Lukas – Der Arzt, der die Geschichte schrieb Er war kein Apostel, kein Augenzeuge des irdischen Lebens Jesu – und doch schrieb er mehr vom Neuen Testament als jeder andere Autor: das Lukasevangelium und die Apostelgeschichte, zusammen etwa ein Viertel des gesamten Neuen Testaments. Lukas war ein griechischer Arzt, ein gebildeter Mann und…
Er war kein Apostel, kein Augenzeuge des irdischen Lebens Jesu – und doch schrieb er mehr vom Neuen Testament als jeder andere Autor: das Lukasevangelium und die Apostelgeschichte, zusammen etwa ein Viertel des gesamten Neuen Testaments. Lukas war ein griechischer Arzt, ein gebildeter Mann und ein treuer Begleiter des Paulus.
Sein Evangelium beginnt mit einer bemerkenswerten Einleitung: „Es haben schon viele unternommen, Bericht zu geben von den Geschichten, die unter uns geschehen sind. So habe auch ich es für gut gehalten, nachdem ich alles von Anfang an sorgfältig erkundet habe, es für dich, lieber Theophilus, in guter Ordnung aufzuschreiben" (Lukas 1,1–3). Lukas war ein Historiker – er recherchierte, befragte Augenzeugen und ordnete systematisch.
Sein Evangelium hat einen besonderen Fokus: die Armen, die Ausgegrenzten, die Frauen, die Sünder. Nur Lukas berichtet vom verlorenen Sohn, vom barmherzigen Samariter, vom Zöllner Zachäus, von den Frauen, die Jesus auf seinen Reisen unterstützten. Nur Lukas erzählt die Weihnachtsgeschichte aus der Perspektive Marias.
In der Apostelgeschichte wechselt Lukas an bestimmten Stellen plötzlich von „sie“ zu „wir“ – ein Zeichen, dass er selbst dabei war: auf der Überfahrt nach Philippi, auf der letzten Reise nach Jerusalem, auf der stürmischen Seereise nach Rom. Paulus schrieb am Ende seines Lebens: „Lukas ist allein bei mir“ (2. Timotheus 4,11). Als alle anderen gegangen waren, blieb der Arzt.
„Lukas brachte in sein Werk als Evangelist und Historiker die Genauigkeit des Wissenschaftlers und die Wärme eines Mannes ein, der die heilende Kraft Christi nicht nur beschrieb, sondern selbst erfahren hatte“.
„Denn des Menschen Sohn ist gekommen, zu suchen und selig zu machen, was verloren ist“ (Lukas 19,10).
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