Becher/Kelch mit Wein
Becher/Kelch mit Wein in der Bibel
Der Becher oder Kelch mit Wein ist in der Bibel ein vielschichtiges Symbol. Er kann Gemeinschaft, Bund, Segen, aber auch Gericht und Leiden ausdrücken. Hier erfährst du die biblische Bedeutung von Kelch und Wein, wichtige Bibelstellen und ihre christliche Deutung im Zusammenhang von Abendmahl und Hoffnung.
Einführung
Der Becher oder Kelch mit Wein ist in der Bibel ein Bild, das sorgfältig vom Becher des Zorns und vom berauschenden Wein Babylons unterschieden werden muss. Nicht jeder Becher und nicht jeder Wein trägt dieselbe Bedeutung. Der Zusammenhang entscheidet. Wo der Becher aus Gottes Güte gereicht wird, spricht er von Segen, Rettung, Dankbarkeit, Gemeinschaft und Bund. Wo er im Gericht erscheint, trägt er eine andere Bedeutung. Dieses Symbol konzentriert sich auf den Becher als Gabe Gottes und als Zeichen heiliger Gemeinschaft.
In den Psalmen begegnet der Becher als Ausdruck empfangener Fülle. David bekennt, dass der Herr seinen Tisch bereitet und seinen Becher überfließen lässt. Der Mensch sitzt nicht an einem Tisch, den er selbst verdient hätte, sondern an einem Tisch, den Gott bereitet. Der überfließende Becher zeigt: Gottes Güte ist nicht knapp, kalt oder berechnend. Er versorgt, schützt und gibt mehr, als der Mensch aus sich selbst beanspruchen könnte.
Psalm 116 spricht vom „Kelch des Heils“. Dort wird der Becher zum Bild dankbarer Antwort auf erfahrene Rettung. Wer Gottes Hilfe empfangen hat, nimmt den Kelch des Heils und ruft den Namen des Herrn an. Der Becher steht hier nicht für menschlichen Besitz, sondern für bezeugte Erlösung. Er erinnert daran, dass Rettung zuerst empfangen wird, bevor sie im Lob bekannt wird.
Seinen tiefsten Sinn erhält der Kelch im Abendmahl. Jesus nimmt den Kelch und sagt: „Dieser Kelch ist der neue Bund in meinem Blut.“ Damit wird der Wein zum Zeichen seines vergossenen Blutes, durch das der neue Bund gegründet wird. Der Kelch spricht nicht nur allgemein von Freude, sondern von einer Freude, die durch Opfer hindurchgeht. Gemeinschaft mit Gott ist möglich, weil Christus sein Leben gibt.
Zugleich weist der Kelch über die Gegenwart hinaus. Jesus sagt, dass er vom Gewächs des Weinstocks nicht wieder trinken werde bis zu jenem Tag, an dem er es neu trinken wird im Reich seines Vaters. Darum verbindet der Kelch Erinnerung und Hoffnung: Er blickt zurück auf das Opfer Christi, bezeugt die Gemeinschaft der Glaubenden mit ihm und richtet den Blick voraus auf die vollendete Gemeinschaft im Reich Gottes.
Die folgenden Seiten entfalten dieses Symbol Schritt für Schritt: der überfließende Becher als Bild göttlicher Güte, der Kelch des Heils als Antwort auf Rettung, der Kelch des Segens als Gemeinschaft mit Christus, der Kelch des neuen Bundes im Blut Jesu und schließlich der Ausblick auf das kommende Mahl im Reich Gottes.
Mein Becher fließt über
Psalmen 23,5 – „5 Du bereitest vor mir einen Tisch angesichts meiner Feinde; du hast mein Haupt mit Öl gesalbt, mein Becher fließt über."
Psalmen 23,5 – „5 Du bereitest vor mir einen Tisch angesichts meiner Feinde; du hast mein Haupt mit Öl gesalbt, mein Becher fließt über."
Psalmen 16,5-6 – „5 Der HERR ist mein Erb und Becherteil; du sicherst mir mein Los! 6 Die Meßschnur ist mir in einer lieblichen Gegend gefallen, ja, es ward mir ein glänzendes Erbe zuteil."
In Psalm 23 beschreibt David den Herrn als Hirten, der nicht nur führt und bewahrt, sondern auch einen Tisch bereitet. Der Mensch, der unter Gottes Fürsorge steht, wird nicht sich selbst überlassen. Selbst im Angesicht der Feinde bleibt Gott der Gastgeber, der versorgt, stärkt und ehrt. In diesem Zusammenhang sagt David: „Du salbst mein Haupt mit Öl, mein Becher fließt über.“
Der überfließende Becher ist ein Bild für Gottes reiche Güte. Er zeigt nicht bloß ausreichende Versorgung, sondern Fülle. Gott gibt nicht kärglich, als müsste seine Gnade gemessen und zurückgehalten werden. Er schenkt so, dass der Empfangende erkennt: Die Quelle liegt nicht in mir, sondern im Herrn. Alles, was trägt, nährt, bewahrt und erfreut, kommt aus seiner Hand.
Dabei steht der Becher nicht für ein sorgenfreies Leben ohne Feinde. Gerade der Vers spricht vom Tisch „im Angesicht“ der Bedränger. Die Fülle Gottes zeigt sich also nicht nur in ruhigen Zeiten, sondern auch dort, wo der Mensch äußerlich bedrängt ist. Gottes Güte wird nicht dadurch aufgehoben, dass Feinde vorhanden sind. Der Herr kann mitten in Gefahr einen Tisch bereiten und den Becher füllen.
Psalm 16 führt diesen Gedanken in eine verwandte Richtung. Dort bekennt David: „Der HERR ist mein Teil und mein Becher.“ Hier ist nicht nur die Gabe Gottes im Blick, sondern Gott selbst als der Anteil seines Knechtes. Der Becher steht für das, was dem Menschen von Gott zugeteilt ist. Wer den Herrn als seinen Becher hat, besitzt mehr als äußeren Besitz. Er hat seinen eigentlichen Anteil in Gott selbst.
Damit beginnt die positive Linie dieses Symbols. Der Becher mit Wein spricht zuerst von empfangener Güte. Der Mensch füllt ihn nicht selbst, sondern empfängt ihn aus Gottes Hand. Er ist Zeichen dafür, dass Gott sein Volk nicht nur am Leben erhält, sondern ihm Gemeinschaft, Versorgung und Freude schenkt.
Der überfließende Becher ruft daher nicht zur Selbstzufriedenheit, sondern zur Dankbarkeit. Wo Gott gibt, darf der Mensch erkennen: Seine Güte reicht weiter als meine Not, seine Versorgung tiefer als meine Angst und seine Nähe höher als jede Bedrohung.
Der Kelch des Heils
Psalmen 116,12-14 – „12 Wie soll ich dem HERRN vergelten alle seine Wohltaten an mir? 13 Den Kelch des Heils will ich nehmen und den Namen des HERRN anrufen; 14 meine Gelübde will ich dem HERRN bezahlen vor all seinem Volk."
Psalmen 116,12-14 – „12 Wie soll ich dem HERRN vergelten alle seine Wohltaten an mir? 13 Den Kelch des Heils will ich nehmen und den Namen des HERRN anrufen; 14 meine Gelübde will ich dem HERRN bezahlen vor all seinem Volk."
Psalmen 116,17 – „17 so will ich dir Dankopfer darbringen und den Namen des HERRN anrufen;"
Psalm 116 ist das Lied eines Menschen, der Gottes Rettung erfahren hat. Der Beter war in Not, von Todesangst umgeben und innerlich bedrängt. Doch der Herr hörte sein Flehen und rettete seine Seele. Aus dieser Erfahrung wächst die Frage: „Wie soll ich dem HERRN vergelten all seine Wohltaten, die er an mir getan hat?“
Die Antwort lautet: „Ich will den Kelch des Heils nehmen und den Namen des HERRN anrufen.“ Der Kelch steht hier nicht zuerst für eine Gabe, die der Mensch Gott bringt, sondern für das dankbare Ergreifen der Rettung, die Gott geschenkt hat. Der Beter nimmt den Kelch des Heils, weil er erkannt hat, dass sein Leben nicht aus eigener Kraft bewahrt wurde. Rettung wurde ihm gegeben, und nun bekennt er sie vor Gott.
Dieser Kelch ist daher eng mit Dankbarkeit verbunden. Wer Gottes Heil erfahren hat, bleibt nicht stumm. Er ruft den Namen des Herrn an, bringt Dankopfer und erfüllt seine Gelübde vor dem Volk Gottes. Die empfangene Rettung wird zur öffentlichen Anbetung. Was Gott im Leben des Einzelnen getan hat, soll nicht verborgen bleiben, sondern als Zeugnis seiner Güte bekannt werden.
Dabei bleibt die Reihenfolge wichtig. Der Mensch dankt nicht, um dadurch Rettung zu verdienen. Er dankt, weil Gott bereits gerettet hat. Der Kelch des Heils ist deshalb kein Zeichen menschlicher Leistung, sondern ein Zeichen empfangener Gnade. Er wird genommen, nicht gefüllt. Er wird erhoben, nicht verdient.
So zeigt Psalm 116 eine zweite Bedeutung des Bechers mit Wein: Er ist nicht nur Bild göttlicher Fülle, sondern auch Bild der Antwort des Glaubens. Gott rettet, und der Mensch bekennt diese Rettung. Gott handelt, und der Mensch ruft seinen Namen an. Gott schenkt Heil, und der Gerettete nimmt den Kelch mit Dankbarkeit vor ihm auf.
Der Kelch des Heils führt damit aus der Not in den Lobpreis. Er erinnert daran, dass wahre Dankbarkeit aus erkannter Rettung entsteht. Wer weiß, dass der Herr ihn bewahrt hat, erhebt nicht sich selbst, sondern den Namen des Gottes, der gnädig hört und rettet.
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Der Kelch des Segens
1. Korinther 10,16-17 – „16 Der Kelch des Segens, den wir segnen, ist er nicht Gemeinschaft mit dem Blute Christi? Das Brot, das wir brechen, ist es nicht Gemeinschaft mit dem Leibe Christi? 17 Denn ein Brot ist es, so sind wir, die vielen, ein Leib; denn wir sind alle des einen Brotes teilhaftig."
1. Korinther 10,16-17 – „16 Der Kelch des Segens, den wir segnen, ist er nicht Gemeinschaft mit dem Blute Christi? Das Brot, das wir brechen, ist es nicht Gemeinschaft mit dem Leibe Christi? 17 Denn ein Brot ist es, so sind wir, die vielen, ein Leib; denn wir sind alle des einen Brotes teilhaftig."
1. Korinther 10,21 – „21 Ihr könnet nicht des Herrn Kelch trinken und der Dämonen Kelch; ihr könnet nicht am Tische des Herrn teilhaben und am Tische der Dämonen!"
Paulus nennt den Kelch beim Mahl des Herrn den „Kelch des Segens“. Diese Bezeichnung zeigt, dass der Kelch nicht bloß ein äußerliches Zeichen ist. Er steht in Verbindung mit der Gemeinschaft am Blut Christi. Wer aus diesem Kelch trinkt, bekennt nicht nur eine Erinnerung, sondern die Teilhabe an dem Opfer, durch das Christus sein Volk erlöst hat.
Der Segen dieses Kelches liegt deshalb nicht im Wein selbst, sondern in dem, worauf er weist. Der Kelch führt den Blick auf das vergossene Blut Christi. Durch dieses Blut wird Vergebung möglich, Schuld bedeckt und Gemeinschaft mit Gott eröffnet. Der Kelch ist somit ein sichtbares Zeichen einer unsichtbaren Wirklichkeit: Christus hat sich selbst gegeben, damit Menschen mit Gott versöhnt werden.
Paulus verbindet den Kelch zugleich mit der Gemeinschaft der Gläubigen untereinander. „Denn ein Brot ist es: So sind wir viele ein Leib.“ Auch wenn hier besonders das Brot genannt wird, steht der ganze Zusammenhang des Mahles unter diesem Gedanken. Wer gemeinsam am Tisch des Herrn teilhat, bezeugt eine Gemeinschaft, die nicht auf Herkunft, Rang oder menschlicher Nähe beruht, sondern auf Christus.
Gerade deshalb warnt Paulus davor, zugleich den Kelch des Herrn und den Kelch der Dämonen zu trinken. Der Kelch des Segens fordert ungeteilte Treue. Gemeinschaft mit Christus lässt sich nicht mit Gemeinschaft an falscher Anbetung verbinden. Der Tisch des Herrn ist kein religiöser Zusatz zum alten Leben, sondern Ausdruck einer neuen Zugehörigkeit.
So zeigt der Kelch des Segens eine ernste und kostbare Wahrheit: Christus schenkt Gemeinschaft, aber diese Gemeinschaft ist heilig. Sie ruht auf seinem Blut, verbindet sein Volk miteinander und ruft zu klarer Treue gegenüber ihm. Wer aus diesem Kelch trinkt, bekennt: Mein Heil kommt nicht aus mir selbst. Meine Gemeinschaft mit Gott steht auf Christus. Und meine Zugehörigkeit gilt dem Herrn, der sich für mich gegeben hat.
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Der neue Bund in meinem Blut
Lukas 22,19-20 – „19 Und er nahm das Brot, dankte, brach es, gab es ihnen und sprach: Das ist mein Leib, der für euch gegeben wird; das tut zu meinem Gedächtnis! 20 ebenso auch den Kelch nach dem Mahle und sprach: Dieser Kelch ist der neue Bund in meinem Blute, das für euch vergossen wird."
Lukas 22,19-20 – „19 Und er nahm das Brot, dankte, brach es, gab es ihnen und sprach: Das ist mein Leib, der für euch gegeben wird; das tut zu meinem Gedächtnis! 20 ebenso auch den Kelch nach dem Mahle und sprach: Dieser Kelch ist der neue Bund in meinem Blute, das für euch vergossen wird."
Matthäus 26,27-28 – „27 Und er nahm den Kelch, dankte, gab ihnen denselben und sprach: Trinket alle daraus! 28 Denn das ist mein Blut des Bundes, welches für viele vergossen wird zur Vergebung der Sünden!"
Jeremia 31,31-34 – „31 Siehe, es kommen Tage, spricht der HERR, da ich mit dem Hause Israel und mit dem Hause Juda einen neuen Bund schließen werde; 32 nicht wie der Bund, den ich mit ihren Vätern schloß an dem Tage, da ich sie bei der Hand ergriff, um sie aus dem Lande Ägypten auszuführen; denn sie haben meinen Bund gebrochen, und ich hatte sie mir doch angetraut, spricht der HERR. 33 Sondern das ist der Bund, den …"
Beim letzten Abendmahl nimmt Jesus den Kelch und gibt ihm seine tiefste Bedeutung: „Dieser Kelch ist der neue Bund in meinem Blut, das für euch vergossen wird.“ Damit wird der Becher mit Wein nicht nur zum Bild von Segen und Gemeinschaft, sondern zum Zeichen des Bundes, den Christus durch sein eigenes Blut gründet.
Der neue Bund ist nicht eine menschliche Verbesserung alter Frömmigkeit. Jeremia hatte angekündigt, dass Gott einen neuen Bund schließen würde: Er würde sein Gesetz in das Herz schreiben, seinem Volk seine Schuld vergeben und ihrer Sünde nicht mehr gedenken. Diese Verheißung findet in Christus ihre Grundlage. Was Gott versprochen hat, wird nicht durch menschliche Treue gesichert, sondern durch das Opfer des Sohnes.
Der Kelch zeigt daher die Ernsthaftigkeit dieses Bundes. Gemeinschaft mit Gott entsteht nicht durch bloße religiöse Nähe, nicht durch Zugehörigkeit zu einer äußeren Ordnung und nicht durch menschliche Würdigkeit. Sie beruht auf dem vergossenen Blut Christi. Der Wein weist auf sein Leben hin, das für viele zur Vergebung der Sünden gegeben wird.
Gerade deshalb ist der Kelch beim Abendmahl kein gewöhnliches Zeichen. Wer ihn empfängt, wird an den Preis der Erlösung erinnert. Der neue Bund ist kostbar, weil er durch das Blut des Lammes besiegelt wurde. Er ruft nicht zu oberflächlicher Feier, sondern zu ehrfürchtiger Dankbarkeit, ernstem Glauben und erneuerter Hingabe.
Zugleich zeigt der Kelch die persönliche Nähe dieses Bundes. Jesus sagt nicht nur allgemein, dass Blut vergossen wird, sondern: „für euch“. Die Jünger sollen erkennen, dass sein Tod nicht ein fernes Ereignis bleibt, sondern ihnen gilt. Der Kelch wird ihnen gereicht, damit sie im Glauben annehmen, was Christus für sie vollbringt.
So wird der Becher mit Wein zum Zeichen des neuen Bundes: Gott vergibt, reinigt und sammelt sein Volk durch Christus. Der Kelch erinnert daran, dass Erlösung nicht billig ist, aber ganz geschenkt wird. Wer aus ihm trinkt, bekennt: Meine Hoffnung ruht nicht auf mir, sondern auf dem Blut Christi, das für mich vergossen wurde.
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Neu trinken im Reich des Vaters
Matthäus 26,29 – „29 Ich sage euch aber, ich werde von jetzt an von diesem Gewächs des Weinstocks nicht mehr trinken, bis zu jenem Tage, da ich es neu mit euch trinken werde im Reiche meines Vaters."
Matthäus 26,29 – „29 Ich sage euch aber, ich werde von jetzt an von diesem Gewächs des Weinstocks nicht mehr trinken, bis zu jenem Tage, da ich es neu mit euch trinken werde im Reiche meines Vaters."
Lukas 22,16-18 – „16 Denn ich sage euch, ich werde es nicht mehr essen, bis es erfüllt sein wird im Reiche Gottes. 17 Und er nahm den Kelch, dankte und sprach: Nehmet diesen und teilet ihn unter euch! 18 Denn ich sage euch, ich werde hinfort nicht mehr von dem Gewächs des Weinstocks trinken, bis das Reich Gottes gekommen ist."
Offenbarung 19,6-9 – „6 Und ich hörte wie die Stimme einer großen Menge und wie das Rauschen vieler Wasser und wie die Stimme starker Donner, die sprachen: Halleluja! Denn der Herr, unser Gott, der Allmächtige, ist König geworden! 7 Laßt uns fröhlich sein und frohlocken und ihm die Ehre geben! Denn die Hochzeit des Lammes ist gekommen, und sein Weib hat sich bereitet. 8 Und es wurde ihr gegeben, sich in feine, glänzen…"
Nachdem Jesus den Kelch als Zeichen des neuen Bundes gegeben hat, richtet er den Blick seiner Jünger nach vorn. Er sagt, dass er von nun an nicht mehr vom Gewächs des Weinstocks trinken werde bis zu jenem Tag, an dem er es neu mit ihnen trinken wird im Reich seines Vaters. Damit verbindet der Kelch nicht nur Erinnerung, sondern auch Erwartung.
Der Becher beim Mahl des Herrn blickt zurück auf das vergossene Blut Christi. Doch er bleibt nicht in der Vergangenheit stehen. Er weist voraus auf die vollendete Gemeinschaft mit Christus. Solange Gottes Volk auf der Erde lebt, nimmt es den Kelch im Glauben, im Gedenken und in der Hoffnung. Es sieht den Herrn noch nicht von Angesicht zu Angesicht, aber es bekennt, dass sein Opfer genügt und seine Verheißung gewiss ist.
Jesu Worte zeigen, dass Erlösung auf Gemeinschaft zielt. Der neue Bund führt nicht nur zur Vergebung einzelner Schuld, sondern zur endgültigen Vereinigung der Erlösten mit ihrem Herrn. Der Kelch trägt deshalb eine stille Sehnsucht in sich. Er erinnert an den Preis der Erlösung und zugleich an den Tag, an dem der Glaube in Schauen übergeht.
In der Offenbarung wird diese Hoffnung im Bild der Hochzeit des Lammes sichtbar. Dort heißt es: „Glückselig sind, die zum Hochzeitsmahl des Lammes berufen sind.“ Das Mahl steht für Freude, Vollendung und Gemeinschaft nach überwundener Geschichte. Babylon ist gefallen, falsche Anbetung ist gerichtet, und das Volk Gottes steht nicht mehr bedrängt, sondern eingeladen vor dem Lamm.
Damit erhält der Becher mit Wein seine prophetische Weite. Er ist nicht nur Zeichen empfangener Güte, nicht nur Kelch des Heils, nicht nur Kelch des Segens und nicht nur Zeichen des neuen Bundes. Er weist auch auf das kommende Reich hin, in dem Christus mit den Seinen Gemeinschaft haben wird.
So trägt jeder Kelch beim Mahl des Herrn eine doppelte Bewegung: zurück zum Kreuz und vorwärts zur Vollendung. Die Gemeinde erinnert sich an den Tod ihres Herrn, aber sie tut es mit Blick auf seine Wiederkunft. Der Kelch spricht deshalb von einer Hoffnung, die noch nicht ganz erfüllt ist, aber gewiss bleibt, weil sie auf dem Wort Christi ruht.
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Zusammenfassung und Gebet
Der Becher oder Kelch mit Wein ist in der Bibel ein Bild für empfangene Güte, Rettung, Gemeinschaft und Bund. Er muss vom Becher des Zorns und vom Wein Babylons unterschieden werden, denn die Schrift verwendet ähnliche Bilder in unterschiedlichen Zusammenhängen. Wo der Becher aus Gottes Hand als Gabe erscheint, spricht er von Segen, Dankbarkeit und heiliger Gemeinschaft mit dem Herrn.
In Psalm 23 steht der überfließende Becher für Gottes reiche Fürsorge. Der Herr bereitet den Tisch, salbt das Haupt und schenkt voll ein. Diese Fülle entsteht nicht aus menschlichem Verdienst, sondern aus Gottes Güte. Selbst im Angesicht der Feinde bleibt Gott der treue Gastgeber, der sein Volk versorgt und bewahrt.
Psalm 116 nennt den „Kelch des Heils“. Dort wird der Becher zur dankbaren Antwort auf erfahrene Rettung. Der Beter nimmt den Kelch nicht, um sich selbst zu rühmen, sondern um den Namen des Herrn anzurufen. Er bekennt öffentlich, dass sein Leben durch Gottes Gnade bewahrt wurde. Der Kelch des Heils erinnert daran: Rettung wird zuerst empfangen und danach im Lob bezeugt.
Im Neuen Testament nennt Paulus den Kelch beim Mahl des Herrn den „Kelch des Segens“. Dieser Kelch weist auf die Gemeinschaft am Blut Christi. Sein Segen liegt nicht im Zeichen selbst, sondern in dem, worauf es verweist: Christus hat sein Blut vergossen, damit Vergebung, Versöhnung und Gemeinschaft mit Gott möglich werden. Wer an diesem Kelch teilhat, bekennt seine Zugehörigkeit zum Herrn.
Beim letzten Abendmahl gibt Jesus dem Kelch seine tiefste Bedeutung: „Dieser Kelch ist der neue Bund in meinem Blut.“ Damit wird der Wein zum Zeichen seines vergossenen Blutes, durch das Gott den neuen Bund gründet. Der Kelch erinnert an den Preis der Erlösung. Er zeigt, dass Vergebung nicht oberflächlich geschieht, sondern auf dem Opfer Christi beruht.
Zugleich weist der Kelch über die Gegenwart hinaus. Jesus kündigt an, dass er vom Gewächs des Weinstocks neu trinken wird im Reich seines Vaters. Damit wird der Kelch zu einem Zeichen der Hoffnung. Die Gemeinde blickt beim Mahl des Herrn zurück auf das Kreuz und zugleich voraus auf die vollendete Gemeinschaft mit Christus beim Hochzeitsmahl des Lammes.
So verbindet der Becher mit Wein mehrere Linien der Heilsgeschichte: Gottes Güte, die überfließt; Gottes Heil, das dankbar bekannt wird; Christi Blut, das den neuen Bund besiegelt; und die Hoffnung auf das kommende Reich. Er ruft nicht zu leichter Feierlichkeit, sondern zu ehrfürchtiger Freude. Wer den Kelch im Glauben empfängt, bekennt: Meine Rettung kommt von Gott, meine Gemeinschaft ruht auf Christus, und meine Hoffnung geht der Vollendung entgegen.