Geheimnis Gottes
Das Geheimnis Gottes in der Bibel
Was meint die Bibel mit dem Geheimnis Gottes? Dieser Beitrag zeigt, wie das Geheimnis Gottes in Christus offenbart wird, welche Bedeutung es in der Offenbarung hat und warum dieses biblische Symbol Hoffnung, Orientierung und geistliche Tiefe für Christen schenkt.
Einführung
Das „Geheimnis Gottes“ bezeichnet in der Bibel keinen rätselhaften Gedanken, den nur wenige Eingeweihte entschlüsseln könnten. Gemeint ist ein Plan, der seinen Ursprung in Gott hat, dem Menschen lange nicht vollständig bekannt war und zu der von Gott bestimmten Zeit offenbart wurde. Was menschliche Weisheit niemals von selbst hätte erkennen können, macht Gott durch sein Wort und besonders durch Jesus Christus verständlich.
Dieses Geheimnis ist untrennbar mit dem Erlösungsplan verbunden. Noch vor Grundlegung der Welt hatte Gott beschlossen, die durch Sünde getrennte Schöpfung in Christus wieder unter ein Haupt zu bringen. Der Fall des Menschen überraschte ihn nicht und zwang ihn nicht zu einer nachträglichen Notlösung. Die Erlösung offenbart einen Ratschluss, der in Gottes Liebe seinen Ursprung hat und durch Christus verwirklicht wird.
Im Alten Testament war dieser Plan bereits gegenwärtig. Verheißungen, Opfer, Heiligtum und prophetische Bilder wiesen auf den kommenden Erlöser hin. Dennoch blieb vieles zunächst verhüllt. Die Gläubigen erkannten einzelne Linien, sahen aber noch nicht in derselben Klarheit, wie Gott Schuld sühnen, den Tod überwinden und Menschen aus allen Völkern in einem Leib vereinen würde.
Mit dem Kommen Jesu trat das Geheimnis in ein neues Licht. In seinem Leben, seinem Tod und seiner Auferstehung wurde sichtbar, wie Gott den Sünder retten kann, ohne seine Gerechtigkeit aufzugeben. Am Kreuz begegnen sich Heiligkeit und Gnade: Die Sünde wird nicht verharmlost, doch ihre Schuld wird von Christus getragen.
Paulus fasst das Geheimnis mit den Worten zusammen: „Christus in euch, die Hoffnung der Herrlichkeit.“ Erlösung bedeutet daher mehr als die Vergebung vergangener Schuld. Christus will durch seinen Geist im Menschen wohnen, das Herz erneuern und seinen Charakter im Leben der Erlösten sichtbar machen. Die Hoffnung auf kommende Herrlichkeit beginnt schon jetzt mit seiner Gegenwart im Inneren.
Zum Geheimnis gehört ebenso, dass Juden und Menschen aus den Völkern durch das Evangelium Miterben werden. Der Zugang zu Gott hängt nicht von Abstammung, gesellschaftlicher Stellung oder nationaler Zugehörigkeit ab. Alle, die Christus im Glauben annehmen, gehören zu demselben Leib und empfangen dieselbe Verheißung.
Diese Einheit war im Alten Testament vorbereitet, aber in ihrer ganzen Tragweite noch nicht offen sichtbar. Gott hatte Abraham bereits verheißen, dass durch seinen Nachkommen alle Geschlechter der Erde gesegnet würden. In Christus wird nun deutlich, wie diese Verheißung erfüllt wird: Nicht durch getrennte Erlösungswege, sondern durch einen Retter und einen Glauben.
Auch die Gemeinde besitzt innerhalb dieses Geheimnisses eine besondere Aufgabe. Durch sie soll selbst den himmlischen Mächten die vielfältige Weisheit Gottes bekannt werden. In einer Gemeinschaft von ehemals getrennten Menschen wird sichtbar, dass das Evangelium Feindschaft überwindet und eine neue Zugehörigkeit schafft.
Offenbarung 10 kündigt schließlich an, dass in den Tagen der siebten Posaune das Geheimnis Gottes vollendet werden wird. Damit geht es nicht nur um weitere Erkenntnis über den Erlösungsplan, sondern um dessen tatsächlichen Abschluss. Was Gott verheißen, durch Christus begonnen und durch das Evangelium verkündigt hat, erreicht sein bestimmtes Ziel.
Diese Vollendung umfasst das Ende des hohepriesterlichen Wirkens Christi, den Abschluss der Entscheidung über das ewige Schicksal der Menschen und die sichtbare Aufrichtung seines Reiches. Das Evangelium hat dann sein letztes Zeugnis gegeben, Gottes Urteil ist offenbar geworden, und Christus tritt seine vollendete Königsherrschaft an.
Die vollständige Beseitigung von Sünde, Tod und allem Leid entfaltet sich in den abschließenden Ereignissen weiter. Offenbarung 10 fasst den Wendepunkt unter der siebten Posaune zusammen, während spätere Visionen zeigen, wie Gericht, Wiederkunft und endgültige Erneuerung zur Vollendung geführt werden. Die verschiedenen Bilder beschreiben keine widersprüchlichen Pläne, sondern einzelne Abschnitte desselben göttlichen Zieles.
Amos erklärt, dass der HERR seinen Ratschluss seinen Knechten, den Propheten, offenbart. Das bedeutet nicht, dass Gott jedes Detail seines Handelns im Voraus bekannt macht. Doch er lässt die entscheidenden Linien seines Planes erkennen, damit sein Volk nicht ohne Orientierung bleibt und sein Handeln im Licht seines Wortes verstehen kann.
Das Geheimnis Gottes zeigt deshalb keine göttliche Verschlossenheit, sondern eine Wahrheit, die nur durch Offenbarung erkannt werden kann. Gott macht seinen Erlösungsplan bekannt, lädt Menschen zur Teilnahme ein und führt ihn trotz allen Widerstands zuverlässig zum Ziel.
Die folgenden Seiten betrachten dieses Geheimnis Schritt für Schritt: den vor Grundlegung der Welt gefassten Ratschluss, seine Vorbereitung durch die Propheten, seine Offenbarung in Christus, „Christus in euch“, die Einheit von Juden und Völkern, den Auftrag der Gemeinde, die Ankündigung der siebten Posaune und schließlich die Vollendung des gesamten Erlösungsplans.
Vor Grundlegung der Welt beschlossen
Epheser 1,3-10 – „3 Gepriesen sei der Gott und Vater unsres Herrn Jesus Christus, der uns mit jedem geistlichen Segen gesegnet hat in den himmlischen [Regionen] durch Christus; 4 wie er uns in ihm auserwählt hat vor Grundlegung der Welt, damit wir heilig und tadellos wären vor ihm; 5 und aus Liebe hat er uns vorherbestimmt zur Kindschaft gegen ihn selbst, durch Jesus Christus, nach dem Wohlgefallen seines Willens,…"
Epheser 1,3-10 – „3 Gepriesen sei der Gott und Vater unsres Herrn Jesus Christus, der uns mit jedem geistlichen Segen gesegnet hat in den himmlischen [Regionen] durch Christus; 4 wie er uns in ihm auserwählt hat vor Grundlegung der Welt, damit wir heilig und tadellos wären vor ihm; 5 und aus Liebe hat er uns vorherbestimmt zur Kindschaft gegen ihn selbst, durch Jesus Christus, nach dem Wohlgefallen seines Willens,…"
1. Petrus 1,18-20 – „18 da ihr ja wisset, daß ihr nicht mit vergänglichen Dingen, mit Silber oder Gold, losgekauft worden seid von eurem eitlen, von den Vätern überlieferten Wandel, 19 sondern mit dem kostbaren Blute Christi, als eines unschuldigen und unbefleckten Lammes, 20 der zwar zuvor ersehen war vor Grundlegung der Welt, aber geoffenbart wurde am Ende der Zeiten um euretwillen,"
2. Timotheus 1,9-10 – „9 der uns gerettet und mit einem heiligen Ruf berufen hat, nicht nach unsren Werken, sondern nach seinem eigenen Vorsatz und der Gnade, die uns in Christus Jesus vor ewigen Zeiten gegeben, 10 jetzt aber geoffenbart worden ist durch die Erscheinung unsres Retters Jesus Christus, der dem Tode die Macht genommen, aber Leben und Unvergänglichkeit ans Licht gebracht hat durch das Evangelium,"
Der Erlösungsplan begann nicht erst nach dem Sündenfall. Paulus schreibt, dass Gott seinen Ratschluss bereits „vor Grundlegung der Welt“ gefasst hatte. Noch bevor die Menschheit erschaffen wurde und bevor Sünde in ihre Geschichte eintrat, kannte Gott den Weg, auf dem er verlorene Menschen retten würde.
Das bedeutet nicht, dass Gott den Abfall verursacht oder gewollt hätte. Sünde entstand durch die freie Entscheidung geschaffener Wesen gegen seinen Willen. Doch sie überraschte ihn nicht. Seine Weisheit sah die kommende Krise voraus, und seine Liebe hatte bereits beschlossen, den Menschen nicht seinem selbst gewählten Verderben zu überlassen.
Im Mittelpunkt dieses Ratschlusses steht Christus. Gott erwählte nicht einen menschlichen Weg zur Selbsterlösung, sondern bestimmte, dass alle rettenden Gaben allein in seinem Sohn empfangen werden sollten. Vergebung, Annahme, Heiligung und ewiges Leben sind deshalb keine unabhängigen Güter. Sie werden dem Menschen in der Verbindung mit Christus geschenkt.
Paulus sagt, dass Gott die Glaubenden in Christus erwählt hat, heilig und untadelig vor ihm zu sein. Diese Erwählung darf nicht als willkürliche Entscheidung verstanden werden, durch die Gott einzelne Menschen ohne Rücksicht auf ihre Antwort rettet und andere von vornherein ausschließt. Gottes Ratschluss bestimmt den Weg und das Ziel der Erlösung: Wer in Christus ist, wird als sein Kind angenommen und zur Wiederherstellung berufen.
Die Kindschaft ist dabei mehr als ein rechtlicher Ausdruck. Der Sünder, der sich von Gott entfernt hat, wird in seine Familie aufgenommen. Er erhält eine neue Zugehörigkeit, darf den Schöpfer als Vater erkennen und wird dazu bestimmt, dessen Charakter widerzuspiegeln.
Petrus erklärt, dass Christus als makelloses und unbeflecktes Lamm bereits vor Grundlegung der Welt zuvorerkannt war. Sein Opfer war somit kein verzweifelter Versuch, einen gescheiterten Plan zu retten. Das Kreuz offenbarte in der Geschichte, was in Gottes Herzen von Anfang an bereitstand: die selbstlose Hingabe des Sohnes für die Gefallenen.
Diese Wahrheit macht die Erlösung umso erstaunlicher. Gott erschuf den Menschen in Freiheit, obwohl er wusste, welchen Preis seine mögliche Rebellion fordern würde. Vater und Sohn nahmen diesen Preis nicht erst widerwillig an, als die Sünde eingetreten war. Der Wille zur Rettung gehörte bereits zum ewigen Ratschluss der göttlichen Liebe.
Paulus spricht deshalb von der Gnade, die uns in Christus vor ewigen Zeiten gegeben und nun durch sein Erscheinen sichtbar gemacht wurde. Die Gnade war im Ratschluss Gottes vorhanden, bevor der Mensch sie benötigte. In Jesus trat sie aus dem verborgenen Plan in die sichtbare Geschichte.
Das Ziel dieses Ratschlusses reicht über die Rettung einzelner Menschen hinaus. Gott will alles in Christus zusammenfassen – das im Himmel und das auf der Erde ist. Die durch die Sünde hervorgerufene Trennung soll nicht für immer bestehen. Gottes Ordnung, Wahrheit und Gemeinschaft werden unter der Herrschaft Christi vollständig wiederhergestellt.
Das Geheimnis Gottes beginnt daher mit einem Plan, dessen Mittelpunkt nicht der Mensch, sondern Christus ist. Der Mensch wird gerettet, weil er in den Sohn aufgenommen wird; die Schöpfung wird erneuert, weil sie unter ihr rechtmäßiges Haupt zurückkehrt.
Vor Grundlegung der Welt stand somit bereits fest, worauf die Geschichte zulaufen würde. Die Sünde durfte Gottes Ziel verzögern und großes Leid verursachen, doch sie konnte seinen Ratschluss nicht vereiteln. Was in der Ewigkeit beschlossen, in Christus offenbart und am Kreuz besiegelt wurde, wird am Ende in einer versöhnten und erneuerten Schöpfung sichtbar vollendet werden.
Durch die Propheten angekündigt
1. Petrus 1,10-12 – „10 Nach dieser Seligkeit suchten und forschten die Propheten, die von der euch widerfahrenen Gnade geweissagt haben. 11 Sie forschten, auf welche und welcherlei Zeit der Geist Christi in ihnen hindeute, der die für Christus bestimmten Leiden und die darauf folgende Herrlichkeit zuvor bezeugte. 12 Ihnen wurde geoffenbart, daß sie nicht sich selbst, sondern euch dienten mit dem, was euch nunmehr du…"
1. Petrus 1,10-12 – „10 Nach dieser Seligkeit suchten und forschten die Propheten, die von der euch widerfahrenen Gnade geweissagt haben. 11 Sie forschten, auf welche und welcherlei Zeit der Geist Christi in ihnen hindeute, der die für Christus bestimmten Leiden und die darauf folgende Herrlichkeit zuvor bezeugte. 12 Ihnen wurde geoffenbart, daß sie nicht sich selbst, sondern euch dienten mit dem, was euch nunmehr du…"
Römer 16,25-26 – „25 Dem aber, der euch stärken kann laut meines Evangeliums und der Predigt von Jesus Christus, gemäß der Offenbarung des Geheimnisses, das von ewigen Zeiten her verschwiegen gewesen, 26 jetzt aber geoffenbart und durch prophetische Schriften auf Befehl des ewigen Gottes kundgetan worden ist, zum Gehorsam des Glaubens, für alle Völker,"
Lukas 24,25-27 – „25 Und er sprach zu ihnen: O ihr Toren! Wie langsam ist euer Herz zu glauben an alles, was die Propheten geredet haben! 26 Mußte nicht Christus solches leiden und in seine Herrlichkeit eingehen? 27 Und er hob an von Mose und von allen Propheten, und legte ihnen in allen Schriften aus, was sich auf ihn bezog."
Obwohl der Erlösungsplan lange als Geheimnis bezeichnet wird, war er im Alten Testament nicht völlig unbekannt. Gott ließ seine grundlegenden Linien durch Verheißungen, Opfer und prophetische Worte erkennen. Das Geheimnis war verborgen, weil seine volle Bedeutung noch nicht sichtbar geworden war – nicht weil Gott überhaupt nichts darüber offenbart hätte.
Bereits nach dem Sündenfall kündigte Gott einen Nachkommen der Frau an, der die Schlange besiegen würde. Abraham erhielt die Verheißung, dass durch seinen Samen alle Völker der Erde gesegnet werden sollten. Später wurde offenbart, dass der kommende König aus Juda und aus dem Haus Davids hervorgehen würde.
Die Propheten sahen außerdem, dass dieser Erlöser nicht nur herrschen, sondern leiden würde. Jesaja beschreibt einen Knecht, der um der Übertretungen anderer willen verwundet wird und ihre Schuld trägt. David spricht von einem Gerechten, dessen Hände und Füße durchbohrt werden und dessen Kleider unter seinen Feinden verteilt werden.
Diese Aussagen standen zunächst wie einzelne Teile eines größeren Bildes nebeneinander. Ein mächtiger König, ein leidender Knecht, ein Prophet wie Mose und ein Priester für immer schienen unterschiedliche Gestalten zu beschreiben. Erst in Christus wurde sichtbar, dass alle diese Linien in einer Person zusammenkommen.
Petrus erklärt, dass die Propheten sorgfältig danach forschten, auf welche Zeit und auf welche Umstände der Geist Christi in ihnen hinwies. Sie verstanden, dass ihre Botschaften zukünftige Gnade ankündigten, erkannten jedoch nicht jedes Detail ihrer Erfüllung.
Damit waren die Propheten keine bloßen Schreiber von Worten, deren Bedeutung ihnen vollkommen verborgen blieb. Sie kannten Gottes Verheißungen, vertrauten seinem kommenden Heil und suchten nach tieferem Verständnis. Dennoch sahen sie den Plan nur aus der Entfernung und konnten seine volle Gestalt noch nicht überblicken.
Auch der Heiligtumsdienst offenbarte das Geheimnis in Bildern. Opfer zeigten, dass Schuld den Tod fordert und Versöhnung nur durch stellvertretendes Blut möglich ist. Das Priestertum machte sichtbar, dass der sündige Mensch einen Mittler benötigt, um sich Gott zu nahen.
Doch Tieropfer konnten die Sünde nicht wirklich beseitigen. Sie wiesen über sich hinaus auf ein vollkommenes Opfer. Ihre ständige Wiederholung zeigte zugleich, dass das endgültige Werk noch ausstand. Der Schatten war vorhanden, doch die Wirklichkeit musste erst erscheinen.
Jesus erklärte nach seiner Auferstehung, dass Mose und die Propheten von ihm gesprochen hatten. Das Leiden des Messias und sein Eingang in die Herrlichkeit waren keine spätere Umdeutung gescheiterter Erwartungen. Sie gehörten von Anfang an zu dem Plan, den Gott in den Schriften vorbereitet hatte.
Paulus bezeichnet dieses Geheimnis deshalb als lange verschwiegen und nun durch prophetische Schriften bekannt gemacht. Die Schriften enthielten die Botschaft bereits, doch erst im Licht der Erfüllung wurde ihre umfassende Bedeutung deutlich. Verheißung und Erfüllung gehören untrennbar zusammen.
Die Propheten kündigten somit nicht nur einzelne zukünftige Ereignisse an. Durch sie bereitete Gott das Verständnis seines gesamten Erlösungswerks vor. Jede Verheißung fügte dem Bild eine weitere Linie hinzu, bis Christus kam und sichtbar machte, worauf Gesetz, Heiligtum und Propheten hingewiesen hatten.
Das Geheimnis Gottes wurde daher schrittweise offenbart. Frühere Generationen lebten im Vertrauen auf das kommende Heil, während spätere Gläubige auf das vollbrachte Werk zurückblicken dürfen. Beide ruhen auf demselben Erlöser und demselben Wort Gottes, das seine Verheißung zur bestimmten Zeit erfüllt.
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In Christus offenbart
Kolosser 2,2-3 – „2 damit ihre Herzen ermahnt, in Liebe zusammengeschlossen und mit völliger Gewißheit bereichert werden, zur Erkenntnis des Geheimnisses Gottes, [welches ist] Christus, 3 in dem alle Schätze der Weisheit und der Erkenntnis verborgen sind."
Kolosser 2,2-3 – „2 damit ihre Herzen ermahnt, in Liebe zusammengeschlossen und mit völliger Gewißheit bereichert werden, zur Erkenntnis des Geheimnisses Gottes, [welches ist] Christus, 3 in dem alle Schätze der Weisheit und der Erkenntnis verborgen sind."
Johannes 1,14-18 – „14 Und das Wort ward Fleisch und wohnte unter uns; und wir sahen seine Herrlichkeit, eine Herrlichkeit als des Eingeborenen vom Vater, voller Gnade und Wahrheit. 15 Johannes zeugte von ihm, rief und sprach: Dieser war es, von dem ich sagte: Der nach mir kommt, ist vor mir gewesen, denn er war eher als ich. 16 Und aus seiner Fülle haben wir alle empfangen Gnade um Gnade. 17 Denn das Gesetz wurde d…"
1. Timotheus 3,16 – „16 Und anerkannt groß ist das Geheimnis der Gottseligkeit: Gott ist geoffenbart im Fleisch, gerechtfertigt im Geist, erschienen den Engeln, gepredigt unter den Heiden, geglaubt in der Welt, aufgenommen in Herrlichkeit."
Das Geheimnis Gottes wird nicht zuerst durch eine Theorie, sondern durch eine Person offenbart. Paulus nennt Christus selbst das Geheimnis Gottes und erklärt, dass in ihm alle Schätze der Weisheit und Erkenntnis verborgen liegen. Wer Gottes Erlösungsplan verstehen will, muss deshalb auf Jesus schauen.
In Christus wird der unsichtbare Gott erkennbar. Niemand hat Gott je in seiner ganzen Herrlichkeit gesehen, doch der eingeborene Sohn hat ihn offenbart. Jesu Worte, sein Handeln und sein Umgang mit Menschen zeigen, wie der Vater wirklich ist.
Damit beantwortet Christus zugleich die Anklagen, die seit dem Beginn der Rebellion gegen Gott erhoben wurden. Satan hatte Gottes Herrschaft als einschränkend, selbstsüchtig und ungerecht dargestellt. Jesus offenbarte dagegen einen Gott, der den Verlorenen nachgeht, Schuld vergibt und sich selbst hingibt, um seine Geschöpfe zu retten.
Das Wort wurde Fleisch und wohnte unter den Menschen. Der Erlösungsplan blieb dadurch nicht nur eine himmlische Absicht oder prophetische Verheißung. Gottes Sohn trat in die menschliche Geschichte ein, nahm unsere Natur an und begegnete Versuchung, Leid und Tod.
In seinem vollkommenen Leben zeigte Christus, wie ein Mensch in ungeteilter Gemeinschaft mit Gott lebt. Er gehorchte nicht aus äußerem Zwang, sondern aus Liebe zum Vater. Dadurch wurde sichtbar, dass Gottes Gesetz nicht der Feind des Lebens ist, sondern mit Liebe, Wahrheit und Freiheit übereinstimmt.
Am Kreuz erreichte die Offenbarung des Geheimnisses ihren Höhepunkt. Dort wurde die Sünde nicht verharmlost, sondern gerichtet. Zugleich trug Christus selbst ihre Schuld. Gottes Gerechtigkeit forderte nicht ein Opfer von anderen, während er unberührt blieb; in seinem Sohn gab Gott sich selbst für die Rettung der Welt hin.
So zeigt das Kreuz, wie Gott gerecht sein und dennoch den Glaubenden rechtfertigen kann. Vergebung entsteht nicht durch das Übersehen des Bösen. Christus nahm dessen Folgen auf sich und eröffnete dadurch einen rechtmäßigen Weg zurück in die Gemeinschaft mit Gott.
Auch die Auferstehung gehört zur Offenbarung des Geheimnisses. Der Tod konnte den sündlosen Sohn Gottes nicht festhalten. Christus stand auf, bestätigte die Wirksamkeit seines Opfers und brachte Leben und Unvergänglichkeit ans Licht.
Paulus fasst diese Wahrheit in den Worten zusammen: Gott wurde im Fleisch offenbart, im Geist gerechtfertigt, von Engeln gesehen, unter den Völkern verkündigt, in der Welt geglaubt und in Herrlichkeit aufgenommen. Das Geheimnis umfasst daher den gesamten Weg Christi von seiner Menschwerdung bis zu seiner Erhöhung.
In Jesus werden außerdem die scheinbar gegensätzlichen Erwartungen der Propheten zusammengeführt. Er ist der leidende Knecht und der kommende König, das Opfer und der Hohepriester, der Sohn Davids und der Herr aller Völker.
Das Geheimnis Gottes ist deshalb nicht bloß Wissen über den Ablauf der Erlösung. Es ist die Erkenntnis Christi selbst. In ihm wird sichtbar, wer Gott ist, wie er mit Sünde umgeht und auf welchem Weg verlorene Menschen gerettet werden.
Wer Christus erkennt, begegnet dem Mittelpunkt des göttlichen Plans. Alle prophetischen Linien laufen auf ihn zu, alle rettenden Verheißungen finden in ihm ihre Erfüllung, und jede Hoffnung auf ewiges Leben gründet in seinem vollendeten Werk.
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Christus in euch, die Hoffnung der Herrlichkeit
Kolosser 1,25-28 – „25 deren Diener ich geworden bin gemäß dem Verwalteramt Gottes, das mir für euch gegeben worden ist, daß ich das Wort Gottes voll ausrichten soll, 26 [nämlich] das Geheimnis, das vor den Zeitaltern und Geschlechtern verborgen war, nun aber seinen Heiligen geoffenbart worden ist, 27 denen Gott kundtun wollte, welches der Reichtum der Herrlichkeit dieses Geheimnisses unter den Völkern sei, nämlich:…"
Kolosser 1,25-28 – „25 deren Diener ich geworden bin gemäß dem Verwalteramt Gottes, das mir für euch gegeben worden ist, daß ich das Wort Gottes voll ausrichten soll, 26 [nämlich] das Geheimnis, das vor den Zeitaltern und Geschlechtern verborgen war, nun aber seinen Heiligen geoffenbart worden ist, 27 denen Gott kundtun wollte, welches der Reichtum der Herrlichkeit dieses Geheimnisses unter den Völkern sei, nämlich:…"
Galater 2,20 – „20 Und nicht mehr lebe ich, sondern Christus lebt in mir; was ich aber jetzt im Fleische lebe, das lebe ich im Glauben an den Sohn Gottes, der mich geliebt und sich selbst für mich hingegeben hat."
Johannes 14,23 – „23 Jesus antwortete und sprach zu ihm: Wenn jemand mich liebt, so wird er mein Wort befolgen, und mein Vater wird ihn lieben, und wir werden zu ihm kommen und Wohnung bei ihm machen."
Paulus fasst den Reichtum des göttlichen Geheimnisses in wenigen Worten zusammen: „Christus in euch, die Hoffnung der Herrlichkeit.“ Der Erlösungsplan führt nicht nur dazu, dass Menschen etwas über Christus erfahren. Der auferstandene Herr will durch seinen Geist in ihnen wohnen und ihr Leben von innen her erneuern.
Diese Gegenwart darf nicht körperlich verstanden werden, als würde Christus seine himmlische Stellung verlassen oder die Persönlichkeit des Menschen aufheben. Jesus wirkt durch den Heiligen Geist im Herzen der Glaubenden. Er prägt ihr Denken, stärkt ihren Glauben und macht seine Wahrheit zu einer lebendigen Kraft.
Schon Jesus verhieß, dass der Vater und der Sohn zu dem kommen würden, der ihn liebt und sein Wort bewahrt, und bei ihm Wohnung machen. Gottes Nähe bleibt somit nicht auf ein äußeres Heiligtum beschränkt. Durch den Geist wird das Herz zu einem Ort, an dem Christus regiert.
Das bedeutet jedoch nicht, dass der Mensch dadurch selbst göttlich wird. Der Gläubige bleibt ein geschaffenes und von Gnade abhängiges Wesen. Christus wohnt in ihm, ohne dass der Unterschied zwischen Schöpfer und Geschöpf aufgehoben wird. Die Gemeinschaft ist tief, aber niemals eine Verschmelzung der Wesen.
Paulus beschreibt diese Erfahrung mit den Worten: „Nicht mehr lebe ich, sondern Christus lebt in mir.“ Damit meint er nicht, dass seine Persönlichkeit verschwunden wäre. Sein altes, selbstbestimmtes Leben hat seine Herrschaft verloren. Nun lebt er im Glauben an den Sohn Gottes und richtet seinen Willen an Christus aus.
„Christus in euch“ schließt deshalb eine neue Lebensrichtung ein. Der Erlöser vergibt nicht nur vergangene Schuld, während alles andere unverändert bleibt. Seine Gegenwart bringt neue Wünsche hervor, deckt verborgene Sünde auf und befähigt zu einem Gehorsam, den menschliche Kraft allein nicht hervorbringen kann.
Diese Veränderung ist nicht die Grundlage der Annahme bei Gott. Der Mensch wird nicht gerettet, weil Christus bereits vollkommen in seinem Charakter sichtbar geworden wäre. Er wird aus Gnade durch den Glauben angenommen. Doch dieselbe Gnade, die rechtfertigt, beginnt auch das Leben zu erneuern.
Darum verkündigte Paulus Christus, indem er jeden Menschen ermahnte und lehrte, damit jeder in ihm reif dargestellt werde. Das Evangelium will nicht nur eine Entscheidung am Anfang des Glaubens bewirken. Es führt zu Wachstum, Standhaftigkeit und einer immer tieferen Übereinstimmung mit dem Charakter Jesu.
Die Gegenwart Christi ist zugleich „die Hoffnung der Herrlichkeit“. Was heute im Verborgenen beginnt, weist auf eine zukünftige Vollendung. Der Heilige Geist ist das Unterpfand dafür, dass Gott sein begonnenes Werk abschließen und die Erlösten bei der Wiederkunft Christi verwandeln wird.
Diese Hoffnung gründet nicht auf der wechselnden Selbstwahrnehmung des Gläubigen. Auch wenn das Wachstum langsam erscheint und der Kampf gegen die Sünde schmerzlich bleibt, ruht die Verheißung auf Christus. Wer in ihm bleibt, darf darauf vertrauen, dass der Herr sein Werk nicht unvollendet lässt.
Das Geheimnis wird dadurch im Leben konkreter Menschen sichtbar. Christus, der im Himmel zur Rechten Gottes dient, ist durch seinen Geist zugleich bei seinem Volk. Seine Gegenwart macht aus Schuldigen Begnadigte, aus Feinden Kinder Gottes und aus geistlich Toten Menschen mit einer neuen Hoffnung.
„Christus in euch“ zeigt somit das persönliche Ziel des Erlösungsplans. Gott will den Menschen nicht nur äußerlich einer neuen Ordnung zuordnen. Er stellt die verlorene Gemeinschaft wieder her, wohnt durch seinen Geist im Herzen und bereitet den Glaubenden auf die Herrlichkeit vor, die bei der Wiederkunft sichtbar werden wird.
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Miterben in einem Leib
Epheser 2,11-22 – „11 Darum gedenket daran, daß ihr, die ihr einst Heiden im Fleische waret und Unbeschnittene genannt wurdet von der sogenannten Beschneidung, die am Fleisch mit der Hand geschieht, 12 daß ihr zu jener Zeit außerhalb Christus waret, entfremdet von der Bürgerschaft Israels und fremd den Bündnissen der Verheißung und keine Hoffnung hattet und ohne Gott waret in der Welt. 13 Nun aber, in Christus Jesu…"
Epheser 2,11-22 – „11 Darum gedenket daran, daß ihr, die ihr einst Heiden im Fleische waret und Unbeschnittene genannt wurdet von der sogenannten Beschneidung, die am Fleisch mit der Hand geschieht, 12 daß ihr zu jener Zeit außerhalb Christus waret, entfremdet von der Bürgerschaft Israels und fremd den Bündnissen der Verheißung und keine Hoffnung hattet und ohne Gott waret in der Welt. 13 Nun aber, in Christus Jesu…"
Epheser 3,4-6 – „4 woran ihr, wenn ihr's leset, meine Einsicht in das Geheimnis Christi erkennen könnet, 5 welches in frühern Geschlechtern den Menschenkindern nicht kundgetan wurde, wie es jetzt seinen heiligen Aposteln und Propheten im Geiste geoffenbart worden ist, 6 daß nämlich die Heiden Miterben seien und Miteinverleibte und Mitgenossen seiner Verheißung in Christus Jesus durch das Evangelium,"
Galater 3,26-29 – „26 denn ihr alle seid Gottes Kinder durch den Glauben, in Christus Jesus; 27 denn so viele von euch in Christus getauft sind, die haben Christus angezogen. 28 Da ist weder Jude noch Grieche, da ist weder Knecht noch Freier, da ist weder Mann noch Weib; denn ihr seid alle einer in Christus Jesus. 29 Gehört ihr aber Christus an, so seid ihr Abrahams Same und nach der Verheißung Erben."
Zum Geheimnis Gottes gehört, dass Menschen aus den Völkern durch das Evangelium gemeinsam mit den gläubigen Juden Miterben, Glieder desselben Leibes und Teilhaber derselben Verheißung werden. Was durch Sünde, Herkunft und religiöse Trennung voneinander entfernt war, führt Gott in Christus zu einer neuen Einheit zusammen.
Die Völker standen ursprünglich außerhalb der besonderen Bundesordnung Israels. Sie besaßen keinen Anteil an den Verheißungen, die Gott seinem Volk anvertraut hatte, und lebten ohne die offenbarte Hoffnung des kommenden Messias. Paulus beschreibt diesen Zustand als Ferne von Gott.
Doch Christus hat die Fernen durch sein Blut nahegebracht. Der Zugang zu Gott entsteht weder durch Abstammung noch durch die Übernahme einer nationalen Identität. Er wird allein durch das Opfer Jesu eröffnet. Wer ihm im Glauben angehört, empfängt denselben Zugang zum Vater.
Damit beseitigt Christus die Feindschaft zwischen Juden und Völkern. Er schafft nicht zwei nebeneinander bestehende Erlösungsgemeinschaften, sondern „einen neuen Menschen“. Unterschiede der Herkunft bleiben als Teil der persönlichen Geschichte bestehen, verlieren jedoch ihre trennende Bedeutung vor Gott.
Das bedeutet nicht, dass Gottes frühere Verheißungen an Israel bedeutungslos geworden wären. Vielmehr finden sie in Christus ihren Mittelpunkt und werden durch ihn auch den Menschen aus den Nationen geöffnet. Diese werden nicht unabhängig von der Geschichte Israels gerettet, sondern in den Segen aufgenommen, den Gott durch den verheißenen Samen Abrahams schenken wollte.
Paulus verwendet dafür das Bild eines Leibes. Christus ist das Haupt, und alle Glaubenden sind Glieder. Kein Glied kann sich selbst zum ganzen Leib erklären, und keines darf ein anderes wegen seiner Herkunft verachten. Alle empfangen Leben aus derselben Verbindung mit Christus.
Diese Einheit beruht nicht auf der Aufgabe der Wahrheit. Paulus ruft Juden und Nichtjuden nicht dazu auf, ihre Überzeugungen in einem möglichst allgemeinen Glauben zu vermischen. Beide werden durch dasselbe Evangelium mit Gott versöhnt und auf dieselbe Grundlage gestellt.
Diese Grundlage bilden die Apostel und Propheten, während Christus selbst der Eckstein ist. Ein Gebäude bleibt nur dann eins, wenn alle Teile an diesem Stein ausgerichtet sind. Einheit entsteht deshalb nicht durch menschliche Anpassung, sondern durch gemeinsame Unterordnung unter Jesus und sein Wort.
Auch religiöse Vorrechte bieten keinen Anlass zur Überlegenheit. Der Jude kann sich nicht auf seine Abstammung berufen, und der Mensch aus den Völkern darf die Wurzeln der Heilsgeschichte nicht verachten. Beide leben allein aus Gnade und besitzen nur in Christus Anteil an Gottes Verheißung.
Galater 3 erklärt daher, dass diejenigen, die Christus angehören, Abrahams Same und Erben nach der Verheißung sind. Diese Aussage hebt nicht jede menschliche Verschiedenheit auf. Sie beendet jedoch jede Vorstellung, bestimmte Gruppen hätten aufgrund ihrer Herkunft einen höheren Zugang zu Gott.
Die Gemeinde wird dadurch zu einem sichtbaren Zeugnis für die versöhnende Kraft des Evangeliums. Menschen, die nach den Maßstäben der Welt getrennt oder verfeindet waren, beten denselben Vater an, folgen demselben Herrn und werden durch denselben Geist aufgebaut.
Gerade diese Einheit offenbart einen wesentlichen Teil des göttlichen Geheimnisses. Gottes Erlösungsplan sammelt nicht nur einzelne Menschen aus ihrer Schuld. Er schafft aus ihnen ein neues Volk, dessen Zusammengehörigkeit stärker ist als die Grenzen von Nation, Herkunft und früherer Feindschaft.
So wird in Christus erfüllt, was Abraham verheißen wurde: Segen für alle Völker. Juden und Menschen aus den Nationen werden nicht durch verschiedene Wege gerettet. Sie kommen durch ein Evangelium, einen Geist und einen Mittler zum Vater und werden gemeinsam zu einer Wohnung Gottes erbaut.
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Durch die Gemeinde bekannt gemacht
Epheser 3,8-11 – „8 Mir, dem allergeringsten unter allen Heiligen, ist diese Gnade gegeben worden, unter den Heiden den unausforschlichen Reichtum Christi zu verkündigen, 9 und alle zu erleuchten darüber, was die Haushaltung des Geheimnisses sei, das von den Ewigkeiten her in dem Gott verborgen war, der alles erschaffen hat, 10 damit jetzt den Fürstentümern und Gewalten in den himmlischen [Regionen] durch die Geme…"
Epheser 3,8-11 – „8 Mir, dem allergeringsten unter allen Heiligen, ist diese Gnade gegeben worden, unter den Heiden den unausforschlichen Reichtum Christi zu verkündigen, 9 und alle zu erleuchten darüber, was die Haushaltung des Geheimnisses sei, das von den Ewigkeiten her in dem Gott verborgen war, der alles erschaffen hat, 10 damit jetzt den Fürstentümern und Gewalten in den himmlischen [Regionen] durch die Geme…"
1. Petrus 2,9-10 – „9 Ihr aber seid ein auserwähltes Geschlecht, ein königliches Priestertum, ein heiliges Volk, ein Volk des Eigentums, damit ihr die Tugenden dessen verkündiget, der euch aus der Finsternis zu seinem wunderbaren Licht berufen hat, 10 die ihr einst nicht ein Volk waret, nun aber Gottes Volk seid, und einst nicht begnadigt waret, nun aber begnadigt seid."
1. Korinther 4,9 – „9 Es dünkt mich nämlich, Gott habe uns Apostel als die Letzten hingestellt, gleichsam zum Tode bestimmt; denn wir sind ein Schauspiel geworden der Welt, sowohl Engeln als Menschen."
Paulus erklärt, dass durch die Gemeinde „den Fürstentümern und Gewalten in den himmlischen Regionen die mannigfaltige Weisheit Gottes bekannt gemacht“ werden soll. Der Erlösungsplan richtet sich damit nicht nur an die Menschen auf der Erde. Auch die himmlische Welt erkennt durch Gottes Handeln an seiner Gemeinde immer deutlicher, wie vollkommen seine Weisheit, Gerechtigkeit und Gnade zusammenwirken.
Engel kennen Gottes Macht und dienen ihm seit ihrer Erschaffung. Dennoch beobachten sie mit großem Interesse, wie er sündige Menschen rettet. Sie sehen, wie Schuldige Vergebung empfangen, Feinde mit Gott versöhnt und Menschen unterschiedlicher Herkunft zu einem neuen Volk verbunden werden.
Die Gemeinde erfindet diese Botschaft nicht. Sie macht sichtbar, was Gott in Christus vollbracht hat. Ihre Existenz bezeugt, dass das Kreuz nicht nur Schuld vergibt, sondern zerbrochene Beziehungen heilt und eine Gemeinschaft schafft, die nach anderen Grundsätzen lebt als die gefallene Welt.
Gerade ihre Vielfalt offenbart die „mannigfaltige“ Weisheit Gottes. Menschen mit unterschiedlicher Herkunft, Geschichte, Bildung und gesellschaftlicher Stellung werden durch denselben Geist verbunden. Was menschliche Macht häufig nur äußerlich zusammenhalten kann, schafft Christus durch eine gemeinsame Erlösung und neue Zugehörigkeit.
Dieses Zeugnis besteht jedoch nicht darin, dass die Gemeinde aus sich selbst vollkommen wäre. Ihre Fehler, Konflikte und Zeiten geistlichen Abfalls zeigen vielmehr, wie abhängig sie von Gottes Gnade bleibt. Die Weisheit Gottes wird nicht durch menschliche Fehlerlosigkeit sichtbar, sondern dadurch, dass er fehlbare Menschen zur Umkehr führt, reinigt und trotz ihrer Schwachheit sein Werk durch sie fortsetzt.
Dennoch darf die Gemeinde ihre Verantwortung nicht gering achten. Wo sie Stolz, Machtstreben, Ungerechtigkeit oder Lieblosigkeit duldet, verdunkelt sie den Charakter dessen, den sie verkündigen soll. Ihr Bekenntnis erhält Glaubwürdigkeit, wenn Wahrheit, Barmherzigkeit, Reinheit und selbstlose Liebe auch in ihrem gemeinsamen Leben sichtbar werden.
Petrus bezeichnet die Gläubigen als ein Volk, das Gottes Tugenden verkündigen soll. Sie wurden aus der Finsternis in sein wunderbares Licht gerufen, damit ihr Leben auf den hinweist, der sie gerettet hat. Die Gemeinde verkündigt deshalb nicht ihre eigene Größe, sondern die Gnade dessen, der aus Fremden sein Volk gemacht hat.
Auch Leiden kann Teil dieses Zeugnisses werden. Paulus beschreibt die Apostel als ein Schauspiel für die Welt, für Engel und Menschen. Wenn Gläubige unter Druck an Christus festhalten, Verfolgung ohne Vergeltung ertragen und selbst ihren Feinden mit Liebe begegnen, werden die Grundsätze des Reiches Gottes sichtbar.
Der große Kampf wird somit nicht nur durch Worte erklärt. Im Leben der Gemeinde zeigt sich, ob Gottes Gnade Menschen tatsächlich verändern kann. Satan behauptet, Gottes Herrschaft sei ungerecht und wahrer Gehorsam unmöglich. Ein Volk, das durch Christus Glauben, Liebe und Treue bewahrt, widerspricht diesen Anklagen.
Die Gemeinde erfüllt diesen Auftrag jedoch nur in beständiger Verbindung mit ihrem Herrn. Sie besitzt weder Licht noch Kraft aus sich selbst. Wie der Mond das Licht der Sonne widerspiegelt, kann sie Gottes Weisheit nur sichtbar machen, wenn Christus ihr Mittelpunkt bleibt.
So gehört die Gemeinde selbst zum offenbarten Geheimnis Gottes. In ihr werden ehemals Verlorene zu Kindern, Getrennte zu einem Leib und Sünder zu Zeugen göttlicher Gnade. Durch ihr Dasein, ihre Verkündigung und ihre Erneuerung erkennen Menschen und himmlische Mächte, dass Gottes ewiger Ratschluss in Christus weise, gerecht und siegreich ist.
Zurück: Miterben in einem Leib Weiter: Das Geheimnis wird vollendet
Das Geheimnis wird vollendet
Offenbarung 10,5-7 – „5 Und der Engel, den ich auf dem Meer und auf der Erde stehen sah, erhob seine rechte Hand zum Himmel 6 und schwur bei dem, der von Ewigkeit zu Ewigkeit lebt, der den Himmel geschaffen hat und was darin ist, und die Erde und was darauf ist, und das Meer und was darin ist: es wird keine Zeit mehr sein; 7 sondern in den Tagen der Stimme des siebenten Engels, wenn er posaunen wird, ist das Geheimnis…"
Offenbarung 10,5-7 – „5 Und der Engel, den ich auf dem Meer und auf der Erde stehen sah, erhob seine rechte Hand zum Himmel 6 und schwur bei dem, der von Ewigkeit zu Ewigkeit lebt, der den Himmel geschaffen hat und was darin ist, und die Erde und was darauf ist, und das Meer und was darin ist: es wird keine Zeit mehr sein; 7 sondern in den Tagen der Stimme des siebenten Engels, wenn er posaunen wird, ist das Geheimnis…"
Offenbarung 11,15-19 – „15 Und der siebente Engel posaunte; da erschollen laute Stimmen im Himmel, die sprachen: Das Weltreich unsres Herrn und seines Gesalbten ist zustande gekommen, und er wird regieren von Ewigkeit zu Ewigkeit! 16 Und die vierundzwanzig Ältesten, die vor Gott auf ihren Thronen saßen, fielen auf ihr Angesicht und beteten Gott an 17 und sprachen: Wir danken dir, Herr, allmächtiger Gott, der da ist, und…"
1. Korinther 15,51-54 – „51 Siehe, ich sage euch ein Geheimnis: Wir werden nicht alle entschlafen, wir werden aber alle verwandelt werden, 52 plötzlich, in einem Augenblick, zur Zeit der letzten Posaune; denn die Posaune wird erschallen, und die Toten werden auferstehen unverweslich, und wir werden verwandelt werden. 53 Denn dieses Verwesliche muß anziehen Unverweslichkeit, und dieses Sterbliche muß anziehen Unsterblichk…"
Der mächtige Engel in Offenbarung 10 kündigt an, dass „in den Tagen der Stimme des siebten Engels“ das Geheimnis Gottes vollendet werden wird. Damit richtet sich der Blick auf den letzten Abschnitt des Erlösungsplans. Was Gott durch die Propheten angekündigt, in Christus offenbart und durch das Evangelium ausgeführt hat, erreicht nun sein bestimmtes Ziel.
Die Formulierung spricht von den „Tagen“ der siebten Posaune. Gemeint ist daher nicht nur ein einzelner kurzer Augenblick, sondern eine abschließende prophetische Phase. Während dieser Zeit wird das Werk Gottes zum Abschluss geführt, bevor seine Herrschaft für die ganze Welt sichtbar hervortritt.
Bei der siebten Posaune erklingen im Himmel die Worte: „Die Königreiche der Welt sind unseres Herrn und seines Christus geworden.“ Christus war schon zuvor der rechtmäßige Herr aller Dinge. Nun wird jedoch angekündigt, dass die widerrechtliche Herrschaft der Sünde endet und sein Königtum unwiderruflich zur sichtbaren Vollendung gelangt.
Zugleich wird der Tempel Gottes im Himmel geöffnet, und die Bundeslade wird sichtbar. Damit verbindet die Offenbarung die Vollendung des Geheimnisses mit dem himmlischen Heiligtum, dem Gericht und dem Bund Gottes. Sein Erlösungswerk endet nicht in einer Aufhebung seines Gesetzes, sondern in der vollständigen Wiederherstellung seiner gerechten Ordnung.
Das Geheimnis wird vollendet, wenn das hohepriesterliche Werk Christi sein Ziel erreicht hat. Jeder Fall ist entschieden, das Evangelium hat sein letztes Zeugnis gegeben, und die Zeit der Fürsprache geht zu Ende. Christus legt sein priesterliches Gewand ab und tritt als König auf, um die Erlösten zu sich zu nehmen.
Diese Vollendung schließt auch die Veränderung der Gläubigen ein. Paulus spricht von einem Geheimnis: Nicht alle werden entschlafen, aber alle Erlösten werden bei der letzten Posaune verwandelt. Das Vergängliche zieht Unvergänglichkeit an, und der Tod verliert seine Herrschaft.
Damit wird sichtbar, dass Gottes Plan nicht bei einer inneren Erneuerung stehen bleibt. „Christus in euch“ ist die gegenwärtige Hoffnung der Herrlichkeit; bei der Wiederkunft wird diese Hoffnung am ganzen Menschen offenbar. Charakter, Leib und Gemeinschaft werden von den Folgen der Sünde befreit.
Die Vollendung bedeutet jedoch noch nicht, dass in demselben Augenblick bereits jede Spur der Rebellion aus dem Universum verschwunden ist. Die späteren Visionen der Offenbarung zeigen weitere Schritte: das Gericht über die gottfeindlichen Mächte, die tausend Jahre und die endgültige Vernichtung von Sünde und Tod. Offenbarung 10 kündigt den entscheidenden Abschluss des rettenden Werkes an, aus dem diese letzten Ereignisse hervorgehen.
Gottes Geheimnis endet deshalb nicht mit einer nie vollständig geklärten Geschichte. Sein Charakter wird als gerecht und barmherzig offenbar, seine Verheißungen erfüllen sich, und die Erlösten erkennen, dass kein Teil seines Ratschlusses gescheitert ist.
Die siebte Posaune verkündet den Übergang von der langen Zeit des Wartens zur sichtbaren Vollendung. Das Evangelium wird nicht für immer nur geglaubte Hoffnung bleiben. Christus kommt, die Toten werden auferweckt, sein Volk wird verwandelt und seine rechtmäßige Herrschaft vor der gesamten Schöpfung offenbar.
So bedeutet die Vollendung des Geheimnisses Gottes, dass der verborgene Ratschluss sein sichtbares Ziel erreicht. Was vor Grundlegung der Welt beschlossen wurde, tritt endgültig hervor: Christus herrscht, sein Volk ist erlöst, und die Geschichte bewegt sich unwiderruflich auf eine Schöpfung zu, in der Gottes Wille ohne Widerstand geschieht.
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Offenbart, damit wir glauben
Amos 3,7 – „7 Nein, Gott, der HERR tut nichts, er offenbare denn sein Geheimnis seinen Knechten, den Propheten."
Amos 3,7 – „7 Nein, Gott, der HERR tut nichts, er offenbare denn sein Geheimnis seinen Knechten, den Propheten."
5. Mose 29,28 – „28 Und der HERR hat sie aus ihrem Lande verstoßen mit Zorn, Grimm und großer Ungnade und hat sie in ein anderes Land geworfen, wie es heute der Fall ist!"
Johannes 15,15 – „15 Ich nenne euch nicht mehr Knechte; denn der Knecht weiß nicht, was sein Herr tut; euch aber habe ich Freunde genannt, weil ich alles, was ich von meinem Vater gehört habe, euch kundgetan habe."
Epheser 1,9-10 – „9 er tat uns das Geheimnis seines Willens kund, gemäß seinem wohlwollenden Ratschluß, den er gefaßt hat in ihm, 10 damit es ausgeführt würde in der Fülle der Zeiten: alles unter ein Haupt zu bringen in Christus, was im Himmel und was auf Erden ist, in ihm."
Gottes Geheimnis ist keine verborgene Lehre für einen kleinen Kreis besonders Eingeweihter. Der Erlösungsplan war dem Menschen unbekannt, bis Gott ihn offenbarte. Nachdem er ihn durch Christus und die Propheten bekannt gemacht hat, soll diese Wahrheit öffentlich verkündigt und von allen Menschen im Glauben angenommen werden.
Amos erklärt, dass der HERR nichts tut, ohne seinen Ratschluss seinen Knechten, den Propheten, zu offenbaren. Diese Aussage bedeutet nicht, dass Gott jedes Detail seines Handelns vorab mitteilt. Sie zeigt jedoch, dass seine entscheidenden Schritte in der Heilsgeschichte nicht ohne Zeugnis geschehen. Er warnt, verheißt und erklärt, damit sein Volk sein Handeln erkennen kann.
Gott verlangt daher keinen blinden Glauben. Er hat durch die Geschichte gezeigt, dass seine Zusagen zuverlässig sind. Was er über den Messias ankündigte, erfüllte sich in Christus. Sein Leben, sein Tod und seine Auferstehung bestätigen, dass der göttliche Ratschluss nicht aus menschlicher Spekulation entstanden ist.
Dennoch bleibt vieles bei Gott verborgen. Mose unterscheidet zwischen den verborgenen Dingen, die dem HERRN gehören, und dem Offenbarten, das seinem Volk gegeben wurde. Der Mensch muss nicht jede unbeantwortete Frage lösen, um Gott vertrauen zu können. Er ist verantwortlich für das Licht, das ihm tatsächlich geschenkt wurde.
Diese Grenze schützt vor zwei gegensätzlichen Irrwegen. Einerseits darf der Glaube nicht behaupten, Gott habe nichts Verständliches offenbart. Andererseits soll der Mensch nicht so tun, als könne er sämtliche Ratschlüsse Gottes vollständig durchschauen. Wahre Erkenntnis verbindet Gewissheit über das Offenbarte mit Demut gegenüber dem Verborgenen.
Jesus sagte zu seinen Jüngern, er nenne sie Freunde, weil er ihnen mitgeteilt habe, was er vom Vater gehört hatte. Christus bringt Menschen nicht in eine Beziehung, die auf Unwissenheit und Angst beruht. Er offenbart den Charakter des Vaters und lässt seine Nachfolger verstehen, welchem Ziel sein Handeln dient.
Dieses Wissen bleibt jedoch niemals bloße Information. Wer Gottes Plan erkennt, wird zu einer Antwort gerufen. Die Offenbarung des Geheimnisses lädt dazu ein, Christus zu vertrauen, Vergebung anzunehmen und das eigene Leben unter seine Herrschaft zu stellen.
Zugleich bewahrt sie davor, den Erlösungsplan auf persönliche Rettung zu verkürzen. Gott will alles in Christus zusammenfassen. Er rettet einzelne Menschen, schafft ein versöhntes Volk, richtet seine gerechte Herrschaft auf und befreit schließlich die gesamte Schöpfung von den Folgen der Rebellion.
Der offenbarte Plan schenkt deshalb auch in unübersichtlichen Zeiten Halt. Viele Ereignisse bleiben für den Menschen schwer verständlich, doch das Ziel der Geschichte ist bekannt. Sie bewegt sich nicht unkontrolliert durch den Widerstand menschlicher und geistlicher Mächte, sondern auf die Vollendung der Herrschaft Christi zu.
Prophetische Erkenntnis soll dabei nicht zu Stolz führen. Wer Teile des göttlichen Plans verstanden hat, besitzt keinen Anlass, sich über andere zu erheben. Erkenntnis ist eine empfangene Gabe und bringt die Verantwortung mit sich, die Wahrheit demütig, klar und liebevoll weiterzugeben.
Auch darf das Geheimnis Gottes nicht zu einem Gegenstand endloser Spekulation werden. Die Bibel offenbart den Erlösungsplan, damit Menschen glauben, gehorchen und hoffen. Wo das Studium nur Neugier befriedigt, aber das Leben unverändert lässt, wurde sein eigentlicher Zweck verfehlt.
So zeigt Gottes Offenbarung seinen Wunsch nach Gemeinschaft. Er lässt den Menschen wissen, was er in Christus getan hat, was er gegenwärtig tut und welchem Ziel die Geschichte entgegengeht. Das Geheimnis wird bekannt gemacht, damit der Sünder nicht im Dunkeln bleibt, sondern den Erlöser erkennt und sich seinem vollendeten Werk anvertraut.
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Zusammenfassung und Gebet
Das Geheimnis Gottes ist in der Bibel kein verborgenes Rätsel für einen kleinen Kreis Eingeweihter. Es bezeichnet einen göttlichen Ratschluss, den Menschen aus eigener Weisheit nicht erkennen konnten, den Gott jedoch durch sein Wort und besonders durch Jesus Christus offenbart hat.
Im Mittelpunkt dieses Geheimnisses steht der Plan der Erlösung. Noch vor Grundlegung der Welt hatte Gott beschlossen, verlorene Menschen durch Christus zu retten und die durch die Sünde getrennte Schöpfung unter seiner Herrschaft wieder zu vereinen.
Der Sündenfall zwang Gott nicht zu einer nachträglichen Notlösung. Die Rebellion entsprach nicht seinem Willen, doch sie überraschte ihn nicht. Seine Liebe hatte den Weg zur Rettung bereits vorgesehen, bevor der Mensch ihn benötigte.
Christus war vor Grundlegung der Welt als das makellose Opfer erkannt. Das Kreuz offenbart deshalb keinen widerwilligen Versuch Gottes, eine gescheiterte Schöpfung zu retten. Es macht sichtbar, was von Anfang an in seinem Herzen lag: die Bereitschaft, selbst den Preis für die Erlösung seiner Geschöpfe zu tragen.
Auch die Erwählung geschieht in Christus. Gott bestimmt nicht willkürlich einzelne Menschen zur Rettung und andere zum Verderben. Er hat vielmehr festgelegt, dass alle, die sich im Glauben mit Christus verbinden, Vergebung, Kindschaft und ewiges Leben empfangen.
Das Ziel des göttlichen Ratschlusses reicht über die Rettung einzelner Menschen hinaus. Gott will alles in Christus zusammenfassen. Die durch Sünde entstandene Feindschaft, Trennung und Unordnung soll nicht dauerhaft bestehen bleiben.
Im Alten Testament war dieser Plan bereits gegenwärtig, jedoch noch nicht in seiner vollen Klarheit sichtbar. Verheißungen, Opfer, Heiligtum und prophetische Bilder offenbarten einzelne Linien des kommenden Erlösungswerks.
Schon in Eden wurde ein Nachkomme der Frau angekündigt, der die Schlange überwinden würde. Abraham erhielt die Verheißung, dass durch seinen Samen alle Völker gesegnet werden sollten. Später wurde offenbart, dass der kommende König aus Juda und dem Haus Davids hervorgehen würde.
Die Propheten sahen zugleich einen leidenden Knecht, der die Schuld anderer trägt. Was zunächst wie verschiedene Erwartungen erschien – König, Opfer, Priester und leidender Diener –, fand in Jesus Christus seine gemeinsame Erfüllung.
Auch der Heiligtumsdienst bereitete das Verständnis des Geheimnisses vor. Die Opfer zeigten den Ernst der Sünde und die Notwendigkeit eines stellvertretenden Todes. Das Priestertum wies auf einen Mittler hin, durch den der schuldige Mensch zu Gott zurückkehren kann.
Doch Tieropfer konnten Sünde nicht wirklich beseitigen. Ihre Wiederholung machte sichtbar, dass das endgültige Opfer noch ausstand. Sie waren Schatten eines Werkes, das nur Christus vollbringen konnte.
Die Propheten forschten selbst nach der Bedeutung ihrer Botschaften. Sie verstanden den kommenden Erlösungsplan in seinen Grundzügen, sahen jedoch noch nicht alle Einzelheiten. Gott offenbarte seine Wahrheit schrittweise und führte jede Generation so weit, wie es für ihren Glauben und Auftrag notwendig war.
Mit dem Kommen Jesu trat das Geheimnis aus den prophetischen Bildern in die sichtbare Geschichte. Das Wort wurde Fleisch. Gottes Sohn nahm die menschliche Natur an und lebte mitten unter den Menschen.
In Christus wird der unsichtbare Gott erkennbar. Jesu Worte, sein Handeln und sein Umgang mit Sündern zeigen, wie der Vater wirklich ist. Er offenbart keinen selbstsüchtigen Herrscher, sondern einen Gott, der den Verlorenen sucht und sich für seine Rettung hingibt.
Damit beantwortet Christus zugleich die Anklagen Satans gegen Gottes Charakter. Der Feind hatte Gottes Gesetz und Herrschaft als ungerecht und einschränkend dargestellt. Jesus zeigte dagegen durch sein vollkommenes Leben, dass Gehorsam mit Liebe, Wahrheit und Freiheit übereinstimmt.
Am Kreuz erreichte diese Offenbarung ihren Höhepunkt. Die Sünde wurde nicht übersehen oder verharmlost. Christus trug ihre Schuld und ihre Folgen. So konnte Gott gerecht bleiben und zugleich den Menschen rechtfertigen, der auf Jesus vertraut.
Das Kreuz zeigt, dass Gerechtigkeit und Gnade keine Gegensätze sind. Gott rettet nicht, indem er sein Gesetz aufgibt, sondern indem er in Christus selbst den Preis der Übertretung trägt.
Die Auferstehung bestätigt den Sieg dieses Werkes. Der Tod konnte den sündlosen Sohn Gottes nicht festhalten. Christus brachte Leben und Unvergänglichkeit ans Licht und wurde als Herr über Sünde und Tod offenbar.
Das Geheimnis Gottes ist daher nicht nur ein Lehrsystem über den Ablauf der Erlösung. Es ist vor allem Christus selbst. In ihm kommen alle Verheißungen, prophetischen Linien und Hoffnungen der Schrift zusammen.
Paulus fasst das persönliche Ziel dieses Planes mit den Worten zusammen: „Christus in euch, die Hoffnung der Herrlichkeit.“ Erlösung bedeutet nicht nur, dass Schuld vergeben und eine äußere Rechtsstellung verändert wird. Christus will durch den Heiligen Geist im Herzen des Glaubenden wohnen.
Diese Gegenwart hebt den Unterschied zwischen Schöpfer und Geschöpf nicht auf. Der Mensch wird nicht göttlich und verliert nicht seine Persönlichkeit. Christus prägt durch seinen Geist das Denken, den Willen und den Charakter.
„Nicht mehr lebe ich, sondern Christus lebt in mir“ beschreibt deshalb kein Verschwinden des Menschen. Das alte, selbstbestimmte Leben verliert seine Herrschaft. Der Glaubende richtet sich nun im Vertrauen auf den Sohn Gottes aus.
Christus im Menschen bedeutet auch Veränderung. Seine Gnade vergibt nicht nur die Vergangenheit, sondern bringt neue Wünsche hervor, deckt Sünde auf und befähigt zu einem Leben des Gehorsams.
Diese Erneuerung ist nicht die Grundlage der Annahme bei Gott. Der Mensch wird aus Gnade durch den Glauben gerechtfertigt. Doch dieselbe Gnade, die ihn annimmt, beginnt zugleich, ihn zu heiligen.
Das gegenwärtige Wohnen Christi ist die Hoffnung zukünftiger Herrlichkeit. Was heute durch den Geist im Inneren beginnt, wird bei der Wiederkunft sichtbar vollendet. Gott wird sein begonnenes Werk am ganzen Menschen abschließen.
Zum Geheimnis gehört ebenso die Einheit von Juden und Menschen aus den Völkern. Durch das Evangelium werden beide Miterben, Glieder desselben Leibes und Teilhaber derselben Verheißung.
Die Völker standen einst außerhalb der besonderen Bundesordnung Israels. Durch das Blut Christi wurden die Fernen jedoch nahegebracht. Der Zugang zu Gott hängt nicht von Abstammung, Nation oder gesellschaftlicher Stellung ab.
Christus schafft nicht zwei getrennte Erlösungswege. Juden und Nichtjuden kommen durch denselben Mittler, denselben Glauben und denselben Geist zum Vater.
Damit werden Gottes Verheißungen an Israel nicht bedeutungslos. Sie finden in Christus ihre Erfüllung und werden durch ihn auch den Menschen aus den Völkern geöffnet. Wer Christus gehört, wird in den Segen Abrahams aufgenommen.
Die Gemeinde ist deshalb ein Leib mit Christus als Haupt. Kein Glied besitzt Leben unabhängig von ihm, und keine Gruppe darf sich über eine andere erheben. Alle leben aus derselben Gnade.
Diese Einheit entsteht nicht durch die Vermischung widersprüchlicher Lehren. Ihre Grundlage bilden Christus sowie das Zeugnis der Apostel und Propheten. Wahre Einheit wächst aus gemeinsamer Unterordnung unter Gottes Wahrheit.
Durch diese Gemeinde soll auch den himmlischen Mächten die vielfältige Weisheit Gottes bekannt gemacht werden. Engel beobachten, wie Schuldige Vergebung empfangen, Feinde versöhnt und getrennte Menschen zu einem neuen Volk verbunden werden.
Die Gemeinde offenbart Gottes Weisheit nicht durch menschliche Fehlerlosigkeit. Ihre eigene Geschichte zeigt Schwachheit, Konflikte und Zeiten des Abfalls. Dennoch führt Gott Menschen zur Umkehr, reinigt sie und setzt sein Werk durch sie fort.
Gerade darin wird die Macht der Gnade sichtbar. Gott nimmt keine von Natur aus vollkommene Gemeinschaft, sondern rettet Sünder und formt aus ihnen ein Volk, das seinen Charakter widerspiegeln soll.
Die Gemeinde verdunkelt dieses Zeugnis, wenn sie Stolz, Machtstreben, Ungerechtigkeit oder Lieblosigkeit duldet. Ihre Verkündigung wird glaubwürdig, wenn Wahrheit, Barmherzigkeit, Reinheit und selbstlose Liebe in ihrem gemeinsamen Leben erkennbar werden.
Auch Leiden kann Teil dieses Zeugnisses sein. Wenn Gläubige unter Verfolgung an Christus festhalten, auf Vergeltung verzichten und selbst ihren Feinden mit Liebe begegnen, werden die Grundsätze seines Reiches sichtbar.
Damit widerlegt Gottes Volk die Anklage, Gehorsam aus Liebe sei unmöglich. Seine Treue entsteht nicht aus eigener Stärke, sondern aus der Gegenwart Christi und der verändernden Macht seines Geistes.
Offenbarung 10 kündigt an, dass das Geheimnis Gottes in den Tagen der siebten Posaune vollendet werden wird. Damit richtet sich der Blick auf die abschließende Phase des Erlösungsplans.
Die Formulierung spricht von den „Tagen“ des siebten Engels. Die Vollendung bezeichnet daher nicht nur einen einzigen kurzen Augenblick, sondern eine letzte prophetische Phase, in der Gottes rettendes Werk zum Abschluss kommt.
Bei der siebten Posaune wird verkündet, dass die Herrschaft über die Welt dem Herrn und seinem Christus gehört. Christus war immer der rechtmäßige König, doch nun nähert sich seine Herrschaft ihrer sichtbaren und unwiderruflichen Vollendung.
Der himmlische Tempel wird geöffnet, und die Bundeslade wird sichtbar. Dadurch verbindet die Offenbarung den Abschluss des Geheimnisses mit dem Heiligtum, dem Gericht und der bleibenden Gültigkeit des Bundes Gottes.
Das hohepriesterliche Wirken Christi erreicht sein Ziel. Das Evangelium hat sein letztes Zeugnis gegeben, jeder Mensch hat auf das empfangene Licht geantwortet, und das Gericht bringt Gottes gerechte Entscheidungen zur Vollendung.
Christus beendet dann seinen vermittelnden Dienst und tritt als König hervor. Die Zeit der Entscheidung geht zu Ende, und die sichtbare Vollendung dessen beginnt, was im Himmel bereits entschieden wurde.
Zur Vollendung gehört auch die Verwandlung der Erlösten. Bei der letzten Posaune werden die Toten in Christus auferweckt und die lebenden Gläubigen verwandelt. Das Vergängliche zieht Unvergänglichkeit an.
Damit bleibt die Erlösung nicht auf das Innere des Menschen beschränkt. Christus erneuert Charakter, Leib und Gemeinschaft. Was die Sünde am ganzen Menschen zerstört hat, wird durch ihn vollständig wiederhergestellt.
Die spätere Vernichtung Satans, der Sünde und des Todes entfaltet weitere Schritte desselben Planes. Die siebte Posaune kündigt den entscheidenden Abschluss des rettenden Werkes und den Übergang zur sichtbaren Herrschaft Christi an.
Gottes Geheimnis endet nicht in einer unaufgelösten Geschichte. Sein Charakter wird als gerecht und barmherzig erkannt, seine Verheißungen erfüllen sich, und der Widerstand gegen seine Herrschaft wird endgültig überwunden.
Gott hat diesen Plan offenbart, damit Menschen glauben. Amos erklärt, dass der HERR seinen Ratschluss seinen Knechten, den Propheten, bekannt macht. Die entscheidenden Schritte seines Handelns geschehen nicht ohne vorheriges Zeugnis.
Das bedeutet nicht, dass Gott jedes Detail seiner Gedanken offenlegt. Es gibt verborgene Dinge, die allein ihm gehören. Der Mensch muss nicht jede Frage beantworten können, um dem offenbarten Charakter Gottes zu vertrauen.
Diese Grenze bewahrt vor Unwissenheit und vor Überheblichkeit. Gott hat genug offenbart, um Glauben, Gehorsam und Hoffnung zu ermöglichen. Zugleich bleibt seine Weisheit größer als alles, was ein Geschöpf vollständig erfassen könnte.
Jesus bezeichnete seine Jünger als Freunde, weil er ihnen mitgeteilt hatte, was er vom Vater gehört hatte. Gottes Beziehung zu seinem Volk beruht nicht auf geheimnisvoller Angst, sondern auf einer Offenbarung, die Vertrauen und Gemeinschaft ermöglicht.
Das erkannte Geheimnis verlangt jedoch eine Antwort. Wissen über den Erlösungsplan genügt nicht. Der Mensch ist gerufen, Christus anzunehmen, seine Vergebung zu empfangen und sich seiner Herrschaft anzuvertrauen.
Prophetische Erkenntnis darf deshalb weder zu Stolz noch zu endloser Spekulation führen. Sie wurde gegeben, damit Menschen glauben, sich vorbereiten und die Hoffnung des Evangeliums weitertragen.
Das Geheimnis Gottes zeigt das Ziel der gesamten Geschichte: Christus in seinem Volk, Menschen aus allen Völkern in einem Leib, die Offenbarung göttlicher Weisheit vor der Schöpfung und schließlich die sichtbare Herrschaft des Erlösers.
Was vor Grundlegung der Welt beschlossen wurde, ist in Christus offenbart, durch die Gemeinde verkündigt und wird unter der siebten Posaune vollendet.
Der Erlösungsplan beginnt in Gottes Liebe, wird durch das Opfer Christi verwirklicht und endet in einer erneuerten Schöpfung, in der nichts mehr seine Wahrheit, Gerechtigkeit und Gemeinschaft verdunkelt.
So ist das Geheimnis Gottes kein Rätsel, das verborgen bleiben soll. Es ist die offenbarte Botschaft, dass Gott Sünder durch Christus rettet, in ihnen wohnt, sie zu einem Volk vereint und seinen Ratschluss trotz allen Widerstands zuverlässig zum Ziel führt.