Timotheus – Der junge Hirte mit dem zarten Herzen Er war schüchtern, hatte häufig Magenprobleme und war so jung, dass manche ihn nicht ernst nahmen. Und doch schrieb Paulus über ihn: „Ich habe keinen Gleichgesinnten, der so aufrichtig für euch sorgt“ (Philipper 2,20). Timotheus war der geistliche Sohn, den Paulus nie hatte – und der treu…
Er war schüchtern, hatte häufig Magenprobleme und war so jung, dass manche ihn nicht ernst nahmen. Und doch schrieb Paulus über ihn: „Ich habe keinen Gleichgesinnten, der so aufrichtig für euch sorgt“ (Philipper 2,20). Timotheus war der geistliche Sohn, den Paulus nie hatte – und der treueste Mitarbeiter seines Lebens.
Timotheus wuchs in Lystra auf, geboren aus einer jüdischen Mutter (Eunike) und einem griechischen Vater. Schon als Kind hatte ihn seine Großmutter Lois und seine Mutter in den heiligen Schriften unterwiesen – „von Kind auf kennst du die heilige Schrift“ (2. Timotheus 3,15). Als Paulus nach Lystra kam, erkannte er das Potenzial des jungen Mannes und nahm ihn mit auf die Reise.
Timotheus wurde zu Gemeinden gesandt, die in Schwierigkeiten waren – nach Thessalonich, nach Korinth, nach Ephesus. Paulus vertraute ihm die schwierigsten Aufgaben an: „Dies gebiete und lehre! Niemand verachte dich wegen deiner Jugend; sondern sei den Gläubigen ein Vorbild im Wort, im Wandel, in der Liebe, im Glauben, in der Reinheit“ (1. Timotheus 4,11–12).
Die beiden Timotheusbriefe sind die persönlichsten Schreiben des Paulus – das Vermächtnis eines alten Kämpfers an den jungen Nachfolger. Der zweite Brief wurde wahrscheinlich kurz vor Paulus' Tod geschrieben: „Beeile dich, bald zu mir zu kommen“ (2. Timotheus 4,9). Man spürt die Einsamkeit des alten Apostels – und sein Vertrauen, dass Timotheus die Fackel weitertragen wird.
„Timotheus war kein geborener Anführer. Aber seine Treue, seine Sanftmut und seine aufrichtige Liebe zu den Menschen machten ihn zu einem der wirksamsten Hirten der Urkirche. Gott gebraucht nicht nur die Starken – er gebraucht die Treuen“.
„Gott hat uns nicht gegeben den Geist der Furcht, sondern der Kraft und der Liebe und der Besonnenheit“ (2. Timotheus 1,7).
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