicklung innerhalb der Kirchengeschichte. Sie steht in unmittelbarer Verbindung mit der persönlichen Wiederkunft Christi.
Auch 1.Korinther 15 ergänzt diesen Zusammenhang. Paulus erklärt, dass bei der letzten Posaune die Toten unvergänglich auferstehen und die lebenden Gläubigen verwandelt werden. Das Sterbliche zieht Unsterblichkeit an, das Verwesliche Unverweslichkeit. Damit geschieht bei der Wiederkunft etwas, das die bisherigen Lebensbedingungen der Erlösten endgültig beendet. Die auferstandenen und die noch lebenden Gläubigen treten gemeinsam in jene unvergängliche Wirklichkeit ein, die Christus ihnen schenkt.
Damit erhält auch der Ausdruck „erste Auferstehung“ sein volles Gewicht. Johannes beschreibt nicht lediglich zwei verschiedene geistliche Zustände, sondern zwei Gruppen von Toten, deren Lebendigwerden zeitlich voneinander getrennt ist. Besonders auffällig ist, dass für beide Gruppen dasselbe Geschehen des Lebendigwerdens beschrieben wird: Die einen leben zu Beginn der tausend Jahre, die übrigen erst nach deren Vollendung. Der unmittelbare Gegensatz wäre nur schwer verständlich, wenn das erste Lebendigwerden grundsätzlich anderer Art wäre als das spätere.
Auch die Zeitangabe selbst verdient Beachtung. Johannes nennt die „tausend Jahre“ in Offenbarung 20 mehrfach und benutzt sie als feste Grenze zwischen der ersten Auferstehung und dem späteren Wiederaufleben der übrigen Toten. Die Offenbarung enthält zwar viele symbolische Bilder, doch die Zahl erfüllt hier zugleich eine konkrete chronologische Funktion. Selbst wenn die Zahl zusätzlich symbolische Bedeutung tragen sollte, verändert das die vom Text gesetzte Abfolge nicht: Diese besondere Phase beginnt mit der ersten Auferstehung und endet, bevor die übrigen Toten wieder leben.
Die tausend Jahre beginnen deshalb nicht mit einer allmählichen Verbesserung der Welt oder mit dem politischen Aufbau eines Reiches durch Menschen. Ihr Anfang wird durch Gottes Eingreifen bestimmt. Christus erscheint, die Toten in Christus werden auferweckt, die lebenden Gläubigen verwandelt und sein erlöstes Volk wird mit ihm vereinigt. Die Hoffnung der Gläubigen richtet sich damit nicht auf menschlichen Fortschritt, sondern auf den Herrn, der selbst wiederkommt und den Tod für die Seinen endgültig überwindet.
Offenbarung 20 macht zugleich deutlich, dass diese Auferstehung eine Trennung schafft, die während der gesamten tausend Jahre bestehen bleibt. Wer zur ersten Auferstehung gehört, lebt und regiert mit Christus. Die „übrigen Toten“ bleiben dagegen bis zum Ende dieses Zeitraums im Tod. Diese Unterscheidung bildet das zeitliche Gerüst für alles Weitere. Um zu verstehen, wie die Erde, Satan und das Gericht während der tausend Jahre einzuordnen sind, muss deshalb als Nächstes geklärt werden, was bei der Wiederkunft mit den Menschen geschieht, die nicht zu Christus gehören.
Was bei der Wiederkunft mit den Gottlosen geschieht
Offenbarung 19,19-21 – „19 Und ich sah das Tier und die Könige der Erde und ihre Heere versammelt, um Krieg zu führen mit dem, der auf dem Pferde sitzt, und mit seinem Heer. 20 Und das Tier wurde ergriffen und mit ihm der falsche Prophet, der die Zeichen vor ihm tat, durch welche er die verführte, die das Malzeichen des Tieres annahmen und sein Bild anbeteten; lebendig wurden die beiden in den Feuersee geworfen, der mit…"
2. Thessalonicher 1,7-10 – „7 euch aber, die ihr bedrückt werdet, mit Erquickung samt uns, bei der Offenbarung unsres Herrn Jesus Christus vom Himmel her, samt den Engeln seiner Kraft, 8 wenn er mit Feuerflammen Rache nehmen wird an denen, die Gott nicht anerkennen und die dem Evangelium unsres Herrn Jesus nicht gehorsam sind, 9 welche Strafe erleiden werden, ewiges Verderben, von dem Angesicht des Herrn und von der Herrlic…"
Offenbarung 19,19-21 – „19 Und ich sah das Tier und die Könige der Erde und ihre Heere versammelt, um Krieg zu führen mit dem, der auf dem Pferde sitzt, und mit seinem Heer. 20 Und das Tier wurde ergriffen und mit ihm der falsche Prophet, der die Zeichen vor ihm tat, durch welche er die verführte, die das Malzeichen des Tieres annahmen und sein Bild anbeteten; lebendig wurden die beiden in den Feuersee geworfen, der mit…"
2. Thessalonicher 2,8 – „8 und dann wird der Gesetzlose geoffenbart werden, welchen der Herr Jesus durch den Geist seines Mundes aufreiben, und den er durch die Erscheinung seiner Wiederkunft vernichten wird,"
Offenbarung 20,7-10 – „7 Und wenn die tausend Jahre vollendet sind, wird der Satan aus seinem Gefängnis losgelassen werden, 8 und er wird ausgehen, die Nationen zu verführen, die an den vier Ecken der Erde sind, den Gog und den Magog, sie zum Kampfe zu versammeln; ihre Zahl ist wie der Sand am Meer. 9 Und sie zogen herauf auf die Breite der Erde und umringten das Heerlager der Heiligen und die geliebte Stadt. Und es fi…"
Die erste Auferstehung zeigt, was bei der Wiederkunft Jesu mit denen geschieht, die zu Christus gehören. Für das Verständnis der tausend Jahre ist ebenso entscheidend, was zu diesem Zeitpunkt mit den Menschen geschieht, die Christus endgültig verworfen haben. Das Neue Testament beschreibt sein Erscheinen nicht als Beginn einer weiteren gewöhnlichen Weltzeit, in der Erlöste und Gottlose weiterhin nebeneinander leben. Derselbe Tag, der für Gottes Volk Befreiung bringt, bedeutet für die unbußfertige Welt Gericht.
Paulus beschreibt diesen Gegensatz in 2.Thessalonicher 1,7-10. Jesus wird vom Himmel her offenbart, begleitet von den Engeln seiner Macht. Für die Bedrängten bringt sein Kommen Ruhe und Befreiung; diejenigen dagegen, die Gott nicht anerkennen und dem Evangelium nicht gehorchen, begegnen seinem Gericht. Die Wiederkunft führt damit nicht lediglich eine neue Regierung auf der bestehenden Welt ein. Sie bringt eine endgültige Scheidung zwischen denen hervor, die Christus angehören, und denen, die seine Herrschaft verworfen haben.
Dasselbe Bild erscheint in Offenbarung 19. Johannes sieht Christus als siegreichen König und die Mächte der Erde gegen ihn versammelt. Tier und falscher Prophet werden in den Feuersee geworfen, während die übrigen Gegner getötet werden. Die Szene endet nicht mit ihrer Unterwerfung unter eine neue irdische Ordnung, sondern mit dem Zusammenbruch des Widerstands gegen Christus.
Für die Reihenfolge der folgenden Ereignisse ist ein weiterer Zusammenhang wichtig. Manche prophetischen Abschnitte der Offenbarung greifen frühere Zeiträume erneut auf; deshalb darf nicht allein aus der Kapitelnummer geschlossen werden, dass jede Vision streng chronologisch weiterläuft. Zwischen Offenbarung 19 und 20 gibt es jedoch deutliche Hinweise auf eine fortschreitende Handlung. Tier und falscher Prophet gelangen bereits in Offenbarung 19 in den Feuersee. Erst nach den tausend Jahren wird Satan ebenfalls dorthin geworfen, und Offenbarung 20,10 beschreibt den Feuersee als den Ort, an dem Tier und falscher Prophet bereits sind. Diese Verbindung spricht dafür, dass Offenbarung 20 die Handlung von Offenbarung 19 weiterführt, anstatt einfach in die frühere Kirchengeschichte zurückzuspringen.
Auch die innere Bewegung von Offenbarung 20 passt zu dieser Reihenfolge. Satan wird zunächst gebunden, damit er die Nationen während der tausend Jahre nicht verführen kann. Nach deren Vollendung wird er losgelassen und beginnt erneut, die Nationen zu verführen. Die Vision bewegt sich damit von einer vorausgehenden Niederlage der gegen Christus versammelten Mächte über Satans zeitweilige Bindung bis zu seinem letzten Aufstand und endgültigen Gericht.
2.Thessalonicher 2,8 bestätigt den Ausgangspunkt dieser Abfolge. Paulus verbindet die Vernichtung des endzeitlichen Gesetzlosen unmittelbar mit der Erscheinung der Wiederkunft Christi. Die sichtbare Rückkehr Jesu beendet die Herrschaft der Mächte, die sich gegen Gott erhoben haben. Christus kommt nicht, um die gegenwärtige sündige Weltordnung lediglich zu übernehmen und innerhalb derselben fortzuführen.
Dabei muss zwischen den bereits verstorbenen und den bei der Wiederkunft noch lebenden Gottlosen unterschieden werden. Offenbarung 20,5 erklärt, dass die „übrigen Toten“ während der tausend Jahre nicht leben. Die vor der Wiederkunft verstorbenen Gottlosen werden deshalb bei der ersten Auferstehung nicht auferweckt. Die bei Christi Erscheinen noch lebenden Gottlosen dagegen begegnen dem Gericht dieses Tages. Damit bleibt keine Gruppe unerlöster Menschen zurück, die während der tausend Jahre ihr bisheriges Leben auf der Erde fortsetzen könnte.
Auch unter den Erlösten bleibt keine sterbliche Bevölkerungsgruppe zurück. Die Toten in Christus werden auferweckt, und die lebenden Gläubigen werden verwandelt und mit ihnen zum Herrn genommen. Die Schrift zeichnet bei der Wiederkunft deshalb keine dritte Gruppe sterblicher Gläubiger, die neben den verherrlichten Erlösten auf der Erde weiterlebt. Die Erlösten werden mit Christus vereinigt, während die Gottlosen entweder im Tod bleiben oder dem Gericht seines Erscheinens begegnen.
Aus diesen Schriftlinien entsteht ein geschlossenes Bild. Die tausend Jahre folgen auf die Wiederkunft und beginnen nicht als Friedensreich einer weiterhin von sterblichen Nationen bewohnten Welt. Die Erlösten gehören nun Christus in unvergänglichem Leben, die bereits verstorbenen Gottlosen bleiben im Tod, und die beim Erscheinen Jesu lebenden Gegner bestehen vor seinem Gericht nicht weiter. Damit ist die Voraussetzung geschaffen, um als Nächstes zu fragen, wohin Christus sein erlöstes Volk nimmt.
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Die Erlösten sind während der tausend Jahre bei Christus im Himmel
Johannes 14,1-3 – „1 Euer Herz erschrecke nicht! Vertrauet auf Gott und vertrauet auf mich! 2 In meines Vaters Hause sind viele Wohnungen; wo nicht, so hätte ich es euch gesagt. Ich gehe hin, euch eine Stätte zu bereiten. 3 Und wenn ich hingehe und euch eine Stätte bereite, so komme ich wieder und werde euch zu mir nehmen, auf daß auch ihr seid, wo ich bin."
Johannes 14,1-3 – „1 Euer Herz erschrecke nicht! Vertrauet auf Gott und vertrauet auf mich! 2 In meines Vaters Hause sind viele Wohnungen; wo nicht, so hätte ich es euch gesagt. Ich gehe hin, euch eine Stätte zu bereiten. 3 Und wenn ich hingehe und euch eine Stätte bereite, so komme ich wieder und werde euch zu mir nehmen, auf daß auch ihr seid, wo ich bin."
Offenbarung 15,2-3 – „2 Und ich sah etwas wie ein gläsernes Meer, mit Feuer vermischt; und die, welche als Überwinder hervorgegangen waren über das Tier und über sein Bild und über die Zahl seines Namens, standen an dem gläsernen Meere und hatten Harfen Gottes. 3 Und sie singen das Lied Moses, des Knechtes Gottes, und des Lammes und sprechen: Groß und wunderbar sind deine Werke, o Herr, Gott, Allmächtiger! Gerecht und…"
Offenbarung 4,2-6 – „2 Und alsbald war ich im Geist; und siehe, ein Thron stand im Himmel, und auf dem Thron saß einer. 3 Und der darauf saß, war anzusehen wie Jaspis und Sardisstein; und ein Regenbogen war rings um den Thron, anzusehen wie ein Smaragd. 4 Und rings um den Thron waren vierundzwanzig Throne, und auf den Thronen sah ich vierundzwanzig Älteste sitzen, angetan mit weißen Kleidern, und auf ihren Häuptern g…"
1. Thessalonicher 4,16-17 – „16 denn er selbst, der Herr, wird, wenn der Befehl ergeht und die Stimme des Erzengels und die Posaune Gottes erschallt, vom Himmel herniederfahren, und die Toten in Christus werden auferstehen zuerst. 17 Darnach werden wir, die wir leben und übrigbleiben, zugleich mit ihnen entrückt werden in Wolken, zur Begegnung mit dem Herrn, in die Luft, und also werden wir bei dem Herrn sein allezeit."
Wenn Christus bei seiner Wiederkunft die Seinen auferweckt oder verwandelt und zu sich nimmt, stellt sich eine entscheidende Frage: Wo befinden sich die Erlösten während der tausend Jahre? Offenbarung 20 sagt ausdrücklich, dass sie mit Christus leben und regieren, nennt an dieser Stelle jedoch keinen Ort. Deshalb muss diese Frage aus den ergänzenden Aussagen der Schrift beantwortet werden.
Jesus selbst gibt seinen Jüngern in Johannes 14,1-3 eine wichtige Orientierung. Er spricht vom Haus seines Vaters, in dem viele Wohnungen sind, und erklärt, dass er hingeht, um ihnen eine Stätte zu bereiten. Danach verheißt er: „Ich komme wieder und werde euch zu mir nehmen, auf daß auch ihr seid, wo ich bin.“ Die Wiederkunft dient damit nicht nur dazu, Christus sichtbar erscheinen zu lassen. Er kommt, um sein Volk zu sich zu nehmen.
1.Thessalonicher 4,16-17 beschreibt denselben Augenblick von einer anderen Seite. Die Toten in Christus stehen auf, und die noch lebenden Gläubigen werden gemeinsam mit ihnen „zur Begegnung mit dem Herrn in die Luft“ entrückt. Paulus endet diese Beschreibung mit der Zusage: „und also werden wir bei dem Herrn sein allezeit.“ Der Schwerpunkt liegt damit auf der endgültigen Vereinigung der Erlösten mit Christus.
Offenbarung 15 ergänzt dieses Bild. Johannes sieht diejenigen, die den Sieg über das Tier, sein Bild und seinen Namen errungen haben. Sie stehen am gläsernen Meer und loben Gott. Die Vision nennt sie nicht ausdrücklich dieselbe Gruppe wie die in Offenbarung 20 mit Christus Regierenden. Dennoch bestehen deutliche inhaltliche Verbindungen: Beide Szenen zeigen Menschen, die im endzeitlichen Konflikt Gott treu geblieben sind und nun auf der Seite Christi stehen.
Wo sich dieses gläserne Meer befindet, hatte Johannes bereits in Offenbarung 4 gesehen. Dort wird ihm eine Tür „im Himmel“ geöffnet. Vor Gottes Thron befindet sich etwas „wie ein gläsernes Meer, gleich Kristall“. Wenn Offenbarung 15 die Überwinder an diesem gläsernen Meer zeigt, befindet sich ihre Szene damit im Zusammenhang mit Gottes himmlischem Thron.
Die Aussage, dass die Erlösten während der tausend Jahre bei Christus im Himmel sind, ruht deshalb nicht auf einer einzelnen Ortsangabe in Offenbarung 20. Sie ergibt sich aus mehreren zusammengehörigen Schriftlinien: Jesus verheißt, sein Volk zu der von ihm bereiteten Stätte zu nehmen; Paulus beschreibt ihre Entrückung zum Herrn und ihre bleibende Gemeinschaft mit ihm; die Offenbarung zeigt endzeitliche Überwinder in der himmlischen Thronszene.
Diese Verbindung erklärt zugleich, weshalb das „Regieren mit Christus“ aus Offenbarung 20 kein tausendjähriges Herrschen über eine weiterhin von sterblichen Nationen bewohnte Erde voraussetzt. Die Erlösten gehören zu Christus, sind mit ihm vereinigt und haben Anteil an seiner Herrschaft. Ihr Aufenthaltsort ergibt sich aus den ergänzenden Aussagen über ihre Aufnahme zu ihm und die himmlischen Szenen der Offenbarung.
Während die Erlösten bei ihrem Herrn sind, befindet sich die Erde in einem grundlegend anderen Zustand. Die übrigen Toten leben noch nicht, und die bei der Wiederkunft bestehende Weltordnung ist zusammengebrochen. Damit sind die beiden Seiten der tausend Jahre voneinander unterschieden: Die Erlösten sind bei Christus, während die Erde ohne menschliche Bevölkerung zurückbleibt.
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Die Erde bleibt während der tausend Jahre ohne menschliche Bevölkerung
Offenbarung 20,5 – „5 Die übrigen der Toten aber lebten nicht, bis die tausend Jahre vollendet waren. Dies ist die erste Auferstehung."
Offenbarung 20,1-3 – „1 Und ich sah einen Engel aus dem Himmel herabsteigen, der hatte den Schlüssel des Abgrundes und eine große Kette in seiner Hand. 2 Und er ergriff den Drachen, die alte Schlange, welche der Teufel und Satan ist, und band ihn auf tausend Jahre 3 und warf ihn in den Abgrund und schloß zu und versiegelte über ihm, damit er die Völker nicht mehr verführte, bis die tausend Jahre vollendet wären. Und n…"
Offenbarung 20,5 – „5 Die übrigen der Toten aber lebten nicht, bis die tausend Jahre vollendet waren. Dies ist die erste Auferstehung."
Jeremia 4,23-26 – „23 Ich blickte zur Erde: und siehe, sie war wüste und leer! und zum Himmel: aber er war ohne Licht! 24 Ich sah die Berge an: und siehe, sie erbebten und alle Hügel schwankten! 25 Ich schaute hin: und siehe, da war kein Mensch mehr, und alle Vögel des Himmels waren verschwunden! 26 Ich schaute: und siehe, das Fruchtgefilde war zur Wüste geworden und alle seine Städte zerstört vor dem HERRN, vor de…"
Offenbarung 19,19-21 – „19 Und ich sah das Tier und die Könige der Erde und ihre Heere versammelt, um Krieg zu führen mit dem, der auf dem Pferde sitzt, und mit seinem Heer. 20 Und das Tier wurde ergriffen und mit ihm der falsche Prophet, der die Zeichen vor ihm tat, durch welche er die verführte, die das Malzeichen des Tieres annahmen und sein Bild anbeteten; lebendig wurden die beiden in den Feuersee geworfen, der mit…"
Nachdem geklärt ist, was bei der Wiederkunft mit den verschiedenen Menschengruppen geschieht, ergibt sich für die Erde während der tausend Jahre ein ungewöhnlicher Zustand. Die Erlösten sind bei Christus, die bereits verstorbenen Gottlosen bleiben tot, und die beim Erscheinen Jesu lebenden Gegner bestehen vor seinem Gericht nicht weiter. Offenbarung 20 beschreibt deshalb keine fortbestehende menschliche Gesellschaft, die nun unter veränderten Bedingungen auf der Erde weiterlebt.
Der entscheidende Ausgangspunkt ist Offenbarung 20,5: „Die übrigen der Toten aber lebten nicht, bis die tausend Jahre vollendet waren.“ Diese Aussage setzt eine klare Grenze. Diejenigen, die nicht zur ersten Auferstehung gehören, werden nicht zu Beginn dieses Zeitraums wieder lebendig. Ihre Auferstehung liegt erst an seinem Ende.
Zugleich hatte Offenbarung 19 unmittelbar vor den tausend Jahren das Gericht über die bei Christi Erscheinen versammelten Gegner beschrieben. Die Erlösten wiederum werden nach dem Zeugnis des Neuen Testaments auferweckt oder verwandelt und mit Christus vereinigt. Zusammengenommen ergibt sich daraus keine dritte Bevölkerungsgruppe, die während der tausend Jahre als sterbliche Menschheit auf der Erde weiterlebt.
Das ist wichtig, weil Offenbarung 20 selbst später bestätigt, dass sich dieser Zustand erst nach Ablauf der tausend Jahre verändert. Dann leben die übrigen Toten wieder, und erst dann erscheinen erneut „Nationen“ auf der Erde. Die zeitliche Abfolge ist damit geschlossen: Vor den tausend Jahren findet die große Scheidung bei Christi Wiederkunft statt, während der tausend Jahre leben die übrigen Toten nicht, und nach deren Ende erscheinen sie erneut in der Handlung.
Die Erde während der tausend Jahre ist deshalb weder die gewöhnliche gefallene Welt, wie wir sie heute kennen, noch bereits die neue Erde aus Offenbarung 21. Die bisherige menschliche Ordnung ist beendet, während die endgültige Erneuerung der Schöpfung noch aussteht. Zwischen beiden liegt eine Phase, in der die Erde nicht mehr von menschlichen Nationen bewohnt wird.
Alttestamentliche Gerichtsbilder können helfen, diesen Zustand zu veranschaulichen, dürfen aber nicht seine eigentliche Beweisgrundlage bilden. Jeremia 4,23-26 beschreibt eine erschütterte und verwüstete Landschaft: Städte sind zerstört, das Fruchtland ist zur Wüste geworden, und der Prophet sagt: „Da war kein Mensch mehr.“ Der unmittelbare Zusammenhang betrifft Gottes Gericht über Juda und darf deshalb nicht einfach als direkte Vorhersage der tausend Jahre behandelt werden.
Dennoch zeigt Jeremia eine biblische Gerichtssprache, in der das Eingreifen Gottes die menschliche Ordnung vollständig entleert und die bewohnte Landschaft in Verwüstung zurücklässt. Diese Bildwelt passt zu dem Zustand, der sich aus der zeitlichen Abfolge von Offenbarung 19 und 20 ergibt, ohne dass Jeremia selbst die Chronologie der tausend Jahre beweisen müsste.
Damit wird die Erde während dieses Zeitraums zu einem Ort, an dem menschliche Geschichte vorübergehend zum Stillstand gekommen ist. Keine Städte werden wieder aufgebaut, keine Generationen entstehen, und keine sterblichen Nationen beginnen ein neues Friedensreich. Die Erlösten sind bei Christus, während die übrigen Menschen im Tod bleiben.
Erst vor diesem Hintergrund lässt sich die nächste Aussage von Offenbarung 20 vollständig verstehen. Johannes sieht Satan gebunden und erklärt ausdrücklich, dass er die Nationen während der tausend Jahre nicht verführen kann. Warum diese Bindung gerade jetzt wirksam wird und was der „Abgrund“ bedeutet, ist deshalb der nächste Schritt der Betrachtung.
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Beschreiben Sacharja 14 und Jesaja 65 sterbliche Menschen während der tausend Jahre?
Sacharja 14,8-21 – „8 An jenem Tage werden lebendige Wasser von Jerusalem ausfließen, die eine Hälfte in das östliche, die andere in das westliche Meer; Sommer und Winter wird es so bleiben. 9 Und der HERR wird über die ganze Erde König werden. An jenem Tage wird nur ein HERR sein und sein Name nur einer. 10 Das ganze Land von Geba bis Rimmon, südlich von Jerusalem, wird in eine Ebene verwandelt werden. Jerusalem ab…"
Sacharja 14,8-9 – „8 An jenem Tage werden lebendige Wasser von Jerusalem ausfließen, die eine Hälfte in das östliche, die andere in das westliche Meer; Sommer und Winter wird es so bleiben. 9 Und der HERR wird über die ganze Erde König werden. An jenem Tage wird nur ein HERR sein und sein Name nur einer."
Sacharja 14,16-21 – „16 Und es wird dazu kommen, daß alle Übriggebliebenen von all den Nationen, die gegen Jerusalem gezogen sind, Jahr für Jahr heraufkommen werden, um den König, den HERRN der Heerscharen, anzubeten und das Laubhüttenfest zu feiern. 17 Welche aber von den Geschlechtern der Erde nicht nach Jerusalem hinaufziehen werden, um anzubeten den König, den HERRN der Heerscharen, über die wird kein Regen falle…"
Jesaja 65,17-25 – „17 Denn siehe, ich schaffe einen neuen Himmel und eine neue Erde, also daß man der frühern nicht mehr gedenkt und sie niemand mehr in den Sinn kommen werden; 18 sondern ihr sollt euch freuen und frohlocken bis in Ewigkeit über dem, was ich erschaffe; denn siehe, ich verwandle Jerusalem in lauter Jubel und ihr Volk in Freude. 19 Und ich selbst werde über Jerusalem frohlocken und mich über mein Vol…"
Offenbarung 21,1-4 – „1 Und ich sah einen neuen Himmel und eine neue Erde; denn der erste Himmel und die erste Erde sind vergangen, und das Meer ist nicht mehr. 2 Und ich sah die heilige Stadt, das neue Jerusalem, aus dem Himmel herabsteigen von Gott, zubereitet wie eine für ihren Mann geschmückte Braut. 3 Und ich hörte eine laute Stimme aus dem Himmel sagen: Siehe da, die Hütte Gottes bei den Menschen! Und er wird be…"
Hebräer 10,10-14 – „10 In diesem Willen sind wir geheiligt durch die Aufopferung des Leibes Jesu Christi ein für allemal. 11 Und jeder Priester steht da und verrichtet täglich den Gottesdienst und bringt öfters dieselben Opfer dar, welche doch niemals Sünden wegnehmen können; 12 dieser aber hat sich, nachdem er ein einziges Opfer für die Sünden dargebracht hat, für immer zur Rechten Gottes gesetzt 13 und wartet hinf…"
Gegen eine menschenleere Erde während der tausend Jahre werden besonders zwei alttestamentliche Abschnitte angeführt. Sacharja 14 spricht von Übriggebliebenen aus den Nationen, die nach Jerusalem ziehen, um den König anzubeten. Jesaja 65 beschreibt Häuser, Weinberge, Nachkommen und sogar Menschen, die noch sterben. Auf den ersten Blick könnte daraus ein zukünftiges Reich entstehen, in dem Christus bereits herrscht, während weiterhin sterbliche Menschen auf der Erde leben. Gerade deshalb müssen beide Texte sorgfältig in das Gesamtzeugnis der Schrift eingeordnet werden.
Sacharja 14 beschreibt Gottes endgültigen Sieg mit Bildern, die tief in der damaligen Welt Israels verwurzelt sind. Die Nationen ziehen nach Jerusalem, feiern das Laubhüttenfest, und selbst die Töpfe im Haus des Herrn werden in die Heiligkeit des kommenden Gottesreiches einbezogen. Der Abschnitt spricht ausdrücklich von Menschen, die zum Opfern kommen. Würde jedes einzelne Element unverändert auf eine Zeit nach Jesu Wiederkunft übertragen, müsste deshalb auch eine erneute kultische Opferordnung angenommen werden.
Genau hier setzt das Neue Testament eine wichtige Grenze. Hebräer 10 erklärt, dass Christus durch sein einmaliges Opfer diejenigen, die geheiligt werden, für immer vollendet hat. Die fortlaufenden Tieropfer können diese Funktion nicht mehr besitzen. Sacharjas Bilder dürfen deshalb nicht so ausgelegt werden, dass nach Christi vollendetem Opfer wieder eine heilsgeschichtlich notwendige Opferordnung eingeführt wird. Der Prophet beschreibt kommende Wirklichkeit in den Begriffen und Einrichtungen, die seinen ersten Hörern Gottes Gegenwart, Heiligkeit und weltweite Herrschaft verständlich machten.
Mehrere Motive aus Sacharja 14 erscheinen später in der Offenbarung erneut. Sacharja sieht den Herrn als König über die ganze Erde, lebendiges Wasser, das von Jerusalem ausgeht, und eine außergewöhnliche Lichtwirklichkeit. Offenbarung 21 und 22 führen genau solche Linien in die vollendete neue Schöpfung: Gottes Herrschaft ist unangefochten, die heilige Stadt kommt von ihm, sie benötigt kein gewöhnliches Licht mehr, und der Strom des Lebens geht vom Thron Gottes und des Lammes aus. Sacharjas Prophetie reicht deshalb über eine gewöhnliche politische Ordnung mit sterblichen Nationen hinaus.
Jesaja 65 stellt eine ähnliche Auslegungsfrage. Der Abschnitt beginnt ausdrücklich mit den Worten: „Denn siehe, ich schaffe einen neuen Himmel und eine neue Erde.“ Gleichzeitig spricht er danach von sehr langem Leben, von Nachkommen und sogar davon, dass ein Hundertjähriger sterben kann. Würde man diese Einzelheiten als vollständige buchstäbliche Beschreibung des endgültigen neuen Himmels und der neuen Erde verstehen, entstünde ein unmittelbarer Gegensatz zu Offenbarung 21,4: Dort heißt es ausdrücklich, dass der Tod nicht mehr sein wird.
Die spätere Offenbarung hilft deshalb, Jesajas prophetisches Bild zu verstehen. Jesaja beschreibt die kommende Wiederherstellung mit Begriffen, die gegenüber der damaligen Erfahrung von Krieg, frühem Tod, Vertreibung und Verlust eine gewaltige Umkehr ausdrücken: Menschen verlieren ihre Häuser nicht mehr an andere, ihre Arbeit ist nicht vergeblich, Kinder werden ihnen nicht früh entrissen, und Gottes Segen bestimmt das Leben. Offenbarung 21 zeigt schließlich die vollendete Wirklichkeit hinter dieser Hoffnung: nicht nur besonders langes Leben, sondern überhaupt kein Tod mehr; nicht nur Sicherheit in Jerusalem, sondern Gottes unmittelbare Gegenwart bei seinem Volk.
Damit darf Jesaja 65 nicht isoliert als Beschreibung eines sterblichen tausendjährigen Zwischenreiches benutzt werden. Der Text selbst nennt die neue Erde, während Offenbarung 21 dieselbe Verheißung aufgreift und ihre endgültige Gestalt offenbart. Die unterschiedliche Bildsprache wird verständlich, wenn die fortschreitende Offenbarung berücksichtigt wird.
Für die Chronologie der tausend Jahre bleiben deshalb die Texte entscheidend, die diesen Zeitraum unmittelbar behandeln. Offenbarung 20 erklärt, dass die erste Auferstehung zu Beginn steht und die „übrigen Toten“ erst nach Vollendung der tausend Jahre wieder leben. Die Erlösten sind bei Christus; die Gottlosen leben während dieses Zeitraums nicht als sterbliche Nationen auf der Erde weiter.
Sacharja 14 und Jesaja 65 widersprechen dieser Abfolge nicht. Beide Texte verkünden Gottes zukünftigen Sieg und die Wiederherstellung seiner Schöpfung in prophetischer Sprache, bestimmen aber nicht die zeitliche Ordnung der tausend Jahre aus Offenbarung 20. Diese Ordnung ergibt sich aus den beiden Auferstehungen und dem dazwischenliegenden Zeitraum.
Damit bleibt auch Satans Bindung verständlich. Während der tausend Jahre existieren auf der Erde keine lebenden menschlichen Nationen, die er verführen könnte. Erst wenn die übrigen Toten am Ende dieses Zeitraums wieder leben, erscheinen die Nationen erneut in der Handlung – und Satan beginnt sofort wieder mit seinem Werk der Täuschung.
Zurück: Die Erde bleibt während der tausend Jahre ohne menschliche Bevölkerung Weiter: Satan ist gebunden, weil er die Völker nicht mehr verführen kann
Satan ist gebunden, weil er die Völker nicht mehr verführen kann
Offenbarung 20,1-3 – „1 Und ich sah einen Engel aus dem Himmel herabsteigen, der hatte den Schlüssel des Abgrundes und eine große Kette in seiner Hand. 2 Und er ergriff den Drachen, die alte Schlange, welche der Teufel und Satan ist, und band ihn auf tausend Jahre 3 und warf ihn in den Abgrund und schloß zu und versiegelte über ihm, damit er die Völker nicht mehr verführte, bis die tausend Jahre vollendet wären. Und n…"
Offenbarung 20,1-3 – „1 Und ich sah einen Engel aus dem Himmel herabsteigen, der hatte den Schlüssel des Abgrundes und eine große Kette in seiner Hand. 2 Und er ergriff den Drachen, die alte Schlange, welche der Teufel und Satan ist, und band ihn auf tausend Jahre 3 und warf ihn in den Abgrund und schloß zu und versiegelte über ihm, damit er die Völker nicht mehr verführte, bis die tausend Jahre vollendet wären. Und n…"
Offenbarung 12,9 – „9 So wurde geworfen der große Drache, die alte Schlange, genannt der Teufel und der Satan, der den ganzen Erdkreis verführt, geworfen wurde er auf die Erde, und seine Engel wurden mit ihm geworfen."
Offenbarung 20,7-8 – „7 Und wenn die tausend Jahre vollendet sind, wird der Satan aus seinem Gefängnis losgelassen werden, 8 und er wird ausgehen, die Nationen zu verführen, die an den vier Ecken der Erde sind, den Gog und den Magog, sie zum Kampfe zu versammeln; ihre Zahl ist wie der Sand am Meer."
Nachdem Offenbarung 20 den Zustand der Erde erkennen lässt, richtet sich der Blick auf Satan. Johannes sieht einen Engel mit dem Schlüssel des Abgrunds und einer großen Kette. Der Drache, ausdrücklich als „die alte Schlange, welche der Teufel und Satan ist“ bezeichnet, wird ergriffen und für tausend Jahre gebunden. Der Text nennt zugleich den entscheidenden Zweck dieser Bindung: Satan soll „die Völker nicht mehr verführen“, bis die tausend Jahre vollendet sind.
Damit beschreibt Johannes eine tatsächliche Einschränkung seines Wirkens. Die Kette muss dabei nicht als materieller Gegenstand verstanden werden. Ein Geistwesen wird nicht durch gewöhnliches Metall festgehalten. Schlüssel, Kette, Verschließen und Versiegeln bilden vielmehr eine prophetische Bildsprache dafür, dass Gott Satan eine Grenze setzt, die er nicht überwinden kann.
Entscheidend ist, wie umfassend diese Grenze in Offenbarung 20 beschrieben wird. Satan kann während dieser Zeit die Nationen nicht mehr verführen. Das passt zu dem bereits erkannten Zustand der Erde: Die Erlösten sind bei Christus, während die übrigen Menschen nicht leben. Es existieren deshalb keine menschlichen Völker, unter denen Satan sein bisheriges Werk fortsetzen könnte.
Gerade diese Aussage unterscheidet die tausendjährige Bindung von Satans Stellung während der gegenwärtigen Weltzeit. Das Neue Testament beschreibt ihn auch nach Christi Sieg am Kreuz weiterhin als aktiven Gegner. Petrus warnt die Gläubigen: „Euer Widersacher, der Teufel, geht umher wie ein brüllender Löwe und sucht, wen er verschlinge.“ Offenbarung 12 bezeichnet ihn als den Verführer des ganzen Erdkreises und schildert seinen Kampf gegen diejenigen, die Gottes Gebote halten und am Zeugnis Jesu festhalten.
Christus hat Satan durch sein Erlösungswerk entscheidend besiegt und seine Ansprüche entlarvt. Das bedeutet jedoch nicht, dass jede Tätigkeit Satans bereits aufgehört hätte. Die apostolischen Schriften warnen weiterhin vor seiner Verführung, seinen Angriffen und seinen Täuschungen. Die besondere Bindung aus Offenbarung 20 beschreibt deshalb mehr als die gegenwärtige Begrenzung eines noch aktiven Gegners.
Auch der „Abgrund“ sollte aus diesem Zusammenhang verstanden werden. Der Begriff darf nicht einfach als anderes Wort für „verwüstete Erde“ behandelt werden. Im Bild von Offenbarung 20 steht er zusammen mit Schlüssel, Kette, Verschließen und Versiegeln für Gefangenschaft und auferlegte Begrenzung. Die menschenleere Erde wird für Satan tatsächlich zum Ort dieser Einschränkung, weil ihm dort die Nationen fehlen, die er zuvor verführt hat.
Wie eng seine Bindung mit diesem Zustand verbunden ist, zeigt das Ende der tausend Jahre. Sobald die übrigen Toten wieder leben, heißt es unmittelbar, dass Satan losgelassen wird und erneut hinausgeht, „die Nationen zu verführen“. Die beiden Aussagen erklären einander: Während keine lebenden Nationen vorhanden sind, ist sein Verführungswerk unter ihnen unmöglich; sobald sie wieder erscheinen, nimmt er es sofort wieder auf.
Seine Freilassung bedeutet deshalb nicht, dass Gott ihm plötzlich einen neuen Charakter oder eine neue Macht gibt. Die äußeren Bedingungen verändern sich. Menschen leben wieder auf der Erde, und Satan zeigt unverzüglich, dass seine Haltung dieselbe geblieben ist. Tausend Jahre erzwungener Untätigkeit haben seine Rebellion nicht geheilt.
Die Bindung Satans offenbart damit zugleich die Grenze seiner Macht. Er kann täuschen, verführen und zerstören, solange Geschöpfe seinem Einfluss folgen. Er kann jedoch kein Leben schaffen, keine Toten auferwecken und keine verwüstete Schöpfung erneuern. Während sein Werk auf der Erde zum Stillstand gebracht ist, geschieht bei Christus etwas anderes: Den Erlösten wird Anteil am Gericht gegeben.
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Die Erlösten haben Anteil am Gericht
Offenbarung 20,4 – „4 Und ich sah Throne, und sie setzten sich darauf, und das Gericht wurde ihnen übergeben; und [ich sah] die Seelen derer, die enthauptet worden waren um des Zeugnisses Jesu und um des Wortes Gottes willen, und die das Tier nicht angebetet hatten noch sein Bild, und das Malzeichen weder auf ihre Stirn noch auf ihre Hand genommen hatten; und sie lebten und regierten mit Christus tausend Jahre."
Offenbarung 20,4 – „4 Und ich sah Throne, und sie setzten sich darauf, und das Gericht wurde ihnen übergeben; und [ich sah] die Seelen derer, die enthauptet worden waren um des Zeugnisses Jesu und um des Wortes Gottes willen, und die das Tier nicht angebetet hatten noch sein Bild, und das Malzeichen weder auf ihre Stirn noch auf ihre Hand genommen hatten; und sie lebten und regierten mit Christus tausend Jahre."
1. Korinther 6,2-3 – „2 Wisset ihr nicht, daß die Heiligen die Welt richten werden? Wenn nun durch euch die Welt gerichtet werden soll, seid ihr dann unwürdig, über die allergeringsten Dinge zu entscheiden? 3 Wisset ihr nicht, daß wir Engel richten werden? Warum denn nicht auch Dinge dieses Lebens?"
Offenbarung 20,12 – „12 Und ich sah die Toten, die Großen und die Kleinen, vor dem Throne stehen, und Bücher wurden aufgetan, und ein anderes Buch wurde aufgetan, das ist das Buch des Lebens; und die Toten wurden gerichtet nach dem, was in den Büchern geschrieben war, nach ihren Werken."
Während Satan auf der menschenleeren Erde gebunden ist, richtet Offenbarung 20 den Blick auf die Erlösten. Johannes sieht Throne und Menschen, die darauf sitzen, und erklärt ausdrücklich: „Das Gericht wurde ihnen übergeben.“ Dieselben Menschen leben und regieren mit Christus während der tausend Jahre. Damit gehört ihre Beteiligung am Gericht unmittelbar zu dieser Zeit.
Dieses Gericht entscheidet nicht erst darüber, ob die Erlösten selbst gerettet werden. Offenbarung 20 beschreibt sie bereits als „selig und heilig“ und erklärt, dass der zweite Tod keine Macht über sie besitzt. Ihre Zugehörigkeit zu Christus steht fest. Wenn ihnen Gericht übertragen wird, treten sie deshalb nicht als Angeklagte auf, deren eigenes ewiges Schicksal noch offen wäre.
Paulus bestätigt den Grundgedanken in 1.Korinther 6,2-3. Er erinnert die Gläubigen daran, dass „die Heiligen die Welt richten werden“ und dass sie sogar „Engel richten“ werden. Auch hier wird nicht jeder Ablauf erklärt, doch die Beteiligung der Erlösten am zukünftigen Gericht wird eindeutig vorausgesetzt. Offenbarung 20 und Paulus ergänzen sich damit: Die Erlösten regieren mit Christus, und ihnen wird Gericht übertragen.
Wie diese Beteiligung genau aussieht, lässt die Bibel teilweise offen. Offenbarung 20 sagt nicht ausdrücklich, dass die Erlösten jeden einzelnen Fall selbständig entscheiden. Ebenso wird nicht erklärt, ob sie ein Strafmaß festlegen oder in welcher Reihenfolge einzelne Fälle behandelt werden. Solche Einzelheiten sollten deshalb nicht als sichere Aussage dargestellt werden.
Wenige Verse später sieht Johannes jedoch geöffnete Bücher und ein Gericht „nach ihren Werken“. Das zeigt, dass Gottes Urteil auf Wahrheit und tatsächlicher Verantwortung beruht. Die Verbindung mit dem während der tausend Jahre den Heiligen übertragenen Gericht legt nahe, dass ihre Beteiligung mit dem gerechten Urteil Gottes über die verlorene Welt und die rebellischen Mächte zusammenhängt. Mehr als diese Verbindung sollte nicht als ausdrücklich offenbart behauptet werden.
Sicher ist deshalb zweierlei: Gott allein bleibt der höchste Richter, und zugleich gibt er den Erlösten einen wirklichen Anteil an seinem Gericht. Ihre Herrschaft mit Christus ist nicht nur ein Ehrentitel. Offenbarung 20 verbindet Throne, Regieren und Gericht ausdrücklich miteinander.
Damit wird zugleich etwas über Gottes Herrschaft sichtbar. Das endgültige Gericht geschieht nicht willkürlich und nicht losgelöst von Wahrheit. Die geöffneten Bücher zeigen, dass Gottes Urteil begründet ist. Die Beteiligung der Erlösten steht deshalb nicht im Gegensatz zu seiner alleinigen Autorität, sondern findet innerhalb der Herrschaft Christi statt.
Die tausend Jahre erhalten dadurch eine weitere Bedeutung. Während Satan auf der Erde niemanden verführen kann, regieren die Erlösten mit Christus und haben Anteil am Gericht. Am Ende dieser Zeit verändert sich die Szene erneut: Die übrigen Toten werden wieder lebendig, Satan wird losgelassen, und der letzte Aufstand beginnt.
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Am Ende der tausend Jahre werden die übrigen Toten auferweckt
Offenbarung 20,5-8 – „5 Die übrigen der Toten aber lebten nicht, bis die tausend Jahre vollendet waren. Dies ist die erste Auferstehung. 6 Selig und heilig ist, wer teilhat an der ersten Auferstehung. Über diese hat der zweite Tod keine Macht, sondern sie werden Priester Gottes und Christi sein und mit ihm regieren tausend Jahre. 7 Und wenn die tausend Jahre vollendet sind, wird der Satan aus seinem Gefängnis losgelas…"
Offenbarung 20,5-8 – „5 Die übrigen der Toten aber lebten nicht, bis die tausend Jahre vollendet waren. Dies ist die erste Auferstehung. 6 Selig und heilig ist, wer teilhat an der ersten Auferstehung. Über diese hat der zweite Tod keine Macht, sondern sie werden Priester Gottes und Christi sein und mit ihm regieren tausend Jahre. 7 Und wenn die tausend Jahre vollendet sind, wird der Satan aus seinem Gefängnis losgelas…"
Johannes 5,28-29 – „28 Verwundert euch nicht darüber! Denn es kommt die Stunde, in welcher alle, die in den Gräbern sind, seine Stimme hören werden; 29 und es werden hervorgehen, die das Gute getan haben, zur Auferstehung des Lebens; die aber das Böse getan haben, zur Auferstehung des Gerichts."
Offenbarung 20,3 – „3 und warf ihn in den Abgrund und schloß zu und versiegelte über ihm, damit er die Völker nicht mehr verführte, bis die tausend Jahre vollendet wären. Und nach diesen muß er auf kurze Zeit losgelassen werden."
Offenbarung 20 setzt nicht nur den Beginn, sondern auch das Ende der tausend Jahre in Beziehung zur Auferstehung. Johannes hatte erklärt: „Die übrigen der Toten aber lebten nicht, bis die tausend Jahre vollendet waren.“ Wenn dieser Zeitraum endet, fällt damit zugleich die zeitliche Grenze, bis zu der diese Menschen im Tod geblieben sind.
Der Text verwendet an dieser Stelle nicht ausdrücklich den Ausdruck „zweite Auferstehung“. Die Sache selbst ergibt sich jedoch aus dem Gegensatz zur ersten Auferstehung. Eine Gruppe wird zu Beginn der tausend Jahre lebendig und wird ausdrücklich der „ersten Auferstehung“ zugeordnet; die übrigen Toten leben erst nach deren Vollendung wieder. Deshalb ist es sachlich berechtigt, dieses spätere Lebendigwerden als zweite Auferstehung zu bezeichnen.
Beide Auferstehungen führen nicht zum selben Ergebnis. Über diejenigen, die an der ersten Auferstehung teilhaben, sagt Johannes: „Selig und heilig ist, wer teilhat an der ersten Auferstehung. Über diese hat der zweite Tod keine Macht.“ Die übrigen Toten gehören ausdrücklich nicht zu dieser Gruppe. Ihr Wiederaufleben führt daher nicht in dieselbe unvergängliche Gemeinschaft mit Christus.
Jesus hatte in Johannes 5,28-29 bereits zwei unterschiedliche Ausgänge der Auferstehung angekündigt. Alle, die in den Gräbern sind, werden seine Stimme hören; doch die einen kommen zur „Auferstehung des Lebens“, die anderen zur „Auferstehung des Gerichts“ hervor. Johannes 5 nennt an dieser Stelle keinen zeitlichen Abstand zwischen beiden Gruppen. Offenbarung 20 ergänzt dieses Bild und zeigt, dass zwischen dem Lebendigwerden der Erlösten und dem der übrigen Toten die tausend Jahre liegen.
Mit dem Wiederaufleben der übrigen Toten verändert sich unmittelbar auch Satans Lage. Offenbarung 20,3 hatte angekündigt, dass er nach den tausend Jahren für kurze Zeit losgelassen werden müsse. Genau dies geschieht nun. Während der tausend Jahre fehlten ihm lebende Nationen, die er verführen konnte. Sobald die übrigen Toten wieder leben, sind erneut Menschen auf der Erde vorhanden, und Satan beginnt wieder mit seinem Werk der Täuschung.
Auffällig ist, dass der Text nach ihrer Auferstehung keine neue lange Heilszeit beschreibt. Es folgt keine erneute Weltgeschichte über Generationen und keine weitere Verkündigungsphase. Stattdessen geht Satan unmittelbar aus, um die Nationen „an den vier Ecken der Erde“ zu verführen und sie zum Kampf zu versammeln. Daraus folgt stark, dass diese Auferstehung nicht der Beginn einer neuen Bewährungszeit ist, sondern unmittelbar zum abschließenden Gerichtsgeschehen gehört.
Die Reaktion Satans zeigt zugleich, dass seine tausendjährige Bindung seinen Charakter nicht verändert hat. Sobald er wieder Menschen verführen kann, setzt er seine Rebellion fort. Auch die auferstandenen Gottlosen werden von ihm zum letzten Widerstand gesammelt. Der Text beschreibt damit nicht eine geheilte Menschheit, die erneut zu Fall kommt, sondern die letzte Offenbarung einer bereits entschiedenen Rebellion.
Johannes beschreibt ihre Zahl als „wie der Sand am Meer“. Für kurze Zeit ist die Erde wieder von einer gewaltigen Menschenmenge erfüllt. Doch daraus entsteht keine neue Zivilisation. Satan sammelt die Nationen unmittelbar gegen Gottes Herrschaft. Die Geschichte der Sünde tritt damit in ihre letzte Phase.
Die tausend Jahre enden folglich an demselben Wendepunkt, den Offenbarung 20 bereits zu Beginn angekündigt hatte: Die übrigen Toten leben wieder. Damit endet Satans erzwungene Untätigkeit, die Nationen erscheinen erneut, und der letzte Aufstand beginnt. Von hier führt die Vision unmittelbar zur geliebten Stadt und zum endgültigen Ende der Rebellion.
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Die geliebte Stadt wird zum Ziel des letzten Aufstands
Offenbarung 20,7-9 – „7 Und wenn die tausend Jahre vollendet sind, wird der Satan aus seinem Gefängnis losgelassen werden, 8 und er wird ausgehen, die Nationen zu verführen, die an den vier Ecken der Erde sind, den Gog und den Magog, sie zum Kampfe zu versammeln; ihre Zahl ist wie der Sand am Meer. 9 Und sie zogen herauf auf die Breite der Erde und umringten das Heerlager der Heiligen und die geliebte Stadt. Und es fi…"
Offenbarung 20,7-9 – „7 Und wenn die tausend Jahre vollendet sind, wird der Satan aus seinem Gefängnis losgelassen werden, 8 und er wird ausgehen, die Nationen zu verführen, die an den vier Ecken der Erde sind, den Gog und den Magog, sie zum Kampfe zu versammeln; ihre Zahl ist wie der Sand am Meer. 9 Und sie zogen herauf auf die Breite der Erde und umringten das Heerlager der Heiligen und die geliebte Stadt. Und es fi…"
Offenbarung 21,2-3 – „2 Und ich sah die heilige Stadt, das neue Jerusalem, aus dem Himmel herabsteigen von Gott, zubereitet wie eine für ihren Mann geschmückte Braut. 3 Und ich hörte eine laute Stimme aus dem Himmel sagen: Siehe da, die Hütte Gottes bei den Menschen! Und er wird bei ihnen wohnen, und sie werden sein Volk sein, und Gott selbst wird bei ihnen sein, ihr Gott."
Sacharja 14,4-5 – „4 Und seine Füße werden an jenem Tage auf dem Ölberg stehen, der vor Jerusalem gegen Morgen liegt; da wird sich der Ölberg in der Mitte spalten, daß es von Sonnenaufgang nach dem Meere hin ein sehr großes Tal geben und die eine Hälfte des Berges nach Norden, die andere nach Süden zurückweichen wird. 5 Da werdet ihr in das Tal meiner Berge fliehen; denn das Tal zwischen den Bergen wird bis nach Az…"
Nach der zweiten Auferstehung führt Offenbarung 20 unmittelbar zum letzten Aufstand Satans. Er geht aus, um die Nationen zu verführen, sammelt sie zum Kampf und führt sie über die Breite der Erde. Ihr Ziel wird ausdrücklich genannt: Sie umringen „das Heerlager der Heiligen und die geliebte Stadt“. Damit erreicht die Rebellion ihren äußersten Punkt. Sie richtet sich nun unmittelbar gegen das, was Gott und seinem erlösten Volk gehört.
Die Bezeichnung „geliebte Stadt“ ist bedeutsam, doch Offenbarung 20,9 nennt sie an dieser Stelle nicht ausdrücklich „das neue Jerusalem“. Ebenso erklärt der Vers nicht, wann oder auf welche Weise diese Stadt auf die Erde gelangt ist. Diese Zurückhaltung ist wichtig, weil Offenbarung 21 erst anschließend ausführlich die heilige Stadt beschreibt, die als neues Jerusalem von Gott aus dem Himmel herabkommt.
Zwischen beiden Bildern besteht dennoch eine starke Verbindung. Offenbarung 20 zeigt am Ende des großen Konflikts die geliebte Stadt zusammen mit dem Lager der Heiligen. Offenbarung 21 beschreibt unmittelbar im folgenden Zusammenhang die heilige Stadt, das neue Jerusalem, die von Gott kommt und mit seinem erlösten Volk verbunden ist. Offenbarung 21,10 nennt sie erneut „die heilige Stadt Jerusalem“. Es liegt deshalb nahe, beide Szenen miteinander zu verbinden; der genaue Ablauf des Herabkommens wird in Offenbarung 20 selbst jedoch nicht erklärt.
Für das Verständnis der tausend Jahre muss diese Einzelheit nicht weiter festgelegt werden. Sicher ist, dass die Erlösten nach den tausend Jahren nicht mehr als fernes Ziel einer Hoffnung erscheinen, sondern zusammen mit Gottes Stadt im Mittelpunkt der letzten Auseinandersetzung stehen. Satan sammelt die auferstandenen Gottlosen gegen sie. Die Rebellion richtet sich damit zuletzt offen gegen Gottes Herrschaft und gegen diejenigen, die zu Christus gehören.
Diese letzte Sammlung zeigt zugleich, dass Satans Charakter durch die tausend Jahre nicht verändert wurde. Sobald er wieder Menschen verführen kann, führt er sie erneut gegen Gott. Auch die Auferstandenen bilden keine neue friedliche Weltordnung und beginnen keine zweite Bewährungszeit. Offenbarung berichtet vielmehr unmittelbar von ihrer Sammlung zum Kampf. Die Geschichte der Sünde setzt sich nicht noch einmal über Generationen fort, sondern bewegt sich auf ihr endgültiges Ende zu.
Die Größe der versammelten Menge ändert daran nichts. Johannes beschreibt ihre Zahl als „wie der Sand am Meer“, doch Gottes Reich muss nicht durch menschliche Stärke verteidigt werden. Die letzte Rebellion erscheint gewaltig, besitzt aber keine Zukunft. Sie kann Gottes Herrschaft weder stürzen noch die Erlösten wieder unter die Macht des Todes bringen.
Johannes berichtet schließlich, dass Feuer von Gott aus dem Himmel herabkommt und die versammelte Menge verzehrt. Zu einer langen letzten Schlacht kommt es nicht. Der Aufstand endet durch Gottes Gericht. Damit zeigt sich zum letzten Mal der Gegensatz zwischen Satans Herrschaft und Gottes Reich: Satan sammelt zum Angriff, Gott beendet die Rebellion endgültig.
Nach diesem letzten Aufstand richtet sich der Blick auf den großen weißen Thron. Was während der tausend Jahre im Gericht betrachtet wurde und was die letzte Rebellion noch einmal sichtbar gemacht hat, führt nun zum abschließenden Urteil. Erst danach werden Tod und Sünde selbst endgültig beseitigt.
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Vor dem großen weißen Thron wird das endgültige Urteil offenbar
Offenbarung 20,11-15 – „11 Und ich sah einen großen weißen Thron und den, der darauf saß; vor seinem Angesicht flohen die Erde und der Himmel, und es wurde keine Stätte für sie gefunden. 12 Und ich sah die Toten, die Großen und die Kleinen, vor dem Throne stehen, und Bücher wurden aufgetan, und ein anderes Buch wurde aufgetan, das ist das Buch des Lebens; und die Toten wurden gerichtet nach dem, was in den Büchern gesch…"
Offenbarung 20,11-15 – „11 Und ich sah einen großen weißen Thron und den, der darauf saß; vor seinem Angesicht flohen die Erde und der Himmel, und es wurde keine Stätte für sie gefunden. 12 Und ich sah die Toten, die Großen und die Kleinen, vor dem Throne stehen, und Bücher wurden aufgetan, und ein anderes Buch wurde aufgetan, das ist das Buch des Lebens; und die Toten wurden gerichtet nach dem, was in den Büchern gesch…"
Römer 2,5-6 – „5 Aber nach deinem verstockten und unbußfertigen Herzen häufst du dir selbst den Zorn auf den Tag des Zorns und der Offenbarung des gerechten Gerichtes Gottes, 6 welcher einem jeglichen vergelten wird nach seinen Werken;"
Prediger 12,14 – „14 Denn Gott wird jedes Werk ins Gericht bringen, samt allem Verborgenen, es sei gut oder böse."
Nach dem letzten Aufstand richtet Johannes den Blick auf den großen weißen Thron. Die Handlung erreicht damit die abschließende Gerichtsszene. Diejenigen, die nach den tausend Jahren wieder lebendig geworden sind und sich unter Satans Führung gegen Gottes Stadt gesammelt haben, stehen nun vor dem endgültigen Urteil. Johannes beschreibt sie dabei weiterhin als „die Toten“, weil sie zu jener Menschengruppe gehören, die dem zweiten Tod entgegengeht.
Offenbarung 20,12-13 beschreibt deshalb keine dritte Auferstehung zusätzlich zu den beiden bereits genannten Gruppen. Vers 5 hatte erklärt, dass die „übrigen Toten“ erst nach Vollendung der tausend Jahre wieder leben. Verse 12 und 13 greifen dieselbe verlorene Menschheit nun aus der Perspektive des Gerichts auf: Die Großen und Kleinen stehen vor dem Thron, und Meer, Tod und Totenreich geben ihre Toten heraus. Der Schwerpunkt liegt jetzt nicht mehr auf dem Zeitpunkt ihrer Auferstehung, sondern auf der Vollständigkeit des Gerichts. Niemand bleibt davon ausgenommen.
Vor dem Thron werden Bücher geöffnet. Johannes sagt, dass die Toten „nach dem, was in den Büchern geschrieben war, nach ihren Werken“ gerichtet werden. Gottes Urteil erscheint damit nicht als willkürliche Machtausübung. Es entspricht der Wahrheit über das gelebte Leben und die tatsächliche Verantwortung jedes Menschen.
Römer 2,5-6 spricht ebenfalls vom „gerechten Gericht Gottes“, der einem jeden nach seinen Werken vergelten wird. Die Werke bilden dabei keine alternative Grundlage der Erlösung neben Christus. Ewiges Leben kann nicht durch menschliche Leistung verdient werden. Doch das Leben eines Menschen offenbart, welcher Herrschaft er vertraut hat und welche Richtung seine Entscheidungen genommen haben. Das Gericht macht diese Wirklichkeit vollständig sichtbar.
Prediger 12,14 fügt hinzu, dass Gott jedes Werk ins Gericht bringen wird, auch das Verborgene. Menschliche Urteile bleiben begrenzt, weil Menschen Tatsachen übersehen, Motive falsch einschätzen oder verborgenes Handeln überhaupt nicht kennen können. Gottes Erkenntnis besitzt diese Grenze nicht. Sein Urteil beruht nicht auf einem unvollständigen Bild.
In dieser Szene erscheint auch das „Buch des Lebens“. Johannes unterscheidet zwischen den geöffneten Büchern, nach denen die Werke beurteilt werden, und dem Buch des Lebens. Mehr sagt der Text über die Bezeichnungen der Gerichtsaufzeichnungen nicht. Deshalb sollte auch nicht mit zusätzlichen Namen gearbeitet werden, die Offenbarung 20 selbst nicht verwendet. Sicher ist: Gottes Urteil ist vollständig, individuell und gerecht.
Der große weiße Thron steht zugleich in Verbindung mit dem Gericht, an dem die Erlösten während der tausend Jahre Anteil hatten. Dort wurde ihnen Gericht übertragen; hier sieht Johannes die abschließende öffentliche Gerichtsszene. Die Bibel beschreibt nicht jeden einzelnen Ablauf dazwischen, doch beide Bilder widersprechen einander nicht. Gottes Urteil wird nicht erst jetzt unvorbereitet getroffen, sondern tritt nun seinem endgültigen Vollzug entgegen.
Auffällig ist auch, dass am Ende nicht nur Menschen beurteilt werden. „Tod und Totenreich“ selbst werden in den Feuersee geworfen. Damit richtet sich Gottes abschließendes Handeln gegen die gesamte Herrschaft des Todes. Der Feuersee wird ausdrücklich als „der zweite Tod“ bezeichnet.
Das Gericht vor dem großen weißen Thron führt deshalb nicht zu einem weiteren Abschnitt der Weltgeschichte. Es steht unmittelbar vor dem endgültigen Ende dessen, was die gefallene Schöpfung beherrscht hat. Niemand bleibt ungeurteilt, nichts bleibt verborgen, und nach diesem Urteil folgt keine dritte Möglichkeit. Der zweite Tod beendet die Geschichte der Rebellion endgültig.
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Der zweite Tod beendet die Herrschaft der Sünde
Offenbarung 20,9-10 – „9 Und sie zogen herauf auf die Breite der Erde und umringten das Heerlager der Heiligen und die geliebte Stadt. Und es fiel Feuer von Gott aus dem Himmel herab und verzehrte sie. 10 Und der Teufel, der sie verführte, wurde in den Feuer und Schwefelsee geworfen, wo auch das Tier ist und der falsche Prophet, und sie werden gepeinigt werden Tag und Nacht, von Ewigkeit zu Ewigkeit."
Offenbarung 20,9-10 – „9 Und sie zogen herauf auf die Breite der Erde und umringten das Heerlager der Heiligen und die geliebte Stadt. Und es fiel Feuer von Gott aus dem Himmel herab und verzehrte sie. 10 Und der Teufel, der sie verführte, wurde in den Feuer und Schwefelsee geworfen, wo auch das Tier ist und der falsche Prophet, und sie werden gepeinigt werden Tag und Nacht, von Ewigkeit zu Ewigkeit."
Offenbarung 20,14-15 – „14 Und der Tod und das Totenreich wurden in den Feuersee geworfen. Das ist der zweite Tod, der Feuersee. 15 Und wenn jemand nicht im Buche des Lebens eingeschrieben gefunden ward, wurde er in den Feuersee geworfen."
Maleachi 3,19 – „19 Denn fürwahr, der Tag kommt, brennend heiß wie das Feuer im Ofen. Alle Übermütigen und alle, die Frevelthaten verübten, werden dann Stoppeln sein, und der Tag, der da kommt, spricht Jahwe der Heerscharen, wird sie versengen, so daß weder Wurzel noch Zweig von ihnen übrig bleibt."
Der letzte Aufstand Satans führt nicht in ein weiteres Zeitalter des Kampfes. Johannes berichtet, dass Feuer von Gott aus dem Himmel herabkommt und die gegen die Stadt versammelten Menschen verzehrt. Anschließend sieht er den Teufel im Feuersee und schließlich auch Tod, Totenreich und alle, die nicht im Buch des Lebens gefunden werden. Damit erreicht die Geschichte der Rebellion ihr endgültiges Gericht.
Für das Schicksal der verlorenen Menschen verwendet Offenbarung 20 eine besonders klare Bezeichnung: „Das ist der zweite Tod, der Feuersee.“ Der erste Tod ist nicht endgültig, weil Gott die Toten auferweckt. Der zweite Tod steht dagegen nach der letzten Auferstehung und nach dem abschließenden Gericht. Eine weitere Auferstehung wird danach nicht mehr angekündigt. Der Feuersee führt für die Verlorenen deshalb nicht zurück in eine neue Lebensphase, sondern zum endgültigen Tod.
Auch Vers 9 spricht in diese Richtung. Das Feuer kommt von Gott herab und „verzehrte“ die versammelten Gottlosen. Maleachi beschreibt den kommenden Gerichtstag ähnlich: Die Gottlosen werden wie Stoppeln verbrennen, bis weder Wurzel noch Zweig übrigbleiben; anschließend werden sie als Asche bezeichnet. Diese Bilder sprechen von einem Gericht, das sein Ziel vollständig erreicht, nicht von Menschen, die durch göttliche Unsterblichkeit für endloses Leiden am Leben erhalten werden.
Gerade deshalb muss Offenbarung 20,10 besonders sorgfältig behandelt werden. Dort heißt es über den Teufel, das Tier und den falschen Propheten, dass sie „Tag und Nacht von Ewigkeit zu Ewigkeit“ gepeinigt werden. Das ist eine der stärksten Dauerformulierungen der Offenbarung und darf weder übergangen noch durch eine bloße Behauptung abgeschwächt werden. Zugleich steht sie innerhalb einer symbolreichen Vision und unmittelbar neben Aussagen, die den Feuersee für verlorene Menschen ausdrücklich als „zweiten Tod“ bezeichnen.
Hinzu kommt, dass „Tier“ und „falscher Prophet“ in der Offenbarung nicht einzelne unsterbliche Menschen darstellen, sondern prophetische Mächte beziehungsweise Systeme. Die Sprache ihrer ewigen Qual kann deshalb nicht ohne Weiteres als Beschreibung einer biologisch endlosen Existenz aller verlorenen Menschen gelesen werden. Die Bildsprache verkündet vor allem die vollständige und unwiderrufliche Niederlage der Mächte, die sich gegen Gott erhoben haben.
Auch der Ausdruck „ewiges Feuer“ bedeutet in der Schrift nicht notwendig, dass seine Opfer für immer weiterbrennen. Judas 7 nennt Sodom und Gomorra ein Beispiel dafür, dass sie „die Strafe ewigen Feuers“ erlitten. Die Städte brennen heute nicht weiter; das Gericht war jedoch endgültig und seine Wirkung unumkehrbar. Dieser Text beweist nicht allein die Bedeutung jeder einzelnen Formulierung in Offenbarung 20, zeigt aber, dass biblische Gerichtssprache zwischen einer endlosen Wirkung und einem endlos fortdauernden Verbrennungsvorgang unterscheiden kann.
Beim Teufel selbst bleibt Offenbarung 20,10 sprachlich stärker als die Aussagen über die verlorenen Menschen. Sicher sagt der Text, dass sein Gericht endgültig ist und seine Herrschaft niemals wiederkehrt. Sicher ist ebenso, dass die folgende neue Schöpfung kein fortbestehendes Gegenreich Satans mehr kennt. Die Bibel beschreibt die Ewigkeit nicht als zwei nebeneinander bestehende Reiche, sondern als eine Schöpfung, in der Gottes Herrschaft unangefochten ist, der Tod beseitigt wurde und der Fluch nicht mehr besteht.
Für die verlorenen Menschen ist die Aussage deshalb eindeutig: Ihr endgültiges Schicksal ist der zweite Tod. Ewiges Leben ist Gottes Gabe in Christus und nicht ein unzerstörbares Eigentum jedes Menschen. Das Gericht hält die Rebellion nicht künstlich als zweite ewige Weltordnung am Leben. Es beendet ihre Macht unwiderruflich und macht den Weg frei für jene Wirklichkeit, in der Gott alles neu macht und Tod, Leid und Sünde keinen Platz mehr besitzen.
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Gott schafft einen neuen Himmel und eine neue Erde
Offenbarung 21,1-5 – „1 Und ich sah einen neuen Himmel und eine neue Erde; denn der erste Himmel und die erste Erde sind vergangen, und das Meer ist nicht mehr. 2 Und ich sah die heilige Stadt, das neue Jerusalem, aus dem Himmel herabsteigen von Gott, zubereitet wie eine für ihren Mann geschmückte Braut. 3 Und ich hörte eine laute Stimme aus dem Himmel sagen: Siehe da, die Hütte Gottes bei den Menschen! Und er wird be…"
Offenbarung 21,1-5 – „1 Und ich sah einen neuen Himmel und eine neue Erde; denn der erste Himmel und die erste Erde sind vergangen, und das Meer ist nicht mehr. 2 Und ich sah die heilige Stadt, das neue Jerusalem, aus dem Himmel herabsteigen von Gott, zubereitet wie eine für ihren Mann geschmückte Braut. 3 Und ich hörte eine laute Stimme aus dem Himmel sagen: Siehe da, die Hütte Gottes bei den Menschen! Und er wird be…"
2. Petrus 3,10-13 – „10 Es wird aber der Tag des Herrn kommen wie ein Dieb; da werden die Himmel mit Krachen vergehen, die Elemente aber vor Hitze sich auflösen und die Erde und die Werke darauf verbrennen. 11 Da nun dies alles derart aufgelöst wird, wie sehr solltet ihr euch auszeichnen durch heiligen Wandel und Gottseligkeit, 12 dadurch, daß ihr erwartet und beschleuniget die Ankunft des Tages Gottes, an welchem di…"
Jesaja 65,17 – „17 Denn siehe, ich schaffe einen neuen Himmel und eine neue Erde, also daß man der frühern nicht mehr gedenkt und sie niemand mehr in den Sinn kommen werden;"
Nachdem Sünde, Tod und Rebellion ihr endgültiges Ende gefunden haben, bleibt die Erde nicht als verwüsteter Schauplatz des Gerichts zurück. Johannes sieht „einen neuen Himmel und eine neue Erde“. Damit erreicht der Erlösungsplan sein Ziel. Gott rettet die Seinen nicht nur aus einer verlorenen Welt heraus, sondern erneuert schließlich die Schöpfung selbst.
Diese Vollendung führt zurück zu Gottes ursprünglicher Absicht. Am Anfang schuf er die Erde als Lebensraum für Menschen, die in ungetrübter Gemeinschaft mit ihrem Schöpfer leben sollten. Die Sünde brachte Trennung, Leid und Tod in diese Ordnung, konnte Gottes Ziel jedoch nicht vereiteln. Was durch die Rebellion zerstört wurde, wird am Ende nicht nur teilweise repariert. Gott erklärt selbst: „Siehe, ich mache alles neu.“
Offenbarung 21 zeigt, wie grundlegend diese Erneuerung ist. Tod, Leid, Geschrei und Schmerz gehören nicht mehr zur Erfahrung der Erlösten. Damit unterscheidet sich die neue Erde entscheidend von jeder Vorstellung eines tausendjährigen Reiches, in dem weiterhin Sterblichkeit und Sünde vorhanden wären. Die endgültige Welt Gottes beginnt erst, nachdem der zweite Tod vollzogen und die Geschichte der Rebellion abgeschlossen ist.
Auch Petrus verbindet Gericht und Erneuerung miteinander. Er beschreibt das Vergehen der gegenwärtigen Ordnung und richtet die Hoffnung anschließend auf „einen neuen Himmel und eine neue Erde, nach seiner Verheißung, in welchen Gerechtigkeit wohnt“. Das Gericht ist deshalb nicht Gottes letztes Wort über seine Schöpfung. Es beseitigt die gefallene Ordnung und führt zu einer Wirklichkeit, in der Gerechtigkeit dauerhaft wohnt.
Offenbarung 22 führt dieses Bild noch weiter. Johannes sieht den Strom des Lebens, der vom Thron Gottes und des Lammes ausgeht, und den Baum des Lebens, dessen Blätter den Nationen zur Heilung dienen. Vor allem aber heißt es: „Und es wird keinerlei Fluch mehr geben.“ Was seit dem Sündenfall über der Schöpfung lag, ist endgültig verschwunden. Gottes Thron steht mitten unter seinem Volk, und seine Knechte dienen ihm.
Der Höhepunkt dieser Hoffnung liegt nicht zuerst in einer vollkommenen Landschaft, sondern in der Gemeinschaft mit Gott. Die Erlösten „werden sein Angesicht sehen“. Was die Sünde zwischen Schöpfer und Geschöpf getrennt hatte, ist vollständig überwunden. Keine Schuld, kein Tod und kein Widersacher steht mehr zwischen Gott und seinem Volk.
Damit wird auch die Stellung der tausend Jahre im Gesamtbild deutlich. Sie sind nicht das endgültige Reich auf einer erneuerten Erde, sondern eine begrenzte Phase vor dessen Vollendung. Während dieser Zeit existiert Satan noch, die zweite Auferstehung steht noch bevor, und der zweite Tod ist noch nicht vollzogen. Erst danach beginnt jene Wirklichkeit, in der diese Dinge für immer der Vergangenheit angehören.
Die Geschichte führt deshalb von der Wiederkunft Christi über die erste Auferstehung und die tausend Jahre bis zum endgültigen Gericht – doch dort endet sie nicht. Ihr Ziel ist eine erneuerte Schöpfung. Christus führt sein Erlösungswerk so weit, dass kein Tod mehr trennt, keine Rebellion mehr droht und kein Fluch mehr auf der Erde liegt. Gottes Volk lebt in seiner Gegenwart, sieht sein Angesicht und wird mit ihm herrschen von Ewigkeit zu Ewigkeit.
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Zusammenfassung und Gebet
Die tausend Jahre zeigen eine klar begrenzte Phase zwischen der Wiederkunft Christi und der endgültigen Erneuerung der Schöpfung. Sie beginnen mit Gottes Eingreifen: Christus kommt wieder, die Toten in Christus werden auferweckt, die lebenden Gläubigen verwandelt und sein erlöstes Volk wird mit ihm vereinigt. Die übrigen Toten dagegen leben erst wieder, wenn die tausend Jahre vollendet sind.
Die Erlösten sind während dieser Zeit bei Christus und regieren mit ihm. Über sie besitzt der zweite Tod keine Macht mehr. Offenbarung 20 erklärt zugleich, dass ihnen Gericht übertragen wird. Wie diese Beteiligung in allen Einzelheiten geschieht, wird nicht offenbart; sicher ist jedoch, dass sie innerhalb der Herrschaft Christi wirklichen Anteil am Gericht haben.
Auf der Erde besteht währenddessen keine menschliche Bevölkerung. Die bei der Wiederkunft lebenden Gegner Christi bestehen vor seinem Gericht nicht weiter, die bereits verstorbenen Gottlosen bleiben im Tod, und die Erlösten sind bei ihrem Herrn. Deshalb kann Satan die Nationen während dieser Zeit nicht mehr verführen. Seine Bindung zeigt nicht, dass sein Charakter verändert wäre, sondern dass Gott seinem bisherigen Wirken eine Grenze setzt.
Am Ende der tausend Jahre leben die übrigen Toten wieder. Damit erscheinen erneut Nationen auf der Erde, und Satan beginnt unmittelbar wieder zu verführen. Seine letzte Rebellion zeigt, dass die lange Zeit seiner Begrenzung seinen Widerstand gegen Gott nicht geheilt hat. Er sammelt die Auferstandenen gegen Gottes Herrschaft und gegen die geliebte Stadt.
Doch dieser Aufstand führt nicht in eine neue Weltgeschichte. Gottes Gericht beendet die Rebellion. Vor dem großen weißen Thron wird sein Urteil offenbar, und der Feuersee wird ausdrücklich als „der zweite Tod“ bezeichnet. Der Tod selbst und das Totenreich finden ihr Ende. Die Sünde erhält kein neues Zeitalter und keine dauerhafte Herrschaft neben Gottes Reich.
Danach sieht Johannes einen neuen Himmel und eine neue Erde. Gottes Ziel war niemals eine für immer verwüstete Welt, sondern eine vollständig erneuerte Schöpfung. Tod, Leid, Geschrei und Schmerz sind verschwunden, der Fluch besteht nicht mehr, und Gottes Volk lebt in seiner Gegenwart.
Im Mittelpunkt dieser Hoffnung steht Jesus Christus. Er kommt wieder, weckt die Seinen auf, nimmt sie zu sich und führt sein Erlösungswerk bis zu seinem vollkommenen Ziel. Die Geschichte der tausend Jahre endet deshalb nicht bei Satan, Gericht oder Tod, sondern bei dem Gott, der alles neu macht und für immer bei seinem Volk wohnt.
Vater im Himmel, wir danken dir, dass deine Geschichte mit dieser Welt nicht in Sünde, Tod und Zerstörung endet. Danke für Jesus Christus, durch den du uns Auferstehung, ewiges Leben und eine Zukunft in deiner Gegenwart schenkst. Hilf uns, deiner Gerechtigkeit zu vertrauen und unser Leben schon heute auf dein kommendes Reich auszurichten. Bewahre uns vor Täuschung und lehre uns, an Christus festzuhalten. Lass die Hoffnung auf die Auferstehung und die neue Erde unser Herz stärken und unsere Entscheidungen prägen. Führe dein Erlösungswerk auch in uns zu deinem Ziel. Amen.
„Als letzter Feind wird der Tod abgetan.“ 1.Korinther 15,26