1. Mose 30 – Lutherbibel 1912

Da aber Rahel sah, daß sie dem Jakob nichts gebar, neidete sie ihre Schwester und sprach zu Jakob: Schaffe mir Kinder, wo nicht, so sterbe ich.

Lutherbibel 1912 – 43 Verse. Der vollständige Kapiteltext:

  1. 1 Da aber Rahel sah, daß sie dem Jakob nichts gebar, neidete sie ihre Schwester und sprach zu Jakob: Schaffe mir Kinder, wo nicht, so sterbe ich.
  2. 2 Jakob aber ward sehr zornig auf Rahel und sprach: Bin ich doch nicht Gott, der dir deines Leibes Frucht nicht geben will.
  3. 3 Sie aber sprach: Siehe, da ist meine Magd Bilha; lege dich zu ihr, daß sie auf meinem Schoß gebäre und ich doch durch sie erbaut werde.
  4. 4 Und sie gab ihm also Bilha, ihre Magd, zum Weibe; und Jakob legte sich zu ihr.
  5. 5 Und Bilha ward schwanger und gebar Jakob einen Sohn.
  6. 6 Da sprach Rahel: Gott hat meine Sache gerichtet und meine Stimme erhört und mir einen Sohn gegeben. Darum hieß sie ihn Dan.
  7. 7 Und abermals ward Bilha, Rahels Magd, schwanger und gebar Jakob den andern Sohn.
  8. 8 Da sprach Rahel: Gottkämpfe kämpfe ich mit meiner Schwester und habe gewonnen. Und hieß ihn Naphthali.
  9. 9 Da nun Lea sah, daß sie aufgehört hatte zu gebären, nahm sie ihre Magd Silpa und gab sie Jakob zum Weibe.
  10. 10 Da gebar Silpa, Leas Magd, Jakob einen Sohn.
  11. 11 Da sprach Lea: Rüstig! und hieß ihn Gad.
  12. 12 Darnach gebar Silpa, Leas Magd, Jakob den andern Sohn.
  13. 13 Da sprach Lea: Wohl mir! denn mich werden selig preisen die Töchter. Und hieß ihn Asser.
  14. 14 Ruben ging aus zur Zeit der Weizenernte und fand Liebesäpfel auf dem Felde und brachte sie heim zu seiner Mutter Lea. Da sprach Rahel zu Lea: Gib mir der Liebesäpfel deines Sohnes ein Teil.
  15. 15 Sie antwortete: Hast du nicht genug, daß du mir meinen Mann genommen hast, und willst auch die Liebesäpfel meines Sohnes nehmen? Rahel sprach: Wohlan, laß ihn diese Nacht bei dir schlafen um die Liebesäpfel deines Sohnes.
  16. 16 Da nun Jakob des Abends vom Felde kam, ging ihm Lea hinaus entgegen und sprach: Bei mir sollst du liegen; denn ich habe dich erkauft um die Liebesäpfel meines Sohnes. Und er schlief die Nacht bei ihr.
  17. 17 Und Gott erhörte Lea, und sie ward schwanger und gebar Jakob den fünften Sohn
  18. 18 und sprach: Gott hat mir gelohnt, daß ich meine Magd meinem Mann gegeben habe; und sie hieß ihn Isaschar.
  19. 19 Abermals ward Lea schwanger und gebar Jakob den sechsten Sohn
  20. 20 und sprach: Gott hat mich wohl beraten; nun wird mein Mann wieder bei mir wohnen, denn ich habe ihm sechs Söhne geboren; und hieß ihn Sebulon.
  21. 21 Darnach gebar sie eine Tochter, die hieß sie Dina.
  22. 22 Aber Gott gedachte an Rahel und erhörte sie und machte sie fruchtbar.
  23. 23 Da ward sie schwanger und gebar einen Sohn und sprach: Gott hat meine Schmach von mir genommen;
  24. 24 und hieß ihn Joseph und sprach: Der HERR gebe mir noch einen Sohn dazu!
  25. 25 Da nun Rahel den Joseph geboren hatte, sprach Jakob zu Laban: Laß mich ziehen, daß ich an meinen Ort und in mein Land gehe.
  26. 26 Gib mir meine Weiber und meine Kinder, darum ich dir gedient habe, daß ich ziehe; denn du weißt, welchen Dienst ich dir getan habe.
  27. 27 Laban sprach zu ihm: Laß mich Gnade vor deinen Augen finden! Ich spürs, daß mich der HERR segnet um deinetwillen.
  28. 28 Bestimme mir den Lohn, den ich dir geben soll!
  29. 29 Er aber sprach zu ihm: Du weißt, wie ich dir gedient habe und was du für Vieh hattest unter mir.
  30. 30 Du hattest wenig, ehe ich herkam; nun aber ists ausgebreitet in die Menge, und der HERR hat dich gesegnet durch meinen Fuß. Und nun, wann soll ich auch für mein Haus sorgen?
  31. 31 Er sprach: Was soll ich dir denn geben? Jakob antwortete: Du sollst mir gar nichts geben; sondern so du mir tun willst, was ich sage, so will ich wiederum deine Schafe weiden und hüten.
  32. 32 Ich will heute durch alle deine Herde gehen und aussondern alle gefleckten und bunten Schafe und alle schwarzen Schafe unter den Lämmern und die bunten und gefleckten Ziegen. Was nun bunt und gefleckt fallen wird, das soll mein Lohn sein.
  33. 33 So wird mir meine Gerechtigkeit zeugen heute oder morgen, wenn es kommt, daß ich meinen Lohn von dir nehmen soll. Was nicht gefleckt oder bunt sein wird unter den Ziegen und nicht schwarz unter den Lämmern, das sei bei mir ein gestohlenes Gut.
  34. 34 Da sprach Laban: Siehe da, es sei, wie du gesagt hast.
  35. 35 Und er sonderte des Tages die gestreiften und bunten Böcke und alle gefleckten und bunten Ziegen, wo nur etwas Weißes daran war, und alles Schwarze unter den Lämmern, und tat es unter die Hand seiner Söhne
  36. 36 und machte Raum dreier Tagereisen weit zwischen ihm und Jakob. So weidete Jakob die übrige Herde Labans.
  37. 37 Jakob aber nahm Stäbe von grünen Pappeln, Haseln und Kastanien und schälte weiße Streifen daran, daß das Weiße an den Stäben bloß wurde.
  38. 38 Und legte die Stäbe, die er geschält hatte, in die Tränkrinnen vor die Herde, die da kommen mußten zu trinken, daß sie empfangen sollten, wenn sie kämen zu trinken.
  39. 39 Also empfingen die Herden über den Stäben und brachten gestreifte, gefleckte und bunte.
  40. 40 Da schied Jakob die Lämmer und tat die abgeschiedenen Herden besonders und nicht zu den Herden Labans.
  41. 41 Wenn aber der Lauf der Frühlingslämmer war, legte er die Stäbe in die Rinnen vor die Augen der Herde, daß sie über den Stäben empfingen.
  42. 42 Aber in dem Spätlauf legte er sie nicht hinein. Also wurden die Spätlinge Labans, aber die Frühlinge Jakobs.
  43. 43 Daher ward der Mann über die Maßen reich, daß er viel Schafe, Mägde und Knechte, Kamele und Esel hatte.