1. Mose 29 – Lutherbibel 1912

Da hob Jakob seine Füße auf und wanderte ins Land, das gegen Morgen liegt.

Lutherbibel 1912 – 35 Verse. Der vollständige Kapiteltext:

  1. 1 Da hob Jakob seine Füße auf und wanderte ins Land, das gegen Morgen liegt.
  2. 2 Und er sah sich um, und siehe, da war ein Brunnen auf dem Felde, und siehe, drei Herden Schafe lagerten dabei; denn von dem Brunnen pflegten sie die Herden zu tränken. Und ein großer Stein lag vor dem Loch des Brunnens.
  3. 3 Und sie pflegten die Herden alle daselbst zusammenzutreiben und den Stein von dem Brunnen zu wälzen und die Schafe zu tränken und taten alsdann den Stein wieder vor das Loch des Brunnens an seine Stätte.
  4. 4 Und Jakob sprach zu ihnen: Liebe Brüder, woher seid ihr? Sie antworteten: Wir sind von Haran.
  5. 5 Er sprach zu ihnen: Kennt ihr auch Laban, den Sohn Nahors? Sie antworteten: Wir kennen ihn wohl.
  6. 6 Er sprach: Geht es ihm auch wohl? Sie antworteten: Es geht ihm wohl; und siehe, da kommt seine Tochter Rahel mit den Schafen.
  7. 7 Er sprach: Es ist noch hoch am Tage; es ist noch nicht Zeit, das Vieh einzutreiben; tränkt die Schafe und geht hin und weidet sie!
  8. 8 Sie antworteten: Wir können nicht, bis alle Herden zusammengebracht werden und wir den Stein wälzen von dem Loch des Brunnens, daß wir die Schafe tränken.
  9. 9 Als er noch mit ihnen redete, kam Rahel mit den Schafen ihres Vaters; denn sie hütete die Schafe.
  10. 10 Da aber Jakob sah Rahel, die Tochter Labans, des Bruders seiner Mutter, und die Schafe Labans, des Bruders seiner Mutter, trat er hinzu und wälzte den Stein von dem Loch des Brunnens und tränkte die Schafe Labans, des Bruders seiner Mutter.
  11. 11 Und küßte Rahel und hob auf seine Stimme und weinte
  12. 12 und sagte ihr an, daß er ihres Vaters Bruder wäre, Rebekkas Sohn. Da lief sie und sagte es ihrem Vater an.
  13. 13 Da aber Laban hörte von Jakob, seiner Schwester Sohn, lief er ihm entgegen und herzte und küßte ihn und führte ihn in sein Haus. Da erzählte er dem Laban alles.
  14. 14 Da sprach Laban zu ihm: Wohlan, du bist mein Bein und Fleisch. Und da er einen Monat lang bei ihm gewesen war,
  15. 15 sprach Laban zu Jakob: Weil du mein Bruder bist, sollst du mir darum umsonst dienen? Sage an, was soll dein Lohn sein?
  16. 16 Laban aber hatte zwei Töchter; die älteste hieß Lea und die jüngste Rahel.
  17. 17 Aber Lea hatte ein blödes Gesicht; Rahel war hübsch und schön.
  18. 18 Und Jakob hatte Rahel lieb und sprach: Ich will dir sieben Jahre dienen um Rahel, deine jüngste Tochter.
  19. 19 Laban antwortete: Es ist besser, ich gebe sie dir denn einem andern; bleibe bei mir.
  20. 20 Also diente Jakob um Rahel sieben Jahre; und deuchten ihn, als wärens einzelne Tage, so lieb hatte er sie.
  21. 21 Und Jakob sprach zu Laban: Gib mir mein Weib; denn die Zeit ist da, daß ich zu ihr gehe.
  22. 22 Da lud Laban alle Leute des Orts und machte ein Hochzeitsmahl.
  23. 23 Des Abends aber nahm er seine Tochter Lea und brachte sie zu ihm hinein. Und er ging zu ihr.
  24. 24 Und Laban gab seiner Tochter Lea seine Magd Silpa zur Magd.
  25. 25 Des Morgens aber siehe, da wars Lea. Und er sprach zu Laban: Warum hast du mir das getan? Habe ich dir nicht um Rahel gedient? Warum hast du mich denn betrogen?
  26. 26 Laban antwortete: Es ist nicht Sitte in unserm Lande, daß man die Jüngere ausgebe vor der Älteren.
  27. 27 Halte mit dieser die Woche aus, so will ich dir diese auch geben um den Dienst, den du bei mir noch andere sieben Jahre dienen sollst.
  28. 28 Jakob tat also und hielt die Woche aus mit ihr. Da gab ihm Laban seine Tochter Rahel zum Weibe.
  29. 29 Und Laban gab seiner Tochter Rahel seine Magd Bilha zur Magd.
  30. 30 Da lag er auch bei Rahel und hatte Rahel lieber denn Lea und diente bei ihm noch andere sieben Jahre.
  31. 31 Da aber der HERR sah, daß Lea unwert gehalten wurde, machte er sie fruchtbar, und Rahel war unfruchtbar.
  32. 32 Und Lea ward schwanger und gebar einen Sohn; den hieß sie Ruben und sprach: Der HERR hat angesehen mein Elend; nun wird mich mein Mann lieb haben.
  33. 33 Und sie ward abermals schwanger und gebar einen Sohn und sprach: Der HERR hat gehört, daß ich unwert bin, und hat mir diesen auch gegeben; und hieß ihn Simeon.
  34. 34 Abermals ward sie schwanger und gebar einen Sohn und sprach: Nun wird sich mein Mann wieder zu mir tun, denn ich habe ihm drei Söhne geboren; darum hieß sie ihn Levi.
  35. 35 Zum viertenmal ward sie schwanger und gebar einen Sohn und sprach: Nun will ich dem HERRN danken; darum hieß sie ihn Juda. Und sie hörte auf zu gebären.