Pontius Pilatus

Pontius Pilatus – Der Mann, der sich die Hände wusch Er wusste, dass Jesus unschuldig war. Dreimal sagte er es: „Ich finde keine Schuld an diesem Menschen“ (Lukas 23,4; Johannes 18,38; 19,4). Seine Frau warnte ihn: „Habe du nichts zu schaffen mit diesem Gerechten; denn ich habe heute viel erlitten im Traum um seinetwillen“ (Matthäus 27,1…

Pontius Pilatus – Der Mann, der sich die Hände wusch

Er wusste, dass Jesus unschuldig war. Dreimal sagte er es: „Ich finde keine Schuld an diesem Menschen“ (Lukas 23,4; Johannes 18,38; 19,4). Seine Frau warnte ihn: „Habe du nichts zu schaffen mit diesem Gerechten; denn ich habe heute viel erlitten im Traum um seinetwillen“ (Matthäus 27,19). Und doch übergab er Jesus der Kreuzigung.

Pilatus war der römische Statthalter von Judäa – ein Mann der Macht, gewohnt, über Leben und Tod zu entscheiden. Doch an diesem Freitagmorgen stand er vor einer Entscheidung, die größer war als alle Politik: vor ihm stand die Wahrheit selbst, und er fragte: „Was ist Wahrheit?“ – und ging hinaus, ohne auf die Antwort zu warten (Johannes 18,38).

Pilatus versuchte alles, um sich der Verantwortung zu entziehen. Er schickte Jesus zu Herodes. Er bot an, ihn freizulassen – Barabbas oder Jesus. Er ließ ihn geißeln, in der Hoffnung, das Volk würde Mitleid zeigen. Und als nichts half, nahm er Wasser und wusch sich die Hände: „Ich bin unschuldig an seinem Blut; seht ihr zu!“ (Matthäus 27,24).

Doch Hände waschen macht nicht unschuldig. Pilatus traf eine Entscheidung – die Entscheidung, keine Entscheidung zu treffen. Er opferte die Gerechtigkeit auf dem Altar der politischen Bequemlichkeit. Er wählte seine Karriere über sein Gewissen.

„Pilatus hatte die Gelegenheit, sich auf die Seite der Wahrheit zu stellen. Aber er ließ sie vorübergehen. Und von diesem Moment an war sein Leben ein Abstieg. Die Geschichte zeigt, dass er wenige Jahre später in Ungnade fiel und – nach manchen Berichten – durch Selbstmord endete".

Pilatus steht für jeden Menschen, der die Wahrheit erkennt, aber nicht den Mut hat, ihr zu folgen.

„Ich bin dazu geboren und in die Welt gekommen, dass ich die Wahrheit bezeugen soll. Wer aus der Wahrheit ist, der hört meine Stimme“ (Johannes 18,37).