Zippora

Zippora in der Bibel

Zippora ist die Tochter eines Priesters von Midian, die Frau des Mose und die Mutter seiner Söhne Gersom und Elieser. Obwohl die Bibel nur wenige Szenen aus ihrem Leben berichtet, steht sie an wichtigen Übergängen in Moses Geschichte: während seiner Jahre in Midian, auf dem Weg zurück nach Ägypten und später im Umfeld des Exodus. Ihre Geschichte zeigt zugleich, wie sorgfältig zwischen ausdrücklich Berichteten und späteren Vermutungen unterschieden werden muss.

Einführung

Zippora gehört zu jenen biblischen Personen, deren Bedeutung leicht unterschätzt wird, weil die Schrift nur vergleichsweise wenig über sie erzählt. Sie hält keine großen Reden, führt kein Volk und erhält keinen eigenen ausführlichen Lebensbericht. Dennoch begegnet sie unmittelbar an der Seite des Mannes, den Gott zum Befreier Israels beruft. Gerade deshalb lohnt es sich, genau hinzusehen und nicht mehr über sie zu behaupten, als der Bibeltext tatsächlich erkennen lässt.

Ihre Geschichte ist fast vollständig mit dem Leben des Mose verbunden. Was über ihre Kindheit, ihr Alter oder ihre frühen Lebensjahre geschah, berichtet die Bibel nicht. Auch über ihre persönliche Beziehung zu Gott erhalten wir keine ausführliche Beschreibung. Wo die Schrift schweigt, dürfen spätere Traditionen oder moderne Vorstellungen diese Lücken nicht füllen. Umso wichtiger werden die wenigen Augenblicke, in denen Zippora selbst sichtbar handelt.

Bevor sie Mose begegnet, befindet dieser sich an einem entscheidenden Wendepunkt seines eigenen Lebens. Er hat Ägypten verlassen und ist nach Midian geflohen. Dort ist er nicht mehr der Mann, der am Hof des Pharaos aufgewachsen ist, sondern ein Fremder fern von seinem bisherigen Zuhause. Genau in dieser Lebensphase führt ihn sein Weg zu einem Brunnen und zu einer Familie, die für seine kommenden Jahre von großer Bedeutung werden wird.

An diesem Brunnen treten erstmals die Töchter des Priesters von Midian in die biblische Erzählung ein. Unter ihnen befindet sich Zippora. Ihre eigene Geschichte beginnt deshalb nicht mit einer Geburtsangabe oder einem Stammbaum, sondern mit Moses Flucht und seiner Ankunft in Midian. Dort kreuzen sich ihre Wege zum ersten Mal – lange bevor Mose nach Ägypten zurückkehrt und seine große Aufgabe vor dem Volk Israel beginnt.

Zippora begegnet Mose in Midian

2. Mose 2,16-22 – „16 Aber der Priester in Midian hatte sieben Töchter; die kamen, um Wasser zu schöpfen, und füllten die Tränkrinnen, um ihres Vaters Schafe zu tränken. 17 Da kamen die Hirten und jagten sie fort. Aber Mose machte sich auf und half ihnen und tränkte ihre Schafe. 18 Und als sie zu ihrem Vater Reguel kamen, sprach er: Warum seid ihr heute so bald wiedergekommen? 19 Sie sprachen: Ein ägyptischer Mann …"
2. Mose 2,16-22 – „16 Aber der Priester in Midian hatte sieben Töchter; die kamen, um Wasser zu schöpfen, und füllten die Tränkrinnen, um ihres Vaters Schafe zu tränken. 17 Da kamen die Hirten und jagten sie fort. Aber Mose machte sich auf und half ihnen und tränkte ihre Schafe. 18 Und als sie zu ihrem Vater Reguel kamen, sprach er: Warum seid ihr heute so bald wiedergekommen? 19 Sie sprachen: Ein ägyptischer Mann …"
2. Mose 3,1 – „1 Mose aber hütete die Schafe Jethros, seines Schwiegervaters, des Priesters in Midian, und trieb die Schafe hinten in die Wüste und kam an den Berg Gottes Horeb."
2. Mose 18,1-4 – „1 Und als Jethro, der Priester in Midian, Moses Schwiegervater, alles hörte, was Gott Mose und seinem Volk Israel getan, wie der HERR Israel aus Ägypten geführt hatte, 2 nahm Jethro, Moses Schwiegervater, die Zippora, das Weib Moses, die er zurückgesandt hatte, 3 und ihre zwei Söhne (der eine hieß Gersom; denn er sprach: Ich bin ein Fremdling in einem fremden Lande geworden; 4 und der andere Elie…"

Zippora tritt erstmals in die biblische Geschichte ein, nachdem Mose aus Ägypten geflohen ist. Nachdem bekannt geworden war, dass er einen Ägypter erschlagen hatte, suchte der Pharao ihn zu töten. Mose verließ deshalb Ägypten und gelangte in das Land Midian, wo er sich an einem Brunnen niederließ. Dort beginnt Zipporras eigene biblisch greifbare Lebensgeschichte. Über ihre Geburt, ihr Alter und ihre Kindheit sagt die Schrift nichts; ihre erste Erwähnung steht unmittelbar im Zusammenhang mit Moses Ankunft als Flüchtling in Midian.

Zippora gehörte zu den sieben Töchtern eines Priesters von Midian. In diesem Abschnitt wird ihr Vater Reuel genannt. Später bezeichnet die Bibel Moses Schwiegervater als Jethro beziehungsweise Jeter, ohne den Wechsel der Bezeichnung näher zu erklären. Es gibt deshalb keinen Grund, daraus verschiedene Familien zu konstruieren. Entscheidend für Zipporras Geschichte ist zunächst, dass sie in einem Haus aufwuchs, dessen Vater als Priester von Midian bezeichnet wird. Welche genaue religiöse Stellung damit verbunden war und wie viel Zippora zu diesem Zeitpunkt über den Gott Israels wusste, erklärt der Text nicht.

Die sieben Schwestern kamen zum Brunnen, um Wasser zu schöpfen und die Herde ihres Vaters zu tränken. Dabei wurden sie von Hirten verdrängt. Mose griff ein, half den Frauen und tränkte ihre Herde. Die Bibel schildert diese Begegnung sehr knapp. Zippora wird hier noch nicht einzeln hervorgehoben; zunächst gehört sie zu den sieben Töchtern, denen Mose beisteht. Gerade diese Zurückhaltung des Textes ist wichtig: Die Schrift erzählt keine romantische Begegnung und berichtet weder von gegenseitiger Zuneigung auf den ersten Blick noch von Gedanken oder Gefühlen der Beteiligten.

Als die Töchter früher als gewöhnlich nach Hause zurückkehrten, fragte ihr Vater, warum sie an diesem Tag so schnell gekommen seien. Sie berichteten, ein „ägyptischer Mann“ habe sie vor den Hirten gerettet und ihnen sogar beim Wasserschöpfen geholfen. Aus ihrer Sicht war Mose offenbar als Ägypter erkennbar. Seine Erziehung am ägyptischen Hof, möglicherweise seine Kleidung oder sein Auftreten, mag dabei eine Rolle gespielt haben; genauer erklärt die Bibel dies jedoch nicht. Für Zippora war Mose zu diesem Zeitpunkt zunächst der fremde Mann, der ihren Schwestern und ihr am Brunnen geholfen hatte.

Reuel fragte seine Töchter daraufhin, warum sie den Mann zurückgelassen hätten, und ließ Mose zum Essen einladen. Aus einer kurzen Begegnung wurde so ein längerer Aufenthalt. Mose willigte ein, bei dem Mann zu wohnen. Damit veränderte sich seine Lebenssituation grundlegend: Der Flüchtling aus Ägypten fand in Midian Unterkunft und wurde Teil eines neuen Haushalts. Für Zippora bedeutete dies zugleich, dass der Fremde vom Brunnen nun in den unmittelbaren Lebenskreis ihrer Familie eintrat.

Dann berichtet die Schrift ohne nähere Beschreibung der Umstände: Reuel gab Mose seine Tochter Zippora zur Frau. Über die Zeit zwischen Moses Aufnahme in das Haus und der Eheschließung wird nichts gesagt. Ebenso wenig erfahren wir, wie die Ehe angebahnt wurde oder welche persönlichen Gespräche zwischen Mose und Zippora stattfanden. Die biblische Erzählung legt ihr Gewicht nicht auf solche Einzelheiten, sondern darauf, dass Mose während seiner Jahre in Midian eine Familie erhielt und Zippora von diesem Zeitpunkt an zu seiner Lebensgeschichte gehörte.

Zippora gebar Mose einen Sohn, dem Mose den Namen Gersom gab. Mose begründete diesen Namen mit seiner eigenen Situation als Fremdling in einem fremden Land. Damit erzählt der Text zwar unmittelbar etwas über Moses Empfinden seiner Lebenslage, zugleich erfahren wir aber die erste sichere Angabe über Zippora als Mutter. Später nennt die Bibel noch einen zweiten Sohn, Elieser. Seine Geburt wird in 2. Mose 2 nicht eigens erzählt, doch 2. Mose 18 bestätigt ausdrücklich, dass Zippora die Mutter der beiden Söhne des Mose war.

Damit beginnt Zipporras biblische Lebensgeschichte in einer verhältnismäßig stillen Phase. Sie begegnet Mose nicht während der großen Zeichen in Ägypten und nicht am Sinai, sondern während seiner Jahre fern vom ägyptischen Machtzentrum. In Midian wird sie seine Frau und Mutter seiner Kinder. Doch diese ruhige Lebensphase bleibt nicht bestehen. Als Gott Mose später am brennenden Busch beruft und ihn nach Ägypten zurücksendet, wird auch Zippora in eine wesentlich gefährlichere Phase seines Weges hineingenommen.

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Zippora zieht mit Mose auf dem Weg nach Ägypten

2. Mose 4,18-20 – „18 Da ging Mose hin und kehrte zu Jethro, seinem Schwiegervater, zurück und sprach zu ihm: Ich möchte zu meinen Brüdern zurückkehren, die in Ägypten sind, und sehen, ob sie noch leben. Jethro sprach zu ihm: Geh hin im Frieden! 19 Und der HERR sprach zu Mose in Midian: Geh nach Ägypten zurück; denn die Leute sind alle tot, die nach deinem Leben trachteten! 20 Also nahm Mose sein Weib und seine Söh…"
2. Mose 4,18-20 – „18 Da ging Mose hin und kehrte zu Jethro, seinem Schwiegervater, zurück und sprach zu ihm: Ich möchte zu meinen Brüdern zurückkehren, die in Ägypten sind, und sehen, ob sie noch leben. Jethro sprach zu ihm: Geh hin im Frieden! 19 Und der HERR sprach zu Mose in Midian: Geh nach Ägypten zurück; denn die Leute sind alle tot, die nach deinem Leben trachteten! 20 Also nahm Mose sein Weib und seine Söh…"
2. Mose 4,24-26 – „24 Als er aber unterwegs in der Herberge war, griff ihn der HERR an und wollte ihn töten. 25 Da nahm Zippora einen scharfen Stein und beschnitt ihrem Sohn die Vorhaut und warf sie ihm vor die Füße und sprach: Du bist mir ein Blutbräutigam! 26 Da ließ er von ihm ab. Sie sagte aber «Blutbräutigam» um der Beschneidung willen."
2. Mose 18,2-4 – „2 nahm Jethro, Moses Schwiegervater, die Zippora, das Weib Moses, die er zurückgesandt hatte, 3 und ihre zwei Söhne (der eine hieß Gersom; denn er sprach: Ich bin ein Fremdling in einem fremden Lande geworden; 4 und der andere Elieser; denn der Gott meines Vaters ist meine Hilfe gewesen und hat mich von dem Schwert des Pharao errettet)"

Nachdem Gott Mose am brennenden Busch berufen hatte, sollte dessen Leben in Midian nicht mehr in der bisherigen Form weitergehen. Gott sandte ihn zurück nach Ägypten, damit er Israel aus der Knechtschaft führte. Mose kehrte zunächst zu seinem Schwiegervater zurück und bat um Erlaubnis, zu seinen Brüdern in Ägypten zu gehen und nach ihnen zu sehen. Sein Schwiegervater entließ ihn in Frieden. Damit begann auch für Zippora ein neuer Abschnitt: Mose nahm seine Frau und seine Söhne mit sich und machte sich auf den Weg nach Ägypten.

Die Formulierung in 2. Mose 4 ist knapp, aber eindeutig. Zippora blieb zunächst nicht in Midian zurück, während Mose allein seinem Auftrag folgte. Mose setzte seine Familie auf das Reittier und zog mit ihr in Richtung Ägypten. Die Bibel berichtet nicht, was Zippora über die Erscheinung Gottes am brennenden Busch wusste oder wie Mose ihr seinen Auftrag erklärt hatte. Ebenso wenig beschreibt sie ihre Gedanken darüber, das vertraute Umfeld ihrer Familie zu verlassen. Sicher ist lediglich, dass sie mit Mose und den Kindern aufbrach.

Gerade auf diesem Weg berichtet die Schrift jedoch eine der schwierigsten und auffälligsten Szenen aus Zipporras Leben. Während einer Übernachtung unterwegs heißt es, dass der HERR Mose begegnete und ihn töten wollte. Der Bericht steht unmittelbar nach Gottes ernster Ankündigung des Gerichts über den erstgeborenen Sohn des Pharaos. Ohne ausführliche Erklärung wechselt der Text nun in Moses eigene Familie und macht deutlich, dass auch der von Gott berufene Befreier dem göttlichen Bund nicht gleichgültig gegenüberstehen konnte.

Zippora nahm daraufhin einen scharfen Stein, beschnitt ihren Sohn und berührte damit Moses Füße. Dabei sprach sie die Worte, Mose sei ihr ein „Blutbräutigam“. Danach ließ Gott von ihm ab. Die wenigen Verse setzen offenbar voraus, dass dem ursprünglichen Leser der Zusammenhang mit der Beschneidung bekannt war. Seit Abraham war sie das von Gott gegebene Bundeszeichen für die männlichen Nachkommen seines Bundesvolkes. Gott hatte ausdrücklich erklärt, dass ein unbeschnittener Mann, bei dem dieses Zeichen missachtet wurde, aus seinem Volk ausgeschlossen werden sollte. Der Vorfall auf dem Weg nach Ägypten steht deshalb nicht als willkürliche Bedrohung in der Erzählung, sondern berührt eine zuvor gegebene Bundesordnung.

Der Text sagt allerdings nicht ausdrücklich, warum der Sohn bis zu diesem Zeitpunkt unbeschnitten geblieben war oder wer die vorausgehende Entscheidung getroffen hatte. Ebenso wird nicht eindeutig erklärt, welcher der beiden Söhne betroffen war. Deshalb wäre es zu weitgehend, Zippora für die vorherige Unterlassung verantwortlich zu machen oder einen familiären Streit zu rekonstruieren, den die Bibel nicht schildert. Was die Schrift tatsächlich hervorhebt, ist ihr unmittelbares Handeln in der entscheidenden Situation: Zippora vollzog die Beschneidung, und die tödliche Gefahr für Mose endete.

Ihre Worte vom „Blutbräutigam“ gehören zu den schwer verständlichen Äußerungen dieses kurzen Abschnitts. Sie lassen erkennen, dass Zippora die Beschneidung unmittelbar mit Mose und der entstandenen Situation verband. Ob ihre Worte Abscheu, Erschütterung, Vorwurf oder eine andere konkrete Haltung ausdrücken, lässt sich aus dem knappen Bericht nicht mit Sicherheit bestimmen. Der Text erlaubt es daher nicht, ihr inneres Motiv genauer auszumalen. Sicher ist hingegen, dass Blut und Bundeszeichen in diesem Augenblick unmittelbar mit der Bewahrung Moses verbunden werden.

Gerade die Stellung dieses Ereignisses innerhalb der Berufungsgeschichte ist bemerkenswert. Mose war von Gott zu einer außergewöhnlichen Aufgabe berufen worden, doch seine Berufung hob die Verantwortung gegenüber Gottes offenbartem Willen nicht auf. Bevor er dem Pharao Gottes Forderung überbringen sollte, wurde innerhalb seiner eigenen Familie eine Bundespflicht ernst. Berufung und Gehorsam stehen hier nicht gegeneinander. Gottes Gnade erwählt einen Menschen zu seinem Dienst, doch diese Erwählung macht Ungehorsam nicht belanglos.

Nach diesem Ereignis verschwindet Zippora zunächst aus der unmittelbaren Exodus-Erzählung. Später erfahren wir, dass sie und ihre beiden Söhne sich wieder bei ihrem Vater in Midian befanden. 2. Mose 18 sagt ausdrücklich, dass Mose Zippora „zurückgeschickt“ hatte, nennt aber weder den genauen Zeitpunkt noch den Grund. Deshalb lässt sich nicht sicher sagen, ob dies unmittelbar nach dem Beschneidungsvorfall geschah oder erst später. Fest steht nur: Zippora war mit Mose aufgebrochen, hatte auf dem Weg nach Ägypten in einer lebensbedrohlichen Situation entscheidend gehandelt und befand sich während eines späteren Abschnitts wieder mit den Kindern in Midian.

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Zippora kehrt mit ihren Söhnen zu Mose zurück

2. Mose 18,1-7 – „1 Und als Jethro, der Priester in Midian, Moses Schwiegervater, alles hörte, was Gott Mose und seinem Volk Israel getan, wie der HERR Israel aus Ägypten geführt hatte, 2 nahm Jethro, Moses Schwiegervater, die Zippora, das Weib Moses, die er zurückgesandt hatte, 3 und ihre zwei Söhne (der eine hieß Gersom; denn er sprach: Ich bin ein Fremdling in einem fremden Lande geworden; 4 und der andere Elie…"
2. Mose 18,1-7 – „1 Und als Jethro, der Priester in Midian, Moses Schwiegervater, alles hörte, was Gott Mose und seinem Volk Israel getan, wie der HERR Israel aus Ägypten geführt hatte, 2 nahm Jethro, Moses Schwiegervater, die Zippora, das Weib Moses, die er zurückgesandt hatte, 3 und ihre zwei Söhne (der eine hieß Gersom; denn er sprach: Ich bin ein Fremdling in einem fremden Lande geworden; 4 und der andere Elie…"
2. Mose 18,8-12 – „8 Da erzählte Mose seinem Schwiegervater alles, was der HERR dem Pharao und den Ägyptern um Israels willen getan hatte, und alle Mühsal, die ihnen auf dem Wege begegnet war, und wie der HERR sie errettet hatte. 9 Jethro aber freute sich über alles Gute, das der HERR an Israel getan, und daß er sie von der Ägypter Hand errettet hatte. 10 Und Jethro sprach: Gelobt sei der HERR, der euch von der Han…"
2. Mose 18,2-4 – „2 nahm Jethro, Moses Schwiegervater, die Zippora, das Weib Moses, die er zurückgesandt hatte, 3 und ihre zwei Söhne (der eine hieß Gersom; denn er sprach: Ich bin ein Fremdling in einem fremden Lande geworden; 4 und der andere Elieser; denn der Gott meines Vaters ist meine Hilfe gewesen und hat mich von dem Schwert des Pharao errettet)"

Nachdem Israel Ägypten verlassen hatte, das Rote Meer durchzogen und auf seinem Weg durch die Wüste Gottes Versorgung erfahren hatte, erscheint Zippora erneut in der Erzählung. Zu diesem Zeitpunkt befand sie sich mit ihren beiden Söhnen wieder bei ihrem Vater in Midian. Der Bibeltext erinnert ausdrücklich daran, dass Mose seine Frau zuvor „zurückgeschickt“ hatte. Wann genau dies geschehen war und aus welchem Grund, wird nicht mitgeteilt. Jede genauere Rekonstruktion muss deshalb offenbleiben.

Zipporras Vater Jethro hörte davon, was Gott für Mose und für Israel getan hatte und wie der HERR sein Volk aus Ägypten geführt hatte. Daraufhin nahm er Zippora und ihre beiden Söhne mit sich und machte sich auf den Weg zu Mose. Die Familie kam damit nicht zufällig wieder zusammen. Der Bericht verbindet ihre Rückkehr mit dem Zeitpunkt, an dem Mose mit Israel in der Wüste beim Berg Gottes lagerte. Die große Auseinandersetzung mit dem Pharao lag hinter ihnen, doch Israels Weg mit Gott hatte gerade erst begonnen.

An dieser Stelle nennt die Bibel noch einmal die beiden Söhne Zipporras. Der erste hieß Gersom, weil Mose gesagt hatte, er sei ein Fremdling in einem fremden Land gewesen. Der zweite hieß Elieser, denn Mose hatte bekannt, dass der Gott seines Vaters seine Hilfe gewesen und ihn vor dem Schwert des Pharaos errettet hatte. Die Namen der beiden Kinder bewahren damit etwas von Moses eigener Lebensgeschichte. Zugleich machen sie sichtbar, dass Zippora während der Jahre in Midian nicht nur seine Frau, sondern Mutter der Familie geworden war, die nun wieder zu ihm gebracht wurde.

Jethro ließ Mose ausrichten, dass er mit dessen Frau und beiden Söhnen zu ihm komme. Mose ging seinem Schwiegervater entgegen, verneigte sich und küsste ihn; danach begrüßten sie einander und gingen ins Zelt. Auffällig ist, dass der Text keine eigene Wiedersehensszene zwischen Mose und Zippora schildert. Er sagt nichts über ihre Begrüßung, ihre Gefühle oder darüber, wie lange sie voneinander getrennt gewesen waren. Die Wiedervereinigung der Familie ist durch ihre Ankunft eindeutig vorausgesetzt, doch die Bibel richtet den erzählerischen Schwerpunkt anschließend auf das Gespräch zwischen Mose und Jethro.

Mose erzählte seinem Schwiegervater ausführlich, was der HERR dem Pharao und den Ägyptern um Israels willen getan hatte, welche Schwierigkeiten Israel unterwegs begegnet waren und wie Gott sein Volk daraus errettet hatte. Jethro freute sich über Gottes Güte und bekannte die Größe des HERRN. Danach brachte er Gott Brand- und Schlachtopfer dar, und Aaron sowie die Ältesten Israels kamen hinzu, um gemeinsam vor Gott zu essen. Ob und in welcher Weise Zippora bei diesem Mahl anwesend war, berichtet der Text nicht.

Für Zipporras Biografie liegt die Bedeutung dieses Abschnitts deshalb weniger in eigenen Worten oder Handlungen als in ihrer erneuten Einordnung in Moses Leben. Sie kehrte nun mit den gemeinsamen Kindern zu einem Mann zurück, dessen Stellung sich seit Midian grundlegend verändert hatte. Mose war nicht mehr nur der Flüchtling, den ihre Familie einst aufgenommen hatte. Gott hatte ihn zum Führer Israels gebraucht und durch ihn mächtige Gerichte über Ägypten vollzogen. Dennoch macht der Text aus Zippora keine Nebenfigur, der nachträglich besondere Aufgaben zugeschrieben werden müssten. Er nennt nüchtern ihre Rückkehr und bewahrt damit die Information, dass Moses Familie nach der Trennung wieder zu ihm kam.

Nach 2. Mose 18 wird Zippora nicht mehr ausdrücklich mit Namen erwähnt. Der Bericht sagt später, dass Mose seinen Schwiegervater verabschiedete und dieser in sein Land zurückkehrte, erwähnt aber nicht ausdrücklich, dass Zippora mit ihm zurückging. Es wäre daher unbegründet, aus diesem Vers eine erneute Trennung abzuleiten. Ebenso wenig lässt sich aus dem Schweigen der späteren Texte bestimmen, wie Zipporras weiteres Familienleben verlief.

Damit erreicht ihre ausdrücklich erzählte Lebensgeschichte bereits ihren letzten sicheren Punkt. Doch eine spätere Begebenheit während der Wüstenwanderung wirft noch eine wichtige Frage auf: In 4. Mose 12 wird Mose wegen einer „kuschitischen Frau“ kritisiert. Ob damit Zippora gemeint ist oder eine andere Frau, sagt der Text nicht ausdrücklich. Gerade weil diese Stelle für das Verständnis ihrer weiteren Geschichte bedeutsam sein könnte, muss sie sorgfältig und ohne vorschnelle Gleichsetzung geprüft werden.

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Ist die kuschitische Frau Zippora?

4. Mose 12,1-10 – „1 Mirjam aber und Aaron redeten wider Mose wegen des äthiopischen Weibes, das er genommen hatte; denn er hatte eine Äthiopierin zum Weibe genommen. 2 Sie sprachen nämlich: Redet denn der HERR allein durch Mose? Redet er nicht auch durch uns? 3 Und der HERR hörte es. Aber Mose war ein sehr sanftmütiger Mann, sanftmütiger als alle Menschen auf Erden. 4 Da sprach der HERR plötzlich zu Mose und zu Aa…"
4. Mose 12,1-10 – „1 Mirjam aber und Aaron redeten wider Mose wegen des äthiopischen Weibes, das er genommen hatte; denn er hatte eine Äthiopierin zum Weibe genommen. 2 Sie sprachen nämlich: Redet denn der HERR allein durch Mose? Redet er nicht auch durch uns? 3 Und der HERR hörte es. Aber Mose war ein sehr sanftmütiger Mann, sanftmütiger als alle Menschen auf Erden. 4 Da sprach der HERR plötzlich zu Mose und zu Aa…"
2. Mose 2,16-21 – „16 Aber der Priester in Midian hatte sieben Töchter; die kamen, um Wasser zu schöpfen, und füllten die Tränkrinnen, um ihres Vaters Schafe zu tränken. 17 Da kamen die Hirten und jagten sie fort. Aber Mose machte sich auf und half ihnen und tränkte ihre Schafe. 18 Und als sie zu ihrem Vater Reguel kamen, sprach er: Warum seid ihr heute so bald wiedergekommen? 19 Sie sprachen: Ein ägyptischer Mann …"
2. Mose 18,1-6 – „1 Und als Jethro, der Priester in Midian, Moses Schwiegervater, alles hörte, was Gott Mose und seinem Volk Israel getan, wie der HERR Israel aus Ägypten geführt hatte, 2 nahm Jethro, Moses Schwiegervater, die Zippora, das Weib Moses, die er zurückgesandt hatte, 3 und ihre zwei Söhne (der eine hieß Gersom; denn er sprach: Ich bin ein Fremdling in einem fremden Lande geworden; 4 und der andere Elie…"

Nach Zipporras Rückkehr zu Mose nennt die Bibel ihren Namen nicht mehr. Während Israels weiterer Wüstenwanderung erscheint jedoch eine Frau, deren mögliche Verbindung zu Zippora seit Langem Fragen aufwirft. Mirjam und Aaron redeten gegen Mose „wegen der kuschitischen Frau, die er genommen hatte“. Der Text nennt diese Frau nicht beim Namen. Deshalb muss zunächst offenbleiben, ob hier weiterhin von Zippora gesprochen wird oder ob Mose zu diesem Zeitpunkt eine andere Frau geheiratet hatte.

Die Schwierigkeit entsteht vor allem durch die Herkunftsbezeichnungen. Zippora wird zuvor eindeutig als Tochter eines Priesters von Midian vorgestellt. In 4. Mose 12 dagegen wird Moses Frau als Kuschitin bezeichnet. Der Bibeltext erklärt nicht, warum dieselbe Frau einmal mit Midian und später mit Kusch verbunden sein sollte. Ebenso berichtet er nirgends ausdrücklich vom Tod Zipporras oder von einer zweiten Eheschließung des Mose. Beide Möglichkeiten stoßen deshalb an Grenzen dessen, was die Schrift tatsächlich mitteilt.

Es ist möglich, dass die kuschitische Frau Zippora war und die Bezeichnung „kuschitisch“ einen Zusammenhang bezeichnet, den die früheren Berichte nicht näher erklären. Für eine solche Einordnung spricht zumindest, dass die Bibel bis dahin nur Zippora als Frau des Mose vorgestellt hat und keinen Wechsel der Ehefrau berichtet. Dennoch genügt dieses Argument nicht, um die Identität sicher festzustellen. Das Schweigen über eine zweite Ehe beweist nicht, dass keine stattgefunden hatte, genauso wenig wie Zipporras frühere Ehe mit Mose beweist, dass jede spätere Erwähnung seiner Frau zwingend sie meint.

Umgekehrt lässt sich auch nicht sicher behaupten, Mose habe nach Zippora eine andere Frau geheiratet. Der Text von 4. Mose 12 sagt lediglich, dass Mirjam und Aaron wegen der kuschitischen Frau gegen Mose redeten. Er erklärt weder, wann Mose sie geheiratet hatte, noch ob Zippora zu diesem Zeitpunkt noch lebte. Eine ausführliche Geschichte über Zipporras Tod, eine Trennung oder eine zweite Ehe würde daher Informationen ergänzen, die die Bibel selbst nicht gibt.

Auch der eigentliche Schwerpunkt von 4. Mose 12 liegt nicht auf der Identität der Frau. Der Hinweis auf Moses Ehe eröffnet den Konflikt, doch Mirjam und Aaron stellen anschließend eine grundsätzlichere Frage: Ob der HERR nur durch Mose geredet habe oder nicht auch durch sie. Gott selbst greift ein und verteidigt die besondere Stellung seines Knechtes Mose. Die Auseinandersetzung weitet sich damit von der Kritik an seiner Ehe zu einem Angriff auf die von Gott gegebene Berufung und Autorität des Mose aus.

Auffällig ist dabei, dass Gott die Herkunft der Frau nicht als Grund benutzt, Mose zu tadeln. Im Gegenteil richtet sich seine Zurechtweisung gegen Mirjam und Aaron. Daraus folgt jedoch nicht automatisch, dass jede denkbare Einzelheit dieser Ehe ausdrücklich bestätigt wird; der Text behandelt vielmehr die Anmaßung der beiden Geschwister gegenüber Mose. Mirjam wird mit Aussatz geschlagen und muss für sieben Tage außerhalb des Lagers bleiben, während Mose für ihre Heilung zu Gott ruft.

Für Zipporras Lebensgeschichte bedeutet dies, dass 4. Mose 12 nur mit ausdrücklicher Zurückhaltung herangezogen werden darf. Die kuschitische Frau könnte Zippora gewesen sein, doch die Bibel stellt diese Identität nicht eindeutig fest. Deshalb wäre es falsch, die Ereignisse dieses Kapitels ohne Kennzeichnung einfach als weitere sichere Episode ihres Lebens zu erzählen. Ebenso falsch wäre es, Zippora hier sicher auszuschließen und eine zweite Frau des Mose als feststehende Tatsache einzuführen.

Damit bleibt 2. Mose 18 die letzte Stelle, an der Zippora eindeutig mit Namen und sicher identifizierbar erscheint. Über ihr weiteres Leben, ihr Alter, ihren Tod und ihr Begräbnis berichtet die Bibel nichts. Auch spätere biblische Bücher greifen sie nicht ausdrücklich als Glaubensvorbild, Warnung oder heilsgeschichtliche Gestalt wieder auf. Was von ihr sicher bleibt, ist deshalb das, was Exodus selbst bewahrt: Sie war die Frau des Mose, Mutter seiner beiden Söhne, begleitete ihn auf dem Weg nach Ägypten, handelte in der ernsten Bundeskrise während dieser Reise und wurde später mit ihren Kindern wieder zu Mose gebracht.

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Zusammenfassung und Gebet

Zippora gehört zu den Menschen der Bibel, deren Leben nur in wenigen Ausschnitten sichtbar wird. Gerade deshalb verlangt ihre Geschichte besondere Sorgfalt. Die Schrift gibt uns kein vollständiges Persönlichkeitsbild, keine ausführliche Beschreibung ihres Glaubens und keine Angaben über große Teile ihres Lebens. Was sie jedoch berichtet, reicht aus, um Zippora als einen wirklichen Teil jener Lebensphase zu erkennen, in der Gott Mose auf seinen späteren Dienst vorbereitete und seine Familie in die Geschichte des Exodus einbezog.

Als Mose nach Midian floh, begegnete Zippora ihm zunächst als eine der sieben Töchter des dortigen Priesters. Aus dem heimatlosen Flüchtling wurde ein Mann mit einem neuen Zuhause, einer Frau und Kindern. Zippora wurde seine Ehefrau und die Mutter von Gersom und Elieser. Ihre Geschichte macht damit einen Teil jener Jahre sichtbar, die zwischen Moses Flucht aus Ägypten und seiner Rückkehr als von Gott berufener Führer Israels lagen.

Besonders eindrücklich bleibt die rätselhafte Begebenheit auf dem Weg nach Ägypten. Mose befand sich unter einem ernsten göttlichen Gericht, und Zippora vollzog an ihrem Sohn die Beschneidung. Unmittelbar danach ließ Gott von Mose ab. Nicht jede Einzelheit dieser Szene lässt sich erklären, und gerade deshalb dürfen weder Zipporras Motive noch die Vorgeschichte frei ergänzt werden. Der sichere Kern bleibt jedoch bestehen: Gottes Berufung des Mose machte die von Gott gegebene Bundesordnung nicht bedeutungslos. Verantwortung und Berufung gehörten zusammen.

Später begegnet Zippora wieder, als Jethro sie mit Gersom und Elieser zu Mose brachte. Zu diesem Zeitpunkt hatte Gott Israel bereits aus der Macht Ägyptens befreit. Der Bericht richtet seinen Schwerpunkt nun stärker auf Gottes Handeln an seinem Volk als auf Zippora selbst. Danach verstummt ihre ausdrücklich erzählte Geschichte. Die Bibel sagt nicht, wann oder wo sie starb, und sie berichtet auch nicht über ihre späteren Lebensjahre.

Auch die kuschitische Frau aus 4. Mose 12 darf deshalb nicht einfach mit Zippora gleichgesetzt werden. Eine Identität ist möglich, aber nicht ausdrücklich bestätigt. Ebenso wenig kann aus dem Text sicher eine zweite Ehe des Mose konstruiert werden. Gerade bei einer Person mit wenigen Erwähnungen besteht die Gefahr, Lücken durch Vermutungen zu schließen. Zipporras Geschichte erinnert daran, das geoffenbarte Wort ernst zu nehmen und dort zurückhaltend zu bleiben, wo Gott keine weiteren Einzelheiten mitteilt.

Ebenso wäre es unangemessen, Zippora nachträglich zu einer großen Glaubensheldin zu machen oder sie aufgrund ihrer wenigen überlieferten Worte negativ festzulegen. Die Bibel tut weder das eine noch das andere. Sie zeigt eine Frau, die zu Moses Familie gehörte, ihn auf einem entscheidenden Teil seines Weges begleitete, in einer gefährlichen Situation handelte und später mit ihren Kindern wieder zu ihm zurückkehrte. Ihr bleibender Platz liegt nicht in einer großen öffentlichen Aufgabe, sondern innerhalb einer Familie, die unmittelbar in Gottes Handeln mit Israel hineingenommen wurde.

Eine ausdrückliche typologische Verbindung zwischen Zippora und Christus stellt die Bibel nicht her. Sie steht jedoch innerhalb jener Heilsgeschichte, in der Gott Israel aus der Knechtschaft führte und seinen Erlösungsplan weiter entfaltete. Der Mittelpunkt dieser Geschichte ist deshalb letztlich nicht Zippora und auch nicht Mose, sondern der Gott, der rettet, seinen Bund ernst nimmt und sein Volk führt. Gerade Zipporras begrenzter biblischer Bericht lässt diesen Schwerpunkt deutlich bestehen: Der Mensch erhält seinen Platz in der Geschichte, doch die Ehre für Rettung und Führung gehört Gott.

Herr, unser Gott, danke, dass dein Wort auch von Menschen berichtet, deren Leben uns nur in wenigen Augenblicken begegnet. Gib uns Demut, nichts hinzuzufügen, was du nicht offenbart hast, und zugleich aufmerksam zu erkennen, was du uns zeigen möchtest. Lehre uns, deine Gnade niemals von deinem Willen zu trennen und unsere Verantwortung auch dort ernst zu nehmen, wo unser Weg unscheinbar erscheint. Hilf uns, dir in den Aufgaben treu zu sein, die du uns anvertraust, und unseren Blick dabei nicht auf menschliche Bedeutung, sondern auf dein rettendes Handeln zu richten. Amen.

„Gelobt sei der HERR, der euch von der Hand der Ägypter und von der Hand des Pharao errettet hat, ja, der sein Volk von der Hand der Ägypter errettet hat!“ 2. Mose 18,10

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