Maria – Die Mutter des Erlösers Sie war jung, arm und unbekannt – ein Mädchen aus Nazareth, einem Dorf, über das man spottete: „Was kann aus Nazareth Gutes kommen?“ Und doch wählte Gott sie für die größte Aufgabe, die je einem Menschen anvertraut wurde: die Mutter des Messias zu sein. Als der Engel Gabriel erschien und ihr die Geburt ein…
Sie war jung, arm und unbekannt – ein Mädchen aus Nazareth, einem Dorf, über das man spottete: „Was kann aus Nazareth Gutes kommen?“ Und doch wählte Gott sie für die größte Aufgabe, die je einem Menschen anvertraut wurde: die Mutter des Messias zu sein.
Als der Engel Gabriel erschien und ihr die Geburt eines Sohnes ankündigte, stellte Maria nur eine Frage: „Wie soll das zugehen, da ich doch von keinem Mann weiß?“ (Lukas 1,34). Es war keine zweifelnde Frage – es war eine ehrliche. Und als der Engel antwortete, sprach Maria die Worte, die den Lauf der Weltgeschichte veränderten: „Siehe, ich bin des Herrn Magd; mir geschehe, wie du gesagt hast“ (Lukas 1,38).
Marias Lobgesang (Lukas 1,46–55) ist keine fromme Lyrik – er ist ein revolutionäres Manifest: Gott stößt die Gewaltigen vom Thron. Er füllt die Hungrigen mit Gütern. Er zerstreut die Hoffärtigen. Maria, die Arme, sang von einem Gott, der die Weltordnung umkehrt.
Als Maria und Josef das Kind im Tempel darbrachten, prophezeite der alte Simeon: „Und auch durch deine eigene Seele wird ein Schwert dringen“ (Lukas 2,35). Diese Prophezeiung erfüllte sich vielfach: die Flucht nach Ägypten, die Ablehnung durch die Volksführer, und am Ende – der Anblick ihres Sohnes am Kreuz.
Maria stand unter dem Kreuz. Sie hörte seine Worte: „Frau, siehe, dein Sohn!“ – und er übergab sie der Fürsorge des Jüngers Johannes. Es war der schmerzhafteste Moment einer Mutter – und zugleich der hellste Moment der Menschheitsgeschichte.
„Maria verstand nicht immer die Mission ihres Sohnes. Aber sie bewahrte alle Worte in ihrem Herzen. Ihr Glaube wurde nicht durch Verstehen genährt, sondern durch Vertrauen“.
Nach der Himmelfahrt Jesu finden wir Maria im Obergemach, betend mit den Jüngern, wartend auf die Ausgießung des Heiligen Geistes (Apostelgeschichte 1,14). Sie war keine Göttin, keine Mittlerin – sie war eine Gläubige, die mit den anderen auf die Kraft von oben wartete.
Das Magnifikat – Das Lied der Revolution
Ein Schwert durch die Seele
„Meine Seele erhebt den Herrn, und mein Geist freut sich Gottes, meines Heilandes“ (Lukas 1,46–47).
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