Judas Iskariot

Judas Iskariot in der Bibel

Judas Iskariot war einer der zwölf von Jesus berufenen Apostel und wurde schließlich zu dem Jünger, der seinen Herrn verriet. Seine Geschichte gehört zu den ernstesten Warnungen des Neuen Testaments: Äußere Nähe zu Christus ersetzt weder Glauben noch Treue. Zugleich zeigt sein Leben, dass menschliche Schuld Gottes Erlösungsplan nicht vereiteln konnte, ohne Judas dadurch von seiner persönlichen Verantwortung zu entlasten.

Einführung

Kaum eine Gestalt unter den Jüngern Jesu wird so stark von ihrem Ende her gelesen wie Judas Iskariot. Schon sein Name weckt die Erinnerung an Verrat, Schuld und einen Weg, der tragisch endete. Doch wenn man Judas nur auf diese letzte Tat reduziert, übersieht man einen entscheidenden Teil des biblischen Zeugnisses: Er stand zunächst nicht außerhalb des Jüngerkreises. Jesus nahm ihn in die Gemeinschaft der Zwölf auf, und Judas erlebte über längere Zeit dieselbe unmittelbare Nähe zu Christus wie die anderen Apostel.

Gerade deshalb verlangt seine Geschichte besondere Sorgfalt. Die Bibel gibt nur begrenzte Informationen über seine Herkunft und sagt nichts über seine Kindheit oder Jugend. Sie erlaubt auch keine frei erfundene Erklärung seiner inneren Entwicklung. Wo seine Motive ausdrücklich genannt oder durch spätere biblische Aussagen eingeordnet werden, können sie betrachtet werden; wo der Text schweigt, muss auch die Auslegung zurückhaltend bleiben.

Der früheste sichere Zugang zu Judas liegt deshalb nicht in einer unbekannten Vorgeschichte, sondern in seiner Aufnahme unter die zwölf Apostel. Die Evangelien nennen ihn in den Listen dieses besonderen Kreises und unterscheiden ihn bereits dort von anderen Männern namens Judas durch seinen Beinamen Iskariot. Damit beginnt seine biblisch greifbare Lebensgeschichte innerhalb einer Gemeinschaft, die Jesus selbst berief.

Judas begegnet uns also zuerst als ein Mann, dem eine außergewöhnliche Nähe zu Jesus gewährt wurde. Bevor seine späteren Entscheidungen betrachtet werden können, muss deshalb verstanden werden, welche Stellung er unter den Zwölf erhielt und was es bedeutete, von Christus selbst in diesen Kreis berufen zu werden.

Judas wird in den Kreis der Zwölf aufgenommen

Lukas 6,12-16 – „12 Es begab sich aber in diesen Tagen, daß er hinausging auf den Berg, um zu beten, und er verharrte die Nacht hindurch im Gebet zu Gott. 13 Und als es Tag geworden, rief er seine Jünger herzu und erwählte aus ihnen zwölf, die er auch Apostel nannte: 14 Simon, den er auch Petrus nannte, und dessen Bruder Andreas, Jakobus und Johannes, Philippus und Bartholomäus, 15 Matthäus und Thomas, Jakobus, d…"
Lukas 6,12-16 – „12 Es begab sich aber in diesen Tagen, daß er hinausging auf den Berg, um zu beten, und er verharrte die Nacht hindurch im Gebet zu Gott. 13 Und als es Tag geworden, rief er seine Jünger herzu und erwählte aus ihnen zwölf, die er auch Apostel nannte: 14 Simon, den er auch Petrus nannte, und dessen Bruder Andreas, Jakobus und Johannes, Philippus und Bartholomäus, 15 Matthäus und Thomas, Jakobus, d…"
Markus 3,13-19 – „13 Und er stieg auf den Berg und rief zu sich, welche er wollte; und sie kamen zu ihm. 14 Und er verordnete zwölf, daß sie bei ihm wären und daß er sie aussendete zu predigen 15 und daß sie Macht hätten, die Dämonen auszutreiben: 16 Simon, welchem er den Namen Petrus beilegte, 17 und Jakobus, den Sohn des Zebedäus, und Johannes, den Bruder des Jakobus, welchen er den Namen Boanerges, das heißt Do…"
Matthäus 10,1-4 – „1 Da rief er seine zwölf Jünger zu sich und gab ihnen Vollmacht über die unreinen Geister, sie auszutreiben, und jede Krankheit und jedes Gebrechen zu heilen. 2 Die Namen der zwölf Apostel aber sind diese: Der erste Simon, genannt Petrus, und sein Bruder Andreas; Jakobus, der Sohn des Zebedäus, und sein Bruder Johannes; 3 Philippus und Bartholomäus, Thomas und Matthäus der Zöllner; Jakobus, der S…"

Die biblisch greifbare Geschichte des Judas Iskariot beginnt nicht mit dem Verrat, sondern innerhalb des von Jesus berufenen Jüngerkreises. Lukas berichtet, dass Jesus vor der Auswahl der Zwölf eine ganze Nacht im Gebet zu Gott verbrachte. Als es Tag wurde, rief er seine Jünger zu sich und erwählte aus ihnen zwölf, die er auch Apostel nannte. Am Ende dieser Aufzählung steht Judas Iskariot. Damit erscheint Judas zunächst als einer jener Männer, die Jesus aus einem größeren Kreis von Jüngern für eine besondere Aufgabe auswählte.

Die Evangelien berichten keine einzelne Berufungsszene des Judas, wie sie etwa von einigen anderen Jüngern überliefert ist. Deshalb wissen wir nicht, wann Judas Jesus erstmals begegnete, wie lange er ihm bereits folgte oder unter welchen Umständen er in den weiteren Jüngerkreis gekommen war. Auch über seine Eltern, seine Kindheit und seine frühere Tätigkeit geben die Evangelien keine sichere Auskunft. Der erste feste biografische Punkt ist seine Zugehörigkeit zu den Zwölf. Alles, was darüber hinaus über seine Vorgeschichte gesagt würde, müsste den biblischen Bericht überschreiten.

Diese Stellung war keineswegs bedeutungslos. Markus beschreibt, dass Jesus die Zwölf bestimmte, damit sie bei ihm seien und damit er sie aussende zu predigen. Matthäus ergänzt, dass Jesus den Zwölf Vollmacht über unreine Geister sowie zum Heilen von Krankheiten und Gebrechen gab. Judas wird dabei nicht als Außenseiter einer anderen Kategorie behandelt. Die Evangelisten zählen ihn innerhalb desselben apostolischen Kreises auf, der von Christus beauftragt wurde. Seine spätere Geschichte darf deshalb nicht so erzählt werden, als hätte Judas niemals wirklich zu den Zwölf gehört.

Gleichzeitig schreiben die Evangelisten ihre Berichte im Wissen um das spätere Ende. Deshalb wird Judas bereits in den Apostellisten als derjenige kenntlich gemacht, der Jesus verriet beziehungsweise zum Verräter wurde. Diese Bemerkungen ordnen für den Leser ein, welcher Judas gemeint ist; sie bedeuten jedoch nicht, dass der Verrat bereits bei seiner Berufung geschehen war. Lukas formuliert besonders sorgfältig, dass Judas zu dem wurde, der Jesus verriet. Der Text hält damit zwei Tatsachen nebeneinander: Judas wurde von Jesus unter die Zwölf aufgenommen, und derselbe Judas ging später einen Weg, der im Verrat endete.

Gerade diese Verbindung macht seine Geschichte so ernst. Judas befand sich nicht nur in der Nähe einer religiösen Bewegung oder hörte Jesus gelegentlich aus der Ferne. Er gehörte zu dem engsten Kreis, der Jesu Worte hörte, seine Taten miterlebte und für den apostolischen Dienst ausgerüstet wurde. Doch die Bibel benutzt diese Nähe nicht als Beweis dafür, dass sein späterer Weg unvermeidlich gewesen wäre. Berufung hebt menschliche Verantwortung nicht auf. Ein Mensch kann große geistliche Vorrechte empfangen und dennoch Entscheidungen treffen, die ihn zunehmend von dem entfernen, zu dem er gerufen wurde.

Ebenso wenig darf aus der späteren Entwicklung geschlossen werden, Jesus habe mit der Aufnahme des Judas einen Fehler gemacht. Die Evangelien stellen Christus nicht als einen Getäuschten dar, dessen Erlösungswerk durch Judas außer Kontrolle geriet. Zugleich entschuldigt Gottes souveränes Handeln die spätere Sünde des Judas nicht. Schon an seinem Eintritt in den Kreis der Zwölf begegnen sich deshalb zwei Linien, die seine weitere Lebensgeschichte prägen werden: die außergewöhnliche Nähe, die Christus ihm gewährte, und die persönliche Verantwortung, die mit dieser Nähe verbunden war.

Am Anfang steht somit nicht der Verräter, sondern der berufene Jünger. Judas erhielt einen Platz unter den Zwölf und damit Gelegenheit, Christus unmittelbar kennenzulernen, ihm zuzuhören und in seinem Auftrag zu dienen. Erst von diesem Ausgangspunkt aus lässt sich die Tragweite seiner späteren Entscheidungen richtig verstehen. Seine Geschichte wird gerade deshalb so erschütternd, weil der Abstand zwischen seiner empfangenen Berufung und seinem späteren Handeln nicht klein, sondern außerordentlich groß wurde.

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Judas wird mit den Zwölf ausgesandt

Matthäus 10,5-8 – „5 Diese zwölf sandte Jesus aus, gebot ihnen und sprach: Begebet euch nicht auf die Straße der Heiden und betretet keine Stadt der Samariter; 6 gehet vielmehr zu den verlorenen Schafen des Hauses Israel. 7 Gehet aber hin, prediget und sprechet: Das Himmelreich ist nahe herbeigekommen! 8 Heilet Kranke, weckt Tote auf, reiniget Aussätzige, treibet Dämonen aus! Umsonst habt ihr es empfangen, umsonst …"
Matthäus 10,5-8 – „5 Diese zwölf sandte Jesus aus, gebot ihnen und sprach: Begebet euch nicht auf die Straße der Heiden und betretet keine Stadt der Samariter; 6 gehet vielmehr zu den verlorenen Schafen des Hauses Israel. 7 Gehet aber hin, prediget und sprechet: Das Himmelreich ist nahe herbeigekommen! 8 Heilet Kranke, weckt Tote auf, reiniget Aussätzige, treibet Dämonen aus! Umsonst habt ihr es empfangen, umsonst …"
Markus 6,7-13 – „7 Und er rief die Zwölf zu sich und fing an, sie je zwei und zwei auszusenden, und gab ihnen Macht über die unreinen Geister. 8 Und er befahl ihnen, sie sollten nichts auf den Weg nehmen als nur einen Stab, keine Tasche, kein Brot, kein Geld im Gürtel, 9 sondern nur Sandalen an den Füßen tragen und nicht zwei Röcke anziehen. 10 Und er sprach zu ihnen: Wo ihr in ein Haus eintretet, da bleibet, bis…"
Lukas 9,1-6 – „1 Er rief aber die Zwölf zusammen und gab ihnen Kraft und Vollmacht über alle Dämonen und um Krankheiten zu heilen; 2 und er sandte sie aus, das Reich Gottes zu predigen, und zu heilen. 3 Und er sprach zu ihnen: Nehmet nichts auf den Weg, weder Stab noch Tasche, noch Brot noch Geld; auch soll einer nicht zwei Anzüge haben. 4 Und wo ihr in ein Haus eintretet, da bleibet, und von da ziehet weiter. …"

Die Berufung der Zwölf blieb nicht auf das gemeinsame Leben mit Jesus beschränkt. Nachdem die Jünger eine Zeit lang bei ihm gewesen waren, sandte Jesus sie selbst zum Dienst aus. Matthäus verbindet diesen Auftrag unmittelbar mit der zuvor genannten Liste der zwölf Apostel, zu denen auch Judas Iskariot gehörte. Sie sollten zunächst zu den verlorenen Schafen des Hauses Israel gehen, die Nähe des Himmelreiches verkündigen und im Auftrag Jesu handeln. Damit erhielt auch Judas Anteil an einer Aufgabe, die ganz von der Vollmacht Christi abhängig war.

Markus berichtet, dass Jesus die Zwölf jeweils zu zweit aussandte und ihnen Vollmacht über unreine Geister gab. Lukas fasst den Auftrag ähnlich zusammen: Jesus gab ihnen Kraft und Vollmacht über Dämonen und Krankheiten und sandte sie aus, das Reich Gottes zu verkündigen und zu heilen. Die Evangelien nennen nicht, mit welchem Jünger Judas unterwegs war und berichten keine einzelne Predigt oder Heilung, die ausdrücklich ihm zugeschrieben wird. Dennoch gehört er nach dem Zusammenhang zu dem Kreis, der diesen Auftrag gemeinsam empfing und ausführte.

Gerade hier ist eine wichtige Grenze zu beachten. Aus dem gemeinsamen Bericht darf nicht konstruiert werden, welche konkreten Wunder Judas persönlich tat oder welche Worte er auf seinen Reisen sprach. Die Schrift sagt jedoch ausdrücklich, dass die Zwölf ausgesandt wurden und dass sie predigten, zur Umkehr aufriefen und viele Kranke heilten. Judas war einer dieser Zwölf. Seine spätere Untreue ändert deshalb nichts daran, dass er während dieser Lebensphase tatsächlich an einem von Christus übertragenen apostolischen Dienst beteiligt war.

Der Auftrag selbst stellte die Jünger in eine besondere Abhängigkeit von Gott. Sie sollten nicht durch Vorräte, Geld oder äußere Absicherung ihren Dienst tragen, sondern sich auf die Versorgung verlassen, die ihnen auf dem Weg begegnete. Erfolg sollte ebenfalls nicht ihnen selbst zugerechnet werden. Die Vollmacht kam von Jesus, die Botschaft war seine Botschaft und das Reich, das sie verkündigten, war Gottes Reich. Judas erlebte damit nicht nur Jesu Wirken als Zuschauer, sondern wurde in einen Dienst hineingenommen, in dem er selbst lernen sollte, Christus zu vertrauen und in dessen Auftrag zu handeln.

Dass ein Mensch an geistlichem Dienst beteiligt ist, beweist jedoch noch nicht, wie sein Herz dauerhaft zu Gott steht. Die Bibel warnt an vielen Stellen davor, äußere Tätigkeit mit innerer Treue gleichzusetzen. Bei Judas wird dieser Unterschied später besonders schmerzhaft sichtbar werden. Doch an dieser Stelle der Lebensgeschichte wäre es verfrüht, sein späteres Versagen in jede frühere Handlung hineinzulesen. Der biblische Bericht zeigt zunächst einen Apostel, der gemeinsam mit den anderen ausgesandt wird und dieselben außergewöhnlichen Vorrechte empfängt.

Damit wächst zugleich seine Verantwortung. Judas hörte nicht nur Jesu Lehre, sondern verkündigte als Teil der Zwölf selbst die Botschaft vom Reich Gottes. Er stand nicht nur in der Nähe göttlicher Macht, sondern erhielt gemeinsam mit den anderen Vollmacht zum Dienst. Je größer das empfangene Licht, desto ernster wird die Frage, wie ein Mensch darauf antwortet. Judas besaß Möglichkeiten zur Erkenntnis und zur Nachfolge, die nur wenigen Menschen seiner Zeit gegeben waren.

Seine Geschichte lässt deshalb schon in dieser frühen Phase eine ernste Wahrheit erkennen: Geistliche Vorrechte können einen Menschen nicht automatisch bewahren. Berufung, Dienst und sogar sichtbare Teilnahme am Werk Gottes ersetzen nicht die bleibende persönliche Bindung an Christus. Judas war nicht vom Rand der Jüngerschaft in den Verrat geraten; er hatte mitten unter den Zwölf gelebt und gearbeitet. Gerade deshalb wird der weitere Verlauf seines Lebens zeigen, wie entscheidend nicht nur der Anfang eines Weges ist, sondern die fortgesetzte Antwort des Herzens auf Christus.

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Jesus kennt den Unglauben des Judas

Johannes 6,64-71 – „64 Aber es sind etliche unter euch, die nicht glauben. Denn Jesus wußte von Anfang, wer die seien, die nicht glaubten, und welcher ihn verraten würde. 65 Und er sprach: Darum habe ich euch gesagt: Niemand kann zu mir kommen, es sei ihm denn von meinem Vater gegeben! 66 Aus diesem Anlaß traten viele seiner Jünger zurück und wandelten nicht mehr mit ihm. 67 Da sprach Jesus zu den Zwölfen: Wollt ihr…"
Johannes 6,64-71 – „64 Aber es sind etliche unter euch, die nicht glauben. Denn Jesus wußte von Anfang, wer die seien, die nicht glaubten, und welcher ihn verraten würde. 65 Und er sprach: Darum habe ich euch gesagt: Niemand kann zu mir kommen, es sei ihm denn von meinem Vater gegeben! 66 Aus diesem Anlaß traten viele seiner Jünger zurück und wandelten nicht mehr mit ihm. 67 Da sprach Jesus zu den Zwölfen: Wollt ihr…"
Johannes 6,60-66 – „60 Viele nun von seinen Jüngern, die solches hörten, sprachen: Das ist eine harte Rede, wer kann sie hören? 61 Da aber Jesus bei sich selbst merkte, daß seine Jünger darüber murrten, sprach er zu ihnen: Ist euch das ein Ärgernis? 62 Wie denn, wenn ihr des Menschen Sohn dorthin auffahren sehet, wo er zuvor war? 63 Der Geist ist es, der lebendig macht, das Fleisch nützt gar nichts. Die Worte, die i…"

Nach der Aussendung der Zwölf führt das Johannesevangelium in eine Lebensphase, in der sichtbar wird, dass äußere Jüngerschaft und innerer Glaube nicht dasselbe sind. Jesus hatte viele Menschen gelehrt und gespeist, doch seine Rede über das Brot des Lebens stellte seine Zuhörer vor die Frage, ob sie ihm auch dann vertrauen würden, wenn seine Worte ihren Erwartungen widersprachen. Viele seiner Jünger empfanden seine Rede als hart. Schließlich berichtet Johannes, dass zahlreiche Menschen, die Jesus bis dahin gefolgt waren, sich zurückzogen und nicht mehr mit ihm gingen.

Mitten in diesem Zusammenhang fügt Johannes eine bemerkenswerte Erklärung ein: Jesus wusste von Anfang an, welche Menschen nicht glaubten und wer ihn verraten würde. Der Evangelist verbindet den späteren Verrat damit ausdrücklich mit einem tiefer liegenden Problem des Glaubens. Bei Judas ging es demnach nicht erst in der letzten Nacht vor Jesu Tod plötzlich um eine einzelne falsche Entscheidung. Schon während seiner Zeit unter den Jüngern bestand eine innere Wirklichkeit, die Jesus kannte, obwohl sie für die anderen noch nicht in derselben Weise sichtbar war.

Als viele Jünger Jesus verlassen hatten, wandte er sich an die Zwölf und fragte, ob auch sie weggehen wollten. Petrus antwortete für den Kreis mit einem starken Bekenntnis: Zu wem sollten sie gehen? Jesus habe Worte ewigen Lebens, und sie hätten erkannt und geglaubt, dass er der Heilige Gottes sei. Dieses Bekenntnis könnte zunächst den Eindruck erwecken, alle Zwölf stünden gemeinsam in derselben Glaubenshaltung. Doch Jesus ließ diese Annahme nicht unkommentiert.

Er erinnerte daran, dass er selbst die Zwölf erwählt hatte, und fügte hinzu, dass einer von ihnen ein „Teufel“ sei. Johannes erklärt anschließend ausdrücklich, dass Jesus von Judas Iskariot sprach, denn dieser sollte ihn später verraten, obwohl er zu den Zwölf gehörte. Die scharfe Bezeichnung darf nicht so verstanden werden, als wäre Judas kein verantwortlicher Mensch mehr gewesen. Im Zusammenhang bezeichnet sie vielmehr die erschreckende Gegensätzlichkeit zwischen seiner Zugehörigkeit zum von Jesus erwählten Kreis und der Richtung, in die sein Leben ging.

Dieser Abschnitt beantwortet zugleich eine wichtige Frage über Jesus. Judas konnte Christus nicht dadurch überraschen, dass er sich irgendwann unerwartet als Verräter erwies. Jesus kannte den Unglauben und wusste um den kommenden Verrat. Dennoch blieb Judas weiterhin unter den Zwölf. Der Text erklärt an dieser Stelle nicht alle Gründe dafür und erlaubt deshalb keine spekulative Rekonstruktion. Sicher ist jedoch: Judas lebte weiterhin in unmittelbarer Nähe zu Jesus und erhielt dadurch weiterhin Gelegenheit, seine Worte zu hören und auf sie zu antworten.

Gerade darin wird menschliche Verantwortung sichtbar. Jesu Wissen um die Zukunft verwandelte Judas nicht in einen willenlosen Ausführer eines vorbestimmten Verbrechens. Johannes berichtet später sehr deutlich von Entscheidungen, Begierden und Handlungen des Judas, für die er selbst verantwortlich war. Gottes Wissen und Gottes Erlösungsplan nehmen dem Menschen seine Verantwortung nicht ab. Jesus wusste, wohin der Weg des Judas führen würde, aber der Verrat blieb dennoch die Schuld desjenigen, der ihn beging.

Johannes 6 markiert deshalb einen wichtigen Wendepunkt im Verständnis des Judas. Nach außen bleibt er einer der Zwölf, während der Evangelist dem Leser erstmals ausdrücklich zeigt, dass diese äußere Stellung nicht seiner inneren Beziehung zu Christus entspricht. Judas geht nicht mit den vielen anderen fort, die Jesus verlassen. Er bleibt bei ihm. Doch bloßes Bleiben in der sichtbaren Gemeinschaft ist noch kein rettender Glaube.

Damit wird seine weitere Geschichte ernster. Judas kannte Jesu Worte, hatte seinen Dienst miterlebt und war selbst ausgesandt worden, doch die entscheidende Frage war noch immer dieselbe wie für jeden Jünger: Würde er Christus wirklich glauben und sich ihm anvertrauen? Die späteren Ereignisse werden nicht aus einem Mangel an Gelegenheit entstehen. Sie werden zeigen, was geschieht, wenn ein Mensch Christus äußerlich nahe bleibt, während sein Herz ihm nicht wirklich gehört.

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In Bethanien wird Judas’ Umgang mit Geld sichtbar

Johannes 12,1-8 – „1 Sechs Tage vor dem Passah kam Jesus nach Bethanien, wo Lazarus war, welchen Jesus von den Toten auferweckt hatte. 2 Sie machten ihm nun dort ein Gastmahl, und Martha diente. Lazarus aber war einer von denen, die mit ihm zu Tische saßen. 3 Da nahm Maria ein Pfund echter, köstlicher Nardensalbe, salbte Jesus die Füße und trocknete ihm die Füße mit ihren Haaren; das Haus aber wurde erfüllt vom Ger…"
Johannes 12,1-8 – „1 Sechs Tage vor dem Passah kam Jesus nach Bethanien, wo Lazarus war, welchen Jesus von den Toten auferweckt hatte. 2 Sie machten ihm nun dort ein Gastmahl, und Martha diente. Lazarus aber war einer von denen, die mit ihm zu Tische saßen. 3 Da nahm Maria ein Pfund echter, köstlicher Nardensalbe, salbte Jesus die Füße und trocknete ihm die Füße mit ihren Haaren; das Haus aber wurde erfüllt vom Ger…"
Matthäus 26,6-13 – „6 Als nun Jesus zu Bethanien im Hause Simons des Aussätzigen war, 7 trat ein Weib zu ihm mit einer alabasternen Flasche voll kostbarer Salbe und goß sie auf sein Haupt, während er zu Tische saß. 8 Als das seine Jünger sahen, wurden sie entrüstet und sprachen: Wozu diese Verschwendung? 9 Man hätte das teuer verkaufen und den Armen geben können! 10 Da es aber Jesus merkte, sprach er zu ihnen: Warum…"
Markus 14,3-9 – „3 Und da er zu Bethanien im Hause Simons des Aussätzigen war und zu Tische saß, kam ein Weib mit einer alabasternen Flasche voll Salbe, echter köstlicher Narde, zerbrach die alabasterne Flasche und goß sie aus auf sein Haupt. 4 Es wurden aber etliche unwillig bei sich selbst und sprachen: Wozu ist diese Verschwendung der Salbe geschehen? 5 Man hätte doch diese Salbe um mehr als dreihundert Denare…"

In der letzten Zeit vor Jesu Tod tritt eine Seite des Judas hervor, über die die früheren Berichte geschwiegen hatten. Jesus befindet sich in Bethanien, wo ihm während eines Mahls eine außergewöhnliche Handlung der Hingabe begegnet. Johannes berichtet, dass Maria ein Pfund kostbares Salböl nahm, Jesu Füße salbte und sie mit ihrem Haar trocknete. Das Haus wurde vom Duft des Öls erfüllt. In diesem Augenblick reagierte Judas nicht mit Freude über ihre Hingabe, sondern mit einem Einwand, der zunächst vernünftig und sogar fürsorglich klang.

Judas fragte, warum das Salböl nicht für dreihundert Denare verkauft und das Geld den Armen gegeben worden sei. Johannes lässt den Leser jedoch nicht bei dieser öffentlichen Begründung stehen. Er erklärt ausdrücklich, Judas habe dies nicht gesagt, weil ihm an den Armen gelegen war. Vielmehr sei er ein Dieb gewesen; er verwaltete die gemeinsame Kasse und nahm von dem, was hineingelegt wurde. Damit gibt der Evangelist erstmals eine klare moralische Bewertung eines verborgenen Verhaltens des Judas.

Diese Information ist für seine Lebensgeschichte von großer Bedeutung. Judas hatte innerhalb des Jüngerkreises offenbar Verantwortung für die Geldmittel getragen. Johannes bezeichnet ihn als denjenigen, der die Kasse hatte; auch später wird deutlich, dass die anderen Jünger gewohnt waren, dass Judas daraus Einkäufe erledigte oder etwas für die Armen gab. Seine Aufgabe setzte Vertrauen voraus. Doch gerade in einem Bereich, für den er Verantwortung erhalten hatte, handelte er untreu. Der spätere Verrat steht deshalb nicht völlig isoliert im biblischen Bericht. Johannes zeigt bereits zuvor eine bewusste Bereitschaft, anvertrautes Gut für den eigenen Vorteil zu nehmen.

Dabei ist auffällig, wie Judas seine wirkliche Haltung hinter einer religiös überzeugend klingenden Begründung verbarg. Die Sorge um die Armen war an sich richtig, und Jesus selbst lehrte immer wieder Barmherzigkeit gegenüber Bedürftigen. Das Problem lag nicht in dem ausgesprochenen Grundsatz, sondern darin, dass Judas ihn nach dem ausdrücklichen Urteil des Evangelisten nicht ehrlich meinte. Seine Worte und seine tatsächliche Absicht stimmten nicht überein. Damit wird sichtbar, dass geistlich richtige Sprache einen Menschen nicht automatisch zu einem treuen Jünger macht.

Die Parallelberichte bei Matthäus und Markus erzählen ebenfalls von Empörung über die kostbare Salbung. Dort wird die Kritik allgemeiner den Jüngern beziehungsweise einigen Anwesenden zugeschrieben. Johannes richtet den Blick dagegen ausdrücklich auf Judas und liefert die zusätzliche Information über dessen Umgang mit der Kasse. Diese Berichte müssen nicht gegeneinander ausgespielt werden. Mehrere Menschen konnten den Aufwand kritisieren, während Judas innerhalb dieser Reaktion einen besonderen, von Johannes ausdrücklich benannten Beweggrund hatte.

Jesus wies die Kritik zurück und stellte Maria unter seinen Schutz. Ihre Handlung sollte im Zusammenhang mit seinem bevorstehenden Begräbnis verstanden werden. Damit trafen in derselben Situation zwei völlig unterschiedliche Beziehungen zu Jesus aufeinander: Maria gab etwas Kostbares hin, während Judas den Wert dieses Geschenkes in Geld umrechnete und seine Kritik mit einem frommen Argument begründete. Die Schrift macht aus diesem Gegensatz keine psychologische Spekulation; sie nennt jedoch eindeutig, was im Verhalten des Judas bereits vorhanden war.

An dieser Stelle wird auch deutlich, warum seine Geschichte nicht erst mit dem späteren Verratsvertrag beginnt. Johannes beschreibt eine Sünde, die schon zuvor Raum in seinem Leben gewonnen hatte. Judas stand weiterhin in Jesu Nähe, hörte weiterhin seine Worte und trug weiterhin eine verantwortliche Aufgabe, während er zugleich unrechtmäßig von dem nahm, was ihm anvertraut worden war. Der äußere Dienst und die innere Untreue existierten nebeneinander.

Die Szene in Bethanien führt deshalb unmittelbar an einen entscheidenden Wendepunkt. Judas hatte erlebt, wie Jesus seine Haltung durchschaute, ohne dass der Herr ihn vor den anderen mit einer langen öffentlichen Anklage bloßstellte. Doch die folgende Entwicklung zeigt keine Umkehr. Statt sein Verhältnis zu Geld und zu Christus neu auszurichten, wird Judas bald selbst zu den führenden Gegnern Jesu gehen und fragen, welchen Preis sie ihm für die Auslieferung seines Herrn zahlen würden.

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Judas vereinbart den Verrat an Jesus

Matthäus 26,14-16 – „14 Da ging einer der Zwölf, namens Judas Ischariot, hin zu den Hohenpriestern 15 und sprach: Was wollt ihr mir geben, wenn ich ihn euch verrate? Und sie wogen ihm dreißig Silberlinge dar. 16 Und von da an suchte er eine gute Gelegenheit, ihn zu verraten."
Matthäus 26,14-16 – „14 Da ging einer der Zwölf, namens Judas Ischariot, hin zu den Hohenpriestern 15 und sprach: Was wollt ihr mir geben, wenn ich ihn euch verrate? Und sie wogen ihm dreißig Silberlinge dar. 16 Und von da an suchte er eine gute Gelegenheit, ihn zu verraten."
Markus 14,10-11 – „10 Da ging Judas Ischariot, einer von den Zwölfen, hin zu den Hohenpriestern, um ihn an sie auszuliefern. 11 Als sie das hörten, wurden sie froh und versprachen ihm Geld zu geben. Und er suchte eine passende Gelegenheit, um ihn zu verraten."
Lukas 22,3-6 – „3 Es fuhr aber der Satan in Judas, genannt Ischariot, der aus der Zahl der Zwölf war. 4 Und er ging hin und besprach mit den Hohenpriestern und den Hauptleuten, wie er ihnen Jesus ausliefern wollte. 5 Und sie wurden froh und kamen überein, ihm Geld zu geben. 6 Und er versprach es und suchte eine gute Gelegenheit, um ihn ohne Volksauflauf an sie auszuliefern."

Nach der Salbung in Bethanien tritt Judas aus der verborgenen Untreue in eine offene Entscheidung gegen Jesus. Matthäus berichtet, dass er zu den führenden Priestern ging und ihnen eine konkrete Frage stellte: Was wollten sie ihm geben, wenn er ihnen Jesus auslieferte? Judas wurde in diesem Augenblick nicht von Jesu Gegnern zufällig angeworben. Nach dem Bericht ergriff er selbst die Initiative und suchte diejenigen auf, die bereits nach einer Möglichkeit suchten, Jesus festzunehmen.

Matthäus nennt als vereinbarten Preis dreißig Silberstücke. Markus und Lukas berichten ebenfalls von dem Treffen, nennen jedoch keinen bestimmten Betrag. Beide heben hervor, dass die führenden Priester sich über das Angebot des Judas freuten und versprachen, ihm Geld zu geben. Damit verband Judas seine Bereitschaft zum Verrat mit einem finanziellen Gewinn. Die Evangelien erlauben jedoch nicht, sein gesamtes Handeln allein auf Geldgier zu reduzieren; sicher ist, dass Geld dabei eine ausdrücklich genannte Rolle spielte.

Lukas fügt eine weitere, besonders ernste Dimension hinzu: Satan fuhr in Judas, der zu den Zwölf gehörte. Diese Aussage nimmt Judas seine Verantwortung nicht ab. Schon zuvor hatte Johannes seine Unehrlichkeit im Umgang mit der gemeinsamen Kasse beschrieben, und nun ging Judas aus eigenem Handeln zu den Gegnern Jesu. Die satanische Einflussnahme erscheint im biblischen Bericht deshalb nicht als Entschuldigung für einen schuldlosen Menschen, sondern innerhalb eines Weges, auf dem Judas dem Bösen zunehmend Raum gegeben hatte.

Gerade die Formulierung „einer von den Zwölf“ erhält hier besonderes Gewicht. Judas verriet keinen fernen Lehrer, den er kaum kannte. Er gehörte zu dem Kreis, der mit Jesus gelebt, seine Lehre gehört, seine Macht erlebt und selbst in seinem Auftrag gedient hatte. Seine Stellung verschaffte ihm zugleich etwas, das die Gegner Jesu dringend benötigten: Zugang und Kenntnis darüber, wann Jesus abseits der Volksmenge festgenommen werden konnte.

Denn die religiösen Führer standen vor einem Problem. Sie wollten Jesus beseitigen, fürchteten jedoch Unruhe unter dem Volk. Judas versprach nach Lukas, nach einer geeigneten Gelegenheit zu suchen, Jesus ihnen ohne Anwesenheit einer größeren Menschenmenge auszuliefern. Damit wurde aus seiner grundsätzlichen Bereitschaft ein planmäßiges Vorhaben. Von diesem Zeitpunkt an beobachtete er nicht mehr nur die Ereignisse; er wartete auf einen passenden Augenblick, um gegen Jesus zu handeln.

Der Verrat war deshalb mehr als ein einzelner impulsiver Moment. Die Evangelien beschreiben eine Abfolge bewusster Schritte: Judas ging zu Jesu Gegnern, verhandelte mit ihnen, nahm ihre Zusage an und suchte anschließend nach einer günstigen Gelegenheit. Zwischen der Entscheidung und ihrer späteren Ausführung lag Zeit. Gerade diese Zeit macht seine Verantwortung besonders ernst, denn der eingeschlagene Weg bestand aus mehreren Entscheidungen und nicht nur aus einer unkontrollierten Augenblickstat.

Zugleich blieb Gottes Erlösungsplan durch dieses Handeln nicht gefährdet. Jesus hatte bereits zuvor von seinem kommenden Leiden und Tod gesprochen. Dass der Verrat in den Weg zum Kreuz eingebunden werden würde, verwandelte das Böse jedoch nicht in etwas Gutes und machte Judas nicht zum unschuldigen Werkzeug. Die Schrift hält beides zusammen: Gott führt sein Rettungswerk trotz menschlicher und satanischer Feindschaft zum Ziel, während derjenige, der sich bewusst am Bösen beteiligt, für sein Handeln verantwortlich bleibt.

Von nun an lebte Judas mit einem geheimen Abkommen mitten unter den anderen Jüngern weiter. Äußerlich gehörte er noch immer zu den Zwölf, doch er hatte sich bereits verpflichtet, Jesus seinen Feinden auszuliefern. Die nächste entscheidende Gelegenheit entstand dort, wo Jesus mit seinen Jüngern das Passah vorbereitete und sich ein letztes Mal mit ihnen zu Tisch setzte.

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Beim letzten Mahl wird Judas als Verräter offenbar

Johannes 13,18-30 – „18 Ich rede nicht von euch allen; ich weiß, welche ich erwählt habe. Doch muß die Schrift erfüllt werden: «Der mit mir das Brot ißt, hat seine Ferse wider mich erhoben.» 19 Jetzt sage ich es euch, ehe es geschieht, damit, wenn es geschehen ist, ihr glaubet, daß ich es bin. 20 Wahrlich, wahrlich, ich sage euch, wer aufnimmt, welchen ich senden werde, der nimmt mich auf; wer aber mich aufnimmt, der…"
Johannes 13,18-30 – „18 Ich rede nicht von euch allen; ich weiß, welche ich erwählt habe. Doch muß die Schrift erfüllt werden: «Der mit mir das Brot ißt, hat seine Ferse wider mich erhoben.» 19 Jetzt sage ich es euch, ehe es geschieht, damit, wenn es geschehen ist, ihr glaubet, daß ich es bin. 20 Wahrlich, wahrlich, ich sage euch, wer aufnimmt, welchen ich senden werde, der nimmt mich auf; wer aber mich aufnimmt, der…"
Matthäus 26,20-25 – „20 Als es nun Abend geworden, setzte er sich mit den zwölf Jüngern zu Tische. 21 Und während sie aßen, sprach er: Wahrlich, ich sage euch: Einer von euch wird mich verraten! 22 Da wurden sie sehr betrübt und fingen an, einer nach dem andern, ihn zu fragen: Herr, doch nicht ich? 23 Er antwortete aber und sprach: Der mit mir die Hand in die Schüssel taucht, der wird mich verraten. 24 Des Menschen S…"
Markus 14,17-21 – „17 Und da es Abend geworden, kam er mit den Zwölfen. 18 Und als sie zu Tische saßen und aßen, sprach Jesus: Wahrlich, ich sage euch: Einer von euch, der mit mir ißt, wird mich verraten! 19 Da fingen sie an traurig zu werden und fragten ihn einer nach dem andern: Doch nicht ich? 20 Er aber sprach zu ihnen: Einer von den Zwölfen, der mit mir in die Schüssel taucht! 21 Des Menschen Sohn geht zwar da…"
Lukas 22,21-23 – „21 Doch siehe, die Hand dessen, der mich verrät, ist mit mir auf dem Tische. 22 Denn des Menschen Sohn geht zwar dahin, wie es bestimmt ist; aber wehe dem Menschen, durch welchen er verraten wird! 23 Und sie fingen an, sich untereinander zu befragen, welcher von ihnen es wohl wäre, der solches tun würde."

Als Jesus mit den Zwölf zum letzten Mahl zusammenkam, war der Verrat für die übrigen Jünger noch verborgen. Judas hatte seine Vereinbarung mit den führenden Priestern bereits getroffen, saß aber weiterhin mit Jesus und den anderen am Tisch. In dieser Situation erklärte Jesus, dass einer aus ihrem eigenen Kreis ihn verraten werde. Die Ankündigung traf die Jünger unerwartet. Die Evangelien berichten, dass sie betrübt wurden und zu fragen begannen, wer von ihnen gemeint sei.

Jesus stellte den Verrat nicht als ein Ereignis dar, das ihn unvorbereitet treffen würde. Im Johannesevangelium verweist er auf die Schrift und erklärt, dass die bevorstehenden Ereignisse den Glauben seiner Jünger stärken sollten, wenn sie später eintrafen. Dabei greift er die Sprache von Psalm 41 auf: Ein Mensch, der mit ihm Brot aß, würde sich gegen ihn erheben. Die vertraute Gemeinschaft am Tisch macht die Schwere des Verrats besonders sichtbar. Judas handelte nicht als erklärter Feind von außen, sondern als einer, der Gemeinschaft und Nähe zu Jesus erfahren hatte.

Matthäus berichtet, dass die Jünger nacheinander fragten: „Bin ich es, Herr?“ Auch Judas stellte schließlich die Frage. Jesus antwortete ihm: „Du hast es gesagt.“ Damit begegnete Judas einer direkten persönlichen Offenlegung dessen, was er bereits beschlossen hatte. Die Evangelien berichten an dieser Stelle jedoch nicht von einem Bekenntnis, einer Bitte um Vergebung oder einem Abbruch seines Vorhabens. Judas blieb auf dem eingeschlagenen Weg.

Jesus verband die Ankündigung des Verrats zugleich mit einer ernsten Aussage über Gottes Plan und menschliche Verantwortung. Der Menschensohn werde hingehen, wie über ihn geschrieben stehe; zugleich sprach Jesus ein Wehe über den Menschen aus, durch den er verraten werde. Beide Aussagen stehen unmittelbar nebeneinander. Dass Jesu Leiden in der Schrift vorausgesehen war, machte Judas nicht schuldlos. Gottes Vorauswissen und die Erfüllung seines Erlösungsplans verwandelten den Verrat nicht in einen erzwungenen oder moralisch neutralen Vorgang.

Johannes beschreibt die Szene aus einer zusätzlichen Perspektive. Ein Jünger, den Jesus liebte, lag nahe bei ihm und fragte auf Veranlassung des Petrus, wer der Verräter sei. Jesus antwortete, es sei derjenige, dem er den eingetauchten Bissen geben werde, und reichte ihn Judas. Diese Handlung muss aus dem Bericht selbst verstanden werden und nicht als geheimnisvolles Ritual. Sie diente in diesem Augenblick dazu, den von Jesus bezeichneten Menschen kenntlich zu machen und führte unmittelbar in die endgültige Entscheidung des Judas hinein.

Johannes berichtet daraufhin, dass nach dem Bissen Satan in Judas fuhr. Bereits Lukas hatte satanischen Einfluss im Zusammenhang mit der Vorbereitung des Verrats erwähnt. Nun erreicht dieser Zusammenhang einen entscheidenden Punkt. Dennoch zeichnet Johannes Judas nicht als jemanden, dessen frühere Verantwortung ausgelöscht wäre. Der Weg zu diesem Augenblick war von eigenen Entscheidungen geprägt gewesen: seiner Unehrlichkeit, dem Gang zu Jesu Gegnern, der Vereinbarung des Verrats und seinem Verbleiben bei diesem Vorhaben trotz der Worte Jesu.

Jesus sagte zu Judas: „Was du tust, das tue bald.“ Die übrigen Jünger verstanden den Sinn dieser Worte offenbar nicht. Weil Judas die gemeinsame Kasse verwaltete, vermuteten einige, Jesus habe ihm aufgetragen, etwas für das Fest zu kaufen oder den Armen etwas zu geben. Diese Reaktion zeigt, wie wenig die anderen bis zu diesem Augenblick das ganze Ausmaß seines Handelns durchschauten. Judas konnte nach außen noch immer als der vertraute Verwalter des gemeinsamen Geldes erscheinen, obwohl er innerlich bereits einen völlig anderen Weg eingeschlagen hatte.

Johannes beendet die Szene mit einer auffallend knappen Feststellung: Judas nahm den Bissen und ging sofort hinaus; und es war Nacht. Zunächst ist dies eine einfache zeitliche Angabe. Im Zusammenhang des Johannesevangeliums erhält die Dunkelheit zugleich eine ernste Wirkung, ohne dass daraus mehr gemacht werden sollte, als der Text trägt. Judas verließ nun die Tischgemeinschaft mit Jesus und den übrigen Jüngern. Die lange Zeit unmittelbarer Nähe zu Christus führte in diesem Augenblick nicht zur Umkehr, sondern in die Ausführung dessen, was er vorbereitet hatte.

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Judas verrät Jesus mit einem Kuss

Lukas 22,47-48 – „47 Während er aber noch redete, siehe, da kam eine Schar, und der, welcher Judas hieß, einer der Zwölf, ging vor ihnen her und näherte sich Jesus, um ihn zu küssen. 48 Jesus aber sprach zu ihm: Judas, mit einem Kuß verrätst du des Menschen Sohn?"
Lukas 22,47-48 – „47 Während er aber noch redete, siehe, da kam eine Schar, und der, welcher Judas hieß, einer der Zwölf, ging vor ihnen her und näherte sich Jesus, um ihn zu küssen. 48 Jesus aber sprach zu ihm: Judas, mit einem Kuß verrätst du des Menschen Sohn?"
Matthäus 26,47-50 – „47 Und während er noch redete, siehe, da kam Judas, einer der Zwölf, und mit ihm eine große Schar mit Schwertern und Stöcken, von den Hohenpriestern und Ältesten des Volkes her. 48 Der ihn aber verriet, hatte ihnen ein Zeichen gegeben und gesagt: Welchen ich küssen werde, der ist's, den ergreifet! 49 Und alsbald trat er zu Jesus und sprach: Sei gegrüßt, Rabbi, und küßte ihn. 50 Jesus aber sprach …"
Markus 14,43-46 – „43 Und alsbald, da er noch redete, erschien Judas, einer der Zwölf, und mit ihm eine große Schar mit Schwertern und Stöcken, von den Hohenpriestern und den Schriftgelehrten und den Ältesten. 44 Der Verräter aber hatte ihnen ein Zeichen gegeben und gesagt: Welchen ich küssen werde, der ist's, den ergreifet und führet ihn vorsichtig ab! 45 Und als er nun kam, trat er alsbald auf ihn zu und sprach: …"
Johannes 18,1-9 – „1 Als Jesus solches gesprochen hatte, ging er mit seinen Jüngern hinaus über den Winterbach Kidron. Dort war ein Garten, in welchen Jesus samt seinen Jüngern eintrat. 2 Aber auch Judas, der ihn verriet, kannte den Ort; denn Jesus versammelte sich oft daselbst mit seinen Jüngern. 3 Nachdem nun Judas die Rotte und von den Obersten und Pharisäern Diener bekommen hatte, kam er dorthin mit Fackeln und…"

Nachdem Judas das Mahl verlassen hatte, führte sein Weg zu denen, mit denen er den Verrat vereinbart hatte. Jesus ging unterdessen mit den übrigen Jüngern über den Bach Kidron in einen Garten, den Johannes als einen Ort beschreibt, den Judas kannte. Jesus hatte sich dort wiederholt mit seinen Jüngern versammelt. Gerade die Vertrautheit des Judas mit Jesu Gewohnheiten wurde nun zum Mittel, seinen Gegnern den Zugang zu ihm zu ermöglichen.

Johannes berichtet, dass Judas eine Abteilung Soldaten sowie Diener der führenden Priester und Pharisäer mit sich nahm. Sie kamen mit Laternen, Fackeln und Waffen. Matthäus und Markus sprechen ebenfalls von einer großen Schar mit Schwertern und Stöcken, die von den führenden Priestern und Ältesten geschickt worden war. Judas erschien dabei nicht lediglich als jemand, der einen Hinweis gegeben hatte und anschließend fernblieb. Er führte die Gruppe persönlich an den Ort, an dem Jesus sich befand.

Für die Festnahme war zuvor ein Zeichen vereinbart worden. Judas hatte erklärt, dass derjenige, den er küssen würde, Jesus sei und festgenommen werden solle. Ein gewöhnliches Zeichen der Begrüßung und Nähe wurde damit bewusst zum Erkennungszeichen des Verrats. Als Judas zu Jesus trat, redete er ihn nach Matthäus als Rabbi an und küsste ihn. Lukas hebt die erschütternde Gegensätzlichkeit dieses Augenblicks hervor, indem er Jesu Frage überliefert: „Judas, verrätst du den Sohn des Menschen mit einem Kuss?“

Jesus begegnete Judas nicht in Unwissenheit darüber, was geschah. Matthäus berichtet seine Worte: „Freund, wozu bist du gekommen?“ Die Anrede darf nicht so ausgelegt werden, als erkläre Jesus das Handeln des Judas für harmlos. Unmittelbar danach erfolgte die Festnahme. Doch selbst in diesem Augenblick sprach Jesus Judas direkt an und stellte sein Tun offen vor ihn. Die Tat konnte nicht mehr hinter einem scheinbar freundschaftlichen Zeichen verborgen bleiben.

Das Johannesevangelium ergänzt, dass Jesus selbst der bewaffneten Gruppe entgegentrat und fragte, wen sie suchten. Als sie „Jesus, den Nazarener“ antworteten, erklärte er offen: „Ich bin es.“ Johannes fügt ausdrücklich hinzu, dass Judas, der ihn verriet, bei ihnen stand. Damit wird noch deutlicher, dass Judas zwar den Weg zu Jesus gewiesen hatte, die Festnahme aber nicht deshalb gelang, weil Christus hilflos überrascht worden wäre. Jesus wusste, was über ihn kommen sollte, und trat seinen Gegnern bewusst entgegen.

Als Jesus sich zu erkennen gab, wichen die Männer zurück und fielen zu Boden. Dennoch floh Jesus nicht. Stattdessen fragte er erneut nach ihrem Ziel und sorgte dafür, dass seine Jünger gehen konnten. Inmitten der Situation, die Judas herbeigeführt hatte, behielt Jesus die Initiative. Der Verräter konnte Christus seinen Feinden ausliefern, aber er bestimmte nicht über den Verlauf des Erlösungswerkes. Jesus ging seinem Leiden wissentlich entgegen.

Damit wird zugleich die moralische Verantwortung des Judas nicht abgeschwächt. Die Erfüllung dessen, was Gott vorausgesehen hatte, machte den Verrat nicht notwendig im Sinne eines Zwangs, der Judas seiner Entscheidung beraubte. Die Evangelien haben zuvor gezeigt, wie er die Vereinbarung einging, eine Gelegenheit suchte und das Erkennungszeichen festlegte. Nun führte er seinen Entschluss bis zur tatsächlichen Auslieferung Jesu aus. Was zuvor verborgen geplant worden war, wurde im Garten öffentlich vollzogen.

Der Kuss des Judas gehört deshalb zu den dunkelsten Augenblicken seiner Lebensgeschichte. Er hatte über lange Zeit in unmittelbarer Gemeinschaft mit Jesus gelebt und verwendete nun gerade ein Zeichen persönlicher Nähe, um ihn seinen Gegnern auszuliefern. Doch selbst dieser Verrat brachte Gottes Erlösungsplan nicht zum Scheitern. Während Judas Jesus in die Hände seiner Feinde übergab, ging Christus freiwillig den Weg weiter, auf dem er sein Leben für Sünder hingeben würde.

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Judas erkennt seine Schuld und bringt das Silber zurück

Matthäus 27,3-5 – „3 Als nun Judas, der ihn verraten hatte, sah, daß er verurteilt war, reute es ihn; und er brachte die dreißig Silberlinge den Hohenpriestern und den Ältesten zurück 4 und sprach: Ich habe gesündigt, daß ich unschuldiges Blut verraten habe! Sie aber sprachen: Was geht das uns an? Da siehe du zu! 5 Da warf er die Silberlinge in den Tempel und machte sich davon, ging hin und erhängte sich."
Matthäus 27,3-5 – „3 Als nun Judas, der ihn verraten hatte, sah, daß er verurteilt war, reute es ihn; und er brachte die dreißig Silberlinge den Hohenpriestern und den Ältesten zurück 4 und sprach: Ich habe gesündigt, daß ich unschuldiges Blut verraten habe! Sie aber sprachen: Was geht das uns an? Da siehe du zu! 5 Da warf er die Silberlinge in den Tempel und machte sich davon, ging hin und erhängte sich."
Matthäus 26,14-16 – „14 Da ging einer der Zwölf, namens Judas Ischariot, hin zu den Hohenpriestern 15 und sprach: Was wollt ihr mir geben, wenn ich ihn euch verrate? Und sie wogen ihm dreißig Silberlinge dar. 16 Und von da an suchte er eine gute Gelegenheit, ihn zu verraten."

Nachdem Jesus verurteilt worden war, begegnet Judas den Folgen seiner eigenen Entscheidung. Matthäus berichtet, dass er sah, dass Jesus verurteilt worden war, und daraufhin Reue empfand. Er brachte die dreißig Silberstücke zu den führenden Priestern und Ältesten zurück. Damit kehrte genau das Geld, um dessentwillen er den Verrat vereinbart hatte, in den Mittelpunkt seiner Geschichte zurück. Was zuvor als Gewinn erschienen war, konnte er nun nicht mehr behalten.

Judas sprach seine Schuld dabei erstaunlich klar aus: Er habe gesündigt, indem er unschuldiges Blut verraten habe. Der Bibeltext lässt deshalb keinen Zweifel daran, dass er sein eigenes Handeln nun als Sünde erkannte und Jesus ausdrücklich als unschuldig bezeichnete. Er suchte seine Verantwortung nicht bei den Priestern, bei den Umständen oder bei einer vermeintlichen Notwendigkeit des Geschehens. In seinen eigenen Worten bekannte er, dass er selbst schuldig geworden war.

Die Reaktion der führenden Priester war kalt. Sie antworteten sinngemäß, was sie das angehe; Judas solle selbst zusehen. Die Männer, die sein Angebot zuvor bereitwillig angenommen und ihm den Verrat bezahlt hatten, übernahmen nun keine Verantwortung für seine Verzweiflung. Ihre Antwort ändert jedoch nichts daran, dass Judas freiwillig mit ihnen gehandelt hatte. Sie zeigt vielmehr, wie wenig die Gemeinschaft der Sünde tragen kann, wenn ihre Folgen eintreten.

Daraufhin warf Judas die Silberstücke in den Tempel und ging fort. Das Geld, das er zuvor bewusst angenommen hatte, wurde für ihn nun unerträglich. Matthäus beschreibt damit eine deutliche Veränderung seiner Haltung gegenüber dem Lohn des Verrats. Doch zwischen dem Erkennen von Schuld und der rettenden Umkehr zu Gott besteht ein entscheidender Unterschied. Der Bericht sagt nicht, dass Judas zu Jesus zurückkehrte, Gottes Vergebung suchte oder sich im Glauben an seine Gnade wandte.

Gerade hier muss die Sprache sorgfältig bleiben. Matthäus berichtet von Reue und von einem ausdrücklichen Schuldbekenntnis. Es wäre deshalb falsch zu behaupten, Judas habe keinerlei Gewissensnot oder Erkenntnis seiner Sünde empfunden. Ebenso wäre es jedoch zu weitgehend, diese Reue ohne Weiteres mit jener Umkehr gleichzusetzen, die sich Gott anvertraut. Sein weiterer Weg zeigt vielmehr, dass die erkannte Schuld ihn nicht zur Hoffnung auf Gottes Erbarmen führte.

Der Gegensatz zu Petrus liegt nahe, muss aber ohne künstliche Vereinfachung betrachtet werden. Auch Petrus hatte in derselben Nacht schwer gegen Jesus gesündigt und ihn dreimal verleugnet. Beide wurden mit der Wahrheit ihres Handelns konfrontiert und beide empfanden tiefes Leid darüber. Doch Petrus blieb nicht bei seiner Schuld stehen; Christus würde ihn später wiederherstellen. Judas dagegen sah seine Schuld, bekannte sie gegenüber den Priestern und wandte sich dennoch nicht an den, den er verraten hatte.

Darin liegt eine der ernstesten geistlichen Aussagen seiner Geschichte. Sündenerkenntnis allein rettet nicht. Selbst das Eingeständnis „Ich habe gesündigt“ ist noch nicht dasselbe wie Vertrauen auf Gottes Vergebung. Schuld kann einen Menschen entweder dazu führen, sich an Gottes Gnade zu klammern, oder sie kann ihn in Hoffnungslosigkeit treiben, wenn er nur auf sich selbst und auf die Größe seines Versagens schaut. Das Evangelium besteht gerade darin, dass Vergebung nicht aus der Fähigkeit des Menschen erwächst, seine Vergangenheit rückgängig zu machen, sondern aus dem Erlösungswerk Christi.

Judas konnte den Verrat nicht ungeschehen machen. Die Silberstücke ließen sich zurückgeben, aber die ausgelieferte Tat ließ sich nicht zurücknehmen. In diesem Augenblick stand er vor der erschütternden Wirklichkeit seiner Schuld. Matthäus berichtet anschließend jedoch nicht von einer Hinwendung zu Christus, sondern von einem letzten Schritt, durch den seine Lebensgeschichte in eine tragische Vollendung führte.

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Judas nimmt sich das Leben

Matthäus 27,5-10 – „5 Da warf er die Silberlinge in den Tempel und machte sich davon, ging hin und erhängte sich. 6 Die Hohenpriester aber nahmen die Silberlinge und sprachen: Wir dürfen sie nicht in den Gotteskasten legen, weil es Blutgeld ist. 7 Nachdem sie aber Rat gehalten, kauften sie dafür den Acker des Töpfers, als Begräbnisstätte für die Fremdlinge. 8 Daher wird jener Acker Blutacker genannt bis auf den heut…"
Matthäus 27,5-10 – „5 Da warf er die Silberlinge in den Tempel und machte sich davon, ging hin und erhängte sich. 6 Die Hohenpriester aber nahmen die Silberlinge und sprachen: Wir dürfen sie nicht in den Gotteskasten legen, weil es Blutgeld ist. 7 Nachdem sie aber Rat gehalten, kauften sie dafür den Acker des Töpfers, als Begräbnisstätte für die Fremdlinge. 8 Daher wird jener Acker Blutacker genannt bis auf den heut…"
Apostelgeschichte 1,16-20 – „16 Ihr Männer und Brüder, es mußte das Wort der Schrift erfüllt werden, das der heilige Geist durch den Mund Davids vorausgesagt hat über Judas, welcher denen, die Jesus gefangennahmen, zum Wegweiser wurde. 17 Denn er war uns beigezählt und hatte das Los dieses Dienstes empfangen. 18 Dieser erwarb einen Acker aus dem Lohn der Ungerechtigkeit und stürzte kopfüber hinab, barst mitten entzwei, und a…"

Nachdem Judas die Silberstücke in den Tempel geworfen hatte, berichtet Matthäus in knappen Worten von seinem Ende: Er ging fort und erhängte sich. Die Bibel beschreibt keine weiteren Gespräche, keine erneute Begegnung mit Jesus und keine Umkehr zu Gott. Damit endet die eigentliche Lebensgeschichte des Judas in einer tiefen Tragik. Der Mann, der seine Schuld erkannt und sogar offen bekannt hatte, fand keinen Weg zurück zum Vertrauen auf Gottes Erbarmen, sondern setzte seinem eigenen Leben ein Ende.

Matthäus schildert anschließend, was mit den dreißig Silberstücken geschah. Die führenden Priester hoben das Geld auf, wollten es aber nicht in den Tempelschatz legen, weil es „Blutgeld“ war. Darin liegt eine auffällige Widersprüchlichkeit: Sie hatten selbst den Verrat finanziert und Jesus seinem Tod entgegengeführt, zeigten nun aber Skrupel hinsichtlich der kultischen Verwendung des Geldes. Schließlich kauften sie damit den sogenannten Töpferacker als Begräbnisplatz für Fremde.

Der Ort erhielt nach Matthäus deshalb den Namen „Blutacker“. Die dreißig Silberstücke, die zunächst als Preis für die Auslieferung Jesu vereinbart worden waren, blieben damit auch nach dem Tod des Judas mit seinem Verrat verbunden. Matthäus ordnet diesen Vorgang außerdem in den prophetischen Zusammenhang der Schrift ein. Dabei verbindet seine Darstellung Motive, die besonders an Sacharja 11 erinnern, zugleich aber in einen größeren prophetischen Zusammenhang gestellt werden. Für die Lebensgeschichte des Judas ist entscheidend, dass sein Verrat nicht außerhalb des Wissens Gottes lag, ohne dadurch moralisch gerechtfertigt zu werden.

Die Apostelgeschichte blickt nach Jesu Auferstehung und Himmelfahrt noch einmal auf Judas zurück. Petrus spricht vor den versammelten Gläubigen davon, dass Judas denen zum Wegweiser geworden war, die Jesus festnahmen. Dabei erinnert er ausdrücklich daran, dass Judas zu ihrem Kreis gezählt worden war und Anteil am apostolischen Dienst erhalten hatte. Sein Ende wird deshalb nicht als Geschichte eines Menschen außerhalb der Jüngerschaft betrachtet, sondern als tragischer Verlust innerhalb des Kreises der Zwölf.

Apostelgeschichte 1 beschreibt außerdem, dass Judas mit dem Lohn seiner Ungerechtigkeit mit einem Grundstück verbunden wurde und dass er stürzte, sein Leib aufbrach und seine Eingeweide hervortraten. Matthäus hingegen sagt ausdrücklich, dass Judas sich erhängte. Die Bibel erklärt nicht im Einzelnen, wie beide Angaben zeitlich zusammenhängen. Es ist möglich, dass Apostelgeschichte die weiteren körperlichen Folgen nach dem Erhängen beschreibt, doch diese genaue Abfolge wird nicht ausdrücklich berichtet und sollte deshalb nicht als sicherer Bibelbefund ausgegeben werden.

Auch hinsichtlich des Ackers setzen Matthäus und Apostelgeschichte unterschiedliche Schwerpunkte. Matthäus sagt, dass die Priester das von Judas zurückgeworfene Geld verwendeten, um den Acker zu kaufen. Petrus verbindet den Acker dagegen mit Judas und dem Lohn seiner Ungerechtigkeit. Beides lässt sich sachlich miteinander verbinden: Das Grundstück wurde mit dem Geld erworben, das Judas für den Verrat erhalten hatte, und stand deshalb dauerhaft in Verbindung mit seiner Tat. Der Text verlangt nicht die Annahme, Judas habe nach dem Zurückwerfen des Geldes selbst noch persönlich einen Grundstückskauf abgeschlossen.

Die Einwohner Jerusalems erfuhren von den Ereignissen, und der Ort wurde in ihrer Sprache Hakeldama genannt, „Blutacker“. Judas’ Ende hinterließ damit eine öffentliche Erinnerung an das, was geschehen war. Doch die Apostelgeschichte richtet den Blick nicht sensationsorientiert auf die körperlichen Einzelheiten seines Todes. Petrus betrachtet das Geschehen vielmehr im Licht der Schrift und im Zusammenhang mit der entstandenen Lücke unter den Aposteln.

Über Judas nach seinem Tod berichtet die Bibel keine bewusste Fortexistenz oder weitere persönliche Handlung. Seine Lebensgeschichte endet mit seinem Tod; spätere Texte blicken nur noch zurück und beurteilen seinen Weg. Gerade darin bleibt seine Geschichte eine ernste Warnung: Schuld zu erkennen ist notwendig, aber Verzweiflung ist nicht dasselbe wie Buße. Der Weg des Evangeliums führt den Sünder nicht dazu, sich selbst zu vernichten, sondern seine Schuld vor Gott zu bringen und sich der Gnade dessen anzuvertrauen, der gerade in diesen Stunden sein Leben für Sünder hingab.

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Der verlorene Platz unter den Zwölf wird neu besetzt

Apostelgeschichte 1,15-26 – „15 Und in diesen Tagen stand Petrus mitten unter den Jüngern auf und sprach (es waren aber etwa hundertzwanzig Personen beisammen): 16 Ihr Männer und Brüder, es mußte das Wort der Schrift erfüllt werden, das der heilige Geist durch den Mund Davids vorausgesagt hat über Judas, welcher denen, die Jesus gefangennahmen, zum Wegweiser wurde. 17 Denn er war uns beigezählt und hatte das Los dieses Diens…"
Apostelgeschichte 1,15-26 – „15 Und in diesen Tagen stand Petrus mitten unter den Jüngern auf und sprach (es waren aber etwa hundertzwanzig Personen beisammen): 16 Ihr Männer und Brüder, es mußte das Wort der Schrift erfüllt werden, das der heilige Geist durch den Mund Davids vorausgesagt hat über Judas, welcher denen, die Jesus gefangennahmen, zum Wegweiser wurde. 17 Denn er war uns beigezählt und hatte das Los dieses Diens…"
Johannes 17,12 – „12 Als ich bei ihnen in der Welt war, erhielt ich sie in deinem Namen; die du mir gegeben hast, habe ich behütet, und keiner von ihnen ist verloren gegangen, als nur der Sohn des Verderbens, auf daß die Schrift erfüllt würde."

Nach dem Tod des Judas endet seine persönliche Lebensgeschichte, doch die Bibel lässt seine Bedeutung damit noch nicht völlig ruhen. Nach Jesu Auferstehung und Himmelfahrt versammelte sich die junge Jüngergemeinschaft in Jerusalem. In dieser Situation sprach Petrus ausdrücklich über Judas und über die Lücke, die sein Abfall unter den zwölf Aposteln hinterlassen hatte. Damit erhält Judas eine letzte ausführlichere biblische Einordnung aus der Sicht der entstehenden Gemeinde.

Petrus erinnert zunächst daran, dass Judas zu den Aposteln gezählt worden war und Anteil an ihrem Dienst erhalten hatte. Diese Aussage bestätigt rückblickend noch einmal, wie ernst seine ursprüngliche Stellung gewesen war. Judas war nicht lediglich ein äußerer Begleiter gewesen, der sich irgendwann unter die Jünger gemischt hatte. Er hatte einen wirklichen Platz in dem von Jesus berufenen Kreis erhalten. Gerade deshalb wurde sein Verlust als eine entstandene Lücke wahrgenommen, die nicht einfach bedeutungslos blieb.

Petrus ordnet das Geschehen zugleich im Licht der Schrift ein. Er führt Aussagen aus den Psalmen an und sieht darin eine biblische Grundlage dafür, dass der verlassene Aufgabenbereich eines untreuen Menschen einem anderen übertragen werden kann. Dabei ist wichtig, zwischen Gottes Vorauswissen und Judas’ Verantwortung zu unterscheiden. Dass die Schrift den Weg des Verräters vorausblickend einordnete, bedeutet nicht, dass Judas ohne eigene Entscheidung handeln musste. Die Apostelgeschichte nennt seinen Weg ausdrücklich ungerecht und beschreibt, dass er sich von seinem apostolischen Dienst abwandte.

Für die Nachbesetzung wurden klare Voraussetzungen genannt. Der neue Apostel sollte zu den Männern gehören, die während Jesu irdischem Dienst von der Taufe des Johannes bis zur Himmelfahrt mit dem Jüngerkreis gegangen waren. Vor allem sollte er gemeinsam mit den anderen ein Zeuge der Auferstehung Jesu werden. Damit wird sichtbar, dass es nicht darum ging, irgendeinen fehlenden Mitarbeiter organisatorisch zu ersetzen. Der Kreis der Zwölf besaß in dieser heilsgeschichtlichen Anfangsphase eine besondere Zeugnisfunktion.

Zwei Männer wurden vorgeschlagen: Joseph, genannt Barsabbas und Justus, sowie Matthias. Die versammelten Gläubigen beteten und bekannten dabei, dass der Herr die Herzen aller Menschen kennt. Sie baten ihn zu zeigen, welchen der beiden er für den apostolischen Dienst erwählt hatte, von dem Judas abgefallen war. Schließlich fiel das Los auf Matthias, und er wurde den elf Aposteln zugeordnet.

Gerade die Formulierung des Gebets ist im Zusammenhang mit Judas bemerkenswert. Gott kennt die Herzen. Die übrigen Jünger hatten den Weg des Judas lange nicht vollständig durchschaut; Jesus dagegen hatte seinen Unglauben und seinen kommenden Verrat gekannt. Nun vertraute die Gemeinde auch bei der Wahl seines Nachfolgers darauf, dass nicht bloß äußere Erscheinung oder menschliche Einschätzung entscheiden sollte.

Zu dieser späteren Einordnung gehört auch ein Wort Jesu aus seinem Gebet vor der Kreuzigung. In Johannes 17 spricht Jesus davon, dass er die ihm Anvertrauten bewahrt habe und keiner von ihnen verloren gegangen sei außer dem „Sohn des Verderbens“, damit die Schrift erfüllt werde. Diese Bezeichnung ist eine der ernstesten biblischen Bewertungen des Judas. Sie darf nicht losgelöst von seiner gesamten Geschichte gelesen werden: Der Mann, der unter den Zwölf gelebt und außergewöhnliche Möglichkeiten erhalten hatte, ging schließlich verloren.

Auch hier steht die Erfüllung der Schrift nicht gegen menschliche Verantwortung. Jesus hatte Judas nicht zum Verrat gezwungen. Die Evangelien haben vielmehr Schritt für Schritt Entscheidungen gezeigt, in denen Untreue, Unglaube, die Liebe zum Geld und schließlich der bewusste Verrat Gestalt annahmen. Der Ausgang war Gott nicht unbekannt, doch Judas ging diesen Weg selbst.

Mit der Aufnahme des Matthias endet die unmittelbare Nachwirkung des Judas innerhalb des Apostelkreises. Sein Platz blieb nicht bestehen, und sein Auftrag wurde einem anderen übertragen. Die Bibel erinnert Judas deshalb nicht als unvermeidbares Werkzeug, das für eine notwendige Aufgabe gebraucht wurde, sondern als einen berufenen Jünger, der sich von seinem Dienst abwandte. Seine Geschichte bleibt damit eine ernste Mahnung, dass große geistliche Vorrechte Treue nicht ersetzen und dass die Nähe zu Christus nur dann zum Leben führt, wenn der Mensch sich ihm im Glauben anvertraut.

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Zusammenfassung und Gebet

Die Geschichte des Judas Iskariot gehört zu den eindringlichsten Berichten darüber, wie nahe ein Mensch Christus sein und sich ihm dennoch innerlich entziehen kann. Judas war nicht von Anfang an als äußerer Gegner Jesu sichtbar. Er gehörte zu den Zwölf, wurde mit ihnen ausgesandt und erhielt Anteil an einem außergewöhnlichen Dienst. Gerade deshalb liegt das Gewicht seines Lebens nicht nur in der Schwere seines Verrats, sondern auch in der Größe dessen, was ihm zuvor anvertraut worden war.

Seine Geschichte zeigt zugleich, dass geistliche Vorrechte keine innere Treue hervorbringen können, wenn der Mensch sich dem Wirken Gottes verschließt. Judas hörte dieselben Worte Jesu, erlebte dieselbe Nähe und stand unter derselben Einladung zur Nachfolge wie die anderen Apostel. Dennoch macht Johannes deutlich, dass Unglaube in seinem Leben bestehen blieb. Später wurde auch seine Untreue im Umgang mit dem gemeinsamen Geld sichtbar. Was zunächst verborgen war, gewann zunehmend Raum, bis aus innerer Entfernung eine bewusste Entscheidung gegen Christus wurde.

Dabei darf Judas weder zu einem willenlosen Werkzeug Satans noch zu einer bloßen Figur in einem vorher festgelegten Ablauf gemacht werden. Die Evangelien zeigen satanischen Einfluss, aber ebenso deutlich persönliche Verantwortung. Judas suchte Jesu Gegner auf, vereinbarte den Verrat, wartete auf eine passende Gelegenheit und führte die bewaffnete Gruppe schließlich zu Jesus. Gottes Vorauswissen nahm ihm keine Entscheidung ab. Dass die Schrift den Verrat vorausgesehen hatte, entschuldigte die Sünde nicht; Gottes Erlösungsplan wurde vielmehr trotz dieser Sünde erfüllt.

Ebenso bemerkenswert ist, dass Jesus von Judas’ Weg wusste und ihm dennoch bis zuletzt begegnete. Christus kannte seinen Unglauben, wusste um die bevorstehende Auslieferung und sprach während des letzten Mahles offen über den Verrat. Judas erhielt damit nicht nur jahrelang Gelegenheit, Christus kennenzulernen, sondern wurde noch in den letzten Stunden mit der Wahrheit seines Handelns konfrontiert. Die Bibel berichtet jedoch nicht, dass er diesen Weg verließ. Die Nähe Jesu konnte sein Herz nicht gegen seinen Willen verändern.

Nach der Verurteilung Jesu erkannte Judas die Schwere seiner Tat. Er bekannte, unschuldiges Blut verraten zu haben, und gab den Lohn des Verrats zurück. Seine Reue war wirklich genug, um ihn tief zu erschüttern, führte ihn jedoch nicht im Vertrauen zu Christus. Darin unterscheidet sich sein Ende entscheidend von einer Umkehr, die sich an Gottes Gnade festhält. Judas konnte seine Tat nicht rückgängig machen und fand angesichts seiner Schuld keinen anderen Ausweg, als seinem eigenen Leben ein Ende zu setzen.

Gerade hier richtet seine Lebensgeschichte den Blick über Judas hinaus auf das Evangelium. Die entscheidende Hoffnung eines schuldigen Menschen liegt niemals darin, die Vergangenheit wieder ungeschehen machen zu können. Sie liegt auch nicht darin, sich selbst für die eigene Sünde zu bestrafen. Der Weg zur Rettung führt zu Christus, der in denselben Stunden, in denen Judas an seiner Schuld zerbrach, freiwillig dem Kreuz entgegenging und sein Leben für Sünder hingab. Judas’ Geschichte zeigt auf erschütternde Weise, wie notwendig es ist, nicht nur die eigene Schuld zu erkennen, sondern mit ihr zu dem zu kommen, der vergeben kann.

Die spätere Gemeinde erinnerte Judas deshalb als einen Menschen, der einen wirklichen Platz unter den Aposteln erhalten und sich von diesem Dienst abgewandt hatte. Sein Platz wurde einem anderen gegeben, doch seine Geschichte blieb als Warnung bestehen. Äußere Zugehörigkeit, geistliche Erfahrung, Verantwortung und selbst die unmittelbare Nähe zu Gottes Wirken können die persönliche Verbindung mit Christus nicht ersetzen. Entscheidend ist nicht nur, ob ein Mensch Christus begegnet, sondern ob er ihm glaubt, seinem Licht folgt und sich auch mit seiner Schuld seiner Gnade anvertraut.

Am Ende steht deshalb nicht Judas im Mittelpunkt, sondern Christus. Judas wurde untreu; Christus blieb seinem Erlösungsauftrag treu. Judas lieferte ihn aus; Christus gab sich selbst hin. Menschliche Sünde und satanische Feindschaft konnten Gottes Rettungswerk nicht verhindern. Das Kreuz, zu dem der Verrat beitrug, wurde gerade zu dem Ort, an dem Gott seine Antwort auf die Schuld des Menschen offenbarte: nicht Verharmlosung der Sünde, sondern Vergebung und neues Leben für den, der sich im Glauben an Christus wendet.

Herr, bewahre uns davor, uns mit äußerer Nähe zu dir zufriedenzugeben, während unser Herz sich von dir entfernt. Schenke uns Aufrichtigkeit, damit wir Sünde nicht verbergen oder rechtfertigen, sondern dein Licht an uns wirken lassen. Wenn wir schuldig werden, bewahre uns vor Hoffnungslosigkeit und führe uns zu Christus, bei dem Vergebung und Wiederherstellung zu finden sind. Gib uns ein treues Herz, das deiner Stimme folgt, deine Gnade nicht geringachtet und bis zum Ende bei dir bleibt. Danke, dass menschliche Untreue deinen Erlösungsplan nicht überwinden kann und dass unsere Hoffnung allein in Jesus Christus liegt. Amen.

„Denn das Gott gemäße Trauern bewirkt eine Buße zum Heil, die man nie zu bereuen hat, das Trauern der Welt aber bewirkt den Tod.“ 2. Korinther 7,10

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