Johannes der Täufer – Die Stimme in der Wüste Noch im Mutterleib hüpfte er vor Freude, als Maria mit dem ungeborenen Jesus zu Besuch kam (Lukas 1,44). Johannes war von Geburt an für eine besondere Aufgabe bestimmt: der Wegbereiter des Messias zu sein, der Elia der Endzeit, die Stimme, die ruft: „Bereitet dem Herrn den Weg!“ (Matthäus 3,3…
Noch im Mutterleib hüpfte er vor Freude, als Maria mit dem ungeborenen Jesus zu Besuch kam (Lukas 1,44). Johannes war von Geburt an für eine besondere Aufgabe bestimmt: der Wegbereiter des Messias zu sein, der Elia der Endzeit, die Stimme, die ruft: „Bereitet dem Herrn den Weg!“ (Matthäus 3,3).
Er wuchs in der Wüste auf, trug ein Gewand aus Kamelshaar und aß Heuschrecken und wilden Honig – eine lebende Erinnerung an Elia. Als er am Jordan zu predigen begann, strömte ganz Judäa zu ihm. Seine Botschaft war einfach und kompromisslos: „Tut Buße, denn das Himmelreich ist nahe herbeigekommen!“
Als Jesus zum Jordan kam, um sich taufen zu lassen, wehrte Johannes ab: „Ich habe es nötig, von dir getauft zu werden, und du kommst zu mir?“ (Matthäus 3,14). Doch Jesus bestand darauf – und als er aus dem Wasser stieg, öffnete sich der Himmel, der Geist Gottes kam wie eine Taube herab, und eine Stimme sprach: „Dies ist mein lieber Sohn, an dem ich Wohlgefallen habe“
Am nächsten Tag sprach Johannes die Worte, die sein ganzes Lebenswerk zusammenfassen: „Siehe, das ist Gottes Lamm, das der Welt Sünde trägt!“ (Johannes 1,29). Er war der Letzte der alttestamentlichen Propheten und zugleich der Erste, der auf den gegenwärtigen Christus zeigte.
Als seine Jünger sich beschwerten, dass Jesus mehr Zulauf bekam, antwortete Johannes mit den vielleicht demütigsten Worten, die je ein Mensch gesprochen hat: „Er muss wachsen, ich aber muss abnehmen“ (Johannes 3,30). Es ist das Programm jedes wahren Nachfolgers Christi.
Im Gefängnis des Herodes Antipas, kurz vor seiner Enthauptung, sandte Johannes seine Jünger zu Jesus mit der quälenden Frage: „Bist du es, der da kommen soll, oder sollen wir auf einen anderen warten?“ Es war keine Glaubenskrise – es war die ehrliche Frage eines Mannes im Dunkel. Jesus antwortete nicht mit Tadel, sondern mit Taten: „Blinde sehen, Lahme gehen, Aussätzige werden rein“
„Johannes der Täufer war der größte der Propheten, weil ihm das Vorrecht zuteil wurde, auf den Einen zu zeigen, den alle anderen nur aus der Ferne geschaut hatten. Und doch sagte Jesus: Der Kleinste im Himmelreich ist größer als er – denn die Gnade, die nach dem Kreuz offenbar wurde, übertrifft alles".
Der Täufer und der Messias
Abnehmen, damit er wachse
„Unter allen, die von einer Frau geboren sind, ist keiner aufgetreten, der größer ist als Johannes der Täufer“ (Matthäus 11,11).
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