Thomas – Der Zweifler, der am tiefsten bekannte Sein Name ist zum Synonym für Zweifel geworden – „der ungläubige Thomas“. Doch diese Bezeichnung wird ihm nicht gerecht. Thomas war kein Feigling und kein Zyniker. Als Jesus nach Judäa gehen wollte, wo man ihn steinigen wollte, war es Thomas, der sagte: „Lasst uns mitziehen, dass wir mit ih…
Sein Name ist zum Synonym für Zweifel geworden – „der ungläubige Thomas“. Doch diese Bezeichnung wird ihm nicht gerecht. Thomas war kein Feigling und kein Zyniker. Als Jesus nach Judäa gehen wollte, wo man ihn steinigen wollte, war es Thomas, der sagte: „Lasst uns mitziehen, dass wir mit ihm sterben!“ (Johannes 11,16). Das sind nicht die Worte eines Zweiflers – das sind die Worte eines Mannes, der bereit war, alles zu geben.
Als Jesus nach der Auferstehung den Jüngern erschien, war Thomas nicht dabei. Die anderen berichteten begeistert: „Wir haben den Herrn gesehen!“ Doch Thomas weigerte sich zu glauben, was er nicht selbst gesehen hatte: „Wenn ich nicht in seinen Händen die Nägelmale sehe und meinen Finger in die Nägelmale lege und meine Hand in seine Seite lege, kann ich es nicht glauben“ (Johannes 20,25).
Acht Tage später erschien Jesus erneut – und diesmal war Thomas dabei. Jesus wandte sich direkt an ihn: „Reiche deinen Finger her und sieh meine Hände, und reiche deine Hand her und lege sie in meine Seite, und sei nicht ungläubig, sondern gläubig!“
Und Thomas sprach das tiefste Bekenntnis, das je ein Mensch ausgesprochen hat – tiefer als Petrus am See, tiefer als Martha vor dem Grab: „Mein Herr und mein Gott!“ (Johannes 20,28). Es ist das erste Mal im Johannesevangelium, dass jemand Jesus direkt als Gott anspricht.
Jesus antwortete: „Weil du mich gesehen hast, glaubst du. Selig sind, die nicht sehen und doch glauben!“ – ein Segen, der über alle Generationen reicht, die nach Thomas kamen.
„Thomas war kein Mann des oberflächlichen Glaubens. Sein Zweifel war ehrlich und sein Bekenntnis umso tiefer. Gott tadelt nicht die ehrliche Frage – er tadelt die Weigerung, nach Antworten zu suchen“.
Der Tradition nach brachte Thomas das Evangelium bis nach Indien, wo die Thomas-Christen bis heute seine Verkündigung bezeugen.
„Mein Herr und mein Gott!“ (Johannes 20,28).
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