Jesus Christus

Jesus Christus ist nach dem Zeugnis der Bibel der ewige Sohn Gottes, das Wort, durch das alles geschaffen wurde, und der verheißene Messias und Erlöser der Welt. In ihm wurde Gott Mensch, um den Vater zu offenbaren und verlorene Menschen mit Gott zu versöhnen. Seine Person und sein Werk bilden deshalb den Mittelpunkt des biblischen Erlösungsplans und verbinden die gesamte Schrift zu einer gemeinsamen Heilsgeschichte.

Einführung

Die Lebensgeschichte Jesu Christi lässt sich nicht wie die Geschichte irgendeines anderen Menschen erzählen. Wer bei seiner Geburt in Bethlehem beginnt, setzt an einem entscheidenden Punkt ein, aber nicht am Anfang dessen, was die Bibel über ihn offenbart. Johannes führt den Blick weit über seine irdische Geburt hinaus: „Im Anfang“ war das Wort bereits da, es war bei Gott und es war Gott. Auch Jesus selbst spricht von einer Herrlichkeit beim Vater, die er besaß, ehe die Welt existierte. Seine Geschichte beginnt daher dort, wo menschliche Biografien gewöhnlich nicht beginnen können – vor seiner Menschwerdung.

Gerade deshalb ist sorgfältiges Lesen notwendig. Die Bibel zeigt Jesus wirklich als Menschen: Er wird geboren, wächst heran, begegnet Menschen und lebt innerhalb der Geschichte Israels. Zugleich beschreibt sie ihn nicht lediglich als außergewöhnlichen Lehrer, Propheten oder von Gott erwählten Menschen. Die Evangelien stehen innerhalb eines viel größeren Zeugnisses, das bereits in den Schriften Israels vorbereitet wird und im Neuen Testament seine tiefere Erklärung erhält.

Dabei darf nicht jede alttestamentliche Erscheinung vorschnell mit Christus gleichgesetzt werden. Wo die Schrift selbst eine Verbindung herstellt oder der biblische Gesamtzusammenhang sie sicher trägt, kann sie deutlich benannt werden; wo dies offenbleibt, ist Zurückhaltung notwendig. So bleibt die Person Jesu größer als menschliche Traditionen und zugleich fest im Zeugnis der Schrift verankert.

Der früheste sichere Ausgangspunkt liegt deshalb nicht in Nazareth oder Bethlehem, sondern in seiner Existenz vor der Schöpfung. Von dort beginnt die Bibel, das Geheimnis dessen zu entfalten, der später als Jesus Christus in die menschliche Geschichte eintreten sollte.

Jesus Christus war vor der Schöpfung

Johannes 1,1-3 – „1 Im Anfang war das Wort, und das Wort war bei Gott, und das Wort war Gott. 2 Dieses war im Anfang bei Gott. 3 Alles ist durch dasselbe entstanden; und ohne dasselbe ist auch nicht eines entstanden, was entstanden ist."
Johannes 1,1-3 – „1 Im Anfang war das Wort, und das Wort war bei Gott, und das Wort war Gott. 2 Dieses war im Anfang bei Gott. 3 Alles ist durch dasselbe entstanden; und ohne dasselbe ist auch nicht eines entstanden, was entstanden ist."
Johannes 17,5 – „5 Und nun verherrliche du mich, Vater, bei dir selbst mit der Herrlichkeit, die ich bei dir hatte, ehe die Welt war."
Kolosser 1,15-17 – „15 welcher das Ebenbild des unsichtbaren Gottes ist, der Erstgeborene aller Kreatur. 16 Denn in ihm ist alles erschaffen worden, was im Himmel und was auf Erden ist, das Sichtbare und das Unsichtbare, seien es Throne oder Herrschaften oder Fürstentümer oder Gewalten: alles ist durch ihn und für ihn geschaffen; 17 und er ist vor allem, und alles besteht in ihm."
Hebräer 1,2-3 – „2 welchen er zum Erben von allem eingesetzt, durch welchen er auch die Weltzeiten gemacht hat; 3 welcher, da er die Ausstrahlung seiner Herrlichkeit und der Ausdruck seines Wesens ist und alle Dinge trägt mit dem Wort seiner Kraft, und nachdem er die Reinigung unserer Sünden durch sich selbst vollbracht, sich zur Rechten der Majestät in der Höhe gesetzt hat"

Bevor Jesus Christus als Mensch in die Geschichte dieser Welt eintrat, existierte er bereits. Johannes setzt deshalb bewusst nicht bei seiner Geburt an, sondern führt an den Anfang zurück: Als alles Geschaffene seinen Anfang nahm, war das Wort bereits da. Es war bei Gott und war zugleich Gott. Damit unterscheidet die Schrift das Wort vom Vater, ohne ihm das göttliche Wesen abzusprechen. Jesus beginnt nach diesem Zeugnis nicht als Geschöpf innerhalb der Schöpfung, sondern steht bereits jenseits ihres Anfangs.

Johannes verbindet diese Präexistenz unmittelbar mit der Schöpfung selbst. Alles ist durch das Wort geworden, und ohne es wurde nichts von dem, was geworden ist. Das ist mehr als die Aussage, Jesus habe bei der Schöpfung lediglich mitgewirkt. Die Grenze verläuft zwischen dem, was geworden ist, und dem, durch den es geworden ist. Christus gehört nicht auf die Seite des Geschaffenen, sondern die Schöpfung verdankt ihm ihr Dasein. Erst später erklärt Johannes ausdrücklich, dass dieses Wort Fleisch wurde und unter den Menschen wohnte; derjenige, der Mensch wurde, existierte also schon zuvor.

Auch andere neutestamentliche Texte führen dieselbe Linie weiter. Hebräer 1 beschreibt den Sohn als den, durch den Gott die Weltzeiten gemacht hat, und als Ausstrahlung seiner Herrlichkeit und Ausdruck seines Wesens. Kolosser 1 erklärt, dass durch Christus alles geschaffen wurde, im Himmel und auf Erden, das Sichtbare und das Unsichtbare. Dabei wird nicht nur gesagt, dass alles durch ihn entstand, sondern auch, dass alles zu ihm hin geschaffen wurde. Christus steht vor allen Dingen, und in ihm besteht die Schöpfung fort. Seine Bedeutung reicht deshalb nicht nur bis zum ersten Augenblick der Welt zurück; ihre fortdauernde Existenz bleibt ebenfalls mit ihm verbunden.

Gerade in Kolosser 1 begegnet jedoch eine Formulierung, die missverstanden werden kann: Christus wird der „Erstgeborene aller Kreatur“ genannt. Im Zusammenhang kann dies nicht bedeuten, dass er selbst das erste erschaffene Wesen sei, denn unmittelbar anschließend begründet Paulus seine Stellung damit, dass durch ihn alle Dinge geschaffen worden sind. Der Ausdruck bezeichnet hier seine Vorrangstellung über die Schöpfung, nicht seine Zugehörigkeit zu ihr. Der folgende Satz bestätigt dies ausdrücklich: Er ist vor allen Dingen. Die Erklärung des Textes liegt damit im Text selbst.

Jesus spricht während seines irdischen Lebens ebenfalls von einer Existenz, die seiner Geburt weit vorausgeht. In seinem Gebet zum Vater erinnert er an die Herrlichkeit, die er bei ihm hatte, ehe die Welt war (Johannes 17,5). Diese Aussage beschreibt nicht lediglich einen zukünftigen Plan Gottes, sondern eine Gemeinschaft und Herrlichkeit vor dem Bestehen der Welt. Auch als Jesus erklärt, dass er schon vor Abraham ist, weist sein Selbstzeugnis weit über seine menschliche Lebenszeit hinaus (Johannes 8,58). Die Evangelien berichten solche Aussagen zwar während seines irdischen Dienstes, doch was sie über seine frühere Existenz offenbaren, gehört sachlich an den Anfang seiner Lebensgeschichte.

Dabei bleibt eine wichtige Unterscheidung bestehen. Jesus ist in diesen Texten nicht einfach ein anderer Name für den Vater. Das Wort war „bei Gott“, der Sohn spricht zum Vater von der Herrlichkeit, die er bei ihm besaß, und Hebräer unterscheidet den Sohn von dem Gott, der durch ihn gesprochen hat. Zugleich wird Christus nicht als ein bloßes himmlisches Wesen neben Gott beschrieben. Johannes nennt das Wort Gott, und die Schöpfungstexte schreiben ihm ein Wirken zu, das ihn eindeutig von allem Geschaffenen unterscheidet. Die Schrift hält damit sowohl die persönliche Unterscheidung als auch die göttliche Stellung Christi fest.

Diese Wahrheit verändert den Ausgangspunkt seiner gesamten irdischen Geschichte. Bethlehem ist nicht der Beginn seiner Existenz, sondern der Augenblick, an dem der bereits existierende Sohn auf eine neue Weise in die geschaffene Welt eintritt. Bevor von Krippe, Nazareth, Taufe oder öffentlichem Dienst gesprochen werden kann, steht deshalb die Erkenntnis, wer derjenige ist, der später Mensch wird. Der kommende Jesus ist kein Mensch, der erst nachträglich zu göttlicher Bedeutung erhoben wird. Er ist der vor der Welt verherrlichte Sohn, durch den die Welt überhaupt geschaffen wurde.

Von diesem frühesten sicheren Ausgangspunkt führt die biblische Geschichte weiter zu seinem Verhältnis zur geschaffenen Welt und zu den Spuren, durch die Gottes Erlösungsplan lange vor seiner Menschwerdung auf sein Kommen vorbereitet wird. Erst auf diesem Hintergrund lässt sich ermessen, was es bedeutet, wenn der Schöpfer schließlich selbst in die Geschichte seiner Schöpfung eintritt.

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Der kommende Erlöser wird verheißen

1. Mose 3,15 – „15 Und ich will Feindschaft setzen zwischen dir und dem Weibe, zwischen deinem Samen und ihrem Samen; derselbe soll dir den Kopf zertreten, und du wirst ihn in die Ferse stechen."
1. Mose 3,15 – „15 Und ich will Feindschaft setzen zwischen dir und dem Weibe, zwischen deinem Samen und ihrem Samen; derselbe soll dir den Kopf zertreten, und du wirst ihn in die Ferse stechen."
1. Mose 12,1-3 – „1 Und der HERR sprach zu Abram: Geh aus von deinem Land und von deiner Verwandtschaft und von deines Vaters Hause in das Land, das ich dir zeigen will! 2 So will ich dich zu einem großen Volke machen und dich segnen und dir einen großen Namen machen, und du sollst ein Segen sein. 3 Ich will segnen, die dich segnen, und verfluchen, die dir fluchen; und durch dich sollen alle Geschlechter auf Erden…"
1. Mose 22,15-18 – „15 Und der Engel des HERRN rief Abraham zum zweitenmal vom Himmel 16 und sprach: Ich habe bei mir selbst geschworen, spricht der HERR, weil du solches getan und deines einzigen Sohnes nicht verschont hast, 17 will ich dich gewiß segnen und deinen Samen mächtig mehren, wie die Sterne am Himmel und wie den Sand am Rande des Meeres, und dein Same soll die Tore seiner Feinde besitzen, 18 und in deine…"
Galater 3,16 – „16 Nun aber sind die Verheißungen dem Abraham und seinem Samen zugesprochen worden. Es heißt nicht: «und den Samen», als von vielen, sondern als von einem: «und deinem Samen», welcher ist Christus."

Nachdem die Schöpfung durch die Sünde des Menschen zerbrochen war, erscheint in der Bibel früh die erste Verheißung eines kommenden Sieges über das Böse. Gott spricht zur Schlange von Feindschaft zwischen ihr und der Frau sowie zwischen ihrem Samen und ihrem Samen. Dieser werde der Schlange den Kopf zertreten, während sie ihn an der Ferse verletzen werde. 1. Mose 3,15 nennt Jesus noch nicht mit seinem späteren Namen und entfaltet auch noch nicht die Einzelheiten seines Erlösungswerkes. Doch vom weiteren Zeugnis der Schrift her wird hier eine Linie eröffnet, die auf den endgültigen Sieg Christi über Satan und die Werke der Sünde hinführt.

Diese Verheißung entsteht unmittelbar innerhalb des Gerichts über den Sündenfall. Der Mensch hat Gottes Gebot übertreten, und die Folgen der Sünde treten bereits hervor: Scham, Entfremdung, Mühsal und schließlich der Tod. Gott erklärt diese Folgen nicht für bedeutungslos und hebt seine Ordnung nicht auf. Dennoch endet seine Antwort nicht beim Gericht. Mitten in der gefallenen Welt kündigt er einen kommenden Nachkommen an, durch den die Macht des Verführers gebrochen werden soll. Erlösung beginnt damit nicht als menschliche Suche nach einem Weg zurück zu Gott, sondern mit Gottes eigener Verheißung.

Der spätere biblische Zusammenhang macht deutlicher, warum diese frühe Aussage für die Lebensgeschichte Christi bedeutsam ist. Das Neue Testament beschreibt Jesus als den, der gekommen ist, um die Werke des Teufels zu zerstören, und verbindet seinen Tod mit der Überwindung dessen, der die Macht des Todes ausübte (1. Johannes 3,8; Hebräer 2,14). Dadurch lässt sich 1. Mose 3,15 nicht einfach auf jedes beliebige menschliche Ringen mit dem Bösen reduzieren. Die dort eröffnete Hoffnung erreicht in Christus ihre entscheidende heilsgeschichtliche Erfüllung. Was am Anfang nur in knapper Form angekündigt wird, gewinnt im weiteren Verlauf der Schrift immer klarere Gestalt.

Mit Abraham wird diese Verheißungslinie konkreter. Gott ruft ihn aus seinem bisherigen Umfeld heraus und verspricht, durch ihn ein großes Volk entstehen zu lassen. Entscheidend ist jedoch, dass der Segen nicht bei Abraham oder seinen leiblichen Nachkommen stehenbleiben soll: In ihm sollen alle Geschlechter der Erde gesegnet werden. Damit wird die Erwartung des kommenden Heils mit einer bestimmten geschichtlichen Linie verbunden. Der Erlösungsplan bewegt sich nun innerhalb der Geschichte eines Volkes weiter, soll aber von Anfang an weit über dieses Volk hinausreichen.

Später erneuert Gott diese Verheißung und verbindet sie mit Abrahams Nachkommenschaft. Nach der Prüfung am Berg Morija heißt es erneut, dass durch seinen Samen alle Völker der Erde gesegnet werden sollen. Paulus greift diese Bundesverheißung in Galater 3 ausdrücklich auf und führt ihre entscheidende Erfüllung auf Christus. Dabei macht der Apostel nicht jede Bedeutung der Nachkommenschaft Abrahams zunichte; die Bibel kann von seinen vielen leiblichen Nachkommen sprechen. Doch innerhalb der Verheißung erkennt Paulus einen besonderen Zielpunkt: Christus ist derjenige, in dem der verheißene Segen seine umfassende Erfüllung findet.

Damit gewinnt die kommende Menschwerdung bereits lange vor Bethlehem einen geschichtlichen Rahmen. Der ewige Sohn wird nicht plötzlich und ohne Vorbereitung in einer beliebigen Zeit oder einem beliebigen Volk erscheinen. Gottes Verheißung führt von der gefallenen Menschheit zu Abraham und von dort weiter durch eine zunehmend bestimmte Bundes- und Verheißungslinie. Diese Entwicklung macht sichtbar, dass die spätere Geburt Jesu nicht als isoliertes Wunder verstanden werden kann. Sie steht innerhalb eines Erlösungsplanes, den Gott schon lange zuvor angekündigt und durch die Geschichte hindurch weitergeführt hat.

Gleichzeitig darf diese Linie nicht so erzählt werden, als hätten die Menschen des Alten Testaments bereits jede spätere Einzelheit über Jesus verstanden. Die ersten Verheißungen sind wirklich bedeutsam, aber noch nicht vollständig entfaltet. Namen, Ort, konkrete Lebensumstände und die genaue Weise seines Erlösungswerkes werden erst Schritt für Schritt deutlicher. Gerade diese fortschreitende Offenbarung gehört zur biblischen Geschichte Jesu: Noch bevor er sichtbar in die Welt kommt, richtet Gott die Hoffnung seines Volkes immer bestimmter auf den kommenden Retter.

Von Abraham aus verengt sich diese Verheißungslinie weiter. Nicht jede Nachkommenschaft trägt in gleicher Weise die messianische Verheißung, sondern Gott führt sie durch bestimmte Personen und schließlich in die königliche Linie Israels hinein. So nimmt die Erwartung des kommenden Christus innerhalb der Geschichte immer klarere Konturen an, ohne dass seine Menschwerdung bereits erreicht wäre.

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Die Verheißung führt zum Haus Davids

1. Mose 49,8-10 – „8 Dich, Juda, werden deine Brüder loben! Deine Hand wird auf dem Nacken deiner Feinde sein; vor dir werden deines Vaters Kinder sich neigen. 9 Juda ist ein junger Löwe; mit Beute beladen stiegst du, mein Sohn, empor! Er ist niedergekniet und hat sich gelagert wie ein Löwe und wie eine Löwin; wer darf ihn aufwecken? 10 Es wird das Zepter nicht von Juda weichen, noch der Herrscherstab von seinen Fü…"
1. Mose 49,8-10 – „8 Dich, Juda, werden deine Brüder loben! Deine Hand wird auf dem Nacken deiner Feinde sein; vor dir werden deines Vaters Kinder sich neigen. 9 Juda ist ein junger Löwe; mit Beute beladen stiegst du, mein Sohn, empor! Er ist niedergekniet und hat sich gelagert wie ein Löwe und wie eine Löwin; wer darf ihn aufwecken? 10 Es wird das Zepter nicht von Juda weichen, noch der Herrscherstab von seinen Fü…"
2. Samuel 7,12-16 – „12 Wenn deine Tage erfüllt sind und du bei deinen Vätern liegst, so will ich deinen Samen nach dir erwecken, der aus deinem Leibe kommen wird, und will sein Königtum befestigen; 13 der soll meinem Namen ein Haus bauen, und ich will den Thron seines Königreichs auf ewig befestigen. 14 Ich will sein Vater sein, und er soll mein Sohn sein. Wenn er eine Missetat begeht, will ich ihn mit Menschenruten…"
Jesaja 11,1-2 – „1 Und es wird ein Sproß aus dem Stumpfe Isais hervorgehen und ein Schoß aus seinen Wurzeln hervorbrechen; 2 auf demselben wird ruhen der Geist des HERRN, der Geist der Weisheit und des Verstandes, der Geist des Rats und der Stärke, der Geist der Erkenntnis und der Furcht des HERRN."
Lukas 1,32-33 – „32 Dieser wird groß sein und Sohn des Höchsten genannt werden; und Gott der Herr wird ihm den Thron seines Vaters David geben; 33 und er wird regieren über das Haus Jakobs in Ewigkeit, und seines Reiches wird kein Ende sein."

Die Verheißung, die Gott Abraham gegeben hatte, wird innerhalb seiner Nachkommenschaft weitergeführt. Nicht Ismael, sondern Isaak wird als Sohn der Verheißung bezeichnet; von Isaaks Söhnen führt die Bundeslinie über Jakob weiter. Doch auch unter Jakobs zwölf Söhnen erhält nicht jeder dieselbe heilsgeschichtliche Aufgabe. Als Jakob am Ende seines Lebens seine Söhne segnet, tritt Juda besonders hervor. Mit seinem Stamm verbindet sich die Erwartung von Herrschaft: Das Zepter soll von Juda nicht weichen, bis der kommt, dem die Herrschaft zukommt. Damit erhält die zuvor allgemeinere Verheißung eines kommenden Nachkommens zunehmend königliche Gestalt.

Diese Worte in 1. Mose 49 erschöpfen sich nicht in einer einzelnen Person aus Judas unmittelbarer Nachkommenschaft. Sie eröffnen vielmehr eine Linie von Herrschaft, die im weiteren Verlauf der Bibel immer deutlicher wird. Aus Juda entsteht schließlich das Königtum Davids, und von dort richtet sich die messianische Hoffnung auf einen kommenden König. Das Neue Testament greift diese Verbindung ausdrücklich auf, wenn es Jesus als den „Löwen aus dem Stamm Juda“ bezeichnet und seine Abstammung mit Juda und David verbindet. Was in Jakobs Segen noch verhältnismäßig knapp erscheint, wird damit Teil einer fortschreitenden Offenbarung.

Einen entscheidenden Schritt bildet Gottes Bund mit David. Nachdem David als König über Israel eingesetzt ist und ein Haus für den HERRN bauen möchte, kehrt Gott die Blickrichtung um: Nicht David wird Gott zuerst ein Haus errichten, sondern Gott verheißt David ein „Haus“, also eine bleibende Dynastie. Ein Nachkomme Davids soll nach ihm aufstehen, sein Königtum soll gefestigt werden, und Gott verspricht eine Herrschaft, deren endgültige Tragweite über die gewöhnliche Lebensdauer eines menschlichen Königs hinausweist (2. Samuel 7,12-16).

Ein Teil dieser Verheißung erfüllt sich zunächst in Salomo. Er folgt David auf dem Thron und baut den Tempel. Doch die Aussage von einem dauerhaft befestigten Thron und einer bleibenden Herrschaft führt über Salomo hinaus. Die Geschichte der davidischen Könige zeigt gerade, dass kein gewöhnlicher Nachfolger diese Verheißung vollständig verwirklichte. Könige sündigten, das Reich zerbrach, Jerusalem wurde schließlich erobert, und die sichtbare davidische Monarchie verlor ihre frühere Stellung. Die Verheißung Gottes war damit jedoch nicht aufgehoben; sie richtete den Blick zunehmend auf einen zukünftigen Sohn Davids.

Die Propheten greifen diese Hoffnung auf. Jesaja spricht von einem Reis, das aus dem Stamm Isais hervorgehen wird, und von einem Spross aus seinen Wurzeln, auf dem der Geist des HERRN ruht. Isai war Davids Vater. Das Bild setzt voraus, dass das königliche Haus äußerlich wie ein gefällter Baum erscheinen kann und dennoch aus seiner Wurzel neues Leben hervorbringt. Die kommende Herrschaft gründet deshalb nicht auf ungebrochener menschlicher Macht, sondern auf Gottes Treue zu seiner Verheißung.

Andere prophetische Texte vertiefen dieselbe Erwartung. Ein gerechter Spross aus Davids Linie soll als König herrschen und Recht schaffen; zugleich wird ein kommender Herrscher erwartet, dessen Reich von Gerechtigkeit und Frieden geprägt ist. Diese Aussagen dürfen nicht voneinander gelöst und zu beliebigen politischen Hoffnungen gemacht werden. Innerhalb der biblischen Verheißungslinie führen sie auf den Messias hin, dessen Herrschaft nicht lediglich die Wiederholung eines früheren israelitischen Königtums sein wird.

Als Jahrhunderte später der Engel Gabriel zu Maria kommt, verbindet er die bevorstehende Geburt Jesu ausdrücklich mit dieser davidischen Verheißung. Gott werde ihm den Thron seines Vaters David geben, und er werde über das Haus Jakobs herrschen; seines Reiches werde kein Ende sein (Lukas 1,32-33). Damit erklärt das Neue Testament selbst, wohin die lange Linie von Juda über David und die Propheten geführt hat. Der kommende Sohn Marias ist derselbe verheißene König, auf den diese Geschichte zulief.

Noch bevor Jesus geboren wird, ist seine menschliche Herkunft deshalb heilsgeschichtlich vorbereitet. Der ewige Sohn tritt nicht ohne Zusammenhang in die Welt ein, sondern innerhalb der von Gott geführten Verheißungsgeschichte Israels. Aus der allgemeinen Hoffnung auf einen Retter ist eine immer bestimmtere Erwartung geworden: Er wird mit Abraham verbunden sein, aus Juda hervorgehen und als Sohn Davids eine Herrschaft empfangen, die kein gewöhnlicher König dauerhaft tragen konnte. Zugleich stehen weitere Verheißungen noch aus, die seine kommende Menschwerdung, seinen Geburtsort und die besondere Art seines Kommens genauer erkennen lassen.

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Seine Geburt wird prophetisch vorbereitet

Jesaja 7,14 – „14 Darum wird euch der Herr selbst ein Zeichen geben: Siehe, die Jungfrau hat empfangen und wird Mutter eines Sohnes, den sie Immanuel nennen wird."
Jesaja 7,14 – „14 Darum wird euch der Herr selbst ein Zeichen geben: Siehe, die Jungfrau hat empfangen und wird Mutter eines Sohnes, den sie Immanuel nennen wird."
Micha 5,1-3 – „1 Nun schließe deine Reihen, du Schar! Man errichtet Bollwerke gegen uns; mit der Rute wollen sie den Richter Israels auf den Backen schlagen. 2 Und du, Bethlehem-Ephrata, du bist zwar klein, um unter den Hauptorten Judas zu sein; aber aus dir soll mir hervorgehen, der Herrscher über Israel werden soll, dessen Ursprung von Anfang, von Ewigkeit her gewesen ist. 3 Darum gibt er sie hin bis zu der Z…"
Matthäus 1,22-23 – „22 Dieses alles aber ist geschehen, auf daß erfüllt würde, was von dem Herrn gesagt ist durch den Propheten, der da spricht: 23 «Siehe, die Jungfrau wird empfangen und einen Sohn gebären, und man wird ihm den Namen Emmanuel geben; das heißt übersetzt: Gott mit uns.»"
Matthäus 2,4-6 – „4 Und er berief alle Hohenpriester und Schriftgelehrten des Volkes zusammen und erfragte von ihnen, wo der Christus geboren werden sollte. 5 Sie aber sagten ihm: Zu Bethlehem im jüdischen Lande; denn also steht geschrieben durch den Propheten: 6 «Und du, Bethlehem im Lande Juda, bist keineswegs die geringste unter den Fürsten Judas; denn aus dir wird ein Herrscher hervorgehen, der mein Volk Israe…"

Während die Verheißungslinie auf das Haus Davids zuläuft, geben die Propheten weitere Hinweise darauf, wie der kommende Messias in die Geschichte eintreten wird. Diese Texte entstehen jeweils in konkreten geschichtlichen Situationen und dürfen nicht von ihrem ursprünglichen Zusammenhang gelöst werden. Zugleich zeigt das Neue Testament, dass einzelne Aussagen eine Tragweite besitzen, die erst mit Jesus Christus vollständig sichtbar wird. Besonders deutlich wird dies bei Jesaja und Micha.

Jesaja 7 spielt in einer Zeit politischer Bedrohung für Juda. König Ahas fürchtet die vereinten Mächte von Aram und dem Nordreich Israel. Gott bietet ihm durch Jesaja ein Zeichen an, doch Ahas lehnt es scheinbar fromm ab. Daraufhin kündigt der Prophet ein Zeichen an: Eine Jungfrau beziehungsweise junge Frau werde schwanger werden und einen Sohn gebären, dessen Name Immanuel lautet – „Gott mit uns“. Der Text steht damit zunächst innerhalb einer konkreten Botschaft an das Haus David und seiner damaligen Krise.

Die volle Bedeutung dieser Verheißung erschließt sich jedoch erst im Neuen Testament. Matthäus greift Jesaja 7,14 ausdrücklich auf, nachdem er von der außergewöhnlichen Empfängnis Jesu berichtet hat. Er versteht die Geburt Jesu als Erfüllung dessen, was der Herr durch den Propheten gesagt hatte. Damit ist die Verbindung nicht lediglich eine spätere christliche Ähnlichkeit, sondern wird vom inspirierten Evangelisten selbst hergestellt. In Jesus erhält der Name Immanuel seine tiefste Bedeutung: In seiner Person kommt Gott auf einzigartige Weise zu den Menschen.

Auch der Ort seines Kommens wird prophetisch eingegrenzt. Micha richtet den Blick auf Bethlehem Ephrata, einen im Vergleich zu den bedeutenden Städten Judas kleinen Ort. Aus Bethlehem soll ein Herrscher hervorgehen, dessen Ursprung mit weit zurückliegenden Zeiten verbunden wird. Gerade dieser Ort besitzt bereits eine enge Verbindung mit David, der aus Bethlehem stammte. Die Erwartung des kommenden Herrschers verbindet sich damit erneut mit der davidischen Linie, erhält nun aber zugleich eine konkrete geografische Ausrichtung.

Micha beschreibt diesen Herrscher nicht lediglich als einen weiteren König innerhalb einer langen Reihe. Seine Herrschaft soll in der Kraft des HERRN bestehen, und seine Größe soll bis an die Enden der Erde reichen. Solche Aussagen gehen über das hinaus, was die gewöhnliche davidische Monarchie verwirklichte. Dennoch sollte auch hier nicht jede Einzelheit vorzeitig aus späteren Ereignissen herausgelesen werden. Der Text setzt einen kommenden Herrscher voraus, während das Neue Testament später ausdrücklich bestätigt, dass diese Erwartung auf Jesus bezogen wurde.

Als nach der Geburt Jesu Weise aus dem Morgenland nach dem neugeborenen König der Juden fragen, erkundigt sich Herodes bei den Hohenpriestern und Schriftgelehrten nach dem Geburtsort des Christus. Ihre Antwort führt unmittelbar zu Micha: Der verheißene Herrscher soll aus Bethlehem hervorgehen. Matthäus macht damit deutlich, dass Jesu Geburtsort nicht zufällig mit der alten Verheißung übereinstimmt. Die prophetische Erwartung und das tatsächliche Ereignis werden im Evangelium ausdrücklich zusammengeführt.

Diese Prophezeiungen zeigen zugleich, wie behutsam die Geschichte Jesu vor seiner Geburt vorbereitet wird. Gott offenbart nicht zu einem einzigen Zeitpunkt alle Einzelheiten seines Kommens. Schritt für Schritt werden Abstammung, königliche Stellung, die besondere Art seiner Geburt und der Ort seines Erscheinens deutlicher. Was zunächst über Jahrhunderte verteilt in unterschiedlichen prophetischen Zusammenhängen ausgesprochen wird, läuft schließlich in einer konkreten Person und einer konkreten geschichtlichen Geburt zusammen.

Damit ist die biblische Vorbereitung an den Punkt gelangt, an dem die Verheißung unmittelbar in Ereignis übergeht. Die Schriften haben von einem kommenden Nachkommen, vom Sohn Davids, vom Immanuel und von einem Herrscher aus Bethlehem gesprochen. Nun beginnt das Neue Testament nicht mehr nur mit Erwartung. Mit der Ankündigung an Maria tritt die Menschwerdung des ewigen Sohnes unmittelbar in die menschliche Geschichte ein.

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Der Sohn Gottes wird Mensch

Lukas 1,30-35 – „30 Und der Engel sprach zu ihr: Fürchte dich nicht, Maria! Denn du hast Gnade bei Gott gefunden. 31 Und siehe, du wirst empfangen und einen Sohn gebären; und du sollst ihm den Namen Jesus geben. 32 Dieser wird groß sein und Sohn des Höchsten genannt werden; und Gott der Herr wird ihm den Thron seines Vaters David geben; 33 und er wird regieren über das Haus Jakobs in Ewigkeit, und seines Reiches …"
Lukas 1,30-35 – „30 Und der Engel sprach zu ihr: Fürchte dich nicht, Maria! Denn du hast Gnade bei Gott gefunden. 31 Und siehe, du wirst empfangen und einen Sohn gebären; und du sollst ihm den Namen Jesus geben. 32 Dieser wird groß sein und Sohn des Höchsten genannt werden; und Gott der Herr wird ihm den Thron seines Vaters David geben; 33 und er wird regieren über das Haus Jakobs in Ewigkeit, und seines Reiches …"
Matthäus 1,18-21 – „18 Die Geburt Jesu Christi aber war also: Als seine Mutter Maria mit Joseph verlobt war, noch ehe sie zusammenkamen, erfand sich's, daß sie empfangen hatte vom heiligen Geist. 19 Aber Joseph, ihr Mann, der gerecht war und sie doch nicht an den Pranger stellen wollte, gedachte sie heimlich zu entlassen. 20 Während er aber solches im Sinne hatte, siehe, da erschien ihm ein Engel des Herrn im Traum,…"
Johannes 1,14 – „14 Und das Wort ward Fleisch und wohnte unter uns; und wir sahen seine Herrlichkeit, eine Herrlichkeit als des Eingeborenen vom Vater, voller Gnade und Wahrheit."
Galater 4,4-5 – „4 Als aber die Zeit erfüllt war, sandte Gott Seinen Sohn, von einem Weibe geboren und unter das Gesetz getan, 5 damit er die, welche unter dem Gesetz waren, loskaufte, auf daß wir das Sohnesrecht empfingen."

Mit der Ankündigung an Maria erreicht die lange Verheißungsgeschichte einen entscheidenden Wendepunkt. Was zuvor erwartet und prophetisch vorbereitet worden war, beginnt nun Wirklichkeit zu werden. Der Engel Gabriel kündigt Maria an, dass sie einen Sohn empfangen und ihm den Namen Jesus geben werde. Zugleich verbindet er dieses Kind unmittelbar mit den früheren Verheißungen: Es wird Sohn des Höchsten genannt werden, den Thron Davids empfangen und über ein Reich herrschen, das kein Ende hat. Die angekündigte Geburt steht damit ausdrücklich in der Linie dessen, was Gott über den kommenden Sohn Davids verheißen hatte.

Maria fragt, wie dies geschehen könne, da sie keinen Mann erkenne. Die Antwort beschreibt keine gewöhnliche menschliche Zeugung: Der Heilige Geist werde über sie kommen, und die Kraft des Höchsten werde sie überschatten. Deshalb werde das Heilige, das geboren wird, Sohn Gottes genannt werden. Die Bibel führt Jesu Sohnschaft damit nicht auf einen menschlichen Vater zurück. Seine Empfängnis geschieht durch Gottes einzigartiges Handeln, während Maria tatsächlich seine menschliche Mutter wird.

Matthäus berichtet dasselbe Geschehen aus der Situation Josefs. Noch bevor Maria und Josef als Ehepaar zusammenleben, zeigt sich, dass sie vom Heiligen Geist schwanger ist. Als Josef zunächst beabsichtigt, sich von ihr zu trennen, erklärt ihm ein Engel im Traum, dass das in Maria Gezeugte vom Heiligen Geist ist. Gleichzeitig erhält auch Josef den Auftrag, dem Kind den Namen Jesus zu geben. Die beiden Evangelien setzen unterschiedliche Schwerpunkte, stimmen aber in der entscheidenden Aussage überein: Jesu Empfängnis geht nicht auf einen menschlichen Vater zurück, sondern auf Gottes unmittelbares Wirken.

Gerade hier muss sorgfältig zwischen Jesu ewiger Existenz und seiner Menschwerdung unterschieden werden. Der Sohn beginnt nicht erst jetzt zu existieren. Derjenige, den Johannes bereits vor der Schöpfung als das Wort beschreibt, wird nun Fleisch und tritt damit wirklich in die menschliche Lebensgeschichte ein. Johannes 1,14 fasst diesen Übergang mit außergewöhnlicher Klarheit zusammen: Das Wort wurde Fleisch. Nicht ein gewöhnlicher Mensch wird nachträglich zum ewigen Wort, sondern das bereits existierende Wort nimmt menschliche Existenz an.

Damit begegnen in Jesus nicht zwei voneinander getrennte Personen. Der ewige Sohn, durch den alles geschaffen wurde, ist derselbe, der nun als wirklicher Mensch geboren werden soll. Die Bibel löst das Geheimnis dieser Menschwerdung nicht in eine technische Erklärung auf, sondern bezeugt die Tatsachen, die für das Verständnis Jesu notwendig sind. Er ist wahrhaft menschlich, weil er von einer Frau geboren wird; zugleich bleibt seine Herkunft einzigartig, weil seine Empfängnis durch den Heiligen Geist geschieht. Seine Menschwerdung vermindert daher nicht seine vorherige göttliche Stellung, sondern beschreibt den neuen Weg, auf dem er in die gefallene menschliche Welt eintritt.

Paulus ordnet dieses Ereignis später in den Erlösungsplan ein: Als die Fülle der Zeit gekommen war, sandte Gott seinen Sohn, geboren von einer Frau und unter das Gesetz getan, damit er die unter dem Gesetz Befindlichen erlöse und sie die Sohnschaft empfingen. Auch hier ist die Reihenfolge bemerkenswert. Gott sendet seinen Sohn; der Sohn entsteht nicht erst durch seine Geburt. Doch der Gesandte wird wirklich von einer Frau geboren und stellt sich damit unter die Bedingungen menschlicher Existenz und unter Gottes Gesetz.

Der Name, den das Kind erhalten soll, weist bereits auf seinen Auftrag hin. Der Engel erklärt Josef: „Du sollst seinen Namen Jesus nennen; denn er wird sein Volk retten von ihren Sünden.“ Sein Kommen richtet sich damit auf das tiefste Problem des Menschen. Die Rettung, die mit Jesus beginnt, besteht nicht lediglich in politischer Befreiung, gesellschaftlicher Veränderung oder äußerem Schutz. Sein Auftrag reicht bis zur Sünde selbst und damit zu jener Trennung von Gott, die seit dem Fall über der Menschheitsgeschichte liegt.

Die Menschwerdung ist deshalb einer der tiefsten Übergänge der gesamten biblischen Heilsgeschichte. Der Schöpfer tritt in seine Schöpfung ein, der verheißene Sohn Davids nimmt menschliches Leben an, und der Erlöser kommt in die Welt, die er retten will. Noch befindet sich Jesus verborgen im Mutterleib Marias; sein öffentliches Wirken liegt weit voraus. Doch mit seiner Empfängnis ist die Zeit des bloßen Wartens vorüber. Der angekündigte Christus ist nicht mehr nur verheißen – er ist in die menschliche Geschichte eingetreten.

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Noch ungeboren wird Jesus als Herr bezeugt

Lukas 1,39-45 – „39 Maria aber machte sich auf in diesen Tagen und reiste eilends in das Gebirge, in eine Stadt in Juda, 40 und kam in das Haus des Zacharias und begrüßte Elisabeth. 41 Und es begab sich, als Elisabeth den Gruß der Maria hörte, hüpfte das Kind in ihrem Leibe; und Elisabeth ward mit heiligem Geist erfüllt 42 und rief mit lauter Stimme und sprach: Gesegnet bist du unter den Frauen, und gesegnet ist …"
Lukas 1,39-45 – „39 Maria aber machte sich auf in diesen Tagen und reiste eilends in das Gebirge, in eine Stadt in Juda, 40 und kam in das Haus des Zacharias und begrüßte Elisabeth. 41 Und es begab sich, als Elisabeth den Gruß der Maria hörte, hüpfte das Kind in ihrem Leibe; und Elisabeth ward mit heiligem Geist erfüllt 42 und rief mit lauter Stimme und sprach: Gesegnet bist du unter den Frauen, und gesegnet ist …"
Lukas 1,46-55 – „46 Und Maria sprach: Meine Seele erhebt den Herrn, 47 und mein Geist freut sich Gottes, meines Retters, 48 daß er angesehen hat die Niedrigkeit seiner Magd; denn siehe, von nun an werden mich selig preisen alle Geschlechter! 49 Denn Großes hat der Mächtige an mir getan, und heilig ist sein Name; 50 und seine Barmherzigkeit währt von Geschlecht zu Geschlecht über die, so ihn fürchten. 51 Er tat Mä…"

Nachdem Maria die Ankündigung des Engels empfangen hat, macht sie sich auf den Weg in das Bergland Judas zu ihrer Verwandten Elisabeth. Gabriel hatte ihr berichtet, dass auch Elisabeth trotz ihres Alters einen Sohn erwartete. Damit begegnen sich zwei Frauen, deren Schwangerschaften auf außergewöhnliche Weise mit Gottes Handeln verbunden sind. Doch Lukas richtet den Blick nicht lediglich auf Maria und Elisabeth. Schon vor seiner Geburt wird sichtbar, welche besondere Stellung das Kind besitzt, das Maria trägt.

Als Maria das Haus betritt und Elisabeth begrüßt, hüpft das Kind in Elisabeths Leib. Elisabeth wird mit dem Heiligen Geist erfüllt und spricht Maria einen besonderen Segen zu. Dabei bezeichnet sie das ungeborene Kind nicht nur als gesegnet, sondern fragt: „Woher kommt mir das, daß die Mutter meines Herrn zu mir kommt?“ Noch bevor Jesus geboren ist, wird er damit ausdrücklich als „mein Herr“ bezeichnet. Lukas legt diese Aussage Elisabeth in einer Situation in den Mund, in der sie vom Heiligen Geist erfüllt ist.

Das Geschehen verbindet Jesus zugleich eng mit Johannes dem Täufer. Johannes befindet sich selbst noch im Mutterleib, doch sein späterer Auftrag wird bereits vorbereitet: Er soll dem Herrn vorangehen und ihm den Weg bereiten. Als Maria mit Jesus zu Elisabeth kommt, reagiert das ungeborene Kind auf ihre Begrüßung. Lukas berichtet dieses Ereignis nicht als zufällige Bewegung, sondern innerhalb einer vom Heiligen Geist bestimmten Begegnung. Schon hier erscheint Johannes in einer dienenden Beziehung zu dem, dessen Weg er später öffentlich vorbereiten wird.

Elisabeth hebt außerdem Marias Glauben hervor. Sie nennt sie glückselig, weil sie geglaubt hat, dass sich erfüllen werde, was ihr vom Herrn gesagt worden war. Dadurch bleibt der Blick auf Gottes Wort und seine Treue gerichtet. Maria empfängt ihre besondere Stellung nicht aufgrund eigener Größe, sondern weil Gott handelt und sie seiner Verheißung vertraut. Die Menschwerdung Jesu geschieht innerhalb dieses göttlichen Handelns, das menschlichen Glauben hervorruft, aber nicht von menschlicher Leistung abhängig ist.

Darauf antwortet Maria mit einem Lobpreis, der den Blick vollständig auf Gott richtet. Sie erhebt den Herrn, nennt ihn ihren Retter und erkennt an, dass der Mächtige Großes an ihr getan hat. Ihr Lied verbindet das gegenwärtige Geschehen mit Gottes Handeln an Israel und besonders mit seiner Verheißung an Abraham und dessen Nachkommen. Damit wird die Schwangerschaft Marias nicht als isoliertes persönliches Erlebnis verstanden. Das Kommen Jesu steht mitten in der Bundesgeschichte, die bereits Jahrhunderte zuvor begonnen hatte.

Bemerkenswert ist, dass Maria von Gottes Verheißungen spricht, während deren entscheidende Erfüllung noch verborgen in ihrem Leib heranwächst. Äußerlich hat sich die Welt kaum verändert. Kein Königreich ist sichtbar erschüttert worden, Jesus hat noch kein Wort gesprochen und kein Wunder getan. Dennoch beginnt sich das jahrhundertealte Warten auf eine Weise zu erfüllen, die zunächst nur wenigen Menschen bekannt ist. Gottes Erlösungsplan tritt nicht mit äußerer Machtentfaltung in die Geschichte ein, sondern zunächst verborgen und unscheinbar.

Diese frühe Begegnung schützt zugleich davor, Jesu Bedeutung erst mit seinem späteren öffentlichen Wirken beginnen zu lassen. Noch bevor Menschen seine Lehre hören oder seine Zeichen sehen können, wird seine Stellung bezeugt. Er ist bereits der verheißene Sohn, und Elisabeth nennt ihn ihren Herrn. Seine Würde entsteht nicht erst durch spätere Anerkennung, Erfolg oder religiösen Einfluss; sie gehört zu seiner Person.

Maria bleibt etwa drei Monate bei Elisabeth und kehrt anschließend nach Hause zurück. Währenddessen rückt der Zeitpunkt der Geburt näher. Was bisher nur durch Verheißung, Engelwort und das Zeugnis weniger Menschen bekannt geworden ist, wird nun in ein öffentlich feststellbares Ereignis übergehen: Der Sohn, dessen Kommen seit langem vorbereitet wurde, soll tatsächlich geboren werden.

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Jesus wird in Bethlehem geboren

Lukas 2,1-7 – „1 Es begab sich aber in jenen Tagen, daß ein Befehl ausging vom Kaiser Augustus, daß alle Welt sich sollte schätzen lassen. 2 Diese Schatzung war die erste und geschah, als Kyrenius Landpfleger in Syrien war. 3 Und es zogen alle aus, um sich schätzen zu lassen, ein jeder in seine Stadt. 4 Es ging aber auch Joseph von Galiläa, aus der Stadt Nazareth, hinauf nach Judäa in die Stadt Davids, welche B…"
Lukas 2,1-7 – „1 Es begab sich aber in jenen Tagen, daß ein Befehl ausging vom Kaiser Augustus, daß alle Welt sich sollte schätzen lassen. 2 Diese Schatzung war die erste und geschah, als Kyrenius Landpfleger in Syrien war. 3 Und es zogen alle aus, um sich schätzen zu lassen, ein jeder in seine Stadt. 4 Es ging aber auch Joseph von Galiläa, aus der Stadt Nazareth, hinauf nach Judäa in die Stadt Davids, welche B…"
Matthäus 1,24-25 – „24 Als nun Joseph vom Schlaf erwachte, tat er, wie ihm der Engel des Herrn befohlen, und nahm sein Weib zu sich 25 und erkannte sie nicht, bis sie den Sohn geboren hatte; und er gab ihm den Namen Jesus."
Micha 5,1 – „1 Nun schließe deine Reihen, du Schar! Man errichtet Bollwerke gegen uns; mit der Rute wollen sie den Richter Israels auf den Backen schlagen."

Als die Zeit der Geburt näher rückt, führt die Geschichte Maria und Josef nach Bethlehem. Lukas berichtet, dass aufgrund einer Anordnung des Kaisers Augustus eine Einschreibung durchgeführt wurde. Deshalb reist Josef aus Galiläa, aus der Stadt Nazareth, nach Judäa in die Stadt Davids, die Bethlehem heißt, weil er aus dem Haus und Geschlecht Davids stammt. Maria begleitet ihn. Damit verbindet sich eine politische Entscheidung des römischen Herrschers mit einer viel älteren Verheißung, ohne dass Lukas behauptet, Augustus habe deren Bedeutung verstanden oder bewusst zu ihrer Erfüllung beigetragen.

Der Weg nach Bethlehem ist besonders deshalb bedeutsam, weil dieser Ort bereits prophetisch mit dem kommenden Herrscher verbunden worden war. Micha hatte angekündigt, dass aus Bethlehem Ephrata derjenige hervorgehen werde, der Herrscher in Israel sein sollte. Maria lebte jedoch in Nazareth. Die Umstände der Einschreibung führen sie nun gerade vor der Geburt nach Bethlehem. Die Erfüllung entsteht damit nicht durch menschliche Inszenierung, sondern innerhalb gewöhnlicher geschichtlicher Abläufe, die zugleich in Gottes größeren Erlösungsplan eingeordnet werden.

Während Maria und Josef dort sind, kommt die Zeit ihrer Geburt. Lukas berichtet knapp, dass Maria ihren erstgeborenen Sohn gebiert, ihn in Windeln wickelt und in eine Krippe legt, weil für sie kein Raum in der Unterkunft vorhanden ist. Der Evangelist schmückt die Szene nicht aus. Er nennt weder einen bestimmten Stall noch beschreibt er die Gefühle der Beteiligten. Gerade diese Zurückhaltung bewahrt das Ereignis davor, durch spätere Vorstellungen ersetzt zu werden. Sicher ist: Jesus wird unter einfachen Umständen geboren und liegt nach seiner Geburt in einer Krippe.

Damit beginnt das menschliche Leben Jesu außerhalb des Mutterleibes in auffälligem Gegensatz zu seiner zuvor offenbarten Stellung. Derjenige, durch den nach dem Zeugnis des Neuen Testaments alles geschaffen wurde, erscheint nicht in königlicher Pracht. Der verheißene Sohn Davids wird nicht in einem Palast geboren, obwohl ihm ein ewiges Reich zugesagt ist. Diese Einfachheit darf nicht romantisiert werden, doch sie gehört zum tatsächlichen Bericht. Gottes Sohn tritt wirklich in die gewöhnlichen Bedingungen menschlicher Existenz ein.

Matthäus ergänzt einen anderen wichtigen Gesichtspunkt. Nachdem Josef im Traum die Erklärung über Marias Schwangerschaft erhalten hat, handelt er nach der Weisung des Engels und nimmt Maria zu sich. Er erkennt sie nicht ehelich, bis sie ihren Sohn geboren hat, und gibt ihm den Namen Jesus. Damit übernimmt Josef öffentlich die ihm aufgetragene Verantwortung und bestätigt durch die Namensgebung den Auftrag, den er empfangen hatte. Der Name ist nicht zufällig gewählt, sondern war von Gott bestimmt worden.

Mit der Geburt wird auch die Menschwerdung in einer neuen Weise sichtbar. Das Wort, das Fleisch geworden ist, lebt nun als wirkliches menschliches Kind unter Menschen. Die Bibel beschreibt keinen Scheinleib und keinen bloßen vorübergehenden Auftritt Gottes in menschlicher Gestalt. Jesus wird geboren, von seiner Mutter versorgt und in Windeln gelegt. Seine wahre Menschlichkeit gehört von Beginn an untrennbar zu dem Weg, auf dem er das Erlösungswerk vollbringen wird.

Gleichzeitig bleibt seine Geburt einzigartig. Er ist der Sohn Marias, aber Matthäus und Lukas hatten bereits ausdrücklich erklärt, dass seine Empfängnis durch den Heiligen Geist geschah. Seine Geburt macht ihn deshalb nicht erst zum Sohn Gottes, sondern bringt den bereits angekündigten Sohn sichtbar in die Welt. In ihm begegnen sich die lange Verheißungsgeschichte Israels und die tatsächliche menschliche Geschichte an einem bestimmten Ort und zu einer bestimmten Zeit.

Noch weiß die breite Öffentlichkeit nichts von der Bedeutung dieses Kindes. Bethlehem erlebt eine Geburt, die äußerlich kaum Beachtung finden muss. Doch Gott lässt das Ereignis nicht vollständig verborgen bleiben. Noch in derselben Gegend werden Menschen angesprochen, die von sich aus keinen Zugang zu dem Geschehen gehabt hätten. Die erste öffentliche Verkündigung über den neugeborenen Jesus richtet sich nicht an einen Königshof, sondern an Hirten auf den Feldern bei Bethlehem.

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Hirten hören die Botschaft vom Retter

Lukas 2,8-14 – „8 Und es waren Hirten in derselben Gegend auf dem Felde, die bewachten des Nachts ihre Herde. 9 Und siehe, ein Engel des Herrn trat zu ihnen, und die Klarheit des Herrn umleuchtete sie; und sie fürchteten sich sehr. 10 Und der Engel sprach zu ihnen: Fürchtet euch nicht! Denn siehe, ich verkündige euch große Freude, die dem ganzen Volk widerfahren soll. 11 Denn euch ist heute ein Retter geboren, w…"
Lukas 2,8-14 – „8 Und es waren Hirten in derselben Gegend auf dem Felde, die bewachten des Nachts ihre Herde. 9 Und siehe, ein Engel des Herrn trat zu ihnen, und die Klarheit des Herrn umleuchtete sie; und sie fürchteten sich sehr. 10 Und der Engel sprach zu ihnen: Fürchtet euch nicht! Denn siehe, ich verkündige euch große Freude, die dem ganzen Volk widerfahren soll. 11 Denn euch ist heute ein Retter geboren, w…"
Lukas 2,15-20 – „15 Und es begab sich, als die Engel von ihnen gen Himmel fuhren, sprachen die Hirten zueinander: Laßt uns doch bis nach Bethlehem gehen und die Sache sehen, die da geschehen ist, die der Herr uns kundgetan hat! 16 Und sie gingen eilends und fanden Maria und Joseph, dazu das Kindlein in der Krippe liegend. 17 Nachdem sie es aber gesehen hatten, machten sie das Wort kund, das ihnen von diesem Kinde…"

In derselben Gegend um Bethlehem halten Hirten in der Nacht Wache bei ihrer Herde. Während die Geburt Jesu zunächst nur Maria und Josef unmittelbar betrifft, macht Gott nun anderen Menschen bekannt, was geschehen ist. Ein Engel des Herrn tritt zu den Hirten, und die Herrlichkeit des Herrn umleuchtet sie. Ihre erste Reaktion ist große Furcht. Doch die Botschaft des Engels beginnt nicht mit Gericht, sondern mit der Aufforderung, sich nicht zu fürchten.

Der Engel verkündigt „große Freude“, die dem ganzen Volk widerfahren soll. Der Grund dafür liegt in einem konkreten Ereignis: In der Stadt Davids ist ein Retter geboren worden, „welcher ist Christus, der Herr“. Drei Bezeichnungen werden damit unmittelbar mit dem neugeborenen Jesus verbunden. Er ist der Retter, der verheißene Christus – also der Messias – und der Herr. Noch bevor Jesus selbst sprechen oder öffentlich handeln kann, erklärt der Himmel, wer dieses Kind ist.

Die Bezeichnung „Retter“ führt unmittelbar zu dem Auftrag zurück, den der Engel Josef bereits erklärt hatte: Jesus soll sein Volk von seinen Sünden retten. Die himmlische Verkündigung bei Bethlehem erweitert nun den Blick. Die Geburt wird als Grund großer Freude bekannt gemacht. Damit steht von Anfang an nicht die äußere Niedrigkeit des Kindes im Mittelpunkt, sondern die heilsgeschichtliche Bedeutung seiner Person. Der in einer Krippe liegende Säugling ist derjenige, durch den Gottes Rettung zu den Menschen kommt.

Bemerkenswert ist zugleich das Zeichen, das die Hirten erhalten. Sie sollen keinen Thron, kein königliches Gewand und keine sichtbare Machtdemonstration suchen. Sie werden ein Kind finden, in Windeln gewickelt und in einer Krippe liegend. Gerade diese Beschreibung ermöglicht ihnen, Jesus eindeutig zu erkennen. Zwischen seiner gewaltigen Würde und seinen einfachen äußeren Lebensumständen besteht ein auffälliger Gegensatz: Der als Herr verkündigte Retter begegnet ihnen als hilfsbedürftiges menschliches Kind.

Dann erscheint bei dem Engel eine Menge der himmlischen Heerscharen. Sie loben Gott und verbinden das Geschehen mit seiner Herrlichkeit und seinem Frieden. Der Mittelpunkt ihrer Verkündigung bleibt Gott selbst: Die Geburt Christi verherrlicht den, der seinen Erlösungsplan verwirklicht. Der angekündigte Friede darf dabei nicht auf die sofortige Beendigung aller menschlichen Konflikte verkürzt werden. Jesu späteres Wirken wird erst vollständig zeigen, wie tief die Versöhnung reicht, die mit seinem Kommen verbunden ist.

Nachdem die Engel sie verlassen haben, entscheiden sich die Hirten, nach Bethlehem zu gehen. Sie wollen sehen, was der Herr ihnen kundgetan hat. Dort finden sie Maria, Josef und das Kind in der Krippe – genau entsprechend dem gegebenen Zeichen. Lukas schildert damit eine überprüfbare Verbindung zwischen Botschaft und Wirklichkeit: Die Hirten erhalten eine konkrete Ankündigung und finden das angekündigte Kind unter den beschriebenen Umständen.

Was sie gehört haben, behalten sie nicht für sich. Sie berichten weiter, was ihnen über dieses Kind gesagt worden ist, und die Zuhörer wundern sich über ihre Worte. Maria reagiert anders: Sie bewahrt diese Aussagen und bewegt sie in ihrem Herzen. Der Text erklärt nicht, dass sie zu diesem Zeitpunkt bereits jede Bedeutung vollständig verstand. Er zeigt vielmehr, dass sie die Ereignisse und Worte festhält, während die Geschichte ihres Sohnes erst begonnen hat.

Die Hirten kehren schließlich zu ihren Herden zurück und verherrlichen und loben Gott für alles, was sie gehört und gesehen haben. Damit sind sie unter den ersten Menschen, die nach Jesu Geburt das göttliche Zeugnis über ihn empfangen und weitertragen. Nicht aufgrund eigener Erkenntnis entdecken sie seine Identität; Gott macht sie ihnen bekannt. Die Geschichte Jesu beginnt somit bereits in seinen ersten Lebenstagen mit einem Muster, das später immer wieder begegnen wird: Äußerlich ist seine Stellung nicht immer unmittelbar zu erkennen, doch Gottes Wort offenbart, wer er wirklich ist.

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Jesus wird dem Herrn dargestellt

Lukas 2,21-24 – „21 Und als acht Tage vollendet waren, da man das Kind beschneiden mußte, wurde ihm der Name Jesus gegeben, den der Engel genannt hatte, ehe er im Mutterleibe empfangen worden war. 22 Und als die Tage ihrer Reinigung nach dem Gesetze Moses vollendet waren, brachten sie ihn nach Jerusalem, um ihn dem Herrn darzustellen, 23 wie im Gesetze des Herrn geschrieben steht: «Alle männliche Erstgeburt soll …"
Lukas 2,21-24 – „21 Und als acht Tage vollendet waren, da man das Kind beschneiden mußte, wurde ihm der Name Jesus gegeben, den der Engel genannt hatte, ehe er im Mutterleibe empfangen worden war. 22 Und als die Tage ihrer Reinigung nach dem Gesetze Moses vollendet waren, brachten sie ihn nach Jerusalem, um ihn dem Herrn darzustellen, 23 wie im Gesetze des Herrn geschrieben steht: «Alle männliche Erstgeburt soll …"
Lukas 2,25-35 – „25 Und siehe, es war ein Mensch zu Jerusalem, namens Simeon; und dieser Mensch war gerecht und gottesfürchtig und wartete auf den Trost Israels; und heiliger Geist war auf ihm. 26 Und er hatte vom heiligen Geist die Zusage empfangen, daß er den Tod nicht sehen werde, bevor er den Gesalbten des Herrn gesehen. 27 Und er kam auf Antrieb des Geistes in den Tempel. Und als die Eltern das Kindlein Jesu…"
Lukas 2,36-38 – „36 Und es war eine Prophetin Hanna, eine Tochter Phanuels, aus dem Stamm Asser, die war hochbetagt, nachdem sie mit ihrem Manne sieben Jahre gelebt hatte nach ihrer Jungfrauschaft; 37 und sie war eine Witwe von vierundachtzig Jahren; die wich nicht vom Tempel, sondern diente Gott mit Fasten und Beten Tag und Nacht. 38 Auch diese trat zu derselben Stunde hinzu und pries Gott und redete von ihm zu …"
Galater 4,4 – „4 Als aber die Zeit erfüllt war, sandte Gott Seinen Sohn, von einem Weibe geboren und unter das Gesetz getan,"

Acht Tage nach seiner Geburt wird Jesus beschnitten und erhält offiziell den Namen, den der Engel bereits vor seiner Empfängnis genannt hatte. Lukas berichtet diesen Schritt ohne ausführliche Erklärung, doch er ordnet Jesus damit von seinen ersten Lebenstagen an sichtbar in das Bundesvolk Israel ein. Als Sohn einer jüdischen Mutter lebt er nicht außerhalb der Geschichte und Ordnung seines Volkes. Der Name Jesus, den Maria und Josef nun geben, stammt zugleich nicht aus ihrer eigenen Wahl, sondern aus der göttlichen Ankündigung seines kommenden Auftrags.

Nach der vorgeschriebenen Zeit bringen Maria und Josef Jesus nach Jerusalem. Lukas verbindet dieses Geschehen ausdrücklich mit dem Gesetz des Herrn. Jesus wird als Erstgeborener dargestellt, und das vorgeschriebene Opfer wird dargebracht. Die Familie begegnet Gottes Ordnung nicht als etwas, das für das besondere Kind bedeutungslos geworden wäre. Derjenige, der gekommen ist, um zu erlösen, tritt selbst innerhalb des Bundesvolkes unter die Bedingungen des Gesetzes, wie Paulus später zusammenfasst: Gottes Sohn wurde „unter das Gesetz getan“.

Das genannte Opfer gibt zugleich einen Einblick in die äußeren Lebensverhältnisse der Familie. Lukas nennt ein Paar Turteltauben oder zwei junge Tauben – genau jene Opfergabe, die das Gesetz vorsah, wenn die Mittel für ein Lamm nicht ausreichten. Der Text macht daraus keine ausführliche soziale Beschreibung, doch er zeigt, dass Jesus nicht in den sichtbaren Privilegien einer wohlhabenden königlichen Familie aufwächst. Der verheißene Sohn Davids wird im Tempel unter einfachen Verhältnissen dargestellt.

Gerade dort begegnet die Familie einem Mann namens Simeon. Lukas beschreibt ihn als gerecht und gottesfürchtig und sagt, dass er auf den Trost Israels wartete. Der Heilige Geist hatte ihm offenbart, dass er den Tod nicht sehen werde, bevor er den Christus des Herrn gesehen habe. Als Maria und Josef Jesus in den Tempel bringen, kommt Simeon durch den Geist dorthin. Er nimmt das Kind in seine Arme und erkennt in ihm die Erfüllung der Hoffnung, auf die er gewartet hatte.

Simeons Worte erweitern den Blick über Israel hinaus. Er bezeichnet Gottes Heil als vor allen Völkern bereitet, als Licht zur Offenbarung für die Heiden und als Herrlichkeit für Israel. Damit wird schon in Jesu frühester Kindheit ausgesprochen, dass sein Auftrag nicht auf ein einziges Volk begrenzt bleiben wird. Die Verheißung an Abraham, durch dessen Nachkommen alle Geschlechter der Erde gesegnet werden sollten, beginnt hier erneut aufzuleuchten. Der Messias Israels ist zugleich der von Gott bereitete Retter für die Völker.

Doch Simeons Zeugnis enthält nicht nur Freude. Er sagt Maria, dass dieses Kind zum Fall und zum Aufstehen vieler in Israel gesetzt sei und zu einem Zeichen, dem widersprochen werde. Damit erscheint bereits früh eine Spannung, die Jesu späteres Leben prägen wird. Seine Gegenwart führt nicht automatisch zu allgemeiner Zustimmung. An ihm werden Entscheidungen sichtbar werden; manche werden ihn annehmen, andere ihm widersprechen. Auch Maria wird von dem Weg ihres Sohnes nicht unberührt bleiben.

Im Tempel tritt außerdem Hanna hinzu, eine hochbetagte Prophetin, die Gott mit Fasten und Gebet dient. Als sie Jesus sieht, dankt sie Gott und spricht über das Kind zu denen, die auf Erlösung in Jerusalem warten. Lukas stellt Simeon und Hanna damit als zwei unabhängige Zeugen dar, die innerhalb des Tempels auf den noch kleinen Jesus hinweisen. Beide gehören zu Menschen in Israel, die auf Gottes Eingreifen warten, und beide erkennen, dass mit diesem Kind etwas von dieser erwarteten Erlösung begonnen hat.

Jesus hat zu diesem Zeitpunkt noch nichts gelehrt und kein öffentliches Wunder getan. Dennoch wird seine Identität bereits aus mehreren Richtungen bezeugt: durch die Engelbotschaften, durch Elisabeth, durch die Hirten und nun durch Simeon und Hanna. Zugleich bleibt seine äußere Erscheinung die eines gewöhnlichen Kindes, das von seinen Eltern getragen und nach dem Gesetz dargestellt wird. Gerade darin zeigt sich erneut die besondere Gestalt seiner Menschwerdung: Der verheißene Erlöser tritt nicht außerhalb der menschlichen und israelitischen Geschichte auf, sondern geht von Anfang an wirklich in sie hinein.

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Weise kommen, um den König anzubeten

Matthäus 2,1-12 – „1 Als nun Jesus geboren war zu Bethlehem im jüdischen Lande, in den Tagen des Königs Herodes, siehe, da kamen Weise aus dem Morgenland nach Jerusalem, die sprachen: 2 Wo ist der neugeborene König der Juden? Denn wir haben seinen Stern gesehen im Morgenlande und sind gekommen, ihn anzubeten. 3 Da das der König Herodes hörte, erschrak er und ganz Jerusalem mit ihm. 4 Und er berief alle Hohenprieste…"
Matthäus 2,1-12 – „1 Als nun Jesus geboren war zu Bethlehem im jüdischen Lande, in den Tagen des Königs Herodes, siehe, da kamen Weise aus dem Morgenland nach Jerusalem, die sprachen: 2 Wo ist der neugeborene König der Juden? Denn wir haben seinen Stern gesehen im Morgenlande und sind gekommen, ihn anzubeten. 3 Da das der König Herodes hörte, erschrak er und ganz Jerusalem mit ihm. 4 Und er berief alle Hohenprieste…"
Micha 5,1 – „1 Nun schließe deine Reihen, du Schar! Man errichtet Bollwerke gegen uns; mit der Rute wollen sie den Richter Israels auf den Backen schlagen."
Psalmen 72,10-11 – „10 Die Könige von Tarsis und den Inseln werden Gaben bringen, die Könige von Saba und Seba werden Geschenke senden. 11 Alle Könige werden ihn anbeten, alle Heiden werden ihm dienen."

Nach Jesu Geburt berichtet Matthäus von Männern aus dem Osten, die nach Jerusalem kommen und nach dem neugeborenen König der Juden fragen. Der Evangelist nennt sie Weise und sagt nicht, wie viele es waren oder dass sie Könige gewesen seien. Auch ihr Herkunftsland wird nicht genauer bestimmt. Sicher ist lediglich, dass sie aus dem Morgenland kommen und durch ein außergewöhnliches Zeichen auf die Geburt eines Königs aufmerksam geworden sind. Ihr Auftreten führt die Bedeutung Jesu erstmals in einen Zusammenhang, der deutlich über Israel hinausreicht.

Ihre Frage erschüttert Jerusalem. Besonders König Herodes reagiert beunruhigt, denn die Nachricht von einem geborenen „König der Juden“ berührt unmittelbar seine eigene Herrschaft. Er ruft die Hohenpriester und Schriftgelehrten zusammen und fragt sie, wo der Christus geboren werden solle. Ihre Antwort lautet Bethlehem in Judäa, und zur Begründung führen sie die prophetische Aussage Michas an. Damit entsteht ein auffälliger Gegensatz: Die religiösen Schriftkundigen können den richtigen Geburtsort nennen, doch Matthäus berichtet nicht, dass sie selbst nach Bethlehem gehen.

Herodes lässt die Weisen heimlich zu sich kommen und erkundigt sich genau nach der Zeit, zu der ihnen der Stern erschienen ist. Anschließend schickt er sie nach Bethlehem und fordert sie auf, das Kind sorgfältig zu suchen und ihm anschließend Bericht zu erstatten. Er stellt dies als Wunsch dar, ebenfalls zu kommen und das Kind anzubeten. Der weitere Bericht zeigt jedoch, dass diese Worte seine wirklichen Absichten verdecken. Schon hier beginnt sich jener Widerstand gegen Jesus zu zeigen, den Simeon kurz zuvor angekündigt hatte.

Die Weisen ziehen weiter und werden erneut durch den Stern geführt, bis er über dem Ort steht, an dem das Kind ist. Matthäus beschreibt das Zeichen als göttliche Führung, erklärt aber nicht seine astronomische Beschaffenheit. Deshalb sollte nicht mehr behauptet werden, als der Text hergibt. Entscheidend ist für den Evangelisten nicht, welches natürliche oder übernatürliche Phänomen im Einzelnen zugrunde lag, sondern dass die Männer dadurch zu Jesus geführt wurden. Als sie ihr Ziel erreichen, freuen sie sich mit sehr großer Freude.

Matthäus spricht nun von einem Haus, in dem die Weisen das Kind mit Maria, seiner Mutter, finden. Er bezeichnet Jesus dabei als Kind und nicht mit der für ein Neugeborenes typischen Formulierung des lukanischen Geburtsberichts. Wie viel Zeit seit der Geburt genau vergangen ist, sagt die Bibel nicht. Auch die genaue zeitliche Einordnung gegenüber der Darstellung im Tempel lässt sich aus den beiden Evangelien nicht mit völliger Sicherheit bis in jede Einzelheit festlegen. Sicher ist jedoch, dass der Besuch nach Jesu Geburt und vor der Flucht nach Ägypten stattfindet.

Als die Weisen Jesus sehen, fallen sie nieder und huldigen ihm. Dann öffnen sie ihre Schätze und bringen Gold, Weihrauch und Myrrhe dar. Matthäus erklärt diesen Gaben an dieser Stelle keine einzelne symbolische Bedeutung. Deshalb sollte ihnen nicht nachträglich eine festgelegte prophetische Deutung zugeschrieben werden, die der Text selbst nicht nennt. Ihre Handlung zeigt jedoch unmissverständlich die außergewöhnliche Ehrerbietung, die sie dem Kind entgegenbringen, das sie als König gesucht haben.

Damit entsteht innerhalb der Kindheitsgeschichte ein bemerkenswerter Kontrast. In Jerusalem befinden sich Menschen, die die prophetischen Schriften kennen und Bethlehem als Geburtsort des Messias nennen können. Aus großer Entfernung kommen dagegen Fremde und suchen tatsächlich nach dem verheißenen König. Diese Gegenüberstellung bedeutet nicht, dass alle Menschen außerhalb Israels gläubig und Israel insgesamt ungläubig gewesen wäre; Simeon, Hanna, Maria, Josef und die Hirten zeigen bereits das Gegenteil. Doch sie weist früh darauf hin, dass die Antwort auf Jesus nicht allein von Herkunft oder religiösem Wissen bestimmt wird.

Die Begegnung endet mit einem göttlichen Eingreifen. Die Weisen werden im Traum gewarnt, nicht zu Herodes zurückzukehren, und ziehen auf einem anderen Weg in ihr Land. Dadurch erhält Herodes die erhoffte Nachricht über den Aufenthaltsort des Kindes nicht. Seine verborgene Feindschaft ist jedoch damit nicht beendet. Kaum ist Jesus als König verehrt worden, richtet sich die Macht eines irdischen Herrschers gegen sein Leben. Die frühe Kindheit Jesu führt damit unmittelbar von Anbetung und göttlicher Führung in Gefahr und Flucht.

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Jesus wird vor Herodes nach Ägypten gebracht

Matthäus 2,13-18 – „13 Als sie aber entwichen waren, siehe, da erscheint ein Engel des Herrn dem Joseph im Traum und spricht: Steh auf, nimm das Kindlein und seine Mutter und fliehe nach Ägypten und bleibe dort, bis ich es dir sage; denn Herodes will das Kindlein aufsuchen, um es umzubringen. 14 Da stand er auf, nahm das Kindlein und seine Mutter des Nachts und entwich nach Ägypten. 15 Und er blieb dort bis zum Tode…"
Matthäus 2,13-18 – „13 Als sie aber entwichen waren, siehe, da erscheint ein Engel des Herrn dem Joseph im Traum und spricht: Steh auf, nimm das Kindlein und seine Mutter und fliehe nach Ägypten und bleibe dort, bis ich es dir sage; denn Herodes will das Kindlein aufsuchen, um es umzubringen. 14 Da stand er auf, nahm das Kindlein und seine Mutter des Nachts und entwich nach Ägypten. 15 Und er blieb dort bis zum Tode…"
Hosea 11,1 – „1 Als Israel jung war, liebte ich ihn, und aus Ägypten habe ich meinen Sohn berufen."
Jeremia 31,15 – „15 So spricht der HERR: Eine Stimme wird auf der Höhe vernommen, bitterliches Klagen und Weinen: Rahel beweint ihre Söhne und will sich nicht trösten lassen wegen ihrer Söhne; denn sie sind nicht mehr!"

Nachdem die Weisen auf einem anderen Weg in ihre Heimat zurückgekehrt sind, erhält Josef erneut im Traum eine göttliche Weisung. Ein Engel des Herrn fordert ihn auf, aufzustehen, das Kind und seine Mutter zu nehmen und nach Ägypten zu fliehen. Dort soll er bleiben, bis Gott ihm weitere Anweisung gibt, denn Herodes werde nach dem Kind suchen, um es umzubringen. Die Gefahr ist damit nicht nur eine allgemeine politische Spannung. Das Leben Jesu wird bereits in seiner frühen Kindheit unmittelbar bedroht.

Josef reagiert ohne berichtete Verzögerung. Noch in der Nacht nimmt er Jesus und Maria und zieht mit ihnen nach Ägypten. Matthäus nennt weder den genauen Aufenthaltsort noch die Länge der Reise oder die Lebensbedingungen der Familie dort. Auch über Jesu Alter zu diesem Zeitpunkt gibt der Text keine genaue Zahl an. Solche Lücken sollten nicht durch spätere Überlieferungen oder Vermutungen gefüllt werden. Sicher ist, dass Jesus als kleines Kind seine Heimat verlassen muss, weil ein Herrscher seinen Tod beabsichtigt.

Matthäus verbindet diesen Aufenthalt mit Hosea 11,1: „Aus Ägypten habe ich meinen Sohn gerufen.“ Im ursprünglichen Zusammenhang spricht Hosea rückblickend von Israel, das Gott aus Ägypten geführt hatte. Der Prophet beschreibt dort zunächst keine einfache Zukunftsweissagung über den Geburtsort oder eine Reise des Messias. Dennoch erklärt Matthäus ausdrücklich, dass sich diese Schrift in der Geschichte Jesu erfüllt. Die Verbindung entsteht deshalb nicht aus einer zufälligen Ähnlichkeit, sondern aus der vom Evangelisten selbst hergestellten heilsgeschichtlichen Beziehung.

Jesus wird damit in auffälliger Weise mit der Geschichte Israels verbunden. Israel wird in Hosea als Gottes Sohn bezeichnet und aus Ägypten gerufen; nun geht der einzigartige Sohn Gottes ebenfalls nach Ägypten und wird von dort zurückgerufen. Das bedeutet nicht, dass jede Einzelheit der Geschichte Israels automatisch eine direkte Vorhersage über Jesus wäre. Matthäus zeigt vielmehr, dass Gottes frühere Heilsgeschichte in Christus einen tieferen Zielpunkt erreicht. Jesus tritt in die Geschichte seines Volkes ein und durchläuft selbst Stationen, die an dessen Weg erinnern.

Während die Familie außer Reichweite ist, erkennt Herodes, dass die Weisen nicht zu ihm zurückkehren werden. Er reagiert mit Zorn und lässt in Bethlehem und dessen Umgebung die männlichen Kinder bis zu einem von ihm festgelegten Alter töten. Matthäus richtet die Verantwortung für diese Tat eindeutig auf Herodes. Gottes Wissen um das Geschehen macht den Mord nicht zu einer Tat, die Gott gutheißt oder verursacht. Der Herr warnt Josef gerade deshalb, damit Jesus der Gewalt des Königs entzogen wird.

Matthäus verbindet das Leid der betroffenen Familien mit Jeremia 31,15, wo Rachel bildhaft über ihre Kinder weint. Im ursprünglichen Zusammenhang Jeremias steht dieses Weinen mit dem Verlust und der Wegführung des Volkes in Verbindung; bemerkenswert ist, dass das Kapitel anschließend auch von Hoffnung und Wiederherstellung spricht. Matthäus greift das Bild des Weinens auf, um die Trauer in Bethlehem einzuordnen. Der Evangelist verharmlost das Geschehen nicht: Das Kommen des Messias in eine gefallene Welt geschieht mitten in wirklichem menschlichem Leid und unter der Gewalt eines Herrschers, der seine Macht sichern will.

Jesus selbst entkommt diesem Mord nicht, weil Herodes ihm wohlgesinnt wäre, sondern durch Gottes rechtzeitige Warnung und Josefs Gehorsam. Diese Bewahrung bedeutet jedoch nicht, dass Jesus grundsätzlich von Leid oder Todesgefahr ferngehalten werden soll. Sein späteres Leben wird zeigen, dass eine Zeit kommen wird, in der er sich nicht mehr einer drohenden Tötung entzieht. Zu diesem frühen Zeitpunkt aber ist seine Stunde noch nicht gekommen, und Gottes Plan mit ihm kann durch Herodes nicht vorzeitig beendet werden.

So verbringt der verheißene König einen Abschnitt seiner Kindheit außerhalb des Landes Israel. Der Sohn Davids lebt als Flüchtlingskind in Ägypten, während in Judäa ein König versucht hat, seine Herrschaft durch Gewalt zu sichern. Äußerlich scheint Herodes über Macht, Soldaten und politische Kontrolle zu verfügen. Doch er kann weder Gottes Verheißung aufheben noch den Weg des Kindes bestimmen. Erst nach dem Tod des Herodes erhält Josef erneut eine Botschaft, die den nächsten Abschnitt in Jesu frühem Leben eröffnet.

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Jesus wächst in Nazareth auf

Matthäus 2,19-23 – „19 Als aber Herodes gestorben war, siehe, da erscheint ein Engel des Herrn dem Joseph in Ägypten im Traum 20 und spricht: Steh auf, nimm das Kindlein und seine Mutter zu dir und ziehe in das Land Israel; denn sie sind gestorben, die dem Kindlein nach dem Leben trachteten! 21 Da stand er auf, nahm das Kindlein und seine Mutter zu sich und ging in das Land Israel. 22 Als er aber hörte, daß Archelau…"
Matthäus 2,19-23 – „19 Als aber Herodes gestorben war, siehe, da erscheint ein Engel des Herrn dem Joseph in Ägypten im Traum 20 und spricht: Steh auf, nimm das Kindlein und seine Mutter zu dir und ziehe in das Land Israel; denn sie sind gestorben, die dem Kindlein nach dem Leben trachteten! 21 Da stand er auf, nahm das Kindlein und seine Mutter zu sich und ging in das Land Israel. 22 Als er aber hörte, daß Archelau…"
Lukas 2,39-40 – „39 Und nachdem sie alles vollbracht hatten nach dem Gesetze des Herrn, kehrten sie zurück nach Galiläa, in ihre Stadt Nazareth. 40 Das Kindlein aber wuchs und ward stark, erfüllt mit Weisheit, und Gottes Gnade war auf ihm."

Nach dem Tod des Herodes erscheint Josef in Ägypten erneut ein Engel des Herrn im Traum. Er erhält die Aufforderung, mit Jesus und Maria in das Land Israel zurückzukehren, weil diejenigen gestorben sind, die dem Kind nach dem Leben trachteten. Damit endet der Aufenthalt in Ägypten nicht durch eine eigenmächtige Entscheidung Josefs, sondern ebenso unter göttlicher Führung, wie er begonnen hatte. Josef nimmt das Kind und seine Mutter und kehrt zurück.

Als er jedoch erfährt, dass Archelaus anstelle seines Vaters Herodes über Judäa herrscht, fürchtet er sich, dorthin zu gehen. Nachdem er wiederum im Traum gewarnt worden ist, zieht er in das Gebiet von Galiläa und lässt sich in Nazareth nieder. Matthäus verbindet damit die göttliche Führung und Josefs verantwortliches Handeln. Josef ignoriert die erkennbare Gefahr nicht; zugleich bleibt der weitere Weg unter Gottes Leitung. Jesus wächst dadurch nicht in Bethlehem, der Stadt Davids, sondern im galiläischen Nazareth auf.

Lukas berichtet diesen Übergang wesentlich knapper. Nachdem Maria und Josef alles nach dem Gesetz des Herrn vollbracht haben, kehren sie nach Galiläa in ihre Stadt Nazareth zurück. Matthäus ergänzt Ereignisse, die Lukas an dieser Stelle nicht erzählt: den Besuch der Weisen, die Flucht nach Ägypten und die spätere Rückkehr. Die beiden Evangelien setzen unterschiedliche Schwerpunkte. Wo sie Einzelheiten nicht in derselben Ausführlichkeit berichten, sollte keine künstliche Chronologie erzeugt werden, die über ihre tatsächlichen Angaben hinausgeht.

Matthäus sieht auch in der Ansiedlung in Nazareth eine Verbindung zu den Propheten: Jesus werde „Nazarener“ genannt werden. Anders als bei manchen vorherigen Erfüllungszitaten nennt er hier keinen einzelnen Propheten und zitiert keinen eindeutig identifizierbaren alttestamentlichen Vers. Er spricht vielmehr von dem, was „durch die Propheten“ gesagt worden sei. Deshalb wäre es zu weitgehend, diese Aussage mit Sicherheit auf einen bestimmten Einzeltext zurückzuführen. Der Evangelist selbst bezeugt jedoch, dass Jesu spätere Bezeichnung als Nazarener innerhalb des prophetischen Gesamtzeugnisses Bedeutung besitzt.

Nazareth wird nun für viele Jahre zum Mittelpunkt seines irdischen Lebens. Lukas fasst diese lange, weitgehend verborgene Lebensphase mit wenigen Worten zusammen: Das Kind wuchs und wurde stark, erfüllt mit Weisheit, und Gottes Gnade war auf ihm. Die Bibel berichtet keine Reihe wundersamer Kindheitstaten Jesu und liefert keine ausgeschmückten Geschichten über seine frühen Jahre. Was darüber hinaus in späteren Überlieferungen erzählt wurde, gehört nicht zum biblischen Zeugnis und darf seine tatsächliche Lebensgeschichte nicht ergänzen.

Gerade die Kürze des Berichts ist bedeutsam. Der ewige Sohn, dessen Geburt von Engeln verkündigt und dessen Leben von Anfang an außergewöhnlich begleitet wurde, verbringt den größten Teil seiner frühen Jahre ohne öffentlich berichteten Dienst. Er wächst wirklich heran. Seine Menschwerdung bedeutet nicht, dass er nur äußerlich wie ein Mensch erscheint; Lukas beschreibt eine tatsächliche menschliche Entwicklung. Zugleich steht dieses Wachstum unter Gottes Gnade und ist von Weisheit geprägt.

Damit wird Nazareth zum Ort einer langen Vorbereitung, über die die Schrift bewusst nur wenig offenbart. Noch tritt Jesus nicht öffentlich als Messias auf, sammelt keine Jünger und verkündigt nicht in den Städten Israels. Sein Leben verläuft zunächst innerhalb einer Familie und einer örtlichen Gemeinschaft. Nur ein einziges Ereignis aus seiner Kindheit öffnet später noch einmal einen kurzen Einblick in diese verborgenen Jahre: Als Jesus zwölf Jahre alt ist, reist er mit Maria und Josef zum Passahfest nach Jerusalem.

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Der zwölfjährige Jesus im Tempel

Lukas 2,41-52 – „41 Und seine Eltern reisten jährlich am Passahfest nach Jerusalem. 42 Und als er zwölf Jahre alt war, gingen sie nach Gewohnheit des Festes hinauf. 43 Und als sie die Tage vollendet hatten und wieder heimkehrten, blieb der Knabe Jesus in Jerusalem; und seine Eltern wußten es nicht. 44 Da sie aber meinten, er wäre unter den Gefährten, zogen sie eine Tagereise weit und suchten ihn unter den Verwand…"
Lukas 2,41-52 – „41 Und seine Eltern reisten jährlich am Passahfest nach Jerusalem. 42 Und als er zwölf Jahre alt war, gingen sie nach Gewohnheit des Festes hinauf. 43 Und als sie die Tage vollendet hatten und wieder heimkehrten, blieb der Knabe Jesus in Jerusalem; und seine Eltern wußten es nicht. 44 Da sie aber meinten, er wäre unter den Gefährten, zogen sie eine Tagereise weit und suchten ihn unter den Verwand…"
5. Mose 16,16 – „16 Dreimal im Jahre sollen alle deine männlichen Personen vor dem HERRN, deinem Gott, erscheinen an dem Ort, den er erwählen wird, nämlich am Fest der ungesäuerten Brote und am Fest der Wochen und am Fest der Laubhütten. Aber niemand soll mit leeren Händen vor dem HERRN erscheinen,"

Aus den langen Jahren in Nazareth berichtet Lukas nur ein einziges ausführlicheres Ereignis. Als Jesus zwölf Jahre alt ist, reisen Maria und Josef wie gewohnt zum Passahfest nach Jerusalem. Das Passah gehörte zu den großen Festen Israels und erinnerte an Gottes Befreiung aus Ägypten. Das Gesetz sah vor, dass die Männer Israels zu den festgesetzten Wallfahrtsfesten vor dem HERRN erscheinen sollten. Lukas macht zugleich deutlich, dass die Familie Jesu diese Reise nicht einmalig unternahm, sondern Jahr für Jahr zum Passah nach Jerusalem zog.

Nach Abschluss der Festtage treten Maria und Josef die Heimreise an. Jesus bleibt jedoch in Jerusalem zurück, ohne dass seine Eltern es zunächst bemerken. Sie nehmen an, er befinde sich unter den Mitreisenden, und suchen ihn später bei Verwandten und Bekannten. Als sie ihn nicht finden, kehren sie nach Jerusalem zurück. Erst nach drei Tagen entdecken sie ihn im Tempel mitten unter den Lehrern, wo er ihnen zuhört und Fragen stellt.

Lukas beschreibt Jesus dabei weder als jemanden, der die Lehrer öffentlich belehrt, noch als Kind, das seine Umgebung demonstrativ übertrumpfen möchte. Er hört zu und stellt Fragen. Gleichzeitig sind alle, die ihn hören, über sein Verständnis und seine Antworten erstaunt. Damit gibt der Bericht einen seltenen Einblick in Jesu Entwicklung: Schon in diesem Alter tritt eine außergewöhnliche Einsicht in geistliche Dinge hervor, ohne dass daraus ein öffentliches Wirken gemacht wird. Sein eigentlicher Dienst hat noch nicht begonnen.

Maria und Josef reagieren bestürzt, als sie ihn finden. Maria fragt, warum er ihnen dies getan habe, und beschreibt, wie sie ihn voller Sorge gesucht hätten. Jesu Antwort sind die ersten Worte, die die Evangelien aus seinem Mund überliefern: Er fragt, warum sie ihn gesucht hätten und ob sie nicht wussten, dass er in dem sein müsse, was seines Vaters ist. Je nach Übersetzung kann die Formulierung als Aufenthalt „im Haus meines Vaters“ oder als Beschäftigung mit den Dingen seines Vaters wiedergegeben werden. Der entscheidende Gedanke bleibt derselbe: Jesus spricht von Gott in einer einzigartigen Weise als seinem Vater und verbindet damit eine Verpflichtung, die über seine irdische Familienbeziehung hinausreicht.

Diese Worte stehen in einem bemerkenswerten Gegensatz zu Marias vorausgehender Formulierung. Sie hatte von Josef als Jesu Vater gesprochen; Jesus richtet den Blick auf seinen himmlischen Vater. Damit weist er Josef nicht geringschätzig zurück und leugnet auch nicht dessen tatsächliche Rolle in seinem irdischen Leben. Der Zusammenhang zeigt vielmehr, dass Jesus bereits ein Bewusstsein seiner besonderen Beziehung zu Gott und seiner daraus hervorgehenden Bestimmung besitzt. Maria und Josef verstehen seine Antwort zu diesem Zeitpunkt jedoch nicht vollständig.

Gerade das folgende Verhalten Jesu schützt vor einer falschen Deutung dieser Szene. Er nutzt seine besondere Sohnschaft nicht, um sich der Verantwortung innerhalb seiner Familie zu entziehen. Lukas berichtet ausdrücklich, dass er mit Maria und Josef nach Nazareth hinabzieht und ihnen untertan ist. Die Erkenntnis seiner einzigartigen Beziehung zum Vater führt nicht zu eigenwilliger Unabhängigkeit. Der Sohn Gottes lebt während dieser Lebensphase weiterhin gehorsam innerhalb der menschlichen Familie, in die er hineingeboren wurde.

Maria bewahrt auch diese Ereignisse in ihrem Herzen. Wie bereits nach den Berichten der Hirten hält sie das Erlebte fest, obwohl sie offenbar noch nicht alle Zusammenhänge versteht. Die Evangelien idealisieren damit auch das Verständnis der Menschen nicht, die Jesus am nächsten stehen. Selbst Maria und Josef müssen schrittweise erfassen, was seine Person und sein Auftrag bedeuten.

Nach diesem Ereignis schließt sich der Vorhang über Jesu Jugend fast vollständig. Lukas fasst die folgenden Jahre mit der Aussage zusammen, dass Jesus an Weisheit, Alter und Gnade bei Gott und den Menschen zunahm. Bis zu seinem öffentlichen Auftreten berichtet die Bibel keine weiteren einzelnen Begebenheiten aus dieser Zeit. Der zwölfjährige Jesus kehrt nach Nazareth zurück, und dort setzt sich jenes stille menschliche Heranwachsen fort, das seiner späteren öffentlichen Tätigkeit vorausgeht.

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Jesus lebt verborgen in Nazareth

Lukas 2,51-52 – „51 Und er ging mit ihnen hinab und kam gen Nazareth und war ihnen untertan. Und seine Mutter behielt alle diese Worte in ihrem Herzen. 52 Und Jesus nahm zu an Weisheit, Alter und Gnade bei Gott und den Menschen."
Lukas 2,51-52 – „51 Und er ging mit ihnen hinab und kam gen Nazareth und war ihnen untertan. Und seine Mutter behielt alle diese Worte in ihrem Herzen. 52 Und Jesus nahm zu an Weisheit, Alter und Gnade bei Gott und den Menschen."
Markus 6,3 – „3 Ist er nicht der Zimmermann, der Sohn der Maria, der Bruder des Jakobus und Joses und Judas und Simon? Und sind nicht seine Schwestern hier bei uns? Und sie nahmen Anstoß an ihm."
Matthäus 13,55-56 – „55 Ist dieser nicht des Zimmermanns Sohn? Heißt nicht seine Mutter Maria und seine Brüder Jakobus und Joses und Simon und Judas? 56 Und sind nicht seine Schwestern alle bei uns? Woher kommt ihm das alles?"
Lukas 3,23 – „23 Und Jesus war ungefähr dreißig Jahre alt, als er anfing zu lehren; und war, wie man meinte, ein Sohn Josephs,"

Nach dem Passahbesuch in Jerusalem kehrt Jesus mit Maria und Josef nach Nazareth zurück. Über die folgenden Jahre berichtet die Bibel fast nichts in Form einzelner Ereignisse. Lukas fasst diese lange Lebensphase lediglich damit zusammen, dass Jesus an Weisheit, Alter und Gnade bei Gott und den Menschen zunahm. Zwischen seinem zwölften Lebensjahr und dem Beginn seines öffentlichen Dienstes liegt damit ein großer Abschnitt seines Lebens, den die Schrift bewusst ohne ausführliche Erzählung lässt.

Dieses Schweigen darf nicht mit erfundenen Geschichten gefüllt werden. Die Evangelien berichten weder von Reisen Jesu in ferne Länder noch von geheimen Lehrern, unbekannten religiösen Schulen oder verborgenen Wundertaten während seiner Jugend. Solche Vorstellungen mögen später entstanden sein, gehören aber nicht zur biblischen Lebensgeschichte. Was sich sicher sagen lässt, ist einfacher: Jesus lebt in Nazareth, wächst dort heran und tritt erst zu dem von Gott bestimmten Zeitpunkt öffentlich hervor.

Einen wichtigen Hinweis auf diese Jahre geben spätere Reaktionen der Bewohner Nazareths. Als Jesus nach Beginn seines Dienstes in seiner Heimat bekannt wird, fragen die Menschen: „Ist dieser nicht der Zimmermann?“ Markus 6,3 bezeichnet Jesus selbst mit diesem Beruf. Matthäus überliefert die verwandte Frage, ob er nicht „des Zimmermanns Sohn“ sei. Daraus wird erkennbar, dass Jesus seinen Mitmenschen über längere Zeit nicht als öffentlicher religiöser Lehrer, sondern innerhalb eines gewöhnlichen Arbeitslebens bekannt gewesen war.

Josef wird in den Evangelien nach der Kindheitsgeschichte nicht mehr ausdrücklich als handelnde Person erwähnt. Die Bibel berichtet auch nicht, wann oder unter welchen Umständen er starb. Deshalb lässt sich nicht sicher bestimmen, wie lange Jesus gemeinsam mit ihm arbeitete oder wann Jesus möglicherweise größere Verantwortung innerhalb der Familie übernahm. Sicher bleibt lediglich die Verbindung Jesu mit dem Handwerk und mit dem Haushalt, in dem er in Nazareth aufgewachsen war.

Die Evangelien nennen später außerdem Brüder Jesu mit den Namen Jakobus, Joses beziehungsweise Josef, Judas und Simon und erwähnen auch Schwestern, ohne ihre Namen anzugeben. Über die genaue familiäre Einordnung dieser Geschwister werden im Bibeltext nicht alle Fragen ausdrücklich beantwortet. Entscheidend für diese Lebensphase ist, dass Jesus innerhalb einer tatsächlich bestehenden Familie und einer überschaubaren örtlichen Gemeinschaft lebt. Die Menschen von Nazareth kennen seine Mutter, seine Angehörigen und seine bisherige Lebensstellung.

Gerade diese Bekanntheit wird später für manche zum Hindernis. Weil sie Jesus aus ihrem Alltag kennen, fällt es ihnen schwer, seine plötzlich öffentlich hervortretende Autorität einzuordnen. Seine verborgenen Jahre waren offenbar nicht von einer öffentlichen Selbstdarstellung geprägt, durch die Nazareth bereits lange zuvor auf einen außergewöhnlichen Messias vorbereitet worden wäre. Als sein Dienst beginnt, reagieren viele gerade deshalb mit Verwunderung: Der Mann, den sie als einen von ihnen kannten, tritt nun mit einer Vollmacht auf, die sie nicht erwartet hatten.

Lukas gibt schließlich einen ungefähren zeitlichen Orientierungspunkt. Als Jesus seinen öffentlichen Dienst beginnt, ist er „ungefähr dreißig Jahre alt“. Die Bibel nennt damit keine exakte Geburtstagsangabe für den Beginn seines Wirkens, aber sie macht deutlich, dass Jahrzehnte seines irdischen Lebens vergangen sind, bevor sein öffentlicher Auftrag sichtbar beginnt. Der weitaus größere Teil seines bisherigen menschlichen Lebens hat sich somit außerhalb öffentlicher Aufmerksamkeit abgespielt.

Diese Jahre gehören dennoch vollständig zu seiner Menschwerdung. Jesus kennt menschliches Heranwachsen, familiäres Zusammenleben und körperliche Arbeit nicht nur aus Beobachtung, sondern aus eigener irdischer Erfahrung. Zugleich berichtet die Schrift in dieser langen verborgenen Zeit keinen Bruch mit dem Weg des Gehorsams, den bereits seine Kindheit erkennen ließ. Erst als in Judäa ein von Gott berufener Prophet öffentlich auftritt und Israel zur Umkehr ruft, endet diese stille Lebensphase. Johannes der Täufer beginnt den Weg für denjenigen zu bereiten, der bis dahin in Nazareth nahezu verborgen gelebt hat.

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Johannes bereitet Jesus den Weg

Matthäus 3,1-6 – „1 In jenen Tagen aber erscheint Johannes der Täufer und predigt in der Wüste des jüdischen Landes 2 und spricht: Tut Buße, denn das Himmelreich ist nahe herbeigekommen! 3 Das ist der, von welchem gesagt ist durch den Propheten Jesaja, der da spricht: «Eine Stimme ruft in der Wüste: Bereitet den Weg des Herrn, machet seine Pfade eben!» 4 Er aber, Johannes, hatte ein Kleid von Kamelhaaren und einen…"
Matthäus 3,1-6 – „1 In jenen Tagen aber erscheint Johannes der Täufer und predigt in der Wüste des jüdischen Landes 2 und spricht: Tut Buße, denn das Himmelreich ist nahe herbeigekommen! 3 Das ist der, von welchem gesagt ist durch den Propheten Jesaja, der da spricht: «Eine Stimme ruft in der Wüste: Bereitet den Weg des Herrn, machet seine Pfade eben!» 4 Er aber, Johannes, hatte ein Kleid von Kamelhaaren und einen…"
Markus 1,1-8 – „1 Anfang des Evangeliums von Jesus Christus, dem Sohne Gottes. 2 Wie geschrieben steht in Jesaja, dem Propheten: «Siehe, ich sende meinen Boten vor deinem Angesicht her, der deinen Weg bereiten wird. 3 Eine Stimme ruft in der Wüste: Bereitet den Weg des Herrn, machet seine Pfade eben!» 4 So begann Johannes in der Wüste, taufte und predigte eine Taufe der Buße zur Vergebung der Sünden. 5 Und es gi…"
Lukas 3,1-6 – „1 Im fünfzehnten Jahre aber der Regierung des Kaisers Tiberius, als Pontius Pilatus Landpfleger von Judäa war und Herodes Vierfürst von Galiläa, sein Bruder Philippus aber Vierfürst der Landschaft Ituräa und Trachonitis und Lysanias Vierfürst von Abilene, 2 unter den Hohenpriestern Hannas und Kajaphas, erging das Wort Gottes an Johannes, den Sohn des Zacharias, in der Wüste. 3 Und er kam in die g…"
Johannes 1,19-27 – „19 Und dies ist das Zeugnis des Johannes, als die Juden von Jerusalem Priester und Leviten sandten, um ihn zu fragen: Wer bist du? 20 Und er bekannte und leugnete nicht; und er bekannte: Ich bin nicht der Christus! 21 Und sie fragten ihn: Was denn? Bist du Elia? Er sprach: Ich bin's nicht! Bist du der Prophet? Er antwortete: Nein! 22 Nun sprachen sie zu ihm: Wer bist du denn? damit wir denen Antw…"

Während Jesus noch weitgehend unbekannt in Nazareth lebt, beginnt Johannes der Täufer öffentlich aufzutreten. Damit verändert sich die heilsgeschichtliche Situation. Nach Jahren, über die die Evangelien nur wenig berichten, ertönt in der Wüste von Judäa erneut eine prophetische Botschaft. Johannes ruft das Volk zur Umkehr und kündigt an, dass das Reich der Himmel nahe gekommen ist. Sein Dienst richtet den Blick jedoch nicht auf ihn selbst. Er bereitet Menschen auf den vor, der nach ihm kommen wird.

Die Evangelien verbinden Johannes ausdrücklich mit Jesajas Ankündigung einer Stimme in der Wüste, die den Weg des Herrn bereitet. Das Bild stammt aus Jesaja 40 und beschreibt die Vorbereitung auf das Kommen Gottes zu seinem Volk. Indem die Evangelien diese Worte auf Johannes anwenden, erhält sein Dienst eine außergewöhnliche Bedeutung: Er bereitet nicht lediglich den Weg für einen weiteren Lehrer oder Propheten. Sein Auftrag steht unmittelbar mit dem bevorstehenden Auftreten Jesu verbunden.

Johannes fordert deshalb nicht zuerst politische Veränderung oder nationale Selbstbehauptung. Seine Botschaft lautet Umkehr. Menschen kommen aus Jerusalem, Judäa und der Umgebung des Jordan zu ihm, bekennen ihre Sünden und lassen sich von ihm taufen. Diese Taufe ist kein Mittel, mit dem sie Gottes Gnade verdienen könnten. Sie bringt vielmehr die Bereitschaft zum Ausdruck, sich von der Sünde abzuwenden und sich auf Gottes kommendes Handeln vorzubereiten. Johannes macht deutlich, dass äußerliche Zugehörigkeit allein nicht genügt.

Besonders ernst spricht er zu Menschen, die sich auf ihre Abstammung von Abraham verlassen könnten. Er warnt davor, eine sichere Stellung vor Gott lediglich aus der Herkunft abzuleiten. Die erwartete Ankunft des Messias verlangt eine Antwort des Lebens. Umkehr soll Frucht hervorbringen. Johannes verbindet damit die Hoffnung auf Gottes Reich mit Verantwortung: Das Kommen des Verheißenen ist gute Nachricht, aber es stellt Menschen zugleich vor die Frage, wie sie zu Gott stehen.

Dennoch besteht Johannes darauf, dass er selbst nicht der Mittelpunkt dieser Bewegung ist. Als Priester und Leviten aus Jerusalem ihn fragen, wer er sei, bekennt er ausdrücklich, dass er nicht der Christus ist. Auch andere messianische Erwartungen weist er von sich. Statt sich eine größere Stellung zuzuschreiben, bezeichnet er sich entsprechend Jesajas Wort als Stimme, die dem Herrn den Weg bereitet. Seine ganze Aufgabe ist vorläufig und auf einen anderen gerichtet.

Diese Unterscheidung wird besonders deutlich, wenn Johannes von dem spricht, der nach ihm kommt. Er erklärt, dass dieser stärker ist als er und dass er nicht würdig sei, ihm den geringsten Sklavendienst zu leisten. Während Johannes mit Wasser tauft, werde der Kommende mit dem Heiligen Geist taufen. Matthäus und Lukas ergänzen die ernste Gerichtsperspektive: Der kommende Messias wird nicht nur sammeln, sondern auch scheiden. Sein Auftreten bringt deshalb sowohl Heil als auch Gericht in den Blick.

Johannes kennt zu diesem Zeitpunkt nicht notwendigerweise schon jede Einzelheit dessen, wie Jesu Dienst verlaufen wird. Seine Verkündigung enthält Erwartungen, deren volle Gestalt erst durch Jesu weiteres Wirken verständlich wird. Doch über einen Punkt besteht kein Zweifel: Johannes weiß, dass sein eigener Dienst auf einen Größeren hinweist. Er steht an der Schwelle zwischen Erwartung und Erfüllung und ruft Israel dazu auf, sich auf dessen Kommen vorzubereiten.

Damit endet für Jesus die lange Zeit, in der sein Leben nahezu ausschließlich in Nazareth verborgen geblieben ist. Johannes hat den Weg bereitet, Menschen zur Umkehr gerufen und den Kommenden angekündigt. Nun tritt Jesus selbst an den Jordan. Nicht als Zuschauer, sondern mit einer Handlung, die Johannes zunächst nicht versteht: Der Sündlose stellt sich unter diejenigen, die zur Taufe kommen, und eröffnet damit sichtbar den nächsten Abschnitt seines öffentlichen Weges.

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Jesus lässt sich im Jordan taufen

Matthäus 3,13-17 – „13 Da kommt Jesus aus Galiläa an den Jordan zu Johannes, um sich von ihm taufen zu lassen. 14 Er aber wehrte es ihm und sprach: Ich habe nötig, von dir getauft zu werden, und du kommst zu mir? 15 Jesus aber antwortete und sprach zu ihm: Laß es jetzt zu; denn also gebührt es uns, alle Gerechtigkeit zu erfüllen! Da ließ er es ihm zu. 16 Und da Jesus getauft war, stieg er alsbald aus dem Wasser; und…"
Matthäus 3,13-17 – „13 Da kommt Jesus aus Galiläa an den Jordan zu Johannes, um sich von ihm taufen zu lassen. 14 Er aber wehrte es ihm und sprach: Ich habe nötig, von dir getauft zu werden, und du kommst zu mir? 15 Jesus aber antwortete und sprach zu ihm: Laß es jetzt zu; denn also gebührt es uns, alle Gerechtigkeit zu erfüllen! Da ließ er es ihm zu. 16 Und da Jesus getauft war, stieg er alsbald aus dem Wasser; und…"
Markus 1,9-11 – „9 Und es begab sich in jenen Tagen, daß Jesus von Nazareth in Galiläa kam und sich von Johannes im Jordan taufen ließ. 10 Und alsbald, da er aus dem Wasser stieg, sah er die Himmel zerrissen und den Geist gleich einer Taube auf ihn herabsteigen. 11 Und eine Stimme erscholl aus dem Himmel: Du bist mein geliebter Sohn, an dir habe ich Wohlgefallen gefunden!"
Lukas 3,21-22 – „21 Es begab sich aber, da alles Volk sich taufen ließ und auch Jesus getauft wurde und betete, daß sich der Himmel auftat 22 und der heilige Geist in leiblicher Gestalt wie eine Taube auf ihn herabstieg und eine Stimme aus dem Himmel erscholl: Du bist mein geliebter Sohn; an dir habe ich Wohlgefallen!"
Johannes 1,29-34 – „29 Am folgenden Tage sieht Johannes Jesus auf sich zukommen und spricht: Siehe, das Lamm Gottes, welches die Sünde der Welt hinwegnimmt! 30 Das ist der, von welchem ich sagte: Nach mir kommt ein Mann, der vor mir gewesen ist; denn er war eher als ich. 31 Und ich kannte ihn nicht; aber damit er Israel offenbar würde, darum kam ich, mit Wasser zu taufen. 32 Und Johannes zeugte und sprach: Ich sah d…"

Jesus kommt aus Galiläa an den Jordan zu Johannes, um sich von ihm taufen zu lassen. Damit beginnt sein öffentliches Auftreten nicht mit einer Rede, einem Wunder oder einer Selbsterhöhung, sondern mit einer Handlung, die zunächst Fragen aufwirft. Johannes hatte Menschen getauft, die ihre Sünden bekannten und zur Umkehr gerufen wurden. Jesus tritt nun ebenfalls in das Wasser, obwohl die Evangelien ihn nicht als einen Menschen darstellen, der eigene Sünden bekennen müsste.

Johannes erkennt diese Besonderheit und versucht zunächst, Jesus von der Taufe abzuhalten. Nach Matthäus sagt er, dass vielmehr er selbst von Jesus getauft werden müsse. Damit wird deutlich, dass Johannes die Rollen nicht verwechselt. Der Wegbereiter steht nicht über dem Kommenden. Dennoch fordert Jesus ihn auf, es jetzt geschehen zu lassen, „denn also gebührt es uns, alle Gerechtigkeit zu erfüllen“. Daraufhin stimmt Johannes zu.

Jesu Taufe darf deshalb nicht einfach mit der Taufe der übrigen Menschen gleichgesetzt werden. Der Text verbindet sie nicht mit einem Bekenntnis eigener Schuld. Vielmehr stellt sich Jesus bewusst in die Reihe der Menschen, zu deren Rettung er gekommen ist, und handelt im Gehorsam gegenüber dem Willen Gottes. Was mit „alle Gerechtigkeit erfüllen“ im Einzelnen umfasst ist, entfalten die Evangelien hier nicht vollständig. Sicher ist jedoch, dass Jesus diese Taufe als einen notwendigen Schritt innerhalb seines von Gott bestimmten Weges versteht.

Als Jesus aus dem Wasser steigt, geschieht etwas, das seine besondere Stellung öffentlich bestätigt. Der Himmel öffnet sich, und der Geist Gottes kommt auf ihn herab. Matthäus beschreibt ihn wie eine Taube, die auf Jesus kommt; Markus und Lukas berichten dasselbe Geschehen mit ähnlichem Schwerpunkt. Die Texte sagen nicht, dass Jesus erst in diesem Augenblick zum Sohn Gottes wird. Vielmehr bestätigt das Ereignis öffentlich denjenigen, der bereits zuvor als Sohn bezeichnet worden war.

Zugleich ertönt eine Stimme aus dem Himmel: „Dies ist mein geliebter Sohn, an welchem ich Wohlgefallen habe.“ Markus und Lukas überliefern die Worte in direkter Anrede an Jesus. Damit treten Vater, Sohn und Heiliger Geist innerhalb desselben Ereignisses unterscheidbar hervor. Der Sohn steht im Jordan, der Geist kommt auf ihn herab, und die Stimme des Vaters spricht aus dem Himmel. Die biblische Darstellung lässt diese Unterscheidung bestehen, ohne daraus drei voneinander unabhängige Götter zu machen.

Die Worte des Vaters verbinden mehrere Linien der Schrift miteinander. Die Bezeichnung als Sohn erinnert an die königliche messianische Erwartung, während das Wohlgefallen zugleich an die Beschreibung des Knechtes des HERRN bei Jesaja erinnert. Ohne dass die Taufszene bereits den gesamten späteren Dienst Jesu vorwegnimmt, wird deutlich, dass sein Weg sowohl mit königlicher Sohnschaft als auch mit gehorsamem Dienst verbunden ist. Gottes eigene Stimme bestätigt ihn zu Beginn seines öffentlichen Wirkens.

Johannes berichtet später noch einen weiteren Aspekt dieser Begegnung. Er erklärt, dass ihm zuvor gesagt worden war, derjenige, auf dem er den Geist herabkommen und bleiben sehe, sei der, der mit dem Heiligen Geist tauft. Nachdem Johannes dieses Zeichen gesehen hat, bezeugt er Jesus als Sohn Gottes. Damit beruht sein öffentliches Zeugnis nicht lediglich auf persönlicher Sympathie oder familiärer Nähe, sondern auf einem Zeichen, das Gott ihm für die Erkennung des Messias gegeben hatte.

Am folgenden Tag weist Johannes auf Jesus hin und nennt ihn das „Lamm Gottes, welches die Sünde der Welt hinwegnimmt“. Diese Aussage öffnet bereits einen Blick auf das Ziel seines kommenden Dienstes, ohne dessen Verlauf vorwegzunehmen. Derjenige, der sich soeben unter die Taufenden gestellt hat, wird selbst als der bezeichnet, der das Sündenproblem der Welt trägt. In seiner Taufe verbindet sich daher Erniedrigung mit göttlicher Bestätigung.

Mit diesem Ereignis ist Jesu verborgenes Leben endgültig in sein öffentliches Wirken übergegangen. Der Vater hat ihn bezeugt, der Geist ist auf ihn gekommen, und Johannes hat ihn vor den Menschen als den Kommenden erkannt. Doch bevor Jesus zu lehren beginnt und Jünger um sich sammelt, führt ihn derselbe Geist nicht unmittelbar zu sichtbarem Erfolg. Sein erster Weg nach der Taufe führt in die Wüste, wo seine Sendung unter Versuchung geprüft wird.

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Jesus wird in der Wüste versucht

Matthäus 4,1-11 – „1 Darauf ward Jesus vom Geist in die Wüste geführt, auf daß er vom Teufel versucht würde. 2 Und als er vierzig Tage und vierzig Nächte gefastet hatte, hungerte ihn hernach. 3 Und der Versucher trat zu ihm und sprach: Bist du Gottes Sohn, so sprich, daß diese Steine Brot werden! 4 Er aber antwortete und sprach: Es steht geschrieben: «Der Mensch lebt nicht vom Brot allein, sondern von einem jeden W…"
Matthäus 4,1-11 – „1 Darauf ward Jesus vom Geist in die Wüste geführt, auf daß er vom Teufel versucht würde. 2 Und als er vierzig Tage und vierzig Nächte gefastet hatte, hungerte ihn hernach. 3 Und der Versucher trat zu ihm und sprach: Bist du Gottes Sohn, so sprich, daß diese Steine Brot werden! 4 Er aber antwortete und sprach: Es steht geschrieben: «Der Mensch lebt nicht vom Brot allein, sondern von einem jeden W…"
Markus 1,12-13 – „12 Und alsbald treibt ihn der Geist in die Wüste hinaus. 13 Und er war in der Wüste vierzig Tage und wurde vom Satan versucht; und er war bei den Tieren, und die Engel dienten ihm."
Lukas 4,1-13 – „1 Jesus aber, voll heiligen Geistes, kehrte vom Jordan zurück und wurde vom Geist in die Wüste geführt und vierzig Tage vom Teufel versucht. 2 Und er aß nichts in jenen Tagen; und als sie zu Ende waren, hungerte ihn, 3 und der Teufel sprach zu ihm: Bist du Gottes Sohn, so sage zu diesem Stein, daß er Brot werde! 4 Und Jesus antwortete ihm: Es steht geschrieben: «Der Mensch lebt nicht vom Brot all…"
Hebräer 4,15 – „15 Denn wir haben nicht einen Hohenpriester, der kein Mitleid haben könnte mit unsren Schwachheiten, sondern der in allem gleich [wie wir] versucht worden ist, doch ohne Sünde."

Unmittelbar nach seiner Taufe führt der Geist Jesus in die Wüste. Der Weg vom öffentlichen Zeugnis des Vaters führt damit nicht zuerst zu Menschenmengen oder sichtbarem Erfolg, sondern in eine Zeit der Prüfung. Matthäus sagt ausdrücklich, dass Jesus vom Geist in die Wüste geführt wird, damit er vom Teufel versucht werde. Gott selbst verführt nicht zum Bösen; die Versuchung geht vom Teufel aus. Dennoch geschieht diese Auseinandersetzung nicht außerhalb von Gottes Wissen oder Herrschaft, sondern am Beginn des Weges, den Jesus nun öffentlich beschreiten wird.

Jesus fastet vierzig Tage und Nächte. Matthäus und Lukas berichten, dass ihn danach hungert. Gerade in dieser körperlichen Schwäche tritt der Versucher an ihn heran. Die erste überlieferte Herausforderung knüpft an die soeben bestätigte Sohnschaft Jesu an: „Bist du Gottes Sohn, so sprich, daß diese Steine Brot werden.“ Die Versuchung besteht nicht darin, dass Nahrung an sich etwas Falsches wäre. Sie zielt darauf, Jesus dazu zu bringen, seine Macht unabhängig vom Willen des Vaters für sich selbst einzusetzen und die Prüfung auf einem eigenmächtigen Weg zu beenden.

Jesus antwortet mit der Schrift. Er zitiert aus 5. Mose 8 und erklärt, dass der Mensch nicht vom Brot allein lebt, sondern von jedem Wort, das aus Gottes Mund hervorgeht. Der alttestamentliche Zusammenhang erinnert an Israels Wüstenzeit, in der Gott sein Volk durch Hunger und Manna lehrte, von ihm abhängig zu sein. Jesus begegnet der Versuchung daher nicht mit einer Machtdemonstration. Wo Israel in der Wüste wiederholt an Gottes Führung zweifelte, hält der Sohn in seiner eigenen Wüstenprüfung am Wort und Willen Gottes fest.

Matthäus und Lukas berichten anschließend zwei weitere Versuchungen, ordnen sie jedoch nicht in derselben Reihenfolge. Beide überliefern sowohl die Versuchung am Tempel als auch das Angebot der Reiche der Welt; eine künstliche Harmonisierung ihrer Reihenfolge ist nicht notwendig. Am Tempel fordert der Teufel Jesus dazu heraus, sich hinabzuwerfen, und führt dabei selbst Worte aus Psalm 91 an. Damit wird sichtbar, dass selbst ein Bibelwort missbraucht werden kann, wenn es aus seinem Zusammenhang genommen und gegen Gottes Willen verwendet wird.

Jesus antwortet wiederum aus dem fünften Buch Mose: „Du sollst den Herrn, deinen Gott, nicht versuchen.“ Vertrauen auf Gott bedeutet nicht, absichtlich eine Gefahr herbeizuführen und dann einen Beweis seines Schutzes zu verlangen. Jesus muss seine Sohnschaft weder dem Versucher noch sich selbst durch ein spektakuläres Zeichen beweisen. Die Stimme des Vaters bei seiner Taufe genügt. Sein Glaube gründet auf Gottes Wort und verlangt von Gott keine inszenierte Bestätigung.

In der weiteren Versuchung zeigt der Teufel Jesus die Reiche der Welt und bietet ihm Herrschaft an, wenn Jesus sich vor ihm niederwirft und ihn anbetet. Damit tritt die Frage der Anbetung offen in den Mittelpunkt. Jesus weist das Angebot entschieden zurück: „Du sollst den Herrn, deinen Gott, anbeten und ihm allein dienen.“ Er wird tatsächlich König sein, doch er empfängt sein Reich nicht durch Unterwerfung unter den Widersacher und nicht auf einem Weg, der den Willen des Vaters umgeht. Kein versprochener Erfolg rechtfertigt Untreue gegenüber Gott.

Alle drei Antworten Jesu stammen aus 5. Mose und stehen im weiteren Zusammenhang mit Israels Erfahrungen in der Wüste. Diese Verbindung legt einen bedeutsamen heilsgeschichtlichen Gegensatz nahe. Israel war ebenfalls durch die Wüste geführt worden und hatte dort wiederholt mit Misstrauen, Ungehorsam und falscher Anbetung reagiert. Jesus tritt nun innerhalb derselben großen Bundesgeschichte auf, wird versucht und bleibt seinem Vater gehorsam. Er wiederholt nicht das Versagen seines Volkes, sondern besteht dort, wo menschliche Treue zerbrochen war.

Markus fügt knapp hinzu, dass Jesus bei den wilden Tieren war und die Engel ihm dienten. Matthäus berichtet diesen Dienst der Engel nach dem Ende der Versuchungen. Der Versucher kann Jesus weder durch Hunger noch durch den Missbrauch der Schrift noch durch das Angebot von Macht von seinem Weg abbringen. Das Neue Testament blickt später auf diese Wirklichkeit zurück und bezeugt, dass Jesus versucht wurde wie Menschen, jedoch ohne Sünde. Seine Sündlosigkeit bedeutet deshalb nicht, dass Versuchung für ihn nur äußerer Schein gewesen wäre.

Als die Prüfung endet, verlässt Jesus die Wüste nicht als jemand, der seinen Auftrag verändert oder einen leichteren Weg gewählt hätte. Er bleibt dem Vater gehorsam und weist jede Abkürzung zurück, die ihn von diesem Weg trennen würde. Nun beginnt sein Dienst unter den Menschen. Johannes der Täufer hat ihn bereits bezeugt, und nach der Wüste treten die ersten Männer zu Jesus, die ihm folgen und ihn näher kennenlernen werden.

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Jesus gewinnt seine ersten Jünger

Johannes 1,35-51 – „35 Am folgenden Tage stand Johannes wiederum da und zwei seiner Jünger. 36 Und indem er auf Jesus blickte, der vorüberwandelte, sprach er: Siehe, das Lamm Gottes! 37 Und die beiden Jünger hörten ihn reden und folgten Jesus nach. 38 Da aber Jesus sich umwandte und sie nachfolgen sah, sprach er zu ihnen: Was sucht ihr? Sie sprachen zu ihm: Rabbi (das heißt übersetzt: Lehrer), wo wohnst du? 39 Er sp…"
Johannes 1,35-51 – „35 Am folgenden Tage stand Johannes wiederum da und zwei seiner Jünger. 36 Und indem er auf Jesus blickte, der vorüberwandelte, sprach er: Siehe, das Lamm Gottes! 37 Und die beiden Jünger hörten ihn reden und folgten Jesus nach. 38 Da aber Jesus sich umwandte und sie nachfolgen sah, sprach er zu ihnen: Was sucht ihr? Sie sprachen zu ihm: Rabbi (das heißt übersetzt: Lehrer), wo wohnst du? 39 Er sp…"
Johannes 1,29-34 – „29 Am folgenden Tage sieht Johannes Jesus auf sich zukommen und spricht: Siehe, das Lamm Gottes, welches die Sünde der Welt hinwegnimmt! 30 Das ist der, von welchem ich sagte: Nach mir kommt ein Mann, der vor mir gewesen ist; denn er war eher als ich. 31 Und ich kannte ihn nicht; aber damit er Israel offenbar würde, darum kam ich, mit Wasser zu taufen. 32 Und Johannes zeugte und sprach: Ich sah d…"

Nach der Versuchung in der Wüste richtet das Johannesevangelium den Blick erneut auf Johannes den Täufer und auf Menschen, die durch dessen Zeugnis zu Jesus geführt werden. Johannes hatte Jesus bereits als den bezeichnet, auf dem er den Geist herabkommen sah, und ihn als Sohn Gottes bezeugt. Nun steht Jesus wieder in seiner Nähe. Als Johannes ihn vorübergehen sieht, weist er zwei seiner eigenen Jünger auf ihn hin und sagt: „Siehe, das Lamm Gottes!“ Damit erfüllt der Wegbereiter seine Aufgabe nicht dadurch, Menschen dauerhaft an sich zu binden, sondern indem er sie auf Christus verweist.

Die beiden Männer hören dieses Zeugnis und folgen Jesus. Als er sich ihnen zuwendet und fragt, was sie suchen, antworten sie mit der Frage, wo er wohne. Jesus lädt sie ein: „Kommt und sehet!“ Sie verbringen daraufhin einen Teil des Tages bei ihm. Johannes berichtet nicht, worüber gesprochen wurde. Gerade deshalb sollte diese erste längere Begegnung nicht mit erfundenen Gesprächen ausgeschmückt werden. Sicher ist jedoch, dass aus dem Hinweis des Täufers eine persönliche Begegnung mit Jesus entsteht.

Einer der beiden ist Andreas, der Bruder des Simon Petrus. Nach seiner Begegnung mit Jesus sucht Andreas zunächst seinen Bruder und sagt zu ihm: „Wir haben den Messias gefunden.“ Anschließend führt er Simon zu Jesus. Damit beginnt die spätere Geschichte des Petrus nicht mit dessen eigener Suche, sondern damit, dass ein anderer ihn zu Christus bringt. Noch hat Simon weder seine spätere Stellung unter den Jüngern noch seine großen Erfahrungen mit Jesus durchlebt; zunächst steht er einfach vor dem, den Andreas als Messias erkannt hat.

Jesus sieht Simon an und spricht ihn mit seinem Namen und seiner Herkunft an: „Du bist Simon, Jonas Sohn; du sollst Kephas heißen“, was Johannes für seine Leser mit Petrus erklärt. Die Namensgebung weist auf eine Bedeutung hin, die sich erst im weiteren Verlauf seines Lebens entfalten wird. Jesus erklärt an dieser Stelle noch nicht alle Folgen dieses neuen Namens. Petrus muss erst lernen, was Nachfolge bedeutet, und seine spätere Geschichte wird zeigen, dass eine von Christus gegebene Berufung menschliche Schwäche nicht automatisch beseitigt.

Am folgenden Tag will Jesus nach Galiläa ziehen und begegnet Philippus. Zu ihm spricht er unmittelbar: „Folge mir nach!“ Philippus stammt wie Andreas und Petrus aus Bethsaida. Auch er behält seine Begegnung mit Jesus nicht für sich, sondern sucht Nathanael. Dabei beschreibt er Jesus als denjenigen, von dem Mose im Gesetz und die Propheten geschrieben hätten, und nennt ihn „Jesus, den Sohn Josephs, von Nazareth“. Diese Formulierung gibt wieder, wie Jesus in seinem menschlichen Umfeld bekannt war; sie hebt die bereits berichtete übernatürliche Empfängnis nicht auf.

Nathanael reagiert zunächst skeptisch: „Kann aus Nazareth etwas Gutes kommen?“ Philippus beginnt daraufhin keine lange Auseinandersetzung, sondern antwortet: „Komm und sieh!“ Als Nathanael sich Jesus nähert, zeigt Jesus, dass er ihn bereits kennt. Auf Nathanaels erstaunte Frage erklärt er, dass er ihn unter dem Feigenbaum gesehen habe, bevor Philippus ihn rief. Der Text sagt nicht, was Nathanael dort getan oder gedacht hatte. Gerade deshalb liegt die Bedeutung nicht in einer unbekannten geheimen Handlung, sondern darin, dass Nathanael erkennt: Jesu Wissen über ihn reicht über ihre sichtbare Begegnung hinaus.

Nathanael antwortet mit einem bemerkenswerten Bekenntnis: „Rabbi, du bist Gottes Sohn, du bist der König von Israel!“ Jesus weist dieses Bekenntnis nicht zurück, macht aber deutlich, dass Nathanael noch Größeres sehen wird. Dann spricht er von einem geöffneten Himmel und von Engeln Gottes, die über dem Menschensohn auf- und niedersteigen. Die Worte erinnern deutlich an Jakobs Traum von der Verbindung zwischen Himmel und Erde. Jesus stellt sich damit selbst in den Mittelpunkt dieser Verbindung: In ihm begegnet Gottes himmlisches Handeln der menschlichen Welt.

So entsteht die erste kleine Gruppe von Menschen, die sich Jesus anschließt. Noch handelt es sich nicht um die spätere vollständige Berufung und Einsetzung der Zwölf, und die Evangelien berichten später weitere Berufungsszenen mit zusätzlichen Aufgaben. Doch hier beginnt persönliche Nachfolge: Menschen hören ein Zeugnis über Jesus, begegnen ihm selbst und führen andere zu ihm. Mit diesen ersten Jüngern zieht Jesus nach Galiläa, wo sein Wirken erstmals durch ein öffentlich wahrnehmbares Zeichen sichtbar werden wird.

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Jesus wirkt sein erstes Zeichen in Kana

Johannes 2,1-11 – „1 Und am dritten Tage war eine Hochzeit zu Kana in Galiläa, und die Mutter Jesu war dort. 2 Aber auch Jesus wurde samt seinen Jüngern zur Hochzeit geladen. 3 Und als es an Wein mangelte, spricht die Mutter Jesu zu ihm: Sie haben keinen Wein. 4 Jesus spricht zu ihr: Weib, was habe ich mit dir zu schaffen? Meine Stunde ist noch nicht gekommen! 5 Seine Mutter spricht zu den Dienern: Was er euch sage…"
Johannes 2,1-11 – „1 Und am dritten Tage war eine Hochzeit zu Kana in Galiläa, und die Mutter Jesu war dort. 2 Aber auch Jesus wurde samt seinen Jüngern zur Hochzeit geladen. 3 Und als es an Wein mangelte, spricht die Mutter Jesu zu ihm: Sie haben keinen Wein. 4 Jesus spricht zu ihr: Weib, was habe ich mit dir zu schaffen? Meine Stunde ist noch nicht gekommen! 5 Seine Mutter spricht zu den Dienern: Was er euch sage…"
Johannes 1,49-51 – „49 Nathanael antwortete und sprach zu ihm: Rabbi, du bist der Sohn Gottes, du bist der König von Israel! 50 Jesus antwortete und sprach zu ihm: Du glaubst, weil ich dir sagte, daß ich dich unter dem Feigenbaum sah! Du wirst Größeres sehen als das! 51 Und er spricht zu ihm: Wahrlich, wahrlich, ich sage euch, von nun an werdet ihr den Himmel offen sehen und die Engel Gottes auf und niedersteigen au…"

Kurz nach den ersten Begegnungen mit seinen Jüngern berichtet Johannes von einer Hochzeit in Kana in Galiläa. Die Mutter Jesu ist dort, und auch Jesus und seine Jünger sind eingeladen. Damit beginnt das im Johannesevangelium ausführlicher geschilderte öffentliche Wirken Jesu nicht in einem Tempel oder vor einer großen Volksmenge, sondern innerhalb einer Hochzeitsfeier. Dort geschieht das erste Zeichen, durch das Johannes die Herrlichkeit Jesu sichtbar werden lässt.

Während des Festes geht der Wein aus. Maria wendet sich an Jesus und sagt lediglich: „Sie haben keinen Wein.“ Der Text berichtet nicht ausdrücklich, welche konkrete Handlung sie von ihm erwartet. Jesu Antwort macht jedoch deutlich, dass Maria nicht über den Zeitpunkt oder die Weise seines Handelns bestimmen kann. Er spricht davon, dass seine „Stunde“ noch nicht gekommen sei. Dieser Ausdruck wird im Johannesevangelium später eine tiefere Bedeutung erhalten und besonders mit dem Höhepunkt seines Weges verbunden sein. Schon hier handelt Jesus nicht unter menschlichem Druck, sondern nach dem Willen und Zeitpunkt seines Vaters.

Maria antwortet nicht mit einer weiteren Forderung. Stattdessen sagt sie zu den Dienern: „Was er euch sagt, das tut.“ Damit tritt sie hinter Jesus zurück und richtet die Aufmerksamkeit auf sein Wort. Diese Haltung ist für die Szene entscheidend. Nicht Maria verfügt über seine Macht; Jesus selbst entscheidet, was geschehen soll. Die Diener sollen nicht auf menschliche Erwartungen achten, sondern auf seine Anweisung.

In der Nähe stehen sechs steinerne Wasserkrüge, die für die jüdischen Reinigungsvorschriften bestimmt sind. Jesus fordert die Diener auf, sie mit Wasser zu füllen. Sie füllen sie bis oben hin. Anschließend sollen sie davon schöpfen und dem Speisemeister bringen. Johannes beschreibt keinen sichtbaren Vorgang, durch den sich das Wasser verändert. Jesus spricht keine überlieferte Formel und vollzieht keine öffentliche Inszenierung. Dennoch ist das geschöpfte Wasser zu Wein geworden.

Der Speisemeister weiß nicht, woher der Wein stammt; die Diener dagegen wissen es. Er ruft den Bräutigam und wundert sich darüber, dass der gute Wein bis zu diesem Zeitpunkt aufbewahrt worden ist. Damit bleibt Jesus selbst erstaunlich im Hintergrund. Die meisten Gäste erfahren offenbar nicht, wie das Problem gelöst wurde. Das Zeichen wird nicht durchgeführt, um möglichst viel Aufmerksamkeit zu erzeugen, sondern offenbart seine Bedeutung besonders denen, die ihm bereits folgen.

Johannes nennt dieses Geschehen ausdrücklich den „Anfang der Zeichen“, die Jesus tat. Diese Bezeichnung ist wichtig. Es handelt sich nicht lediglich um eine ungewöhnliche Tat oder um eine Demonstration übernatürlicher Fähigkeit. Im Johannesevangelium sollen die Zeichen auf die Identität Jesu hinweisen. Johannes erklärt deshalb, dass Jesus in Kana seine Herrlichkeit offenbarte und seine Jünger an ihn glaubten. Das Zeichen führt über sich selbst hinaus zu der Frage, wer derjenige ist, der es vollbringt.

Dass Jesus Wasser in Wein verwandelt, zeigt zugleich seine Herrschaft über die geschaffene Wirklichkeit. Derjenige, den Johannes bereits als das Wort vorgestellt hat, durch das alles geworden ist, handelt nun innerhalb eben dieser Schöpfung mit einer Vollmacht, die kein gewöhnlicher Mensch besitzt. Dennoch entwickelt Johannes daraus an dieser Stelle keine umfassende Lehre über jedes einzelne Detail des Zeichens. Insbesondere sollte nicht jeder Krug, jede Mengenangabe oder jede Eigenschaft des Weines mit einer symbolischen Bedeutung versehen werden, die der Text selbst nicht erklärt.

Das Ereignis vertieft vor allem den Glauben der Jünger, die Jesus erst seit kurzer Zeit begleiten. Nathanael hatte ihn bereits als Sohn Gottes und König Israels bekannt; nun beginnt er gemeinsam mit den anderen tatsächlich zu sehen, was Jesu besondere Stellung bedeutet. Ihr Glaube ist damit noch nicht am Ziel. Die kommenden Ereignisse werden zeigen, dass sie vieles erst schrittweise verstehen. Doch in Kana erhalten sie das erste Zeichen, durch das Jesu Herrlichkeit in seinem öffentlichen Wirken sichtbar hervortritt.

Nach der Hochzeit zieht Jesus mit seiner Mutter, seinen Brüdern und seinen Jüngern nach Kapernaum, wo sie einige Tage bleiben. Johannes verweilt dort nicht lange, sondern führt unmittelbar zu einem der großen Feste Israels weiter. Das Passah steht bevor, und Jesus zieht nach Jerusalem. Dort wird seine Vollmacht nicht mehr in der stillen Hilfe bei einem Fest sichtbar werden, sondern in einer öffentlichen Handlung im Tempel, die von Anfang an die Frage nach seiner Autorität aufwirft.

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Jesus reinigt den Tempel

Johannes 2,13-22 – „13 Und das Passah der Juden war nahe, und Jesus zog hinauf nach Jerusalem. 14 Und er fand im Tempel die Verkäufer von Ochsen und Schafen und Tauben und die Wechsler, die dasaßen. 15 Und er machte eine Geißel aus Stricken und trieb sie alle zum Tempel hinaus, samt den Schafen und Ochsen, und den Wechslern verschüttete er das Geld und stieß die Tische um 16 und sprach zu denen, welche die Tauben fe…"
Johannes 2,13-22 – „13 Und das Passah der Juden war nahe, und Jesus zog hinauf nach Jerusalem. 14 Und er fand im Tempel die Verkäufer von Ochsen und Schafen und Tauben und die Wechsler, die dasaßen. 15 Und er machte eine Geißel aus Stricken und trieb sie alle zum Tempel hinaus, samt den Schafen und Ochsen, und den Wechslern verschüttete er das Geld und stieß die Tische um 16 und sprach zu denen, welche die Tauben fe…"
Psalmen 69,10 – „10 Als meine Seele fastete und weinte, wurde ich deshalb beschimpft;"

Als das Passah der Juden nahe ist, zieht Jesus nach Jerusalem hinauf. Dort betritt er den Tempel und findet im äußeren Tempelbereich Verkäufer von Rindern, Schafen und Tauben sowie Geldwechsler an ihren Tischen. Opfer und Geldwechsel hatten im Zusammenhang mit dem Fest eine praktische Funktion, doch Johannes richtet den Blick darauf, was aus dem Haus Gottes geworden war. Der Ort, der der Anbetung dienen sollte, war von geschäftlichem Treiben beherrscht.

Jesus reagiert entschlossen. Er macht eine Geißel aus Stricken, treibt die Tiere aus dem Tempelbereich hinaus, schüttet das Geld der Wechsler aus und stößt ihre Tische um. Zu den Taubenverkäufern sagt er: „Traget das von hier weg und machet nicht meines Vaters Haus zu einem Kaufhaus!“ Seine Handlung richtet sich damit nicht gegen den von Gott eingesetzten Tempeldienst an sich. Sie richtet sich gegen die Entstellung des Heiligtums durch einen Umgang, der den heiligen Charakter dieses Ortes verdunkelte.

Besonders bemerkenswert ist die Bezeichnung „meines Vaters Haus“. Schon als Zwölfjähriger hatte Jesus im Tempel von seinem Vater gesprochen. Nun tritt diese Beziehung während seines öffentlichen Wirkens erneut hervor. Jesus handelt nicht wie ein beliebiger Besucher, der sich über Missstände ärgert, sondern mit einer Autorität, die unmittelbar aus seiner Beziehung zum Vater hervorgeht. Der Tempel betrifft ihn persönlich, weil er das Haus seines Vaters ist.

Die Jünger erinnern sich angesichts seines Handelns an Psalm 69: „Der Eifer um dein Haus hat mich gefressen.“ Johannes beschreibt diese Erinnerung aus der Perspektive der Jünger und verbindet Jesu Handeln damit mit dem biblischen Bild eines leidenschaftlichen Eifers für Gottes Ehre. Dieser Eifer ist jedoch keine unkontrollierte persönliche Wut. Jesus handelt zielgerichtet gegen eine Entheiligung dessen, was Gott geweiht ist. Die Szene zeigt eine Seite seines Wesens, die neben seiner Barmherzigkeit ebenso ernst genommen werden muss: Gottes Heiligkeit wird von ihm nicht gleichgültig behandelt.

Die jüdischen Verantwortlichen fragen daraufhin nicht zuerst, ob die kritisierten Zustände berechtigt seien, sondern nach Jesu Vollmacht: Welches Zeichen könne er vorweisen, dass er so handle? Die Frage berührt den Kern der Auseinandersetzung. Jesus hat durch seine Tat einen Anspruch erhoben, der nach Begründung verlangt. Seine Antwort lautet: „Brechet diesen Tempel ab, und in drei Tagen will ich ihn aufrichten.“ Seine Zuhörer verstehen die Aussage auf das sichtbare Tempelgebäude und wenden ein, dass dessen Bau viele Jahre gedauert habe.

Johannes erklärt jedoch ausdrücklich, dass Jesus vom Tempel seines Leibes sprach. Damit erhält seine Antwort eine Bedeutung, die seine Gegner zu diesem Zeitpunkt nicht erfassen. Jesus weist bereits früh auf seinen kommenden Tod und seine Auferstehung hin, ohne diese Ereignisse an dieser Stelle vollständig zu entfalten. Das sichtbare Heiligtum steht vor ihnen, doch Jesus lenkt die Aufmerksamkeit auf seinen eigenen Leib. In ihm wird Gottes Gegenwart auf eine Weise sichtbar, die weit über das Tempelgebäude hinausgeht.

Auch die Jünger verstehen diese Aussage nicht sofort. Johannes berichtet, dass sie sich erst nach Jesu Auferstehung daran erinnern und daraufhin der Schrift und dem Wort Jesu glauben. Damit zeigt das Evangelium offen, dass selbst die engsten Nachfolger Jesu seine Aussagen häufig erst im Rückblick vollständig einordnen konnten. Ihr späteres Verständnis darf deshalb nicht künstlich in diese frühe Situation zurückversetzt werden. Zu diesem Zeitpunkt hören sie die Worte, ihre volle Tragweite erschließt sich ihnen aber erst später.

Die Tempelreinigung steht somit früh im Johannesevangelium als öffentliche Offenbarung von Jesu Autorität. Er beansprucht das Heiligtum als Haus seines Vaters, stellt dessen Entheiligung bloß und verbindet die Frage nach seiner Vollmacht mit seinem eigenen Tod und seiner Auferstehung. Johannes berichtet später noch weitere Auseinandersetzungen um Tempel, Anbetung und Gottes Gegenwart, doch bereits hier wird eine grundlegende Verschiebung sichtbar: Die entscheidende Begegnung mit Gott wird letztlich nicht an ein Gebäude gebunden bleiben, sondern an die Person Jesu selbst.

Während des Passahfestes sehen viele Menschen Zeichen, die Jesus tut, und beginnen aufgrund dieser Zeichen an seinen Namen zu glauben. Jesus selbst vertraut sich ihnen jedoch nicht einfach an, denn er kennt den Menschen. Damit führt Johannes unmittelbar zu einer persönlichen Begegnung, in der diese Frage nach echtem Glauben vertieft wird. Ein angesehener Pharisäer und Mitglied des jüdischen Rates kommt in der Nacht zu Jesus – Nikodemus.

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Jesus spricht mit Nikodemus über die neue Geburt

Johannes 3,1-21 – „1 Es war aber ein Mensch unter den Pharisäern, namens Nikodemus, ein Oberster der Juden. 2 Dieser kam des Nachts zu Jesus und sprach zu ihm: Rabbi, wir wissen, daß du ein Lehrer bist, von Gott gekommen; denn niemand kann diese Zeichen tun, die du tust, es sei denn Gott mit ihm! 3 Jesus antwortete und sprach zu ihm: Wahrlich, wahrlich, ich sage dir, wenn jemand nicht von neuem geboren wird, so kan…"
Johannes 3,1-21 – „1 Es war aber ein Mensch unter den Pharisäern, namens Nikodemus, ein Oberster der Juden. 2 Dieser kam des Nachts zu Jesus und sprach zu ihm: Rabbi, wir wissen, daß du ein Lehrer bist, von Gott gekommen; denn niemand kann diese Zeichen tun, die du tust, es sei denn Gott mit ihm! 3 Jesus antwortete und sprach zu ihm: Wahrlich, wahrlich, ich sage dir, wenn jemand nicht von neuem geboren wird, so kan…"
4. Mose 21,4-9 – „4 Da zogen sie vom Berge Hor weg auf dem Weg zum Schilfmeer, um der Edomiter Land zu umgehen. Aber das Volk ward ungeduldig auf dem Wege. 5 Und das Volk redete wider Gott und wider Mose: Warum habt ihr uns aus Ägypten geführt, daß wir in der Wüste sterben? Denn hier ist weder Brot noch Wasser, und unsre Seele hat einen Ekel an dieser schlechten Speise! 6 Da sandte der HERR feurige Schlangen unter…"
Johannes 1,12-13 – „12 Allen denen aber, die ihn aufnahmen, gab er Vollmacht, Gottes Kinder zu werden, denen, die an seinen Namen glauben; 13 welche nicht aus dem Geblüt, noch aus dem Willen des Fleisches, noch aus dem Willen des Mannes, sondern aus Gott geboren sind."

Unter denen, die auf Jesu Zeichen in Jerusalem aufmerksam werden, befindet sich Nikodemus, ein Pharisäer und Mitglied des jüdischen Rates. Er kommt bei Nacht zu Jesus und spricht ihn respektvoll als Rabbi an. Die Zeichen haben ihn zu der Überzeugung geführt, dass Jesus als Lehrer von Gott gekommen sein müsse, denn niemand könne solche Werke tun, wenn Gott nicht mit ihm wäre. Doch Nikodemus beginnt noch nicht mit einem Bekenntnis zu Jesus als Messias oder Sohn Gottes. Seine Worte zeigen Anerkennung, aber zugleich ein Verständnis, das noch weit hinter dem zurückbleibt, was Jesus ihm offenbaren will.

Jesus antwortet deshalb nicht zunächst auf die Anerkennung seiner Zeichen, sondern führt Nikodemus unmittelbar zum grundlegenden Problem des Menschen. Wer nicht von neuem beziehungsweise von oben geboren wird, kann das Reich Gottes nicht sehen. Die griechische Formulierung kann beide Bedeutungsrichtungen tragen; der weitere Zusammenhang zeigt jedoch eindeutig, dass Jesus von einer Geburt spricht, deren Ursprung bei Gott liegt. Nikodemus versteht die Aussage zunächst körperlich und fragt, wie ein erwachsener Mensch erneut geboren werden könne.

Jesus erklärt daraufhin, dass es um eine Geburt aus Wasser und Geist geht. Was aus dem Fleisch geboren ist, ist Fleisch; was aus dem Geist geboren ist, ist Geist. Der Mensch kann sich deshalb nicht durch Herkunft, religiöse Stellung oder eigene Anstrengung für Gottes Reich geeignet machen. Selbst Nikodemus, der als Lehrer Israels über beträchtliche religiöse Kenntnis verfügt, benötigt eine grundlegende Erneuerung durch Gottes Geist. Jesu Botschaft richtet sich damit nicht nur an offen erkennbare Sünder, sondern ebenso an religiöse Menschen, die äußerlich innerhalb des Bundesvolkes stehen.

Jesus vergleicht das Wirken des Geistes mit dem Wind. Man hört sein Sausen, kann aber nicht bestimmen, woher er kommt und wohin er geht. Der Vergleich bedeutet nicht, dass geistliche Erneuerung wirkungslos oder völlig unverständlich wäre. Vielmehr liegt ihr Ursprung nicht unter menschlicher Kontrolle. Wie der Wind an seinen Wirkungen erkannt wird, so wird auch das Wirken des Geistes an dem veränderten Leben sichtbar, obwohl der Mensch dieses Wirken nicht selbst hervorbringt.

Als Nikodemus weiterfragt, wie dies geschehen könne, führt Jesus ihn tiefer in Gottes Erlösungsplan hinein. Dabei spricht er von sich selbst als dem Menschensohn, der erhöht werden muss. Zur Erklärung greift er auf Israels Wüstenwanderung zurück. Als das Volk von Schlangen gebissen wurde, ließ Gott Mose eine eherne Schlange erhöhen; wer im Vertrauen auf Gottes Wort hinsah, blieb am Leben. Jesus erklärt nun, dass auch der Menschensohn erhöht werden müsse, damit jeder, der an ihn glaubt, ewiges Leben empfängt.

Damit tritt bereits früh in Jesu Dienst sein kommender Tod in den Blick. Das „Erhöhen“ wird im Johannesevangelium später ausdrücklich mit seinem Tod verbunden. Wie damals die Rettung nicht in der eigenen Fähigkeit des Gebissenen lag, sich selbst vom Gift zu heilen, so liegt die Rettung des Sünders nicht in eigener religiöser Leistung. Gott stellt den Rettungsweg bereit, und der Mensch ist auf den im Glauben ergriffenen Erlöser angewiesen.

Der Grund dieses göttlichen Handelns liegt in Gottes Liebe. Jesus erklärt, dass Gott die Welt so geliebt hat, dass er seinen eingeborenen Sohn gab, damit jeder, der an ihn glaubt, nicht verloren geht, sondern ewiges Leben hat. Gottes Ziel bei der Sendung des Sohnes besteht nicht darin, eine schuldlose Welt erst zu verurteilen. Die Welt steht bereits unter der Wirklichkeit der Sünde; der Sohn kommt, damit durch ihn Rettung möglich wird. Gerade deshalb besitzt die Begegnung mit ihm zugleich gerichtliche Bedeutung: An der Reaktion auf das Licht wird sichtbar, ob ein Mensch an der Finsternis festhält oder zu Gottes Wahrheit kommt.

Jesus verbindet Glauben dabei nicht mit einer bloßen Zustimmung zu religiösen Aussagen. Menschen meiden das Licht, wenn sie ihre Werke nicht offenbar werden lassen wollen; wer dagegen die Wahrheit tut, kommt zum Licht. Gnade und Erneuerung stehen deshalb nicht im Gegensatz zu einem veränderten Leben. Die neue Geburt wird allein durch Gottes Wirken ermöglicht, doch sie lässt den Menschen nicht unverändert in bewusster Abkehr von Gott. Das neue Leben entspringt der Gnade und zeigt sich darin, dass der Mensch ins Licht tritt.

Johannes berichtet an dieser Stelle nicht, wie Nikodemus unmittelbar auf das Gespräch reagiert. Sein späteres Auftreten wird jedoch zeigen, dass diese Nacht nicht ohne Wirkung geblieben ist. Zunächst endet die Begegnung ohne öffentliches Bekenntnis oder sichtbare Entscheidung. Jesus hat einem hochgebildeten religiösen Führer deutlich gemacht, dass selbst größte Kenntnis den Menschen nicht retten kann: Er braucht neues Leben von Gott, und dieses Leben ist untrennbar mit dem Glauben an den erhöhten Sohn verbunden.

Nach dem Gespräch bleibt Jesus noch in Judäa, während auch Johannes der Täufer weiterhin tätig ist. Dadurch entsteht unter den Jüngern des Johannes eine Frage über den wachsenden Einfluss Jesu. Für Johannes wird nun der Augenblick kommen, an dem er seine eigene Stellung gegenüber Christus noch einmal mit außergewöhnlicher Klarheit bestimmt.

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Johannes tritt hinter Jesus zurück

Johannes 3,22-36 – „22 Darnach kam Jesus mit seinen Jüngern in das Land Judäa, und daselbst hielt er sich mit ihnen auf und taufte. 23 Aber auch Johannes taufte in Enon, nahe bei Salim, weil viel Wasser dort war. Und sie kamen dahin und ließen sich taufen. 24 Denn Johannes war noch nicht ins Gefängnis geworfen worden. 25 Es erhob sich nun eine Streitfrage zwischen den Jüngern des Johannes und einem Juden wegen der R…"
Johannes 3,22-36 – „22 Darnach kam Jesus mit seinen Jüngern in das Land Judäa, und daselbst hielt er sich mit ihnen auf und taufte. 23 Aber auch Johannes taufte in Enon, nahe bei Salim, weil viel Wasser dort war. Und sie kamen dahin und ließen sich taufen. 24 Denn Johannes war noch nicht ins Gefängnis geworfen worden. 25 Es erhob sich nun eine Streitfrage zwischen den Jüngern des Johannes und einem Juden wegen der R…"
Johannes 1,26-30 – „26 Johannes antwortete ihnen und sprach: Ich taufe mit Wasser; aber mitten unter euch steht Einer, den ihr nicht kennt, 27 welcher nach mir kommt, der doch vor mir gewesen ist, für den ich nicht würdig bin, ihm den Schuhriemen zu lösen. 28 Dieses geschah zu Bethabara, jenseits des Jordan, wo Johannes taufte. 29 Am folgenden Tage sieht Johannes Jesus auf sich zukommen und spricht: Siehe, das Lamm …"

Nach dem Gespräch mit Nikodemus geht Jesus mit seinen Jüngern in das Land Judäa. Dort hält er sich mit ihnen auf, während auch Johannes weiterhin tauft. Für eine kurze Zeit bestehen beide Dienste nebeneinander, und gerade dadurch wird sichtbar, dass Johannes seine Aufgabe nie als Konkurrenz zu Jesus verstanden hat. Als immer mehr Menschen zu Jesus kommen, entsteht unter den Jüngern des Täufers Unruhe. Sie wenden sich an Johannes und weisen darauf hin, dass derjenige, von dem er zuvor Zeugnis gegeben hatte, nun selbst taufe und viele Menschen zu ihm gingen.

Johannes reagiert nicht mit Eifersucht. Er erklärt, dass ein Mensch nichts empfangen könne, wenn es ihm nicht vom Himmel gegeben werde. Damit ordnet er sowohl seinen eigenen Dienst als auch den wachsenden Einfluss Jesu unter Gottes Handeln ein. Seine Berufung war nie sein persönlicher Besitz, und ihr Erfolg berechtigt ihn nicht dazu, eine Stellung festzuhalten, die Gott einem anderen gegeben hat. Gerade weil Johannes seinen Auftrag von Gott empfangen hatte, kann er ihn auch loslassen, sobald dieser Auftrag erfüllt wird.

Er erinnert seine Jünger daran, dass er von Anfang an ausdrücklich gesagt hatte, nicht der Christus zu sein. Seine Aufgabe bestand darin, vor ihm hergesandt zu werden. Johannes verwendet nun das Bild einer Hochzeit: Der Bräutigam besitzt die Braut, während der Freund des Bräutigams danebensteht, dessen Stimme hört und sich darüber freut. Mit diesem Bild beschreibt Johannes seine eigene Freude darüber, dass Jesus nun zunehmend in den Mittelpunkt tritt. Der Erfolg Christi bedeutet für ihn nicht das Scheitern seines eigenen Dienstes, sondern dessen Erfüllung.

Diese Haltung findet ihren klarsten Ausdruck in den Worten: „Er muß wachsen, ich aber muß abnehmen.“ Damit spricht Johannes nicht von einer allgemeinen Regel, nach der jeder Mensch immer unbedeutender werden müsse. Seine Aussage gehört zunächst zu seiner besonderen heilsgeschichtlichen Stellung. Er war der Wegbereiter; nun ist derjenige gekommen, auf den sein ganzer Dienst hingewiesen hat. Deshalb ist es richtig, dass die Aufmerksamkeit von Johannes weg und auf Jesus hin übergeht.

Johannes begründet diese Überordnung Jesu nicht nur mit dessen wachsendem Einfluss. Er spricht von dem, der von oben kommt und deshalb über allen ist. Derjenige, der von der Erde ist, gehört zur Erde und redet aus dieser begrenzten Stellung; der vom Himmel Kommende dagegen bezeugt, was er gesehen und gehört hat. Damit greift Johannes eine Wahrheit auf, die das Evangelium bereits seit seinem Beginn entfaltet: Jesus kommt nicht lediglich als weiterer menschlicher Lehrer innerhalb Israels. Seine Herkunft und Autorität reichen über die menschliche Ebene hinaus.

Zugleich erklärt Johannes, dass Gott dem Sohn den Geist nicht nach Maß gibt und dass der Vater den Sohn liebt und alles in seine Hand gegeben hat. Jesu Vollmacht beruht deshalb nicht auf Zustimmung durch Menschen oder auf einem Amt, das ihm Johannes übertragen hätte. Sie kommt vom Vater. Der Dienst des Täufers kann Menschen auf Jesus hinweisen, aber er verleiht Jesus nicht dessen Stellung. Johannes erkennt vielmehr öffentlich eine Autorität an, die Jesus bereits besitzt.

Diese Aussagen führen unmittelbar zur Frage des Glaubens. Johannes erklärt, dass derjenige, der an den Sohn glaubt, ewiges Leben hat, während derjenige, der dem Sohn nicht gehorcht, das Leben nicht sehen wird. Glaube erscheint hier nicht als bloße Bewunderung Jesu, sondern als Antwort auf den von Gott gesandten Sohn. Seine Person stellt Menschen vor eine Entscheidung, weil sich in ihm Gottes Rettung offenbart. Die zunehmende Aufmerksamkeit für Jesus ist deshalb mehr als ein Wechsel zwischen zwei religiösen Lehrern.

Mit diesen Worten erreicht der Dienst Johannes des Täufers einen entscheidenden Übergang. Er hat Jesus angekündigt, ihn erkannt, öffentlich bezeugt und Menschen zu ihm geführt. Nun sieht er, wie der Dienst Christi wächst, und nimmt freiwillig die Stellung ein, die ihm von Anfang an gegeben war: nicht Mittelpunkt, sondern Zeuge. Seine Freude besteht darin, dass der Bräutigam gekommen ist.

Während Jesus immer mehr Aufmerksamkeit erhält, verändert sich zugleich die äußere Situation. Als bekannt wird, dass die Pharisäer von seinem wachsenden Einfluss erfahren haben, verlässt Jesus Judäa und zieht wieder nach Galiläa. Auf diesem Weg führt ihn seine Reise durch Samaria – in eine Region, in der eine Begegnung stattfinden wird, die bereits deutlich erkennen lässt, dass sein Auftrag die gewohnten religiösen und gesellschaftlichen Grenzen überschreitet.

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Jesus begegnet der Frau am Jakobsbrunnen

Johannes 4,4-26 – „4 Er mußte aber durch Samaria reisen. 5 Da kommt er in eine Stadt Samarias, genannt Sichar, nahe bei dem Felde, welches Jakob seinem Sohne Joseph gab. 6 Es war aber daselbst Jakobs Brunnen. Da nun Jesus müde war von der Reise, setzte er sich also an den Brunnen; es war um die sechste Stunde. 7 Da kommt eine Frau aus Samaria, um Wasser zu schöpfen. Jesus spricht zu ihr: Gib mir zu trinken! 8 Denn …"
Johannes 4,4-26 – „4 Er mußte aber durch Samaria reisen. 5 Da kommt er in eine Stadt Samarias, genannt Sichar, nahe bei dem Felde, welches Jakob seinem Sohne Joseph gab. 6 Es war aber daselbst Jakobs Brunnen. Da nun Jesus müde war von der Reise, setzte er sich also an den Brunnen; es war um die sechste Stunde. 7 Da kommt eine Frau aus Samaria, um Wasser zu schöpfen. Jesus spricht zu ihr: Gib mir zu trinken! 8 Denn …"
Johannes 4,27-42 – „27 Und währenddem kamen seine Jünger und verwunderten sich, daß er mit einer Frau redete. Doch sagte keiner: Was fragst du? oder: Was redest du mit ihr? 28 Nun ließ die Frau ihren Wasserkrug stehen und lief in die Stadt und spricht zu den Leuten: 29 Kommt, sehet einen Menschen, der mir alles gesagt hat, was ich getan habe! Ob dieser nicht der Christus ist? 30 Da gingen sie aus der Stadt hinaus un…"

Auf dem Weg von Judäa nach Galiläa zieht Jesus durch Samaria. Johannes berichtet, dass er bei der Stadt Sichar an einen Brunnen kommt, der mit Jakob verbunden wird. Ermüdet von der Reise setzt Jesus sich dort nieder, während seine Jünger in die Stadt gehen, um Nahrung zu kaufen. Die Szene zeigt erneut seine wirkliche Menschlichkeit: Derjenige, den Johannes als das ewige Wort vorgestellt hat, kennt körperliche Erschöpfung und Durst. Gerade in dieser unscheinbaren Situation beginnt eines der ausführlichsten persönlichen Gespräche seines frühen Dienstes.

Eine samaritische Frau kommt, um Wasser zu schöpfen, und Jesus bittet sie: „Gib mir zu trinken.“ Die Frau reagiert überrascht, weil Jesus als Jude sie, eine Samariterin, anspricht. Johannes erklärt, dass Juden und Samariter keinen gewöhnlichen Umgang miteinander pflegten. Jesus lässt sich von dieser religiösen und gesellschaftlichen Trennung jedoch nicht daran hindern, mit ihr zu sprechen. Er beginnt nicht mit einer Verurteilung, sondern mit einer Bitte, die unmittelbar an ihre alltägliche Tätigkeit anknüpft.

Dann lenkt Jesus das Gespräch vom Brunnenwasser auf eine tiefere Gabe. Wenn sie wüsste, wer mit ihr spricht, würde sie ihn bitten, und er würde ihr „lebendiges Wasser“ geben. Die Frau versteht seine Worte zunächst im natürlichen Sinn und fragt, wie er ohne Schöpfgefäß an Wasser gelangen könne und ob er etwa größer sei als Jakob. Jesus erklärt daraufhin, dass jeder, der von dem Brunnenwasser trinkt, wieder durstig wird; das Wasser aber, das er gibt, wird im Menschen zu einer Quelle, die ins ewige Leben quillt. Seine Gabe stillt damit einen Durst, den gewöhnliches Wasser nicht erreichen kann.

Als die Frau dieses Wasser haben möchte, führt Jesus das Gespräch überraschend auf ihr persönliches Leben. Er fordert sie auf, ihren Mann zu holen. Auf ihre Antwort, sie habe keinen Mann, nennt Jesus Tatsachen über ihre bisherigen Beziehungen, die sie ihm nicht erzählt hatte. Er begegnet ihr dabei weder mit schmeichelnder Verharmlosung noch mit sensationsorientierter Bloßstellung. Er spricht die Wahrheit über ihr Leben aus und lässt dadurch erkennen, dass er sie kennt. Die Frau beginnt nun zu begreifen, dass sie keinem gewöhnlichen Reisenden gegenübersteht, und nennt ihn einen Propheten.

Daraufhin bringt sie die strittige Frage nach dem richtigen Ort der Anbetung zur Sprache. Samariter verehrten Gott mit Bezug auf ihren eigenen heiligen Berg, während die Juden Jerusalem als den von Gott bestimmten Ort des Heiligtums anerkannten. Jesus erklärt zunächst klar, dass das Heil von den Juden kommt. Er verwischt also die heilsgeschichtliche Bedeutung Israels nicht. Zugleich kündigt er eine Stunde an, in der die entscheidende Anbetung weder an diesen Berg noch an Jerusalem gebunden sein wird.

Wahre Anbeter, so erklärt Jesus, werden den Vater „im Geist und in der Wahrheit“ anbeten. Gott sucht solche Anbeter, denn Gott ist Geist. Damit verschiebt Jesus die Frage vom bloßen geografischen Ort auf die Wirklichkeit der Beziehung zu Gott. Das bedeutet nicht, dass Wahrheit nebensächlich wird; gerade Geist und Wahrheit gehören zusammen. Ebenso reicht eine äußerlich richtige religiöse Form ohne die von Gott gewirkte innere Wirklichkeit nicht aus. In Jesu Gegenwart beginnt eine neue heilsgeschichtliche Phase, in der die Anbetung Gottes nicht mehr an einen einzigen irdischen Heiligtumsort gebunden bleiben wird.

Die Frau spricht daraufhin von ihrer Erwartung des Messias, der Christus genannt wird und bei seinem Kommen alles erklären werde. Jesus antwortet ungewöhnlich offen: „Ich bin's, der mit dir redet.“ Während seine Identität in anderen Situationen zunächst schrittweise erkannt wird, offenbart er sich dieser samaritischen Frau ausdrücklich als der erwartete Messias. Bemerkenswert ist, wem diese klare Aussage gegeben wird: nicht einem Mitglied des jüdischen Rates, sondern einer Frau aus Samaria, deren Lebensgeschichte Jesus soeben offengelegt hat.

Als die Jünger zurückkehren, wundern sie sich darüber, dass Jesus mit einer Frau spricht, stellen ihm jedoch zunächst keine Frage. Die Frau lässt ihren Wasserkrug zurück, geht in die Stadt und erzählt den Menschen von dem Mann, der ihr Dinge aus ihrem Leben gesagt hat. Sie fragt vorsichtig, ob er vielleicht der Christus sei. Ihr Zeugnis führt viele Bewohner aus der Stadt zu Jesus. Was als persönliches Gespräch an einem Brunnen begann, entwickelt sich damit zu einer Begegnung zwischen Jesus und einer ganzen samaritischen Gemeinschaft.

Die Samariter bitten Jesus, bei ihnen zu bleiben, und er verbringt zwei Tage dort. Viele glauben zunächst aufgrund des Zeugnisses der Frau, weitere aber aufgrund seiner eigenen Worte. Schließlich erklären sie, dass sie nun selbst gehört hätten und wüssten, dass dieser wahrhaftig der Retter der Welt ist. Damit erhält Jesu Auftrag einen weiteren Horizont: Der von Israel erwartete Messias wird von Samaritern als Retter der Welt erkannt. Nach diesen zwei Tagen setzt Jesus seinen Weg nach Galiläa fort, wo sein Dienst nun zunehmend öffentlich bekannt wird.

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Jesus heilt den Sohn eines königlichen Beamten

Johannes 4,43-54 – „43 Nach den zwei Tagen aber zog er von dannen und ging nach Galiläa. 44 Jesus selbst bezeugte zwar, daß ein Prophet in seinem eigenen Vaterlande nicht geachtet werde. 45 Als er aber nun nach Galiläa kam, nahmen ihn die Galiläer auf, weil sie alles gesehen, was er zu Jerusalem am Feste getan hatte; denn auch sie waren zum Fest gekommen. 46 Er kam nun wieder nach Kana in Galiläa, wo er das Wasser z…"
Johannes 4,43-54 – „43 Nach den zwei Tagen aber zog er von dannen und ging nach Galiläa. 44 Jesus selbst bezeugte zwar, daß ein Prophet in seinem eigenen Vaterlande nicht geachtet werde. 45 Als er aber nun nach Galiläa kam, nahmen ihn die Galiläer auf, weil sie alles gesehen, was er zu Jerusalem am Feste getan hatte; denn auch sie waren zum Fest gekommen. 46 Er kam nun wieder nach Kana in Galiläa, wo er das Wasser z…"
Johannes 2,23-25 – „23 Als er aber am Passahfeste in Jerusalem war, glaubten viele an seinen Namen, da sie seine Zeichen sahen, die er tat; 24 Jesus selbst aber vertraute sich ihnen nicht an, weil er alle kannte, 25 und weil er nicht bedurfte, daß jemand über einen Menschen Zeugnis gäbe; denn er wußte selbst, was im Menschen war."

Nach den zwei Tagen in Samaria setzt Jesus seinen Weg nach Galiläa fort. Johannes erinnert dabei an Jesu Aussage, dass ein Prophet in seiner eigenen Heimat keine Ehre habe. Dennoch nehmen ihn die Galiläer zunächst auf, weil viele von ihnen beim Passah in Jerusalem gesehen hatten, was er dort getan hatte. Ihre Offenheit steht damit von Anfang an in einer gewissen Spannung: Sie reagieren auf seine Zeichen, doch das Johannesevangelium hat bereits gezeigt, dass eine durch Wunder hervorgerufene Begeisterung noch nicht mit einem tiefen Glauben an Jesus gleichgesetzt werden darf.

Jesus kommt wieder nach Kana, wo er zuvor Wasser in Wein verwandelt hatte. Dort erreicht ihn die Bitte eines königlichen Beamten, dessen Sohn in Kapernaum schwer krank liegt. Johannes nennt weder den Namen des Mannes noch erklärt er genauer, in welchem Dienstverhältnis er zum Herrscher stand. Entscheidend ist seine Not: Sein Sohn liegt im Sterben. Als der Beamte hört, dass Jesus aus Judäa nach Galiläa gekommen ist, macht er sich auf den Weg und bittet ihn, nach Kapernaum hinabzukommen und das Kind zu heilen.

Jesu erste Antwort klingt zunächst hart: „Wenn ihr nicht Zeichen und Wunder sehet, so glaubet ihr nicht.“ Die Anrede steht im Plural und reicht damit über den einzelnen Vater hinaus. Jesus macht auf eine Haltung aufmerksam, die Glauben von sichtbaren Machterweisen abhängig macht. Der Beamte lässt sich dadurch jedoch nicht abweisen. Er wiederholt seine Bitte in schlichter Dringlichkeit: „Herr, komm herab, ehe mein Kind stirbt!“ Seine Aufmerksamkeit gilt nicht einer theologischen Diskussion über Zeichen, sondern dem Leben seines Sohnes.

Jesus geht dennoch nicht mit ihm nach Kapernaum. Stattdessen spricht er lediglich: „Gehe hin, dein Sohn lebt!“ Damit wird der Mann vor eine Entscheidung gestellt. Er erhält kein sichtbares Zeichen in Kana und kann die Heilung seines Sohnes nicht unmittelbar überprüfen. Johannes berichtet ausdrücklich, dass der Mann dem Wort glaubte, das Jesus zu ihm gesagt hatte, und sich auf den Weg machte. Noch bevor er die Erfüllung sieht, richtet er sein Handeln nach Jesu Zusage aus.

Während er zurückkehrt, kommen ihm seine Knechte entgegen und melden, dass sein Sohn lebt. Der Beamte fragt nach der Stunde, in der die Besserung eingetreten ist. Sie nennen genau jene Stunde, in der Jesus zu ihm gesagt hatte: „Dein Sohn lebt.“ Dadurch wird für ihn erkennbar, dass die Genesung nicht lediglich zufällig mit seinem Besuch bei Jesus zusammenfiel. Jesu Wort hatte aus der Entfernung bewirkt, worum der Vater gebeten hatte.

Johannes beschreibt nun eine Entwicklung des Glaubens. Zunächst hatte der Mann von Jesu Wirken gehört und war deshalb zu ihm gekommen. Dann glaubte er Jesu Zusage, bevor er die Heilung überprüfen konnte. Nachdem er die Übereinstimmung zwischen dem gesprochenen Wort und der Genesung seines Sohnes erkennt, heißt es erneut, dass er glaubte – und mit ihm sein ganzes Haus. Das Evangelium stellt Glauben damit nicht als statischen Augenblick dar. Erkenntnis kann wachsen, wenn ein Mensch Jesu Wort vertraut und anschließend tiefer versteht, wem er vertraut hat.

Das Zeichen offenbart zugleich eine Vollmacht Jesu, die nicht an körperliche Nähe gebunden ist. Er muss den Kranken nicht berühren, das Haus nicht betreten und keine sichtbare Handlung an ihm vollziehen. Sein Wort genügt über die Entfernung zwischen Kana und Kapernaum hinweg. Johannes richtet die Aufmerksamkeit deshalb weniger auf eine Heilmethode als auf die Autorität dessen, der spricht. Was Jesus zusagt, geschieht.

Der Evangelist bezeichnet diese Heilung als das zweite Zeichen, das Jesus tat, nachdem er aus Judäa nach Galiläa gekommen war. Gemeint ist damit im Zusammenhang das zweite von Johannes ausdrücklich hervorgehobene Zeichen in Galiläa nach dem Weinwunder von Kana, nicht das zweite Wunder Jesu überhaupt, denn Johannes hatte bereits von weiteren Zeichen in Jerusalem berichtet. Diese genaue Unterscheidung bewahrt davor, aus der Zählung eine vollständige Chronologie aller Wunder abzuleiten.

Mit der Heilung des Sohnes wächst Jesu Bekanntheit in Galiläa weiter. Doch seine Botschaft wird sich nicht darauf beschränken, Menschen durch außergewöhnliche Taten zu beeindrucken. Die Zeit kommt, in der er öffentlich verkündigt, dass Gottes Reich nahe gekommen ist und Menschen zur Umkehr und zum Glauben ruft. Gerade in seiner Heimatregion wird sich dabei zeigen, wie verschieden Menschen auf denjenigen reagieren, den sie zu kennen meinen.

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Jesus wird in Nazareth verworfen

Lukas 4,14-30 – „14 Und Jesus kehrte in der Kraft des Geistes zurück nach Galiläa; und das Gerücht von ihm verbreitete sich durch die ganze umliegende Landschaft. 15 Und er lehrte in ihren Synagogen und wurde von allen gepriesen. 16 Und er kam nach Nazareth, wo er erzogen worden war, und ging nach seiner Gewohnheit am Sabbattag in die Synagoge und stand auf, um vorzulesen. 17 Und es wurde ihm das Buch des Prophet…"
Lukas 4,14-30 – „14 Und Jesus kehrte in der Kraft des Geistes zurück nach Galiläa; und das Gerücht von ihm verbreitete sich durch die ganze umliegende Landschaft. 15 Und er lehrte in ihren Synagogen und wurde von allen gepriesen. 16 Und er kam nach Nazareth, wo er erzogen worden war, und ging nach seiner Gewohnheit am Sabbattag in die Synagoge und stand auf, um vorzulesen. 17 Und es wurde ihm das Buch des Prophet…"
Jesaja 61,1-2 – „1 Der Geist Gottes, des HERRN, ist auf mir, weil der HERR mich gesalbt hat, um den Elenden gute Botschaft zu verkündigen; er hat mich gesandt, zerbrochene Herzen zu verbinden, den Gefangenen Befreiung zu predigen, den Gebundenen Öffnung [der Kerkertüren]; 2 zu predigen ein Gnadenjahr des HERRN und einen Tag der Rache unsres Gottes, zu trösten alle Traurigen;"
Jesaja 58,6 – „6 Ist nicht das ein Fasten, wie ich es liebe: daß ihr ungerechte Fesseln öffnet, daß ihr die Knoten des Joches löset, daß ihr die Bedrängten freilasset und jegliches Joch wegreißet,"

Jesus kehrt in der Kraft des Geistes nach Galiläa zurück, und die Nachricht über ihn breitet sich in der Umgebung aus. Lukas berichtet, dass er in den Synagogen lehrt und zunächst von allen gepriesen wird. In diesem Zusammenhang kommt Jesus auch nach Nazareth, wo er aufgewachsen ist. Damit begegnet er nun Menschen, die ihn nicht nur durch Berichte über Zeichen und Predigten kennen, sondern aus vielen Jahren des gewöhnlichen Zusammenlebens. Gerade diese Vertrautheit wird zu einem entscheidenden Bestandteil ihrer Reaktion.

Am Sabbat geht Jesus nach seiner Gewohnheit in die Synagoge und steht auf, um aus der Schrift zu lesen. Man reicht ihm die Buchrolle des Propheten Jesaja. Jesus findet die Stelle, in der vom Geist des Herrn die Rede ist, der auf dem Gesalbten ruht, damit er Armen gute Botschaft verkündigt, Gefangenen Befreiung ausruft, Blinden das Augenlicht und Unterdrückten Freiheit bringt und das angenehme Jahr des Herrn verkündigt. Der Abschnitt verbindet Gottes gesalbten Diener mit einer umfassenden Botschaft von Befreiung und Gnade.

Nachdem Jesus gelesen hat, rollt er die Schrift zusammen, gibt sie dem Diener zurück und setzt sich. Alle Augen sind auf ihn gerichtet. Dann spricht er einen Satz, der seine Auslegung bestimmt: „Heute ist diese Schrift erfüllt vor euren Ohren.“ Jesus behandelt die prophetischen Worte damit nicht nur als Hoffnung auf eine ferne Zukunft. Er bezieht ihre Erfüllung auf sein gegenwärtiges Auftreten. Derjenige, der jahrelang unter ihnen gelebt hatte, erklärt nun, dass die vom Propheten angekündigte Sendung in seiner Person Wirklichkeit geworden ist.

Zunächst reagieren die Zuhörer mit Zustimmung und Verwunderung über die Worte der Gnade, die aus seinem Mund kommen. Gleichzeitig fragen sie: „Ist dieser nicht Josephs Sohn?“ Ihre Kenntnis seiner Herkunft führt nicht automatisch zu tieferem Glauben. Gerade weil sie Jesus aus Nazareth kennen, entsteht die Frage, wie der ihnen vertraute Mann einen solchen Anspruch erheben kann. Lukas zeigt damit erneut, dass äußere Nähe zu Jesus noch keine geistliche Erkenntnis seiner Person garantiert.

Jesus spricht ihre unausgesprochene Erwartung an. Sie werden vermutlich verlangen, dass er auch in seiner Heimat jene Werke tue, von denen sie aus Kapernaum gehört haben. Darauf antwortet er mit dem Grundsatz, dass kein Prophet in seiner Heimat willkommen ist. Anschließend erinnert er an zwei Ereignisse aus der Geschichte Israels. Zur Zeit Elias wurde der Prophet während einer Hungersnot zu einer Witwe nach Sarepta außerhalb Israels gesandt, und Elisa heilte von vielen Aussätzigen nicht einen Israeliten, sondern den Syrer Naeman.

Diese Beispiele treffen den empfindlichen Punkt der Versammlung. Gottes Gnade ist nicht menschlicher Verfügbarkeit unterworfen und lässt sich nicht durch nationale, familiäre oder örtliche Nähe beanspruchen. Sowohl die Witwe als auch Naeman standen außerhalb Israels, empfingen aber Gottes Hilfe. Jesus stellt damit nicht in Abrede, dass Israel eine besondere heilsgeschichtliche Berufung besitzt. Er weist vielmehr die Vorstellung zurück, dass Zugehörigkeit allein einen Anspruch auf Gottes Segen begründe, während Glaube und die Antwort auf sein Wort nebensächlich wären.

Die anfängliche Bewunderung schlägt daraufhin in Zorn um. Die Menschen in der Synagoge stehen auf, treiben Jesus aus der Stadt und führen ihn bis an den Rand des Berges, auf dem Nazareth gebaut ist, um ihn hinabzustürzen. Dieselben Menschen, die kurz zuvor über seine Worte gestaunt hatten, wollen ihn nun töten. Seine Botschaft wird abgelehnt, sobald sie ihre vertrauten Erwartungen durchbricht und Gottes souveräne Gnade über ihre eigenen Ansprüche stellt.

Lukas berichtet knapp, dass Jesus mitten durch sie hindurchgeht und seinen Weg fortsetzt. Er erklärt nicht, ob dabei ein sichtbares Wunder geschieht oder auf welche Weise Jesus der Menge entkommt. Der Text erlaubt deshalb keine ausgeschmückte Szene. Entscheidend ist, dass der Mordversuch seinen Dienst nicht beendet. Die Ablehnung in seiner Heimat kann den Weg, den der Vater für ihn vorgesehen hat, nicht vorzeitig abbrechen.

Nazareth bildet damit einen ernsten frühen Wendepunkt. Jesus verkündigt sich dort nicht als Wundertäter, der seiner Heimat besondere Vorteile verschafft, sondern als der vom Geist gesalbte Träger der prophetisch angekündigten guten Botschaft. Seine Mitbürger wollen die Gnade hören, solange sie ihren Erwartungen entspricht; als Jesus ihre Selbstsicherheit aufdeckt, weisen sie ihn zurück. Er verlässt Nazareth und wendet sich stärker nach Kapernaum und in die umliegende Region Galiläas, wo seine Verkündigung des Reiches Gottes und die Berufung weiterer Jünger nun breiter hervortreten.

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Jesus ruft Fischer in seine Nachfolge

Matthäus 4,18-22 – „18 Als er aber am galiläischen Meere wandelte, sah er zwei Brüder, Simon, genannt Petrus, und dessen Bruder Andreas; die warfen das Netz ins Meer, denn sie waren Fischer. 19 Und er spricht zu ihnen: Folget mir nach, und ich will euch zu Menschenfischern machen! 20 Und sie verließen alsbald die Netze und folgten ihm nach. 21 Und als er von da weiterging, sah er in einem Schiffe zwei andere Brüder,…"
Matthäus 4,18-22 – „18 Als er aber am galiläischen Meere wandelte, sah er zwei Brüder, Simon, genannt Petrus, und dessen Bruder Andreas; die warfen das Netz ins Meer, denn sie waren Fischer. 19 Und er spricht zu ihnen: Folget mir nach, und ich will euch zu Menschenfischern machen! 20 Und sie verließen alsbald die Netze und folgten ihm nach. 21 Und als er von da weiterging, sah er in einem Schiffe zwei andere Brüder,…"
Markus 1,16-20 – „16 Und als er am galiläischen Meere wandelte, sah er Simon und dessen Bruder Andreas; die warfen das Netz aus im Meer; denn sie waren Fischer. 17 Und Jesus sprach zu ihnen: Folget mir nach, so will ich euch zu Menschenfischern machen! 18 Da verließen sie alsbald ihre Netze und folgten ihm nach. 19 Und als er von da ein wenig weiter ging, sah er Jakobus, des Zebedäus Sohn, und seinen Bruder Johann…"
Lukas 5,1-11 – „1 Es begab sich aber, als das Volk sich zu ihm drängte, um das Wort Gottes zu hören, stand er am See Genezareth; 2 und er sah zwei Schiffe am Ufer liegen; die Fischer aber waren ausgestiegen und wuschen die Netze. 3 Da trat er in eines der Schiffe, das Simon gehörte, und bat ihn, ein wenig vom Lande wegzufahren; und er setzte sich und lehrte die Menge vom Schiffe aus. 4 Als er aber zu reden aufge…"

Nachdem Jesus in Galiläa öffentlich zu wirken begonnen hat, tritt die Nachfolge einiger Männer in eine neue Phase. Andreas und Simon waren Jesus bereits zuvor begegnet, und auch andere hatten ihn kennengelernt. Nun berichten die synoptischen Evangelien von einer Berufung, durch die sie ihre bisherige Tätigkeit zurücklassen und sich seinem Dienst enger anschließen. Diese Berichte müssen deshalb nicht als erste Begegnung mit Jesus verstanden werden. Vielmehr wird aus anfänglichem Kennenlernen eine verbindlichere Nachfolge.

Matthäus und Markus schildern, wie Jesus am See von Galiläa entlanggeht und Simon, der Petrus genannt wird, mit seinem Bruder Andreas sieht. Beide werfen ihre Netze aus, denn sie sind Fischer. Jesus ruft ihnen zu, ihm nachzufolgen, und verbindet diesen Ruf mit einer neuen Aufgabe: Er werde sie zu Menschenfischern machen. Der Ausdruck greift ihren bisherigen Beruf auf, verändert aber dessen Ziel. Von nun an soll ihr Leben zunehmend dem Auftrag dienen, Menschen mit der Botschaft Gottes zu erreichen.

Beide Evangelien betonen ihre unmittelbare Reaktion. Simon und Andreas lassen ihre Netze zurück und folgen Jesus. Wenig später sieht er Jakobus und Johannes, die Söhne des Zebedäus, im Boot mit ihrem Vater bei der Arbeit an den Netzen. Auch sie ruft Jesus. Sie verlassen das Boot und ihren Vater und folgen ihm. Die Texte beschreiben damit einen wirklichen Einschnitt: Die Nachfolge Jesu beansprucht ihre bisherige Lebensordnung und stellt seinen Ruf über ihre gewöhnliche Berufstätigkeit.

Lukas berichtet dieselbe Lebensphase ausführlicher und verbindet sie mit einem außergewöhnlichen Fischfang. Jesus steht am See Genezareth, während eine Menge sich um ihn drängt, um Gottes Wort zu hören. Er steigt in Simons Boot und bittet ihn, ein wenig vom Land abzustoßen. Von dort aus lehrt er die Menschen. Das Arbeitsgerät Simons wird damit zunächst zum Ort, von dem aus Jesus Gottes Wort verkündigt.

Nach der Unterweisung fordert Jesus Simon auf, auf den See hinauszufahren und die Netze zum Fang auszuwerfen. Simon weist darauf hin, dass sie die ganze Nacht gearbeitet und nichts gefangen haben. Dennoch fügt er hinzu: „Aber auf dein Wort will ich das Netz auswerfen.“ Seine Reaktion verbindet eigene Erfahrung mit einem Vertrauen, das Jesu Wort höher stellt als das enttäuschende Ergebnis der vergangenen Nacht. Als sie die Netze auswerfen, fangen sie eine solche Menge Fische, dass die Netze zu reißen beginnen und ein weiteres Boot zu Hilfe kommen muss.

Simons Reaktion richtet sich nun nicht zuerst auf den wirtschaftlichen Wert des Fanges. Er fällt vor Jesus nieder und sagt: „Herr, gehe von mir hinweg, denn ich bin ein sündiger Mensch!“ Das Zeichen führt ihn zu einer vertieften Wahrnehmung der Größe Jesu und zugleich seiner eigenen Unwürdigkeit. Jesus antwortet jedoch nicht, indem er Simon wegschickt. Er sagt: „Fürchte dich nicht; von nun an wirst du Menschen fangen.“ Gerade der Mann, der seine Sündhaftigkeit erkennt, wird nicht verworfen, sondern in einen neuen Dienst gerufen.

Lukas erwähnt dabei auch Jakobus und Johannes als Teilhaber Simons. Als die Boote ans Land gebracht sind, verlassen sie alles und folgen Jesus. Die drei synoptischen Berichte setzen unterschiedliche Akzente, laufen jedoch auf denselben Wendepunkt hinaus: Jesus ruft diese Fischer aus ihrer bisherigen Lebensstellung in eine beständige Nachfolge. Ihre frühere Begegnung mit ihm hatte den Weg vorbereitet; jetzt wird aus Interesse und wachsendem Glauben ein Leben, das sich seinem Auftrag unterordnet.

Dieser Ruf bedeutet noch nicht, dass die Jünger bereits alles verstehen oder für ihren späteren Dienst vorbereitet wären. Petrus wird noch zweifeln und versagen, Jakobus und Johannes werden noch falsche Vorstellungen über Größe und Herrschaft erkennen lassen. Jesus beruft keine bereits vollendeten Menschen. Er ruft sie zu sich und beginnt erst danach, sie durch gemeinsames Leben, Lehre, Korrektur und Erfahrung zu formen.

Mit diesen Männern an seiner Seite wird Jesu Dienst in Galiläa nun immer öffentlicher. Besonders Kapernaum wird zu einem wichtigen Ort seines Wirkens. Dort begegnen die Menschen nicht nur der Kraft seiner Worte, sondern erleben auch, dass seine Vollmacht gegenüber Mächten sichtbar wird, denen menschliche Autorität nicht gewachsen ist.

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Jesus lehrt mit Vollmacht in Kapernaum

Markus 1,21-28 – „21 Und sie begaben sich nach Kapernaum; und er trat alsbald am Sabbat in die Synagoge und lehrte. 22 Und sie erstaunten über seine Lehre; denn er lehrte sie wie einer, der Vollmacht hat, und nicht wie die Schriftgelehrten. 23 Und alsbald war in ihrer Synagoge ein Mensch mit einem unreinen Geiste, der schrie 24 und sprach: Was haben wir mit dir zu schaffen, Jesus von Nazareth? Bist du gekommen uns…"
Markus 1,21-28 – „21 Und sie begaben sich nach Kapernaum; und er trat alsbald am Sabbat in die Synagoge und lehrte. 22 Und sie erstaunten über seine Lehre; denn er lehrte sie wie einer, der Vollmacht hat, und nicht wie die Schriftgelehrten. 23 Und alsbald war in ihrer Synagoge ein Mensch mit einem unreinen Geiste, der schrie 24 und sprach: Was haben wir mit dir zu schaffen, Jesus von Nazareth? Bist du gekommen uns…"
Lukas 4,31-37 – „31 Und er kam hinab nach Kapernaum, einer Stadt des galiläischen Landes, und lehrte sie am Sabbat. 32 Und sie waren betroffen über seine Lehre, denn er redete mit Vollmacht. 33 Und in der Synagoge war ein Mensch, welcher den Geist eines unreinen Dämons hatte. Und er schrie mit lauter Stimme: 34 Ha! Was willst du mit uns, Jesus von Nazareth? Bist du gekommen, uns zu verderben? Ich weiß, wer du bis…"

Mit den berufenen Jüngern kommt Jesus nach Kapernaum. Am Sabbat geht er in die Synagoge und lehrt dort. Die Evangelien berichten nicht ausführlich, welchen Bibelabschnitt er an diesem Tag auslegt, sondern richten die Aufmerksamkeit auf die Wirkung seiner Worte. Die Zuhörer geraten außer sich über seine Lehre, weil er sie mit Vollmacht unterweist und nicht in der Weise, wie sie es von den Schriftgelehrten gewohnt sind. Schon bevor ein Wunder geschieht, tritt damit eine Autorität hervor, die in seiner Verkündigung selbst wahrgenommen wird.

Diese Vollmacht besteht nicht lediglich in einer besonders eindrucksvollen Redeweise. Jesus beruft sich nicht darauf, dass seine Auslegung durch eine lange Kette menschlicher Lehrer abgesichert sei. Er spricht mit eigener, unmittelbarer Autorität über Gottes Wahrheit. Die Evangelien stellen die Schriftgelehrten dabei nicht pauschal als unwissend dar; viele von ihnen kannten die heiligen Schriften gründlich. Der Unterschied liegt vielmehr darin, dass Jesu Wort eine Vollmacht besitzt, die seine Zuhörer als ungewöhnlich erkennen.

Während Jesus lehrt, befindet sich in der Synagoge ein Mann mit einem unreinen Geist. Dieser schreit auf und spricht Jesus direkt an. Er nennt ihn „Jesus von Nazareth“ und fragt, ob er gekommen sei, sie zu verderben; zugleich bezeichnet er ihn als den „Heiligen Gottes“. Damit erkennt der unreine Geist etwas über Jesu Identität, was viele Menschen erst noch verstehen müssen. Doch eine zutreffende Aussage über Jesus bedeutet nicht automatisch Glauben oder Gemeinschaft mit ihm. Der Dämon erkennt seine Autorität und widersetzt sich ihr zugleich.

Jesus nimmt dieses Zeugnis nicht als Unterstützung für seinen Dienst an. Er gebietet dem Geist zu schweigen und aus dem Mann auszufahren. Damit zeigt sich ein wiederkehrendes Muster: Jesus lässt seine Identität nicht von unreinen Geistern verkündigen und ist nicht auf deren Aussagen angewiesen. Wahrheit wird nicht dadurch vertrauenswürdig, dass eine böse geistliche Macht sie ausspricht. Jesus selbst bestimmt, wann und auf welche Weise seine Person offenbar wird.

Der Geist wirft den Mann nieder beziehungsweise erschüttert ihn heftig und fährt aus ihm aus. Lukas betont, dass er ihn dabei nicht verletzt. Jesus vollzieht keine langwierige Zeremonie und benutzt keine magische Technik. Ein Befehl genügt. Die Auseinandersetzung wird deshalb nicht als Kampf zwischen ungefähr gleich starken Mächten dargestellt. Der unreine Geist widersetzt sich, kann Jesu Wort aber letztlich nicht standhalten.

Die Menschen reagieren mit Staunen und fragen untereinander, was dies für eine Lehre sei. Sie verbinden die Autorität seiner Worte unmittelbar mit seiner Macht über die unreinen Geister: Mit Vollmacht gebietet er ihnen, und sie gehorchen ihm. Lehre und Tat stehen damit nicht getrennt nebeneinander. Dasselbe Wort, das Gottes Wahrheit mit außergewöhnlicher Autorität verkündigt, erweist seine Macht auch dort, wo ein Mensch unter der Herrschaft einer bösen geistlichen Macht steht.

Diese Szene gehört zugleich in den größeren biblischen Zusammenhang des Kampfes zwischen Gottes Reich und den Mächten des Bösen. Jesus hatte in der Wüste den Versuchungen Satans widerstanden; nun begegnet seine Autorität sichtbar den Folgen dieser feindlichen Herrschaft unter Menschen. Die Evangelien behandeln Satan und die Dämonen nicht als gleichrangige Gegenmacht Gottes. Sie sind begrenzte geschaffene Wesen, und bereits zu Beginn des Dienstes Jesu wird sichtbar, dass der Sohn Gottes ihnen überlegen ist.

Die Nachricht über Jesus verbreitet sich daraufhin rasch in der gesamten Umgebung Galiläas. Seine Bekanntheit wächst nun nicht nur wegen dessen, was Menschen über seine Zeichen berichten, sondern weil sie eine Verbindung zwischen seinem Wort und seiner Vollmacht erleben. Doch Jesus baut seinen Dienst nicht auf Sensation auf. Nach dem Gottesdienst verlässt er die Synagoge und geht in ein Haus, wo ihm unmittelbar die nächste menschliche Not begegnet: Krankheit innerhalb der Familie eines seiner Jünger.

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Jesus heilt im Haus des Petrus

Markus 1,29-34 – „29 Und alsbald verließen sie die Synagoge und gingen in das Haus des Simon und Andreas, mit Jakobus und Johannes. 30 Simons Schwiegermutter aber lag krank am Fieber darnieder, und alsbald sagten sie ihm von ihr. 31 Und er trat hinzu, ergriff ihre Hand und richtete sie auf; und das Fieber verließ sie alsbald, und sie diente ihnen. 32 Als es aber Abend geworden und die Sonne untergegangen war, brac…"
Markus 1,29-34 – „29 Und alsbald verließen sie die Synagoge und gingen in das Haus des Simon und Andreas, mit Jakobus und Johannes. 30 Simons Schwiegermutter aber lag krank am Fieber darnieder, und alsbald sagten sie ihm von ihr. 31 Und er trat hinzu, ergriff ihre Hand und richtete sie auf; und das Fieber verließ sie alsbald, und sie diente ihnen. 32 Als es aber Abend geworden und die Sonne untergegangen war, brac…"
Matthäus 8,14-17 – „14 Und als Jesus in das Haus des Petrus kam, sah er, daß dessen Schwiegermutter darniederlag und das Fieber hatte. 15 Und er berührte ihre Hand, und das Fieber verließ sie, und sie stand auf und diente ihm. 16 Als es aber Abend geworden war, brachten sie viele Besessene zu ihm, und er trieb die Geister aus durchs Wort und heilte alle Kranken; 17 auf daß erfüllt würde, was durch Jesaja gesagt ist,…"
Lukas 4,38-41 – „38 Und er stand auf und ging aus der Synagoge in das Haus des Simon. Simons Schwiegermutter aber war von einem heftigen Fieber befallen, und sie baten ihn für sie. 39 Und er trat zu ihr und bedrohte das Fieber, und es verließ sie. Und alsbald stand sie auf und diente ihm. 40 Als aber die Sonne unterging, brachten alle, welche Kranke hatten mit mancherlei Gebrechen, sie zu ihm, und er legte einem …"
Jesaja 53,4 – „4 Doch wahrlich, unsere Krankheit trug er, und unsere Schmerzen lud er auf sich; wir aber hielten ihn für bestraft, von Gott geschlagen und geplagt;"

Unmittelbar nach dem Gottesdienst in der Synagoge verlässt Jesus mit seinen Begleitern den öffentlichen Raum und geht in das Haus Simons und Andreas. Jakobus und Johannes sind ebenfalls dabei. Dort begegnet ihm eine andere Form menschlicher Not als zuvor in der Synagoge. Simons Schwiegermutter liegt mit hohem Fieber krank danieder. Die Anwesenden erzählen Jesus von ihrem Zustand und bitten ihn um Hilfe.

Die drei Evangelien schildern die Heilung mit unterschiedlichen Einzelheiten. Markus berichtet, dass Jesus zu der Frau tritt, ihre Hand ergreift und sie aufrichtet. Matthäus hebt hervor, dass er ihre Hand berührt. Lukas beschreibt, wie Jesus sich über sie beugt und dem Fieber gebietet. Diese Angaben widersprechen einander nicht, sondern beleuchten verschiedene Aspekte derselben Begegnung. Gemeinsam bezeugen sie, dass die Krankheit unmittelbar weicht.

Die Heilung ist dabei vollständig genug, dass die Frau sofort aufsteht und den Anwesenden dient. Nach einem schweren Fieber wäre gewöhnlich selbst nach einer Besserung mit Schwäche zu rechnen. Die Evangelien schildern jedoch keine langsame Erholung. Jesu Handeln beseitigt nicht nur das Fieber; die Frau ist unmittelbar wieder in der Lage, ihre gewöhnliche Tätigkeit aufzunehmen. Auch hier liegt die Aufmerksamkeit weniger auf einer bestimmten Heilungsmethode als auf der Vollmacht Jesu.

Als der Abend kommt und die Sonne untergegangen ist, verändert sich die Szene erheblich. Viele Menschen bringen Kranke und von Dämonen Belastete zu Jesus. Markus beschreibt, dass sich die ganze Stadt an der Tür versammelt. Der ruhige Besuch in einem Privathaus wird damit zu einem umfangreichen Dienst an Menschen, die mit sehr unterschiedlichen Formen von Leid kommen. Jesus wendet sich nicht nur einzelnen besonders bedeutenden Personen zu, sondern einer großen Zahl von Bedürftigen.

Die Evangelien unterscheiden dabei Krankheit und dämonische Belastung voneinander. Nicht jede Krankheit wird als Wirkung eines Dämons beschrieben. Jesus heilt Menschen mit verschiedenen Krankheiten und treibt zugleich viele Dämonen aus. Diese Unterscheidung bewahrt davor, menschliches Leiden pauschal einer unmittelbaren dämonischen Ursache zuzuschreiben. Gleichzeitig nehmen die Evangelien die Wirklichkeit böser geistlicher Mächte ernst und zeigen erneut, dass auch sie Jesu Autorität unterstehen.

Lukas berichtet, dass die Dämonen Jesus als Christus beziehungsweise Sohn Gottes erkennen und dies ausrufen. Jesus weist sie jedoch zurecht und erlaubt ihnen nicht zu reden. Wie bereits in der Synagoge nimmt er das Zeugnis unreiner Geister nicht als Bestätigung seines Dienstes an. Seine Identität soll nicht durch Mächte verkündet werden, die sich Gott widersetzen. Richtige Worte aus einem falschen geistlichen Ursprung werden dadurch nicht zu einem geeigneten Fundament des Glaubens.

Matthäus verbindet die Heilungen mit Jesaja 53 und erklärt, dass sich darin das Wort erfüllt, Christus habe unsere Schwachheiten auf sich genommen und unsere Krankheiten getragen. Der Zusammenhang bedeutet nicht, dass während Jesu irdischem Dienst sämtliche Krankheit endgültig aus der Welt verschwindet. Menschen werden auch weiterhin krank und sterben. Doch seine Heilungen sind sichtbare Zeichen dafür, dass er den Folgen einer durch Sünde zerbrochenen Welt nicht gleichgültig gegenübersteht und dass in seinem Erlösungswerk eine Wiederherstellung angelegt ist, die weit über einzelne Heilungen hinausreicht.

Bemerkenswert ist auch, wie persönlich Jesus den Kranken begegnet. Lukas berichtet, dass er jedem von ihnen die Hände auflegt und sie heilt. Die Menge wird dadurch nicht zu einer anonymen Masse. Obwohl viele Menschen zu ihm kommen, begegnet seine Hilfe konkreten Einzelnen. Seine Macht zeigt sich nicht als distanzierte Demonstration, sondern im Dienst an Menschen, die mit ihrer jeweiligen Not vor ihm stehen.

Der Abend in Kapernaum macht Jesus weithin bekannt. Für die Menschen wäre es naheliegend gewesen, ihn nun dauerhaft als Mittelpunkt ihres Ortes festzuhalten. Doch Jesus lässt sich seinen Auftrag nicht allein durch den unmittelbaren Erfolg bestimmen. Noch bevor die Menge am nächsten Morgen erneut nach ihm sucht, verlässt er das Haus und geht an einen einsamen Ort zum Gebet. Dort wird sichtbar, aus welcher Beziehung heraus sein öffentlicher Dienst geführt wird und warum er sich nicht auf Kapernaum beschränken lässt.

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Jesus sucht die Stille zum Gebet

Markus 1,35-39 – „35 Und am Morgen, als es noch sehr dunkel war, stand er auf, ging hinaus an einen einsamen Ort und betete daselbst. 36 Und Simon eilte ihm nach, samt denen, die bei ihm waren; 37 und als sie ihn gefunden, sprachen sie zu ihm: Jedermann sucht dich! 38 Und er spricht zu ihnen: Laßt uns anderswohin, in die nächsten Flecken gehen, damit ich auch dort predige; denn dazu bin ich ausgegangen. 39 Und er …"
Markus 1,35-39 – „35 Und am Morgen, als es noch sehr dunkel war, stand er auf, ging hinaus an einen einsamen Ort und betete daselbst. 36 Und Simon eilte ihm nach, samt denen, die bei ihm waren; 37 und als sie ihn gefunden, sprachen sie zu ihm: Jedermann sucht dich! 38 Und er spricht zu ihnen: Laßt uns anderswohin, in die nächsten Flecken gehen, damit ich auch dort predige; denn dazu bin ich ausgegangen. 39 Und er …"
Lukas 4,42-44 – „42 Als es aber Tag geworden, ging er hinaus an einen abgelegenen Ort; und die Volksmenge suchte ihn und kam bis zu ihm, und sie wollten ihn zurückhalten, damit er nicht von ihnen zöge. 43 Er aber sprach zu ihnen: Ich muß auch den andern Städten die frohe Botschaft vom Reiche Gottes verkündigen; denn dazu bin ich gesandt. 44 Und er predigte in den Synagogen von Judäa."

Nach dem langen Abend in Kapernaum, an dem viele Kranke geheilt und Dämonen ausgetrieben worden waren, steht Jesus am nächsten Morgen sehr früh auf. Markus betont, dass es noch dunkel ist. Jesus verlässt das Haus, geht hinaus an einen einsamen Ort und betet dort. Gerade nach einem Tag großer öffentlicher Aufmerksamkeit sucht er nicht zuerst die nächste Menschenmenge, sondern die Gemeinschaft mit seinem Vater.

Diese Szene öffnet einen wichtigen Einblick in Jesu irdischen Dienst. Obwohl er der Sohn Gottes ist, lebt er als Mensch nicht unabhängig vom Vater. Gebet erscheint bei ihm nicht lediglich in Krisenzeiten, sondern als selbstverständlicher Bestandteil seines Lebens. Die Evangelien werden später noch mehrfach berichten, dass Jesus sich zum Gebet zurückzieht, besonders vor wichtigen Entscheidungen und in entscheidenden Phasen seines Weges. Seine Vollmacht führt nicht zu Selbstständigkeit gegenüber Gott, sondern steht in einer vollkommenen Beziehung des Vertrauens und Gehorsams.

Während Jesus betet, suchen Simon und die anderen nach ihm. Als sie ihn finden, sagen sie: „Jedermann sucht dich!“ Nach dem erfolgreichen Abend klingt diese Nachricht zunächst wie eine große Gelegenheit. Viele Menschen wollen Jesus sehen, und Kapernaum könnte zu einem dauerhaften Mittelpunkt seines Wirkens werden. Doch Jesus lässt sich seinen Auftrag nicht allein durch Nachfrage, Bekanntheit oder die Erwartungen einer begeisterten Menge bestimmen.

Seine Antwort weist in eine andere Richtung: Er will in die benachbarten Orte gehen, damit er auch dort predigt. Markus gibt als Begründung Jesu Worte wieder: „Denn dazu bin ich ausgegangen.“ Lukas formuliert den Schwerpunkt ähnlich: Jesus müsse auch den anderen Städten das Evangelium vom Reich Gottes verkündigen, denn dazu sei er gesandt. Damit erklärt Jesus selbst, dass seine Sendung nicht auf Heilungen beschränkt ist. Die Zeichen begleiten seinen Dienst, doch die Verkündigung des Reiches Gottes steht im Mittelpunkt seines Auftrags.

Diese Entscheidung verhindert zugleich, dass Kapernaum Jesus für sich beansprucht. Die Menschen haben echte Not und ihr Wunsch nach seiner Gegenwart ist verständlich. Dennoch besitzt keine Stadt ein ausschließliches Anrecht auf seinen Dienst. Die Botschaft soll weitergetragen werden. Jesus richtet seinen Weg nach seiner Sendung aus und nicht danach, wo ihm die größte Zustimmung oder die bequemste Stellung angeboten wird.

Markus berichtet anschließend, dass Jesus durch ganz Galiläa zieht, in den Synagogen predigt und Dämonen austreibt. Sein Dienst weitet sich damit geografisch aus. Statt eines festen lokalen Wirkungszentrums entsteht eine Bewegung von Ort zu Ort. Menschen hören Gottes Botschaft dort, wo sie leben, und werden zugleich mit der Autorität dessen konfrontiert, der sie verkündigt.

Lukas beschreibt denselben Grundzug: Jesus predigt in den Synagogen des Landes. Die Evangelien wollen damit keine vollständige Liste jedes besuchten Dorfes geben. Sie fassen vielmehr eine Phase zusammen, in der Jesus in Galiläa zunehmend bekannt wird. Predigt, Heilung und Befreiung gehören zusammen, doch Jesus selbst bestimmt ihre Reihenfolge und Bedeutung. Die Not der Menschen ist real, aber sie darf die Botschaft vom Reich Gottes nicht verdrängen.

Der einsame Ort am frühen Morgen zeigt deshalb etwas Wesentliches über den Ursprung seines Handelns. Jesus orientiert seinen Dienst weder an öffentlicher Begeisterung noch an sichtbarem Erfolg. Er sucht den Vater im Gebet und geht anschließend den Weg seiner Sendung weiter. Gerade dadurch bleibt sein Wirken frei von dem Druck, überall dort zu bleiben, wo Menschen ihn festhalten möchten.

Auf dieser Reise begegnet Jesus nun einem Mann, dessen Krankheit ihn nicht nur körperlich belastet, sondern ihn zugleich aus dem gesellschaftlichen und religiösen Leben ausschließt. Die Begegnung mit einem Aussätzigen wird zeigen, dass Jesu Vollmacht nicht auf Distanz bleibt: Er nähert sich einem Menschen, den andere meiden mussten, und berührt ihn.

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Jesus berührt und heilt einen Aussätzigen

Markus 1,40-45 – „40 Und es kam ein Aussätziger zu ihm, bat ihn, fiel vor ihm auf die Knie und sprach: Wenn du willst, kannst du mich reinigen! 41 Da erbarmte sich Jesus seiner, streckte die Hand aus, rührte ihn an und sprach zu ihm: Ich will; sei gereinigt! 42 Und während er redete, wich der Aussatz alsbald von ihm, und er wurde rein. 43 Und er bedrohte ihn und schickte ihn alsbald fort 44 und sprach zu ihm: Sieh…"
Markus 1,40-45 – „40 Und es kam ein Aussätziger zu ihm, bat ihn, fiel vor ihm auf die Knie und sprach: Wenn du willst, kannst du mich reinigen! 41 Da erbarmte sich Jesus seiner, streckte die Hand aus, rührte ihn an und sprach zu ihm: Ich will; sei gereinigt! 42 Und während er redete, wich der Aussatz alsbald von ihm, und er wurde rein. 43 Und er bedrohte ihn und schickte ihn alsbald fort 44 und sprach zu ihm: Sieh…"
Matthäus 8,1-4 – „1 Als er aber von dem Berge herabstieg, folgte ihm eine große Volksmenge nach. 2 Und siehe, ein Aussätziger kam, fiel vor ihm nieder und sprach: Herr, wenn du willst, kannst du mich reinigen. 3 Und Jesus streckte die Hand aus, rührte ihn an und sprach: Ich will; sei gereinigt! Und alsbald ward er von seinem Aussatz rein. 4 Und Jesus spricht zu ihm: Siehe zu, daß du es niemand sagest; sondern gehe…"
Lukas 5,12-16 – „12 Und es begab sich, als er in einer der Städte war, siehe, da war ein Mann voll Aussatz. Da er aber Jesus sah, warf er sich auf sein Angesicht, bat ihn und sprach: Herr, wenn du willst, so kannst du mich reinigen! 13 Da streckte er die Hand aus, rührte ihn an und sprach: Ich will es, sei gereinigt! Und alsbald wich der Aussatz von ihm. 14 Und er befahl ihm, es niemand zu sagen, sondern gehe hin…"
3. Mose 13,45-46 – „45 Es soll aber der Aussätzige, der ein Mal an sich hat, in zerrissenen Kleidern einhergehen, mit entblößtem Haupt und verhüllten Lippen, und er soll ausrufen: Unrein, unrein! 46 Solange das Mal an ihm ist, soll er unrein bleiben, denn er ist unrein; er soll abgesondert wohnen und außerhalb des Lagers seine Wohnung haben."

Während Jesus durch Galiläa zieht, kommt ein Mann zu ihm, der an Aussatz leidet. Lukas beschreibt ihn als „voll Aussatz“, und nach dem Gesetz Israels bedeutete eine solche Erkrankung weit mehr als körperliches Leiden. Menschen, bei denen Aussatz festgestellt worden war, galten als unrein und mussten außerhalb der gewöhnlichen Gemeinschaft leben. Sie sollten andere vor ihrer Unreinheit warnen und waren vom normalen gesellschaftlichen und religiösen Leben tiefgreifend getrennt. Die Begegnung mit Jesus geschieht deshalb an einer Grenze, die für den Kranken seinen gesamten Alltag bestimmte.

Der Mann fällt vor Jesus nieder beziehungsweise kniet vor ihm und bittet ihn: „Herr, wenn du willst, kannst du mich reinigen.“ Seine Worte enthalten keinen Zweifel an Jesu Fähigkeit. Die offene Frage betrifft seinen Willen. Der Aussätzige verlangt nicht, dass Jesus ihm etwas schulde, sondern legt seine Not in dessen Entscheidung. Dabei bittet er bezeichnenderweise nicht nur darum, gesund zu werden, sondern „gereinigt“ zu werden. Bei seiner Krankheit gehören körperliche Heilung und die Wiederherstellung aus dem Zustand kultischer Unreinheit eng zusammen.

Jesu Antwort beginnt mit einer Handlung, die angesichts der Situation auffällt: Er streckt die Hand aus und berührt den Mann. Nach den Reinheitsbestimmungen hätte der Kontakt mit Unreinheit gewöhnlich selbst Verunreinigung zur Folge. Bei Jesus verläuft die Wirkung jedoch in die entgegengesetzte Richtung. Nicht die Unreinheit des Kranken überwältigt ihn; vielmehr weicht die Krankheit unter seiner Berührung. Jesus sagt: „Ich will; sei gereinigt!“ Sofort verschwindet der Aussatz.

Diese Berührung ist keine notwendige Voraussetzung für Jesu Heilungsmacht. Andere Berichte zeigen, dass sein Wort auch aus der Entfernung genügt. Gerade deshalb erhält die Berührung hier besonderes Gewicht innerhalb der Begegnung. Jesus hätte den Mann heilen können, ohne ihn anzufassen, doch er entzieht sich seinem körperlichen Zustand nicht. Derjenige, den die Krankheit von menschlicher Nähe ausgeschlossen hatte, wird von Jesus berührt, bevor er wieder in die gewöhnliche Gemeinschaft zurückkehren kann.

Jesus behandelt das Gesetz dabei nicht als bedeutungslos. Nach der Heilung fordert er den Mann auf, sich dem Priester zu zeigen und das von Mose vorgeschriebene Opfer darzubringen. Nach 3. Mose musste ein Priester die Reinigung eines vom Aussatz Geheilten feststellen, bevor dieser wieder vollständig in die Gemeinschaft aufgenommen werden konnte. Jesus setzt diese Ordnung nicht eigenmächtig außer Kraft. Der Geheilte soll den vorgesehenen Weg gehen, damit seine Reinigung öffentlich festgestellt wird.

Zugleich weist Jesus ihn streng an, zunächst niemandem von der Heilung zu erzählen. Markus berichtet jedoch, dass der Mann hinausgeht und die Sache weithin bekannt macht. Die Freude über seine Heilung ist verständlich, aber sein Verhalten entspricht nicht der ausdrücklichen Weisung Jesu. Der Bericht stellt Begeisterung deshalb nicht automatisch mit Gehorsam gleich. Auch ein Mensch, der etwas Großes durch Jesus erfahren hat, bestimmt nicht selbst, wie Jesu Auftrag am besten gefördert wird.

Die Folgen sind unmittelbar spürbar. Weil die Nachricht sich immer weiter verbreitet, kann Jesus nach Markus nicht mehr ohne Weiteres öffentlich in eine Stadt hineingehen. Er hält sich außerhalb an einsamen Orten auf, und dennoch kommen Menschen von überall her zu ihm. Ein gut gemeintes, aber ungehorsames Weitererzählen erschwert damit seinen Bewegungsraum. Die Popularität Jesu wächst, doch sie ist nicht in jeder Hinsicht hilfreich für seinen Dienst.

Lukas setzt an dieser Stelle einen weiteren Akzent. Je mehr sich Jesu Ruf verbreitet und große Menschenmengen zusammenkommen, um ihn zu hören und von ihren Krankheiten geheilt zu werden, desto deutlicher berichtet der Evangelist, dass Jesus sich immer wieder in einsame Gegenden zurückzieht und betet. Wachsende Nachfrage führt bei ihm nicht dazu, die Gemeinschaft mit dem Vater zurückzustellen. Gerade mitten im anwachsenden öffentlichen Dienst bleibt das Gebet ein tragender Bestandteil seines Weges.

Die Heilung des Aussätzigen verbindet damit mehrere Linien, die Jesu Wirken zunehmend kennzeichnen. Er besitzt Vollmacht über Krankheit, begegnet Ausgegrenzten mit persönlicher Nähe, achtet die von Gott gegebene Ordnung und lässt seinen Dienst zugleich nicht von menschlicher Begeisterung kontrollieren. Während immer mehr Menschen zu ihm strömen, treten jedoch auch Schriftgelehrte und Pharisäer stärker in sein Umfeld. Bei der nächsten Heilung wird die Frage deshalb nicht mehr nur lauten, ob Jesus einen Kranken gesund machen kann, sondern ob er Vollmacht besitzt, Sünden zu vergeben.

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Jesus vergibt und heilt einen Gelähmten

Markus 2,1-12 – „1 Und nach etlichen Tagen ging er wieder nach Kapernaum; und als man hörte, daß er im Hause wäre, 2 versammelten sich alsbald viele, so daß kein Raum mehr war, auch nicht draußen bei der Tür; und er predigte ihnen das Wort. 3 Und man brachte einen Gelähmten zu ihm, der von Vieren getragen wurde. 4 Und da sie wegen der Menge nicht zu ihm herankommen konnten, deckten sie dort, wo er war, das Dach a…"
Markus 2,1-12 – „1 Und nach etlichen Tagen ging er wieder nach Kapernaum; und als man hörte, daß er im Hause wäre, 2 versammelten sich alsbald viele, so daß kein Raum mehr war, auch nicht draußen bei der Tür; und er predigte ihnen das Wort. 3 Und man brachte einen Gelähmten zu ihm, der von Vieren getragen wurde. 4 Und da sie wegen der Menge nicht zu ihm herankommen konnten, deckten sie dort, wo er war, das Dach a…"
Matthäus 9,1-8 – „1 Und er trat in das Schiff, fuhr hinüber und kam in seine Stadt. 2 Und siehe, da brachten sie zu ihm einen Gelähmten, der auf einem Bette lag. Und als Jesus ihren Glauben sah, sprach er zu dem Gelähmten: Sei getrost, mein Sohn, deine Sünden sind dir vergeben! 3 Und siehe, etliche der Schriftgelehrten sprachen bei sich selbst: Dieser lästert! 4 Und da Jesus ihre Gedanken sah, sprach er: Warum den…"
Lukas 5,17-26 – „17 Und es begab sich an einem Tage, daß er lehrte; und es saßen Pharisäer da und Gesetzeslehrer, die aus allen Flecken von Galiläa und Judäa und von Jerusalem gekommen waren; und die Kraft des Herrn war [bereit], sie zu heilen. 18 Und siehe, Männer trugen auf einem Bett einen Menschen, der gelähmt war; und sie suchten ihn hineinzubringen und vor ihn zu legen. 19 Und da sie wegen der Volksmenge ke…"

Als Jesus wieder nach Kapernaum kommt, verbreitet sich schnell die Nachricht, dass er in einem Haus ist. Viele Menschen versammeln sich, sodass selbst vor der Tür kaum noch Platz bleibt. Jesus nutzt die Zusammenkunft zunächst nicht für eine Heilung, sondern verkündigt ihnen das Wort. Unter den Zuhörern befinden sich nach Lukas auch Pharisäer und Gesetzeslehrer, die aus verschiedenen Orten Galiläas, Judäas und aus Jerusalem gekommen sind. Sein Dienst wird damit zunehmend nicht nur von suchenden Menschen, sondern auch von religiösen Lehrern aufmerksam beobachtet.

Während Jesus spricht, bringen vier Männer einen Gelähmten zu ihm. Wegen der Menschenmenge können sie jedoch nicht bis zu Jesus vordringen. Daraufhin öffnen sie das Dach über der Stelle, an der er sich befindet, und lassen den Kranken auf seiner Liege hinunter. Die Evangelien richten den Blick nicht auf die ungewöhnliche bauliche Handlung an sich, sondern auf den entschlossenen Glauben, der darin sichtbar wird. Markus sagt ausdrücklich, dass Jesus ihren Glauben sieht.

Jesu erste Worte an den Gelähmten entsprechen dennoch nicht unmittelbar der Erwartung, die die Situation nahelegt. Statt zuerst seine Beine zu heilen, sagt er: „Sohn, deine Sünden sind dir vergeben.“ Der Mann ist wegen seiner körperlichen Not gebracht worden, doch Jesus spricht zunächst ein geistliches Problem an. Der Text erklärt nicht, ob seine Krankheit durch eine bestimmte persönliche Sünde verursacht worden war. Eine solche Verbindung darf deshalb nicht angenommen werden. Jesus stellt vielmehr durch seine Worte die Frage nach seiner eigenen Vollmacht in den Mittelpunkt.

Einige Schriftgelehrte reagieren innerlich mit scharfer Kritik. Sie fragen, wie Jesus so reden könne, und sehen darin Gotteslästerung, weil allein Gott Sünden vergeben könne. Ihre Grundannahme über die göttliche Vollmacht zur Vergebung ist nicht belanglos. Gerade deshalb wird die Szene so entscheidend: Wenn Jesus eigenmächtig eine Vollmacht beanspruchte, die allein Gott zusteht, wäre ihr Einwand schwerwiegend. Die Frage lautet daher nicht, ob Sündenvergebung göttliche Autorität voraussetzt, sondern ob Jesus tatsächlich berechtigt ist, sie auszusprechen.

Jesus erkennt ihre Gedanken und fragt, warum sie so in ihren Herzen denken. Dann stellt er die Frage, was leichter sei: zu dem Gelähmten zu sagen, seine Sünden seien vergeben, oder ihm zu befehlen, aufzustehen, seine Liege zu nehmen und zu gehen. Eine ausgesprochene Vergebung lässt sich äußerlich nicht unmittelbar überprüfen. Eine sichtbare Heilung dagegen kann von allen Anwesenden beobachtet werden. Jesus verbindet deshalb das Unsichtbare mit einem sichtbaren Zeichen.

Er erklärt ausdrücklich, dass sie erkennen sollen, dass der Menschensohn Vollmacht auf Erden besitzt, Sünden zu vergeben. Dann wendet er sich an den Gelähmten und befiehlt ihm aufzustehen, seine Liege zu nehmen und nach Hause zu gehen. Der Mann steht sofort vor den Augen aller auf, nimmt das, worauf er gelegen hatte, und geht hinaus. Damit bestätigt das sichtbare Ereignis den Autoritätsanspruch, den Jesus zuvor mit der Sündenvergebung verbunden hatte.

Die Bezeichnung „Menschensohn“, die Jesus dabei für sich verwendet, wird in seinem weiteren Dienst immer wieder auftreten. Sie verbindet seine wirkliche Menschlichkeit mit einem Titel, der besonders im Licht von Daniel 7 eine weitreichende heilsgeschichtliche Bedeutung besitzt. An dieser Stelle wird der Titel unmittelbar mit Vollmacht zur Sündenvergebung verbunden. Jesus stellt sich nicht lediglich als Überbringer der Nachricht dar, Gott möge dem Mann möglicherweise vergeben; er spricht die Vergebung selbst aus.

Die Reaktion der Menge ist von Staunen und Gottesfurcht geprägt. Die Menschen verherrlichen Gott und erklären, etwas Derartiges noch nie gesehen zu haben. Matthäus betont, dass sie Gott dafür preisen, dass er Menschen solche Vollmacht gegeben habe. Das bedeutet nicht, dass die Menge bereits die volle Identität Jesu verstanden hätte. Ihre Reaktion zeigt vielmehr, wie außergewöhnlich ihnen das Geschehen erscheint. Der Leser der Evangelien besitzt zu diesem Zeitpunkt bereits mehr Informationen über Jesus, als viele der Anwesenden erfassen.

Die Heilung des Gelähmten markiert deshalb eine Verschärfung der Auseinandersetzung um Jesu Person. Bisher hatten Menschen über seine Lehre und seine Macht über Krankheit und Dämonen gestaunt. Nun beansprucht er eine Vollmacht, die unmittelbar den Bereich der Beziehung zwischen Gott und Sünder berührt. Das Zeichen bestätigt seinen Anspruch sichtbar, beseitigt aber nicht automatisch den Widerstand seiner Kritiker. Gerade diese Frage nach Jesu Autorität wird in den folgenden Begegnungen weiter an Schärfe gewinnen.

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Jesus ruft Matthäus und isst mit Zöllnern

Matthäus 9,9-13 – „9 Und als Jesus von da weiter ging, sah er einen Menschen an der Zollstätte sitzen, der hieß Matthäus; und er spricht zu ihm: Folge mir nach! Und er stand auf und folgte ihm nach. 10 Und es begab sich, als er in dem Hause zu Tische saß, siehe, da kamen viele Zöllner und Sünder und saßen mit Jesus und seinen Jüngern zu Tische. 11 Und als die Pharisäer es sahen, sprachen sie zu seinen Jüngern: Waru…"
Matthäus 9,9-13 – „9 Und als Jesus von da weiter ging, sah er einen Menschen an der Zollstätte sitzen, der hieß Matthäus; und er spricht zu ihm: Folge mir nach! Und er stand auf und folgte ihm nach. 10 Und es begab sich, als er in dem Hause zu Tische saß, siehe, da kamen viele Zöllner und Sünder und saßen mit Jesus und seinen Jüngern zu Tische. 11 Und als die Pharisäer es sahen, sprachen sie zu seinen Jüngern: Waru…"
Markus 2,13-17 – „13 Und er ging wieder an das Meer hinaus, und alles Volk kam zu ihm, und er lehrte sie. 14 Und als er vorüberging, sah er Levi, den Sohn des Alphäus, am Zoll sitzen. Und er spricht zu ihm: Folge mir nach! Und er stand auf und folgte ihm. 15 Und es begab sich, als er in dessen Hause zu Tische saß, daß auch viele Zöllner und Sünder sich mit Jesus und seinen Jüngern zu Tische setzten, denn es waren …"
Lukas 5,27-32 – „27 Darnach ging er aus und sah einen Zöllner namens Levi beim Zollhaus sitzen und sprach zu ihm: Folge mir nach! 28 Und er verließ alles, stand auf und folgte ihm nach. 29 Und Levi bereitete ihm ein großes Mahl in seinem Hause; und es saß eine große Schar von Zöllnern und andern, die es mit ihnen hielten, zu Tische. 30 Und die Schriftgelehrten und Pharisäer murrten wider seine Jünger und sprachen…"
Hosea 6,6 – „6 Denn an Liebe habe ich Wohlgefallen und nicht am Opfer, an der Gotteserkenntnis mehr als an Brandopfern."

Nach der Heilung des Gelähmten geht Jesus wieder hinaus an den See, und die Menschen kommen zu ihm, um seine Lehre zu hören. Auf seinem Weg sieht er einen Mann an der Zollstätte sitzen. Matthäus nennt ihn Matthäus, während Markus und Lukas ihn Levi nennen; die weitgehend parallelen Berichte beschreiben dieselbe Berufungsszene. Matthäus wird später ausdrücklich zu den zwölf Aposteln gehören und in der Apostelliste weiterhin als „der Zöllner“ bezeichnet. Seine frühere Tätigkeit bleibt damit ein bemerkenswerter Teil seiner Geschichte mit Jesus.

Zöllner standen im damaligen jüdischen Umfeld gesellschaftlich und religiös in schlechtem Ansehen. Ihre Tätigkeit war mit dem römischen Herrschaftssystem verbunden und bot Möglichkeiten zu ungerechter Bereicherung. Die Evangelien behaupten jedoch nicht, dass Matthäus persönlich jede Form des Betrugs begangen habe, die mit Zöllnern allgemein verbunden werden konnte. Jesus ruft ihn deshalb nicht aufgrund einer vom Text erfundenen Vorgeschichte, sondern begegnet ihm genau dort, wo seine bisherige Lebensstellung sichtbar ist: an der Zollstätte.

Jesu Ruf besteht aus nur wenigen Worten: „Folge mir nach!“ Matthäus erhält keine lange Vorbereitungszeit und muss sich seine Berufung nicht erst durch religiöse Anerkennung verdienen. Lukas betont, dass Levi alles verlässt, aufsteht und Jesus folgt. Wie zuvor bei den Fischern greift Jesu Ruf unmittelbar in eine bestehende Lebensordnung ein. Nachfolge bleibt nicht bei Bewunderung seiner Lehre stehen, sondern führt zu einer tatsächlichen Neuorientierung des Lebens.

Anschließend richtet Levi ein großes Mahl für Jesus aus. Lukas sagt ausdrücklich, dass eine große Zahl von Zöllnern und anderen Menschen mit ihnen zu Tisch sitzt. Matthäus und Markus berichten ebenfalls von vielen Zöllnern und Sündern, die mit Jesus und seinen Jüngern essen. Damit befindet sich Jesus bewusst in Gemeinschaft mit Menschen, die von religiösen Kreisen häufig auf Abstand gehalten wurden. Seine Nähe bedeutet jedoch nicht, dass er Sünde für unwichtig erklärt. Der Sinn seiner Gegenwart wird gerade in seiner späteren Antwort deutlich.

Schriftgelehrte und Pharisäer beziehungsweise deren Vertreter fragen die Jünger, warum Jesus mit Zöllnern und Sündern esse. Hinter ihrer Frage steht die Sorge um religiöse Reinheit und angemessene Gemeinschaft. Jesus hört den Einwand und antwortet mit einem Bild: Nicht die Gesunden brauchen einen Arzt, sondern die Kranken. Damit bezeichnet er sich sinngemäß als jemanden, dessen Gegenwart gerade dort notwendig ist, wo Menschen Rettung brauchen.

Er fügt hinzu: „Ich bin nicht gekommen, Gerechte zu rufen, sondern Sünder zur Buße.“ Lukas überliefert den Hinweis auf die Buße ausdrücklich. Dadurch wird Jesu Tischgemeinschaft richtig eingeordnet. Er nähert sich Sündern nicht, um sie in ihrer Abkehr von Gott zu bestätigen, sondern um sie zu rufen. Seine Barmherzigkeit beseitigt nicht die Notwendigkeit der Umkehr; gerade weil er retten will, sucht er Menschen in dem Zustand auf, aus dem sie herausgerufen werden müssen.

Matthäus ergänzt Jesu Hinweis auf Hosea 6,6: „Ich will Barmherzigkeit und nicht Opfer.“ Im Zusammenhang des Propheten hatte Gott äußerliche religiöse Handlungen kritisiert, wenn die lebendige Bundestreue fehlte. Jesus stellt damit nicht die von Gott gegebenen Opfer grundsätzlich gegen Gehorsam oder Gottesdienst. Er weist vielmehr eine Religiosität zurück, die äußere Frömmigkeit hochhält und zugleich Gottes barmherzigen Willen gegenüber verlorenen Menschen verfehlt.

Die Szene offenbart damit einen wesentlichen Zug von Jesu Sendung. Heiligkeit bedeutet bei ihm nicht, sich von jedem sündigen Menschen fernzuhalten, damit keinerlei Kontakt entsteht. Jesus bleibt selbst ohne Sünde und sucht gerade deshalb die Nähe derer, die Rettung benötigen. Seine Reinheit wird durch ihre Vergangenheit nicht aufgehoben; vielmehr bringt seine Gegenwart den Ruf Gottes in ihr Leben. Der Arzt bleibt nicht außerhalb des Krankenzimmers, sondern kommt zu den Kranken, um Heilung zu bringen.

Die Berufung des Matthäus macht diese Botschaft persönlich sichtbar. Ein Mann, dessen Beruf ihn in den Augen vieler von religiöser Achtung ausschloss, wird von Jesus in die Nachfolge gerufen und später zu seinen Aposteln gehören. Doch gerade Jesu freie Gemeinschaft mit solchen Menschen verschärft die Fragen seiner Gegner. Bald richtet sich die Kritik nicht mehr nur darauf, mit wem Jesus isst, sondern auch darauf, warum seine Jünger religiöse Gewohnheiten anders praktizieren als andere fromme Gruppen.

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Jesus erklärt, warum seine Jünger nicht fasten

Markus 2,18-22 – „18 Und die Jünger des Johannes und die Pharisäer pflegten zu fasten; und sie kamen zu ihm und fragten: Warum fasten die Jünger des Johannes und der Pharisäer, deine Jünger aber fasten nicht? 19 Und Jesus sprach zu ihnen: Können die Hochzeitsleute fasten, solange der Bräutigam bei ihnen ist? Solange sie den Bräutigam bei sich haben, können sie nicht fasten. 20 Es werden aber Tage kommen, da der Br…"
Markus 2,18-22 – „18 Und die Jünger des Johannes und die Pharisäer pflegten zu fasten; und sie kamen zu ihm und fragten: Warum fasten die Jünger des Johannes und der Pharisäer, deine Jünger aber fasten nicht? 19 Und Jesus sprach zu ihnen: Können die Hochzeitsleute fasten, solange der Bräutigam bei ihnen ist? Solange sie den Bräutigam bei sich haben, können sie nicht fasten. 20 Es werden aber Tage kommen, da der Br…"
Matthäus 9,14-17 – „14 Da kamen die Jünger des Johannes zu ihm und sprachen: Warum fasten wir und die Pharisäer, deine Jünger aber fasten nicht? 15 Und Jesus sprach zu ihnen: Können die Hochzeitleute trauern, solange der Bräutigam bei ihnen ist? Es werden aber Tage kommen, wo der Bräutigam von ihnen genommen sein wird, und dann werden sie fasten. 16 Niemand aber setzt einen Lappen von ungewalktem Tuch auf ein altes …"
Lukas 5,33-39 – „33 Sie aber sprachen zu ihm: Warum fasten die Jünger des Johannes so oft und verrichten Gebete, desgleichen auch die der Pharisäer; die deinigen aber essen und trinken? 34 Und er sprach zu ihnen: Ihr könnt doch die Hochzeitsleute nicht fasten lassen, solange der Bräutigam bei ihnen ist! 35 Es werden aber Tage kommen, da der Bräutigam von ihnen genommen sein wird; dann werden sie fasten in jenen T…"

Nach der Berufung des Matthäus und dem Mahl mit Zöllnern und Sündern entsteht eine weitere Frage über Jesu Jünger. Die Jünger des Johannes und die Pharisäer beziehungsweise ihre Anhänger fasten, während die Jünger Jesu dies offenbar nicht in derselben Weise tun. Deshalb wird Jesus gefragt, warum seine Nachfolger von dieser religiösen Praxis abweichen. Die Frage betrifft nicht nur eine einzelne Gewohnheit. Sie berührt grundlegend, wie das Kommen Jesu zu den bisherigen Formen religiösen Lebens steht.

Jesus antwortet zunächst mit dem Bild einer Hochzeit. Die Hochzeitsgäste können nicht fasten, solange der Bräutigam bei ihnen ist. Eine Hochzeit ist eine Zeit der Freude, und gerade dieses Bild hatte bereits Johannes der Täufer verwendet, als er Jesus mit dem Bräutigam verglich. Jesus greift nun denselben Gedanken auf und stellt seine eigene Gegenwart in den Mittelpunkt. Die entscheidende Frage lautet deshalb nicht einfach, ob Fasten gut oder schlecht ist, sondern welche Zeit durch sein Kommen angebrochen ist.

Damit erklärt Jesus nicht, dass Fasten grundsätzlich beendet oder bedeutungslos geworden sei. Er sagt ausdrücklich, dass Tage kommen werden, an denen der Bräutigam von seinen Jüngern genommen sein wird; dann werden sie fasten. Diese Worte enthalten bereits einen ernsten Hinweis darauf, dass seine sichtbare Gegenwart bei ihnen nicht unbegrenzt dauern wird. Wie genau dieses „Weggenommenwerden“ geschehen wird, wird an dieser Stelle noch nicht entfaltet. Doch schon früh deutet Jesus an, dass auf die gegenwärtige Freude eine Zeit des Verlustes folgen wird.

Die Antwort schützt zugleich vor einer Frömmigkeit, die religiöse Übungen losgelöst von ihrer geistlichen Bedeutung behandelt. Fasten ist nicht dadurch wertvoll, dass es möglichst häufig oder öffentlich praktiziert wird. Es hat seinen Platz dort, wo es der wirklichen Beziehung zu Gott entspricht. Solange der Bräutigam sichtbar bei seinen Jüngern ist, wäre eine Haltung dauernder Trauer der Bedeutung seiner Gegenwart nicht angemessen. Jesu Person bestimmt die Situation neu.

Anschließend verwendet Jesus zwei weitere Bilder. Niemand näht einen neuen Stoffflicken auf ein altes Kleid, wenn dadurch der Schaden am Ende noch größer wird. Ebenso füllt niemand neuen Wein in alte Schläuche, die dem Druck des gärenden Weines nicht standhalten würden. Beide Bilder machen deutlich, dass das Neue, das mit Jesus kommt, nicht einfach als Zusatz in bestehende religiöse Formen eingefügt werden kann, als müsse lediglich etwas Vorhandenes ausgebessert werden.

Diese Aussagen bedeuten jedoch nicht, dass Jesus das Alte Testament oder Gottes frühere Offenbarung verwirft. Sein gesamter Dienst ist tief in den Schriften Israels verwurzelt, und er selbst hat erklärt, dass Gottes Wort maßgeblich ist. Der Gegensatz liegt vielmehr zwischen dem Neuen seines gegenwärtigen messianischen Wirkens und Formen, die dieses Neue nicht aufnehmen können, wenn sie unverändert als bestimmender Rahmen festgehalten werden. Die Verheißung ist an ihren entscheidenden Erfüllungspunkt gelangt, und dadurch verändert sich auch die heilsgeschichtliche Situation.

Lukas überliefert zusätzlich Jesu Bemerkung, dass jemand, der alten Wein getrunken hat, nicht sofort nach neuem verlangt, weil er sagt, der alte sei besser. Diese Aussage beschreibt, wie schwer es Menschen fallen kann, vertraute religiöse Vorstellungen loszulassen, selbst wenn Gottes Handeln eine neue Phase eröffnet. Gewohnheit kann dazu führen, dass das Bekannte automatisch als überlegen empfunden wird. Jesu Gegenwart fordert deshalb nicht nur äußerliche Anpassung, sondern ein erneuertes Verständnis dessen, was Gott gerade tut.

Die Auseinandersetzung um das Fasten zeigt damit erneut, dass die Konflikte um Jesus tiefer werden. Zunächst hatten seine Gegner gefragt, warum er mit Sündern isst; nun fragen sie, warum seine Jünger religiöse Praktiken anders handhaben. In beiden Fällen führt Jesus die Diskussion auf seine eigene Person zurück. Er ist der Arzt für die Kranken und zugleich der Bräutigam, dessen Gegenwart eine neue Zeit bestimmt.

Noch schärfer wird diese Spannung bei einer Frage, die im jüdischen Glaubensleben einen besonders wichtigen Platz besitzt: dem Sabbat. Als Jesu Jünger an einem Sabbat Ähren pflücken und Jesus kurz darauf einen Mann mit einer verdorrten Hand heilt, geht es nicht mehr nur um unterschiedliche Frömmigkeitsformen. Nun wird offen darüber gestritten, wie Gottes Sabbatgebot richtig verstanden wird und welche Vollmacht Jesus besitzt, seinen Sinn auszulegen.

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Jesus offenbart den Sinn des Sabbats

Markus 2,23-28 – „23 Und es begab sich, daß er am Sabbat durch die Saatfelder wandelte. Und seine Jünger fingen an, auf dem Wege die Ähren abzustreifen. 24 Und die Pharisäer sprachen zu ihm: Siehe, warum tun sie am Sabbat, was nicht erlaubt ist? 25 Und er sprach zu ihnen: Habt ihr niemals gelesen, was David tat, da er Mangel litt, als ihn und seine Begleiter hungerte, 26 wie er in das Haus Gottes hineinging zur Ze…"
Markus 2,23-28 – „23 Und es begab sich, daß er am Sabbat durch die Saatfelder wandelte. Und seine Jünger fingen an, auf dem Wege die Ähren abzustreifen. 24 Und die Pharisäer sprachen zu ihm: Siehe, warum tun sie am Sabbat, was nicht erlaubt ist? 25 Und er sprach zu ihnen: Habt ihr niemals gelesen, was David tat, da er Mangel litt, als ihn und seine Begleiter hungerte, 26 wie er in das Haus Gottes hineinging zur Ze…"
Matthäus 12,1-8 – „1 Zu jener Zeit ging Jesus am Sabbat durch die Saaten; seine Jünger aber hungerten und fingen an, Ähren abzustreifen und zu essen. 2 Als aber das die Pharisäer sahen, sprachen sie zu ihm: Siehe, deine Jünger tun, was am Sabbat zu tun nicht erlaubt ist! 3 Er aber sagte zu ihnen: Habt ihr nicht gelesen, was David tat, als ihn und seine Gefährten hungerte? 4 Wie er in das Haus Gottes hineinging und …"
Lukas 6,1-5 – „1 Es begab sich aber, daß er am zweiten Sabbat durch die Saat ging; und seine Jünger streiften Ähren ab, zerrieben sie mit den Händen und aßen sie. 2 Da sagten etliche von den Pharisäern zu ihnen: Warum tut ihr, was am Sabbat nicht erlaubt ist? 3 Und Jesus antwortete und sprach zu ihnen: Habt ihr das nie gelesen, was David tat, als ihn und seine Gefährten hungerte? 4 Wie er in das Haus Gottes hin…"

An einem Sabbat geht Jesus mit seinen Jüngern durch die Saatfelder. Während sie unterwegs sind, beginnen die Jünger Ähren abzupflücken und die Körner zu essen. Matthäus erklärt, dass sie hungrig waren. Das Gesetz erlaubte grundsätzlich, mit der Hand Ähren vom Feld eines anderen zu pflücken, solange keine Sichel eingesetzt wurde. Der Streit entsteht deshalb nicht über Diebstahl, sondern über die Frage, ob dieses Handeln am Sabbat als verbotene Arbeit gelten müsse.

Einige Pharisäer werfen Jesus vor, seine Jünger täten etwas, das am Sabbat nicht erlaubt sei. Jesus reagiert nicht, indem er den Sabbat für aufgehoben erklärt. Stattdessen führt er seine Gegner zurück in die Schrift und fragt, ob sie gelesen hätten, was David tat, als er und seine Begleiter Hunger hatten. David betrat das Haus Gottes und erhielt die Schaubrote, die normalerweise den Priestern vorbehalten waren. Jesus verweist damit auf einen biblischen Bericht, in dem menschliche Not innerhalb einer besonderen Situation nicht durch eine starre Anwendung einer kultischen Vorschrift ignoriert wurde.

Matthäus überliefert zusätzlich Jesu Hinweis auf die Priester im Tempel. Sie verrichten am Sabbat Aufgaben, die unter gewöhnlichen Umständen als Arbeit erscheinen könnten, ohne deshalb das Sabbatgebot zu brechen. Das macht deutlich, dass das Gebot nicht mit einer möglichst umfassenden Vermeidung jeder Tätigkeit gleichgesetzt werden kann. Gottes eigene Ordnung enthielt am Sabbat Dienste, die gerade dem Heiligtum und der Anbetung dienten. Der Sinn des Gebotes muss deshalb aus Gottes Willen selbst verstanden werden und nicht lediglich aus menschlichen Grenzziehungen.

Jesus führt die Auseinandersetzung anschließend auf seine eigene Person. Matthäus überliefert seine Aussage, dass hier etwas Größeres als der Tempel sei. Damit erhebt Jesus einen weitreichenden Anspruch. Der Tempel war der zentrale Ort des Heiligtumsdienstes Israels, doch Jesus stellt seine eigene Gegenwart darüber. Seine Autorität zur Auslegung des Sabbats stammt deshalb nicht aus einer konkurrierenden rabbinischen Schule, sondern aus seiner einzigartigen Stellung im Erlösungsplan.

Dann zitiert Jesus erneut Hosea 6,6: „Ich will Barmherzigkeit und nicht Opfer.“ Wie bei der Mahlgemeinschaft mit Zöllnern richtet sich sein Einwand gegen eine Religiosität, die eine äußerliche Ordnung so anwendet, dass Gottes eigentliche Absicht aus dem Blick gerät. Die Jünger stillen Hunger; Jesus bezeichnet sie als schuldlos. Barmherzigkeit und Gottes Gebot stehen nicht gegeneinander. Eine Auslegung, die das Gebot gegen menschliche Not wendet, hat seinen göttlichen Sinn verfehlt.

Markus bewahrt einen besonders grundlegenden Satz Jesu: „Der Sabbat ist um des Menschen willen gemacht und nicht der Mensch um des Sabbats willen.“ Damit führt Jesus den Sabbat zurück auf seinen ursprünglichen Zweck. Schon in der Schöpfung wurde der siebte Tag geheiligt, bevor Israel als Volk existierte. Der Sabbat ist deshalb nicht als Last gedacht, unter der der Mensch möglichst unbeweglich funktionieren soll, sondern als von Gott gegebene Zeit des Segens, der Ruhe und der Gemeinschaft mit ihm.

Diese Aussage bedeutet zugleich nicht, dass der Mensch selbst Herr über den Sabbat wäre und seinen Sinn beliebig verändern dürfte. Unmittelbar danach erklärt Jesus: „So ist des Menschen Sohn Herr auch über den Sabbat.“ Gerade weil der Sabbat von Gott für den Menschen gegeben wurde, steht seine verbindliche Auslegung unter der Autorität des Menschensohnes. Jesus setzt sich nicht gegen den Sabbat, sondern beansprucht Herrschaft über ihn. Als derjenige, durch den nach Johannes alles geschaffen wurde, besitzt er eine Autorität, die bis zum Ursprung des Sabbats zurückreicht.

Der Konflikt dreht sich deshalb nicht darum, ob Gottes heiliger Tag bedeutungslos geworden sei. Jesus verteidigt vielmehr seinen wahren Sinn gegen eine Auslegung, die menschliche Vorschriften mit Gottes Gebot gleichsetzt. Seine Jünger brechen nach seiner eigenen Beurteilung den Sabbat nicht, indem sie ihren Hunger stillen. Die Frage lautet nicht: Gebot oder Gnade? Jesus zeigt vielmehr, dass Gottes Gebot selbst aus seinem guten und barmherzigen Willen hervorgeht.

Noch am Sabbat wird diese Auslegung auf eine schärfere Probe gestellt. In einer Synagoge begegnet Jesus einem Mann mit einer verdorrten Hand, während seine Gegner aufmerksam beobachten, ob er ihn heilen wird. Damit wird aus der Frage nach dem Pflücken von Ähren eine noch grundsätzlichere Frage: Darf am Sabbat aktiv Gutes getan und menschliches Leid gelindert werden?

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Jesus heilt am Sabbat eine verdorrte Hand

Markus 3,1-6 – „1 Und er ging wiederum in die Synagoge. Und es war dort ein Mensch, der hatte eine verdorrte Hand. 2 Und sie lauerten ihm auf, ob er ihn am Sabbat heilen würde, damit sie ihn verklagen könnten. 3 Und er spricht zu dem Menschen, der die verdorrte Hand hatte: Steh auf und tritt in die Mitte! 4 Und er spricht zu ihnen: Darf man am Sabbat Gutes oder Böses tun, das Leben retten oder töten? Sie aber sc…"
Markus 3,1-6 – „1 Und er ging wiederum in die Synagoge. Und es war dort ein Mensch, der hatte eine verdorrte Hand. 2 Und sie lauerten ihm auf, ob er ihn am Sabbat heilen würde, damit sie ihn verklagen könnten. 3 Und er spricht zu dem Menschen, der die verdorrte Hand hatte: Steh auf und tritt in die Mitte! 4 Und er spricht zu ihnen: Darf man am Sabbat Gutes oder Böses tun, das Leben retten oder töten? Sie aber sc…"
Matthäus 12,9-14 – „9 Und er ging von dort weiter und kam in ihre Synagoge. 10 Und siehe, da war ein Mensch, der hatte eine verdorrte Hand. Und sie fragten ihn und sprachen: Darf man am Sabbat heilen? damit sie ihn verklagen könnten. 11 Er aber sprach zu ihnen: Welcher Mensch ist unter euch, der ein Schaf hat und, wenn es am Sabbat in eine Grube fällt, es nicht ergreift und herauszieht? 12 Wieviel besser ist nun ein…"
Lukas 6,6-11 – „6 Es begab sich aber an einem andern Sabbat, daß er in eine Synagoge ging und lehrte; und daselbst war ein Mensch, dessen rechte Hand verdorrt war. 7 Aber die Schriftgelehrten und Pharisäer gaben acht auf ihn, ob er am Sabbat heilen würde, um einen Grund zur Anklage wider ihn zu finden. 8 Er aber merkte ihre Gedanken und sprach zu dem Menschen, der die verdorrte Hand hatte: Steh auf und stelle di…"

Nach der Auseinandersetzung über das Ährenpflücken kommt Jesus an einem anderen Sabbat in eine Synagoge. Dort befindet sich ein Mann, dessen Hand verdorrt ist. Lukas ergänzt, dass es sich um seine rechte Hand handelt. Die Schriftgelehrten und Pharisäer beobachten Jesus aufmerksam. Ihre Aufmerksamkeit gilt dabei nicht nur dem Kranken, sondern der Frage, ob Jesus ihn am Sabbat heilen wird, damit sie einen Grund zur Anklage gegen ihn finden können.

Matthäus überliefert ihre direkte Frage: „Ist es erlaubt, am Sabbat zu heilen?“ Jesus antwortet nicht mit einer Abschaffung des Sabbats, sondern führt die Frage auf den Charakter des Gebotes zurück. Er erinnert daran, dass jemand auch am Sabbat ein Schaf retten würde, wenn es in eine Grube gefallen wäre. Dann zieht er den entscheidenden Schluss: Ein Mensch ist weit mehr wert als ein Schaf. Deshalb ist es erlaubt, am Sabbat Gutes zu tun.

Markus und Lukas berichten, wie Jesus den Mann mit der verdorrten Hand auffordert, in die Mitte zu treten. Damit wird die Frage öffentlich. Der Kranke bleibt nicht am Rand der theologischen Auseinandersetzung stehen, sondern wird sichtbar vor die Versammlung gestellt. Jesus fragt seine Gegner, ob es am Sabbat erlaubt sei, Gutes oder Böses zu tun, ein Leben zu retten oder zu verderben. Damit zwingt er die Diskussion aus dem Bereich künstlicher Grenzfragen zurück auf das eigentliche moralische Gewicht des Sabbats.

Die Gegner schweigen. Dieses Schweigen ist bedeutsam, weil die Antwort auf Jesu Frage eigentlich nicht schwierig sein dürfte. Gottes heiliger Tag kann nicht dazu bestimmt sein, bewusst auf Gutes zu verzichten, obwohl Hilfe möglich ist. Gerade die Weigerung, sich auf diesen Grundsatz einzulassen, zeigt, wie sehr sich die Auseinandersetzung bereits von der Not des Mannes entfernt hat. Der Kranke wird zum Prüfstein einer religiösen Frage, während Jesus ihn als Menschen sieht, dem geholfen werden soll.

Markus berichtet, dass Jesus die Umstehenden mit Zorn ansieht und zugleich über die Verhärtung ihrer Herzen betrübt ist. Damit offenbaren die Evangelien ausdrücklich etwas von Jesu innerer Reaktion. Sein Zorn entspringt nicht gekränkter persönlicher Ehre, sondern steht mit der Härte gegenüber Gottes Willen und menschlicher Not in Verbindung. Zugleich wird dieser Zorn von Trauer begleitet. Jesus begegnet der Verhärtung nicht mit gleichgültiger Distanz.

Dann fordert er den Mann auf: „Strecke deine Hand aus!“ Der Mann gehorcht, und seine Hand wird vollständig wiederhergestellt. Jesus verrichtet dabei keine sichtbare Arbeit, die selbst nach strengster Betrachtung als gewöhnliche Werktätigkeit gelten könnte. Er spricht, und der Mann wird geheilt. Dadurch tritt die eigentliche Frage umso deutlicher hervor: Wenn selbst eine solche Wiederherstellung als Sabbatbruch verurteilt werden soll, liegt das Problem nicht in Jesu Tat, sondern im Verständnis seiner Gegner.

Die Heilung bestätigt damit die Erklärung der vorausgehenden Auseinandersetzung. Der Sabbat ist kein Tag, an dem Barmherzigkeit zurückgehalten werden soll. Gerade weil er Gott gehört, entspricht es seinem Sinn, Gutes zu tun und Leiden zu lindern. Jesus stellt nicht menschliche Bedürfnisse über Gottes Gebot, sondern zeigt, dass Gottes Gebot selbst von seinem guten Charakter geprägt ist. Heiligkeit und Barmherzigkeit gehören in seinem Verständnis zusammen.

Die Reaktion seiner Gegner ist deshalb besonders ernst. Markus berichtet, dass die Pharisäer hinausgehen und sich mit den Herodianern beraten, wie sie Jesus umbringen könnten. Matthäus beschreibt ebenfalls ihren Beschluss, ihn zu vernichten. Ausgerechnet an einem Sabbat führt ihre Sorge um die richtige Sabbatheiligung zu Überlegungen, einen Menschen zu töten. Der Gegensatz zwischen Jesu Heilung und ihrem Vorhaben könnte kaum größer sein.

Damit erreicht der Konflikt eine neue Stufe. Jesus hat nicht nur unterschiedliche Auslegungen religiöser Fragen vertreten; seine Gegner beginnen nun, über seinen Tod nachzudenken. Dennoch zieht er sich nicht deshalb aus seinem Auftrag zurück. Er entfernt sich zunächst mit seinen Jüngern, während große Menschenmengen ihm folgen. Sein Dienst weitet sich weiter aus, und zugleich wird es notwendig, aus der wachsenden Zahl seiner Nachfolger eine kleinere Gruppe ausdrücklich für einen besonderen Auftrag auszuwählen.

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Jesus beruft die zwölf Apostel

Markus 3,13-19 – „13 Und er stieg auf den Berg und rief zu sich, welche er wollte; und sie kamen zu ihm. 14 Und er verordnete zwölf, daß sie bei ihm wären und daß er sie aussendete zu predigen 15 und daß sie Macht hätten, die Dämonen auszutreiben: 16 Simon, welchem er den Namen Petrus beilegte, 17 und Jakobus, den Sohn des Zebedäus, und Johannes, den Bruder des Jakobus, welchen er den Namen Boanerges, das heißt Do…"
Markus 3,13-19 – „13 Und er stieg auf den Berg und rief zu sich, welche er wollte; und sie kamen zu ihm. 14 Und er verordnete zwölf, daß sie bei ihm wären und daß er sie aussendete zu predigen 15 und daß sie Macht hätten, die Dämonen auszutreiben: 16 Simon, welchem er den Namen Petrus beilegte, 17 und Jakobus, den Sohn des Zebedäus, und Johannes, den Bruder des Jakobus, welchen er den Namen Boanerges, das heißt Do…"
Lukas 6,12-16 – „12 Es begab sich aber in diesen Tagen, daß er hinausging auf den Berg, um zu beten, und er verharrte die Nacht hindurch im Gebet zu Gott. 13 Und als es Tag geworden, rief er seine Jünger herzu und erwählte aus ihnen zwölf, die er auch Apostel nannte: 14 Simon, den er auch Petrus nannte, und dessen Bruder Andreas, Jakobus und Johannes, Philippus und Bartholomäus, 15 Matthäus und Thomas, Jakobus, d…"
Matthäus 10,1-4 – „1 Da rief er seine zwölf Jünger zu sich und gab ihnen Vollmacht über die unreinen Geister, sie auszutreiben, und jede Krankheit und jedes Gebrechen zu heilen. 2 Die Namen der zwölf Apostel aber sind diese: Der erste Simon, genannt Petrus, und sein Bruder Andreas; Jakobus, der Sohn des Zebedäus, und sein Bruder Johannes; 3 Philippus und Bartholomäus, Thomas und Matthäus der Zöllner; Jakobus, der S…"

Mit dem wachsenden Dienst Jesu wächst auch die Zahl der Menschen, die ihm folgen. Zugleich wird der Widerstand seiner Gegner deutlicher. In dieser Phase trifft Jesus eine Entscheidung, die für den weiteren Verlauf seines Wirkens große Bedeutung besitzt: Aus dem größeren Kreis seiner Jünger wählt er zwölf Männer aus, die in besonderer Weise bei ihm sein und später von ihm ausgesandt werden sollen. Lukas berichtet, dass dieser Entscheidung eine ganze Nacht des Gebets vorausgeht.

Jesus zieht sich auf einen Berg zurück und verbringt die Nacht im Gebet zu Gott. Erst als es Tag wird, ruft er seine Jünger zu sich und wählt aus ihnen zwölf aus, die Lukas ausdrücklich Apostel nennt. Die Auswahl entsteht damit nicht spontan aus äußerem Erfolg oder aufgrund menschlicher Beliebtheit. Bevor Jesus diese Gruppe bestimmt, sucht er im Gebet die Gemeinschaft mit seinem Vater. Wie schon bei früheren Wendepunkten wird sichtbar, dass sein öffentlicher Dienst aus dieser Beziehung heraus geführt wird.

Markus erklärt den Zweck der Berufung besonders klar. Jesus setzt zwölf ein, „daß sie bei ihm seien“ und damit er sie aussende zu predigen und ihnen Vollmacht gebe, Krankheiten zu heilen und Dämonen auszutreiben. Der erste Bestandteil ihres Auftrags besteht bemerkenswerterweise darin, bei Jesus zu sein. Bevor sie selbst umfassend handeln oder lehren können, sollen sie mit ihm leben, seine Worte hören, seine Taten beobachten und von ihm lernen. Apostolischer Dienst beginnt nicht mit eigener Autorität, sondern mit der Beziehung zu dem, der beruft.

Die Zahl zwölf ist innerhalb der Geschichte Israels kaum zufällig. Israel bestand aus zwölf Stämmen, und Jesus sammelt nun zwölf Männer um sich. Die Evangelien erklären an dieser Stelle nicht jede symbolische Bedeutung dieser Zahl, doch der Zusammenhang legt eine Verbindung zum Bundesvolk nahe. Jesus sammelt nicht einfach eine beliebige Gruppe religiöser Helfer. Mit den Zwölf entsteht eine Gemeinschaft, die innerhalb seines messianischen Wirkens eine besondere heilsgeschichtliche Funktion erhält.

Die Evangelien nennen die Männer namentlich: Simon, dem Jesus den Namen Petrus gibt, Andreas, Jakobus und Johannes, Philippus, Bartholomäus, Matthäus, Thomas, Jakobus den Sohn des Alphäus, Thaddäus beziehungsweise Judas den Sohn des Jakobus, Simon den Zeloten und Judas Iskariot. Die Listen unterscheiden sich geringfügig in Reihenfolge und Namensform, enthalten aber dieselbe Grundgruppe. Simon Petrus wird regelmäßig zuerst genannt, Judas Iskariot zuletzt und bereits als derjenige gekennzeichnet, der Jesus später verraten wird.

Gerade Judas zeigt, dass die Berufung in den Kreis der Zwölf nicht automatisch eine endgültige Treue garantiert. Jesus beruft ihn tatsächlich zusammen mit den anderen und gibt auch ihm Anteil an der gemeinsamen Aufgabe. Die Evangelien verschweigen zugleich nicht, wohin sein späterer Weg führen wird. Damit wird schon in der Zusammensetzung der Gruppe sichtbar, dass äußere Nähe zu Jesus und sogar ein geistlicher Auftrag die persönliche Entscheidung des Menschen nicht ersetzen.

Auch die übrigen Apostel erscheinen nicht als bereits vollendete Glaubensmänner. Petrus wird Jesus später verleugnen, Thomas wird zweifeln, Jakobus und Johannes werden um Vorrang ringen, und die Jünger werden mehrfach Jesu Worte missverstehen. Jesus wählt also keine Gruppe, die aufgrund bestehender geistlicher Reife bereits für jede Aufgabe bereit wäre. Er beruft Menschen, die erst durch die gemeinsame Zeit mit ihm lernen, korrigiert und vorbereitet werden müssen.

Die Zwölf werden dadurch zu Zeugen eines großen Teils seines weiteren öffentlichen Lebens. Sie hören seine Lehre, erleben seine Wunder, sehen seine Auseinandersetzungen und erhalten Einblicke, die vielen anderen Menschen nicht in derselben Weise gegeben werden. Später werden sie selbst ausgesandt werden, doch ihre Botschaft und Vollmacht bleiben von Jesus abgeleitet. Sie sollen nicht eigene religiöse Bewegungen neben ihm aufbauen, sondern seinen Auftrag weitertragen.

Mit der Berufung der Zwölf erhält Jesu Dienst deshalb eine neue Struktur. Er bleibt selbst der Mittelpunkt, beginnt aber zugleich Menschen gezielt auf einen zukünftigen Dienst vorzubereiten. Unmittelbar danach tritt seine Lehre über das Leben unter Gottes Herrschaft besonders umfassend hervor. Vor seinen Jüngern und einer großen Volksmenge entfaltet Jesus Grundlinien des Reiches Gottes – über Gerechtigkeit, Liebe, Gebet, Vertrauen und die innere Ausrichtung des Menschen.

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Jesus verkündigt die Seligpreisungen

Matthäus 5,1-12 – „1 Als er aber die Volksmenge sah, stieg er auf den Berg; und als er sich setzte, traten seine Jünger zu ihm. 2 Und er tat seinen Mund auf, lehrte sie und sprach: 3 Selig sind die geistlich Armen; denn ihrer ist das Himmelreich! 4 Selig sind die Trauernden; denn sie sollen getröstet werden! 5 Selig sind die Sanftmütigen; denn sie werden das Land ererben! 6 Selig sind, die nach der Gerechtigkeit hu…"
Matthäus 5,1-12 – „1 Als er aber die Volksmenge sah, stieg er auf den Berg; und als er sich setzte, traten seine Jünger zu ihm. 2 Und er tat seinen Mund auf, lehrte sie und sprach: 3 Selig sind die geistlich Armen; denn ihrer ist das Himmelreich! 4 Selig sind die Trauernden; denn sie sollen getröstet werden! 5 Selig sind die Sanftmütigen; denn sie werden das Land ererben! 6 Selig sind, die nach der Gerechtigkeit hu…"
Lukas 6,17-23 – „17 Und er stieg mit ihnen hinab und stellte sich auf einen ebenen Platz mit einer großen Schar seiner Jünger und einer großen Menge Volkes aus ganz Judäa und von Jerusalem und von der Meeresküste, von Tyrus und Zidon, die gekommen waren, um ihn zu hören und geheilt zu werden von ihren Krankheiten; 18 und die, welche von unreinen Geistern geplagt waren, wurden geheilt. 19 Und alles Volk suchte ihn…"

Nach der Berufung der zwölf Apostel berichten Matthäus und Lukas von einer umfangreichen Lehrphase Jesu vor seinen Jüngern und einer großen Volksmenge. Matthäus beschreibt, wie Jesus angesichts der Menschen auf einen Berg steigt, sich setzt und seine Jünger zu ihm kommen. Lukas berichtet in engem Zusammenhang von einer großen Menge auf einem ebenen Platz, nachdem Jesus vom Berg herabgekommen ist. Die genaue räumliche und zeitliche Beziehung beider Berichte lässt sich nicht in jeder Einzelheit sicher bestimmen. Beide Evangelien überliefern jedoch wesentliche Lehren Jesu, die zeigen, wie grundlegend das Reich Gottes menschliche Wertmaßstäbe verändert.

Jesus beginnt bei Matthäus mit einer Reihe von Seligpreisungen. Er nennt Menschen glückselig, die nach gewöhnlichen Maßstäben gerade nicht als besonders begünstigt erscheinen: die geistlich Armen, Trauernden, Sanftmütigen, nach Gerechtigkeit Hungernden und Dürstenden, Barmherzigen, Reinen im Herzen, Friedensstifter und um der Gerechtigkeit willen Verfolgten. Seine Worte erklären nicht menschliches Leid an sich für gut. Die Seligkeit liegt vielmehr in Gottes Zusage an Menschen, die ihre Bedürftigkeit erkennen und deren Hoffnung auf sein kommendes Handeln gerichtet ist.

An erster Stelle stehen die „Armen im Geist“, denn ihnen gehört das Reich der Himmel. Jesus beginnt damit nicht bei religiöser Selbstsicherheit, sondern bei der Erkenntnis der eigenen Bedürftigkeit vor Gott. Wer sich selbst für geistlich reich und unabhängig hält, sucht nicht nach der Gnade, die Gottes Reich schenkt. Armut im Geist bedeutet dabei weder geringe Intelligenz noch mangelnden Wert. Sie bezeichnet eine Haltung, in der der Mensch nicht auf eigene geistliche Verdienste baut.

Auch die Trauernden werden glückselig genannt, weil sie getröstet werden sollen. Der Zusammenhang erlaubt nicht, jede Form menschlicher Trauer unterschiedslos zu einer geistlichen Tugend zu erklären. Innerhalb der Seligpreisungen steht die Trauer jedoch neben Hunger nach Gerechtigkeit, Reinheit des Herzens und Barmherzigkeit. Sie gehört zu einem Leben, das den gegenwärtigen Zustand von Sünde und Zerbruch nicht gleichgültig hinnimmt und Gottes Trost erwartet.

Besonders deutlich tritt die Ausrichtung auf Gottes Gerechtigkeit hervor. Glückselig sind diejenigen, die danach hungern und dürsten, denn sie sollen gesättigt werden. Gerechtigkeit erscheint nicht als äußerer religiöser Schmuck, sondern als etwas, wonach ein Mensch so dringend verlangt wie nach Nahrung und Wasser. Jesus spricht damit Menschen an, deren Hoffnung nicht darin besteht, sich selbst vor Gott als ausreichend gerecht zu beweisen, sondern die nach dem verlangen, was seinem Willen entspricht.

Barmherzigkeit, Reinheit des Herzens und Friedensstiftung beschreiben zugleich eine Gerechtigkeit, die das Verhältnis zu anderen Menschen verändert. Barmherzige sollen Barmherzigkeit empfangen; die reinen Herzens sind, sollen Gott schauen; Friedensstifter werden Gottes Kinder genannt werden. Jesus trennt die innere Ausrichtung nicht vom sichtbaren Leben. Das Reich Gottes wird nicht durch eine bloße äußere Religiosität gekennzeichnet, sondern durch Menschen, deren Herz und Handeln unter Gottes Herrschaft erneuert werden.

Die letzten Seligpreisungen führen überraschend zur Verfolgung. Menschen, die um der Gerechtigkeit willen verfolgt werden, bezeichnet Jesus ebenso als glückselig wie diejenigen, die wegen ihrer Verbindung zu ihm geschmäht und verleumdet werden. Damit verspricht er seinen Nachfolgern nicht, dass Treue automatisch gesellschaftliche Anerkennung oder ein leidfreies Leben hervorbringen werde. Schon zu Beginn seiner grundlegenden Unterweisung macht er deutlich, dass Zugehörigkeit zu seinem Reich mit Widerstand verbunden sein kann.

Lukas überliefert einige dieser Worte in besonders unmittelbarer Form: glückselig die Armen, Hungernden, Weinenden und um des Menschensohnes willen Ausgestoßenen. Dadurch tritt die konkrete menschliche Not stark hervor. Die beiden Berichte dürfen nicht gegeneinander ausgespielt werden. Matthäus hebt bestimmte geistliche Merkmale ausführlicher hervor, während Lukas die Umkehrung gegenwärtiger menschlicher Verhältnisse besonders scharf formuliert. Gemeinsam stellen sie eine Welt vor Augen, deren endgültiges Urteil nicht durch gegenwärtigen Besitz, Erfolg oder gesellschaftliche Anerkennung bestimmt wird.

Mit den Seligpreisungen eröffnet Jesus deshalb keine Sammlung einfacher Regeln, durch deren Einhaltung Menschen sich das Reich Gottes verdienen könnten. Er beschreibt die Menschen, denen Gottes Herrschaft Hoffnung schenkt, und stellt die Wertordnung dieses Reiches der selbstsicheren Ordnung der gefallenen Welt gegenüber. Gerade diejenigen, die ihre Bedürftigkeit kennen, nach Gottes Gerechtigkeit verlangen und trotz Widerstand an ihm festhalten, nennt er glückselig. Von dieser Grundhaltung aus führt Jesus seine Lehre weiter und erklärt seinen Jüngern, welche Aufgabe sie mitten in der Welt haben: Sie sollen Salz der Erde und Licht der Welt sein.

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Jesus nennt seine Jünger Salz und Licht

Matthäus 5,13-16 – „13 Ihr seid das Salz der Erde. Wenn aber das Salz fade wird, womit soll es wieder salzig gemacht werden? Es taugt zu nichts mehr, als daß es hinausgeworfen und von den Leuten zertreten werde. 14 Ihr seid das Licht der Welt. Es kann eine Stadt, die auf einem Berge liegt, nicht verborgen bleiben. 15 Man zündet auch nicht ein Licht an und setzt es unter den Scheffel, sondern auf den Leuchter, so leu…"
Matthäus 5,13-16 – „13 Ihr seid das Salz der Erde. Wenn aber das Salz fade wird, womit soll es wieder salzig gemacht werden? Es taugt zu nichts mehr, als daß es hinausgeworfen und von den Leuten zertreten werde. 14 Ihr seid das Licht der Welt. Es kann eine Stadt, die auf einem Berge liegt, nicht verborgen bleiben. 15 Man zündet auch nicht ein Licht an und setzt es unter den Scheffel, sondern auf den Leuchter, so leu…"
Markus 9,50 – „50 Das Salz ist ein gutes Ding; wenn aber das Salz salzlos wird, womit wollt ihr es würzen? Habt Salz bei euch und haltet Frieden untereinander!"

Unmittelbar nach den Seligpreisungen wendet Jesus den Blick auf die Aufgabe seiner Jünger in der Welt. Menschen, die nach Gottes Gerechtigkeit verlangen und ihm auch unter Widerstand treu bleiben, sollen sich nicht aus ihrer Umgebung zurückziehen. Jesus nennt sie „das Salz der Erde“ und „das Licht der Welt“. Beide Bilder beschreiben nicht zuerst gesellschaftliche Größe oder äußeren Einfluss. Sie machen vielmehr deutlich, dass das Leben der Jünger innerhalb einer gefallenen Welt eine von Gott bestimmte Wirkung haben soll.

Salz war im alltäglichen Leben unverzichtbar und wurde unter anderem zum Würzen und Bewahren verwendet. Jesus entfaltet jedoch keine vollständige symbolische Erklärung jeder möglichen Eigenschaft des Salzes. Der Schwerpunkt seiner Worte liegt auf dessen Wirksamkeit. Wenn Salz seine Salzkraft verliert, fragt Jesus, womit es wieder salzig gemacht werden könne. Ein Jünger, dessen Leben seine von Christus geprägte Besonderheit verliert, verfehlt damit den Zweck, für den er in der Welt steht.

Dabei sagt Jesus nicht, dass seine Nachfolger sich durch künstliche Andersartigkeit von anderen Menschen unterscheiden sollen. Die Seligpreisungen hatten bereits gezeigt, wodurch ihre Lebenshaltung geprägt sein soll: Barmherzigkeit, Reinheit des Herzens, Friedensstiftung, Hunger nach Gerechtigkeit und Treue zu Gott. Salz der Erde zu sein bedeutet deshalb nicht religiöse Selbstdarstellung. Die Wirkung entsteht aus einem Leben, das tatsächlich unter der Herrschaft Gottes steht.

Anschließend verändert Jesus das Bild: „Ihr seid das Licht der Welt.“ Licht besitzt gerade deshalb Bedeutung, weil es sichtbar wird und Orientierung ermöglicht. Eine Stadt, die auf einem Berg liegt, kann nicht verborgen bleiben. Ebenso zündet niemand eine Lampe an, um sie anschließend unter ein Gefäß zu stellen. Sie wird auf einen Leuchter gesetzt, damit sie denen im Haus Licht gibt. Das von Jesus beschriebene Glaubensleben ist deshalb weder auf heimliche Innerlichkeit noch auf öffentliche Selbsterhöhung angelegt.

Jesus erklärt selbst, wie dieses Licht sichtbar werden soll. Die Menschen sollen die guten Werke seiner Jünger sehen und dadurch nicht die Jünger, sondern den Vater im Himmel verherrlichen. Damit erhält jede Vorstellung religiöser Selbstdarstellung eine klare Grenze. Gute Werke dienen nicht dazu, Bewunderung für den Menschen zu gewinnen. Ihre eigentliche Richtung geht über den Handelnden hinaus zu Gott.

Dieser Gedanke wird Jesus später innerhalb derselben Rede noch vertiefen, wenn er vor einer Frömmigkeit warnt, die gute Werke gerade deshalb vor Menschen tut, um von ihnen gesehen und geehrt zu werden. Die beiden Aussagen widersprechen sich nicht. In Matthäus 5 sollen Menschen die Frucht eines Lebens sehen und Gott verherrlichen; später verurteilt Jesus Handlungen, deren eigentliches Ziel menschlicher Beifall ist. Sichtbarkeit ist nicht das Problem – die Frage ist, wem die Ehre gelten soll.

Die Bilder von Salz und Licht zeigen damit zugleich, dass Nachfolge eine Wirkung nach außen besitzt. Gottes Reich erneuert den Menschen nicht nur für eine private religiöse Erfahrung. Barmherzigkeit wird anderen Menschen begegnen, Friedensstiftung wird Beziehungen berühren, Gerechtigkeit wird sich in Entscheidungen zeigen, und Treue kann selbst unter Ablehnung sichtbar bleiben. Die Welt soll etwas von Gottes Charakter erkennen können, weil Menschen Christus folgen.

Dennoch tragen die Jünger dieses Licht nicht aus sich selbst. Das Johannesevangelium wird Jesus selbst als das Licht der Welt bezeichnen. Seine Nachfolger können deshalb nur insofern Licht sein, als ihr Leben von ihm geprägt wird und auf den Vater verweist. Die Bilder verleihen ihnen eine hohe Verantwortung, ohne sie zum Mittelpunkt zu machen. Der Ursprung des Guten bleibt Gott.

Nachdem Jesus seinen Jüngern diese Aufgabe beschrieben hat, wendet er sich einer Frage zu, die für das Verständnis seiner gesamten Lehre entscheidend ist. Seine Aussagen über Gottes Reich könnten den Eindruck erwecken, er trete gegen die bisherigen Schriften Israels auf oder ersetze sie durch eine völlig neue Moral. Jesus weist diesen Gedanken ausdrücklich zurück. Er ist nicht gekommen, Gesetz und Propheten aufzulösen, sondern sie zu erfüllen.

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Jesus erfüllt Gesetz und Propheten

Matthäus 5,17-20 – „17 Ihr sollt nicht wähnen, daß ich gekommen sei, das Gesetz oder die Propheten aufzulösen! Ich bin nicht gekommen aufzulösen, sondern zu erfüllen. 18 Denn wahrlich, ich sage euch, bis daß Himmel und Erde vergangen sind, wird nicht ein Jota noch ein einziges Strichlein vom Gesetz vergehen, bis alles geschehen ist. 19 Wer nun eines von diesen kleinsten Geboten auflöst und die Leute also lehrt, der …"
Matthäus 5,17-20 – „17 Ihr sollt nicht wähnen, daß ich gekommen sei, das Gesetz oder die Propheten aufzulösen! Ich bin nicht gekommen aufzulösen, sondern zu erfüllen. 18 Denn wahrlich, ich sage euch, bis daß Himmel und Erde vergangen sind, wird nicht ein Jota noch ein einziges Strichlein vom Gesetz vergehen, bis alles geschehen ist. 19 Wer nun eines von diesen kleinsten Geboten auflöst und die Leute also lehrt, der …"
Lukas 16,17 – „17 Es ist aber leichter, daß Himmel und Erde vergehen, als daß ein einziges Strichlein des Gesetzes falle."

Nachdem Jesus seine Jünger als Salz der Erde und Licht der Welt bezeichnet hat, spricht er eine Frage an, die für das Verständnis seiner gesamten Verkündigung entscheidend ist. Seine Lehre über das Reich Gottes darf nicht so verstanden werden, als trete er gegen die bisherige Offenbarung Gottes auf. Deshalb sagt er ausdrücklich: „Ihr sollt nicht meinen, daß ich gekommen sei, das Gesetz oder die Propheten aufzulösen.“ Jesus stellt damit von Anfang an klar, dass seine Sendung nicht in der Abschaffung der Schrift besteht.

Er fährt fort: „Ich bin nicht gekommen aufzulösen, sondern zu erfüllen.“ Das Wort „erfüllen“ bedeutet im Zusammenhang mehr als bloßes Befolgen einzelner Vorschriften. Jesus bringt Gesetz und Propheten zu dem Ziel, auf das sie innerhalb des Erlösungsplanes hinweisen, bestätigt ihre Wahrheit und lebt vollkommen in Übereinstimmung mit dem Willen seines Vaters. Wo prophetische Verheißungen auf den Messias weisen, finden sie in ihm ihre Erfüllung; wo Gottes Wille für das menschliche Leben offenbart wird, verkörpert Jesus diesen Willen ohne Sünde.

Gerade deshalb kann „erfüllen“ hier nicht einfach mit „abschaffen“ gleichgesetzt werden. Jesus stellt beide Begriffe ausdrücklich gegeneinander. Er verstärkt diese Aussage noch, indem er erklärt, dass eher Himmel und Erde vergehen würden, als dass auch nur das kleinste Zeichen des Gesetzes unerfüllt bliebe. Lukas überliefert denselben Grundgedanken: Es sei leichter, dass Himmel und Erde vergehen, als dass ein Strichlein des Gesetzes falle. Gottes Offenbarung besitzt für Jesus damit eine bleibende Autorität.

Diese Aussage bedeutet allerdings nicht, dass jede einzelne alttestamentliche Ordnung in derselben Weise und unter denselben heilsgeschichtlichen Bedingungen unverändert fortgeführt werden muss. Opferdienst, Priestertum und andere Einrichtungen des Heiligtums besitzen innerhalb der Schrift eine auf Christus hinweisende Funktion, deren Erfüllung später besonders im Hebräerbrief erklärt wird. Doch eine solche heilsgeschichtliche Erfüllung ist etwas anderes als die Behauptung, Jesus habe Gottes Gesetz als solches beseitigt. Seine eigenen Worte erlauben gerade diese Gleichsetzung nicht.

Jesus warnt deshalb davor, auch nur eines der geringsten Gebote aufzulösen und andere entsprechend zu lehren. Wer Gottes Gebote geringachtet, kann sich nicht auf Jesus berufen, als habe dessen Gnade den Gehorsam bedeutungslos gemacht. Gleichzeitig erklärt Jesus nicht, dass Menschen durch besonders genaue Gesetzeserfüllung das Reich Gottes verdienen könnten. Seine gesamte Verkündigung hat bereits gezeigt, dass Menschen Gottes Gnade, Vergebung und Erneuerung benötigen. Gehorsam ist nicht der Kaufpreis des Reiches, sondern gehört zu einem Leben, das sich wirklich Gottes Herrschaft unterstellt.

Besonders herausfordernd ist deshalb seine Aussage, dass die Gerechtigkeit seiner Jünger die der Schriftgelehrten und Pharisäer übertreffen müsse. Jesus verlangt damit nicht einfach noch mehr äußere Regeln als jene, die bereits für ihre sorgfältige Religionsausübung bekannt waren. Die folgenden Beispiele zeigen vielmehr, worauf er zielt: Gottes Wille reicht tiefer als sichtbare Regelbefolgung. Hass, Begierde, Unehrlichkeit, Vergeltung und fehlende Feindesliebe können nicht dadurch gerechtfertigt werden, dass ein Mensch äußerlich bestimmte religiöse Vorschriften einhält.

Jesus führt seine Zuhörer deshalb nicht vom Gesetz weg, sondern tiefer in dessen göttliche Absicht hinein. Die Frage lautet nicht nur, welche äußerliche Handlung gerade noch erlaubt oder verboten ist. Gottes Anspruch betrifft das Herz, aus dem Worte und Taten hervorgehen. Diese Vertiefung macht das Gesetz nicht leichter verfügbar für menschliche Selbstgerechtigkeit; im Gegenteil offenbart sie noch deutlicher, wie sehr der Mensch innere Erneuerung und Gottes Gnade benötigt.

Damit verbindet Jesus Gesetz und Evangelium, ohne eines gegen das andere auszuspielen. Gottes Gebote bleiben Ausdruck seines Willens, doch sie retten keinen Menschen durch dessen eigene Leistung. Der Messias, der das Gesetz vollkommen erfüllt, ist zugleich derjenige, der Sünder zur Umkehr ruft, Vergebung schenkt und neues Leben ermöglicht. Gerade die Nähe zu Christus führt deshalb nicht zur Geringschätzung des göttlichen Willens, sondern zu einem tieferen Verständnis dessen, was echter Gehorsam bedeutet.

In den folgenden Worten macht Jesus diese innere Tiefe an konkreten Geboten sichtbar. Er beginnt mit dem Verbot des Tötens und zeigt, dass Gottes Anspruch nicht erst bei der vollendeten Gewalttat einsetzt. Schon Zorn, Verachtung und zerstörte Beziehungen offenbaren ein Problem des Herzens. Damit führt Jesus seine Zuhörer von der bloßen Grenze äußerer Tat zur Wurzel, aus der die Tat hervorgehen kann.

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Jesus führt das Tötungsverbot bis ins Herz

Matthäus 5,21-26 – „21 Ihr habt gehört, daß zu den Alten gesagt ist: «Du sollst nicht töten»; wer aber tötet, der wird dem Gericht verfallen sein. 22 Ich aber sage euch: Jeder, der seinem Bruder zürnt, wird dem Gericht verfallen sein. Wer aber zu seinem Bruder sagt: Raka! der wird dem Hohen Rat verfallen sein. Wer aber sagt: Du Narr! der wird dem höllischen Feuer verfallen sein. 23 Wenn du nun deine Gabe zum Altar b…"
Matthäus 5,21-26 – „21 Ihr habt gehört, daß zu den Alten gesagt ist: «Du sollst nicht töten»; wer aber tötet, der wird dem Gericht verfallen sein. 22 Ich aber sage euch: Jeder, der seinem Bruder zürnt, wird dem Gericht verfallen sein. Wer aber zu seinem Bruder sagt: Raka! der wird dem Hohen Rat verfallen sein. Wer aber sagt: Du Narr! der wird dem höllischen Feuer verfallen sein. 23 Wenn du nun deine Gabe zum Altar b…"
2. Mose 20,13 – „13 Du sollst nicht töten!"

Nachdem Jesus erklärt hat, dass er Gesetz und Propheten nicht auflöst, beginnt er an konkreten Geboten zu zeigen, wie tief Gottes Wille reicht. Als erstes greift er das Verbot des Tötens auf: „Du sollst nicht töten.“ Seine Zuhörer kennen dieses Gebot seit den Tagen des Sinai. Jesus widerspricht ihm nicht und ersetzt es nicht durch einen anderen Maßstab. Er macht vielmehr sichtbar, dass Gottes Anspruch nicht erst dort beginnt, wo ein Mensch tatsächlich das Leben eines anderen nimmt.

Jesus spricht deshalb vom Zorn gegen den Bruder und von verächtlichen Worten, mit denen ein anderer herabgesetzt wird. Nicht jede Form von Zorn wird damit unterschiedslos dem Mord gleichgesetzt; die Schrift kennt auch gerechten Zorn über Sünde. Doch Jesus richtet den Blick auf jene innere Feindschaft und Verachtung, aus denen zerstörerisches Verhalten hervorgehen kann. Ein Mensch kann äußerlich das Tötungsverbot einhalten und zugleich in seinem Herzen einen anderen verachten. Vor Gott genügt deshalb nicht die bloße Tatsache, niemanden körperlich getötet zu haben.

Damit entzieht Jesus einer rein äußerlichen Gerechtigkeit den Boden. Wer nur danach fragt, ob er die letzte sichtbare Grenze eines Gebotes überschritten hat, kann den eigentlichen Willen Gottes verfehlen. Das Leben des Mitmenschen soll nicht erst dann geschützt werden, wenn unmittelbare Gewalt droht. Auch seine Würde darf nicht durch Hass und verächtliche Herabsetzung zerstört werden. Gottes Gebot reicht damit von der sichtbaren Tat bis zu jener inneren Haltung, aus der die Tat entstehen kann.

Jesus verbindet diese Wahrheit unmittelbar mit dem Gottesdienst. Wenn jemand seine Gabe zum Altar bringt und sich dort erinnert, dass sein Bruder etwas gegen ihn hat, soll er die Gabe zunächst zurücklassen und sich mit seinem Bruder versöhnen. Erst danach soll er zurückkehren und seine Gabe darbringen. Damit erklärt Jesus nicht, dass jeder Konflikt vollständig gelöst werden könne, wenn nur eine Seite es wünsche. Doch der Mensch darf einen erkannten Bruch mit einem anderen nicht bewusst unbeachtet lassen und gleichzeitig so handeln, als könne religiöser Gottesdienst diesen Widerspruch bedeutungslos machen.

Die Reihenfolge ist bemerkenswert. Jesus sagt nicht, Anbetung sei unwichtig, sondern gerade der heilige Charakter der Anbetung verlangt, dass der Mensch seine Beziehungen ernst nimmt. Gottesdienst und zwischenmenschliche Verantwortung können nicht voneinander getrennt werden. Wer Gott ehrt und zugleich bewusst an Hass, Unversöhnlichkeit oder eigener Schuld festhält, hat den Zusammenhang zwischen Gottes Willen und seinem täglichen Leben nicht verstanden.

Anschließend verwendet Jesus das Bild zweier Menschen, die miteinander im Streit liegen und auf dem Weg zum Richter sind. Er fordert dazu auf, sich rechtzeitig mit dem Gegner zu einigen, bevor der Konflikt seinen gerichtlichen Verlauf nimmt. Die Einzelheiten dieses Beispiels gehören zunächst zu einer konkreten rechtlichen Situation. Der größere Gedanke ist jedoch klar: Versöhnung und verantwortliche Klärung sollen nicht unnötig hinausgeschoben werden. Verhärtung kann Folgen hervorbringen, die später nicht einfach rückgängig gemacht werden können.

Damit verschärft Jesus das Gesetz nicht willkürlich, sondern legt seine sittliche Tiefe offen. Das Gebot gegen das Töten schützt nicht nur den letzten Atemzug eines Menschen. Es weist auf einen Gott hin, dem auch die Haltung wichtig ist, mit der Menschen einander begegnen. Hass, Verachtung und bewusste Unversöhnlichkeit passen nicht zu einem Leben unter seiner Herrschaft, selbst wenn sie nie in körperliche Gewalt münden.

Diese Lehre zeigt zugleich, wie wenig Raum für Selbstgerechtigkeit bleibt. Wer sich vor Gott lediglich damit rechtfertigen möchte, keinen Mord begangen zu haben, wird durch Jesu Worte mit seinem eigenen Herzen konfrontiert. Gottes Maßstab reicht tiefer als menschliche Strafgesetze. Gerade deshalb braucht der Mensch nicht nur bessere äußere Kontrolle, sondern jene innere Erneuerung, von der Jesus bereits zu Nikodemus gesprochen hatte.

Nachdem Jesus beim Tötungsverbot von der sichtbaren Tat zur inneren Haltung geführt hat, tut er dasselbe mit einem weiteren Gebot. Nun wendet er sich dem Ehebruch zu und zeigt, dass auch sexuelle Untreue nicht erst mit einer äußerlich vollzogenen Handlung beginnt. Wieder führt sein Weg vom sichtbaren Verhalten zurück zum Herzen.

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Jesus führt auch das Ehebruchsverbot bis ins Herz

Matthäus 5,27-30 – „27 Ihr habt gehört, daß zu den Alten gesagt ist: «Du sollst nicht ehebrechen!» 28 Ich aber sage euch: Wer ein Weib ansieht, ihrer zu begehren, der hat in seinem Herzen schon Ehebruch mit ihr begangen. 29 Wenn dir aber dein rechtes Auge ein Anstoß zur Sünde wird, so reiß es aus und wirf es von dir. Denn es ist besser für dich, daß eins deiner Glieder verloren gehe, als daß dein ganzer Leib in die …"
Matthäus 5,27-30 – „27 Ihr habt gehört, daß zu den Alten gesagt ist: «Du sollst nicht ehebrechen!» 28 Ich aber sage euch: Wer ein Weib ansieht, ihrer zu begehren, der hat in seinem Herzen schon Ehebruch mit ihr begangen. 29 Wenn dir aber dein rechtes Auge ein Anstoß zur Sünde wird, so reiß es aus und wirf es von dir. Denn es ist besser für dich, daß eins deiner Glieder verloren gehe, als daß dein ganzer Leib in die …"
2. Mose 20,14 – „14 Du sollst nicht ehebrechen!"

Nachdem Jesus am Tötungsverbot gezeigt hat, dass Gottes Wille bis in die innere Haltung des Menschen reicht, wendet er dasselbe Prinzip auf das Gebot gegen Ehebruch an. Er beginnt erneut mit einem bekannten Wort des Gesetzes: „Du sollst nicht ehebrechen.“ Auch dieses Gebot hebt Jesus nicht auf. Er führt vielmehr seine Bedeutung tiefer und macht deutlich, dass sexuelle Untreue nicht erst dort beginnt, wo eine äußerliche Handlung vollzogen wird.

Jesus erklärt, dass bereits derjenige, der eine Frau ansieht, um sie zu begehren, in seinem Herzen Ehebruch mit ihr begangen hat. Entscheidend ist dabei nicht jedes Wahrnehmen von Schönheit oder jede unwillkürliche Versuchung. Seine Formulierung richtet sich auf einen Blick, der bewusst darauf zielt, Begierde festzuhalten und zu nähren. Der Mensch wird damit nicht für jede aufkommende Versuchung verurteilt, wohl aber für die innere Zustimmung, mit der er sie pflegt und einem anderen Menschen begehrend begegnet.

Damit schützt Jesus die Ehe nicht erst an ihrer äußersten Grenze. Wer lediglich fragt, ob eine körperliche Untreue stattgefunden hat, kann den zerstörerischen Weg dorthin übersehen. Das Herz kann bereits beginnen, einen Menschen zu einem Objekt eigener Begierde zu machen, während äußerlich noch kein Ehebruch sichtbar geworden ist. Gottes Gebot richtet sich deshalb nicht nur auf den Körper, sondern auch auf die Treue des inneren Menschen.

Jesu Worte offenbaren zugleich, dass Sünde nicht nur von äußeren Umständen verursacht wird. Kein Mensch kann seine Verantwortung allein darauf übertragen, was er gesehen hat oder wie ein anderer Mensch aufgetreten ist. Jesus richtet seine Ansprache an denjenigen, der sieht und begehrt. Der Mensch ist verantwortlich dafür, wie er mit dem umgeht, was in seinem Herzen Raum gewinnen will. Damit legt Jesus die Verantwortung nicht auf die betrachtete Person, sondern auf das eigene Herz und die eigene Entscheidung.

Anschließend verwendet Jesus bewusst drastische Bilder. Wenn das rechte Auge zur Sünde verführt, soll es ausgerissen werden; wenn die rechte Hand zur Sünde verführt, soll sie abgehauen werden. Diese Worte können nicht sinnvoll als Aufforderung zur Selbstverstümmelung verstanden werden. Ein körperlicher Eingriff könnte die sündige Begierde des Herzens ohnehin nicht beseitigen. Jesus verwendet scharfe Bildsprache, um zu zeigen, wie entschieden alles aufgegeben werden muss, was einen Menschen bewusst in Sünde festhält.

Gerade die Härte dieser Bilder verhindert eine verharmlosende Haltung gegenüber Versuchung. Jesus lehrt nicht, mit Begierde zu spielen und lediglich darauf zu achten, dass sie nicht bis zur sichtbaren Tat fortschreitet. Wo ein Weg, eine Gewohnheit oder eine freiwillig gesuchte Situation bewusst zur Sünde führt, muss die Trennung davon ernsthaft sein. Der Verlust von etwas Vertrautem oder Begehrtem ist geringer als der Schaden, der daraus entsteht, wenn ein Mensch an der Sünde festhält.

Dabei darf auch diese Lehre nicht in einen Weg der Selbsterlösung verwandelt werden. Jesus hat bereits von der notwendigen neuen Geburt gesprochen und Menschen zur Abhängigkeit von Gottes Gnade geführt. Äußere Selbstdisziplin allein kann das Herz nicht neu schaffen. Dennoch hebt Gnade die persönliche Verantwortung nicht auf. Ein erneuertes Leben zeigt sich gerade darin, dass der Mensch der Sünde nicht freiwillig Raum gibt, sondern sich von dem trennt, was ihn von Gott wegzieht.

Jesu Auslegung des Ehebruchsverbotes zeigt damit erneut, wie tief die von ihm geforderte Gerechtigkeit reicht. Sie lässt sich nicht durch einen guten äußeren Ruf erfüllen, während das Herz bewusst gegenteilige Wünsche pflegt. Gottes Wille umfasst Treue, Reinheit und die Art, wie ein Mensch andere betrachtet. Der Mitmensch ist nicht Objekt eigener Wünsche, sondern eine Person, deren Würde auch im verborgenen Denken geachtet werden soll.

Von der inneren Untreue führt Jesus anschließend zur Ehe selbst. Er spricht über Scheidung und macht deutlich, dass der Bund zwischen Mann und Frau nicht leichtfertig behandelt werden darf. Damit bleibt seine Lehre nicht bei der persönlichen Begierde stehen, sondern richtet den Blick auf die Verantwortung, die mit einer bestehenden Ehe verbunden ist.

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Jesus spricht über Ehe und Scheidung

Matthäus 5,31-32 – „31 Es ist auch gesagt: «Wer sich von seiner Frau scheidet, der gebe ihr einen Scheidebrief.» 32 Ich aber sage euch: Wer sich von seiner Frau scheidet, ausgenommen wegen Unzucht, der macht, daß sie die Ehe bricht. Und wer eine Geschiedene zur Ehe nimmt, der bricht die Ehe."
Matthäus 5,31-32 – „31 Es ist auch gesagt: «Wer sich von seiner Frau scheidet, der gebe ihr einen Scheidebrief.» 32 Ich aber sage euch: Wer sich von seiner Frau scheidet, ausgenommen wegen Unzucht, der macht, daß sie die Ehe bricht. Und wer eine Geschiedene zur Ehe nimmt, der bricht die Ehe."
Matthäus 19,3-9 – „3 Da traten die Pharisäer zu ihm, versuchten ihn und sprachen: Ist es erlaubt, aus irgend einem Grunde seine Frau zu entlassen? 4 Er aber antwortete und sprach zu ihnen: Habt ihr nicht gelesen, daß der Schöpfer [die Menschen] am Anfang als Mann und Weib erschuf 5 und sprach: «Darum wird ein Mensch Vater und Mutter verlassen und seinem Weibe anhangen; und die zwei werden ein Fleisch sein»? 6 So si…"
1. Mose 2,24 – „24 Darum wird der Mensch seinen Vater und seine Mutter verlassen und seinem Weibe anhangen, daß sie zu einem Fleische werden."

Nachdem Jesus das Ehebruchsverbot bis in die innere Haltung des Menschen geführt hat, wendet er sich der Frage der Scheidung zu. Dabei greift er eine bekannte Regelung aus dem Gesetz auf: Wer seine Frau entlässt, soll ihr einen Scheidebrief geben. Jesus behandelt diesen Scheidebrief jedoch nicht als Beweis dafür, dass Gott die Auflösung einer Ehe grundsätzlich gewollt hätte. Seine spätere Auseinandersetzung mit den Pharisäern macht deutlich, dass die mosaische Regelung innerhalb einer durch menschliche Sünde verhärteten Wirklichkeit gegeben worden war.

In Matthäus 5 erklärt Jesus, dass ein Mann, der seine Frau entlässt, sie – abgesehen von dem von ihm genannten Fall sexueller Unmoral – der Gefahr des Ehebruchs aussetzt, und dass auch derjenige Ehebruch begeht, der eine zu Unrecht Entlassene heiratet. Die Aussage richtet den Blick damit nicht nur auf die äußere Formalität einer Scheidung. Ein ausgestellter Scheidebrief macht vor Gott nicht automatisch richtig, was dem von ihm gestifteten Ehebund widerspricht.

Später stellen Pharisäer Jesus ausdrücklich die Frage, ob ein Mann seine Frau aus beliebigem Grund entlassen dürfe. Jesus beginnt seine Antwort bemerkenswerterweise nicht bei den damaligen Streitfragen über erlaubte Scheidungsgründe. Er führt seine Zuhörer zurück an den Anfang der Schöpfung. Gott schuf den Menschen als Mann und Frau, und 1. Mose erklärt, dass ein Mann Vater und Mutter verlassen und mit seiner Frau verbunden sein wird, sodass beide ein Fleisch werden.

Jesus zieht daraus die Schlussfolgerung: „So sind sie nun nicht mehr zwei, sondern ein Fleisch.“ Die Ehe erscheint damit nicht lediglich als menschlicher Vertrag, der nach Belieben geschlossen und wieder beendet werden kann. Jesus fügt hinzu: „Was nun Gott zusammengefügt hat, das soll der Mensch nicht scheiden.“ Der Ausgangspunkt seiner Lehre ist deshalb nicht die Frage, wie leicht eine Ehe aufgelöst werden kann, sondern die von Gott beabsichtigte Einheit und Treue der Ehepartner.

Als seine Gesprächspartner auf Mose verweisen und fragen, warum dieser einen Scheidebrief erlaubt habe, unterscheidet Jesus zwischen Gottes ursprünglicher Ordnung und einer späteren Regelung angesichts menschlicher Herzenshärtigkeit. Mose habe die Scheidung wegen der Härte ihrer Herzen zugelassen, „von Anfang aber ist es nicht also gewesen“. Damit erklärt Jesus die Zulassung nicht zum Ideal. Eine biblisch geregelte Folge menschlicher Sünde darf nicht automatisch mit Gottes ursprünglichem Willen gleichgesetzt werden.

Zugleich nennt Jesus in Matthäus eine Ausnahme im Zusammenhang mit sexueller Unmoral. Diese Formulierung muss ebenso ernst genommen werden wie sein grundsätzliches Verbot leichtfertiger Scheidung. Sie bedeutet jedoch nicht, dass Jesus Scheidung bei jeder Verletzung oder Schwierigkeit zur gewünschten Lösung erklärt. Sein Schwerpunkt bleibt die Treue zum Ehebund. Wo dieser Bund durch sexuelle Untreue schwer verletzt wird, berücksichtigt seine Aussage eine Situation, in der die normale Voraussetzung ehelicher Treue bereits tiefgreifend gebrochen worden ist.

Die Worte Jesu dürfen auch nicht dazu missbraucht werden, Menschen in gefährlichen Situationen zu zwingen, ohne Schutz bei einem gewalttätigen oder bedrohlichen Ehepartner zu bleiben. Matthäus 5 und 19 behandeln unmittelbar die Frage von Scheidung und Wiederheirat; sie geben keine vollständige Regelung für jede denkbare Form von Missbrauch, Gefährdung oder notwendiger räumlicher Trennung. Wo ein Text eine solche Einzelfrage nicht vollständig behandelt, darf aus seinem Schweigen keine Verpflichtung konstruiert werden, die menschliches Leben oder Sicherheit missachtet.

Jesus richtet seine Kritik besonders gegen eine Haltung, die den Ehepartner nach eigenem Wunsch entlassen und sich dabei durch eine formale Regelung für gerecht halten möchte. Seine Worte schützen damit die Verbindlichkeit des Bundes und auch denjenigen, der durch die Entscheidung des anderen verletzt wird. Eheliche Treue besteht nicht nur darin, die äußerlich erlaubte Grenze zu suchen, sondern den von Gott gestifteten Bund ernst zu nehmen.

Wie schon beim Tötungs- und Ehebruchsverbot führt Jesus seine Zuhörer damit hinter die bloße Rechtsform zurück zu Gottes ursprünglichem Willen. Das Gesetz soll nicht dazu benutzt werden, menschliche Selbstsucht religiös abzusichern. Der Schöpfer hat Ehe auf Treue, Einheit und dauerhafte Verantwortung angelegt. Sünde kann diese Ordnung tief beschädigen, doch sie verändert nicht nachträglich das Gute, das Gott am Anfang geschaffen hat.

Von der Verbindlichkeit ehelicher Zusagen führt Jesus zu einem weiteren Bereich menschlicher Rede. Auch dort genügt es nicht, äußerlich korrekte Formen zu benutzen, während die Wahrheit des Herzens fehlt. Seine nächste Lehre betrifft deshalb Schwüre und die Frage, ob das einfache Wort eines Menschen zuverlässig genug ist, um ohne zusätzliche Bekräftigung geglaubt zu werden.

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Jesus fordert wahrhaftige Rede

Matthäus 5,33-37 – „33 Wiederum habt ihr gehört, daß zu den Alten gesagt ist: «Du sollst nicht falsch schwören; du sollst aber dem Herrn deine Schwüre halten.» 34 Ich aber sage euch, daß ihr überhaupt nicht schwören sollt, weder bei dem Himmel, denn er ist Gottes Thron, 35 noch bei der Erde, denn sie ist seiner Füße Schemel, noch bei Jerusalem, denn sie ist des großen Königs Stadt. 36 Auch bei deinem Haupte sollst d…"
Matthäus 5,33-37 – „33 Wiederum habt ihr gehört, daß zu den Alten gesagt ist: «Du sollst nicht falsch schwören; du sollst aber dem Herrn deine Schwüre halten.» 34 Ich aber sage euch, daß ihr überhaupt nicht schwören sollt, weder bei dem Himmel, denn er ist Gottes Thron, 35 noch bei der Erde, denn sie ist seiner Füße Schemel, noch bei Jerusalem, denn sie ist des großen Königs Stadt. 36 Auch bei deinem Haupte sollst d…"
3. Mose 19,12 – „12 Ihr sollt nicht falsch schwören bei meinem Namen und nicht entheiligen den Namen deines Gottes! Denn Ich bin der HERR."
4. Mose 30,3 – „3 Wenn ein Weib dem HERRN ein Gelübde tut und sich verpflichtet, solange sie noch eine Jungfrau in ihres Vaters Hause ist,"

Nach seiner Lehre über Ehe und Treue richtet Jesus den Blick auf eine weitere Form menschlicher Verbindlichkeit: den Schwur. Seine Zuhörer kennen aus dem Gesetz die Weisung, keinen falschen Eid zu leisten und dem Herrn gegebene Gelübde zu erfüllen. Jesus widerspricht damit nicht dem göttlichen Verbot von Falschheit. Er greift vielmehr eine religiöse Praxis auf, bei der Menschen durch unterschiedliche Schwurformeln versuchten, ihren Worten verschiedenes Gewicht zu geben.

Jesus sagt: „Ihr sollt überhaupt nicht schwören.“ Anschließend nennt er mehrere Beispiele: weder beim Himmel noch bei der Erde, weder bei Jerusalem noch beim eigenen Haupt. Der Grund liegt darin, dass der Mensch über nichts davon wirklich unabhängig verfügt. Der Himmel ist Gottes Thron, die Erde der Schemel seiner Füße, Jerusalem die Stadt des großen Königs, und selbst über die Farbe eines einzigen Haares besitzt der Mensch letztlich keine souveräne Macht.

Damit wendet sich Jesus gegen den Versuch, Wahrhaftigkeit durch kunstvoll abgestufte Bekräftigungen abzusichern. Ein Mensch sollte nicht erst dann zuverlässig sprechen, wenn er seine Aussage durch eine besonders feierliche Formel verstärkt. Wo Wahrheit vom Schwur abhängig gemacht wird, entsteht leicht der Eindruck, gewöhnliche Aussagen müssten weniger verbindlich sein. Jesus führt seine Jünger deshalb zu einem wesentlich einfacheren Maßstab zurück.

„Eure Rede aber sei: Ja, ja; nein, nein.“ Das einfache Wort soll zuverlässig sein. Wer Ja sagt, soll Ja meinen; wer Nein sagt, soll Nein meinen. Wahrhaftigkeit wird damit nicht auf besondere religiöse Situationen beschränkt. Sie soll die gewöhnliche Rede des Menschen so prägen, dass zusätzliche Versicherungen grundsätzlich überflüssig werden.

Jesu Worte stehen dabei innerhalb des größeren biblischen Zeugnisses. Das Alte Testament verurteilt falsches Schwören ausdrücklich, während es in bestimmten Zusammenhängen auch feierliche Schwüre kennt. Später berichtet die Schrift ebenfalls von ernsthaften Bekräftigungen, ohne jede solche Aussage automatisch als sündhafte Übertretung darzustellen. Deshalb liegt der Schwerpunkt von Matthäus 5 nicht auf einer technischen Debatte über jede denkbare rechtliche Erklärung, sondern auf einer Lebenshaltung kompromissloser Wahrhaftigkeit.

Gerade der Zusammenhang der Bergpredigt bestätigt diese Richtung. Jesus hat zuvor gezeigt, dass äußerer Gehorsam nicht genügt, wenn das Herz von Hass, Begierde oder Untreue geprägt ist. Nun gilt dasselbe für die Sprache. Ein Mensch kann die richtige Schwurformel benutzen und dennoch unehrlich sein. Gottes Wille wird erst dort wirklich getroffen, wo Wahrhaftigkeit nicht von einer Formel abhängt, sondern aus dem Charakter des Sprechenden hervorgeht.

Jesus fügt hinzu, dass alles, was darüber hinausgeht, „vom Bösen“ beziehungsweise „von dem Bösen“ kommt. Die Formulierung kann sprachlich unterschiedlich verstanden werden, doch der Grundgedanke bleibt ernst: Die Notwendigkeit immer stärkerer Bekräftigungen gehört zu einer Welt, in der Worte nicht selbstverständlich vertrauenswürdig sind. Gottes Reich führt deshalb nicht zu ausgefeilteren Schwurtechniken, sondern zu größerer Wahrhaftigkeit.

Diese Lehre schützt zugleich den Mitmenschen. Lüge und manipulative Sprache zerstören Vertrauen, während klare und zuverlässige Worte Beziehungen tragen können. Jesus verlangt keine sprachliche Naivität, sondern Integrität. Ein Jünger soll seine Worte nicht so wählen, dass er sich später durch technische Ausflüchte aus seiner Verantwortung lösen kann. Was gesagt wurde, soll wahr und verlässlich sein.

Damit wird erneut sichtbar, dass Jesu Auslegung des Gesetzes bis in die Haltung des Herzens reicht. Wahrhaftigkeit kann nicht auf gerichtliche Aussagen oder religiöse Gelübde begrenzt werden. Sie gehört zum gewöhnlichen Leben unter Gottes Herrschaft. Der Mensch soll so reden, dass sein einfaches Ja und Nein Gewicht besitzen.

Von der Wahrhaftigkeit führt Jesus anschließend zu einem Bereich, in dem menschliche Reaktion besonders stark von verletztem Recht und persönlichem Stolz geprägt sein kann. Er greift die bekannte Formel „Auge um Auge und Zahn um Zahn“ auf und erklärt, wie seine Jünger mit persönlicher Vergeltung umgehen sollen.

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Jesus verbietet persönliche Vergeltung

Matthäus 5,38-42 – „38 Ihr habt gehört, daß gesagt ist: «Auge um Auge und Zahn um Zahn!» 39 Ich aber sage euch: Ihr sollt dem Bösen nicht widerstehen; sondern wenn dich jemand auf deinen rechten Backen schlägt, so biete ihm auch den andern dar; 40 und wer mit dir rechten und deinen Rock nehmen will, dem laß auch den Mantel; 41 und wenn dich jemand eine Meile weit zu gehen nötigt, so gehe mit ihm zwei. 42 Gib dem, de…"
Matthäus 5,38-42 – „38 Ihr habt gehört, daß gesagt ist: «Auge um Auge und Zahn um Zahn!» 39 Ich aber sage euch: Ihr sollt dem Bösen nicht widerstehen; sondern wenn dich jemand auf deinen rechten Backen schlägt, so biete ihm auch den andern dar; 40 und wer mit dir rechten und deinen Rock nehmen will, dem laß auch den Mantel; 41 und wenn dich jemand eine Meile weit zu gehen nötigt, so gehe mit ihm zwei. 42 Gib dem, de…"
2. Mose 21,23-25 – „23 Wenn aber ein Schaden entsteht, so sollst du ihn ersetzen; Seele um Seele, 24 Auge um Auge, Zahn um Zahn, Hand um Hand, Fuß um Fuß, 25 Brandmal um Brandmal, Wunde um Wunde, Beule um Beule."
3. Mose 24,19-20 – „19 Bringt aber einer seinem Nächsten eine Verletzung bei, so soll man ihm tun, wie er getan hat: 20 Bruch um Bruch, Auge um Auge, Zahn um Zahn; die Verletzung, die er dem andern zugefügt hat, soll man ihm auch zufügen;"

Nachdem Jesus über wahrhaftige Rede gesprochen hat, greift er eine weitere bekannte Formulierung des Gesetzes auf: „Auge um Auge und Zahn um Zahn.“ Diese Bestimmung gehörte ursprünglich zum Rechtswesen Israels. Sie sollte eine gerechte Begrenzung von Strafe gewährleisten und verhindern, dass aus einem erlittenen Schaden eine unverhältnismäßige Vergeltung entsteht. Jesus behandelt den Satz nun jedoch im Zusammenhang mit dem persönlichen Umgang seiner Jünger mit erlittenem Unrecht.

Er sagt: „Widersteht nicht dem Bösen“ und nennt anschließend mehrere konkrete Situationen. Wer auf die rechte Wange geschlagen wird, soll auch die andere hinhalten. Wer vor Gericht den Rock nehmen will, dem soll auch der Mantel gelassen werden. Wer zu einer Meile zwingt, mit dem soll man zwei gehen. Jesu Beispiele stellen eine Haltung vor Augen, die sich nicht vom persönlichen Vergeltungswillen beherrschen lässt.

Die Worte dürfen nicht so verstanden werden, als erkläre Jesus jedes staatliche Gericht, jeden Schutz vor Gewalt oder jede Abwehr von Unrecht für falsch. Die alttestamentliche Formel, auf die er sich bezieht, gehörte gerade zu einer rechtlichen Ordnung. Auch das Neue Testament unterscheidet später zwischen persönlicher Rache und der Aufgabe rechtmäßiger Obrigkeit. Der Schwerpunkt der Bergpredigt liegt hier auf der persönlichen Reaktion des Jüngers: Er soll erlittene Kränkung nicht zum Anlass nehmen, Gleiches mit Gleichem zurückzuzahlen.

Das Bild vom Schlag auf die rechte Wange verdeutlicht besonders den Umgang mit persönlicher Demütigung. Jesus ruft nicht dazu auf, Gewalt gutzuheißen oder einen Täter moralisch im Recht zu nennen. Er entzieht jedoch der Logik der Vergeltung ihre Herrschaft. Der Jünger muss seine Würde nicht dadurch verteidigen, dass er jede Beleidigung mit einer entsprechenden Beleidigung und jede Kränkung mit einer Gegenkränkung beantwortet.

Auch das Beispiel vom Rock und Mantel geht über das strikte Beharren auf dem eigenen Anspruch hinaus. Jesus beschreibt eine Bereitschaft, persönlichen Verlust eher hinzunehmen, als sich vom Kampf um das eigene Recht beherrschen zu lassen. Das bedeutet nicht, dass Eigentumsrechte oder gerechte Verfahren bedeutungslos wären. Seine Lehre richtet sich gegen jene Haltung, in der das eigene Recht zum höchsten Gut wird und der Mensch bereit ist, dafür Beziehungen, Barmherzigkeit und Frieden zu opfern.

Die erzwungene Meile verweist auf eine Situation, in der jemand zu einer Leistung genötigt wird. Jesus fordert seine Jünger auf, nicht lediglich mit widerwilligem Mindestgehorsam zu reagieren, sondern die aufgezwungene Situation durch freiwillige Großzügigkeit zu durchbrechen. Damit wird derjenige, der äußerlich gezwungen wird, innerlich nicht zum Sklaven von Bitterkeit und Vergeltung. Seine Reaktion wird nicht vollständig vom Verhalten des anderen bestimmt.

Jesus schließt diesen Abschnitt mit der Aufforderung, dem Bittenden zu geben und sich von dem nicht abzuwenden, der leihen möchte. Auch hier handelt es sich nicht um eine vollständige wirtschaftliche Regelung für jeden denkbaren Fall. Die Aussage beschreibt vielmehr eine grundsätzliche Offenheit zur Großzügigkeit. Gottes Reich bildet Menschen nicht zu solchen, die jeden Anspruch auf das Eigene ängstlich verteidigen, sondern zu solchen, die bereit sind zu geben.

All diese Beispiele verbindet ein gemeinsamer Gedanke: Der Jünger Jesu soll nicht von dem Bedürfnis nach persönlicher Vergeltung beherrscht werden. Er darf Unrecht als Unrecht erkennen, muss aber nicht selbst zum Spiegel desjenigen werden, der ihm Unrecht zufügt. Das Böse soll nicht bestimmen, welche Art Mensch er wird. Statt die Spirale von Verletzung und Gegenverletzung fortzusetzen, eröffnet Jesus einen anderen Weg.

Dieser Weg erreicht in den folgenden Worten seinen stärksten Ausdruck. Jesus spricht nun nicht mehr nur davon, einer Beleidigung nicht mit Vergeltung zu begegnen. Er fordert seine Jünger auf, sogar ihre Feinde zu lieben und für ihre Verfolger zu beten. Damit führt er die bisherige Lehre bis zu einem Punkt, an dem Gottes eigener Charakter zum Maßstab für den Umgang mit dem Gegner wird.

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Jesus fordert zur Feindesliebe auf

Matthäus 5,43-48 – „43 Ihr habt gehört, daß gesagt ist: «Du sollst deinen Nächsten lieben und deinen Feind hassen!» 44 Ich aber sage euch: Liebet eure Feinde, segnet, die euch fluchen, tut wohl denen, die euch hassen, und bittet für die, so euch beleidigen und verfolgen; 45 auf daß ihr Kinder eures Vaters im Himmel seid. Denn er läßt seine Sonne aufgehen über Böse und Gute und läßt regnen über Gerechte und Ungerecht…"
Matthäus 5,43-48 – „43 Ihr habt gehört, daß gesagt ist: «Du sollst deinen Nächsten lieben und deinen Feind hassen!» 44 Ich aber sage euch: Liebet eure Feinde, segnet, die euch fluchen, tut wohl denen, die euch hassen, und bittet für die, so euch beleidigen und verfolgen; 45 auf daß ihr Kinder eures Vaters im Himmel seid. Denn er läßt seine Sonne aufgehen über Böse und Gute und läßt regnen über Gerechte und Ungerecht…"
Lukas 6,27-36 – „27 Euch aber, die ihr zuhöret, sage ich: Liebet eure Feinde, tut wohl denen, die euch hassen; 28 segnet, die euch fluchen, und bittet für die, welche euch beleidigen! 29 Dem, der dich auf den Backen schlägt, biete auch den andern dar, und dem, der dir den Mantel nimmt, verweigere auch den Rock nicht. 30 Gib jedem, der dich bittet, und von dem, der dir das Deine nimmt, fordere es nicht zurück. 31 …"
3. Mose 19,18 – „18 Du sollst nicht Rache üben, noch Groll behalten gegen die Kinder deines Volkes, sondern du sollst deinen Nächsten lieben wie dich selbst! Denn ich bin der HERR."

Nachdem Jesus persönliche Vergeltung zurückgewiesen hat, führt er seine Lehre noch weiter. Er erinnert an das Gebot: „Du sollst deinen Nächsten lieben.“ Dieser Satz stammt aus dem Gesetz und gehört ausdrücklich zu Gottes Willen. Die Ergänzung „und deinen Feind hassen“ findet sich dagegen nicht als entsprechendes göttliches Gebot. Jesus stellt deshalb nicht Gottes altes Gesetz gegen eine neue, bessere Moral, sondern korrigiert eine Begrenzung der Liebe, durch die der Begriff des Nächsten so eng gefasst werden konnte, dass der Gegner außerhalb der eigenen Verantwortung erschien.

Dem setzt Jesus eine außergewöhnliche Forderung entgegen: „Liebet eure Feinde“ und betet für diejenigen, die euch verfolgen. Lukas ergänzt: Tut denen Gutes, die euch hassen, segnet die, die euch fluchen, und betet für diejenigen, die euch beleidigen. Feindesliebe bleibt damit nicht bei dem Verzicht auf Rache stehen. Jesus verlangt eine Haltung, die dem Gegner tatsächlich Gutes wünschen und tun kann. Der Feind soll nicht mehr nur als jemand betrachtet werden, dem man möglichst keinen Schaden zufügt, sondern als Mensch, für den man vor Gott betet.

Diese Liebe bedeutet nicht, das Böse des anderen für gut zu erklären. Jesus selbst wird später Sünde offen benennen, Heuchelei scharf tadeln und sich gefährlichen Situationen zeitweise entziehen. Feindesliebe verlangt daher weder Zustimmung zu Unrecht noch die Aufgabe notwendiger Grenzen. Sie betrifft vielmehr die Haltung gegenüber dem Menschen, der Unrecht tut: Der Jünger soll nicht wünschen, dass Hass mit Hass beantwortet wird, sondern selbst gegenüber dem Gegner unter der Herrschaft der Liebe Gottes bleiben.

Jesus begründet diese Haltung mit dem Handeln des himmlischen Vaters. Gott lässt seine Sonne über Böse und Gute aufgehen und lässt über Gerechte und Ungerechte regnen. Die allgemeinen Gaben seiner Schöpfung werden nicht ausschließlich Menschen gewährt, die ihn lieben oder ihm gehorchen. Gottes Güte begegnet auch denen, die sich ihm widersetzen. Darin sollen seine Kinder etwas von seinem Charakter widerspiegeln.

Der Maßstab geht deshalb über gewöhnliche gegenseitige Zuneigung hinaus. Jesus fragt, welchen besonderen Wert es habe, nur diejenigen zu lieben, die einen ebenfalls lieben. Selbst Menschen, die keineswegs für besondere Frömmigkeit bekannt sind, können Zuneigung erwidern und denen Gutes tun, von denen sie selbst Gutes empfangen. Liebe innerhalb eines vertrauten Kreises ist wertvoll, offenbart aber für sich genommen noch nicht jene besondere Gnade, von der Jesus spricht.

Gerade am Gegner zeigt sich, ob das eigene Verhalten vollständig von der Behandlung durch andere bestimmt wird. Wer nur freundlich ist, solange er freundlich behandelt wird, überlässt dem Verhalten des Gegenübers letztlich die Herrschaft über die eigene Haltung. Jesus ruft seine Jünger zu einer anderen Freiheit. Ihr Maßstab soll nicht der Hass des Feindes sein, sondern der Charakter ihres Vaters. Dadurch wird Feindesliebe nicht zu menschlicher Schwäche, sondern zu einer bewussten Weigerung, sich vom Bösen in dessen eigenes Muster hineinziehen zu lassen.

Matthäus schließt diesen Abschnitt mit Jesu Worten: „Darum sollt ihr vollkommen sein, gleichwie euer Vater im Himmel vollkommen ist.“ Lukas überliefert an der entsprechenden Stelle: „Darum seid barmherzig, wie auch euer Vater barmherzig ist.“ Zusammengenommen wird deutlich, worauf die geforderte Vollkommenheit in diesem Zusammenhang zielt: auf eine ungeteilte, reife Liebe, die nicht nur dem Freund gilt. Jesus fordert nicht, dass Menschen zu allwissenden oder in jeder Hinsicht göttlichen Wesen werden. Er ruft sie dazu auf, Gottes umfassende Barmherzigkeit in ihrem eigenen Umgang mit Menschen widerzuspiegeln.

Diese Forderung macht zugleich deutlich, wie unmöglich echte Gerechtigkeit als bloßes Projekt menschlicher Selbstverbesserung ist. Feinde zu lieben widerspricht tief dem natürlichen Wunsch nach Vergeltung und Selbstbehauptung. Die Bergpredigt führt damit immer wieder zurück zu jener inneren Erneuerung, die Jesus bereits gegenüber Nikodemus als notwendig bezeichnet hatte. Gottes Wille verlangt nicht nur kontrollierte Handlungen, sondern ein Herz, dessen Reaktion durch seine Gnade verändert wird.

Von der Liebe zum Feind führt Jesus nun zu einer anderen Gefahr religiösen Lebens. Selbst gute Taten können ihren eigentlichen Wert verlieren, wenn sie vor allem dazu dienen, von Menschen gesehen und bewundert zu werden. Nachdem Jesus gezeigt hat, wie seine Jünger anderen begegnen sollen, richtet er deshalb den Blick auf ihre Motive vor Gott – zunächst beim Geben an Bedürftige, dann beim Gebet und beim Fasten.

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Jesus warnt vor Frömmigkeit für den Beifall der Menschen

Matthäus 6,1-6 – „1 Habet acht, daß ihr eure Gerechtigkeit nicht vor den Leuten übet, um von ihnen gesehen zu werden; sonst habt ihr keinen Lohn bei eurem Vater im Himmel. 2 Wenn du nun Almosen gibst, sollst du nicht vor dir her posaunen lassen, wie die Heuchler in den Synagogen und auf den Gassen tun, um von den Leuten gepriesen zu werden. Wahrlich, ich sage euch, sie haben ihren Lohn dahin. 3 Wenn du aber Almose…"
Matthäus 6,1-6 – „1 Habet acht, daß ihr eure Gerechtigkeit nicht vor den Leuten übet, um von ihnen gesehen zu werden; sonst habt ihr keinen Lohn bei eurem Vater im Himmel. 2 Wenn du nun Almosen gibst, sollst du nicht vor dir her posaunen lassen, wie die Heuchler in den Synagogen und auf den Gassen tun, um von den Leuten gepriesen zu werden. Wahrlich, ich sage euch, sie haben ihren Lohn dahin. 3 Wenn du aber Almose…"
Matthäus 6,16-18 – „16 Wenn ihr aber fastet, sollt ihr nicht finster dreinsehen wie die Heuchler; denn sie verstellen ihr Angesicht, damit es von den Leuten bemerkt werde, daß sie fasten. Wahrlich, ich sage euch, sie haben ihren Lohn dahin. 17 Du aber, wenn du fastest, so salbe dein Haupt und wasche dein Angesicht, 18 damit es nicht von den Leuten bemerkt werde, daß du fastest, sondern von deinem Vater, der im Verbo…"

Nachdem Jesus über Feindesliebe und den Charakter des himmlischen Vaters gesprochen hat, richtet er den Blick auf eine andere Gefahr des religiösen Lebens. Nicht nur offen sündiges Verhalten kann von Gott wegführen. Selbst gute und von Gott gewollte Handlungen können verdorben werden, wenn ihr eigentliches Ziel darin besteht, von Menschen gesehen und bewundert zu werden. Jesus beginnt deshalb mit einer grundsätzlichen Warnung: Seine Jünger sollen ihre Gerechtigkeit nicht vor Menschen üben, um von ihnen gesehen zu werden.

Dabei widerspricht diese Aussage nicht seiner früheren Aufforderung, das Licht der Jünger solle vor den Menschen leuchten. Dort sollten Menschen ihre guten Werke sehen und den Vater im Himmel verherrlichen. Hier geht es dagegen um die Absicht des Handelnden: Er tut das Gute, damit er selbst gesehen und geehrt wird. Entscheidend ist deshalb nicht, ob eine gute Tat überhaupt sichtbar wird, sondern wem die angestrebte Ehre gilt.

Als erstes Beispiel nennt Jesus das Geben an Bedürftige. Wer anderen hilft, soll dies nicht wie eine öffentliche Vorführung gestalten, um von Menschen gelobt zu werden. Jesus beschreibt eine Frömmigkeit, die ihre religiösen Taten vor sich herträgt und gerade dadurch ihren eigentlichen geistlichen Wert verliert. Der Mensch mag Anerkennung erhalten, doch wenn diese Anerkennung sein Ziel war, hat er bereits den Lohn bekommen, den er gesucht hat.

Dem stellt Jesus eine Hilfe gegenüber, die nicht um Aufmerksamkeit kreist. Seine bildhafte Formulierung, die linke Hand solle nicht wissen, was die rechte tut, beschreibt eine Haltung, die das eigene gute Werk nicht ständig betrachtet, berechnet und zur Selbstdarstellung verwendet. Die Gabe bleibt wirklich gut, doch der Gebende macht sich nicht selbst zu ihrem Mittelpunkt. Der Vater, der auch das Verborgene sieht, kennt die Tat, selbst wenn kein Mensch sie bewundert.

Anschließend wendet Jesus denselben Maßstab auf das Gebet an. Er kritisiert Menschen, die gern an öffentlich sichtbaren Orten beten, gerade damit andere ihre Frömmigkeit wahrnehmen. Jesus verurteilt damit nicht jedes gemeinsame oder öffentlich ausgesprochene Gebet; die Bibel berichtet selbst von solchen Gebeten. Sein Angriff richtet sich auf das Gebet als religiöse Bühne. Worte, die äußerlich an Gott gerichtet sind, können innerlich dennoch vor allem an menschliche Zuschauer gerichtet sein.

Deshalb fordert Jesus seine Jünger auf, in ihr Zimmer zu gehen, die Tür zu schließen und zum Vater im Verborgenen zu beten. Der Schwerpunkt liegt auf der wirklichen Begegnung mit Gott, die keinen menschlichen Zuschauer benötigt. Ein verborgenes Gebet kann ebenso heuchlerisch sein wie ein öffentliches, wenn das Herz nicht auf Gott gerichtet ist; doch die Zurückgezogenheit nimmt dem Menschen einen wichtigen Anreiz zur religiösen Selbstdarstellung. Gebet wird wieder das, was es sein soll: Rede mit dem Vater.

Später greift Jesus auch das Fasten auf. Seine Jünger sollen beim Fasten nicht ein absichtlich leidendes Aussehen zeigen, damit andere ihre Frömmigkeit bemerken. Fasten, das eigentlich Demut vor Gott ausdrücken soll, kann sonst zu einem Mittel geistlichen Stolzes werden. Jesus fordert deshalb ein gewöhnliches äußeres Auftreten. Andere Menschen müssen nicht einmal wissen, dass der Betreffende fastet; der Vater weiß es.

In allen drei Beispielen – Geben, Beten und Fasten – kehrt derselbe Gedanke wieder. Religiöse Handlungen besitzen vor Gott keinen Wert allein deshalb, weil sie äußerlich richtig erscheinen. Die Frage nach dem Herzen bleibt entscheidend. Ein Mensch kann Bedürftigen helfen, lange beten oder streng fasten und dennoch hauptsächlich die eigene religiöse Wirkung suchen. Jesus zerstört damit jede Vorstellung, äußere Frömmigkeit könne unabhängig von ihrer inneren Ausrichtung als geistlicher Verdienst angesammelt werden.

Zugleich beschreibt Jesus Gott wiederholt als den Vater, der „im Verborgenen“ sieht. Das verändert den Maßstab des Handelns. Der Jünger muss nicht jede gute Tat öffentlich sichtbar machen, damit sie Bedeutung erhält. Was vor Menschen unbemerkt bleibt, ist vor Gott nicht verborgen. Dadurch wird Frömmigkeit von der Abhängigkeit menschlicher Anerkennung befreit und auf die Beziehung zum Vater zurückgeführt.

Gerade beim Gebet bleibt Jesus jedoch nicht bei der Warnung vor falschen Motiven stehen. Er erklärt seinen Jüngern nun, wie sie tatsächlich beten sollen. Dabei führt er sie weg von leerer Wortfülle und hin zu einem Gebet, das mit Gottes Namen, seinem Reich und seinem Willen beginnt und zugleich die alltäglichen Bedürfnisse, Vergebung und Bewahrung des Menschen vor Gott bringt.

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Jesus lehrt seine Jünger beten

Matthäus 6,7-15 – „7 Und wenn ihr betet, sollt ihr nicht plappern wie die Heiden; denn sie meinen, sie werden erhört um ihrer vielen Worte willen. 8 Darum sollt ihr ihnen nicht gleichen! Denn euer Vater weiß, was ihr bedürft, ehe ihr ihn bittet. 9 So sollt ihr nun also beten: Unser Vater, der du bist in dem Himmel! Geheiligt werde dein Name. 10 Es komme dein Reich. Dein Wille geschehe wie im Himmel, also auch auf E…"
Matthäus 6,7-15 – „7 Und wenn ihr betet, sollt ihr nicht plappern wie die Heiden; denn sie meinen, sie werden erhört um ihrer vielen Worte willen. 8 Darum sollt ihr ihnen nicht gleichen! Denn euer Vater weiß, was ihr bedürft, ehe ihr ihn bittet. 9 So sollt ihr nun also beten: Unser Vater, der du bist in dem Himmel! Geheiligt werde dein Name. 10 Es komme dein Reich. Dein Wille geschehe wie im Himmel, also auch auf E…"
Lukas 11,1-4 – „1 Und es begab sich, daß er an einem Ort betete; und als er aufhörte, sprach einer seiner Jünger zu ihm: Herr, lehre uns beten, wie auch Johannes seine Jünger lehrte! 2 Da sprach er zu ihnen: Wenn ihr betet, so sprechet: Vater, geheiligt werde dein Name! Es komme dein Reich! 3 Gib uns täglich unser nötiges Brot! 4 Und vergib uns unsre Sünden, denn auch wir vergeben jedem, der uns schuldig ist! Un…"

Nachdem Jesus vor einem Gebet gewarnt hat, das hauptsächlich von Menschen gesehen werden will, spricht er darüber, wie seine Jünger tatsächlich beten sollen. Dabei wendet er sich zunächst gegen eine andere Fehlform: das gedankenlose Aneinanderreihen vieler Worte. Menschen sollen nicht meinen, sie würden gerade durch die Menge ihrer Worte erhört. Der himmlische Vater kennt ihre Bedürfnisse bereits, bevor sie ihn darum bitten. Gebet dient deshalb nicht dazu, einen unwissenden oder widerwilligen Gott erst durch genügend Worte zum Handeln zu bewegen.

Dass Gott die Bedürfnisse des Menschen kennt, macht das Gebet dennoch nicht überflüssig. Jesus selbst betet regelmäßig, und er fordert seine Jünger ausdrücklich zum Gebet auf. Gebet ist nicht bloße Informationsübermittlung, sondern Ausdruck von Vertrauen, Abhängigkeit und Gemeinschaft mit dem Vater. Der Mensch bringt sein Leben bewusst vor Gott und ordnet seine Wünsche unter dessen Willen. Gerade deshalb beginnt das Gebet, das Jesus seinen Jüngern gibt, nicht mit menschlichen Bedürfnissen.

„Unser Vater im Himmel! Dein Name werde geheiligt.“ Jesus lehrt seine Jünger, Gott als Vater anzusprechen und zugleich seine Heiligkeit ernst zu nehmen. Vertrautheit mit Gott hebt Ehrfurcht nicht auf. Sein Name soll geheiligt werden – das heißt, Gott soll als der erkannt und geehrt werden, der er wirklich ist. Das Gebet richtet den Blick damit zuerst weg vom Betenden und auf Gottes Ehre.

Darauf folgt die Bitte: „Dein Reich komme. Dein Wille geschehe auf Erden wie im Himmel.“ Die Jünger haben Jesus bereits das Reich Gottes verkündigen hören. Nun sollen sie selbst darum bitten, dass Gottes Herrschaft sich durchsetzt und schließlich vollständig sichtbar wird. Zugleich ordnet der Betende seinen eigenen Willen dem Willen Gottes unter. Gebet bedeutet deshalb nicht, Gott für die eigenen Pläne verfügbar zu machen, sondern sich seiner guten Herrschaft anzuvertrauen.

Erst danach kommen die persönlichen Bedürfnisse: „Unser tägliches Brot gib uns heute.“ Jesus lehrt damit weder Selbstgenügsamkeit noch sorglose Verantwortungslosigkeit. Er führt seine Jünger vielmehr dazu, selbst das Alltägliche als Gabe Gottes zu empfangen. Nahrung erscheint nicht als etwas, auf das der Mensch völlig unabhängig Anspruch hätte, sondern als Ausdruck täglicher Abhängigkeit vom Schöpfer. Gerade die Schlichtheit dieser Bitte zeigt, dass auch gewöhnliche Bedürfnisse vor Gott gebracht werden dürfen.

Dann rückt Jesus die Frage der Schuld in den Mittelpunkt: „Vergib uns unsere Schulden, wie auch wir vergeben unseren Schuldnern.“ Der Betende tritt nicht als moralisch unabhängiger Mensch vor Gott, sondern als jemand, der Vergebung benötigt. Gleichzeitig kann empfangene Vergebung nicht mit einem bewusst festgehaltenen unversöhnlichen Geist gegenüber anderen verbunden werden. Jesus erläutert diesen Punkt nach dem Gebet noch einmal ausdrücklich: Wer anderen vergibt, darf auf die Vergebung des himmlischen Vaters vertrauen; wer dagegen hartnäckig nicht vergeben will, widerspricht der Gnade, die er selbst erbittet.

Das bedeutet nicht, dass menschliche Vergebungsbereitschaft die göttliche Vergebung verdient. Das Gebet bleibt durchgehend Bitte, nicht Anspruch. Doch Gottes Vergebung verändert die Haltung des Menschen gegenüber anderen. Wer selbst von Gnade lebt, kann nicht zugleich Vergebung für sich fordern und Barmherzigkeit grundsätzlich verweigern. Die Beziehung zu Gott und die Beziehung zum Mitmenschen lassen sich auch hier nicht voneinander trennen.

Schließlich bittet Jesus um Bewahrung in der Versuchung und um Rettung vom Bösen. Das Gebet nimmt ernst, dass der Mensch geistlicher Gefahr ausgesetzt ist und nicht aus eigener Kraft sicher steht. Jesus selbst hat die Versuchung in der Wüste erlebt und ihr im Gehorsam widerstanden. Nun lehrt er seine Jünger, ihre eigene Schwachheit vor Gott anzuerkennen und seine Bewahrung zu suchen. Vertrauen auf Gott schließt deshalb auch die nüchterne Erkenntnis ein, dass der Mensch seine Gefährdung nicht unterschätzen darf.

Das von Jesus gelehrte Gebet ordnet damit das gesamte Leben neu. Gottes Ehre, Reich und Wille stehen zuerst; danach werden Versorgung, Vergebung und Bewahrung vor ihn gebracht. Gebet wird weder zur religiösen Vorführung noch zu einem Versuch, Gott durch viele Worte zu beeinflussen. Es ist die vertrauensvolle Hinwendung von Kindern zu ihrem Vater, deren ganzes Leben von seiner Gnade abhängt.

Von dieser Ausrichtung auf den Vater führt Jesus weiter zur Frage, woran Menschen ihr Herz binden. Denn auch ein Mensch, der richtig betet, kann sein Vertrauen im täglichen Leben dennoch auf Besitz und sichtbare Sicherheit setzen. Deshalb spricht Jesus nun über Schätze auf Erden, Schätze im Himmel und die Frage, wem der Mensch tatsächlich dient.

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Jesus warnt vor einem geteilten Herzen

Matthäus 6,19-24 – „19 Ihr sollt euch nicht Schätze sammeln auf Erden, wo die Motten und der Rost sie fressen, und wo die Diebe nachgraben und stehlen. 20 Sammelt euch aber Schätze im Himmel, wo weder die Motten noch der Rost sie fressen, und wo die Diebe nicht nachgraben und stehlen. 21 Denn wo dein Schatz ist, da wird auch dein Herz sein. 22 Das Auge ist des Leibes Leuchte. Wenn nun dein Auge lauter ist, so wird d…"
Matthäus 6,19-24 – „19 Ihr sollt euch nicht Schätze sammeln auf Erden, wo die Motten und der Rost sie fressen, und wo die Diebe nachgraben und stehlen. 20 Sammelt euch aber Schätze im Himmel, wo weder die Motten noch der Rost sie fressen, und wo die Diebe nicht nachgraben und stehlen. 21 Denn wo dein Schatz ist, da wird auch dein Herz sein. 22 Das Auge ist des Leibes Leuchte. Wenn nun dein Auge lauter ist, so wird d…"
Lukas 12,33-34 – „33 Verkaufet eure Habe und gebet Almosen! Machet euch Beutel, die nicht veralten, einen Schatz, der nicht ausgeht, im Himmel, wo kein Dieb hinkommt und keine Motte ihr Zerstörungswerk treibt. 34 Denn wo euer Schatz ist, da wird auch euer Herz sein."
Lukas 16,13 – „13 Kein Knecht kann zwei Herren dienen; denn entweder wird er den einen hassen und den andern lieben, oder er wird dem einen anhangen und den andern verachten. Ihr könnt nicht Gott dienen und dem Mammon!"

Nachdem Jesus seine Jünger gelehrt hat, ihre täglichen Bedürfnisse im Gebet dem Vater anzuvertrauen, richtet er den Blick auf die Frage, worauf Menschen ihre Sicherheit tatsächlich bauen. Er warnt davor, Schätze auf der Erde anzuhäufen, wo Motten und Rost zerstören und Diebe einbrechen und stehlen können. Damit erklärt Jesus Besitz nicht grundsätzlich für sündhaft. Seine Worte richten sich gegen eine Lebenshaltung, in der vergängliche Güter zum eigentlichen Schatz und damit zum tragenden Mittelpunkt des Lebens werden.

Die Begründung liegt in der Unsicherheit alles Irdischen. Besitz kann beschädigt, verloren oder gestohlen werden. Selbst was über lange Zeit sorgfältig aufgebaut wurde, bleibt vergänglich und kann keine dauerhafte Sicherheit geben. Jesus führt seine Zuhörer deshalb nicht zu größerer Geschicklichkeit im Absichern irdischer Schätze, sondern zu einer grundsätzlich anderen Orientierung: Sie sollen sich Schätze im Himmel sammeln, wo die zerstörerischen Kräfte dieser Welt sie nicht erreichen.

Was genau zu solchen Schätzen im Himmel gehört, wird innerhalb der gesamten Lehre Jesu deutlicher. Es geht nicht darum, durch religiöse Leistungen ein himmlisches Vermögen zu erwerben, mit dem sich Erlösung verdienen ließe. Jesus hatte bereits vor guten Werken gewarnt, die wegen menschlicher Anerkennung getan werden. Ein himmlischer Schatz entsteht vielmehr dort, wo das Leben auf Gott, sein Reich und seinen Willen ausgerichtet ist und irdische Güter nicht als höchstes Gut behandelt werden.

Jesus erklärt den Grundsatz mit einem Satz, der den ganzen Abschnitt trägt: „Denn wo euer Schatz ist, da wird auch euer Herz sein.“ Der Schatz ist damit nicht nur das Ergebnis dessen, was ein Mensch liebt; er prägt zugleich die Richtung seines Herzens. Wofür er Zeit, Aufmerksamkeit, Hoffnung und Sicherheit einsetzt, gewinnt Macht über sein Denken und seine Entscheidungen. Die Frage nach Besitz ist deshalb letztlich eine Frage nach der inneren Bindung des Menschen.

Darauf folgt das Bild vom Auge als Leuchte des Leibes. Ist das Auge gesund beziehungsweise einfältig, wird der ganze Leib licht sein; ist es dagegen schlecht, wird der Leib finster. Die genaue Bildsprache darf nicht von ihrem Zusammenhang getrennt werden. Zwischen der Lehre über Schätze und der folgenden Aussage über Gott und Mammon beschreibt Jesus die Ausrichtung des inneren Blickes. Ein ungeteiltes, auf Gott gerichtetes Herz bringt Licht in das Leben, während eine verdorbene Ausrichtung den Menschen in geistliche Finsternis führt.

Jesus warnt deshalb besonders vor einer Finsternis, die sich selbst für Licht hält. Wenn das Licht im Menschen Finsternis ist, wie groß ist dann die Finsternis. Ein Mensch kann sich für vernünftig und geistlich klar halten und dennoch von Werten beherrscht sein, die ihn von Gott wegführen. Gerade Wohlstand und religiöse Selbstsicherheit können diese Gefahr verdecken, weil äußerer Erfolg leicht mit Gottes Zustimmung verwechselt werden kann.

Der Abschnitt erreicht seinen Höhepunkt in Jesu Aussage, dass niemand zwei Herren dienen kann. Er wird entweder den einen hassen und den anderen lieben oder dem einen anhängen und den anderen verachten. Dann benennt Jesus den Gegensatz ausdrücklich: „Ihr könnt nicht Gott dienen und dem Mammon.“ Besitz wird hier nicht nur als neutrale Sache beschrieben, sondern kann zu einem konkurrierenden Herrn werden. Was eigentlich dem Menschen dienen sollte, beginnt dann, über ihn zu herrschen.

Damit liegt das Problem nicht allein in der Menge des Besitzes. Auch ein Mensch mit wenig Eigentum kann innerlich völlig von Geld beherrscht werden, während ein Wohlhabender seine Güter unter Gottes Herrschaft stellen kann. Jesus zielt tiefer auf die Frage der Loyalität. Gott beansprucht nicht lediglich einen religiösen Bereich neben anderen Lebensinteressen. Wenn Besitz, Sicherheit oder Gewinn die entscheidende Autorität werden, entsteht eine Konkurrenz, die Jesus für unvereinbar mit ungeteilter Hingabe an Gott erklärt.

Diese Lehre steht unmittelbar mit dem vorausgehenden Gebet zusammen. Wer Gott um das tägliche Brot bittet, bekennt damit seine Abhängigkeit vom Vater. Wer gleichzeitig sein eigentliches Vertrauen auf angesammelte Güter setzt, lebt in einem inneren Widerspruch. Jesus ruft deshalb nicht zu verantwortungsloser Gleichgültigkeit gegenüber dem täglichen Leben, sondern zu einer Freiheit, in der Besitz seinen richtigen Platz behält und nicht zum Herrn des Herzens wird.

Von dieser Warnung vor dem Mammon führt Jesus unmittelbar zu der Sorge um das tägliche Leben. Wenn der Mensch seine Sicherheit nicht auf Besitz gründen soll, entsteht zwangsläufig die Frage, wie er dann mit Nahrung, Kleidung und der Zukunft umgehen soll. Jesus antwortet darauf nicht mit dem Versprechen eines problemlosen Lebens, sondern mit einem Ruf zum Vertrauen auf den Vater, der seine Geschöpfe kennt und versorgt.

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Jesus lehrt Vertrauen statt Sorge

Matthäus 6,25-34 – „25 Darum sage ich euch: Sorget euch nicht um euer Leben, was ihr essen und was ihr trinken sollt, noch um euren Leib, was ihr anziehen sollt. Ist nicht das Leben mehr als die Speise und der Leib mehr als die Kleidung? 26 Sehet die Vögel des Himmels an! Sie säen nicht und ernten nicht, sie sammeln auch nicht in die Scheunen; und euer himmlischer Vater nährt sie doch. Seid ihr nicht viel mehr wert …"
Matthäus 6,25-34 – „25 Darum sage ich euch: Sorget euch nicht um euer Leben, was ihr essen und was ihr trinken sollt, noch um euren Leib, was ihr anziehen sollt. Ist nicht das Leben mehr als die Speise und der Leib mehr als die Kleidung? 26 Sehet die Vögel des Himmels an! Sie säen nicht und ernten nicht, sie sammeln auch nicht in die Scheunen; und euer himmlischer Vater nährt sie doch. Seid ihr nicht viel mehr wert …"
Lukas 12,22-31 – „22 Und er sprach zu seinen Jüngern: Darum sage ich euch, sorget euch nicht um euer Leben, was ihr essen, noch für den Leib, was ihr anziehen werdet. 23 Das Leben ist mehr als die Speise und der Leib mehr als die Kleidung. 24 Betrachtet die Raben! Sie säen nicht und ernten nicht, sie haben weder Speicher noch Scheunen, und Gott nährt sie doch. Wieviel mehr seid ihr wert als die Vögel! 25 Wer aber …"

Nachdem Jesus erklärt hat, dass niemand zugleich Gott und dem Mammon dienen kann, spricht er unmittelbar über die Sorgen des täglichen Lebens. Der Übergang ist wichtig. Wer seine Sicherheit nicht auf Besitz gründen soll, könnte meinen, nun müsse er umso ängstlicher fragen, wie Nahrung, Kleidung und Zukunft gesichert werden können. Jesus begegnet dieser Angst nicht mit Gleichgültigkeit gegenüber menschlichen Bedürfnissen. Er führt seine Jünger vielmehr zurück zum Vertrauen auf ihren himmlischen Vater.

Jesus sagt: „Sorget nicht für euer Leben, was ihr essen und was ihr trinken werdet, auch nicht für euren Leib, was ihr anziehen werdet.“ Damit verbietet er nicht jede vernünftige Planung oder verantwortliche Arbeit. Seine Worte richten sich gegen eine Sorge, die das Denken beherrscht und so handelt, als hinge das Leben letztlich allein von menschlicher Kontrolle ab. Dass Jesus im selben Abschnitt von Nahrung und Kleidung spricht, zeigt, dass es um sehr reale Bedürfnisse geht. Vertrauen auf Gott bedeutet nicht, diese Bedürfnisse zu leugnen.

Als erstes verweist Jesus auf die Vögel des Himmels. Sie säen nicht, ernten nicht und sammeln nicht in Scheunen, und doch werden sie vom himmlischen Vater ernährt. Das Bild darf nicht so verstanden werden, als wären Vögel untätig oder als solle der Mensch aufhören zu arbeiten. Jesus lenkt vielmehr den Blick auf Gottes fortdauernde Fürsorge für seine Schöpfung. Wenn der Vater selbst diese Geschöpfe versorgt, sollen seine Jünger erkennen, dass auch ihr Leben seiner Aufmerksamkeit nicht entzogen ist.

Dann fragt Jesus, ob ein Mensch durch Sorgen seiner Lebenszeit auch nur etwas hinzufügen könne. Die genaue sprachliche Form kann auf Lebenslänge oder Körpergröße bezogen werden; in beiden Fällen bleibt der Grundgedanke derselbe: Sorgen besitzt nicht die Macht, das Leben souverän zu kontrollieren. Der Mensch kann vieles planen und verantwortlich gestalten, aber er bleibt Geschöpf. Gerade die Grenzen menschlicher Kontrolle machen die Vorstellung fragwürdig, durch ständiges Sorgen Sicherheit herstellen zu können.

Auch bei der Kleidung verweist Jesus auf die Schöpfung. Die Lilien beziehungsweise Blumen des Feldes arbeiten und spinnen nicht, und doch übertrifft ihre Schönheit nach Jesu Worten selbst die Pracht Salomos. Wenn Gott das Gras des Feldes so kleidet, das heute steht und morgen vergeht, wie viel mehr wird er für Menschen sorgen. Der Vergleich richtet den Blick nicht auf menschlichen Wert als Leistung, sondern auf die Großzügigkeit des Schöpfers.

Jesus nennt seine Jünger in diesem Zusammenhang „Kleingläubige“. Sorge ist deshalb für ihn nicht nur ein psychologisches Problem, sondern kann eine geistliche Frage offenbaren. Wer den Vater kennt und dennoch lebt, als wäre er völlig allein für seine Existenz verantwortlich, hat die Tragweite dieses Vertrauens noch nicht vollständig erfasst. Jesus beschämt seine Jünger damit nicht für jede aufkommende Angst. Er ruft sie vielmehr aus der Herrschaft der Sorge zurück in das Vertrauen auf Gott.

Er unterscheidet ihre Haltung ausdrücklich von derjenigen der Völker, die nach all diesen Dingen trachten. Nahrung, Trinken und Kleidung sind nicht falsch; das Problem liegt darin, wenn sie zum alles bestimmenden Ziel werden. Die Jünger besitzen einen Vater, der weiß, dass sie diese Dinge benötigen. Gottes Wissen um ihre Bedürfnisse kommt der Bitte voraus. Dieselbe Wahrheit hatte Jesus bereits beim Gebet ausgesprochen: Der Vater weiß, was seine Kinder brauchen.

Dann gibt Jesus die positive Ausrichtung: „Trachtet aber zuerst nach dem Reich Gottes und nach seiner Gerechtigkeit.“ Das Leben soll nicht um die Absicherung des eigenen Daseins kreisen, sondern um Gottes Herrschaft und seinen Willen. „Zuerst“ bedeutet dabei nicht, dass Gottes Reich lediglich der wichtigste Punkt auf einer Liste vieler unabhängiger Prioritäten wäre. Es beschreibt die grundlegende Ausrichtung, unter die auch Arbeit, Besitz, Versorgung und Zukunft gestellt werden.

Jesus verbindet diese Aufforderung mit der Zusage, dass die notwendigen Dinge hinzugefügt werden. Daraus lässt sich kein Versprechen ableiten, jeder Gläubige werde niemals Hunger, Armut oder äußere Not erleben. Jesus selbst wird seine Jünger später auf Verfolgung und Entbehrung vorbereiten. Die Zusage steht vielmehr innerhalb des Vertrauens auf den Vater und seines Reiches: Die Bedürfnisse seiner Kinder sind ihm bekannt, und sie müssen ihr Leben nicht so führen, als sei Besitz ihre einzige Sicherheit.

Der Abschnitt endet mit einer bewusst begrenzten Sicht auf die Zukunft: „Sorget nicht für den morgenden Tag; denn der morgende Tag wird für das Seine sorgen. Es ist genug, daß jeder Tag seine eigene Plage habe.“ Jesus verspricht keinen sorglosen Lebensweg. Jeder Tag kann seine eigene Schwierigkeit tragen. Doch der Mensch soll nicht die Last zukünftiger Tage zusätzlich auf den gegenwärtigen legen. Vertrauen empfängt die Verantwortung für heute aus Gottes Hand.

Damit befreit Jesus seine Jünger sowohl von der Herrschaft des Mammon als auch von der Herrschaft der Sorge. Besitz kann das Herz fesseln, weil der Mensch darin Sicherheit sucht; Sorge kann dasselbe Herz fesseln, weil es Sicherheit nicht finden kann. Beide werden durch die Ausrichtung auf den Vater und sein Reich überwunden. Von dieser inneren Haltung führt Jesus nun zur Frage, wie seine Jünger andere Menschen beurteilen sollen. Wer selbst von Gottes Gnade und Fürsorge lebt, darf sich nicht zum selbstgerechten Richter über den Bruder erheben.

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Jesus warnt vor selbstgerechtem Richten

Matthäus 7,1-5 – „1 Richtet nicht, damit ihr nicht gerichtet werdet! 2 Denn mit welchem Gericht ihr richtet, werdet ihr gerichtet werden, und mit welchem Maß ihr meßt, wird euch gemessen werden. 3 Was siehst du aber den Splitter in deines Bruders Auge und wirst nicht gewahr des Balkens in deinem Auge? 4 Oder wie kannst du zu deinem Bruder sagen: Halt, ich will den Splitter aus deinem Auge ziehen, und siehe, der Ba…"
Matthäus 7,1-5 – „1 Richtet nicht, damit ihr nicht gerichtet werdet! 2 Denn mit welchem Gericht ihr richtet, werdet ihr gerichtet werden, und mit welchem Maß ihr meßt, wird euch gemessen werden. 3 Was siehst du aber den Splitter in deines Bruders Auge und wirst nicht gewahr des Balkens in deinem Auge? 4 Oder wie kannst du zu deinem Bruder sagen: Halt, ich will den Splitter aus deinem Auge ziehen, und siehe, der Ba…"
Lukas 6,37-42 – „37 Und richtet nicht, so werdet ihr nicht gerichtet; verurteilet nicht, so werdet ihr nicht verurteilt; sprechet los, so werdet ihr losgesprochen werden! 38 Gebet, so wird euch gegeben werden; ein gutes, vollgedrücktes, gerütteltes und überfließendes Maß wird man euch in den Schoß geben. Denn mit eben dem Maße, mit welchem ihr messet, wird euch wieder gemessen werden. 39 Er sagte ihnen aber ein G…"

Nachdem Jesus über Vertrauen auf den himmlischen Vater gesprochen hat, richtet er den Blick auf den Umgang seiner Jünger miteinander. Er beginnt mit der bekannten Aufforderung: „Richtet nicht, auf daß ihr nicht gerichtet werdet.“ Diese Worte werden leicht missverstanden, wenn sie aus ihrem Zusammenhang gelöst werden. Jesus verbietet nicht jede geistliche Unterscheidung zwischen Wahrheit und Irrtum oder zwischen richtigem und falschem Verhalten. Schon innerhalb derselben Rede fordert er seine Zuhörer dazu auf, Früchte zu prüfen und sich vor falschen Propheten zu hüten. Sein Angriff richtet sich vielmehr gegen ein selbstgerechtes, verurteilendes Richten, bei dem der Mensch die Fehler anderer scharf erkennt und die eigenen übersieht.

Jesus erklärt, dass Menschen mit dem Maß gemessen werden, das sie selbst an andere anlegen. Wer streng, unbarmherzig und ohne Selbstprüfung über andere urteilt, stellt damit zugleich einen Maßstab auf, an dem sein eigenes Leben gemessen werden muss. Die Aussage bedeutet nicht, dass Gottes Gericht mechanisch von menschlichen Urteilen abhängig wäre. Sie warnt vielmehr davor, anderen eine moralische Strenge aufzuerlegen, der man selbst nicht entsprechen kann und die Gottes Barmherzigkeit aus dem Blick verliert.

Um diese Haltung sichtbar zu machen, verwendet Jesus ein bewusst überzeichnetes Bild. Ein Mensch entdeckt einen Splitter im Auge seines Bruders, während in seinem eigenen Auge ein Balken steckt. Die Übertreibung macht den Widerspruch unübersehbar. Der Betreffende besitzt genügend Aufmerksamkeit für den kleinen Fehler des anderen, aber erstaunlich wenig Wahrnehmung für das wesentlich größere Problem im eigenen Leben.

Jesus nennt diese Haltung Heuchelei. Das Problem besteht nicht darin, dass der Splitter des Bruders völlig bedeutungslos wäre. Jesus sagt am Ende sogar, dass er entfernt werden kann. Entscheidend ist jedoch die Reihenfolge: „Ziehe zuerst den Balken aus deinem Auge, und dann wirst du klar sehen, um den Splitter aus deines Bruders Auge zu ziehen.“ Selbstprüfung kommt vor Korrektur. Wer einem anderen helfen möchte, muss zuerst bereit sein, sich selbst ehrlich unter Gottes Maßstab zu stellen.

Damit unterscheidet Jesus zwischen verurteilender Überheblichkeit und wahrer geistlicher Hilfe. Ein selbstgerechter Mensch beschäftigt sich mit den Fehlern anderer, um sich selbst größer erscheinen zu lassen. Ein von Gottes Gnade geprägter Mensch erkennt dagegen die eigene Bedürftigkeit und kann deshalb dem anderen demütiger begegnen. Er muss Sünde nicht gutheißen, aber er behandelt den Sünder nicht so, als stünde er selbst außerhalb jeder Notwendigkeit von Vergebung und Veränderung.

Lukas verbindet diese Lehre zusätzlich mit Jesu Aufforderung, nicht zu verdammen und bereit zu sein zu vergeben. Der Zusammenhang verstärkt den Schwerpunkt auf Barmherzigkeit. Wer selbst von Gottes Vergebung lebt, kann andere nicht leichtfertig endgültig abschreiben. Das letzte Urteil über einen Menschen gehört Gott. Menschen können Handlungen beurteilen, Warnungen aussprechen und notwendige Grenzen ziehen; sie besitzen jedoch nicht Gottes umfassende Kenntnis des Herzens und der gesamten Lebensgeschichte eines anderen.

Jesus verwendet anschließend das Bild eines Blinden, der einen anderen Blinden führt. Wenn der Führende selbst nicht richtig sieht, fallen schließlich beide in die Grube. Damit richtet sich seine Warnung auch an Menschen, die andere geistlich anleiten möchten. Korrektur setzt Klarheit voraus. Wer die eigenen blinden Flecken nicht ernst nimmt, kann anderen nicht sicher den Weg weisen, selbst wenn er überzeugt ist, ihnen helfen zu wollen.

Diese Worte stehen in enger Verbindung mit der gesamten Bergpredigt. Jesus hat wiederholt das Herz hinter äußerem Verhalten angesprochen: Zorn hinter Gewalt, Begierde hinter Ehebruch, Selbstdarstellung hinter religiösen Werken und Sorge hinter dem Streben nach Sicherheit. Nun richtet er denselben prüfenden Blick auf moralische Urteile. Auch die Fähigkeit, Fehler richtig zu benennen, kann durch Stolz verdorben werden.

Die Lösung besteht deshalb nicht darin, jede Bewertung aufzugeben und Wahrheit und Irrtum ununterscheidbar zu machen. Jesus fordert gerade dazu auf, zuerst klar sehen zu lernen. Diese Klarheit entsteht dort, wo der Mensch sich selbst unter Gottes Wort stellt und die eigene Schuld nicht verdrängt. Erst dann kann Korrektur dem anderen wirklich dienen, statt ihn nur zu verurteilen.

Von dieser Warnung vor selbstgerechtem Richten führt Jesus zu einer notwendigen Ergänzung. Barmherzigkeit bedeutet nicht, geistliche Dinge völlig unterschiedslos jedem Menschen aufzudrängen. Seine Jünger sollen zugleich Weisheit darin entwickeln, wie sie mit dem umgehen, was heilig und kostbar ist. Deshalb spricht Jesus anschließend in einem kurzen, scharfen Bild davon, das Heilige nicht den Hunden zu geben und Perlen nicht vor die Schweine zu werfen.

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Jesus fordert geistliche Unterscheidung

Matthäus 7,6 – „6 Gebet das Heilige nicht den Hunden und werfet eure Perlen nicht vor die Schweine, damit sie dieselben nicht mit ihren Füßen zertreten und sich umwenden und euch zerreißen."
Matthäus 7,6 – „6 Gebet das Heilige nicht den Hunden und werfet eure Perlen nicht vor die Schweine, damit sie dieselben nicht mit ihren Füßen zertreten und sich umwenden und euch zerreißen."
Sprüche 9,7-8 – „7 Wer einen Spötter züchtigt, holt sich Beschimpfung, und wer einen Gottlosen bestraft, kriegt sein Teil. 8 Bestrafe den Spötter nicht! Er haßt dich; bestrafe den Weisen, der wird dich lieben!"

Unmittelbar nach seiner Warnung vor selbstgerechtem Richten fügt Jesus einen kurzen Satz hinzu, der eine wichtige Ergänzung bildet: „Gebt das Heilige nicht den Hunden und werft eure Perlen nicht vor die Säue.“ Ohne diesen Gedanken könnte seine Aufforderung, nicht zu richten, leicht so verstanden werden, als müssten seine Jünger auf jede geistliche Unterscheidung verzichten. Jesus verlangt jedoch weder Naivität noch Gleichgültigkeit gegenüber der Haltung, mit der Menschen Gottes Wahrheit begegnen.

Die verwendeten Bilder sind bewusst scharf. Heiliges bezeichnet etwas, das Gott gehört und nicht achtlos behandelt werden darf; Perlen stehen für etwas Kostbares. Hunde und Schweine galten im jüdischen Umfeld als unreine Tiere und dienen hier als Bilder für Menschen, die das ihnen Anvertraute nicht nur nicht schätzen, sondern verächtlich behandeln. Jesus gibt damit keine Erlaubnis, andere Menschen pauschal herabzusetzen. Das Bild beschreibt vielmehr eine erkennbare Haltung gegenüber dem Heiligen.

Seine Warnung richtet sich deshalb gegen ein unterschiedsloses Weitergeben geistlicher Wahrheit, ohne darauf zu achten, wie der Empfänger damit umgeht. Es gibt Situationen, in denen Menschen nicht lediglich zweifeln, fragen oder noch nicht verstehen, sondern das Heilige bewusst verspotten, zertreten oder aggressiv gegen den Überbringer wenden. Jesus sagt nicht, dass solchen Menschen jede Hoffnung abgesprochen werden soll. Er macht jedoch deutlich, dass seine Jünger nicht verpflichtet sind, das Kostbare immer wieder einer Haltung auszuliefern, die es bewusst entweiht.

Der zweite Teil des Bildes unterstreicht diese Gefahr: Die Schweine könnten die Perlen zertreten und sich anschließend gegen diejenigen wenden, die sie ihnen hingeworfen haben. Damit beschreibt Jesus nicht nur den möglichen Verlust dessen, was kostbar ist, sondern auch eine Gefahr für denjenigen, der es weitergibt. Geistliche Treue verlangt deshalb nicht, jede Auseinandersetzung unbegrenzt fortzusetzen. Es kann richtig sein, sich zurückzuziehen, wenn deutlich geworden ist, dass ein Mensch nicht hören, sondern lediglich verhöhnen oder zerstören will.

Diese Weisheit steht nicht im Gegensatz zur Geduld Jesu mit Suchenden. In seinem eigenen Dienst begegnet er Menschen, die langsam verstehen, zweifeln oder sogar zunächst ablehnend reagieren. Nikodemus begreift die neue Geburt nicht sofort; die Frau in Samaria missversteht zunächst das lebendige Wasser; selbst seine Jünger erfassen viele seiner Worte erst später. Unverständnis allein macht einen Menschen deshalb nicht zu jemandem, dem das Heilige entzogen werden soll.

Entscheidend ist die Haltung gegenüber der Wahrheit. Wer ehrlich fragt, darf lernen. Wer schwach glaubt, kann wachsen. Wer mit Schuld zu Jesus kommt, wird nicht zurückgewiesen. Anders ist die Situation dort, wo Wahrheit bewusst verachtet und nur zum Gegenstand von Spott oder Feindseligkeit gemacht wird. Geistliche Unterscheidung bedeutet, diesen Unterschied wahrzunehmen, ohne sich anzumaßen, das endgültige Urteil über einen Menschen zu sprechen.

Damit ergänzt Matthäus 7,6 die vorausgehende Warnung vor dem Richten auf ausgewogene Weise. Der Jünger soll weder hochmütig über andere urteilen noch unterschiedslos handeln, als gäbe es keine erkennbaren Unterschiede in der Reaktion auf Gottes Wort. Demut und Urteilsfähigkeit gehören zusammen. Wer zuerst den eigenen Balken erkannt hat, kann klarer sehen – nicht um andere zu verachten, sondern um verantwortungsvoll zu handeln.

Diese Verantwortung verlangt Weisheit, die der Mensch nicht einfach aus sich selbst hervorbringen kann. Gerade deshalb führt Jesus unmittelbar danach wieder zum Gebet. Nachdem er seine Jünger mit hohen Anforderungen an Herz, Beziehungen, Wahrheit, Barmherzigkeit und Unterscheidung konfrontiert hat, erinnert er sie daran, dass der Vater ihnen nicht fernsteht. Sie dürfen bitten, suchen und anklopfen – im Vertrauen darauf, dass Gott seinen Kindern Gutes gibt.

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Jesus ermutigt zum beharrlichen Gebet

Matthäus 7,7-11 – „7 Bittet, so wird euch gegeben; suchet, so werdet ihr finden; klopfet an, so wird euch aufgetan! 8 Denn jeder, der bittet, empfängt; und wer sucht, der findet; und wer anklopft, dem wird aufgetan. 9 Oder ist unter euch ein Mensch, der, wenn sein Sohn ihn um Brot bittet, ihm einen Stein gäbe, 10 oder, wenn er um einen Fisch bittet, er ihm eine Schlange gäbe? 11 Wenn nun ihr, die ihr arg seid, eure…"
Matthäus 7,7-11 – „7 Bittet, so wird euch gegeben; suchet, so werdet ihr finden; klopfet an, so wird euch aufgetan! 8 Denn jeder, der bittet, empfängt; und wer sucht, der findet; und wer anklopft, dem wird aufgetan. 9 Oder ist unter euch ein Mensch, der, wenn sein Sohn ihn um Brot bittet, ihm einen Stein gäbe, 10 oder, wenn er um einen Fisch bittet, er ihm eine Schlange gäbe? 11 Wenn nun ihr, die ihr arg seid, eure…"
Lukas 11,9-13 – „9 Und ich sage euch: Bittet, so wird euch gegeben werden; suchet, so werdet ihr finden; klopfet an, so wird euch aufgetan werden! 10 Denn jeder, der bittet, empfängt; und wer sucht, der findet; und wer anklopft, dem wird aufgetan werden. 11 Welcher Vater unter euch wird seinem Sohn einen Stein geben, wenn er ihn um Brot bittet? Oder wenn er ihn um einen Fisch bittet, gibt er ihm statt des Fisches…"

Nachdem Jesus seine Jünger zu geistlicher Unterscheidung aufgerufen hat, führt er sie erneut zum Vertrauen auf den Vater. Die Anforderungen der Bergpredigt könnten leicht den Eindruck erwecken, der Mensch müsse aus eigener Kraft jene Gerechtigkeit hervorbringen, die Jesus beschreibt. Doch Jesus lässt seine Jünger nicht bei ihrer eigenen Begrenztheit stehen. Er fordert sie auf: „Bittet, so wird euch gegeben; suchet, so werdet ihr finden; klopfet an, so wird euch aufgetan.“

Die drei Bilder – bitten, suchen und anklopfen – beschreiben eine aktive Hinwendung zu Gott. Gebet erscheint nicht als passives Schicksalsertragen, sondern als vertrauensvolles Suchen des Vaters. Jesus ermutigt seine Jünger, mit ihren Bedürfnissen wirklich zu Gott zu kommen. Zugleich liegt die Gewissheit nicht in einer besonderen Gebetstechnik, sondern im Charakter dessen, an den sie sich wenden.

Jesus verstärkt seine Aussage: Wer bittet, empfängt; wer sucht, findet; und wer anklopft, dem wird geöffnet. Diese Worte dürfen jedoch nicht von seiner übrigen Lehre getrennt und als unbegrenztes Versprechen verstanden werden, Gott werde jeden menschlichen Wunsch genau in der gewünschten Form erfüllen. Jesus hatte seine Jünger gerade gelehrt zu beten: „Dein Wille geschehe.“ Christliches Bitten steht deshalb innerhalb des Vertrauens darauf, dass der Vater besser weiß, was gut ist, als der bittende Mensch selbst.

Um dieses Vertrauen verständlich zu machen, verwendet Jesus das Bild menschlicher Eltern. Welcher Vater würde seinem Sohn einen Stein geben, wenn dieser um Brot bittet, oder eine Schlange, wenn er um einen Fisch bittet? Selbst unvollkommene Menschen wissen ihren Kindern gute Gaben zu geben. Von diesem alltäglichen Beispiel führt Jesus zu einem Schluss vom Kleineren zum Größeren: Wie viel mehr wird der Vater im Himmel denen Gutes geben, die ihn bitten.

Jesus bezeichnet seine menschlichen Zuhörer dabei nüchtern als „böse“. Er idealisiert die menschliche Natur nicht. Auch Menschen, die ihren Kindern echte Liebe entgegenbringen, gehören zu einer von Sünde geprägten Menschheit. Gerade deshalb wird der Gegensatz zum himmlischen Vater umso stärker. Wenn selbst sündige Menschen ihren Kindern nicht absichtlich Schädliches anstelle des Erbetenen geben, kann Gottes Güte erst recht nicht hinter ihrer Fürsorge zurückbleiben.

Lukas überliefert dieselbe Lehre mit einem besonderen Schwerpunkt. Dort endet Jesu Vergleich mit der Aussage, dass der Vater im Himmel den Heiligen Geist denen geben wird, die ihn bitten. Matthäus spricht allgemein von „guten Gaben“, Lukas nennt die größte Gabe besonders: Gottes Geist. Damit wird deutlich, dass Jesu Ermutigung zum Gebet weit über materielle Versorgung hinausgeht. Der Vater gibt seinen Kindern, was sie für ein Leben mit ihm benötigen.

Gerade im Zusammenhang der bisherigen Lehre erhält diese Zusage großes Gewicht. Jesus hat Reinheit des Herzens, Feindesliebe, Wahrhaftigkeit, Barmherzigkeit, Freiheit von Sorge und Demut gegenüber anderen gefordert. Kein Mensch kann diese Eigenschaften durch bloße Willenskraft vollkommen erzeugen. Die Gabe des Heiligen Geistes steht deshalb in engem Zusammenhang mit jener inneren Erneuerung, von der Jesus bereits zu Nikodemus gesprochen hatte.

Das Vertrauen im Gebet gründet somit nicht darauf, dass der Mensch genügend Glaubenskraft entwickelt, um Gott zu einer gewünschten Handlung zu bewegen. Es gründet auf der Güte des Vaters. Ein Kind bittet, weil es darauf vertraut, dass sein Vater hört; es bestimmt jedoch nicht dadurch selbst, welche Antwort letztlich gut ist. Jesu Lehre verbindet deshalb Freimütigkeit und Unterordnung: Seine Jünger dürfen beharrlich bitten und zugleich darauf vertrauen, dass Gottes Antwort seinem vollkommenen Willen entspricht.

Gebet führt damit erneut aus der Selbstbezogenheit heraus. Wer Gott als guten Vater kennt, muss weder alles selbst kontrollieren noch seine geistliche Veränderung allein hervorbringen. Er darf bitten, suchen und anklopfen. Doch die empfangene Güte Gottes soll nicht beim Betenden enden. Unmittelbar anschließend fasst Jesus den Umgang mit anderen Menschen in einem weitreichenden Grundsatz zusammen: Was ein Mensch von anderen für sich selbst wünscht, soll er ihnen ebenso tun.

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Jesus fasst den Umgang mit anderen in einer Regel zusammen

Matthäus 7,12 – „12 Alles nun, was ihr wollt, daß die Leute euch tun sollen, das tut auch ihr ihnen ebenso; denn dies ist das Gesetz und die Propheten."
Matthäus 7,12 – „12 Alles nun, was ihr wollt, daß die Leute euch tun sollen, das tut auch ihr ihnen ebenso; denn dies ist das Gesetz und die Propheten."
Lukas 6,31 – „31 Und wie ihr wollt, daß euch die Leute tun sollen, tut auch ihr ihnen gleicherweise."

Nachdem Jesus seine Jünger ermutigt hat, dem himmlischen Vater zu vertrauen und von ihm gute Gaben zu erwarten, richtet er den Blick erneut auf den Umgang mit anderen Menschen. In einem einzigen Satz fasst er einen weitreichenden Grundsatz zusammen: „Alles nun, was ihr wollt, daß euch die Leute tun sollen, das tut ihr ihnen auch.“ Jesus verlangt damit nicht nur, anderen keinen Schaden zuzufügen. Er fordert seine Jünger auf, selbst aktiv so zu handeln, wie sie sich wünschen würden, dass andere ihnen begegnen.

Dieser Unterschied ist bedeutsam. Es wäre möglich, sich äußerlich korrekt zu verhalten, indem man lediglich vermeidet, andere zu verletzen. Jesu Maßstab geht darüber hinaus. Wer sich selbst nach Verständnis, Hilfe, Ehrlichkeit, Geduld und Barmherzigkeit sehnt, soll diese Haltung nicht nur von anderen erwarten, sondern sie ihnen selbst entgegenbringen. Der Jünger fragt deshalb nicht zuerst: „Was muss ich mindestens unterlassen?“, sondern: „Wie würde ich in dieser Situation behandelt werden wollen?“

Jesus macht die eigene menschliche Erfahrung damit zu einem Ausgangspunkt verantwortlicher Liebe. Jeder Mensch kennt Bedürfnisse, Verletzlichkeit und den Wunsch nach gerechter Behandlung. Diese Erfahrung soll jedoch nicht in Selbstbezogenheit enden. Sie wird zu einer Brücke, durch die der Mensch lernt, die Situation des anderen ernst zu nehmen. Die eigenen Bedürfnisse werden nicht zum alleinigen Mittelpunkt, sondern helfen dabei, die Verantwortung gegenüber dem Mitmenschen zu erkennen.

Lukas überliefert denselben Gedanken im Zusammenhang mit der Feindesliebe: „Und wie ihr wollt, daß euch die Leute tun sollen, also tut ihnen gleichfalls.“ Dadurch erhält die Aussage eine noch anspruchsvollere Reichweite. Sie gilt nicht nur gegenüber Freunden und Menschen, die sich freundlich verhalten. Selbst dort, wo ein anderer schwierig, ablehnend oder feindselig begegnet, soll die eigene Reaktion nicht einfach dessen Verhalten spiegeln.

Dabei bedeutet die Regel nicht, jedem Menschen genau das zu geben, was man selbst persönlich bevorzugen würde. Menschen besitzen unterschiedliche Bedürfnisse und Lebenssituationen. Jesu Aussage verlangt deshalb keine gedankenlose Übertragung eigener Wünsche, sondern eine Haltung, die den anderen mit derselben Ernsthaftigkeit und Rücksicht behandelt, die man für sich selbst erwartet. Wahre Liebe fragt nicht nur nach den eigenen Vorlieben, sondern nach dem wirklichen Wohl des anderen.

Jesus fügt hinzu: „Denn das ist das Gesetz und die Propheten.“ Damit verbindet er diesen Grundsatz ausdrücklich mit der bisherigen Offenbarung Gottes. Seine Lehre steht nicht im Gegensatz zu Gesetz und Propheten, sondern bringt ihren sittlichen Anspruch in konzentrierter Form zum Ausdruck. Schon das Gesetz hatte geboten, den Nächsten zu lieben wie sich selbst. Jesus zeigt nun, wie umfassend diese Liebe das alltägliche Verhalten prägen soll.

Diese Aussage erinnert zugleich an seine frühere Erklärung, dass er nicht gekommen sei, Gesetz und Propheten aufzulösen. Die Bergpredigt führt daher nicht von Gottes früherem Willen weg. Sie legt vielmehr offen, worauf dieser Wille im menschlichen Zusammenleben zielt. Gebote sollen nicht zu einem System werden, mit dem der Mensch nur die äußerste Grenze des Erlaubten sucht. Sie führen zu einem Leben, das Gottes Liebe, Gerechtigkeit und Barmherzigkeit gegenüber anderen widerspiegelt.

Gerade dadurch wird deutlich, warum die bisherige Lehre Jesu so tief in das Herz hineinreicht. Wer andere behandelt, wie er selbst behandelt werden möchte, kann nicht gleichzeitig an Hass, bewusst gepflegter Begierde, Täuschung, Vergeltung oder selbstgerechter Verachtung festhalten. Die sogenannte goldene Regel steht deshalb nicht isoliert innerhalb der Bergpredigt. Sie verdichtet vieles von dem, was Jesus zuvor über Beziehungen, Vergebung, Feindesliebe und Barmherzigkeit gesagt hat.

Doch eine solche Lebensweise ist nicht einfach der breite und bequeme Weg, den Menschen von selbst wählen. Unmittelbar nach dieser Zusammenfassung spricht Jesus davon, dass es zwei Wege gibt und dass der Weg zum Leben durch eine enge Pforte führt. Damit verschiebt sich der Schwerpunkt der Bergpredigt von der Erklärung des Lebens unter Gottes Herrschaft zu einer persönlichen Entscheidung: Es genügt nicht, Jesu Worte lediglich zu hören oder bewundernswert zu finden. Der Mensch muss sich entscheiden, welchen Weg er tatsächlich gehen will.

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Jesus ruft durch die enge Pforte

Matthäus 7,13-14 – „13 Gehet ein durch die enge Pforte. Denn die Pforte ist weit, und der Weg ist breit, der ins Verderben führt, und viele sind es, die da hineingehen. 14 Aber die Pforte ist eng, und der Weg ist schmal, der zum Leben führt, und wenige sind es, die ihn finden!"
Matthäus 7,13-14 – „13 Gehet ein durch die enge Pforte. Denn die Pforte ist weit, und der Weg ist breit, der ins Verderben führt, und viele sind es, die da hineingehen. 14 Aber die Pforte ist eng, und der Weg ist schmal, der zum Leben führt, und wenige sind es, die ihn finden!"
Lukas 13,23-24 – „23 Es sprach aber einer zu ihm: Herr, werden wenige gerettet? Er aber sprach zu ihnen: 24 Ringet darnach, daß ihr eingehet durch die enge Pforte! Denn viele, sage ich euch, werden einzugehen suchen und es nicht vermögen."

Nachdem Jesus den Umgang mit anderen in einem umfassenden Grundsatz zusammengefasst hat, führt er seine Zuhörer zu einer persönlichen Entscheidung. Seine Lehre darf nicht nur bewundert, diskutiert oder als hohe moralische Idee anerkannt werden. Jesus spricht von zwei Wegen, die in unterschiedliche Richtungen führen, und fordert ausdrücklich dazu auf, durch die enge Pforte einzutreten. Damit erhält die Bergpredigt einen zunehmend dringlichen Charakter.

Jesus beschreibt einen breiten Weg mit einer weiten Pforte. Viele gehen auf diesem Weg, doch sein Ende ist Verderben. Der breite Weg erscheint gerade deshalb attraktiv, weil er keinen engen Zugang verlangt. Er lässt Raum für eine Lebensführung, die sich nicht ernsthaft unter Gottes Herrschaft stellen möchte. Die Menge der Menschen auf diesem Weg ist dabei kein Hinweis darauf, dass er deshalb richtig wäre. Wahrheit wird in Jesu Worten nicht durch Mehrheit bestimmt.

Demgegenüber steht die enge Pforte und der schmale Weg, der zum Leben führt. Jesus sagt, dass nur wenige ihn finden. Damit beschreibt er keinen geheimen Erlösungsweg für eine geistliche Elite. Die gesamte bisherige Verkündigung war öffentlich ausgesprochen worden. Eng ist der Weg vielmehr deshalb, weil Gottes Reich nicht mit einem Leben vereinbar ist, das gleichzeitig an Selbstherrschaft, Sünde und bewusster Ablehnung seines Willens festhalten möchte.

Die enge Pforte darf deshalb auch nicht zu einem Bild menschlicher Selbsterlösung gemacht werden. Jesus hat bereits deutlich erklärt, dass der Mensch neues Leben von Gott benötigt, Vergebung empfangen muss und auf die Güte des Vaters angewiesen ist. Der Weg zum Leben wird nicht dadurch schmal, dass Gott nur besonders leistungsfähige Menschen retten wollte. Er ist schmal, weil es letztlich nur einen Weg der Versöhnung mit Gott gibt und dieser Weg nicht nach menschlichem Wunsch verändert werden kann.

Im weiteren Zeugnis des Johannesevangeliums wird Jesus selbst diese Ausschließlichkeit noch deutlicher auf seine Person beziehen. Schon innerhalb der Bergpredigt ist er jedoch nicht lediglich ein Wegweiser, der von außen auf zwei Möglichkeiten zeigt. Seine ganze Lehre verlangt eine Antwort auf seine eigene Autorität. Der Weg zum Leben besteht deshalb nicht darin, einige Aussagen Jesu auszuwählen, während seine Herrschaft abgelehnt wird.

Lukas berichtet später von einer verwandten Frage: Jemand fragt Jesus, ob nur wenige gerettet werden. Jesus beantwortet diese Frage nicht mit einer Zahl. Stattdessen fordert er seine Zuhörer auf, danach zu ringen, durch die enge Pforte einzugehen. Damit verschiebt er die Aufmerksamkeit von Spekulationen über andere Menschen auf die eigene Antwort gegenüber Gott. Entscheidend ist nicht, ob ein Mensch die Anzahl der Geretteten kennt, sondern ob er selbst Gottes Ruf ernst nimmt.

Die Bildsprache trägt zugleich eine Warnung vor religiöser Selbstsicherheit. Ein Mensch kann sich in der Nähe religiöser Wahrheit befinden und dennoch auf dem breiten Weg bleiben. Die bisherigen Worte Jesu hatten wiederholt gezeigt, dass äußere Frömmigkeit nicht genügt, wenn das Herz Gott nicht gehört. Die enge Pforte lässt sich deshalb nicht durch Herkunft, religiöse Bekanntheit oder bloße Zustimmung zu richtigen Aussagen ersetzen.

Gleichzeitig ist Jesu Ruf ein wirklicher Ruf zum Leben. Der schmale Weg endet nicht in Verlust, sondern im Leben. Was äußerlich enger erscheinen mag, führt zu dem Ziel, nach dem der Mensch eigentlich geschaffen wurde. Jesus stellt deshalb nicht zwei gleichwertige Lebensstile zur Auswahl. Einer führt zum Leben, der andere zum Verderben. Die Entscheidung besitzt endgültige Bedeutung.

Gerade weil der Weg zum Leben nicht automatisch der populärere ist, warnt Jesus nun davor, sich allein auf religiöse Erscheinung oder überzeugende Worte zu verlassen. Nicht jeder, der geistlich auftritt oder im Namen Gottes spricht, führt tatsächlich auf dem schmalen Weg. Seine nächste Warnung richtet sich deshalb gegen falsche Propheten, die äußerlich harmlos erscheinen können, deren wahre Natur aber an ihren Früchten erkannt werden soll.

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Jesus warnt vor falschen Propheten

Matthäus 7,15-20 – „15 Hütet euch aber vor den falschen Propheten, welche in Schafskleidern zu euch kommen, inwendig aber reißende Wölfe sind. 16 An ihren Früchten sollt ihr sie erkennen. Sammelt man auch Trauben von Dornen, oder Feigen von Disteln? 17 So bringt ein jeder gute Baum gute Früchte, der faule Baum aber bringt schlechte Früchte. 18 Ein guter Baum kann nicht schlechte Früchte bringen, und ein fauler Baum …"
Matthäus 7,15-20 – „15 Hütet euch aber vor den falschen Propheten, welche in Schafskleidern zu euch kommen, inwendig aber reißende Wölfe sind. 16 An ihren Früchten sollt ihr sie erkennen. Sammelt man auch Trauben von Dornen, oder Feigen von Disteln? 17 So bringt ein jeder gute Baum gute Früchte, der faule Baum aber bringt schlechte Früchte. 18 Ein guter Baum kann nicht schlechte Früchte bringen, und ein fauler Baum …"
Lukas 6,43-45 – „43 Denn es gibt keinen guten Baum, der schlechte Frucht bringt, noch einen schlechten Baum, der gute Frucht bringt. 44 Denn jeder Baum wird an seiner Frucht erkannt; denn von Dornen sammelt man keine Feigen, und vom Dornbusch liest man keine Trauben. 45 Der gute Mensch bringt aus dem guten Schatze seines Herzens das Gute hervor, und der böse Mensch bringt aus dem bösen [Schatze seines Herzens] da…"

Nachdem Jesus von der engen Pforte und dem schmalen Weg gesprochen hat, warnt er seine Zuhörer davor, dass nicht jeder religiöse Wegweiser tatsächlich zu diesem Leben führt. „Hütet euch vor den falschen Propheten“, sagt er. Damit setzt Jesus voraus, dass geistliche Täuschung nicht immer sofort als solche erkennbar ist. Falsche Propheten können äußerlich fromm, überzeugend und ungefährlich wirken und dennoch Menschen von Gottes Wahrheit wegführen.

Jesus beschreibt sie als Menschen, die in Schafskleidern kommen, innerlich aber reißende Wölfe sind. Das Bild zeigt den Gegensatz zwischen äußerem Erscheinungsbild und tatsächlichem Wesen. Die Gefahr liegt gerade darin, dass der Betrug nicht offen angekündigt wird. Ein falscher Lehrer muss nicht wie ein Gegner Gottes auftreten. Er kann eine Gestalt annehmen, die Vertrauen erweckt, religiöse Sprache verwenden und äußerlich zur Gemeinschaft der Gläubigen gehören.

Deshalb gibt Jesus seinen Jüngern einen Maßstab: „An ihren Früchten werdet ihr sie erkennen.“ Die Beurteilung soll nicht allein nach Auftreten, Begabung, Erfolg oder eindrucksvollen Worten erfolgen. Ein Baum wird letztlich daran erkannt, was er hervorbringt. Ebenso zeigt sich die tatsächliche geistliche Ausrichtung eines Menschen in den Früchten seines Lebens und seiner Lehre.

Jesus verdeutlicht diesen Grundsatz mit einem einfachen Bild aus der Natur. Von Dornen werden keine Trauben gesammelt und von Disteln keine Feigen. Ein guter Baum bringt gute Früchte hervor, ein schlechter Baum schlechte. Das Bild bedeutet nicht, dass ein treuer Mensch niemals versagt oder dass jede einzelne falsche Handlung sofort den gesamten geistlichen Zustand endgültig festlegt. Jesus spricht vielmehr von dem grundlegenden Zusammenhang zwischen innerer Wirklichkeit und dem, was daraus dauerhaft hervorgeht.

Lukas überliefert denselben Gedanken mit einem zusätzlichen Schwerpunkt auf dem Herzen. Ein guter Mensch bringt aus dem guten Schatz seines Herzens Gutes hervor, während aus einem bösen Schatz Böses hervorgeht. „Denn wes das Herz voll ist, des geht der Mund über.“ Damit führt Jesus die Prüfung erneut von der Oberfläche zur Quelle zurück. Worte und Handlungen offenbaren mit der Zeit, was das Herz prägt.

Diese Prüfung verlangt Geduld und biblische Klarheit. Nicht jeder beeindruckende Redner ist deshalb ein wahrer Prophet, weil viele Menschen ihm folgen. Ebenso beweist Widerstand oder geringe Popularität nicht automatisch, dass jemand falsch ist. Jesus selbst erlebt starke Ablehnung, obwohl seine Botschaft wahr ist. Die Frucht muss deshalb im Licht von Gottes Wort beurteilt werden: Führt eine Lehre zu Wahrheit, Gehorsam, Barmherzigkeit und Treue zu Gott oder entfernt sie Menschen davon?

Die Warnung vor falschen Propheten steht zugleich in enger Verbindung mit Jesu Aussage, dass er Gesetz und Propheten nicht auflösen will. Ein geistlicher Lehrer kann sich nicht glaubwürdig auf Gott berufen und gleichzeitig dessen offenbarten Willen bewusst verdrehen. Auch außergewöhnliche religiöse Erfahrungen ersetzen diesen Maßstab nicht. Was von Gott kommt, steht nicht gegen die Wahrheit, die er bereits offenbart hat.

Jesus schließt das Bild mit einer ernsten Gerichtsaussage. Jeder Baum, der keine gute Frucht bringt, wird abgehauen und ins Feuer geworfen. Die gegenwärtige religiöse Erscheinung entscheidet also nicht über das letzte Urteil. Gott sieht das tatsächliche Wesen und die Frucht. Der Gedanke erinnert daran, dass die Unterscheidung zwischen wahr und falsch nicht bloß eine akademische Frage ist, sondern eine Frage mit endgültiger Bedeutung.

Damit führt Jesus seine Warnung noch einen Schritt weiter. Selbst richtige religiöse Worte reichen nicht aus, wenn das Leben dem Willen Gottes widerspricht. Nicht jeder, der Jesus ehrfurchtsvoll mit „Herr, Herr“ anspricht, gehört deshalb tatsächlich zu seinem Reich. Die nächste Aussage der Bergpredigt wird gerade deshalb besonders ernst: Jesus stellt klar, dass selbst religiöse Bekenntnisse und außergewöhnliche Werke keine echte Beziehung zu ihm ersetzen können.

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Nicht jeder, der „Herr, Herr“ sagt, gehört zu Jesus

Matthäus 7,21-23 – „21 Nicht jeder, der zu mir sagt: «Herr, Herr», wird in das Himmelreich eingehen, sondern wer den Willen meines Vaters im Himmel tut. 22 Viele werden an jenem Tage zu mir sagen: Herr, Herr, haben wir nicht in deinem Namen geweissagt und in deinem Namen Dämonen ausgetrieben und in deinem Namen viele Taten vollbracht? 23 Und dann werde ich ihnen bezeugen: Ich habe euch nie gekannt; weichet von mir, …"
Matthäus 7,21-23 – „21 Nicht jeder, der zu mir sagt: «Herr, Herr», wird in das Himmelreich eingehen, sondern wer den Willen meines Vaters im Himmel tut. 22 Viele werden an jenem Tage zu mir sagen: Herr, Herr, haben wir nicht in deinem Namen geweissagt und in deinem Namen Dämonen ausgetrieben und in deinem Namen viele Taten vollbracht? 23 Und dann werde ich ihnen bezeugen: Ich habe euch nie gekannt; weichet von mir, …"
Lukas 6,46 – „46 Was heißet ihr mich aber «Herr, Herr» und tut nicht, was ich sage?"

Nach der Warnung vor falschen Propheten richtet Jesus den Blick nicht mehr nur auf diejenigen, die andere lehren, sondern auf jeden Menschen, der sich zu ihm bekennt. Er sagt ausdrücklich: „Nicht jeder, der zu mir sagt: Herr, Herr! wird in das Reich der Himmel eingehen.“ Damit macht Jesus deutlich, dass selbst eine richtige religiöse Anrede keine ausreichende Grundlage für die Zugehörigkeit zu Gottes Reich bildet. Ein Mensch kann Jesus mit Worten als Herrn bezeichnen und dennoch in seinem Leben seine Herrschaft ablehnen.

Jesus nennt als Gegenstück denjenigen, der den Willen seines Vaters im Himmel tut. Diese Aussage darf nicht so verstanden werden, als würde sich ein Mensch durch eigene Werke den Eintritt in Gottes Reich verdienen. Die gesamte bisherige Verkündigung Jesu hat Gnade, Vergebung, neue Geburt und Abhängigkeit von Gott vorausgesetzt. Doch echte Gnade bleibt nicht ohne Wirkung. Wer Jesus wirklich als Herrn anerkennt, kann seinen offenbarten Willen nicht grundsätzlich für bedeutungslos erklären.

Lukas überliefert denselben Gedanken in einer direkten Frage Jesu: „Was heißet ihr mich aber Herr, Herr, und tut nicht, was ich sage?“ Damit wird der Widerspruch besonders deutlich. Der Titel „Herr“ beansprucht Unterordnung. Wer Jesus so nennt und gleichzeitig bewusst ablehnt, was er sagt, entleert das eigene Bekenntnis seines Inhalts. Nachfolge besteht deshalb nicht nur darin, richtige Aussagen über Jesus zu machen, sondern darin, sein Wort tatsächlich ernst zu nehmen.

Noch überraschender wird Jesu Warnung, als er von Menschen spricht, die sich am Tag des Gerichts auf außergewöhnliche religiöse Werke berufen. Sie werden sagen, in seinem Namen geweissagt, Dämonen ausgetrieben und viele mächtige Taten vollbracht zu haben. Jesus bestreitet in dieser Aussage nicht zunächst jede einzelne behauptete Erfahrung. Sein entscheidender Punkt lautet vielmehr, dass selbst eindrucksvolle religiöse Aktivitäten keine sichere Garantie dafür sind, dass ein Mensch wirklich zu ihm gehört.

Damit werden geistliche Begabung, sichtbarer Erfolg und übernatürlich wirkende Erfahrungen als unzureichende Maßstäbe entlarvt. Wer beeindruckende Dinge vollbringt, kann deshalb nicht automatisch als von Gott bestätigt gelten. Das entspricht Jesu unmittelbar vorausgehender Warnung vor falschen Propheten: Nicht Erscheinung und Wirkung allein entscheiden, sondern die Frucht und die Übereinstimmung mit Gottes Willen. Religiöse Macht ersetzt keinen gehorsamen Glauben.

Besonders ernst ist Jesu abschließende Aussage: „Ich habe euch nie gekannt; weichet von mir, ihr Übeltäter!“ Er sagt nicht lediglich, dass diese Menschen ihn irgendwann kannten und später aus seiner Gemeinschaft gefallen seien. In der dargestellten Situation lautet sein Urteil: „Ich habe euch nie gekannt.“ Das zentrale Problem besteht damit in einer fehlenden wirklichen Beziehung zu ihm, obwohl sein Name vielfach verwendet wurde.

Das biblische „Kennen“ reicht in solchen Zusammenhängen über bloßes Wissen hinaus. Jesus kennt selbstverständlich jeden Menschen als Schöpfer und Richter. Wenn er hier sagt, dass er sie nicht kennt, geht es um Anerkennung und Beziehung. Sie haben seinen Namen gebraucht, aber nicht unter seiner Herrschaft gelebt. Ihre Berufung auf religiöse Taten kann diese fehlende Gemeinschaft nicht nachträglich ersetzen.

Jesu Worte bewahren damit vor zwei entgegengesetzten Irrtümern. Einerseits genügt ein bloßes Lippenbekenntnis nicht. Andererseits wird der Mensch auch nicht dadurch sicher, dass er möglichst spektakuläre religiöse Leistungen vorweisen kann. Der entscheidende Mittelpunkt bleibt Christus selbst: ihn wirklich als Herrn anzuerkennen und aus dieser Beziehung heraus den Willen des Vaters zu tun.

Diese Warnung gehört zu den schärfsten Aussagen der Bergpredigt, doch sie soll nicht zu endloser Selbstbeobachtung oder verzweifelter Unsicherheit führen. Jesus ruft seine Zuhörer nicht dazu auf, ihre Rettung in der Menge ihrer Werke zu suchen. Er entlarvt vielmehr jede falsche Sicherheit, die sich auf Worte, religiöse Stellung oder außergewöhnliche Erfahrungen stützt, während sein eigenes Wort unbeachtet bleibt.

Damit führt die Bergpredigt unmittelbar zu ihrem Abschluss. Jesus vergleicht nun zwei Menschen, die beide seine Worte hören. Der entscheidende Unterschied liegt nicht darin, wer sie kennt, sondern darin, wer danach handelt. An zwei Häusern und zwei Fundamenten zeigt er, worauf ein Leben stehen muss, wenn es im kommenden Sturm bestehen soll.

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Jesus beendet die Bergpredigt mit zwei Fundamenten

Matthäus 7,24-29 – „24 Ein jeder nun, der diese meine Worte hört und sie tut, ist einem klugen Manne zu vergleichen, der sein Haus auf den Felsen baute. 25 Als nun der Platzregen fiel und die Wasserströme kamen und die Winde wehten und an dieses Haus stießen, fiel es nicht; denn es war auf den Felsen gegründet. 26 Und ein jeder, der diese meine Worte hört und sie nicht tut, wird einem törichten Manne gleich sein, de…"
Matthäus 7,24-29 – „24 Ein jeder nun, der diese meine Worte hört und sie tut, ist einem klugen Manne zu vergleichen, der sein Haus auf den Felsen baute. 25 Als nun der Platzregen fiel und die Wasserströme kamen und die Winde wehten und an dieses Haus stießen, fiel es nicht; denn es war auf den Felsen gegründet. 26 Und ein jeder, der diese meine Worte hört und sie nicht tut, wird einem törichten Manne gleich sein, de…"
Lukas 6,47-49 – „47 Jeder, der zu mir kommt und meine Worte hört und sie tut, ich will euch zeigen, wem er gleich ist. 48 Er ist einem Menschen gleich, der ein Haus baute und dazu tief grub und den Grund auf den Felsen legte. Als nun eine Überschwemmung entstand, da prallte der Strom an dieses Haus und vermochte es nicht zu erschüttern, weil es gut gegründet war. 49 Wer aber hört und nicht tut, der ist einem Mens…"

Am Ende seiner großen Unterweisung stellt Jesus zwei Menschen gegenüber, die zunächst etwas Entscheidendes gemeinsam haben: Beide hören seine Worte. Der Unterschied liegt nicht darin, dass einer Zugang zur Wahrheit besitzt und der andere nicht. Beide kennen die Lehre Jesu. Erst ihre Reaktion darauf trennt ihre Wege. Damit führt Jesus die gesamte Bergpredigt auf eine persönliche Frage zu: Was geschieht mit seinem Wort, nachdem es gehört worden ist?

Den ersten Menschen vergleicht Jesus mit einem klugen Mann, der sein Haus auf Felsen baut. Matthäus erklärt unmittelbar, wen Jesus damit meint: Wer seine Worte hört und sie tut, gleicht diesem Bauherrn. Gehorsam ist damit nicht eine zusätzliche religiöse Leistung neben dem Glauben, sondern die praktische Antwort auf Jesu Wort. Der Mensch nimmt seine Lehre so ernst, dass sie zur Grundlage seines tatsächlichen Lebens wird.

Dann kommt der Sturm. Regen fällt, Wasserströme kommen, Winde schlagen gegen das Haus. Jesus verspricht demjenigen auf dem Felsen also keineswegs ein Leben ohne Belastung. Auch das fest gegründete Haus wird geprüft. Der Unterschied zeigt sich nicht darin, ob ein Sturm kommt, sondern darin, was geschieht, wenn er kommt. Das Haus fällt nicht, weil es auf Felsen gegründet ist.

Lukas schildert das Bild mit einem zusätzlichen Detail. Der kluge Bauherr gräbt tief und legt das Fundament auf den Felsen. Dadurch erscheint tragfähige Nachfolge nicht als oberflächliche Zustimmung. Sie reicht bis zum Fundament. Jesu Wort soll nicht lediglich einzelne Bereiche des Lebens schmücken, während die eigentliche Grundlage unverändert bleibt. Es wird dort wirksam, wo der Mensch sein Leben tatsächlich danach ausrichtet.

Der zweite Mensch hört dieselben Worte Jesu, handelt aber nicht danach. Er gleicht einem törichten Mann, der sein Haus auf Sand beziehungsweise ohne tragfähiges Fundament baut. Äußerlich kann auch dieses Haus zunächst bestehen. Solange keine Belastung kommt, muss der Unterschied zwischen beiden Gebäuden nicht offensichtlich sein. Gerade darin liegt die Warnung: Ein Leben kann lange den Eindruck geistlicher Stabilität vermitteln, obwohl sein Fundament nicht trägt.

Als Regen, Flut und Wind kommen, fällt dieses Haus, und Jesus sagt, sein Fall sei groß. Die Katastrophe entsteht nicht aus mangelnder Kenntnis. Der törichte Bauherr hatte gehört. Sein Problem bestand darin, dass das Gehörte keine entsprechende Wirkung auf sein Leben hatte. Damit verbindet Jesus Erkenntnis untrennbar mit Verantwortung. Mehr Wissen über Gottes Willen schafft keine Sicherheit, wenn dieses Wissen bewusst ohne Konsequenz bleibt.

Der Fels ist in diesem unmittelbaren Zusammenhang nicht eine allgemein gedachte Religiosität, sondern die verlässliche Grundlage, die darin sichtbar wird, Jesu Worte zu hören und zu tun. Zugleich steht hinter diesen Worten Jesus selbst. Er beendet seine Predigt nicht mit dem Hinweis, jeder solle lediglich nach seiner eigenen Überzeugung handeln. Die Entscheidung dreht sich um seine Lehre und seine Autorität.

Damit erhält die Bergpredigt ihren abschließenden Ernst. Jesus hat über das Herz, Versöhnung, Reinheit, Ehe, Wahrhaftigkeit, Feindesliebe, Gebet, Besitz, Sorge, Barmherzigkeit, geistliche Unterscheidung und den Weg zum Leben gesprochen. Nun macht er deutlich, dass diese Worte nicht lediglich Stoff für Bewunderung oder Diskussion sind. Sie stellen den Hörer vor die Entscheidung, ob Gottes Herrschaft sein Leben tatsächlich prägen soll.

Als Jesus seine Rede beendet, sind die Menschen über seine Lehre außer sich vor Staunen. Matthäus nennt dafür einen bestimmten Grund: Er lehrt sie wie einer, der Vollmacht besitzt, und nicht wie ihre Schriftgelehrten. Diese Reaktion erinnert an die Synagoge in Kapernaum, wo bereits dieselbe ungewöhnliche Autorität wahrgenommen worden war. Am Ende der Bergpredigt ist jedoch noch deutlicher geworden, wie weit dieser Anspruch reicht: Jesus spricht über Gottes Gesetz, das Gericht, den Weg zum Leben und die Bedingungen echter Nachfolge mit einer Autorität, die er nicht von menschlichen Lehrern ableitet.

Damit endet diese große Lehrphase, aber Jesu öffentlicher Dienst geht unmittelbar weiter. Seine Vollmacht bleibt nicht nur in Worten sichtbar. Als er vom Berg herabkommt, begegnet ihm erneut menschliche Not, und kurz darauf wird er mit dem Glauben eines römischen Hauptmanns konfrontiert. Dort wird sich zeigen, dass das Vertrauen auf seine Autorität selbst außerhalb Israels eine Tiefe erreichen kann, über die Jesus ausdrücklich staunt.

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Jesus staunt über den Glauben eines Hauptmanns

Matthäus 8,5-13 – „5 Als er aber nach Kapernaum kam, trat ein Hauptmann zu ihm, bat ihn 6 und sprach: Herr, mein Knecht liegt daheim gelähmt darnieder und ist furchtbar geplagt! 7 Und Jesus spricht zu ihm: Ich will kommen und ihn heilen. 8 Der Hauptmann antwortete und sprach: Herr, ich bin nicht wert, daß du unter mein Dach kommst, sondern sprich nur ein Wort, so wird mein Knecht gesund werden. 9 Denn auch ich bin …"
Matthäus 8,5-13 – „5 Als er aber nach Kapernaum kam, trat ein Hauptmann zu ihm, bat ihn 6 und sprach: Herr, mein Knecht liegt daheim gelähmt darnieder und ist furchtbar geplagt! 7 Und Jesus spricht zu ihm: Ich will kommen und ihn heilen. 8 Der Hauptmann antwortete und sprach: Herr, ich bin nicht wert, daß du unter mein Dach kommst, sondern sprich nur ein Wort, so wird mein Knecht gesund werden. 9 Denn auch ich bin …"
Lukas 7,1-10 – „1 Nachdem nun vor den Ohren des Volkes alle seine Reden beendet hatte, ging er hinein nach Kapernaum. 2 Eines Hauptmanns Knecht aber, der jenem wert war, lag krank und war am Sterben. 3 Da er aber von Jesus hörte, sandte er Älteste der Juden zu ihm 7mit der Bitte, er möge kommen und seinen Knecht retten. 4 Als diese zu Jesus kamen, baten sie ihn angelegentlich und sprachen: Er ist es wert, daß du…"

Nachdem Jesus seine Unterweisung beendet hat, kommt er nach Kapernaum. Dort erreicht ihn die Not eines römischen Hauptmanns. Einer seiner Diener ist schwer krank und dem Tod nahe. Matthäus beschreibt den Kranken als gelähmt und schwer leidend, während Lukas besonders hervorhebt, dass der Diener seinem Herrn wertvoll war. Damit tritt Jesus einem Mann gegenüber, der nicht zum Volk Israel gehört und dennoch mit bemerkenswertem Vertrauen auf seine Vollmacht zu ihm kommt.

Matthäus erzählt die Begegnung in konzentrierter Form und lässt den Hauptmann selbst mit Jesus sprechen. Lukas berichtet ausführlicher, dass der Hauptmann zunächst jüdische Älteste zu Jesus schickt und später Freunde zu ihm sendet. Die Berichte müssen deshalb nicht künstlich gegeneinander gestellt werden. Matthäus fasst die Bitte unter der Person zusammen, von der sie ausgeht, während Lukas die vermittelnden Personen genauer nennt. Sicher ist: Der Hauptmann sucht Jesu Hilfe für seinen sterbenden Diener.

Die jüdischen Ältesten treten nach Lukas mit Nachdruck für ihn ein. Sie erklären, er sei es wert, dass Jesus ihm helfe, denn er liebe das jüdische Volk und habe ihnen sogar die Synagoge gebaut. Ihre Begründung beruht damit auf den guten Taten des Mannes. Der Hauptmann selbst beurteilt seine Stellung jedoch völlig anders. Als Jesus sich seinem Haus nähert, lässt er ihm ausrichten: „Herr, bemühe dich nicht; denn ich bin nicht wert, daß du unter mein Dach gehest.“

Gerade dieser Gegensatz ist bemerkenswert. Andere erklären den Hauptmann für würdig; er selbst beruft sich nicht auf seine Verdienste. Auch seine Unterstützung der Synagoge benutzt er nicht als Anspruch gegenüber Jesus. Stattdessen bekennt er seine Unwürdigkeit und vertraut zugleich vollkommen auf Jesu Macht. Demut und Glaubensgewissheit stehen hier nicht gegeneinander. Je weniger der Hauptmann sich selbst zum Grund seiner Hoffnung macht, desto stärker richtet sich sein Vertrauen auf Christus.

Deshalb hält er auch Jesu körperliche Anwesenheit nicht für notwendig. „Sprich nur ein Wort, so wird mein Knecht gesund“, lässt er Jesus wissen. Seine Begründung stammt aus seiner eigenen Erfahrung mit Autorität. Als Mann unter Befehlsgewalt besitzt er zugleich Soldaten, denen er Befehle erteilt; wenn er sagt „Geh“, dann geht einer, und wenn er sagt „Komm“, dann kommt er. Aus dieser ihm vertrauten Ordnung schließt er auf eine weit größere Autorität Jesu.

Der Hauptmann setzt Jesus dabei nicht lediglich mit einem höheren militärischen Befehlshaber gleich. Sein Vergleich dient dazu auszudrücken, dass Jesu Wort aus sich heraus wirksam ist. Krankheit muss nicht erst durch Jesu körperliche Nähe überwunden werden. Wenn er befiehlt, genügt sein Wort. Der Hauptmann vertraut damit auf eine Autorität, deren Reichweite sich weder durch Entfernung noch durch die Schwere der Krankheit begrenzen lässt.

Als Jesus dies hört, wundert er sich über ihn. Die Evangelien berichten nur selten ausdrücklich, dass Jesus über etwas staunt. Hier wendet er sich an die ihm folgende Menge und erklärt, dass er selbst in Israel einen so großen Glauben nicht gefunden habe. Das ist keine pauschale Verurteilung jedes Israeliten; Jesus hat bereits unter Juden echten Glauben gefunden und wird dies weiterhin tun. Der Vergleich hebt vielmehr hervor, wie außergewöhnlich das Vertrauen dieses nichtjüdischen Hauptmanns ist.

Matthäus verbindet die Begegnung deshalb mit einer weitreichenden Aussage Jesu. Viele werden von Osten und Westen kommen und mit Abraham, Isaak und Jakob im Reich der Himmel zu Tisch sitzen. Herkunft aus den Völkern schließt einen Menschen nicht von Gottes Reich aus. Gleichzeitig schützt die Abstammung von Abraham niemanden, der Gottes Einladung im Unglauben zurückweist. Damit greift Jesus einen Gedanken auf, der schon bei der samaritischen Frau sichtbar geworden war: Das Heil kommt innerhalb der Geschichte Israels, doch seine Reichweite ist nicht auf ethnische Zugehörigkeit begrenzt.

Jesus erfüllt schließlich die Bitte. Matthäus berichtet, dass der Diener in derselben Stunde gesund wird. Nach Lukas finden die ausgesandten Männer den Kranken bei ihrer Rückkehr geheilt vor. Wie schon beim Sohn des königlichen Beamten genügt Jesu Wort über räumliche Entfernung hinweg. Doch diesmal steht besonders der Glaube eines Heiden im Mittelpunkt, der Jesu Autorität erkannt hat, ohne auf ein sichtbares Zeichen in seiner unmittelbaren Gegenwart zu bestehen.

Diese Begegnung offenbart damit sowohl Jesu Vollmacht als auch die Weite seines kommenden Reiches. Ein römischer Hauptmann tritt ohne Berufung auf eigene Verdienste vor ihn, vertraut seinem Wort und empfängt die erbetene Hilfe. Kurz darauf begegnet Jesus einer völlig anderen Situation: nicht einem Kranken, der noch gerettet werden kann, sondern einem Trauerzug, bei dem der Tod bereits eingetreten ist. In Nain wird sichtbar werden, dass seine Autorität selbst dort nicht endet.

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Jesus erweckt den Sohn einer Witwe in Nain

Lukas 7,11-17 – „11 Und es begab sich am folgenden Tage, daß er in eine Stadt namens Nain ging, und mit ihm zogen seine Jünger und eine große Volksmenge. 12 Wie er sich aber dem Stadttore näherte, siehe, da wurde ein Toter herausgetragen, der einzige Sohn seiner Mutter, und sie war eine Witwe; und viele Leute aus der Stadt begleiteten sie. 13 Und als der Herr sie sah, erbarmte er sich ihrer und sprach zu ihr: Wei…"
Lukas 7,11-17 – „11 Und es begab sich am folgenden Tage, daß er in eine Stadt namens Nain ging, und mit ihm zogen seine Jünger und eine große Volksmenge. 12 Wie er sich aber dem Stadttore näherte, siehe, da wurde ein Toter herausgetragen, der einzige Sohn seiner Mutter, und sie war eine Witwe; und viele Leute aus der Stadt begleiteten sie. 13 Und als der Herr sie sah, erbarmte er sich ihrer und sprach zu ihr: Wei…"
1. Könige 17,17-24 – „17 Aber nach diesen Geschichten ward der Sohn des Weibes, der Hauswirtin, krank, und seine Krankheit ward so schwer, daß kein Atem mehr in ihm blieb. 18 Und sie sprach zu Elia: Du Mann Gottes, was habe ich mit dir zu schaffen? Du bist zu mir hergekommen, daß meiner Missetat gedacht werde und mein Sohn sterbe! 19 Er sprach zu ihr: Gib mir deinen Sohn her! Und er nahm ihn von ihrem Schoß und trug i…"
2. Könige 4,32-37 – „32 Als nun Elisa in das Haus kam, siehe, da lag der Knabe tot auf seinem Bett. 33 Und er ging hinein und schloß die Tür hinter ihnen beiden zu und betete zu dem HERRN. 34 Dann stieg er hinauf und legte sich auf das Kind und legte seinen Mund auf des Kindes Mund und seine Augen auf desselben Augen und seine Hände auf desselben Hände und breitete sich also über dasselbe, daß des Kindes Leib warm wu…"

Kurz nach der Heilung des Dieners des Hauptmanns zieht Jesus mit seinen Jüngern und einer großen Volksmenge in die Stadt Nain. Als er sich dem Stadttor nähert, begegnet ihm ein Trauerzug. Ein verstorbener junger Mann wird hinausgetragen. Lukas hebt zwei Einzelheiten besonders hervor: Er ist der einzige Sohn seiner Mutter, und sie ist Witwe. Mit seinem Tod verliert sie damit nicht nur ihr Kind, sondern zugleich den nächsten männlichen Angehörigen, der innerhalb der damaligen Gesellschaft eine wichtige Stütze ihres Lebens hätte sein können.

Eine große Menge aus der Stadt begleitet die Frau. Doch Jesus reagiert nicht erst auf eine an ihn gerichtete Bitte. Lukas berichtet ausdrücklich, dass der Herr die Witwe sieht und innerlich von Erbarmen bewegt wird. Er sagt zu ihr: „Weine nicht!“ Diese Worte wären ohne das unmittelbar folgende Handeln leicht unerträglich. Jesus fordert sie nicht auf, ihren Verlust einfach zu verdrängen oder Trauer als mangelnden Glauben zu behandeln. Er spricht, weil er im nächsten Augenblick in die Ursache ihrer Trauer eingreifen wird.

Dann tritt Jesus hinzu und berührt die Bahre. Die Träger bleiben stehen. Nach den Reinheitsbestimmungen Israels war der Kontakt mit einem Toten mit kultischer Unreinheit verbunden. Doch wie bei der Berührung des Aussätzigen wird Jesus nicht von der Unreinheit oder dem Tod überwältigt. Die Wirkung verläuft in die andere Richtung. Seine Gegenwart bringt nicht Verunreinigung und Tod hervor, sondern Reinigung und Leben.

Jesus spricht zu dem Verstorbenen: „Jüngling, ich sage dir, stehe auf!“ Lukas berichtet ohne Übergang, dass der Tote sich aufsetzt und zu sprechen beginnt. Das Wunder wird nicht als allmähliche Genesung beschrieben. Der junge Mann war Teil eines Beerdigungszuges; nun lebt er wieder. Jesus spricht mit einer Autorität, durch die selbst der Tod seinem Wort weichen muss.

Der Evangelist fügt einen kurzen, aber bedeutungsvollen Satz hinzu: Jesus gibt ihn seiner Mutter zurück. Die Formulierung erinnert an alttestamentliche Auferweckungsberichte. Elia hatte den auferweckten Sohn der Witwe von Zarpat seiner Mutter übergeben, und auch Elisa war durch Gottes Macht an der Wiederherstellung eines verstorbenen Kindes beteiligt gewesen. Die Parallelen helfen zu verstehen, warum die Menschen in Nain Jesus zunächst als großen Propheten einordnen. Dennoch besteht ein bemerkenswerter Unterschied: Jesus bittet hier nicht zuerst um göttliches Eingreifen, sondern spricht den Toten unmittelbar mit eigener Vollmacht an.

Die Menschen reagieren mit Furcht und verherrlichen Gott. Sie sagen: „Ein großer Prophet ist unter uns aufgestanden“ und: „Gott hat sein Volk heimgesucht.“ Ihre Aussagen erfassen etwas Wahres, ohne bereits die ganze Identität Jesu auszuschöpfen. In den Propheten Israels hatte Gott mächtig gehandelt, und nun erkennen die Menschen erneut ein außergewöhnliches göttliches Eingreifen. Doch der Leser des Evangeliums weiß bereits, dass Jesus mehr ist als nur ein weiterer großer Prophet.

Gerade die Formulierung, Gott habe sein Volk besucht, verbindet das Ereignis mit einer größeren heilsgeschichtlichen Hoffnung. Schon zu Beginn des Lukasevangeliums war von Gottes gnädigem „Besuchen“ seines Volkes im Zusammenhang mit der kommenden Erlösung gesprochen worden. Nun wird diese Hoffnung sichtbar, als Jesus einer Witwe ihren verstorbenen Sohn zurückgibt. Gottes Reich zeigt sich nicht nur in Lehre und Krankenheilung, sondern seine Macht reicht bis an die Grenze, die kein Mensch aus eigener Kraft überwinden kann.

Die Auferweckung bedeutet dennoch nicht, dass der Tod zu diesem Zeitpunkt allgemein beseitigt wäre. Der junge Mann wird in sein irdisches Leben zurückgerufen und muss später erneut sterben. Die endgültige Auferstehung und Vernichtung des Todes liegen noch in der Zukunft. Doch das Geschehen ist ein Zeichen dafür, dass Jesus über eine Macht verfügt, die selbst der Tod nicht begrenzt. Später wird diese Wahrheit in noch weitreichenderer Weise sichtbar werden.

Die Nachricht über Jesus verbreitet sich daraufhin in ganz Judäa und der umliegenden Gegend. Auch Johannes der Täufer hört durch seine Jünger von diesen Ereignissen. Doch Johannes befindet sich inzwischen selbst in Gefangenschaft. Von dort sendet er zwei seiner Jünger mit einer Frage zu Jesus, die überraschend wirkt: Ist Jesus wirklich der Kommende, oder soll man auf einen anderen warten?

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Jesus antwortet auf die Frage Johannes des Täufers

Matthäus 11,2-6 – „2 Als aber Johannes im Gefängnis die Werke Christi vernahm, ließ er ihn durch seine Jünger fragen: 3 Bist du es, der da kommen soll, oder sollen wir auf einen andern warten? 4 Und Jesus antwortete und sprach zu ihnen: Gehet hin und verkündiget dem Johannes, was ihr sehet und höret: 5 Blinde werden sehend, und Lahme wandeln, Aussätzige werden rein, und Taube hören, Tote stehen auf, und den Armen w…"
Matthäus 11,2-6 – „2 Als aber Johannes im Gefängnis die Werke Christi vernahm, ließ er ihn durch seine Jünger fragen: 3 Bist du es, der da kommen soll, oder sollen wir auf einen andern warten? 4 Und Jesus antwortete und sprach zu ihnen: Gehet hin und verkündiget dem Johannes, was ihr sehet und höret: 5 Blinde werden sehend, und Lahme wandeln, Aussätzige werden rein, und Taube hören, Tote stehen auf, und den Armen w…"
Lukas 7,18-23 – „18 Und es berichteten dem Johannes seine Jünger von dem allem. Und Johannes rief zwei seiner Jünger zu sich, 19 sandte sie zu Jesus und ließ ihn fragen: Bist du es, der da kommen soll, oder sollen wir auf einen andern warten? 20 Als nun die Männer zu ihm kamen, sprachen sie: Johannes der Täufer hat uns zu dir gesandt und läßt dich fragen: Bist du es, der da kommen soll, oder sollen wir auf einen …"
Jesaja 35,5-6 – „5 Alsdann werden der Blinden Augen aufgetan und der Tauben Ohren geöffnet werden; 6 alsdann wird der Lahme hüpfen wie ein Hirsch und der Stummen Zunge lobsingen; denn es werden Wasser in der Wüste entspringen und Ströme in der Einöde."
Jesaja 61,1 – „1 Der Geist Gottes, des HERRN, ist auf mir, weil der HERR mich gesalbt hat, um den Elenden gute Botschaft zu verkündigen; er hat mich gesandt, zerbrochene Herzen zu verbinden, den Gefangenen Befreiung zu predigen, den Gebundenen Öffnung [der Kerkertüren];"

Johannes der Täufer befindet sich inzwischen im Gefängnis. Dort hört er durch seine Jünger von den Werken Christi. Der Mann, der Jesus am Jordan bezeugt und als den Kommenden angekündigt hatte, sendet nun zwei seiner Jünger mit einer Frage zu ihm: „Bist du der, welcher kommen soll, oder sollen wir auf einen anderen warten?“ Die Evangelien erklären nicht ausdrücklich, welche inneren Gedanken Johannes zu dieser Frage bewegen. Deshalb sollte weder sicher behauptet werden, er habe seinen gesamten Glauben verloren, noch dass die Frage ausschließlich für seine Jünger gestellt worden sei.

Die Situation macht jedoch verständlich, warum die Frage besonderes Gewicht besitzt. Johannes hatte einen mächtigen Messias angekündigt, der mit dem Heiligen Geist tauft und Gericht bringt. Nun sitzt der Wegbereiter selbst in Gefangenschaft, während Jesus seinen Dienst anders entfaltet, als manche messianischen Erwartungen vermuten ließen. Er heilt, lehrt, vergibt und sucht Menschen am Rand der Gesellschaft auf. Die volle Gestalt seines messianischen Auftrags wird erst Schritt für Schritt sichtbar.

Als die Boten bei Jesus ankommen, stellen sie die Frage unmittelbar. Lukas berichtet, dass Jesus gerade in dieser Stunde viele Menschen von Krankheiten, Leiden und bösen Geistern heilt und Blinden das Augenlicht schenkt. Seine Antwort besteht deshalb nicht nur aus einer theologischen Behauptung. Er weist die Boten auf das hin, was sie selbst sehen und hören: Blinde sehen, Lahme gehen, Aussätzige werden gereinigt, Taube hören, Tote stehen auf und Armen wird das Evangelium verkündigt.

Diese Antwort greift deutlich prophetische Verheißungen auf. Jesaja hatte von einer kommenden Zeit gesprochen, in der die Augen der Blinden geöffnet, die Ohren der Tauben aufgetan und Lahme springen würden. Ebenso hatte der vom Geist des Herrn Gesalbte den Auftrag, Armen gute Botschaft zu bringen. Jesus verbindet seine gegenwärtigen Werke damit nicht durch eine lange Beweisführung, sondern lässt die Ereignisse selbst sprechen. Seine Taten entsprechen den Kennzeichen des von Gott angekündigten Heils.

Bemerkenswert ist, was Jesus nicht tut. Er bewirkt kein besonderes Zeichen ausschließlich für Johannes und beendet auch nicht dessen Gefangenschaft. Die Antwort lautet nicht: Wenn ich wirklich der Messias bin, werde ich dich sofort aus dem Gefängnis befreien. Stattdessen verweist Jesus auf das Gesamtbild seines Dienstes. Johannes soll seine Situation nicht zum alleinigen Maßstab dafür machen, ob Gottes Verheißungen sich erfüllen.

Jesus fügt deshalb einen persönlichen Satz hinzu: „Und glückselig ist, wer sich nicht an mir ärgert.“ Das Wort bezeichnet hier die Gefahr, an Jesus Anstoß zu nehmen, weil sein Handeln nicht den eigenen Erwartungen entspricht. Die Seligpreisung ist zugleich Warnung und Ermutigung. Gottes Messias muss nicht nach den Vorstellungen handeln, die Menschen von ihm entwickelt haben. Glaube bedeutet auch, Jesus an dem zu erkennen, was die Schrift tatsächlich über ihn offenbart, statt ihn an menschlichen Erwartungen zu messen.

Nachdem die Boten des Johannes gegangen sind, spricht Jesus zur Volksmenge über Johannes. Er wartet bewusst, bis dessen Jünger fort sind. Damit wird deutlich, dass seine vorherige Antwort keine öffentliche Herabsetzung des Täufers war. Jesus fragt die Menschen, was sie einst in der Wüste sehen wollten. Johannes war kein schwankendes Rohr, das sich jedem Wind anpasst, und kein Mann, dessen Leben durch Luxus und Bequemlichkeit bestimmt war. Sein Dienst hatte eine feste prophetische Aufgabe.

Jesus bezeichnet Johannes ausdrücklich als mehr als einen Propheten. Er verbindet ihn mit der Schriftstelle über den Boten, der vor dem Herrn her den Weg bereitet. Damit bestätigt er gerade in dieser Phase erneut die besondere Stellung des Mannes, der ihn angekündigt hatte. Die Frage aus dem Gefängnis löscht Johannes' bisherigen treuen Dienst nicht aus. Jesus reduziert einen Menschen nicht auf einen einzigen Augenblick der Unsicherheit oder offenen Frage.

Dann erklärt Jesus, dass unter den von Frauen Geborenen kein Größerer aufgestanden sei als Johannes der Täufer, fügt aber hinzu, dass der Kleinste im Reich der Himmel größer sei als er. Diese Aussage macht Johannes nicht bedeutungslos. Sie zeigt vielmehr den heilsgeschichtlichen Übergang: Johannes steht an der Schwelle der messianischen Erfüllung und weist auf Christus hin, erlebt aber nicht in derselben Weise die volle Entfaltung dessen, was mit Jesu Tod, Auferstehung und dem weiteren Reich Gottes sichtbar werden wird.

Jesu Antwort auf Johannes verbindet deshalb Geduld mit Wahrheit. Er tadelt die Frage nicht mit Härte und verlangt keinen blinden Glauben ohne Grundlage. Er verweist auf seine Werke und auf die prophetischen Schriften, an denen sein Dienst geprüft werden kann. Gleichzeitig fordert er dazu auf, nicht an ihm Anstoß zu nehmen, wenn seine Wege anders verlaufen als erwartet.

Die Begegnung macht damit eine wichtige Spannung im Dienst Jesu sichtbar. Das Reich Gottes ist tatsächlich angebrochen, doch nicht alle erwarteten Folgen treten sofort ein. Kranke werden geheilt und Tote auferweckt, während Johannes weiterhin im Gefängnis bleibt. Gottes Erlösungsplan schreitet voran, aber er beseitigt nicht augenblicklich jedes Leiden seiner treuen Diener. Gerade diese Spannung wird sich im weiteren Weg Jesu noch vertiefen.

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Jesus vergibt einer Frau im Haus eines Pharisäers

Lukas 7,36-50 – „36 Es bat ihn aber einer der Pharisäer, mit ihm zu essen. Und er ging in des Pharisäers Haus und setzte sich zu Tische. 37 Und siehe, eine Frau war in der Stadt, eine Sünderin; und als sie vernahm, daß er in dem Hause des Pharisäers zu Tische wäre, brachte sie eine alabasterne Flasche voll Salbe 38 und trat hinten zu seinen Füßen, weinte und fing an, seine Füße mit Tränen zu benetzen, und trockne…"
Lukas 7,36-50 – „36 Es bat ihn aber einer der Pharisäer, mit ihm zu essen. Und er ging in des Pharisäers Haus und setzte sich zu Tische. 37 Und siehe, eine Frau war in der Stadt, eine Sünderin; und als sie vernahm, daß er in dem Hause des Pharisäers zu Tische wäre, brachte sie eine alabasterne Flasche voll Salbe 38 und trat hinten zu seinen Füßen, weinte und fing an, seine Füße mit Tränen zu benetzen, und trockne…"
Psalmen 51,19 – „19 Dann werden dir gefallen die Opfer der Gerechtigkeit, die Brandopfer und Ganzopfer; dann kommen Farren auf deinen Altar!"

In dieser Phase seines Dienstes wird Jesus von einem Pharisäer namens Simon zum Essen eingeladen. Jesus nimmt die Einladung an, geht in dessen Haus und setzt sich zu Tisch. Damit zeigt sich erneut, dass er sich nicht nur Menschen am gesellschaftlichen Rand zuwendet. Er begegnet ebenso religiös angesehenen Menschen und nimmt ihre Gastfreundschaft an. Doch während des Essens tritt eine Frau hinzu, deren Anwesenheit die Begegnung in eine unerwartete Richtung führt.

Lukas beschreibt sie als eine Frau aus der Stadt, die als Sünderin bekannt war. Welche konkrete Sünde ihr diesen Ruf eingebracht hatte, sagt der Text nicht. Deshalb darf ihre Vergangenheit nicht genauer ausgeschmückt werden. Als sie erfährt, dass Jesus im Haus des Pharisäers ist, bringt sie ein Alabastergefäß mit Salböl, tritt von hinten an seine Füße und beginnt zu weinen. Ihre Tränen benetzen seine Füße; sie trocknet sie mit ihrem Haar, küsst sie und salbt sie mit dem Öl.

Der Gastgeber beobachtet diese Handlung und zieht daraus innerlich einen Schluss über Jesus. Wenn dieser wirklich ein Prophet wäre, so denkt Simon, müsste er wissen, was für eine Frau ihn berührt. Für Simon scheint die Nähe zu einer bekannten Sünderin gegen Jesu prophetische Glaubwürdigkeit zu sprechen. Gerade darin zeigt sich jedoch, dass Jesus nicht unwissend ist. Er kennt sowohl die Frau als auch die unausgesprochenen Gedanken seines Gastgebers.

Jesus spricht Simon mit einem Gleichnis an. Zwei Menschen schulden einem Gläubiger unterschiedliche Beträge: der eine sehr viel, der andere erheblich weniger. Da keiner von beiden bezahlen kann, erlässt der Gläubiger beiden ihre Schuld. Jesus fragt Simon, welcher von ihnen den Gläubiger stärker lieben werde. Simon antwortet vorsichtig, vermutlich derjenige, dem mehr erlassen wurde. Jesus bestätigt sein Urteil.

Dann richtet Jesus den Blick auf den Gegensatz zwischen Simon und der Frau. Simon hatte ihm kein Wasser für die Füße gegeben; die Frau hat sie mit ihren Tränen benetzt. Simon hatte ihn nicht mit einem Kuss begrüßt; die Frau hört nicht auf, seine Füße zu küssen. Simon hatte sein Haupt nicht mit Öl gesalbt; sie hat seine Füße mit kostbarem Salböl gesalbt. Jesus zählt diese Unterschiede nicht auf, um äußerliche Gastfreundschaft zu einem Mittel der Erlösung zu machen. Sie offenbaren vielmehr, wie verschieden beide Menschen auf seine Gegenwart reagieren.

Jesus erklärt, dass der Frau ihre vielen Sünden vergeben sind und dass ihre große Liebe damit zusammenhängt. Seine Worte dürfen nicht umgedreht werden, als habe sie sich durch besonders intensive Liebe die Vergebung verdient. Das unmittelbar vorausgehende Gleichnis zeigt die Reihenfolge: Zuerst wird eine Schuld erlassen, die der Schuldner selbst nicht bezahlen kann; daraus erwächst Liebe. Jesus sagt ausdrücklich: Wem wenig vergeben wird, der liebt wenig. Die Liebe ist Frucht erkannter und empfangener Vergebung.

Damit stellt Jesus zugleich Simons Haltung infrage. Der Pharisäer erscheint äußerlich nicht mit einer öffentlich bekannten Schuldgeschichte wie die Frau. Doch auch im Gleichnis können beide Schuldner ihre Schuld nicht bezahlen. Der Unterschied liegt nicht darin, dass der eine Erlösung braucht und der andere grundsätzlich keine. Entscheidend ist, wie tief ein Mensch seine eigene Bedürftigkeit erkennt. Wer sich selbst kaum als Schuldner wahrnimmt, wird auch die Gnade des Erlasses gering achten.

Dann wendet Jesus sich direkt an die Frau und sagt: „Dir sind deine Sünden vergeben.“ Wie schon beim Gelähmten beansprucht er damit eine Vollmacht, die seine Umgebung unmittelbar mit Gott verbindet. Die anderen Gäste beginnen untereinander zu fragen: „Wer ist dieser, der auch Sünden vergibt?“ Lukas beantwortet diese Frage nicht durch eine eingeschobene Erklärung. Die Handlung Jesu selbst zwingt die Anwesenden dazu, sich mit seiner Identität auseinanderzusetzen.

Jesus schließt mit den Worten: „Dein Glaube hat dich gerettet; gehe hin in Frieden.“ Damit liegt der Grund ihrer Rettung nicht in den Tränen, dem Salböl oder der öffentlichen Demütigung. Diese Handlungen zeigen ihre Haltung, aber Jesus weist auf den Glauben hin. Sie geht nicht mit einer unklaren Hoffnung fort, vielleicht genügend Reue gezeigt zu haben. Jesus spricht ihr Vergebung und Frieden zu.

Die Begegnung im Haus Simons zeigt damit zwei sehr verschiedene Arten, Jesus nahe zu sein. Der Gastgeber sitzt mit ihm am Tisch und bleibt dennoch innerlich auf Distanz, weil er sich selbst und die Frau durch unterschiedliche Maßstäbe betrachtet. Die Frau besitzt dagegen keinen gesellschaftlich respektablen Ruf, erkennt aber ihre Schuld und sucht die Nähe Jesu. Seine Gnade verharmlost ihre Vergangenheit nicht; gerade weil wirkliche Schuld vorhanden ist, besitzt wirkliche Vergebung ein solches Gewicht.

Kurz darauf berichtet Lukas, dass Jesus weiter durch Städte und Dörfer zieht und das Evangelium vom Reich Gottes verkündigt. Neben den Zwölf begleiten ihn dabei auch mehrere Frauen, denen er zuvor geholfen hatte und die seinen Dienst mit ihren Mitteln unterstützen. Damit wird sichtbar, dass aus empfangener Gnade nicht nur Dankbarkeit, sondern konkrete Nachfolge und Beteiligung am Werk Jesu hervorgehen.

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Frauen begleiten und unterstützen Jesus

Lukas 8,1-3 – „1 Und es begab sich hernach, daß er durch Städte und Dörfer reiste, wobei er predigte und das Evangelium vom Reiche Gottes verkündigte; und die Zwölf [waren] mit ihm 2 und etliche Frauen, die von bösen Geistern und Krankheiten geheilt worden waren: Maria, genannt Magdalena, von welcher sieben Teufel ausgefahren waren, 3 und Johanna, das Weib Chusas, eines Verwalters des Herodes, und Susanna und v…"
Lukas 8,1-3 – „1 Und es begab sich hernach, daß er durch Städte und Dörfer reiste, wobei er predigte und das Evangelium vom Reiche Gottes verkündigte; und die Zwölf [waren] mit ihm 2 und etliche Frauen, die von bösen Geistern und Krankheiten geheilt worden waren: Maria, genannt Magdalena, von welcher sieben Teufel ausgefahren waren, 3 und Johanna, das Weib Chusas, eines Verwalters des Herodes, und Susanna und v…"
Markus 15,40-41 – „40 Es sahen aber auch Frauen von ferne zu, unter ihnen auch Maria Magdalena und Maria, des jüngern Jakobus und Joses Mutter, und Salome, 41 die ihm, als er in Galiläa war, nachgefolgt waren und ihm gedient hatten, auch viele andere, die mit ihm nach Jerusalem hinaufgezogen waren."

Nachdem Jesus einer Frau im Haus des Pharisäers Vergebung zugesprochen hat, berichtet Lukas von einer weiteren Phase seines Dienstes. Jesus zieht durch Städte und Dörfer, predigt und verkündigt das Evangelium vom Reich Gottes. Die zwölf Apostel begleiten ihn. Doch Lukas erwähnt ausdrücklich noch eine weitere Gruppe: mehrere Frauen, die von bösen Geistern und Krankheiten geheilt worden waren und nun ebenfalls mit Jesus unterwegs sind.

Namentlich nennt Lukas Maria, die Magdalena genannt wird, Johanna, die Frau des Chusa, eines Verwalters des Herodes, und Susanna. Von Maria berichtet er, dass sieben Dämonen von ihr ausgefahren waren. Mehr sagt Lukas an dieser Stelle nicht über ihre Vergangenheit. Insbesondere bezeichnet die Bibel Maria Magdalena hier nicht als Prostituierte und setzt sie auch nicht ausdrücklich mit der zuvor erwähnten Frau im Haus Simons gleich. Solche später entstandenen Verbindungen dürfen nicht als Teil ihrer sicheren biblischen Lebensgeschichte vorausgesetzt werden.

Johanna wird durch ihre Verbindung zum Haushalt des Herodes näher eingeordnet. Ihr Mann Chusa ist ein Verwalter des Herodes. Damit zeigt sich, dass Menschen aus sehr unterschiedlichen gesellschaftlichen Lebensbereichen mit Jesu Wirken in Berührung kommen. Neben Fischern und Zöllnern erscheinen nun auch Frauen, deren Lebensumstände Verbindungen zu einem herrschaftlichen Umfeld besitzen. Das Reich Gottes sammelt seine Nachfolger nicht aus einer einzigen sozialen Gruppe.

Lukas betont zudem, dass diese Frauen Jesus und seinen Begleitern „mit ihrer Habe“ dienten. Der wandernde Dienst Jesu und seiner Jünger geschieht also nicht losgelöst von den gewöhnlichen Bedürfnissen menschlichen Lebens. Nahrung, Unterkunft und Reisen erfordern praktische Versorgung. Einige Frauen stellen dafür eigene Mittel zur Verfügung. Ihr Beitrag erscheint nicht als nebensächliche Randnotiz, sondern wird vom Evangelisten ausdrücklich in die Geschichte des Dienstes Jesu aufgenommen.

Dabei ist ihre Unterstützung eine Antwort auf zuvor empfangene Hilfe. Lukas verbindet ihre Begleitung damit, dass sie von Krankheiten oder bösen Geistern geheilt worden waren. Die Reihenfolge ist wichtig: Sie erkaufen sich Jesu Gnade nicht durch ihre Mittel. Zuerst haben sie Hilfe empfangen; anschließend stellen sie das, was ihnen zur Verfügung steht, in den Dienst seines Werkes. Ihre materielle Unterstützung wird damit zu einer konkreten Frucht der Nachfolge.

Jesu Bereitschaft, diese Frauen in seinem weiteren Umfeld zu haben, ist ebenfalls bedeutsam. Die Evangelien schildern ihn weder als jemanden, der Frauen geistlich geringachtet, noch als jemanden, der sie nur als Empfängerinnen seiner Hilfe betrachtet. Sie hören seine Botschaft, begleiten seinen Dienst und tragen aktiv zu dessen praktischer Versorgung bei. Später werden gerade Frauen auch bei entscheidenden Ereignissen seines Leidens, seines Todes und seiner Auferstehung als Zeuginnen hervortreten.

Markus blickt später auf diese längere Lebensphase zurück und erklärt, dass mehrere Frauen Jesus bereits in Galiläa gefolgt und ihm gedient hatten. Dadurch wird deutlich, dass ihre Beteiligung nicht auf eine kurze Einzelbegegnung beschränkt war. Sie gehören über einen längeren Zeitraum zu den Menschen, die seinen Weg mitverfolgen. Ihre Namen werden deshalb innerhalb der Evangelien nicht zufällig erhalten.

Diese kurze Notiz des Lukas zeigt zugleich etwas über die Gestalt von Jesu Dienst. Er verkündigt das Reich Gottes mit göttlicher Vollmacht, lebt dabei aber als wirklicher Mensch innerhalb einer Gemeinschaft von Jüngern, die unterschiedliche Aufgaben übernehmen. Er lässt sich versorgen und macht aus menschlicher Mithilfe keine Konkurrenz zu Gottes Wirken. Der Erlösungsplan schreitet durch göttliche Macht voran und nimmt zugleich den freiwilligen Dienst von Menschen ernst.

Während Jesus so von Ort zu Ort zieht, wächst die Menge der Zuhörer weiter. Die zunehmende Aufmerksamkeit führt jedoch nicht nur zu Glauben. Manche religiösen Gegner beginnen seine Macht offen auf einen dämonischen Ursprung zurückzuführen. Dadurch erreicht der Konflikt eine neue Schärfe: Nicht mehr nur einzelne Handlungen Jesu werden kritisiert, sondern die Quelle seiner Vollmacht selbst wird angegriffen.

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Jesus weist den Vorwurf zurück, durch Satan zu wirken

Matthäus 12,22-32 – „22 Da wurde ein Besessener zu ihm gebracht, der blind und stumm war, und er heilte ihn, so daß der Blinde und Stumme redete und sah. 23 Und alles Volk erstaunte und sprach: Ist dieser nicht etwa der Sohn Davids? 24 Als aber die Pharisäer es hörten, sprachen sie: Dieser treibt die Dämonen nicht anders aus als durch Beelzebul, den Obersten der Dämonen! 25 Da aber Jesus ihre Gedanken merkte, sprach …"
Matthäus 12,22-32 – „22 Da wurde ein Besessener zu ihm gebracht, der blind und stumm war, und er heilte ihn, so daß der Blinde und Stumme redete und sah. 23 Und alles Volk erstaunte und sprach: Ist dieser nicht etwa der Sohn Davids? 24 Als aber die Pharisäer es hörten, sprachen sie: Dieser treibt die Dämonen nicht anders aus als durch Beelzebul, den Obersten der Dämonen! 25 Da aber Jesus ihre Gedanken merkte, sprach …"
Markus 3,22-30 – „22 Und die Schriftgelehrten, die von Jerusalem herabgekommen waren, sprachen: Er hat den Beelzebul, und durch den Obersten der Dämonen treibt er die Dämonen aus. 23 Da rief er sie zu sich und sprach in Gleichnissen zu ihnen: Wie kann ein Satan den andern austreiben? 24 Und wenn ein Reich in sich selbst uneinig ist, so kann ein solches Reich nicht bestehen. 25 Und wenn ein Haus in sich selbst unei…"
Lukas 11,14-23 – „14 Und er trieb einen Dämon aus, der stumm war. Es begab sich aber, nachdem der Dämon ausgefahren war, redete der Stumme. Und das Volk verwunderte sich. 15 Etliche aber von ihnen sprachen: Durch Beelzebul, den Obersten der Dämonen, treibt er die Dämonen aus. 16 Andere aber versuchten ihn und verlangten von ihm ein Zeichen aus dem Himmel. 17 Er aber, da er ihre Gedanken wußte, sprach zu ihnen: Ein…"

Als Jesus einen von einem Dämon bedrängten Mann heilt, der blind und stumm gewesen ist, reagiert die Menge mit Staunen. Die Menschen beginnen zu fragen, ob Jesus vielleicht der verheißene Sohn Davids sei. Damit berührt das Wunder unmittelbar die Frage nach seiner messianischen Identität. Einige Pharisäer beziehungsweise aus Jerusalem gekommene Schriftgelehrte reagieren jedoch völlig anders. Sie bestreiten nicht, dass eine außergewöhnliche Befreiung geschehen ist, sondern behaupten, Jesus treibe die Dämonen durch Beelzebul, den Obersten der Dämonen, aus.

Der Vorwurf richtet sich damit nicht mehr nur gegen eine bestimmte Auslegung Jesu oder gegen sein Verhalten am Sabbat. Seine Gegner erklären nun das Wirken, durch das Menschen von dämonischer Herrschaft befreit werden, selbst für satanisch. Jesus antwortet zunächst mit einer einfachen Folgerung: Jedes Reich, das mit sich selbst entzweit ist, wird verwüstet. Wenn Satan Satan austreibt und damit sein eigenes Reich bekämpft, kann seine Herrschaft nicht bestehen. Die Erklärung seiner Gegner widerspricht deshalb bereits ihrer eigenen inneren Logik.

Jesus stellt außerdem die Frage, durch wen die eigenen Anhänger seiner Gegner Dämonen austreiben. Wenn solche Befreiung bei anderen als Wirken Gottes anerkannt werden kann, kann dieselbe Art von Handlung bei Jesus nicht allein deshalb satanisch genannt werden, weil man seinen Anspruch ablehnt. Dann führt er die Frage zum eigentlichen Punkt: „Wenn ich aber die Dämonen durch den Geist Gottes austreibe, so ist ja das Reich Gottes zu euch gekommen.“ Lukas spricht entsprechend vom „Finger Gottes“. Jesu Befreiungswerke sind Zeichen dafür, dass Gottes Herrschaft in das Gebiet des Feindes eingreift.

Um dies zu erklären, verwendet Jesus das Bild eines starken Mannes, der sein Haus bewacht. Seine Habe kann nicht geraubt werden, solange nicht ein Stärkerer ihn überwältigt und bindet. Die Anwendung ist deutlich: Jesu Befreiung von Menschen unter dämonischer Herrschaft zeigt nicht seine Zusammenarbeit mit Satan, sondern seine Überlegenheit über ihn. Der starke Mann wird nicht unterstützt, sondern überwunden. Das Reich Gottes tritt gegen die Macht des Bösen an, und Jesus handelt als der Stärkere.

Darauf folgt eine ernste Zuspitzung: „Wer nicht mit mir ist, der ist wider mich; und wer nicht mit mir sammelt, der zerstreut.“ Angesichts dessen, was in Jesus geschieht, ist dauerhafte Neutralität keine tragfähige Position. Seine Gegner stehen nicht nur vor einem umstrittenen religiösen Lehrer. Sie sehen Befreiung, erkennen die Macht des Geschehens und erklären dennoch bewusst das Wirken Gottes für das Werk Satans. Gerade in diesem Zusammenhang spricht Jesus über die Lästerung gegen den Heiligen Geist.

Er erklärt zunächst weitreichend, dass Menschen Sünde und Lästerung vergeben werden können. Die Warnung vor der unvergebbaren Sünde steht deshalb nicht am Anfang einer Botschaft, nach der Gottes Vergebungsbereitschaft schnell erschöpft wäre. Jesus stellt vielmehr Gottes große Bereitschaft zur Vergebung heraus und nennt anschließend eine besondere Form der Verhärtung: Die Lästerung gegen den Heiligen Geist werde nicht vergeben. Markus erklärt unmittelbar, warum Jesus diese Warnung ausspricht: „Denn sie sagten: Er hat einen unreinen Geist.“

Der Zusammenhang ist entscheidend. Jesus beschreibt nicht einen Menschen, der in Angst eine falsche Formulierung benutzt, in Unwissenheit etwas Verkehrtes sagt oder später reumütig zu Gott zurückkehren möchte. Seine Gegner begegnen einem Werk, das Menschen aus satanischer Bindung befreit, und schreiben dieses Wirken bewusst Satan zu. Sie verkehren Licht in Finsternis und das Wirken des Geistes in dämonisches Wirken. Damit widersetzen sie sich gerade dem göttlichen Zeugnis, das sie zur Erkenntnis Christi und zur Umkehr führen soll.

Die Unvergebbarkeit liegt deshalb nicht darin, dass Gott einem wirklich umkehrenden Menschen trotz aufrichtiger Reue die Vergebung verweigern wollte. Vergebung wird durch Gottes Gnade angeboten, doch sie kann nicht empfangen werden, wenn der Mensch den Geist, der ihn von Sünde überführt und zu Christus führt, beharrlich als böse zurückweist. Wird dessen Zeugnis bewusst und dauerhaft verworfen, verschließt sich der Mensch selbst gegenüber dem einzigen Weg, auf dem er zur Umkehr gelangen könnte.

Damit ist Jesu Warnung zugleich ernst und vor unnötiger Verzweiflung schützend. Wer seine Schuld erkennt, Vergebung sucht und zu Christus kommen möchte, zeigt damit gerade nicht die Haltung völliger Verhärtung, vor der Jesus hier warnt. Die Gefahr liegt vielmehr darin, erkannte Wahrheit so lange abzuwehren, bis das eigene Urteil auf den Kopf gestellt wird und Gottes Wirken bewusst als böse bezeichnet wird.

Der Konflikt um Jesu Vollmacht hat damit eine neue Tiefe erreicht. Seine Gegner können seine Taten nicht einfach übersehen; deshalb versuchen sie, ihren Ursprung umzudeuten. Jesus macht deutlich, dass diese Reaktion nicht neutral ist. Wer das Wirken des Heiligen Geistes sieht und es Satan zuschreibt, bewegt sich auf einen Weg geistlicher Verhärtung. Gleichzeitig zeigt seine Antwort erneut, was seine Befreiungswerke bedeuten: In seiner Person ist das Reich Gottes tatsächlich in die Herrschaftsbereiche des Bösen eingedrungen.

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Jesus verweist auf das Zeichen Jonas

Matthäus 12,38-42 – „38 Da hoben etliche der Schriftgelehrten und Pharisäer an und sprachen: Meister, wir wollen von dir ein Zeichen sehen! 39 Er aber antwortete und sprach zu ihnen: Das böse und ehebrecherische Geschlecht begehrt ein Zeichen; aber es wird ihm kein Zeichen gegeben werden als das Zeichen des Propheten Jona. 40 Denn gleichwie Jona drei Tage und drei Nächte im Bauche des Riesenfisches war, also wird des…"
Matthäus 12,38-42 – „38 Da hoben etliche der Schriftgelehrten und Pharisäer an und sprachen: Meister, wir wollen von dir ein Zeichen sehen! 39 Er aber antwortete und sprach zu ihnen: Das böse und ehebrecherische Geschlecht begehrt ein Zeichen; aber es wird ihm kein Zeichen gegeben werden als das Zeichen des Propheten Jona. 40 Denn gleichwie Jona drei Tage und drei Nächte im Bauche des Riesenfisches war, also wird des…"
Lukas 11,29-32 – „29 Als aber die Volksmenge sich herzudrängte, fing er an zu sagen: Dieses Geschlecht ist ein böses Geschlecht! Es fordert ein Zeichen; aber es wird ihm kein Zeichen gegeben werden als das Zeichen des Propheten Jona. 30 Denn gleichwie Jona den Niniviten ein Zeichen war, so wird es auch des Menschen Sohn diesem Geschlechte sein. 31 Die Königin von Mittag wird im Gericht wider die Männer dieses Gesc…"
Jona 2,1 – „1 Und Jona flehte aus dem Bauch des Fisches zu dem HERRN, seinem Gott, und sprach:"

Nach der schweren Auseinandersetzung über die Quelle seiner Vollmacht treten einige Schriftgelehrte und Pharisäer an Jesus heran und verlangen ein Zeichen von ihm. Die Forderung erscheint zunächst verständlich, denn ein außergewöhnlicher Anspruch darf geprüft werden. Doch im unmittelbaren Zusammenhang hatten seine Gegner gerade erst ein unbestreitbares Befreiungswerk gesehen und dessen Ursprung dem Satan zugeschrieben. Es fehlt ihnen daher nicht einfach an sichtbaren Hinweisen. Das Problem liegt tiefer in der Haltung, mit der sie auf das bereits empfangene Zeugnis reagieren.

Jesus nennt diese Haltung böse und ehebrecherisch und erklärt, dass dieser Generation kein Zeichen gegeben werde außer dem Zeichen des Propheten Jona. Seine Antwort bedeutet nicht, dass Jesus grundsätzlich keine Zeichen wirkt. Die Evangelien haben bereits zahlreiche Heilungen und andere Machttaten berichtet. Er verweigert vielmehr ein Zeichen, das lediglich dazu dienen soll, den Unglauben immer wieder mit neuen Forderungen zu bedienen. Gottes Offenbarung kann nicht nach Belieben zu einer Vorführung gemacht werden.

Matthäus überliefert Jesu Erklärung des Zeichens besonders ausführlich. Wie Jona drei Tage und drei Nächte im Bauch des großen Fisches gewesen sei, so werde der Menschensohn im Herzen der Erde sein. Damit weist Jesus auf seinen kommenden Tod und die Zeit hin, die mit seinem Begräbnis verbunden sein wird. Die Aussage gehört zu den frühen Stellen, an denen er sein späteres Leiden und seine Auferstehung in bildhafter Form ankündigt, obwohl seine Zuhörer deren volle Bedeutung zu diesem Zeitpunkt noch nicht erfassen.

Die Formulierung „drei Tage und drei Nächte“ muss im biblischen Sprachgebrauch verstanden werden und darf nicht gegen andere klare Zeitangaben der Passionsberichte ausgespielt werden. Jesus wird nach den Evangelien am Vorbereitungstag sterben, über den Sabbat im Grab liegen und am ersten Tag der Woche auferstehen. Die Schrift kann angebrochene Tage innerhalb einer solchen Zeitangabe mitzählen. Der Schwerpunkt der Aussage liegt deshalb nicht auf einer mathematischen Konstruktion von zweiundsiebzig Stunden, sondern auf der Parallele zwischen Jonas Aufenthalt und Jesu bevorstehendem Tod und Wiederhervorkommen.

Lukas setzt innerhalb derselben Bildlinie einen etwas anderen Akzent. Wie Jona für die Bewohner Ninives zu einem Zeichen wurde, so werde auch der Menschensohn für diese Generation ein Zeichen sein. Die beiden Berichte ergänzen sich: Matthäus hebt besonders Jesu Tod und die damit verbundene Zeit im Grab hervor, Lukas die Person Jesu selbst als Gottes entscheidendes Zeichen. In beiden Fällen lenkt Jesus die Forderung nach immer neuen Beweisen auf das große Ereignis hin, an dem sein Anspruch endgültig bestätigt werden wird.

Anschließend erinnert Jesus an die Männer von Ninive. Sie hörten Jonas Verkündigung und kehrten um. Jesus erklärt, dass sie im Gericht gegen seine gegenwärtige Generation auftreten werden, weil hier „mehr als Jona“ ist. Damit stellt er seine eigene Stellung weit über die des Propheten. Jona brachte einer heidnischen Stadt eine Botschaft Gottes; nun steht vor Israel derjenige, auf den die prophetische Geschichte letztlich hinweist, und dennoch begegnet ihm hartnäckiger Widerstand.

Dasselbe verdeutlicht Jesus mit der Königin des Südens. Sie kam aus großer Entfernung, um die Weisheit Salomos zu hören. Auch sie werde im Gericht gegen diese Generation auftreten, „denn siehe, hier ist mehr als Salomo“. Jesus ordnet sich damit nicht einfach in eine Reihe großer Gestalten Israels ein. Er beansprucht eine Stellung, die sowohl den bedeutenden Propheten Jona als auch den für seine Weisheit berühmten König Salomo überragt.

Die Warnung richtet sich deshalb gegen eine besonders gefährliche Form des Unglaubens: Menschen können immer neue Beweise verlangen, während das eigentliche Problem nicht fehlende Erkenntnis, sondern die Weigerung ist, auf vorhandenes Licht zu antworten. Ninive besaß weniger Offenbarung und kehrte um. Die Königin des Südens hatte weniger unmittelbaren Zugang und machte sich dennoch auf den Weg. Jesu Zuhörer dagegen stehen dem Messias selbst gegenüber.

Damit bekommt die Forderung nach einem Zeichen eine gerichtliche Dimension. Größere Offenbarung bringt größere Verantwortung mit sich. Wer Jesus hört, seine Werke sieht und dennoch seine Vollmacht bewusst verdreht, kann sich nicht darauf berufen, Gott habe zu wenig erkennen lassen. Das entscheidende Zeichen wird noch kommen: Jesu Tod und Auferstehung. Doch selbst dieses Zeichen wird keinen Menschen mechanisch zum Glauben zwingen.

Jesus führt die Warnung anschließend noch weiter. Ein Mensch kann äußerlich von etwas Bösem befreit werden und dennoch innerlich leer bleiben. Wenn Gottes Herrschaft nicht wirklich Raum gewinnt, kann die frühere Bindung in noch schlimmerer Form zurückkehren. Damit richtet Jesus den Blick von der Forderung nach äußeren Zeichen erneut auf den inneren Zustand des Menschen.

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Jesus warnt vor einem leeren, ungefüllten Leben

Matthäus 12,43-45 – „43 Wenn aber der unreine Geist vom Menschen ausgefahren ist, so durchwandelt er wasserlose Stätten und sucht Ruhe und findet sie nicht. 44 Dann spricht er: Ich will in mein Haus zurückkehren, aus welchem ich gegangen bin. Und wenn er kommt, findet er es leer, gesäubert und geschmückt. 45 Alsdann geht er hin und nimmt sieben andere Geister mit sich, die schlimmer sind als er; und sie ziehen ein un…"
Matthäus 12,43-45 – „43 Wenn aber der unreine Geist vom Menschen ausgefahren ist, so durchwandelt er wasserlose Stätten und sucht Ruhe und findet sie nicht. 44 Dann spricht er: Ich will in mein Haus zurückkehren, aus welchem ich gegangen bin. Und wenn er kommt, findet er es leer, gesäubert und geschmückt. 45 Alsdann geht er hin und nimmt sieben andere Geister mit sich, die schlimmer sind als er; und sie ziehen ein un…"
Lukas 11,24-26 – „24 Wenn der unreine Geist von dem Menschen ausgefahren ist, so durchzieht er wasserlose Stätten und sucht Ruhe. Und da er sie nicht findet, spricht er: Ich will in mein Haus zurückkehren, aus dem ich weggegangen bin. 25 Und wenn er kommt, findet er es gesäubert und geschmückt. 26 Alsdann geht er hin und nimmt sieben andere Geister mit, die schlimmer sind als er selbst, und sie ziehen ein und wohn…"

Unmittelbar nach seiner Warnung an eine Generation, die immer neue Zeichen fordert, verwendet Jesus ein eindringliches Bild. Er spricht von einem unreinen Geist, der einen Menschen verlassen hat und durch dürre Orte zieht, ohne Ruhe zu finden. Schließlich beschließt er, in das Haus zurückzukehren, aus dem er gekommen ist. Jesus beschreibt damit keine gewöhnliche Krankheitsgeschichte und auch keine vollständige Lehre über jede Form dämonischer Belastung. Das Bild dient innerhalb seines Gesprächs dazu, den geistlichen Zustand seiner Zuhörer zu erklären.

Als der unreine Geist zurückkehrt, findet er das Haus leer, gekehrt und geschmückt. Äußerlich scheint sich der Zustand verbessert zu haben. Unordnung ist beseitigt, das Haus ist vorbereitet und gereinigt. Doch das entscheidende Problem liegt gerade in seiner Leere. Das Böse ist entfernt worden, aber an seine Stelle ist keine neue Herrschaft getreten. Eine bloße Beseitigung des Falschen genügt deshalb nicht, wenn das Leben anschließend ohne wirkliche Bindung an Gott bleibt.

Der unreine Geist nimmt daraufhin sieben andere Geister mit, die schlimmer sind als er selbst. Sie ziehen ein und wohnen dort, sodass der letzte Zustand dieses Menschen schlimmer wird als der erste. Die Zahl sieben muss hier nicht mit einer spekulativen Einzelbedeutung überladen werden. Jesu eigener Schlusssatz zeigt den Schwerpunkt: Eine äußerliche Verbesserung ohne innere Erneuerung kann in eine noch tiefere Verhärtung führen.

Damit greift Jesus eine Wahrheit auf, die bereits in seinem Gespräch mit Nikodemus angeklungen war. Der Mensch braucht nicht lediglich eine moralische Reinigung, sondern eine neue Geburt durch Gottes Geist. Es genügt nicht, bestimmte Sünden abzulegen, religiöse Gewohnheiten zu verändern oder das eigene Leben äußerlich ordentlicher zu gestalten. Wenn das Herz nicht unter Gottes Herrschaft kommt, bleibt die tiefste Ursache des Problems ungelöst.

Jesu Bild richtet sich deshalb nicht gegen moralische Veränderung. Das gekehrte Haus ist nicht deshalb problematisch, weil es gereinigt wurde. Problematisch ist, dass es leer bleibt. Echte Umkehr besteht nicht nur darin, sich von etwas abzuwenden, sondern sich Gott zuzuwenden. Das Alte muss weichen, doch das Neue muss Raum gewinnen. Andernfalls kann der Mensch seine äußerliche Verbesserung sogar mit geistlicher Sicherheit verwechseln, während sein innerer Zustand weiterhin ungeschützt bleibt.

Matthäus macht die Anwendung ausdrücklich auf Jesu damalige Generation: „Also wird es auch diesem bösen Geschlecht gehen.“ Israel hatte Johannes den Täufer gehört, Umkehrrufe erlebt und Jesu mächtige Werke gesehen. Dennoch begegneten ihm viele führende Vertreter mit wachsender Ablehnung. Einige verlangten weitere Zeichen, obwohl bereits außergewöhnliche Offenbarung vor ihnen stand. Gerade darin liegt die Gefahr des leeren Hauses: Gottes Wirken wird wahrgenommen, ohne dass Christus wirklich aufgenommen wird.

Die Warnung erhält dadurch eine heilsgeschichtliche Schärfe. Jesu Gegenwart schafft keine neutrale Situation. Menschen können durch seine Botschaft erschüttert, äußerlich verändert und von bestimmten falschen Wegen weggeführt werden. Doch wenn sie sich anschließend gegen ihn verhärten, kann die empfangene Erkenntnis ihre Verantwortung sogar vergrößern. Mehr Licht führt nicht automatisch zu größerer Treue; es kann auch entschiedener zurückgewiesen werden.

Diese Aussage schützt zugleich davor, christliches Leben auf Verbote zu reduzieren. Ein Glaube, der hauptsächlich daraus besteht, bestimmte Dinge nicht mehr zu tun, bleibt unvollständig. Christus ruft Menschen nicht nur aus Sünde heraus, sondern zu sich. Gottes Geist soll nicht lediglich einzelne Verhaltensweisen korrigieren, sondern das Leben von innen her erneuern. Die entscheidende Frage ist deshalb nicht nur, was aus dem Haus entfernt wurde, sondern wer darin wohnt.

Während Jesus noch zu den Menschen spricht, erhält diese Frage nach wirklicher Zugehörigkeit eine unmittelbar persönliche Form. Seine Mutter und seine Brüder stehen draußen und möchten mit ihm reden. Jesus nutzt diesen Augenblick, um zu erklären, welche Beziehung im Reich Gottes letztlich entscheidend ist: Nicht bloße natürliche Nähe, sondern das Tun des Willens seines himmlischen Vaters kennzeichnet diejenigen, die wirklich zu seiner Familie gehören.

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Jesus erklärt, wer zu seiner Familie gehört

Matthäus 12,46-50 – „46 Während er noch zu dem Volke redete, siehe, da standen seine Mutter und seine Brüder draußen und suchten mit ihm zu reden. 47 Da sprach einer zu ihm: Siehe, deine Mutter und deine Brüder stehen draußen und suchen mit dir zu reden. 48 Er aber antwortete und sprach zu dem, der es ihm sagte: Wer ist meine Mutter, und wer sind meine Brüder? 49 Und er streckte seine Hand aus über seine Jünger und s…"
Matthäus 12,46-50 – „46 Während er noch zu dem Volke redete, siehe, da standen seine Mutter und seine Brüder draußen und suchten mit ihm zu reden. 47 Da sprach einer zu ihm: Siehe, deine Mutter und deine Brüder stehen draußen und suchen mit dir zu reden. 48 Er aber antwortete und sprach zu dem, der es ihm sagte: Wer ist meine Mutter, und wer sind meine Brüder? 49 Und er streckte seine Hand aus über seine Jünger und s…"
Markus 3,31-35 – „31 Da kamen seine Mutter und seine Brüder; sie blieben aber draußen, schickten zu ihm und ließen ihn rufen. 32 Und das Volk saß um ihn her. Und sie sagten zu ihm: Siehe, deine Mutter und deine Brüder sind draußen und suchen dich. 33 Und er antwortete ihnen und sprach: Wer ist meine Mutter, oder meine Brüder? 34 Und indem er ringsumher die ansah, welche um ihn saßen, spricht er: Siehe da, meine Mu…"
Lukas 8,19-21 – „19 Es kamen aber seine Mutter und seine Brüder zu ihm, und sie konnten wegen der Volksmenge nicht zu ihm gelangen. 20 Es wurde ihm aber gemeldet: Deine Mutter und deine Brüder stehen draußen und begehren dich zu sehen! 21 Er aber antwortete und sprach zu ihnen: Meine Mutter und meine Brüder sind die, welche das Wort Gottes hören und tun!"

Während Jesus noch zu den Menschen spricht, kommen seine Mutter und seine Brüder und möchten mit ihm reden. Wegen der Menge gelangen sie nicht unmittelbar zu ihm. Jemand meldet Jesus, dass seine Angehörigen draußen stehen und nach ihm fragen. Die Evangelien berichten an dieser Stelle nicht, weshalb sie gekommen sind oder was sie mit ihm besprechen wollen. Der Schwerpunkt liegt deshalb nicht auf einem vermuteten Konflikt, sondern auf der Antwort, die Jesus aus dieser Situation entwickelt.

Jesus fragt: „Wer ist meine Mutter, und wer sind meine Brüder?“ Damit leugnet er weder seine tatsächliche familiäre Herkunft noch die Verantwortung, die mit diesen Beziehungen verbunden ist. Maria bleibt seine Mutter, und die Evangelien zeigen später, dass Jesus selbst am Kreuz für ihre Versorgung Sorge trägt. Seine Frage eröffnet vielmehr eine zweite Ebene von Zugehörigkeit, die für das Reich Gottes grundlegender ist als natürliche Abstammung.

Matthäus berichtet, dass Jesus seine Hand über seine Jünger ausstreckt und sagt: „Siehe da, meine Mutter und meine Brüder!“ Anschließend erklärt er: „Wer den Willen meines Vaters im Himmel tut, der ist mein Bruder und Schwester und Mutter.“ Markus überliefert denselben Grundgedanken, während Lukas die Zugehörigkeit zu Jesus mit denen verbindet, die Gottes Wort hören und tun. Die Berichte führen damit gemeinsam auf dieselbe Wahrheit: Wirkliche Nähe zu Jesus wird nicht allein durch leibliche Verwandtschaft bestimmt.

Diese Aussage entspricht einer Linie, die bereits in Jesu bisheriger Lehre sichtbar geworden ist. Äußere Herkunft, religiöse Stellung und formale Nähe zu heiligen Dingen garantieren keine Gemeinschaft mit Gott. Johannes der Täufer hatte davor gewarnt, sich allein auf die Abstammung von Abraham zu verlassen. Jesus selbst hatte erklärt, dass nicht jeder, der ihn „Herr“ nennt, deshalb bereits zu seinem Reich gehört. Nun wird derselbe Grundsatz auf seine eigene Familie bezogen.

Dabei wird Gehorsam nicht zum Ersatz für Gnade. „Den Willen des Vaters tun“ bedeutet innerhalb der bisherigen Verkündigung Jesu nicht, sich durch moralische Leistungen in seine Familie hineinzukaufen. Der Mensch braucht neue Geburt, Vergebung und Gottes Wirken. Doch wirkliche Zugehörigkeit bleibt nicht ohne Frucht. Wer Gottes Wort hört und sich ihm anvertraut, beginnt auch danach zu handeln. Glaube und Gehorsam werden von Jesus nicht gegeneinander ausgespielt.

Jesu Worte öffnen die Gemeinschaft mit ihm zugleich weit über biologische Grenzen hinaus. Menschen unterschiedlichster Herkunft können ihm so nahe werden, dass er ihre Beziehung zu ihm mit den engsten familiären Begriffen beschreibt. Bruder, Schwester und Mutter sind keine distanzierten religiösen Bezeichnungen. Jesus macht damit deutlich, dass Gottes Reich eine neue Gemeinschaft schafft, deren Mittelpunkt nicht gemeinsame Abstammung, sondern die Beziehung zu Gott durch sein Wort ist.

Das bedeutet jedoch nicht, dass natürliche Familienbeziehungen wertlos würden. Jesus hatte in seiner Lehre Gottes Gebote über Ehe, Treue und Verantwortung ernst genommen. Später wird er die religiöse Praxis kritisieren, durch die Menschen ihre Pflicht gegenüber Vater und Mutter umgehen wollten. Die neue geistliche Familie ersetzt daher nicht jede menschliche Verantwortung. Sie zeigt vielmehr, dass selbst die engste natürliche Beziehung nicht über der Beziehung zum Vater steht.

Gerade für Jesu leibliche Angehörige gilt deshalb derselbe geistliche Maßstab wie für alle anderen. Ihre körperliche Nähe zu ihm verschafft ihnen keinen automatischen Vorrang im Reich Gottes. Auch sie müssen auf Gottes Wort antworten. Die spätere Geschichte wird zeigen, dass einige seiner Brüder zunächst nicht an ihn glauben und erst später zu seinen Nachfolgern gehören. Die Evangelien idealisieren familiäre Nähe also nicht als automatische Glaubensgewissheit.

Mit dieser kurzen Begegnung erweitert Jesus den Begriff seiner Gemeinschaft grundlegend. Seine Familie besteht letztlich aus Menschen, die Gottes Wort hören und unter seinem Willen leben. Während die Menschenmenge um ihn weiter wächst, beginnt Jesus nun verstärkt in Gleichnissen zu lehren. Durch Bilder aus Saat, Boden, Wachstum und Ernte wird er zeigen, warum dieselbe Botschaft vom Reich Gottes bei verschiedenen Menschen so unterschiedliche Wirkung hervorbringt.

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Jesus erzählt das Gleichnis vom Sämann

Matthäus 13,1-9 – „1 An jenem Tage ging Jesus zum Hause hinaus und setzte sich an das Meer. 2 Und es versammelte sich eine große Volksmenge zu ihm, so daß er in ein Schiff trat und sich setzte; und alles Volk stand am Ufer. 3 Und er redete zu ihnen vieles in Gleichnissen und sprach: Siehe, der Sämann ging aus zu säen. 4 Und indem er säte, fiel etliches an den Weg, und die Vögel kamen und fraßen es auf. 5 Anderes ab…"
Matthäus 13,1-9 – „1 An jenem Tage ging Jesus zum Hause hinaus und setzte sich an das Meer. 2 Und es versammelte sich eine große Volksmenge zu ihm, so daß er in ein Schiff trat und sich setzte; und alles Volk stand am Ufer. 3 Und er redete zu ihnen vieles in Gleichnissen und sprach: Siehe, der Sämann ging aus zu säen. 4 Und indem er säte, fiel etliches an den Weg, und die Vögel kamen und fraßen es auf. 5 Anderes ab…"
Markus 4,1-9 – „1 Und er fing abermals an zu lehren am Meere. Und es versammelte sich eine große Volksmenge bei ihm, so daß er in das Schiff stieg und auf dem Meere sich darin niedersetzte; und alles Volk war am Meer auf dem Lande. 2 Und er lehrte sie vieles in Gleichnissen und sagte zu ihnen in seiner Lehre: 3 Höret zu! Siehe, der Sämann ging aus, zu säen. 4 Und es begab sich, indem er säte, daß etliches an den…"
Lukas 8,4-8 – „4 Als nun viel Volk zusammenkam und sie aus den Städten zu ihm zogen, sprach er in einem Gleichnis: 5 Der Sämann ging aus, seinen Samen zu säen. Und indem er säte, fiel etliches an den Weg und wurde zertreten, und die Vögel des Himmels fraßen es auf. 6 Und anderes fiel auf den Felsen; und als es keimte, verdorrte es, weil es keine Feuchtigkeit hatte. 7 Und anderes fiel mitten unter die Dornen; un…"

Am selben Tag verlässt Jesus das Haus und setzt sich an den See. Wieder versammelt sich eine so große Menschenmenge um ihn, dass er in ein Boot steigt und sich dort setzt, während die Zuhörer am Ufer stehen. Die äußere Situation seines Dienstes hat sich damit stark verändert. Jesus erreicht viele Menschen, doch die vorausgehenden Ereignisse haben zugleich gezeigt, dass nicht jeder, der seine Worte hört oder seine Wunder sieht, darauf mit Glauben antwortet. Gerade diese unterschiedliche Wirkung seiner Botschaft bildet den Hintergrund des Gleichnisses, das er nun erzählt.

Ein Sämann geht hinaus, um zu säen. Beim Ausstreuen fällt ein Teil der Saat an den Weg, wo die Körner zertreten beziehungsweise von Vögeln gefressen werden. Ein anderer Teil fällt auf felsigen Boden, auf dem nur wenig Erde liegt. Die Saat geht schnell auf, kann aber keine tiefe Wurzel entwickeln und verdorrt unter der Sonne beziehungsweise aus Mangel an Feuchtigkeit. Wieder andere Körner fallen unter Dornen, die gemeinsam mit ihnen wachsen und die jungen Pflanzen ersticken.

Ein weiterer Teil der Saat fällt schließlich auf guten Boden und bringt Frucht. Matthäus und Markus nennen unterschiedliche Ertragsstufen von dreißig-, sechzig- und hundertfacher Frucht, während Lukas den hundertfachen Ertrag hervorhebt. Diese Angaben müssen nicht künstlich vereinheitlicht werden. In allen drei Berichten steht derselbe Gegensatz im Mittelpunkt: Dasselbe Saatgut trifft auf unterschiedliche Böden und bringt deshalb sehr unterschiedliche Ergebnisse hervor.

Jesus erklärt an dieser Stelle zunächst noch nicht öffentlich jede Bedeutung des Gleichnisses. Er beendet es mit dem Aufruf: „Wer Ohren hat zu hören, der höre!“ Damit macht er deutlich, dass bloße körperliche Anwesenheit nicht genügt. Menschen können dieselbe Botschaft hören und dennoch sehr verschieden darauf reagieren. Hören im geistlichen Sinn verlangt mehr als das Aufnehmen von Worten; es verlangt eine Bereitschaft, das Gehörte ernst zu nehmen.

Bemerkenswert ist, dass der Sämann im Gleichnis nicht bei jedem Stück Boden anderes Saatgut verwendet. Die unterschiedliche Frucht entsteht nicht deshalb, weil manche Menschen eine bessere Botschaft und andere eine schlechtere erhalten hätten. Der Same wird großzügig ausgestreut. Das Bild richtet den Blick deshalb zunehmend auf den Zustand des Bodens – und damit auf die Aufnahmebereitschaft des Hörers.

Dies entspricht genau dem, was in Jesu bisherigem Dienst sichtbar geworden ist. Manche Menschen haben auf sein Wort vertraut, wie der römische Hauptmann oder die samaritischen Bewohner. Andere haben zunächst Begeisterung gezeigt, ohne dass bereits tiefer Glaube erkennbar wurde. Wieder andere haben seine Werke gesehen und sie dennoch einem satanischen Ursprung zugeschrieben. Dieselbe Person Jesu und dieselbe Botschaft vom Reich Gottes führen nicht automatisch bei allen Menschen zur gleichen Antwort.

Das Gleichnis verhindert zugleich eine falsche Vorstellung vom Reich Gottes. Seine Botschaft wird nicht sofort überall sichtbar triumphieren. Vieles scheint zunächst verloren zu gehen, anderes beginnt vielversprechend und hält dennoch nicht stand. Trotzdem endet die Geschichte nicht mit Misserfolg. Auf gutem Boden entsteht reiche Frucht. Gottes Wort ist nicht machtlos, auch wenn seine Wirkung nicht bei jedem Hörer dieselbe ist.

Damit beantwortet Jesus noch nicht jede Frage, die das Gleichnis aufwirft. Besonders seine Jünger wollen verstehen, warum er nun auf diese Weise zu den Menschen spricht und was die verschiedenen Böden bedeuten. Jesus wird ihnen erklären, dass die Gleichnisse zugleich offenbaren und unterscheiden: Wer bereit ist zu hören, empfängt durch sie tiefere Erkenntnis; wer sich gegenüber Gottes Wahrheit verschließt, hört die Worte, ohne ihren geistlichen Sinn wirklich aufzunehmen.

Das Gleichnis vom Sämann wird deshalb zum Schlüssel für einen neuen Abschnitt seiner Verkündigung. Es erklärt nicht nur, wie Gottes Wort aufgenommen wird, sondern hilft auch zu verstehen, warum die wachsende öffentliche Aufmerksamkeit um Jesus keineswegs überall zu wirklicher Nachfolge führt. Als die Menge zurücktritt und seine Jünger näher zu ihm kommen, beginnt Jesus ihnen die Bedeutung dieser Bildrede ausführlicher zu erschließen.

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Jesus erklärt das Gleichnis vom Sämann

Matthäus 13,10-23 – „10 Da traten die Jünger herzu und sprachen zu ihm: Warum redest du in Gleichnissen mit ihnen? 11 Er aber antwortete und sprach: Weil es euch gegeben ist, die Geheimnisse des Himmelreichs zu verstehen; jenen aber ist's nicht gegeben. 12 Denn wer da hat, dem wird gegeben werden, und er wird Überfluß haben; wer aber nicht hat, von dem wird auch das genommen werden, was er hat. 13 Darum rede ich in G…"
Matthäus 13,10-23 – „10 Da traten die Jünger herzu und sprachen zu ihm: Warum redest du in Gleichnissen mit ihnen? 11 Er aber antwortete und sprach: Weil es euch gegeben ist, die Geheimnisse des Himmelreichs zu verstehen; jenen aber ist's nicht gegeben. 12 Denn wer da hat, dem wird gegeben werden, und er wird Überfluß haben; wer aber nicht hat, von dem wird auch das genommen werden, was er hat. 13 Darum rede ich in G…"
Markus 4,10-20 – „10 Als er nun allein war, fragten ihn die, welche um ihn waren, samt den Zwölfen, über das Gleichnis. 11 Und er sprach zu ihnen: Euch ist gegeben, das Geheimnis des Reiches Gottes [zu erkennen], denen aber, die draußen sind, wird alles in Gleichnissen zuteil, 12 auf daß sie mit Augen sehen und doch nicht erkennen, und mit Ohren hören und doch nicht verstehen, damit sie nicht etwa umkehren und ihn…"
Lukas 8,9-15 – „9 Da fragten ihn seine Jünger, was dieses Gleichnis bedeute. 10 Er aber sprach: Euch ist es gegeben, die Geheimnisse des Reiches Gottes zu erkennen, den andern aber in Gleichnissen, auf daß sie sehen und doch nicht sehen, und hören und doch nicht verstehen. 11 Das Gleichnis aber bedeutet dies: Der Same ist das Wort Gottes. 12 Die am Wege sind die, welche es gehört haben; darnach kommt der Teufel …"

Nachdem Jesus das Gleichnis vom Sämann vor der Volksmenge erzählt hat, fragen ihn seine Jünger nach dessen Bedeutung. Matthäus berichtet außerdem ihre Frage, warum er überhaupt in Gleichnissen zu den Menschen spricht. Jesus erklärt, dass ihnen die Geheimnisse des Reiches Gottes gegeben sind zu erkennen. Die Gleichnisse sind damit nicht bloß anschauliche Geschichten, die schwierige Gedanken vereinfachen sollen. Sie offenbaren Wahrheit und machen zugleich sichtbar, mit welcher Haltung ein Mensch Gottes Wort hört.

Jesus greift dabei Worte aus Jesaja auf, nach denen Menschen hören und doch nicht verstehen, sehen und doch nicht erkennen. Der Zusammenhang beschreibt keine willkürliche Entscheidung Gottes, aufrichtig Suchenden Erkenntnis vorzuenthalten. Jesus spricht zu Menschen, die seine Worte und Werke bereits erlebt haben und dennoch ihr Herz verhärten können. Das Problem liegt nicht in einem Mangel an Offenbarung, sondern darin, dass Augen geschlossen und Ohren schwer geworden sind. Wer sich dem empfangenen Licht widersetzt, verliert zunehmend auch die Fähigkeit, dessen Bedeutung zu erfassen.

Den Jüngern sagt Jesus dagegen, ihre Augen und Ohren seien glückselig, weil sie sehen und hören dürfen, wonach frühere Propheten und Gerechte verlangt hatten. Damit erhebt er ihre persönliche Einsicht nicht zu einem eigenen Verdienst. Sie leben vielmehr in einer außergewöhnlichen heilsgeschichtlichen Zeit: Der verheißene Messias steht vor ihnen, das Reich Gottes wird in seinem Wirken sichtbar, und sie erhalten Einblick in Dinge, auf deren Erfüllung frühere Generationen gewartet hatten.

Dann erklärt Jesus das Gleichnis selbst. Der Same steht für das Wort vom Reich beziehungsweise für Gottes Wort. Beim ersten Boden hört ein Mensch die Botschaft, versteht oder bewahrt sie aber nicht; der Böse nimmt das Gesäte weg. Lukas spricht davon, dass der Teufel das Wort aus dem Herzen nimmt, damit die Menschen nicht glauben und gerettet werden. Das Bild macht deutlich, dass Gottes Wort einem wirklichen geistlichen Widerstand begegnet. Bloßes Hören garantiert noch keine Frucht.

Der felsige Boden beschreibt Menschen, die das Wort zunächst mit Freude aufnehmen. Es entsteht schnell eine sichtbare Reaktion, aber keine tiefe Wurzel. Wenn Bedrängnis, Verfolgung oder Versuchung wegen des Wortes kommen, halten sie nicht stand. Jesus bewertet anfängliche Begeisterung deshalb nicht automatisch als ausgereiften Glauben. Erst unter Belastung zeigt sich, ob das Wort tief genug aufgenommen wurde, um das Leben dauerhaft zu prägen.

Beim dritten Boden wächst die Saat unter Dornen. Jesus erklärt die Dornen als Sorgen dieser Welt, Betrug beziehungsweise Verführung des Reichtums und nach Markus auch Begierden nach anderen Dingen; Lukas nennt zusätzlich die Freuden des Lebens. Hier wird das Wort nicht sofort verworfen. Es beginnt zu wachsen, wird aber nach und nach von konkurrierenden Bindungen erstickt und bleibt ohne reife Frucht. Gerade deshalb ist dieser Boden besonders warnend: Geistliches Leben kann äußerlich begonnen haben und dennoch durch andere Herren langsam verdrängt werden.

Damit greift Jesus mehrere Themen seiner früheren Lehre wieder auf. Er hatte bereits vor der Herrschaft des Mammons gewarnt und zur Freiheit von Sorge aufgerufen. Nun zeigt er, warum diese Dinge so ernst sind: Sie können das gehörte Wort überwuchern. Besitz, Zukunftsangst und andere Wünsche müssen nicht offen gegen Gott auftreten, um das geistliche Leben zu ersticken. Es genügt, wenn sie so viel Raum gewinnen, dass Gottes Wort keinen bestimmenden Platz mehr behält.

Der gute Boden bezeichnet dagegen diejenigen, die das Wort hören, verstehen beziehungsweise mit einem guten und aufrichtigen Herzen festhalten und Frucht bringen. Lukas fügt hinzu, dass dies „in Geduld“ geschieht. Frucht entsteht also nicht nur durch einen starken ersten Eindruck. Gottes Wort wird bewahrt, trägt durch Schwierigkeiten hindurch und prägt das Leben dauerhaft. Die unterschiedlichen Erträge zeigen zugleich, dass echte Frucht nicht bei jedem Menschen in identischer Stärke oder Form erscheinen muss.

Das Gleichnis erklärt damit einen wesentlichen Teil von Jesu bisherigem Dienst. Die Unterschiede zwischen Glauben, oberflächlicher Begeisterung, wachsendem Widerstand und echter Nachfolge liegen nicht an verschiedenen Botschaften, sondern an der Reaktion auf dasselbe Wort. Zugleich bleibt der Sämann großzügig: Die Botschaft wird weit ausgestreut, obwohl nicht jeder Boden Frucht hervorbringt. Jesus lehrt seine Jünger dadurch, den sichtbaren Erfolg nicht zum alleinigen Maßstab des Reiches Gottes zu machen.

Von dieser Erklärung führt Jesus seine Bildrede weiter. Das Reich Gottes wächst oft verborgen und wird nicht sofort in seiner endgültigen Gestalt sichtbar. Besonders das Gleichnis vom Unkraut unter dem Weizen wird zeigen, warum Gutes und Böses bis zum Gericht eine Zeit lang nebeneinander bestehen und warum die endgültige Trennung nicht durch vorschnelles menschliches Ausreißen vorgenommen werden darf.

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Jesus erklärt das Gleichnis vom Unkraut unter dem Weizen

Matthäus 13,24-30 – „24 Ein anderes Gleichnis legte er ihnen vor und sprach: Das Himmelreich ist gleich einem Menschen, der guten Samen auf seinen Acker säte. 25 Während aber die Leute schliefen, kam sein Feind und säte Unkraut mitten unter den Weizen und ging davon. 26 Als nun die Saat wuchs und Frucht ansetzte, da zeigte sich auch das Unkraut. 27 Und die Knechte des Hausherrn traten herzu und sprachen: Herr, hast d…"
Matthäus 13,24-30 – „24 Ein anderes Gleichnis legte er ihnen vor und sprach: Das Himmelreich ist gleich einem Menschen, der guten Samen auf seinen Acker säte. 25 Während aber die Leute schliefen, kam sein Feind und säte Unkraut mitten unter den Weizen und ging davon. 26 Als nun die Saat wuchs und Frucht ansetzte, da zeigte sich auch das Unkraut. 27 Und die Knechte des Hausherrn traten herzu und sprachen: Herr, hast d…"
Matthäus 13,36-43 – „36 Da entließ Jesus die Volksmenge und ging in das Haus. Und seine Jünger traten zu ihm und sprachen: Erkläre uns das Gleichnis vom Unkraut auf dem Acker! 37 Und er antwortete und sprach zu ihnen: Der den guten Samen sät, ist des Menschen Sohn. 38 Der Acker ist die Welt; der gute Same sind die Kinder des Reichs; das Unkraut aber sind die Kinder des Bösen. 39 Der Feind, der es sät, ist der Teufel;…"

Jesus erzählt der Menge ein weiteres Gleichnis vom Reich der Himmel. Ein Mann sät guten Samen auf seinen Acker. Während die Menschen schlafen, kommt jedoch ein Feind, sät Unkraut mitten unter den Weizen und geht wieder davon. Zunächst bleibt der Unterschied verborgen. Erst als die Saat aufgeht und Frucht ansetzt, wird sichtbar, dass zwischen dem Weizen auch Unkraut wächst. Das Gleichnis greift damit erneut das Bild der Aussaat auf, richtet den Blick nun aber auf eine andere Frage: Warum besteht neben dem Wirken Gottes weiterhin so viel Böses?

Die Knechte des Hausherrn sind überrascht. Sie wissen, dass ihr Herr guten Samen ausgesät hat, und fragen deshalb: „Herr, hast du nicht guten Samen auf deinen Acker gesät? Woher hat er denn das Unkraut?“ Der Hausherr antwortet eindeutig: „Das hat der Feind getan.“ Das Böse wird damit nicht Gott zugeschrieben. Der gute Same stammt vom Hausherrn; die zerstörerische Aussaat kommt von seinem Gegner. Jesus lässt keinen Raum für die Vorstellung, Gott sei selbst der Urheber des Bösen, das seinem Werk entgegensteht.

Die Knechte möchten das Unkraut sofort ausreißen. Doch der Hausherr hält sie zurück, damit sie dabei nicht zugleich den Weizen herausziehen. Beides soll bis zur Ernte miteinander wachsen. Diese Anweisung bedeutet nicht, dass Gut und Böse für Gott gleichgültig wären oder dass innerhalb seiner Gemeinde jede Lehre und jedes Verhalten ungeprüft bleiben müssten. Der Schwerpunkt des Gleichnisses liegt auf der endgültigen Trennung und dem Gericht. Diese Aufgabe gehört letztlich Gott und darf nicht durch menschliche Ungeduld vorweggenommen werden.

Nachdem Jesus die Volksmenge verlassen und das Haus betreten hat, bitten seine Jünger ihn ausdrücklich um die Erklärung des Gleichnisses. Anders als bei manchen Bildreden überlässt Jesus hier die wichtigsten Bedeutungen nicht der Vermutung. Derjenige, der den guten Samen sät, ist der Menschensohn. Der Acker ist die Welt. Der gute Same bezeichnet die Söhne des Reiches, das Unkraut die Söhne des Bösen, und der Feind, der es gesät hat, ist der Teufel. Die Ernte steht für das Ende der Weltzeit, und die Schnitter sind Engel.

Damit zeigt Jesus seinen Jüngern, dass die gegenwärtige Gestalt seines Reiches nicht mit der sofortigen Beseitigung jedes Gegners verbunden ist. Der Messias ist gekommen, doch Satan ist noch nicht endgültig vernichtet. Er ist ein geschaffener und gefallener Gegner Gottes, nicht dessen ebenbürtige Gegenmacht. Sein Wirken ist real, aber begrenzt und steht unter dem kommenden Gericht. Die Tatsache, dass Böses weiterhin vorhanden ist, bedeutet daher nicht, dass Gottes Reich gescheitert wäre.

Jesus richtet den Blick ausdrücklich auf das Ende. Wie das Unkraut gesammelt und verbrannt wird, so werden am Ende die Engel ausgesandt. Alles, was zur Sünde verführt, und diejenigen, die Gesetzlosigkeit tun, werden aus seinem Reich entfernt. Jesu Botschaft vom Reich enthält damit nicht nur Vergebung und Heilung, sondern ebenso Gericht. Die gegenwärtige Geduld Gottes darf nicht mit dauerhafter Gleichgültigkeit gegenüber dem Bösen verwechselt werden.

Auffällig ist zugleich, wer die endgültige Trennung vollzieht. Nicht die Knechte bestimmen eigenmächtig, wer endgültig Weizen und wer Unkraut ist. Der Menschensohn sendet seine Engel. Das Gericht gehört ihm. Gerade deshalb schützt das Gleichnis vor religiösem Eifer, der sich selbst das Recht zuschreibt, Gottes endgültiges Urteil über Menschen vorwegzunehmen. Menschliche Erkenntnis ist begrenzt; Christus kennt die Seinen und urteilt vollkommen gerecht.

Für die Gerechten endet die Geschichte dagegen mit einer Verheißung: Sie werden im Reich ihres Vaters leuchten wie die Sonne. Das gegenwärtige Nebeneinander ist also nicht der endgültige Zustand. Gottes Plan führt auf eine Zeit zu, in der Sünde, Verführung und alles Böse tatsächlich beseitigt sein werden. Die Geduld der Gegenwart hat ein Ziel; sie endet nicht in einem ewigen Gleichgewicht zwischen Gut und Böse, sondern im endgültigen Sieg Gottes.

Das Gleichnis erklärt damit eine Spannung, die Jesu Jünger zunehmend erleben werden. Das Reich Gottes ist bereits gegenwärtig, weil der König unter ihnen wirkt, Menschen befreit und sein Wort aussät. Doch seine Herrschaft ist noch nicht in ihrer endgültigen Vollendung sichtbar. Bis zur Ernte bestehen Glaube und Widerstand, echtes Wachstum und gegnerisches Wirken nebeneinander.

Jesus ergänzt diese große Perspektive nun durch weitere kurze Gleichnisse. Sie zeigen, dass Gottes Reich trotz seiner zunächst unscheinbaren Gestalt nicht schwach ist. Wie ein winziges Senfkorn wachsen und wie Sauerteig einen ganzen Teig durchdringen kann, so wird das Werk Gottes auf eine Weise voranschreiten, die sein kleiner Anfang noch nicht erkennen lässt.

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Jesus vergleicht Gottes Reich mit Senfkorn und Sauerteig

Matthäus 13,31-33 – „31 Ein anderes Gleichnis legte er ihnen vor und sprach: Das Himmelreich ist gleich einem Senfkorn, welches ein Mensch nahm und auf seinen Acker säte. 32 Dieses ist zwar unter allen Samen das kleinste; wenn es aber wächst, so wird es größer als die Gartengewächse und wird ein Baum, so daß die Vögel des Himmels kommen und in seinen Zweigen nisten. 33 Ein anderes Gleichnis sagte er ihnen: Das Himmel…"
Matthäus 13,31-33 – „31 Ein anderes Gleichnis legte er ihnen vor und sprach: Das Himmelreich ist gleich einem Senfkorn, welches ein Mensch nahm und auf seinen Acker säte. 32 Dieses ist zwar unter allen Samen das kleinste; wenn es aber wächst, so wird es größer als die Gartengewächse und wird ein Baum, so daß die Vögel des Himmels kommen und in seinen Zweigen nisten. 33 Ein anderes Gleichnis sagte er ihnen: Das Himmel…"
Markus 4,30-32 – „30 Und er sprach: Wem wollen wir das Reich Gottes vergleichen, oder unter was für einem Gleichnis wollen wir es darstellen? 31 Es ist einem Senfkorn gleich, welches, wenn es in die Erde gesät wird, das kleinste ist unter allen Samenkörnern auf Erden. 32 Und wenn es gesät ist, geht es auf und wird größer als alle Gartengewächse und treibt große Zweige, so daß die Vögel des Himmels unter seinem Sch…"
Lukas 13,18-21 – „18 Da sprach er: Wem ist das Reich Gottes gleich, und wem soll ich es vergleichen? 19 Es ist einem Senfkorn gleich, welches ein Mensch nahm und in seinen Garten warf. Und es wuchs und ward zu einem Baume, und die Vögel des Himmels nisteten auf seinen Zweigen. 20 Und wiederum sprach er: Wem soll ich das Reich Gottes vergleichen? 21 Es ist einem Sauerteig gleich, den ein Weib nahm und unter drei Sc…"

Nachdem Jesus im Gleichnis vom Unkraut gezeigt hat, dass das Reich Gottes bis zur endgültigen Ernte in einer Welt voller Widerstand wächst, richtet er den Blick nun auf seine überraschende Entwicklung. Er fragt, womit das Reich Gottes verglichen werden könne, und verwendet zwei alltägliche Bilder: ein Senfkorn und Sauerteig. Beide Gleichnisse sind sehr kurz, doch sie erklären, warum der zunächst unscheinbare Beginn seines Wirkens nicht mit Bedeutungslosigkeit verwechselt werden darf.

Jesus spricht zunächst von einem Senfkorn, das ein Mensch nimmt und auf seinem Acker beziehungsweise in seinem Garten aussät. Er bezeichnet es im Zusammenhang des Gleichnisses als besonders klein. Aus diesem kleinen Anfang wächst eine große Pflanze, die so bedeutend wird, dass die Vögel des Himmels in ihren Zweigen Schutz finden können. Jesus hält hier keinen botanischen Vortrag über die absolut kleinste Samenart der gesamten Welt. Er gebraucht ein seinen Zuhörern verständliches Bild für den auffälligen Gegensatz zwischen einem winzigen Anfang und einem unerwartet großen Wachstum.

Dieser Gegensatz passt unmittelbar zu Jesu damaligem Dienst. Das Reich Gottes tritt nicht zuerst mit den politischen und militärischen Zeichen auf, die viele von einer messianischen Herrschaft erwarten könnten. Jesus zieht mit einer kleinen Gruppe von Jüngern durch Galiläa, lehrt Menschen, heilt Kranke und verkündigt Gottes Herrschaft. Gegenüber den großen Reichen der damaligen Welt wirkt dieser Anfang äußerlich unscheinbar. Doch Jesus erklärt, dass die gegenwärtige Kleinheit nichts über die spätere Reichweite seines Reiches aussagt.

Das Bild von den Vögeln in den Zweigen erinnert an alttestamentliche Darstellungen großer Reiche beziehungsweise Herrschaften, unter deren Zweigen Völker Schutz finden. Jesus legt diese Verbindung im Gleichnis selbst nicht weiter aus, weshalb einzelne Details nicht überladen werden sollten. Sicher ist jedoch: Aus dem kleinen Anfang entsteht etwas, dessen Ausdehnung weit über den ursprünglichen Eindruck hinausgeht. Das Reich Gottes wird nicht dauerhaft auf die kleine Gruppe beschränkt bleiben, die Jesus zu diesem Zeitpunkt umgibt.

Anschließend erzählt Jesus ein zweites Gleichnis. Eine Frau nimmt Sauerteig und mengt ihn unter eine große Menge Mehl, bis der ganze Teig durchsäuert ist. Anders als das Senfkorn beschreibt dieses Bild weniger sichtbares Wachstum nach außen als eine verborgene Wirkung von innen. Der Sauerteig befindet sich zunächst innerhalb des Mehls und wirkt dort, bis sein Einfluss das Ganze erreicht.

In anderen biblischen Zusammenhängen kann Sauerteig ein Bild für verderblichen Einfluss sein. Jesus selbst wird später vor dem „Sauerteig“ bestimmter falscher Lehren warnen. Deshalb darf ein biblisches Symbol nicht unabhängig vom jeweiligen Zusammenhang immer dieselbe Bedeutung erhalten. Hier erklärt Jesus ausdrücklich das Reich Gottes durch das Bild. Der Schwerpunkt liegt folglich auf einer zunächst verborgenen, aber fortschreitenden und umfassenden Wirkung.

Zusammen zeigen beide Gleichnisse zwei Seiten derselben Wirklichkeit. Das Senfkorn macht deutlich, dass ein kleiner Anfang zu großer sichtbarer Ausbreitung führen kann. Der Sauerteig zeigt, dass Gottes Wirken zugleich auf verborgene Weise durchdringt und verändert. Das Reich Gottes muss deshalb nicht immer spektakulär erscheinen, um tatsächlich wirksam zu sein. Seine Entwicklung kann lange Zeit unscheinbar verlaufen, bevor das Ergebnis deutlich hervortritt.

Diese Lehre schützt die Jünger davor, Gottes Werk ausschließlich nach augenblicklicher äußerer Größe zu beurteilen. Jesus erlebt starken Widerstand. Führende Gegner stellen seine Vollmacht infrage, manche Hörer bleiben oberflächlich, und selbst unter denen, die seine Worte hören, bringt nicht jeder Boden Frucht. Dennoch darf daraus nicht geschlossen werden, dass das Reich Gottes schwach sei oder scheitern werde. Sein Wachstum hängt letztlich nicht von menschlicher Eindruckskraft ab.

Gleichzeitig darf das Bild nicht so verstanden werden, als würde sich das Reich Gottes automatisch mit jeder sichtbaren religiösen Ausdehnung gleichsetzen. Jesus hat unmittelbar zuvor von falschem Wachstum, gegnerischer Aussaat und unterschiedlichen Böden gesprochen. Größe allein beweist deshalb keine Treue zu Gott. Das Gleichnis verheißt Wachstum des Reiches, nicht die Heiligung jeder Institution oder Bewegung, die sich später auf Christus beruft.

Für die ersten Jünger liegt darin dennoch eine starke Ermutigung. Was mit Jesus und einer kleinen Zahl von Nachfolgern beginnt, wird Menschen weit über Galiläa und Israel hinaus erreichen. Später werden seine Jünger den Auftrag erhalten, das Evangelium allen Völkern zu bringen. Der kleine Anfang ist damit bereits auf eine weltweite Perspektive ausgerichtet.

Jesus beschreibt anschließend noch eine weitere verborgene Form des Wachstums. Markus überliefert das Gleichnis von der Saat, die ohne ständige Kontrolle des Sämanns wächst. Dadurch wird deutlich werden, dass Gottes Reich nicht nur größer wird, sondern dass sein Wachstum letztlich einer Kraft folgt, die der Mensch weder erzeugen noch vollständig erklären kann.

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Jesus erzählt vom selbstwachsenden Samen

Markus 4,26-29 – „26 Und er sprach: Mit dem Reiche Gottes ist es so, wie wenn ein Mensch den Samen in die Erde wirft 27 und schläft und aufsteht, Nacht und Tag, und der Same keimt und geht auf, ohne daß er es weiß. 28 Denn die Erde trägt von selbst Frucht, zuerst den Halm, hernach die Ähre, dann den vollen Weizen in der Ähre. 29 Wenn aber die Frucht sich darbietet, schickt er alsbald die Sichel hin; denn die Ernte…"
Markus 4,26-29 – „26 Und er sprach: Mit dem Reiche Gottes ist es so, wie wenn ein Mensch den Samen in die Erde wirft 27 und schläft und aufsteht, Nacht und Tag, und der Same keimt und geht auf, ohne daß er es weiß. 28 Denn die Erde trägt von selbst Frucht, zuerst den Halm, hernach die Ähre, dann den vollen Weizen in der Ähre. 29 Wenn aber die Frucht sich darbietet, schickt er alsbald die Sichel hin; denn die Ernte…"

Markus überliefert ein weiteres Gleichnis Jesu, das in dieser Form nur in seinem Evangelium steht. Jesus vergleicht das Reich Gottes mit einem Menschen, der Samen auf die Erde streut. Danach geht sein gewöhnliches Leben weiter: Er schläft und steht auf, Nacht folgt auf Tag, und währenddessen keimt und wächst die Saat. Der Sämann weiß nicht im Einzelnen, wie dieser Wachstumsprozess geschieht. Damit richtet Jesus den Blick auf eine Seite des Reiches Gottes, die menschlicher Kontrolle entzogen bleibt.

Der Mensch im Gleichnis hat eine wirkliche Aufgabe. Er sät. Ohne die Aussaat gäbe es keine Ernte. Doch nachdem der Same in die Erde gelegt worden ist, kann der Sämann das eigentliche Leben der Pflanze nicht aus eigener Kraft hervorbringen. Er kann den Halm nicht durch bloßen Willen aus dem Boden ziehen und keine Frucht herbeizwingen. Zwischen Aussaat und Ernte liegt ein Wachstumsprozess, der sich seiner unmittelbaren Verfügung entzieht.

Jesus sagt: „Denn die Erde bringt von selbst Frucht.“ Zuerst erscheint der Halm, danach die Ähre und schließlich das volle Korn in der Ähre. Das Wachstum besitzt damit eine Ordnung und braucht Zeit. Es springt nicht unmittelbar von der Aussaat zur reifen Frucht. Jesu Gleichnis schützt deshalb vor der Erwartung, dass Gottes Werk immer sofort vollständig sichtbar sein müsse. Was Gott beginnt, kann zunächst klein, verborgen und unvollendet erscheinen und dennoch tatsächlich wachsen.

Gerade für die Jünger ist diese Wahrheit wichtig. Sie hören Jesu Wort, sehen Menschen darauf reagieren und erleben zugleich Ablehnung, Missverständnisse und wechselnde Begeisterung. Sie könnten versucht sein, den Erfolg des Reiches vollständig von ihrem eigenen Einsatz oder von sichtbaren Ergebnissen abhängig zu machen. Jesus zeigt dagegen, dass die Verkündiger säen dürfen, während Gott selbst das Wachstum wirkt.

Das bedeutet nicht, dass menschliche Verantwortung bedeutungslos wäre. Der Same muss ausgestreut werden, und später wird geerntet. Aber zwischen diesen beiden Aufgaben liegt etwas, das der Mensch nicht herstellen kann. Geistliches Leben entsteht nicht allein durch überzeugende Redekunst, äußeren Druck oder organisatorische Stärke. Gottes Wort besitzt eine Wirkung, die tiefer reicht als menschliche Methoden.

Auch im einzelnen Menschen geschieht geistliches Wachstum häufig schrittweise. Jesus hatte im Gleichnis vom Sämann bereits gezeigt, dass echte Frucht Zeit und Ausdauer braucht. Nun ergänzt er diesen Gedanken: Wachstum besitzt verschiedene Phasen. Nicht jeder junge Halm ist bereits eine volle Ähre, und nicht jede beginnende Erkenntnis zeigt sofort reife Frucht. Deshalb ist Geduld notwendig, ohne dabei das Ziel aus den Augen zu verlieren.

Diese Geduld ist jedoch nicht grenzenlos im Sinn einer endlosen Entwicklung ohne Abschluss. Jesus führt das Gleichnis ausdrücklich zur Ernte. Sobald die Frucht es zulässt, schickt der Sämann die Sichel, „denn die Ernte ist da“. Gottes Reich bewegt sich auf ein bestimmtes Ziel zu. Die gegenwärtige Zeit des Wachstums wird nicht ewig dauern; sie mündet in eine Vollendung, bei der die reife Frucht eingebracht wird.

Damit verbindet sich dieses Gleichnis mit Jesu vorheriger Lehre über die endgültige Ernte. Dort hatte er gezeigt, dass am Ende eine Trennung zwischen Gut und Böse stattfinden wird. Hier liegt der Schwerpunkt stärker auf der Gewissheit, dass das von Gott begonnene Werk tatsächlich zur Reife gelangt. Gottes Geduld ist nicht Untätigkeit, und sein verborgenes Wirken ist nicht Abwesenheit.

Für Jesu eigenen Dienst besitzt das Bild ebenfalls besondere Bedeutung. Noch erscheint sein Reich klein. Viele seiner Zuhörer verstehen seine Worte nur teilweise, und selbst die Jünger werden noch lange brauchen, um seine Mission richtig zu erfassen. Doch der Same ist bereits ausgestreut. Was mit seiner Verkündigung begonnen hat, wird sich weiterentwickeln und schließlich Frucht hervorbringen, auch wenn die Jünger den gesamten Prozess nicht überblicken können.

Nachdem Jesus das verborgene Wachstum des Reiches beschrieben hat, erzählt er weitere kurze Gleichnisse über seinen unermesslichen Wert. Ein Mensch wird einen verborgenen Schatz finden, ein anderer eine besonders kostbare Perle. Beide werden erkennen, dass Gottes Reich nicht nur wächst, sondern einen Wert besitzt, für den alles andere zurücktreten darf.

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Jesus vergleicht Gottes Reich mit einem Schatz und einer kostbaren Perle

Matthäus 13,44-46 – „44 Das Himmelreich ist gleich einem verborgenen Schatz im Acker, den ein Mensch fand und verbarg. Und vor Freude darüber geht er hin und verkauft alles, was er hat, und kauft jenen Acker. 45 Wiederum ist das Himmelreich gleich einem Kaufmann, der schöne Perlen suchte. 46 Als er nun eine kostbare Perle fand, ging er hin und verkaufte alles, was er hatte, und kaufte sie."
Matthäus 13,44-46 – „44 Das Himmelreich ist gleich einem verborgenen Schatz im Acker, den ein Mensch fand und verbarg. Und vor Freude darüber geht er hin und verkauft alles, was er hat, und kauft jenen Acker. 45 Wiederum ist das Himmelreich gleich einem Kaufmann, der schöne Perlen suchte. 46 Als er nun eine kostbare Perle fand, ging er hin und verkaufte alles, was er hatte, und kaufte sie."

Nachdem Jesus das Wachstum des Reiches Gottes beschrieben hat, richtet er den Blick auf dessen Wert. In zwei sehr kurzen Gleichnissen erzählt er von Menschen, die etwas entdecken, das alles übertrifft, was sie bisher besitzen. Das erste Bild handelt von einem Schatz, der in einem Acker verborgen liegt; das zweite von einem Kaufmann, der nach schönen Perlen sucht. Obwohl die Ausgangslagen verschieden sind, führen beide Geschichten zu derselben Entscheidung.

Im ersten Gleichnis findet ein Mensch einen verborgenen Schatz auf einem Feld. Jesus erklärt nicht, wie der Schatz dorthin gelangt ist oder weshalb der Mann auf dem Grundstück arbeitet. Solche Einzelheiten gehören nicht zum Schwerpunkt der Geschichte. Entscheidend ist die Reaktion des Finders: Er erkennt den außerordentlichen Wert dessen, was vor ihm liegt, verbirgt den Schatz wieder und verkauft voller Freude alles, was er besitzt, um den Acker zu erwerben.

Bemerkenswert ist die ausdrücklich erwähnte Freude. Der Mann trennt sich zwar von allem, was ihm bisher gehört hat, doch Jesus beschreibt ihn nicht als jemanden, der widerwillig ein schweres Opfer bringt. Der Wert des gefundenen Schatzes verändert seine Sicht auf alles andere. Was von außen wie ein großer Verlust aussehen könnte, erscheint ihm angesichts des Gewinns als vernünftige und freudige Entscheidung.

Das zweite Gleichnis beginnt anders. Hier findet ein Mensch nicht unerwartet etwas, wonach er zuvor gar nicht gesucht hatte. Ein Kaufmann ist gezielt auf der Suche nach schönen Perlen. Schließlich findet er eine einzige Perle von außergewöhnlichem Wert. Auch er verkauft alles, was er besitzt, und kauft sie. Damit stellt Jesus zwei Wege nebeneinander: Der eine Mensch stößt scheinbar unerwartet auf den Schatz, der andere sucht bereits bewusst nach etwas Kostbarem. In beiden Fällen wird jedoch derselbe überragende Wert erkannt.

Die Bilder bedeuten nicht, dass Gottes Reich mit Geld gekauft oder die Erlösung durch menschliche Opfer verdient werden könne. Jesus hat bereits gelehrt, dass Vergebung eine erlassene Schuld ist und dass Menschen Gottes Gabe im Glauben empfangen. Der Verkauf aller Besitztümer beschreibt deshalb nicht den Kaufpreis der Gnade. Er macht sichtbar, dass die Begegnung mit Gottes Reich die bisherigen Wertmaßstäbe eines Menschen grundlegend verändern kann.

Nachfolge besitzt dennoch einen wirklichen Preis. Jesus ruft nicht zu einem Glauben auf, bei dem Christus lediglich zu einem bereits vollständig gefüllten Leben hinzugefügt wird, während alles andere unangetastet den ersten Platz behält. Wer den Wert seines Reiches erkennt, kann nicht gleichzeitig an jedem bisherigen Anspruch festhalten. Besitz, Ansehen, Sicherheit und eigene Pläne dürfen nicht über Christus stehen. Was aufgegeben werden muss, kann bei verschiedenen Menschen unterschiedlich aussehen; der Vorrang des Reiches bleibt jedoch derselbe.

Die Gleichnisse ergänzen damit Jesu frühere Worte über den Schatz im Himmel und das ungeteilte Herz. Dort hatte er davor gewarnt, zwei Herren dienen zu wollen. Nun zeigt er die positive Seite dieser Entscheidung. Verzicht geschieht nicht nur deshalb, weil bestimmte Dinge verboten wären, sondern weil etwas unendlich Wertvolleres erkannt wurde. Das Reich Gottes wird nicht durch bloße Entsagung groß; sein eigener Wert macht anderes vergleichsweise gering.

Gerade deshalb ist der Schatz nicht nur ein Bild zukünftiger Belohnung. Gottes Reich ist in Jesus bereits gegenwärtig. Wer ihm begegnet, begegnet dem König dieses Reiches. Seine Vergebung, Wahrheit, Gemeinschaft mit Gott und die Hoffnung des kommenden Lebens sind nicht einzelne religiöse Zugaben, sondern gehören zu einer Wirklichkeit, die das gesamte Leben neu ordnet.

Beide Gleichnisse stellen den Hörer damit vor eine persönliche Frage. Erkennt er den Wert dessen, was ihm in Christus angeboten wird? Ein Mensch kann unmittelbar neben einem verborgenen Schatz leben und seinen Wert niemals entdecken. Ein anderer kann lange suchen und schließlich finden. Doch wenn Gottes Reich wirklich erkannt wird, verlangt es eine Antwort, die dem Wert des Gefundenen entspricht.

Jesus beschließt diese Reihe von Reich-Gottes-Gleichnissen schließlich mit einem Bild aus der Arbeit der Fischer. Wie ein großes Netz Fische verschiedener Art sammelt und erst am Ende eine Trennung erfolgt, so wird auch die gegenwärtige Sammlung von Menschen nicht ohne ein abschließendes Gericht bleiben.

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Jesus vergleicht das kommende Gericht mit einem Fischernetz

Matthäus 13,47-50 – „47 Wiederum ist das Himmelreich gleich einem Netz, das ins Meer geworfen ward und [Fische] von allerlei Art zusammenbrachte. 48 Als es voll war, zogen sie es ans Gestade, setzten sich und sammelten die guten in Gefäße, die faulen aber warfen sie weg. 49 So wird es am Ende der Weltzeit sein: Die Engel werden ausgehen und die Bösen von den Gerechten scheiden 50 und sie in den Feuerofen werfen. Dort…"
Matthäus 13,47-50 – „47 Wiederum ist das Himmelreich gleich einem Netz, das ins Meer geworfen ward und [Fische] von allerlei Art zusammenbrachte. 48 Als es voll war, zogen sie es ans Gestade, setzten sich und sammelten die guten in Gefäße, die faulen aber warfen sie weg. 49 So wird es am Ende der Weltzeit sein: Die Engel werden ausgehen und die Bösen von den Gerechten scheiden 50 und sie in den Feuerofen werfen. Dort…"

Jesus beendet diese Reihe von Gleichnissen über das Reich der Himmel mit einem Bild, das seinen Zuhörern am See von Galiläa vertraut ist. Er spricht von einem Netz, das ins Meer geworfen wird und Fische verschiedenster Art sammelt. Solange das Netz im Wasser ist, findet zunächst keine endgültige Trennung statt. Erst nachdem es voll geworden und ans Ufer gezogen worden ist, setzen sich die Fischer hin, sammeln die guten Fische in Gefäße und werfen die unbrauchbaren weg.

Wie schon beim Gleichnis vom Unkraut unter dem Weizen beschreibt Jesus damit eine gegenwärtige Zeit des Nebeneinanders. Die Verkündigung des Reiches erreicht viele Menschen. Nicht alle, die äußerlich in den Bereich dieser Botschaft gelangen, gehören deshalb schon endgültig zu Gottes gerettetem Volk. Das Netz sammelt, bevor beurteilt und getrennt wird. Sichtbare Nähe zur Gemeinschaft des Reiches und endgültige Zugehörigkeit sind nicht dasselbe.

Jesus selbst erklärt die Bedeutung des Bildes. So werde es am Ende der Weltzeit sein: Engel werden ausgehen und die Bösen aus der Mitte der Gerechten aussondern. Das Gleichnis richtet den Blick damit ausdrücklich auf ein zukünftiges Gericht. Gottes Reich besteht nicht nur aus einer gegenwärtigen Einladung. Die Geschichte bewegt sich auf einen Augenblick zu, an dem Gott das Böse endgültig vom Guten trennt.

Die endgültige Entscheidung liegt auch hier nicht in menschlichen Händen. Im Gleichnis vom Unkraut hatte Jesus seine Knechte davor gewarnt, die endgültige Trennung vorzeitig selbst vorzunehmen. Beim Netz erscheinen nun erneut die Engel als diejenigen, die am Ende aussondern. Jesus schützt seine Jünger damit sowohl vor Gleichgültigkeit als auch vor Selbstüberschätzung. Es gibt ein wirkliches Gericht, aber Menschen besitzen nicht die vollkommene Erkenntnis, Gottes letztes Urteil über jeden Einzelnen vorwegzunehmen.

Dass Jesus von Gericht spricht, steht nicht im Widerspruch zu seiner Botschaft von Gnade. Gerade weil er Menschen zur Umkehr, Vergebung und Gemeinschaft mit Gott ruft, ist ihre Antwort auf diese Einladung von ewiger Bedeutung. Gnade bedeutet nicht, dass Gut und Böse am Ende ohne Unterschied behandelt werden. Sie bedeutet, dass schuldige Menschen jetzt Vergebung empfangen und in eine neue Beziehung zu Gott treten können, bevor die Zeit der Entscheidung abgeschlossen ist.

Die ernste Sprache des Gleichnisses macht zudem deutlich, dass Jesu Verkündigung nicht auf ein unverbindliches religiöses Interesse zielt. Man kann seine Worte hören, von seinen Wundern beeindruckt sein und sich in seiner Nähe aufhalten, ohne sich ihm wirklich anzuvertrauen. Die vorausgehenden Gleichnisse haben bereits verschiedene Formen oberflächlicher oder erstickter Reaktion gezeigt. Das Fischernetz führt diese Wahrheit bis zum Ende der Geschichte weiter.

Zugleich darf die Bildsprache nicht über ihren erklärten Schwerpunkt hinaus mit Spekulationen belastet werden. Jesus beschreibt hier nicht im Einzelnen den gesamten Ablauf des Endgerichts. Er macht eine grundlegende Wahrheit deutlich: Es wird eine endgültige Scheidung zwischen denen geben, die zu Gottes Reich gehören, und denen, die im Bösen bleiben. Kein gegenwärtiges Durcheinander kann diese zukünftige Klarheit verhindern.

Nachdem Jesus diese Gleichnisse erzählt hat, fragt er seine Jünger, ob sie dies alles verstanden haben. Sie antworten mit Ja. Ihr Verständnis wird in den kommenden Ereignissen jedoch noch geprüft und vertieft werden müssen. Sie haben viele Wahrheiten über das Reich gehört, doch sie werden erst nach und nach begreifen, wie eng dieses Reich mit Jesu Leiden, Tod und Auferstehung verbunden ist.

Jesus vergleicht daraufhin einen Schriftgelehrten, der für das Reich der Himmel unterwiesen ist, mit einem Hausherrn, der aus seinem Schatz Neues und Altes hervorbringt. Die Jünger sollen das, was Gott bereits offenbart hat, nicht verwerfen, sondern es im Licht dessen verstehen, was sich nun in Christus erfüllt. Seine Lehre verbindet nicht eine neue Religion mit der Abschaffung der bisherigen Offenbarung, sondern führt Gottes bisherigen Heilsweg auf seine Erfüllung hin.

Nachdem Jesus diese Gleichnisrede beendet hat, verlässt er den Ort. Noch am See wird sich zeigen, dass seine Jünger nicht nur Belehrung über das Reich benötigen, sondern Vertrauen in den König selbst. Als sie wenig später mit ihm über den See fahren und ein heftiger Sturm aufkommt, werden sie erfahren, dass Jesu Vollmacht nicht nur Krankheit, Dämonen und Tod betrifft, sondern selbst Wind und Wasser seinem Wort gehorchen.

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Jesus stillt den Sturm auf dem See

Matthäus 8,23-27 – „23 Und er trat in das Schiff, und seine Jünger folgten ihm nach. 24 Und siehe, es erhob sich ein großer Sturm auf dem Meere, so daß das Schiff von den Wellen bedeckt ward; er aber schlief. 25 Und seine Jünger traten zu ihm, weckten ihn auf und sprachen: Herr, rette uns, wir kommen um! 26 Da sprach er zu ihnen: Was seid ihr so furchtsam, ihr Kleingläubigen? Dann stand er auf und bedrohte die Winde…"
Matthäus 8,23-27 – „23 Und er trat in das Schiff, und seine Jünger folgten ihm nach. 24 Und siehe, es erhob sich ein großer Sturm auf dem Meere, so daß das Schiff von den Wellen bedeckt ward; er aber schlief. 25 Und seine Jünger traten zu ihm, weckten ihn auf und sprachen: Herr, rette uns, wir kommen um! 26 Da sprach er zu ihnen: Was seid ihr so furchtsam, ihr Kleingläubigen? Dann stand er auf und bedrohte die Winde…"
Markus 4,35-41 – „35 Und an jenem Tage, als es Abend geworden, sprach er zu ihnen: Lasset uns hinüberfahren! 36 Und nachdem sie das Volk entlassen, nahmen sie ihn mit, wie er da in dem Schiffe war; es waren aber auch andere Schiffe bei ihm. 37 Und es erhob sich ein großer Sturm, und die Wellen schlugen in das Schiff, so daß es sich schon zu füllen begann. 38 Und er war im Hinterteil des Schiffes und schlief auf ei…"
Lukas 8,22-25 – „22 Und es begab sich an einem der Tage, daß er und seine Jünger in ein Schiff traten; und er sprach zu ihnen: Laßt uns ans andere Ufer des Sees fahren! 23 Und sie fuhren ab. Auf der Fahrt aber schlief er ein. Und es fiel ein Sturmwind auf den See, und das Schiff füllte sich, und sie liefen Gefahr. 24 Da traten sie hinzu, weckten ihn auf und sprachen: Meister, Meister, wir kommen um! Er aber stand…"

Nachdem Jesus lange zu den Menschen gesprochen hat, fordert er seine Jünger auf, mit ihm auf die andere Seite des Sees zu fahren. Markus berichtet, dass dies am Abend desselben Tages geschieht. Die Jünger nehmen Jesus mit in das Boot, und weitere Boote begleiten sie. Damit beginnt die Überfahrt nicht als eigenmächtiges Unternehmen der Jünger. Sie fahren, weil Jesus selbst den Weg auf die andere Seite vorgibt.

Während der Fahrt erhebt sich plötzlich ein heftiger Sturm. Die Evangelien beschreiben, wie die Wellen in das Boot schlagen, sodass es sich mit Wasser füllt und die Jünger in wirkliche Gefahr geraten. Mehrere von ihnen sind erfahrene Fischer und mit dem See vertraut. Gerade deshalb ist ihre Angst bemerkenswert. Die Situation ist offenbar so ernst, dass selbst Männer, die solche Gewässer kennen, um ihr Leben fürchten.

Jesus dagegen schläft. Markus erwähnt, dass er hinten im Boot auf einem Kissen liegt. Diese kleine Einzelheit zeigt seine wirkliche menschliche Erschöpfung nach dem langen Dienst. Der Sohn Gottes ist nicht nur scheinbar Mensch geworden. Er kennt körperliche Müdigkeit und braucht Ruhe. Gleichzeitig entsteht dadurch für die Jünger ein schwerer Gegensatz: Während das Boot voll Wasser läuft, scheint derjenige zu schlafen, dem sie folgen.

Schließlich wecken sie ihn. Die Evangelien überliefern ihre Worte mit leicht unterschiedlichen Formulierungen. Markus berichtet: „Meister, kümmert es dich nicht, daß wir umkommen?“ Matthäus gibt ihren Ruf als Bitte um Rettung wieder, Lukas als verzweifelte Feststellung, dass sie untergehen. Die Berichte zeigen gemeinsam die gleiche Situation: Die Jünger wenden sich an Jesus, doch ihre Worte verraten zugleich, wie stark die Angst ihr Vertrauen beherrscht.

Jesus steht auf und gebietet dem Wind und dem See. Markus überliefert seine Worte an das Wasser besonders unmittelbar: „Schweig, verstumme!“ Darauf legt sich der Wind, und es entsteht eine große Stille. Das Wunder besteht nicht nur darin, dass der Sturm allmählich nachlässt. Die zuvor gefährlichen Kräfte gehorchen Jesu Wort. Dieselbe Vollmacht, mit der er Krankheiten und Dämonen begegnet, erstreckt sich nun sichtbar auch auf die Natur.

Erst danach richtet Jesus sich an seine Jünger. Er fragt, warum sie so furchtsam sind und wo ihr Glaube ist. Damit bedeutet Glaube nicht, dass sie die Gefahr hätten leugnen sollen. Das Boot füllte sich tatsächlich mit Wasser. Jesu Frage richtet sich vielmehr darauf, wie sie die Gefahr im Verhältnis zu seiner Gegenwart beurteilen. Sie haben bereits erlebt, dass sein Wort Krankheit, dämonische Macht und sogar den Tod überwinden kann, und dennoch glauben sie im Sturm, alles sei außer Kontrolle geraten.

Besonders auffällig ist der Vorwurf der Jünger, Jesus kümmere sich nicht um ihr drohendes Untergehen. Seine scheinbare Untätigkeit wird von ihnen als mögliche Gleichgültigkeit gedeutet. Doch der Schlaf Jesu beweist nicht seine Abwesenheit oder mangelnde Fürsorge. Noch bevor sie erkennen, wie er handeln wird, befindet er sich mit ihnen im selben Boot. Der Sturm hat ihn nicht überrascht, und seine Macht hängt nicht davon ab, ob die Jünger die Situation noch beherrschen können.

Nach der Stillung des Sturms tritt zu ihrer bisherigen Angst eine andere Form der Furcht. Sie fragen einander: „Wer ist denn dieser, daß auch der Wind und das Meer ihm gehorsam sind?“ Diese Frage führt weit über die Erfahrung eines außergewöhnlichen Propheten hinaus. Im Alten Testament wird die Herrschaft über das Meer besonders Gott zugeschrieben. Er gebietet den Wellen und stillt den Sturm. Nun sehen die Jünger Jesus genau diese Autorität ausüben.

Das Ereignis ist deshalb mehr als eine Ermutigung, dass Jesus Menschen durch schwierige Lebenssituationen helfen kann. Im Mittelpunkt steht seine Identität. Die Jünger befinden sich bereits lange in seiner Nähe, doch sie entdecken Schritt für Schritt, wie weit seine Vollmacht tatsächlich reicht. Gerade die Frage „Wer ist dieser?“ begleitet die Evangelien weiter und wird erst durch seinen gesamten Weg vollständig beantwortet.

Die Fahrt endet jedoch nicht in ruhiger Zurückgezogenheit. Auf der anderen Seite des Sees erwartet Jesus eine Begegnung mit einem Mann, dessen Leben von dämonischer Macht beherrscht wird und den seine Umgebung nicht mehr bändigen kann. Nachdem Wind und Wellen seinem Wort gehorcht haben, wird erneut sichtbar werden, dass auch die zerstörerischen Mächte, vor denen Menschen hilflos stehen, seiner Autorität nicht widerstehen können.

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Jesus befreit einen Besessenen im Gebiet der Gerasener

Matthäus 8,28-34 – „28 Und als er ans jenseitige Ufer in die Landschaft der Gadarener kam, liefen ihm zwei Besessene entgegen, die kamen aus den Gräbern heraus und waren sehr gefährlich, so daß niemand auf jener Straße wandern konnte. 29 Und siehe, sie schrieen und sprachen: Was haben wir mit dir zu schaffen, Jesus, du Sohn Gottes? Bist du hierher gekommen, uns vor der Zeit zu peinigen? 30 Es war aber fern von ihnen…" Matthäus 8,28-34 – „28 Und als er ans jenseitige Ufer in die Landschaft der Gadarener kam, liefen ihm zwei Besessene entgegen, die kamen aus den Gräbern heraus und waren sehr gefährlich, so daß niemand auf jener Straße wandern konnte. 29 Und siehe, sie schrieen und sprachen: Was haben wir mit dir zu schaffen, Jesus, du Sohn Gottes? Bist du hierher gekommen, uns vor der Zeit zu peinigen? 30 Es war aber fern von ihnen…" Markus 5,1-20 – „1 Und sie kamen ans andere Ufer des Meeres in die Landschaft der Gadarener. 2 Und als er aus dem Schiffe gestiegen war, lief ihm alsbald aus den Gräbern ein Mensch mit einem unreinen Geist entgegen, 3 der seine Wohnung in den Gräbern hatte. Und niemand konnte ihn binden, auch nicht mit Ketten; 4 denn schon oft war er mit Fußfesseln und …

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Jesus heilt eine leidende Frau und erweckt die Tochter des Jairus

Markus 5,21-43 – „21 Und als Jesus im Schiffe wieder ans jenseitige Ufer hinübergefahren war, versammelte sich viel Volk bei ihm; und er war am Meer. 22 Da kam einer der Obersten der Synagoge, namens Jairus; und als er ihn erblickte, warf er sich ihm zu Füßen, 23 bat ihn sehr und sprach: Mein Töchterlein liegt in den letzten Zügen; ich bitte dich, komm und lege ihr die Hände auf, daß sie gesund werde und am Leben …" Markus 5,21-43 – „21 Und als Jesus im Schiffe wieder ans jenseitige Ufer hinübergefahren war, versammelte sich viel Volk bei ihm; und er war am Meer. 22 Da kam einer der Obersten der Synagoge, namens Jairus; und als er ihn erblickte, warf er sich ihm zu Füßen, 23 bat ihn sehr und sprach: Mein Töchterlein liegt in den letzten Zügen; ich bitte dich, komm und lege ihr die Hände auf, daß sie gesund werde und am Leben …" Matthäus 9,18-26 – „18 Und da er solches mit ihnen redete, siehe, da kam ein Vorsteher, fiel vor ihm nieder und sprach: Meine Tochter ist eben gestorben; aber komm und lege deine Hand auf sie, so wird sie leben! 19 Und Jesus stand auf und folgte ihm samt seinen Jüngern. 20 Und siehe, eine Frau, die zwölf Jahre blutflüssig war, trat von hinten herzu und rühr…

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Jesus begegnet in seiner Heimat dem Unglauben

Markus 6,1-6 – „1 Und er zog von dannen und kam in seine Vaterstadt; und seine Jünger folgten ihm nach. 2 Und als der Sabbat kam, fing er an in der Synagoge zu lehren; und die vielen, die zuhörten, erstaunten und sprachen: Woher kommt diesem solches? Und was ist das für eine Weisheit, die ihm gegeben ist, und geschehen solche Taten durch seine Hände? 3 Ist er nicht der Zimmermann, der Sohn der Maria, der Bruder …" Markus 6,1-6 – „1 Und er zog von dannen und kam in seine Vaterstadt; und seine Jünger folgten ihm nach. 2 Und als der Sabbat kam, fing er an in der Synagoge zu lehren; und die vielen, die zuhörten, erstaunten und sprachen: Woher kommt diesem solches? Und was ist das für eine Weisheit, die ihm gegeben ist, und geschehen solche Taten durch seine Hände? 3 Ist er nicht der Zimmermann, der Sohn der Maria, der Bruder …" Matthäus 13,53-58 – „53 Und es begab sich, als Jesus diese Gleichnisse beendet hatte, zog er von dannen. 54 Und als er in seine Vaterstadt kam, lehrte er sie in ihrer Synagoge, so daß sie erstaunten und sprachen: Woher hat dieser solche Weisheit und solche Kräfte? 55 Ist dieser nicht des Zimmermanns Sohn? Heißt nicht seine Mutter Maria und seine Brüder Jakobus …

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Jesus sendet die zwölf Apostel aus

Matthäus 10,1-15 – „1 Da rief er seine zwölf Jünger zu sich und gab ihnen Vollmacht über die unreinen Geister, sie auszutreiben, und jede Krankheit und jedes Gebrechen zu heilen. 2 Die Namen der zwölf Apostel aber sind diese: Der erste Simon, genannt Petrus, und sein Bruder Andreas; Jakobus, der Sohn des Zebedäus, und sein Bruder Johannes; 3 Philippus und Bartholomäus, Thomas und Matthäus der Zöllner; Jakobus, der S…" Matthäus 10,1-15 – „1 Da rief er seine zwölf Jünger zu sich und gab ihnen Vollmacht über die unreinen Geister, sie auszutreiben, und jede Krankheit und jedes Gebrechen zu heilen. 2 Die Namen der zwölf Apostel aber sind diese: Der erste Simon, genannt Petrus, und sein Bruder Andreas; Jakobus, der Sohn des Zebedäus, und sein Bruder Johannes; 3 Philippus und Bartholomäus, Thomas und Matthäus der Zöllner; Jakobus, der S…" Markus 6,7-13 – „7 Und er rief die Zwölf zu sich und fing an, sie je zwei und zwei auszusenden, und gab ihnen Macht über die unreinen Geister. 8 Und er befahl ihnen, sie sollten nichts auf den Weg nehmen als nur einen Stab, keine Tasche, kein Brot, kein Geld im Gürtel, 9 sondern nur Sandalen an den Füßen tragen und nicht zwei Röcke anziehen. 10 Und er s…

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Herodes hört von Jesus und Johannes der Täufer wird getötet

Matthäus 14,1-13 – „1 Zu jener Zeit hörte der Vierfürst Herodes das Gerücht von Jesus. 2 Und er sprach zu seinen Dienern: Das ist Johannes der Täufer; der ist von den Toten auferstanden; darum sind auch die Kräfte wirksam in ihm! 3 Denn Herodes hatte den Johannes greifen, binden und ins Gefängnis legen lassen, wegen Herodias, der Frau seines Bruders Philippus. 4 Denn Johannes hatte zu ihm gesagt: Es ist dir nicht er…" Matthäus 14,1-13 – „1 Zu jener Zeit hörte der Vierfürst Herodes das Gerücht von Jesus. 2 Und er sprach zu seinen Dienern: Das ist Johannes der Täufer; der ist von den Toten auferstanden; darum sind auch die Kräfte wirksam in ihm! 3 Denn Herodes hatte den Johannes greifen, binden und ins Gefängnis legen lassen, wegen Herodias, der Frau seines Bruders Philippus. 4 Denn Johannes hatte zu ihm gesagt: Es ist dir nicht er…" Markus 6,14-29 – „14 Und der König Herodes hörte das (denn sein Name ward bekannt), und er sprach: Johannes der Täufer ist von den Toten auferstanden; darum wirken die Wunderkräfte durch ihn! 15 Andere aber sprachen: Es ist Elia; wieder andere: Es ist ein Prophet oder wie einer der Propheten. 16 Da es also Herodes hörte, sprach er: Es ist Johannes, den …

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Jesus speist mehr als fünftausend Menschen

Matthäus 14,13-21 – „13 Als aber Jesus das hörte, entwich er von dort in einem Schiff abseits an einen einsamen Ort. Und als die Volksmenge es vernahm, folgte sie ihm aus den Städten zu Fuß nach. 14 Als nun Jesus hervorkam, sah er eine große Menge und erbarmte sich über sie und heilte ihre Kranken. 15 Und als es Abend geworden, traten seine Jünger zu ihm und sprachen: Der Ort ist öde, und die Stunde ist schon vorgesc…" Matthäus 14,13-21 – „13 Als aber Jesus das hörte, entwich er von dort in einem Schiff abseits an einen einsamen Ort. Und als die Volksmenge es vernahm, folgte sie ihm aus den Städten zu Fuß nach. 14 Als nun Jesus hervorkam, sah er eine große Menge und erbarmte sich über sie und heilte ihre Kranken. 15 Und als es Abend geworden, traten seine Jünger zu ihm und sprachen: Der Ort ist öde, und die Stunde ist schon vorgesc…" Markus 6,30-44 – „30 Und die Apostel versammelten sich bei Jesus und verkündigten ihm alles, was sie getan und gelehrt hatten. 31 Und er sprach zu ihnen: Kommet ihr allein abseits an einen einsamen Ort und ruhet ein wenig! Denn es waren viele, die ab und zugingen, und sie hatten nicht einmal Zeit zu essen. 32 Und sie fuhren allein zu Schiff an einen e…

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Jesus geht auf dem Wasser zu seinen Jüngern

Matthäus 14,22-33 – „22 Und alsbald nötigte er seine Jünger, in das Schiff zu steigen und vor ihm ans jenseitige Ufer zu fahren, bis er die Volksmenge entlassen hätte. 23 Und nachdem er die Menge entlassen, stieg er auf den Berg, um abseits zu beten; und als es Abend geworden, war er allein daselbst. 24 Das Schiff aber war schon mitten auf dem Meer und litt Not von den Wellen; denn der Wind war entgegen. 25 Aber um d…" Matthäus 14,22-33 – „22 Und alsbald nötigte er seine Jünger, in das Schiff zu steigen und vor ihm ans jenseitige Ufer zu fahren, bis er die Volksmenge entlassen hätte. 23 Und nachdem er die Menge entlassen, stieg er auf den Berg, um abseits zu beten; und als es Abend geworden, war er allein daselbst. 24 Das Schiff aber war schon mitten auf dem Meer und litt Not von den Wellen; denn der Wind war entgegen. 25 Aber um d…" Markus 6,45-52 – „45 Und alsbald nötigte er seine Jünger, in das Schiff zu steigen und vor ihm ans jenseitige Ufer, nach Bethsaida, voraus zu fahren, bis er das Volk entlassen hätte. 46 Und nachdem er sie verabschiedet hatte, ging er auf einen Berg, um zu beten. 47 Und als es Abend geworden, war das Schiff mitten auf dem Meere und er allein auf dem La…

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Jesus offenbart sich als das Brot des Lebens

Johannes 6,22-40 – „22 Am folgenden Tage sah das Volk, das jenseits des Meeres stand, daß kein anderes Schiff daselbst war, als nur das eine, in welches seine Jünger gestiegen waren, und daß Jesus nicht mit seinen Jüngern in das Schiff gestiegen war, sondern daß seine Jünger allein abgefahren waren. 23 Es kamen aber andere Schiffe von Tiberias nahe an den Ort, wo sie das Brot gegessen hatten nach der Danksagung des …" Johannes 6,22-40 – „22 Am folgenden Tage sah das Volk, das jenseits des Meeres stand, daß kein anderes Schiff daselbst war, als nur das eine, in welches seine Jünger gestiegen waren, und daß Jesus nicht mit seinen Jüngern in das Schiff gestiegen war, sondern daß seine Jünger allein abgefahren waren. 23 Es kamen aber andere Schiffe von Tiberias nahe an den Ort, wo sie das Brot gegessen hatten nach der Danksagung des …" 2. Mose 16,4-15 – „4 Da sprach der HERR zu Mose: Siehe, ich will euch Brot vom Himmel regnen lassen; dann soll das Volk hinausgehen und täglich sammeln, was es bedarf, damit ich erfahre, ob es in meinem Gesetze wandeln wird oder nicht. 5 Am sechsten Tage aber sollen sie zubereiten, was sie eingebracht haben, und zwar doppelt so viel als sie täglich samm…

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Jesus erklärt, was es bedeutet, von seinem Fleisch zu essen

Johannes 6,41-59 – „41 Da murrten die Juden über ihn, weil er gesagt hatte: Ich bin das Brot, das vom Himmel herabgekommen ist, 42 und sprachen: Ist dieser nicht Jesus, Josephs Sohn, dessen Vater und Mutter wir kennen? Wie spricht er denn: Ich bin vom Himmel herabgekommen? 43 Da antwortete Jesus und sprach zu ihnen: Murret nicht untereinander! 44 Niemand kann zu mir kommen, es sei denn, daß ihn ziehe der Vater, der …" Johannes 6,41-59 – „41 Da murrten die Juden über ihn, weil er gesagt hatte: Ich bin das Brot, das vom Himmel herabgekommen ist, 42 und sprachen: Ist dieser nicht Jesus, Josephs Sohn, dessen Vater und Mutter wir kennen? Wie spricht er denn: Ich bin vom Himmel herabgekommen? 43 Da antwortete Jesus und sprach zu ihnen: Murret nicht untereinander! 44 Niemand kann zu mir kommen, es sei denn, daß ihn ziehe der Vater, der …" Jesaja 54,13 – „13 Und alle deine Kinder werden vom HERRN gelehrt und groß wird der Friede deiner Kinder sein." Jesu Aussage, er sei das Brot, das aus dem Himmel herabgekommen ist, stößt bei vielen Zuhörern auf Widerstand. Sie murren über ihn und sagen: „Ist dieser nicht Jesus, der Sohn Josephs, dessen Vater und Mutter wir kennen? Wie sagt er denn: Ich …

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Viele Jünger verlassen Jesus

Johannes 6,60-71 – „60 Viele nun von seinen Jüngern, die solches hörten, sprachen: Das ist eine harte Rede, wer kann sie hören? 61 Da aber Jesus bei sich selbst merkte, daß seine Jünger darüber murrten, sprach er zu ihnen: Ist euch das ein Ärgernis? 62 Wie denn, wenn ihr des Menschen Sohn dorthin auffahren sehet, wo er zuvor war? 63 Der Geist ist es, der lebendig macht, das Fleisch nützt gar nichts. Die Worte, die i…" Johannes 6,60-71 – „60 Viele nun von seinen Jüngern, die solches hörten, sprachen: Das ist eine harte Rede, wer kann sie hören? 61 Da aber Jesus bei sich selbst merkte, daß seine Jünger darüber murrten, sprach er zu ihnen: Ist euch das ein Ärgernis? 62 Wie denn, wenn ihr des Menschen Sohn dorthin auffahren sehet, wo er zuvor war? 63 Der Geist ist es, der lebendig macht, das Fleisch nützt gar nichts. Die Worte, die i…" Nachdem Jesus in Kapernaum erklärt hat, dass er selbst das Brot des Lebens ist und dass ewiges Leben nur durch die glaubende Aufnahme seiner Person und seines Opfers empfangen wird, reagieren viele seiner bisherigen Jünger ablehnend. Sie sagen: „Das ist eine harte Rede; wer kann sie hören?“ Das Wort „hart“ bezeichnet dabei nicht einfach eine sprachlich …

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Jesus erklärt, was den Menschen wirklich verunreinigt

Matthäus 15,1-20 – „1 Da kamen Schriftgelehrte und Pharisäer von Jerusalem zu Jesus und sprachen: 2 Warum übertreten deine Jünger die Überlieferung der Alten? Denn sie waschen ihre Hände nicht, wenn sie Brot essen. 3 Er aber antwortete und sprach zu ihnen: Und warum übertretet ihr das Gebot Gottes um eurer Überlieferung willen? 4 Denn Gott hat geboten: «Ehre deinen Vater und deine Mutter!» Und: «Wer Vater oder Mutte…" Matthäus 15,1-20 – „1 Da kamen Schriftgelehrte und Pharisäer von Jerusalem zu Jesus und sprachen: 2 Warum übertreten deine Jünger die Überlieferung der Alten? Denn sie waschen ihre Hände nicht, wenn sie Brot essen. 3 Er aber antwortete und sprach zu ihnen: Und warum übertretet ihr das Gebot Gottes um eurer Überlieferung willen? 4 Denn Gott hat geboten: «Ehre deinen Vater und deine Mutter!» Und: «Wer Vater oder Mutte…" Markus 7,1-23 – „1 Und es versammelten sich bei ihm die Pharisäer und etliche Schriftgelehrte, die von Jerusalem gekommen waren, 2 und als sie etliche seiner Jünger mit gemeinen, das heißt mit ungewaschenen Händen Brot essen sahen 3 (denn die Pharisäer und alle Juden essen nicht, sie haben denn zuvor gründlich die Hände gewaschen, weil sie die Überliefe…

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Jesus erhört den Glauben einer kanaanäischen Frau

Matthäus 15,21-28 – „21 Und Jesus zog von dort weg und entwich in die Gegend von Tyrus und Zidon. 22 Und siehe, eine kananäische Frau kam aus jener Gegend, schrie und sprach: Erbarme dich meiner, Herr, du Sohn Davids! Meine Tochter ist arg besessen! 23 Er aber antwortete ihr nicht ein Wort. Da traten seine Jünger herzu, baten ihn und sprachen: Fertige sie ab; denn sie schreit uns nach! 24 Er aber antwortete und sprac…" Matthäus 15,21-28 – „21 Und Jesus zog von dort weg und entwich in die Gegend von Tyrus und Zidon. 22 Und siehe, eine kananäische Frau kam aus jener Gegend, schrie und sprach: Erbarme dich meiner, Herr, du Sohn Davids! Meine Tochter ist arg besessen! 23 Er aber antwortete ihr nicht ein Wort. Da traten seine Jünger herzu, baten ihn und sprachen: Fertige sie ab; denn sie schreit uns nach! 24 Er aber antwortete und sprac…" Markus 7,24-30 – „24 Und er brach auf von dort und begab sich in die Gegend von Tyrus und Zidon und trat in ein Haus, wollte aber nicht, daß es jemand erführe, und konnte doch nicht verborgen bleiben. 25 Denn eine Frau hatte von ihm gehört, deren Töchterlein einen unreinen Geist hatte, und sie kam und fiel ihm zu Füßen; 26 die Frau war aber eine Griec…

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Jesus heilt einen tauben Mann, der kaum sprechen kann

Markus 7,31-37 – „31 Und er verließ das Gebiet von Tyrus wieder und begab sich durch Zidon nach dem galiläischen Meer, mitten in die Landschaft der Zehn-Städte. 32 Und sie brachten einen Tauben zu ihm, der kaum reden konnte, und baten ihn, ihm die Hand aufzulegen. 33 Und er nahm ihn von dem Volk abseits, legte ihm die Finger in seine Ohren und berührte seine Zunge mit Speichel. 34 Dann blickte er gen Himmel, seufz…" Markus 7,31-37 – „31 Und er verließ das Gebiet von Tyrus wieder und begab sich durch Zidon nach dem galiläischen Meer, mitten in die Landschaft der Zehn-Städte. 32 Und sie brachten einen Tauben zu ihm, der kaum reden konnte, und baten ihn, ihm die Hand aufzulegen. 33 Und er nahm ihn von dem Volk abseits, legte ihm die Finger in seine Ohren und berührte seine Zunge mit Speichel. 34 Dann blickte er gen Himmel, seufz…" Jesaja 35,5-6 – „5 Alsdann werden der Blinden Augen aufgetan und der Tauben Ohren geöffnet werden; 6 alsdann wird der Lahme hüpfen wie ein Hirsch und der Stummen Zunge lobsingen; denn es werden Wasser in der Wüste entspringen und Ströme in der Einöde." Nach der Begegnung mit der syrophönizischen Frau verlässt Jesus die Gegend von Tyrus und zieht über Sidon …

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Jesus speist viertausend Menschen

Matthäus 15,29-39 – „29 Und Jesus zog weiter und kam an das galiläische Meer; und er stieg auf den Berg und setzte sich daselbst. 30 Und es kamen zu ihm große Volksmengen, die hatten Lahme, Blinde, Stumme, Krüppel und viele andere bei sich; und sie legten sie zu seinen Füßen, und er heilte sie, 31 also daß sich die Menge verwunderte, als sie sah, daß Stumme redeten, Krüppel gesund wurden, Lahme wandelten und Blinde s…" Matthäus 15,29-39 – „29 Und Jesus zog weiter und kam an das galiläische Meer; und er stieg auf den Berg und setzte sich daselbst. 30 Und es kamen zu ihm große Volksmengen, die hatten Lahme, Blinde, Stumme, Krüppel und viele andere bei sich; und sie legten sie zu seinen Füßen, und er heilte sie, 31 also daß sich die Menge verwunderte, als sie sah, daß Stumme redeten, Krüppel gesund wurden, Lahme wandelten und Blinde s…" Markus 8,1-10 – „1 In jenen Tagen, als sehr viel Volk zugegen war und sie nichts zu essen hatten, rief Jesus seine Jünger zu sich und sprach zu ihnen: 2 Mich jammert das Volk; denn sie verharren nun schon drei Tage bei mir und haben nichts zu essen. 3 Und wenn ich sie nüchtern nach Hause entlasse, so werden sie auf dem Wege erliegen; denn etliche von …

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Jesus warnt vor dem Sauerteig der Pharisäer

Matthäus 16,1-12 – „1 Und die Pharisäer und Sadduzäer traten herzu, versuchten ihn und baten, daß er ihnen ein Zeichen aus dem Himmel zeigen möchte. 2 Er aber antwortete und sprach zu ihnen: Am Abend sagt ihr: Es wird schön; denn der Himmel ist rot; 3 und am Morgen: Heute kommt ein Ungewitter; denn der Himmel ist rot und trübe. Ihr Heuchler, das Aussehen des Himmels versteht ihr zu beurteilen, die Zeichen der Zeit a…" Matthäus 16,1-12 – „1 Und die Pharisäer und Sadduzäer traten herzu, versuchten ihn und baten, daß er ihnen ein Zeichen aus dem Himmel zeigen möchte. 2 Er aber antwortete und sprach zu ihnen: Am Abend sagt ihr: Es wird schön; denn der Himmel ist rot; 3 und am Morgen: Heute kommt ein Ungewitter; denn der Himmel ist rot und trübe. Ihr Heuchler, das Aussehen des Himmels versteht ihr zu beurteilen, die Zeichen der Zeit a…" Markus 8,11-21 – „11 Und die Pharisäer gingen hinaus und fingen an, sich mit ihm zu besprechen, indem sie von ihm ein Zeichen vom Himmel forderten, um ihn auf die Probe zu stellen. 12 Und er seufzte in seinem Geiste und sprach: Warum fordert dieses Geschlecht ein Zeichen? Wahrlich, ich sage euch, es wird diesem Geschlecht kein Zeichen gegeben werden. 13…

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Petrus bekennt Jesus als den Christus

Matthäus 16,13-20 – „13 Als aber Jesus in die Gegend von Cäsarea Philippi gekommen war, fragte er seine Jünger und sprach: Für wen halten die Leute den Menschensohn? 14 Sie sprachen: Etliche sagen, du seiest Johannes der Täufer; andere aber Elia; noch andere Jeremia oder einer der Propheten. 15 Da spricht er zu ihnen: Ihr aber, für wen haltet ihr mich? 16 Da antwortete Simon Petrus und sprach: Du bist der Christus, d…" Matthäus 16,13-20 – „13 Als aber Jesus in die Gegend von Cäsarea Philippi gekommen war, fragte er seine Jünger und sprach: Für wen halten die Leute den Menschensohn? 14 Sie sprachen: Etliche sagen, du seiest Johannes der Täufer; andere aber Elia; noch andere Jeremia oder einer der Propheten. 15 Da spricht er zu ihnen: Ihr aber, für wen haltet ihr mich? 16 Da antwortete Simon Petrus und sprach: Du bist der Christus, d…" Markus 8,27-30 – „27 Und Jesus ging samt seinen Jüngern hinaus in die Dörfer bei Cäsarea Philippi; und auf dem Wege fragte er seine Jünger und sprach zu ihnen: Für wen halten mich die Leute? 28 Sie antworteten: Die einen sagen, du seiest Johannes der Täufer; und andere, du seiest Elia; andere aber, du seiest einer der Propheten. 29 Und er fragte sie: …

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Jesus kündigt sein Leiden, seinen Tod und seine Auferstehung an

Matthäus 16,21-23 – „21 Von da an begann Jesus seinen Jüngern zu zeigen, er müsse nach Jerusalem gehen und viel leiden von den Ältesten, Hohenpriestern und Schriftgelehrten und getötet werden und am dritten Tage auferstehen. 22 Da nahm ihn Petrus beiseite, fing an, ihm abzuwehren, und sprach: Herr, schone deiner selbst! Das widerfahre dir nur nicht! 23 Er aber wandte sich um und sprach zu Petrus: Hebe dich weg von mi…" Matthäus 16,21-23 – „21 Von da an begann Jesus seinen Jüngern zu zeigen, er müsse nach Jerusalem gehen und viel leiden von den Ältesten, Hohenpriestern und Schriftgelehrten und getötet werden und am dritten Tage auferstehen. 22 Da nahm ihn Petrus beiseite, fing an, ihm abzuwehren, und sprach: Herr, schone deiner selbst! Das widerfahre dir nur nicht! 23 Er aber wandte sich um und sprach zu Petrus: Hebe dich weg von mi…" Markus 8,31-33 – „31 Und er fing an, sie zu lehren, daß des Menschen Sohn viel leiden und von den Ältesten und Hohenpriestern und Schriftgelehrten verworfen und getötet werden müsse und nach drei Tagen wieder auferstehen. 32 Und er redete das Wort ganz unverhohlen. Und Petrus nahm ihn beiseite und fing an, ihm zu wehren. 33 Er aber wandte sich um und …

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Jesus ruft zur Selbstverleugnung und Kreuzesnachfolge

Matthäus 16,24-28 – „24 Da sprach Jesus zu seinen Jüngern: Will jemand mir nachfolgen, so verleugne er sich selbst und nehme sein Kreuz auf sich und folge mir nach! 25 Denn wer seine Seele retten will, der wird sie verlieren; wer aber seine Seele verliert um meinetwillen, der wird sie finden. 26 Denn was hülfe es dem Menschen, wenn er die ganze Welt gewönne, büßte aber seine Seele ein? Oder was kann der Mensch geben,…" Matthäus 16,24-28 – „24 Da sprach Jesus zu seinen Jüngern: Will jemand mir nachfolgen, so verleugne er sich selbst und nehme sein Kreuz auf sich und folge mir nach! 25 Denn wer seine Seele retten will, der wird sie verlieren; wer aber seine Seele verliert um meinetwillen, der wird sie finden. 26 Denn was hülfe es dem Menschen, wenn er die ganze Welt gewönne, büßte aber seine Seele ein? Oder was kann der Mensch geben,…" Markus 8,34-38 – „34 Und er rief das Volk samt seinen Jüngern zu sich und sprach zu ihnen: Wer mir nachkommen will, der verleugne sich selbst und nehme sein Kreuz auf sich und folge mir nach! 35 Denn wer seine Seele retten will, der wird sie verlieren; wer aber seine Seele verliert um meinetwillen und um des Evangeliums willen, der wird sie retten. 36…

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Jesus wird vor seinen Jüngern verklärt

Matthäus 17,1-9 – „1 Und nach sechs Tagen nahm Jesus den Petrus und Jakobus und dessen Bruder Johannes mit sich und führte sie beiseite auf einen hohen Berg. 2 Und er wurde vor ihnen verklärt, und sein Angesicht leuchtete wie die Sonne, und seine Kleider wurden weiß wie das Licht. 3 Und siehe, es erschienen ihnen Mose und Elia, die redeten mit ihm. 4 Da hob Petrus an und sprach zu Jesus: Herr, es ist gut, daß wir h…" Matthäus 17,1-9 – „1 Und nach sechs Tagen nahm Jesus den Petrus und Jakobus und dessen Bruder Johannes mit sich und führte sie beiseite auf einen hohen Berg. 2 Und er wurde vor ihnen verklärt, und sein Angesicht leuchtete wie die Sonne, und seine Kleider wurden weiß wie das Licht. 3 Und siehe, es erschienen ihnen Mose und Elia, die redeten mit ihm. 4 Da hob Petrus an und sprach zu Jesus: Herr, es ist gut, daß wir h…" Markus 9,2-10 – „2 Und nach sechs Tagen nimmt Jesus den Petrus und Jakobus und Johannes zu sich und führt sie beiseite allein auf einen hohen Berg. Und er ward vor ihnen verklärt, 3 und seine Kleider wurden glänzend, sehr weiß wie Schnee, wie sie kein Bleicher auf Erden so weiß machen kann. 4 Und es erschien ihnen Elia mit Mose, die redeten mit Jesus. 5 U…

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Jesus befreit einen Jungen, dem die Jünger nicht helfen konnten

Matthäus 17,14-21 – „14 Und als sie zum Volke kamen, trat ein Mensch zu ihm, fiel vor ihm auf die Knie 15 und sprach: Herr, erbarme dich meines Sohnes; denn er ist mondsüchtig und leidet schwer; denn er fällt oft ins Feuer und oft ins Wasser. 16 Und ich habe ihn zu deinen Jüngern gebracht, aber sie konnten ihn nicht heilen. 17 Da antwortete Jesus und sprach: O du ungläubiges und verkehrtes Geschlecht! Wie lange soll …" Matthäus 17,14-21 – „14 Und als sie zum Volke kamen, trat ein Mensch zu ihm, fiel vor ihm auf die Knie 15 und sprach: Herr, erbarme dich meines Sohnes; denn er ist mondsüchtig und leidet schwer; denn er fällt oft ins Feuer und oft ins Wasser. 16 Und ich habe ihn zu deinen Jüngern gebracht, aber sie konnten ihn nicht heilen. 17 Da antwortete Jesus und sprach: O du ungläubiges und verkehrtes Geschlecht! Wie lange soll …" Markus 9,14-29 – „14 Und als sie zu den Jüngern kamen, sahen sie eine große Volksmenge um sie her und Schriftgelehrte, die sich mit ihnen besprachen. 15 Und alsbald geriet die ganze Menge in Bewegung, als sie ihn sahen, und sie liefen herzu und grüßten ihn. 16 Und er fragte die Schriftgelehrten: Was besprechet ihr euch mit ihnen? 17 Und einer aus dem …

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Jesus kündigt seinen Tod ein zweites Mal an

Matthäus 17,22-23 – „22 Als sie nun ihren Weg durch Galiläa nahmen, sprach Jesus zu ihnen: Des Menschen Sohn wird in der Menschen Hände überliefert werden; 23 und sie werden ihn töten, und am dritten Tage wird er auferstehen. Und sie wurden sehr betrübt." Matthäus 17,22-23 – „22 Als sie nun ihren Weg durch Galiläa nahmen, sprach Jesus zu ihnen: Des Menschen Sohn wird in der Menschen Hände überliefert werden; 23 und sie werden ihn töten, und am dritten Tage wird er auferstehen. Und sie wurden sehr betrübt." Markus 9,30-32 – „30 Und sie gingen von dort weg und zogen durch Galiläa. Und er wollte nicht, daß es jemand erfahre. 31 Denn er lehrte seine Jünger und sprach zu ihnen: Des Menschen Sohn wird in der Menschen Hände übergeben; und sie werden ihn töten, und nachdem er getötet worden ist, wird er am dritten Tage wieder auferstehen. 32 Sie aber verstanden das Wort nicht und fürchteten sich, ihn zu fragen." Lukas 9,43-45 – „43 Es erstaunten aber alle über die große Macht Gottes. Da sich nun alle verwunderten über alles, was er tat, sprach er zu seinen Jüngern: 44 Fasset ihr diese Worte zu Ohren: Des Menschen Sohn wird in der Menschen Hände überliefert werden. 45 Sie aber verstanden d…

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Jesus zahlt die Tempelabgabe

Matthäus 17,24-27 – „24 Als sie aber nach Kapernaum kamen, traten die Einnehmer der [Tempel-]Steuer zu Petrus und sprachen: Zahlt euer Meister nicht auch die zwei Drachmen? 25 Er antwortete: Doch! Und als er ins Haus trat, kam ihm Jesus zuvor und sprach: Was dünkt dich, Simon, von wem nehmen die Könige der Erde den Zoll oder die Steuer, von ihren Söhnen oder von den Fremden? 26 Er sagte: Von den Fremden. Da sprach Je…" Matthäus 17,24-27 – „24 Als sie aber nach Kapernaum kamen, traten die Einnehmer der [Tempel-]Steuer zu Petrus und sprachen: Zahlt euer Meister nicht auch die zwei Drachmen? 25 Er antwortete: Doch! Und als er ins Haus trat, kam ihm Jesus zuvor und sprach: Was dünkt dich, Simon, von wem nehmen die Könige der Erde den Zoll oder die Steuer, von ihren Söhnen oder von den Fremden? 26 Er sagte: Von den Fremden. Da sprach Je…" 2. Mose 30,11-16 – „11 Und der HERR redete mit Mose und sprach: 12 Wenn du die Zahl der Kinder Israel ermittelst, so soll ein jeder dem HERRN ein Lösegeld für seine Seele geben, wenn man sie zählt; damit ihnen nicht eine Plage widerfahre, wenn sie gezählt werden; 13 und zwar soll jeder, der durch die Musterung geht, einen halben Schekel geben, nach de…

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Zurück: Jesus kündigt seinen Tod ein zweites Mal an Weiter: Jesus stellt ein Kind in die Mitte

Jesus stellt ein Kind in die Mitte

Matthäus 18,1-5 – „1 Zu jener Stunde traten die Jünger zu Jesus und sprachen: Wer ist wohl der Größte im Himmelreich? 2 Und Jesus rief ein Kind herbei, stellte es mitten unter sie 3 und sprach: Wahrlich, ich sage euch, wenn ihr nicht umkehret und werdet wie die Kinder, so werdet ihr nicht in das Himmelreich kommen! 4 Wer nun sich selbst erniedrigt wie dieses Kind, der ist der Größte im Himmelreich. 5 Und wer ein so…" Matthäus 18,1-5 – „1 Zu jener Stunde traten die Jünger zu Jesus und sprachen: Wer ist wohl der Größte im Himmelreich? 2 Und Jesus rief ein Kind herbei, stellte es mitten unter sie 3 und sprach: Wahrlich, ich sage euch, wenn ihr nicht umkehret und werdet wie die Kinder, so werdet ihr nicht in das Himmelreich kommen! 4 Wer nun sich selbst erniedrigt wie dieses Kind, der ist der Größte im Himmelreich. 5 Und wer ein so…" Markus 9,33-37 – „33 Und er kam nach Kapernaum; und als er zu Hause angelangt war, fragte er sie: Was habt ihr unterwegs miteinander verhandelt? 34 Sie aber schwiegen; denn sie hatten unterwegs miteinander verhandelt, wer der Größte sei. 35 Und er setzte sich und rief die Zwölf und sprach zu ihnen: Wenn jemand der Erste sein will, so sei er von allen der …

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Jesus korrigiert den exklusiven Eifer seiner Jünger

Markus 9,38-42 – „38 Johannes aber antwortete ihm und sprach: Meister, wir sahen einen, der uns nicht nachfolgt, in deinem Namen Dämonen austreiben, und wir wehrten es ihm, weil er uns nicht nachfolgt. 39 Jesus aber sprach: Wehret es ihm nicht! Denn wer in meinem Namen ein Wunder tut, wird mich nicht bald schmähen können. 40 Denn wer nicht wider uns ist, der ist für uns. 41 Denn wer euch einen Becher Wasser in mei…" Markus 9,38-42 – „38 Johannes aber antwortete ihm und sprach: Meister, wir sahen einen, der uns nicht nachfolgt, in deinem Namen Dämonen austreiben, und wir wehrten es ihm, weil er uns nicht nachfolgt. 39 Jesus aber sprach: Wehret es ihm nicht! Denn wer in meinem Namen ein Wunder tut, wird mich nicht bald schmähen können. 40 Denn wer nicht wider uns ist, der ist für uns. 41 Denn wer euch einen Becher Wasser in mei…" Lukas 9,49-50 – „49 Johannes aber antwortete und sprach: Meister, wir sahen jemand, der in deinem Namen Dämonen austrieb, und wir wehrten es ihm, weil er dir nicht mit uns nachfolgt. 50 Jesus aber sprach: Wehret ihm nicht! Denn wer nicht wider uns ist, der ist für uns." Matthäus 18,6 – „6 Wer aber einem von diesen Kleinen, die an mich glauben, Ärgernis gibt…

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Jesus ruft zu einem entschiedenen Kampf gegen die Sünde

Matthäus 18,7-9 – „7 Wehe der Welt der Ärgernisse halber! Denn es ist zwar notwendig, daß die Ärgernisse kommen, aber wehe dem Menschen, durch welchen das Ärgernis kommt! 8 Wenn aber deine Hand oder dein Fuß für dich ein Anstoß zur Sünde wird, so haue sie ab und wirf sie von dir! Es ist besser für dich, daß du lahm oder verstümmelt in das Leben eingehest, als daß du zwei Hände oder zwei Füße habest und in das ewige…" Matthäus 18,7-9 – „7 Wehe der Welt der Ärgernisse halber! Denn es ist zwar notwendig, daß die Ärgernisse kommen, aber wehe dem Menschen, durch welchen das Ärgernis kommt! 8 Wenn aber deine Hand oder dein Fuß für dich ein Anstoß zur Sünde wird, so haue sie ab und wirf sie von dir! Es ist besser für dich, daß du lahm oder verstümmelt in das Leben eingehest, als daß du zwei Hände oder zwei Füße habest und in das ewige…" Markus 9,43-48 – „43 Und wenn deine Hand für dich ein Anstoß zur Sünde wird, so haue sie ab! Es ist besser für dich, daß du als Krüppel in das Leben eingehest, als daß du beide Hände habest und in die Hölle fahrest, in das unauslöschliche Feuer, 44 wo ihr Wurm nicht stirbt und das Feuer nicht erlischt. 45 Und wenn dein Fuß für dich ein Anstoß zur Sünde wi…

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Jesus zeigt den Wert des einzelnen Verlorenen

Matthäus 18,10-14 – „10 Sehet zu, daß ihr keinen dieser Kleinen verachtet! Denn ich sage euch, ihre Engel im Himmel schauen allezeit das Angesicht meines Vaters im Himmel. 11 Denn des Menschen Sohn ist gekommen, das Verlorene zu retten. 12 Was dünkt euch? Wenn ein Mensch hundert Schafe hat, und es verirrt sich eines von ihnen, läßt er nicht die neunundneunzig auf den Bergen, geht hin und sucht das Verirrte? 13 Und we…" Matthäus 18,10-14 – „10 Sehet zu, daß ihr keinen dieser Kleinen verachtet! Denn ich sage euch, ihre Engel im Himmel schauen allezeit das Angesicht meines Vaters im Himmel. 11 Denn des Menschen Sohn ist gekommen, das Verlorene zu retten. 12 Was dünkt euch? Wenn ein Mensch hundert Schafe hat, und es verirrt sich eines von ihnen, läßt er nicht die neunundneunzig auf den Bergen, geht hin und sucht das Verirrte? 13 Und we…" Lukas 15,3-7 – „3 Er sagte aber zu ihnen dieses Gleichnis und sprach: 4 Welcher Mensch ist unter euch, der hundert Schafe hat und eins von ihnen verliert, der nicht die neunundneunzig in der Wüste läßt und dem verlornen nachgeht, bis er es findet? 5 Und wenn er es gefunden hat, nimmt er es auf seine Schulter mit Freuden; 6 und wenn er nach Hause kommt…

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Jesus zeigt den Weg zur Versöhnung unter Glaubenden

Matthäus 18,15-20 – „15 Wenn aber dein Bruder an dir gesündigt hat, so gehe hin und weise ihn zurecht unter vier Augen. Hört er auf dich, so hast du deinen Bruder gewonnen. 16 Hört er aber nicht, so nimm noch einen oder zwei mit dir, damit jede Sache auf der Aussage von zwei oder drei Zeugen beruhe. 17 Hört er aber diese nicht, so sage es der Gemeinde. Hört er aber auch die Gemeinde nicht, so gelte er dir wie ein Hei…" Matthäus 18,15-20 – „15 Wenn aber dein Bruder an dir gesündigt hat, so gehe hin und weise ihn zurecht unter vier Augen. Hört er auf dich, so hast du deinen Bruder gewonnen. 16 Hört er aber nicht, so nimm noch einen oder zwei mit dir, damit jede Sache auf der Aussage von zwei oder drei Zeugen beruhe. 17 Hört er aber diese nicht, so sage es der Gemeinde. Hört er aber auch die Gemeinde nicht, so gelte er dir wie ein Hei…" Nachdem Jesus den Wert des einzelnen Verlorenen betont hat, erklärt er seinen Jüngern, wie sie handeln sollen, wenn ein Bruder gegen einen anderen sündigt. Seine Anweisung beginnt nicht mit öffentlicher Anklage oder sofortiger Trennung. Der erste Schritt lautet: „Gehe hin und weise ihn zurecht zwischen dir und ihm allein.“ Damit stellt Jesus den Schut…

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Jesus lehrt grenzenlose Vergebungsbereitschaft

Matthäus 18,21-35 – „21 Da trat Petrus herzu und sprach: Herr, wie oft soll ich meinem Bruder vergeben, welcher gegen mich sündigt? Bis siebenmal? 22 Jesus antwortete ihm: Ich sage dir, nicht bis siebenmal, sondern bis siebzigmalsiebenmal! 23 Darum ist das Himmelreich gleich einem Könige, der mit seinen Knechten rechnen wollte. 24 Und als er anfing zu rechnen, ward einer vor ihn gebracht, der war zehntausend Talente …" Matthäus 18,21-35 – „21 Da trat Petrus herzu und sprach: Herr, wie oft soll ich meinem Bruder vergeben, welcher gegen mich sündigt? Bis siebenmal? 22 Jesus antwortete ihm: Ich sage dir, nicht bis siebenmal, sondern bis siebzigmalsiebenmal! 23 Darum ist das Himmelreich gleich einem Könige, der mit seinen Knechten rechnen wollte. 24 Und als er anfing zu rechnen, ward einer vor ihn gebracht, der war zehntausend Talente …" Nachdem Jesus erklärt hat, wie ein sündigender Bruder zurechtgebracht und möglichst zurückgewonnen werden soll, stellt Petrus eine weiterführende Frage. Er möchte wissen, wie oft er seinem Bruder vergeben müsse, wenn dieser gegen ihn sündigt. Petrus schlägt selbst eine Zahl vor: „Bis siebenmal?“ Das klingt bereits großzügig. Doch Jesus antwortet: „Nic…

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Jesus richtet seinen Weg entschlossen nach Jerusalem

Lukas 9,51-56 – „51 Es begab sich aber, als sich die Tage seines Heimgangs erfüllten und er sein Angesicht nach Jerusalem richtete, um dorthin zu reisen, 52 sandte er Boten vor sich her. Diese kamen auf ihrer Reise in ein Samariterdorf und wollten ihm die Herberge bereiten. 53 Aber man nahm ihn nicht auf, weil Jerusalem sein Reiseziel war. 54 Als aber das seine Jünger Jakobus und Johannes sahen, sprachen sie: Her…" Lukas 9,51-56 – „51 Es begab sich aber, als sich die Tage seines Heimgangs erfüllten und er sein Angesicht nach Jerusalem richtete, um dorthin zu reisen, 52 sandte er Boten vor sich her. Diese kamen auf ihrer Reise in ein Samariterdorf und wollten ihm die Herberge bereiten. 53 Aber man nahm ihn nicht auf, weil Jerusalem sein Reiseziel war. 54 Als aber das seine Jünger Jakobus und Johannes sahen, sprachen sie: Her…" Johannes 7,1-10 – „1 Darnach zog Jesus umher in Galiläa; denn er wollte nicht in Judäa umherziehen, weil die Juden ihn zu töten suchten. 2 Es war aber das Laubhüttenfest der Juden nahe. 3 Da sprachen seine Brüder zu ihm: Brich doch auf von hier und ziehe nach Judäa, damit auch deine Jünger die Werke sehen, die du tust! 4 Denn niemand tut etwas im Verborgenen …

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Jesus macht den Preis der Nachfolge deutlich

Matthäus 8,18-22 – „18 ALS aber Jesus die Volksmenge um sich sah, befahl er, ans jenseitige Ufer zu fahren. 19 Und ein Schriftgelehrter trat herzu und sprach zu ihm: Meister, ich will dir nachfolgen, wohin du auch gehst! 20 Und Jesus sprach zu ihm: Die Füchse haben Gruben, und die Vögel des Himmels haben Nester; aber des Menschen Sohn hat nicht, wo er sein Haupt hinlegen kann. 21 Ein anderer Jünger sprach zu ihm: He…" Matthäus 8,18-22 – „18 ALS aber Jesus die Volksmenge um sich sah, befahl er, ans jenseitige Ufer zu fahren. 19 Und ein Schriftgelehrter trat herzu und sprach zu ihm: Meister, ich will dir nachfolgen, wohin du auch gehst! 20 Und Jesus sprach zu ihm: Die Füchse haben Gruben, und die Vögel des Himmels haben Nester; aber des Menschen Sohn hat nicht, wo er sein Haupt hinlegen kann. 21 Ein anderer Jünger sprach zu ihm: He…" Lukas 9,57-62 – „57 Als sie aber ihre Reise fortsetzten, sprach einer auf dem Wege zu ihm: Herr, ich will dir nachfolgen, wohin du auch gehst! 58 Und Jesus sprach zu ihm: Die Füchse haben Gruben, und die Vögel des Himmels haben Nester; aber des Menschen Sohn hat nicht, wo er sein Haupt hinlegen kann. 59 Er sagte aber zu einem andern: Folge mir nach! Der…

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Jesus sendet weitere Jünger als Boten des Reiches aus

Lukas 10,1-16 – „1 Darnach aber bezeichnete der Herr noch siebzig andere und sandte sie je zwei und zwei vor sich her in alle Städte und Orte, wohin er selbst kommen wollte. 2 Und er sprach zu ihnen: Die Ernte ist groß, aber der Arbeiter sind wenige. Darum bittet den Herrn der Ernte, daß er Arbeiter in seine Ernte sende! 3 Gehet hin! Siehe, ich sende euch wie Lämmer mitten unter die Wölfe. 4 Traget weder Beutel n…" Lukas 10,1-16 – „1 Darnach aber bezeichnete der Herr noch siebzig andere und sandte sie je zwei und zwei vor sich her in alle Städte und Orte, wohin er selbst kommen wollte. 2 Und er sprach zu ihnen: Die Ernte ist groß, aber der Arbeiter sind wenige. Darum bittet den Herrn der Ernte, daß er Arbeiter in seine Ernte sende! 3 Gehet hin! Siehe, ich sende euch wie Lämmer mitten unter die Wölfe. 4 Traget weder Beutel n…" Matthäus 9,37-38 – „37 Da sprach er zu seinen Jüngern: Die Ernte ist groß, aber der Arbeiter sind wenige. 38 Darum bittet den Herrn der Ernte, daß er Arbeiter in seine Ernte aussende!" Nachdem Jesus deutlich gemacht hat, dass Nachfolge ungeteilte Hingabe verlangt, erweitert er den Kreis derer, die seinen Auftrag praktisch mittragen. Lukas berichtet, dass der …

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Jesus lenkt die Freude seiner Jünger auf das ewige Heil

Lukas 10,17-24 – „17 Die Siebzig aber kehrten mit Freuden zurück und sprachen: Herr, auch die Dämonen sind uns untertan in deinem Namen! 18 Da sprach er zu ihnen: Ich sah den Satan wie einen Blitz vom Himmel fallen. 19 Siehe, ich habe euch Vollmacht verliehen, auf Schlangen und Skorpione zu treten, und über alle Gewalt des Feindes; und nichts wird euch beschädigen. 20 Doch nicht darüber freuet euch, daß euch die G…" Lukas 10,17-24 – „17 Die Siebzig aber kehrten mit Freuden zurück und sprachen: Herr, auch die Dämonen sind uns untertan in deinem Namen! 18 Da sprach er zu ihnen: Ich sah den Satan wie einen Blitz vom Himmel fallen. 19 Siehe, ich habe euch Vollmacht verliehen, auf Schlangen und Skorpione zu treten, und über alle Gewalt des Feindes; und nichts wird euch beschädigen. 20 Doch nicht darüber freuet euch, daß euch die G…" Die ausgesandten Jünger kehren voller Freude zu Jesus zurück. Schon während ihres Dienstes haben sie erlebt, dass die Vollmacht, die von seinem Namen ausgeht, weit über menschliche Möglichkeiten hinausreicht. Sie berichten ihm: „Herr, auch die Dämonen sind uns untertan in deinem Namen!“ Gerade für Menschen, die erst kurze Zeit zuvor noch vieles über Jesu Ma…

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Zurück: Jesus sendet weitere Jünger als Boten des Reiches aus Weiter: Jesus erzählt das Gleichnis vom barmherzigen Samariter

Jesus erzählt das Gleichnis vom barmherzigen Samariter

Lukas 10,25-37 – „25 Und siehe, ein Schriftgelehrter trat auf, versuchte ihn und sprach: Meister, was muß ich tun, um das ewige Leben zu ererben? 26 Er aber sprach zu ihm: Was steht im Gesetze geschrieben? Wie liesest du? 27 Er antwortete und sprach: «Du sollst den Herrn, deinen Gott, lieben von ganzem Herzen und mit deiner ganzen Seele und mit deinem ganzen Vermögen und mit deinem ganzen Gemüte, und deinen Nächst…" Lukas 10,25-37 – „25 Und siehe, ein Schriftgelehrter trat auf, versuchte ihn und sprach: Meister, was muß ich tun, um das ewige Leben zu ererben? 26 Er aber sprach zu ihm: Was steht im Gesetze geschrieben? Wie liesest du? 27 Er antwortete und sprach: «Du sollst den Herrn, deinen Gott, lieben von ganzem Herzen und mit deiner ganzen Seele und mit deinem ganzen Vermögen und mit deinem ganzen Gemüte, und deinen Nächst…" 3. Mose 19,18 – „18 Du sollst nicht Rache üben, noch Groll behalten gegen die Kinder deines Volkes, sondern du sollst deinen Nächsten lieben wie dich selbst! Denn ich bin der HERR." Ein Gesetzesgelehrter tritt an Jesus heran und stellt ihm eine Frage: „Meister, was muß ich tun, um ewiges Leben zu ererben?“ Lukas erklärt ausdrücklich, dass er Jesus damit ver…

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Zurück: Jesus lenkt die Freude seiner Jünger auf das ewige Heil Weiter: Jesus zeigt Martha, was wirklich notwendig ist

Jesus zeigt Martha, was wirklich notwendig ist

Lukas 10,38-42 – „38 Als sie aber weiterreisten, kam er in ein Dorf; ein Weib aber namens Martha nahm ihn auf in ihr Haus. 39 Und diese hatte eine Schwester, welche Maria hieß, die setzte sich zu Jesu Füßen und hörte seiner Rede zu. 40 Martha aber machte sich viel zu schaffen mit der Bedienung. Und sie trat herzu und sprach: Herr, kümmerst du dich nicht darum, daß mich meine Schwester allein dienen läßt? Sage ihr …" Lukas 10,38-42 – „38 Als sie aber weiterreisten, kam er in ein Dorf; ein Weib aber namens Martha nahm ihn auf in ihr Haus. 39 Und diese hatte eine Schwester, welche Maria hieß, die setzte sich zu Jesu Füßen und hörte seiner Rede zu. 40 Martha aber machte sich viel zu schaffen mit der Bedienung. Und sie trat herzu und sprach: Herr, kümmerst du dich nicht darum, daß mich meine Schwester allein dienen läßt? Sage ihr …" Auf seinem weiteren Weg kommt Jesus in ein Dorf, wo ihn eine Frau namens Martha in ihr Haus aufnimmt. Lukas nennt das Dorf an dieser Stelle nicht. Aus anderen Evangelien wissen wir, dass Martha die Schwester von Maria und Lazarus ist und dass die Familie mit Bethanien verbunden ist. In diesem Bericht liegt der Schwerpunkt jedoch nicht auf dem Ort, sondern a…

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Jesus lehrt öffentlich auf dem Laubhüttenfest

Johannes 7,11-24 – „11 Da suchten ihn die Juden am Fest und sprachen: Wo ist er? 12 Und es gab viel Gemurmel seinetwegen unter dem Volk. Etliche sagten: Er ist gut; andere aber sprachen: Nein, sondern er verführt das Volk. 13 Doch redete niemand freimütig über ihn, aus Furcht vor den Juden. 14 Als aber das Fest schon zur Hälfte verflossen war, ging Jesus in den Tempel hinauf und lehrte. 15 Und die Juden verwunderten…" Johannes 7,11-24 – „11 Da suchten ihn die Juden am Fest und sprachen: Wo ist er? 12 Und es gab viel Gemurmel seinetwegen unter dem Volk. Etliche sagten: Er ist gut; andere aber sprachen: Nein, sondern er verführt das Volk. 13 Doch redete niemand freimütig über ihn, aus Furcht vor den Juden. 14 Als aber das Fest schon zur Hälfte verflossen war, ging Jesus in den Tempel hinauf und lehrte. 15 Und die Juden verwunderten…" 3. Mose 23,33-43 – „33 Und der HERR redete zu Mose und sprach: 34 Rede mit den Kindern Israel und sprich: Am fünfzehnten Tage des siebenten Monats soll dem HERRN das Laubhüttenfest gefeiert werden, sieben Tage lang. 35 Am ersten Tage ist heilige Versammlung; da sollt ihr keine Arbeit verrichten. 36 Sieben Tage lang sollt ihr dem HERRN Feueropfer darbrin…

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Jesus ruft die Dürstenden zu sich

Johannes 7,25-39 – „25 Da sprachen etliche von Jerusalem: Ist das nicht der, den sie zu töten suchen? 26 Und siehe, er redet öffentlich, und sie sagen ihm nichts. Haben etwa die Obersten wirklich erkannt, daß dieser der Christus ist? 27 Doch von diesem wissen wir, woher er ist; wenn aber der Christus kommt, so wird niemand wissen, woher er ist. 28 Da rief Jesus, während er im Tempel lehrte, und sprach: Ja, ihr kenne…" Johannes 7,25-39 – „25 Da sprachen etliche von Jerusalem: Ist das nicht der, den sie zu töten suchen? 26 Und siehe, er redet öffentlich, und sie sagen ihm nichts. Haben etwa die Obersten wirklich erkannt, daß dieser der Christus ist? 27 Doch von diesem wissen wir, woher er ist; wenn aber der Christus kommt, so wird niemand wissen, woher er ist. 28 Da rief Jesus, während er im Tempel lehrte, und sprach: Ja, ihr kenne…" Jesaja 55,1 – „1 Wohlan, ihr Durstigen alle, kommt her zum Wasser; und die ihr kein Geld habt, kommt her, kaufet Getreide, kommt her und kaufet ohne Geld und umsonst Wein und Milch!" Jesaja 58,11 – „11 Der HERR wird dich ohne Unterlaß leiten und deine Seele in der Dürre sättigen und deine Gebeine stärken; du wirst sein wie ein wohlbewässerter Garten und…

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Selbst die Tempeldiener sind von Jesu Worten beeindruckt

Johannes 7,40-52 – „40 Viele nun aus dem Volke, die diese Rede hörten, sagten: Dieser ist wahrhaftig der Prophet. 41 Andere sagten: Er ist der Christus. Andere aber sagten: Christus kommt doch nicht aus Galiläa? 42 Sagt nicht die Schrift, daß der Christus aus dem Samen Davids und aus dem Flecken Bethlehem, wo David war, kommen werde? 43 Also entstand seinetwegen eine Spaltung unter dem Volk. 44 Etliche aber von ihne…" Johannes 7,40-52 – „40 Viele nun aus dem Volke, die diese Rede hörten, sagten: Dieser ist wahrhaftig der Prophet. 41 Andere sagten: Er ist der Christus. Andere aber sagten: Christus kommt doch nicht aus Galiläa? 42 Sagt nicht die Schrift, daß der Christus aus dem Samen Davids und aus dem Flecken Bethlehem, wo David war, kommen werde? 43 Also entstand seinetwegen eine Spaltung unter dem Volk. 44 Etliche aber von ihne…" Jesu Ruf am letzten großen Tag des Festes führt zu einer offenen Spaltung unter den Zuhörern. Einige sagen: „Dieser ist wahrhaftig der Prophet.“ Andere erklären: „Dieser ist der Christus.“ Wieder andere widersprechen und fragen, ob der Christus etwa aus Galiläa kommen könne. Sie verweisen darauf, dass die Schrift den Messias aus der Nachkommenschaft Dav…

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Jesus begegnet der Frau, die des Ehebruchs beschuldigt wird

Johannes 7,53-8 – „8 Gehet ihr hinauf zum Fest; ich gehe nicht zu diesem Fest hinauf, denn meine Zeit ist noch nicht erfüllt. 9 Solches sagte er zu ihnen und blieb in Galiläa. 10 Nachdem aber seine Brüder zum Fest hinaufgegangen waren, ging auch er hinauf, nicht öffentlich, sondern wie im Verborgenen. 11 Da suchten ihn die Juden am Fest und sprachen: Wo ist er? 12 Und es gab viel Gemurmel seinetwegen unter dem Volk…" Johannes 7,53-8 – „8 Gehet ihr hinauf zum Fest; ich gehe nicht zu diesem Fest hinauf, denn meine Zeit ist noch nicht erfüllt. 9 Solches sagte er zu ihnen und blieb in Galiläa. 10 Nachdem aber seine Brüder zum Fest hinaufgegangen waren, ging auch er hinauf, nicht öffentlich, sondern wie im Verborgenen. 11 Da suchten ihn die Juden am Fest und sprachen: Wo ist er? 12 Und es gab viel Gemurmel seinetwegen unter dem Volk…" 3. Mose 20,10 – „10 Wenn einer die Ehe bricht mit einem Eheweib, so sollen beide unbedingt sterben, der Ehebrecher und die Ehebrecherin, weil er mit seines Nächsten Weib die Ehe gebrochen hat." 5. Mose 17,6-7 – „6 Wer des Todes schuldig ist, soll auf die Aussage von zwei oder drei Zeugen hin sterben. Aber auf die Aussage eines einzigen Zeugen hin soll er …

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Jesus offenbart sich als das Licht der Welt

Johannes 8,12-20 – „12 Nun redete Jesus wieder zu ihnen und sprach: Ich bin das Licht der Welt. Wer mir nachfolgt, wird nicht in der Finsternis wandeln, sondern er wird das Licht des Lebens haben. 13 Da sprachen die Pharisäer zu ihm: Du zeugst von dir selbst; dein Zeugnis ist nicht wahr! 14 Jesus antwortete und sprach zu ihnen: Auch wenn ich von mir selbst zeuge, so ist mein Zeugnis wahr, denn ich weiß, woher ich ge…" Johannes 8,12-20 – „12 Nun redete Jesus wieder zu ihnen und sprach: Ich bin das Licht der Welt. Wer mir nachfolgt, wird nicht in der Finsternis wandeln, sondern er wird das Licht des Lebens haben. 13 Da sprachen die Pharisäer zu ihm: Du zeugst von dir selbst; dein Zeugnis ist nicht wahr! 14 Jesus antwortete und sprach zu ihnen: Auch wenn ich von mir selbst zeuge, so ist mein Zeugnis wahr, denn ich weiß, woher ich ge…" Jesaja 9,1 – „1 Doch bleibt nicht im Dunkel das Land, das bedrängt ist. Wie er in der ersten Zeit das Land Sebulon und das Land Naphtali gering machte, so wird er in der Folgezeit zu Ehren bringen den Weg am Meere, jenseits des Jordan, das Galiläa der Heiden." Jesaja 49,6 – „6 ja, er spricht: Es ist zu gering, daß du mein Knecht bist, um die Stämme Jako…

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Jesus warnt davor, in der Sünde zu sterben

Johannes 8,21-30 – „21 Nun sprach Jesus wiederum zu ihnen: Ich gehe fort, und ihr werdet mich suchen und in eurer Sünde sterben. Wohin ich gehe, dahin könnt ihr nicht kommen! 22 Da sagten die Juden: Will er sich etwa selbst töten, daß er spricht: Wohin ich gehe, dahin könnt ihr nicht kommen? 23 Er aber sprach zu ihnen: Ihr seid von unten her, ich bin von oben her. Ihr seid von dieser Welt, ich bin nicht von dieser W…" Johannes 8,21-30 – „21 Nun sprach Jesus wiederum zu ihnen: Ich gehe fort, und ihr werdet mich suchen und in eurer Sünde sterben. Wohin ich gehe, dahin könnt ihr nicht kommen! 22 Da sagten die Juden: Will er sich etwa selbst töten, daß er spricht: Wohin ich gehe, dahin könnt ihr nicht kommen? 23 Er aber sprach zu ihnen: Ihr seid von unten her, ich bin von oben her. Ihr seid von dieser Welt, ich bin nicht von dieser W…" Johannes 3,14-16 – „14 Und wie Mose in der Wüste die Schlange erhöhte, also muß des Menschen Sohn erhöht werden, 15 auf daß jeder, der an ihn glaubt, nicht verloren gehe, sondern ewiges Leben habe. 16 Denn Gott hat die Welt so geliebt, daß er seinen eingeborenen Sohn gab, damit jeder, der an ihn glaubt, nicht verloren gehe, sondern ewiges Leben habe." N…

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Jesus erklärt, welche Wahrheit wirklich frei macht

Johannes 8,31-47 – „31 Da sprach Jesus zu den Juden, die an ihn gläubig geworden waren: Wenn ihr in meinem Worte bleibet, so seid ihr wahrhaftig meine Jünger, 32 und ihr werdet die Wahrheit erkennen, und die Wahrheit wird euch frei machen! 33 Sie antworteten ihm: Wir sind Abrahams Same und sind nie jemandes Knechte gewesen; wie sprichst du denn: Ihr sollt frei werden? 34 Jesus antwortete ihnen: Wahrlich, wahrlich, i…" Johannes 8,31-47 – „31 Da sprach Jesus zu den Juden, die an ihn gläubig geworden waren: Wenn ihr in meinem Worte bleibet, so seid ihr wahrhaftig meine Jünger, 32 und ihr werdet die Wahrheit erkennen, und die Wahrheit wird euch frei machen! 33 Sie antworteten ihm: Wir sind Abrahams Same und sind nie jemandes Knechte gewesen; wie sprichst du denn: Ihr sollt frei werden? 34 Jesus antwortete ihnen: Wahrlich, wahrlich, i…" Römer 6,16-18 – „16 Wisset ihr nicht: wem ihr euch als Knechte hingebet, ihm zu gehorchen, dessen Knechte seid ihr und müßt ihm gehorchen, es sei der Sünde zum Tode, oder dem Gehorsam zur Gerechtigkeit? 17 Gott aber sei Dank, daß ihr Knechte der Sünde gewesen, nun aber von Herzen gehorsam geworden seid dem Vorbild der Lehre, dem ihr euch übergeben habt.…

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Jesus erklärt, dass er schon vor Abraham existierte

Johannes 8,48-59 – „48 Da antworteten die Juden und sprachen zu ihm: Sagen wir nicht mit Recht, daß du ein Samariter bist und einen Dämon hast? 49 Jesus antwortete: Ich habe keinen Dämon, sondern ich ehre meinen Vater, und ihr entehret mich. 50 Ich aber suche nicht meine Ehre; es ist Einer, der sie sucht und der richtet. 51 Wahrlich, wahrlich, ich sage euch, wenn jemand mein Wort bewahrt, so wird er den Tod nicht se…" Johannes 8,48-59 – „48 Da antworteten die Juden und sprachen zu ihm: Sagen wir nicht mit Recht, daß du ein Samariter bist und einen Dämon hast? 49 Jesus antwortete: Ich habe keinen Dämon, sondern ich ehre meinen Vater, und ihr entehret mich. 50 Ich aber suche nicht meine Ehre; es ist Einer, der sie sucht und der richtet. 51 Wahrlich, wahrlich, ich sage euch, wenn jemand mein Wort bewahrt, so wird er den Tod nicht se…" Johannes 1,1-3 – „1 Im Anfang war das Wort, und das Wort war bei Gott, und das Wort war Gott. 2 Dieses war im Anfang bei Gott. 3 Alles ist durch dasselbe entstanden; und ohne dasselbe ist auch nicht eines entstanden, was entstanden ist." Johannes 17,5 – „5 Und nun verherrliche du mich, Vater, bei dir selbst mit der Herrlichkeit, die ich bei dir hatte, e…

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Jesus heilt einen Mann, der von Geburt an blind ist

Johannes 9,1-12 – „1 Und da er vorbeiging, sah er einen Menschen, der blind war von Geburt an. 2 Und seine Jünger fragten ihn und sprachen: Rabbi, wer hat gesündigt, dieser oder seine Eltern, daß er blind geboren ist? 3 Jesus antwortete: Weder dieser hat gesündigt, noch seine Eltern; sondern damit die Werke Gottes an ihm offenbar würden! 4 Ich muß die Werke dessen wirken, der mich gesandt hat, solange es Tag ist; e…" Johannes 9,1-12 – „1 Und da er vorbeiging, sah er einen Menschen, der blind war von Geburt an. 2 Und seine Jünger fragten ihn und sprachen: Rabbi, wer hat gesündigt, dieser oder seine Eltern, daß er blind geboren ist? 3 Jesus antwortete: Weder dieser hat gesündigt, noch seine Eltern; sondern damit die Werke Gottes an ihm offenbar würden! 4 Ich muß die Werke dessen wirken, der mich gesandt hat, solange es Tag ist; e…" Johannes 8,12 – „12 Nun redete Jesus wieder zu ihnen und sprach: Ich bin das Licht der Welt. Wer mir nachfolgt, wird nicht in der Finsternis wandeln, sondern er wird das Licht des Lebens haben." Nachdem Jesus sich als das Licht der Welt bezeichnet hat, begegnet er einem Mann, der von Geburt an blind ist. Seine Jünger stellen sofort eine Frage nach der Urs…

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Der geheilte Blinde bekennt Jesus immer klarer

Johannes 9,13-34 – „13 Da führten sie ihn, den Blindgewesenen, zu den Pharisäern. 14 Es war aber Sabbat, als Jesus den Teig machte und ihm die Augen öffnete. 15 Nun fragten ihn wiederum auch die Pharisäer, wie er sehend geworden sei. Er sprach zu ihnen: Einen Teig hat er auf meine Augen gelegt, und ich wusch mich und bin nun sehend! 16 Da sprachen etliche von den Pharisäern: Dieser Mensch ist nicht von Gott, weil er…" Johannes 9,13-34 – „13 Da führten sie ihn, den Blindgewesenen, zu den Pharisäern. 14 Es war aber Sabbat, als Jesus den Teig machte und ihm die Augen öffnete. 15 Nun fragten ihn wiederum auch die Pharisäer, wie er sehend geworden sei. Er sprach zu ihnen: Einen Teig hat er auf meine Augen gelegt, und ich wusch mich und bin nun sehend! 16 Da sprachen etliche von den Pharisäern: Dieser Mensch ist nicht von Gott, weil er…" Die Menschen bringen den Mann, der von Geburt an blind gewesen war, zu den Pharisäern. Johannes erklärt nun ausdrücklich, dass Jesus den Brei gemacht und seine Augen an einem Sabbat geöffnet hatte. Damit wird die Heilung erneut zum Anlass einer Auseinandersetzung über den Sabbat. Nicht die Tatsache des Wunders allein steht zur Diskussion, sondern die Fr…

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Jesus sucht den ausgestoßenen Geheilten

Johannes 9,35-41 – „35 Jesus hörte, daß sie ihn ausgestoßen hatten, und als er ihn fand, sprach er zu ihm: Glaubst du an den Sohn Gottes? 36 Er antwortete und sprach: Wer ist es, Herr, auf daß ich an ihn glaube? 37 Und Jesus sprach zu ihm: Du hast ihn gesehen, und der mit dir redet, der ist es! 38 Er aber sprach: Ich glaube, Herr! und fiel vor ihm nieder. 39 Und Jesus sprach: Ich bin zum Gericht in diese Welt gekomm…" Johannes 9,35-41 – „35 Jesus hörte, daß sie ihn ausgestoßen hatten, und als er ihn fand, sprach er zu ihm: Glaubst du an den Sohn Gottes? 36 Er antwortete und sprach: Wer ist es, Herr, auf daß ich an ihn glaube? 37 Und Jesus sprach zu ihm: Du hast ihn gesehen, und der mit dir redet, der ist es! 38 Er aber sprach: Ich glaube, Herr! und fiel vor ihm nieder. 39 Und Jesus sprach: Ich bin zum Gericht in diese Welt gekomm…" Nachdem der ehemals blinde Mann wegen seines Zeugnisses über Jesus hinausgestoßen worden ist, hört Jesus davon. Bemerkenswert ist, was anschließend geschieht: Jesus wartet nicht darauf, dass der Mann ihn erneut findet. Er sucht ihn auf. Derjenige, der wegen seiner Verbindung mit Jesus Ablehnung erfahren hat, wird von Jesus selbst nicht allein gelassen. …

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Jesus offenbart sich als der gute Hirte

Johannes 10,1-18 – „1 Wahrlich, wahrlich, ich sage euch, wer nicht durch die Tür in den Schafstall hineingeht, sondern anderswo hineinsteigt, der ist ein Dieb und ein Räuber. 2 Wer aber durch die Tür hineingeht, ist der Hirt der Schafe. 3 Diesem tut der Türhüter auf, und die Schafe hören auf seine Stimme, und er ruft seine eigenen Schafe beim Namen und führt sie heraus. 4 Und wenn er seine Schafe alle herausgelassen…" Johannes 10,1-18 – „1 Wahrlich, wahrlich, ich sage euch, wer nicht durch die Tür in den Schafstall hineingeht, sondern anderswo hineinsteigt, der ist ein Dieb und ein Räuber. 2 Wer aber durch die Tür hineingeht, ist der Hirt der Schafe. 3 Diesem tut der Türhüter auf, und die Schafe hören auf seine Stimme, und er ruft seine eigenen Schafe beim Namen und führt sie heraus. 4 Und wenn er seine Schafe alle herausgelassen…" Hesekiel 34,11-16 – „11 Denn also spricht Gott, der HERR: Siehe, ich selbst will meinen Schafen nachforschen und sie suchen! 12 Wie ein Hirt seine Herde zusammensucht an dem Tage, da er mitten unter seinen zerstreuten Schafen ist, so will ich meine Schafe suchen und sie aus allen Orten erretten, dahin sie sich an dem neblichten und dunklen Tage zerstreu…

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Jesus bezeugt beim Tempelweihfest seine Einheit mit dem Vater

Johannes 10,22-39 – „22 Es fand aber in Jerusalem die Tempelweihe statt; es war Winter, 23 und Jesus wandelte im Tempel, in der Halle Salomos. 24 Da umringten ihn die Juden und sprachen zu ihm: Wie lange hältst du unsere Seele im Zweifel? Bist du der Christus, so sag es uns frei heraus! 25 Jesus antwortete ihnen: Ich habe es euch gesagt, und ihr glaubet es nicht; die Werke, die ich tue im Namen meines Vaters, diese z…" Johannes 10,22-39 – „22 Es fand aber in Jerusalem die Tempelweihe statt; es war Winter, 23 und Jesus wandelte im Tempel, in der Halle Salomos. 24 Da umringten ihn die Juden und sprachen zu ihm: Wie lange hältst du unsere Seele im Zweifel? Bist du der Christus, so sag es uns frei heraus! 25 Jesus antwortete ihnen: Ich habe es euch gesagt, und ihr glaubet es nicht; die Werke, die ich tue im Namen meines Vaters, diese z…" Einige Zeit später befindet sich Jesus erneut in Jerusalem. Johannes nennt ausdrücklich das Fest der Tempelweihe und bemerkt, dass Winter ist. Dieses Fest erinnerte an die Wiederweihung des Tempels nach seiner Entweihung in der Zeit der Makkabäer. Jesus geht im Tempel in der Halle Salomos umher. Dort umringen ihn einige der führenden Juden und verlang…

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Jesus erhält die Nachricht von der Krankheit des Lazarus

Johannes 11,1-16 – „1 Es war aber einer krank, Lazarus von Bethanien, aus dem Dorfe der Maria und ihrer Schwester Martha, 2 nämlich der Maria, die den Herrn gesalbt und seine Füße mit ihren Haaren getrocknet hat; deren Bruder Lazarus war krank. 3 Da ließen ihm die Schwestern sagen: Herr, siehe, den du lieb hast, der ist krank! 4 Als Jesus es hörte, sprach er: Diese Krankheit ist nicht zum Tode, sondern zur Ehre Gott…" Johannes 11,1-16 – „1 Es war aber einer krank, Lazarus von Bethanien, aus dem Dorfe der Maria und ihrer Schwester Martha, 2 nämlich der Maria, die den Herrn gesalbt und seine Füße mit ihren Haaren getrocknet hat; deren Bruder Lazarus war krank. 3 Da ließen ihm die Schwestern sagen: Herr, siehe, den du lieb hast, der ist krank! 4 Als Jesus es hörte, sprach er: Diese Krankheit ist nicht zum Tode, sondern zur Ehre Gott…" Johannes 10,40-42 – „40 und zog wieder jenseits des Jordan an den Ort, wo Johannes zuerst getauft hatte, und blieb daselbst. 41 Und viele kamen zu ihm und sprachen: Johannes hat zwar kein Zeichen getan; aber alles, was Johannes von diesem gesagt hat, ist wahr. 42 Und es glaubten dort viele an ihn." Nachdem Jesus Jerusalem verlassen hat, hält er sich jen…

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Jesus offenbart sich Martha als die Auferstehung und das Leben

Johannes 11,17-27 – „17 Als nun Jesus hinkam, fand er ihn schon vier Tage im Grabe liegend. 18 Bethanien aber war nahe bei Jerusalem, ungefähr fünfzehn Stadien weit. 19 Und viele von den Juden waren zu Martha und Maria gekommen, um sie wegen ihres Bruders zu trösten. 20 Als Martha nun hörte, daß Jesus komme, lief sie ihm entgegen, Maria aber blieb im Hause. 21 Da sprach Martha zu Jesus: Herr, wärest du hier gewesen, …" Johannes 11,17-27 – „17 Als nun Jesus hinkam, fand er ihn schon vier Tage im Grabe liegend. 18 Bethanien aber war nahe bei Jerusalem, ungefähr fünfzehn Stadien weit. 19 Und viele von den Juden waren zu Martha und Maria gekommen, um sie wegen ihres Bruders zu trösten. 20 Als Martha nun hörte, daß Jesus komme, lief sie ihm entgegen, Maria aber blieb im Hause. 21 Da sprach Martha zu Jesus: Herr, wärest du hier gewesen, …" Johannes 5,28-29 – „28 Verwundert euch nicht darüber! Denn es kommt die Stunde, in welcher alle, die in den Gräbern sind, seine Stimme hören werden; 29 und es werden hervorgehen, die das Gute getan haben, zur Auferstehung des Lebens; die aber das Böse getan haben, zur Auferstehung des Gerichts." Als Jesus sich Bethanien nähert, ist Lazarus bereits sei…

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Jesus weint am Grab des Lazarus und ruft ihn ins Leben zurück

Johannes 11,28-44 – „28 Und als sie das gesagt hatte, ging sie weg und rief ihre Schwester Maria heimlich und sprach: Der Meister ist da und ruft dich! 29 Als diese es hörte, stand sie eilends auf und begab sich zu ihm. 30 Jesus war aber noch nicht in den Flecken gekommen, sondern befand sich noch an dem Orte, wo Martha ihm begegnet war. 31 Als nun die Juden, die bei ihr im Hause waren und sie trösteten, sahen, daß M…" Johannes 11,28-44 – „28 Und als sie das gesagt hatte, ging sie weg und rief ihre Schwester Maria heimlich und sprach: Der Meister ist da und ruft dich! 29 Als diese es hörte, stand sie eilends auf und begab sich zu ihm. 30 Jesus war aber noch nicht in den Flecken gekommen, sondern befand sich noch an dem Orte, wo Martha ihm begegnet war. 31 Als nun die Juden, die bei ihr im Hause waren und sie trösteten, sahen, daß M…" Nachdem Martha mit Jesus gesprochen hat, geht sie zurück und ruft ihre Schwester Maria heimlich. Sie sagt ihr, der Meister sei da und rufe sie. Maria steht sofort auf und geht zu Jesus hinaus. Die Menschen, die sie im Haus trösten, folgen ihr, weil sie annehmen, sie wolle zum Grab gehen, um dort zu weinen. Dadurch kommen weitere Zeugen zu der Begegnun…

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Der Hohe Rat beschließt, Jesus zu töten

Johannes 11,45-54 – „45 Viele nun von den Juden, die zu Maria gekommen waren und sahen, was Jesus getan hatte, glaubten an ihn. 46 Etliche von ihnen aber gingen zu den Pharisäern und sagten ihnen, was Jesus getan hatte. 47 Da versammelten die Hohenpriester und Pharisäer den Hohen Rat und sprachen: Was wollen wir machen? Denn dieser Mensch tut viele Zeichen! 48 Lassen wir ihn so fortfahren, so werden alle an ihn glaub…" Johannes 11,45-54 – „45 Viele nun von den Juden, die zu Maria gekommen waren und sahen, was Jesus getan hatte, glaubten an ihn. 46 Etliche von ihnen aber gingen zu den Pharisäern und sagten ihnen, was Jesus getan hatte. 47 Da versammelten die Hohenpriester und Pharisäer den Hohen Rat und sprachen: Was wollen wir machen? Denn dieser Mensch tut viele Zeichen! 48 Lassen wir ihn so fortfahren, so werden alle an ihn glaub…" Die Auferweckung des Lazarus führt zu einer tiefen Spaltung unter den Zeugen. Viele Menschen, die gesehen haben, was Jesus getan hat, glauben an ihn. Andere gehen zu den Pharisäern und berichten ihnen von dem Geschehen. Johannes sagt nicht ausdrücklich, mit welcher Absicht sie dies tun. Sicher ist jedoch, dass die Nachricht über die Auferweckung den r…

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Maria salbt Jesus in Bethanien für sein Begräbnis

Johannes 12,1-8 – „1 Sechs Tage vor dem Passah kam Jesus nach Bethanien, wo Lazarus war, welchen Jesus von den Toten auferweckt hatte. 2 Sie machten ihm nun dort ein Gastmahl, und Martha diente. Lazarus aber war einer von denen, die mit ihm zu Tische saßen. 3 Da nahm Maria ein Pfund echter, köstlicher Nardensalbe, salbte Jesus die Füße und trocknete ihm die Füße mit ihren Haaren; das Haus aber wurde erfüllt vom Ger…" Johannes 12,1-8 – „1 Sechs Tage vor dem Passah kam Jesus nach Bethanien, wo Lazarus war, welchen Jesus von den Toten auferweckt hatte. 2 Sie machten ihm nun dort ein Gastmahl, und Martha diente. Lazarus aber war einer von denen, die mit ihm zu Tische saßen. 3 Da nahm Maria ein Pfund echter, köstlicher Nardensalbe, salbte Jesus die Füße und trocknete ihm die Füße mit ihren Haaren; das Haus aber wurde erfüllt vom Ger…" Matthäus 26,6-13 – „6 Als nun Jesus zu Bethanien im Hause Simons des Aussätzigen war, 7 trat ein Weib zu ihm mit einer alabasternen Flasche voll kostbarer Salbe und goß sie auf sein Haupt, während er zu Tische saß. 8 Als das seine Jünger sahen, wurden sie entrüstet und sprachen: Wozu diese Verschwendung? 9 Man hätte das teuer verkaufen und den Armen geben…

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Jesus zieht als König in Jerusalem ein

Matthäus 21,1-11 – „1 Und als sie sich Jerusalem näherten und nach Bethphage an den Ölberg kamen, sandte Jesus zwei Jünger 2 und sprach zu ihnen: Gehet in den Flecken, der vor euch liegt, und alsbald werdet ihr eine Eselin angebunden finden und ein Füllen bei ihr, die bindet los und führet sie zu mir! 3 Und wenn euch jemand etwas sagt, so sprechet: Der Herr bedarf ihrer; dann wird er sie alsbald senden. 4 Das ist ab…" Matthäus 21,1-11 – „1 Und als sie sich Jerusalem näherten und nach Bethphage an den Ölberg kamen, sandte Jesus zwei Jünger 2 und sprach zu ihnen: Gehet in den Flecken, der vor euch liegt, und alsbald werdet ihr eine Eselin angebunden finden und ein Füllen bei ihr, die bindet los und führet sie zu mir! 3 Und wenn euch jemand etwas sagt, so sprechet: Der Herr bedarf ihrer; dann wird er sie alsbald senden. 4 Das ist ab…" Markus 11,1-11 – „1 Und als sie sich Jerusalem näherten und gegen Bethphage und Bethanien an den Ölberg kamen, sandte er zwei seiner Jünger 2 und sprach zu ihnen: Gehet in das Dorf, das vor euch liegt, und sobald ihr dort hineinkommt, werdet ihr ein Füllen angebunden finden, auf welchem noch kein Mensch gesessen hat; bindet es los und führet es her. 3 U…

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Jesus reinigt den Tempel in seiner letzten Woche

Matthäus 21,12-17 – „12 Und Jesus ging in den Tempel Gottes hinein und trieb alle hinaus, die im Tempel verkauften und kauften, und stieß die Tische der Wechsler um und die Stühle derer, welche Tauben verkauften. 13 Und er sprach zu ihnen: Es steht geschrieben: «Mein Haus soll ein Bethaus heißen!» Ihr aber macht es zu einer Räuberhöhle. 14 Und es kamen Blinde und Lahme im Tempel zu ihm, und er heilte sie. 15 Als aber…" Matthäus 21,12-17 – „12 Und Jesus ging in den Tempel Gottes hinein und trieb alle hinaus, die im Tempel verkauften und kauften, und stieß die Tische der Wechsler um und die Stühle derer, welche Tauben verkauften. 13 Und er sprach zu ihnen: Es steht geschrieben: «Mein Haus soll ein Bethaus heißen!» Ihr aber macht es zu einer Räuberhöhle. 14 Und es kamen Blinde und Lahme im Tempel zu ihm, und er heilte sie. 15 Als aber…" Markus 11,11-18 – „11 Und Jesus zog in Jerusalem ein und in den Tempel, und, nachdem er alles besichtigt hatte, ging er, da die Stunde schon vorgerückt war, mit den Zwölfen hinaus nach Bethanien. 12 Und als sie am folgenden Tage Bethanien verließen, hungerte ihn. 13 Und als er von ferne einen Feigenbaum sah, der Blätter hatte, ging er hin, ob er etwas…

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Jesus verflucht den unfruchtbaren Feigenbaum

Matthäus 21,18-22 – „18 Da er aber des Morgens früh in die Stadt zurückkehrte, hungerte ihn. 19 Und als er einen einzelnen Feigenbaum am Wege sah, ging er zu ihm hin und fand nichts daran als nur Blätter. Da sprach er zu ihm: Nun komme von dir keine Frucht mehr in Ewigkeit! Und auf der Stelle verdorrte der Feigenbaum. 20 Und als die Jünger es sahen, verwunderten sie sich und sprachen: Wie ist der Feigenbaum so plötzl…" Matthäus 21,18-22 – „18 Da er aber des Morgens früh in die Stadt zurückkehrte, hungerte ihn. 19 Und als er einen einzelnen Feigenbaum am Wege sah, ging er zu ihm hin und fand nichts daran als nur Blätter. Da sprach er zu ihm: Nun komme von dir keine Frucht mehr in Ewigkeit! Und auf der Stelle verdorrte der Feigenbaum. 20 Und als die Jünger es sahen, verwunderten sie sich und sprachen: Wie ist der Feigenbaum so plötzl…" Markus 11,12-14 – „12 Und als sie am folgenden Tage Bethanien verließen, hungerte ihn. 13 Und als er von ferne einen Feigenbaum sah, der Blätter hatte, ging er hin, ob er etwas daran fände. Und als er zu demselben kam, fand er nichts als Blätter; denn es war nicht die Zeit der Feigen. 14 Und Jesus hob an und sprach zu ihm: Es esse in Ewigkeit niemand …

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Jesus wird nach seiner Vollmacht gefragt

Matthäus 21,23-27 – „23 Und als er in den Tempel kam, traten die Hohenpriester und die Ältesten des Volkes zu ihm, während er lehrte, und sprachen: In welcher Vollmacht tust du das, und wer hat dir diese Vollmacht gegeben? 24 Jesus antwortete und sprach zu ihnen: Ich will euch auch etwas fragen; wenn ihr mir darauf antwortet, will auch ich euch sagen, in welcher Vollmacht ich solches tue. 25 Woher war die Taufe des J…" Matthäus 21,23-27 – „23 Und als er in den Tempel kam, traten die Hohenpriester und die Ältesten des Volkes zu ihm, während er lehrte, und sprachen: In welcher Vollmacht tust du das, und wer hat dir diese Vollmacht gegeben? 24 Jesus antwortete und sprach zu ihnen: Ich will euch auch etwas fragen; wenn ihr mir darauf antwortet, will auch ich euch sagen, in welcher Vollmacht ich solches tue. 25 Woher war die Taufe des J…" Markus 11,27-33 – „27 Und sie kamen wiederum nach Jerusalem. Und als er im Tempel umherwandelte, traten die Hohenpriester und die Schriftgelehrten und die Ältesten zu ihm 28 und sprachen zu ihm: In welcher Vollmacht tust du das? Und wer hat dir diese Vollmacht gegeben, solches zu tun? 29 Jesus aber sprach zu ihnen: Ich will auch eine Frage an euch ric…

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Jesus erzählt das Gleichnis von den zwei Söhnen

Matthäus 21,28-32 – „28 Was dünkt euch aber? Ein Mensch hatte zwei Söhne. Und er ging zu dem ersten und sprach: Sohn, mache dich auf und arbeite heute in meinem Weinberg! 29 Der aber antwortete und sprach: Ich will nicht! Hernach aber reute es ihn, und er ging. 30 Als aber der Vater zu dem andern dasselbe sagte, antwortete dieser und sprach: Ja, Herr! und ging nicht. 31 Welcher von diesen beiden hat den Willen des Va…" Matthäus 21,28-32 – „28 Was dünkt euch aber? Ein Mensch hatte zwei Söhne. Und er ging zu dem ersten und sprach: Sohn, mache dich auf und arbeite heute in meinem Weinberg! 29 Der aber antwortete und sprach: Ich will nicht! Hernach aber reute es ihn, und er ging. 30 Als aber der Vater zu dem andern dasselbe sagte, antwortete dieser und sprach: Ja, Herr! und ging nicht. 31 Welcher von diesen beiden hat den Willen des Va…" Nachdem die religiösen Führer sich weigern, eindeutig Stellung zur Taufe des Johannes zu beziehen, richtet Jesus ein Gleichnis an sie. Ein Vater hat zwei Söhne. Zu dem ersten sagt er: „Mein Sohn, gehe hin und arbeite heute in meinem Weinberg.“ Der Sohn antwortet zunächst: „Ich will nicht.“ Später bereut er jedoch seine Haltung und geht schließlich doc…

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Jesus erzählt das Gleichnis von den bösen Weingärtnern

Matthäus 21,33-46 – „33 Höret ein anderes Gleichnis: Es war ein Hausherr, der pflanzte einen Weinberg, zog einen Zaun darum, grub eine Kelter darin, baute einen Wachtturm, verpachtete ihn an Weingärtner und reiste ab. 34 Als nun die Zeit der Früchte nahte, sandte er seine Knechte zu den Weingärtnern, um seine Früchte in Empfang zu nehmen. 35 Aber die Weingärtner ergriffen seine Knechte und schlugen den einen, den and…" Matthäus 21,33-46 – „33 Höret ein anderes Gleichnis: Es war ein Hausherr, der pflanzte einen Weinberg, zog einen Zaun darum, grub eine Kelter darin, baute einen Wachtturm, verpachtete ihn an Weingärtner und reiste ab. 34 Als nun die Zeit der Früchte nahte, sandte er seine Knechte zu den Weingärtnern, um seine Früchte in Empfang zu nehmen. 35 Aber die Weingärtner ergriffen seine Knechte und schlugen den einen, den and…" Markus 12,1-12 – „1 Und er fing an in Gleichnissen zu ihnen zu reden: Ein Mensch pflanzte einen Weinberg und zog einen Zaun darum und grub eine Kelter und baute einen Turm und verpachtete ihn an Weingärtner und zog außer Landes. 2 Und er sandte zur bestimmten Zeit einen Knecht zu den Weingärtnern, damit er von den Weingärtnern von den Früchten des Wei…

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Jesus erzählt das Gleichnis vom königlichen Hochzeitsmahl

Matthäus 22,1-14 – „1 Und Jesus hob an und redete wieder in Gleichnissen zu ihnen und sprach: 2 Das Himmelreich ist einem menschlichen König gleich, der seinem Sohne Hochzeit machte. 3 Und er sandte seine Knechte aus, um die Geladenen zur Hochzeit zu rufen; aber sie wollten nicht kommen. 4 Da sandte er nochmals andere Knechte und sprach: Siehe, meine Mahlzeit habe ich bereitet; meine Ochsen und das Mastvieh sind ges…" Matthäus 22,1-14 – „1 Und Jesus hob an und redete wieder in Gleichnissen zu ihnen und sprach: 2 Das Himmelreich ist einem menschlichen König gleich, der seinem Sohne Hochzeit machte. 3 Und er sandte seine Knechte aus, um die Geladenen zur Hochzeit zu rufen; aber sie wollten nicht kommen. 4 Da sandte er nochmals andere Knechte und sprach: Siehe, meine Mahlzeit habe ich bereitet; meine Ochsen und das Mastvieh sind ges…" Lukas 14,15-24 – „15 Als nun einer, der mit ihm zu Tische saß, solches hörte, sprach er zu ihm: Selig ist, wer das Brot ißt im Reiche Gottes! 16 Er aber sprach zu ihm: Ein Mensch machte ein großes Mahl und lud viele dazu. 17 Und er sandte seinen Knecht zur Stunde des Mahles, den Geladenen zu sagen: Kommet, denn es ist schon alles bereit! 18 Und sie fing…

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Jesus beantwortet die Frage nach der Steuer an den Kaiser

Matthäus 22,15-22 – „15 Da gingen die Pharisäer und hielten Rat, wie sie ihn in der Rede fangen könnten. 16 Und sie sandten ihre Jünger samt den Herodianern zu ihm und sprachen: Meister, wir wissen, daß du wahrhaftig bist und den Weg Gottes in Wahrheit lehrst und auf niemand Rücksicht nimmst; denn du siehst die Person der Menschen nicht an. 17 Darum sage uns, was dünkt dich: Ist es erlaubt, dem Kaiser die Steuer zu g…" Matthäus 22,15-22 – „15 Da gingen die Pharisäer und hielten Rat, wie sie ihn in der Rede fangen könnten. 16 Und sie sandten ihre Jünger samt den Herodianern zu ihm und sprachen: Meister, wir wissen, daß du wahrhaftig bist und den Weg Gottes in Wahrheit lehrst und auf niemand Rücksicht nimmst; denn du siehst die Person der Menschen nicht an. 17 Darum sage uns, was dünkt dich: Ist es erlaubt, dem Kaiser die Steuer zu g…" Markus 12,13-17 – „13 Und sie sandten zu ihm etliche von den Pharisäern und Herodianern, um ihn in der Rede zu fangen. 14 Diese kamen und sprachen zu ihm: Meister, wir wissen, daß du wahrhaftig bist und dich um niemand kümmerst; denn du siehst die Person der Menschen nicht an, sondern lehrst den Weg Gottes der Wahrheit gemäß. Ist es erlaubt, dem Kaise…

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Jesus antwortet den Sadduzäern über die Auferstehung

Matthäus 22,23-33 – „23 An jenem Tage traten Sadduzäer zu ihm, die da sagen, es gebe keine Auferstehung, fragten ihn 24 und sprachen: Meister, Mose hat gesagt: «Wenn jemand ohne Kinder stirbt, so soll sein Bruder dessen Frau zur Ehe nehmen und seinem Bruder Nachkommen erwecken.» 25 Nun waren bei uns sieben Brüder. Der erste heiratete und starb; und weil er keine Nachkommen hatte, hinterließ er seine Frau seinem Brude…" Matthäus 22,23-33 – „23 An jenem Tage traten Sadduzäer zu ihm, die da sagen, es gebe keine Auferstehung, fragten ihn 24 und sprachen: Meister, Mose hat gesagt: «Wenn jemand ohne Kinder stirbt, so soll sein Bruder dessen Frau zur Ehe nehmen und seinem Bruder Nachkommen erwecken.» 25 Nun waren bei uns sieben Brüder. Der erste heiratete und starb; und weil er keine Nachkommen hatte, hinterließ er seine Frau seinem Brude…" Markus 12,18-27 – „18 Und es kamen Sadduzäer zu ihm, die da sagen, es gebe keine Auferstehung; die fragten ihn und sprachen: 19 Meister, Mose hat uns geschrieben: Wenn jemandes Bruder stirbt und eine Frau hinterläßt, aber keine Kinder, so soll sein Bruder dessen Frau nehmen und seinem Bruder eine Nachkommenschaft erwecken. 20 Nun sind sieben Brüder ge…

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Jesus nennt das höchste Gebot

Matthäus 22,34-40 – „34 Als nun die Pharisäer hörten, daß er den Sadduzäern den Mund gestopft, versammelten sie sich; 35 und einer von ihnen, ein Schriftgelehrter, versuchte ihn und sprach: 36 Meister, welches ist das größte Gebot im Gesetz? 37 Jesus sprach zu ihm: «Du sollst den Herrn, deinen Gott, lieben mit deinem ganzen Herzen und mit deiner ganzen Seele und mit deinem ganzen Gemüt.» 38 Das ist das erste und größ…" Matthäus 22,34-40 – „34 Als nun die Pharisäer hörten, daß er den Sadduzäern den Mund gestopft, versammelten sie sich; 35 und einer von ihnen, ein Schriftgelehrter, versuchte ihn und sprach: 36 Meister, welches ist das größte Gebot im Gesetz? 37 Jesus sprach zu ihm: «Du sollst den Herrn, deinen Gott, lieben mit deinem ganzen Herzen und mit deiner ganzen Seele und mit deinem ganzen Gemüt.» 38 Das ist das erste und größ…" Markus 12,28-34 – „28 Und es trat einer der Schriftgelehrten herzu, der ihrem Wortwechsel zugehört hatte, und da er sah, daß er ihnen gut geantwortet hatte, fragte er ihn: Welches ist das vornehmste Gebot unter allen? 29 Jesus aber antwortete ihm: Das vornehmste aller Gebote ist: «Höre, Israel, der Herr, unser Gott, ist alleiniger Herr; 30 und du soll…

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Jesus zeigt, dass der Christus mehr ist als Davids Sohn

Matthäus 22,41-46 – „41 Als nun die Pharisäer versammelt waren, fragte sie Jesus 42 und sprach: Was dünkt euch von Christus? Wessen Sohn ist er? Sie sagten zu ihm: Davids. 43 Er spricht zu ihnen: Wie nennt ihn denn David im Geiste «Herr», da er spricht: 44 «Der Herr hat zu meinem Herrn gesagt: Setze dich zu meiner Rechten, bis ich deine Feinde hinlege als Schemel deiner Füße»? 45 Wenn also David ihn Herr nennt, wie i…" Matthäus 22,41-46 – „41 Als nun die Pharisäer versammelt waren, fragte sie Jesus 42 und sprach: Was dünkt euch von Christus? Wessen Sohn ist er? Sie sagten zu ihm: Davids. 43 Er spricht zu ihnen: Wie nennt ihn denn David im Geiste «Herr», da er spricht: 44 «Der Herr hat zu meinem Herrn gesagt: Setze dich zu meiner Rechten, bis ich deine Feinde hinlege als Schemel deiner Füße»? 45 Wenn also David ihn Herr nennt, wie i…" Markus 12,35-37 – „35 Und Jesus hob an und sprach, indem er im Tempel lehrte: Wie können die Schriftgelehrten sagen, daß Christus Davids Sohn sei? 36 David selbst sprach doch im heiligen Geiste: «Der Herr hat gesagt zu meinem Herrn: Setze dich zu meiner Rechten, bis ich deine Feinde hinlege als Schemel deiner Füße!» 37 So nennt David selbst ihn Herr; …

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Jesus warnt vor der Heuchelei der Schriftgelehrten und Pharisäer

Matthäus 23,1-12 – „1 Da sprach Jesus zum Volk und zu seinen Jüngern: 2 Die Schriftgelehrten und Pharisäer haben sich auf Moses Stuhl gesetzt. 3 Alles nun, was sie euch sagen, das tut und haltet; aber nach ihren Werken tut nicht; denn sie sagen es wohl, tun es aber nicht. 4 Sie binden aber schwere und kaum erträgliche Bürden und legen sie den Menschen auf die Schultern; sie selbst aber wollen sie nicht mit einem Fin…" Matthäus 23,1-12 – „1 Da sprach Jesus zum Volk und zu seinen Jüngern: 2 Die Schriftgelehrten und Pharisäer haben sich auf Moses Stuhl gesetzt. 3 Alles nun, was sie euch sagen, das tut und haltet; aber nach ihren Werken tut nicht; denn sie sagen es wohl, tun es aber nicht. 4 Sie binden aber schwere und kaum erträgliche Bürden und legen sie den Menschen auf die Schultern; sie selbst aber wollen sie nicht mit einem Fin…" Markus 12,38-40 – „38 Und er sprach in seiner Lehre: Hütet euch vor den Schriftgelehrten, die gern im Talar einhergehen und auf den Märkten sich grüßen lassen 39 und in den Versammlungen und bei den Mahlzeiten obenan sitzen wollen, 40 die der Witwen Häuser fressen und zum Schein lange beten; diese werden ein schwereres Gericht empfangen." Lukas 20,45-47…

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Jesus spricht Weherufe über religiöse Heuchelei

Matthäus 23,13-24 – „13 Aber wehe euch, Schriftgelehrte und Pharisäer, ihr Heuchler, daß ihr das Himmelreich vor den Menschen zuschließet! Ihr selbst geht nicht hinein, und die hinein wollen, die laßt ihr nicht hinein. 14 Wehe euch, Schriftgelehrte und Pharisäer, ihr Heuchler, daß ihr der Witwen Häuser fresset und zum Schein lange betet. Darum werdet ihr ein schwereres Gericht empfangen! 15 Wehe euch, Schriftgelehrte…" Matthäus 23,13-24 – „13 Aber wehe euch, Schriftgelehrte und Pharisäer, ihr Heuchler, daß ihr das Himmelreich vor den Menschen zuschließet! Ihr selbst geht nicht hinein, und die hinein wollen, die laßt ihr nicht hinein. 14 Wehe euch, Schriftgelehrte und Pharisäer, ihr Heuchler, daß ihr der Witwen Häuser fresset und zum Schein lange betet. Darum werdet ihr ein schwereres Gericht empfangen! 15 Wehe euch, Schriftgelehrte…" Micha 6,8 – „8 Es ist dir gesagt, Mensch, was gut ist und was der HERR von dir fordert: was anders als Recht tun, Liebe üben und demütig wandeln mit deinem Gott?" Nachdem Jesus seine Jünger und die Volksmenge vor religiöser Selbsterhöhung gewarnt hat, richtet er sich mit einer Reihe ernster Weherufe unmittelbar an Schriftgelehrte und Pharisäer. Das wi…

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Jesus warnt vor äußerer Frömmigkeit ohne innere Reinheit

Matthäus 23,25-36 – „25 Wehe euch, Schriftgelehrte und Pharisäer, ihr Heuchler, daß ihr das Äußere des Bechers und der Schüssel reiniget; inwendig aber sind sie voller Raub und Unmäßigkeit! 26 Du blinder Pharisäer, reinige zuerst das Inwendige des Bechers und der Schüssel, damit auch das Äußere rein werde! 27 Wehe euch, Schriftgelehrte und Pharisäer, ihr Heuchler, daß ihr getünchten Gräbern gleichet, welche auswendig…" Matthäus 23,25-36 – „25 Wehe euch, Schriftgelehrte und Pharisäer, ihr Heuchler, daß ihr das Äußere des Bechers und der Schüssel reiniget; inwendig aber sind sie voller Raub und Unmäßigkeit! 26 Du blinder Pharisäer, reinige zuerst das Inwendige des Bechers und der Schüssel, damit auch das Äußere rein werde! 27 Wehe euch, Schriftgelehrte und Pharisäer, ihr Heuchler, daß ihr getünchten Gräbern gleichet, welche auswendig…" Lukas 11,39-44 – „39 Da sprach der Herr zu ihm: Nun, ihr Pharisäer, ihr reinigt die Außenseite des Bechers und der Schüssel, euer Inneres aber ist voll Raub und Bosheit. 40 Ihr Toren! Hat nicht, der das Äußere schuf, auch das Innere gemacht? 41 Gebt nur von dem Inhalt Almosen, siehe, so ist euch alles rein! 42 Aber wehe euch Pharisäern, daß ihr die Mü…

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Jesus klagt über Jerusalem

Matthäus 23,37-39 – „37 Jerusalem, Jerusalem, die du tötest die Propheten und steinigst, die zu dir gesandt sind! Wie oft habe ich deine Kinder sammeln wollen, wie eine Henne ihre Küchlein unter die Flügel sammelt, aber ihr habt nicht gewollt! 38 Siehe, euer Haus wird euch öde gelassen werden; 39 denn ich sage euch: Ihr werdet mich von jetzt an nicht mehr sehen, bis ihr sprechen werdet: Gelobt sei, der da kommt im Na…" Matthäus 23,37-39 – „37 Jerusalem, Jerusalem, die du tötest die Propheten und steinigst, die zu dir gesandt sind! Wie oft habe ich deine Kinder sammeln wollen, wie eine Henne ihre Küchlein unter die Flügel sammelt, aber ihr habt nicht gewollt! 38 Siehe, euer Haus wird euch öde gelassen werden; 39 denn ich sage euch: Ihr werdet mich von jetzt an nicht mehr sehen, bis ihr sprechen werdet: Gelobt sei, der da kommt im Na…" Lukas 13,34-35 – „34 Jerusalem, Jerusalem, die du die Propheten tötest und steinigst, die zu dir gesandt werden; wie oft habe ich deine Kinder sammeln wollen, wie eine Henne ihre Küchlein unter ihre Flügel, aber ihr habt nicht gewollt! 35 Siehe, euer Haus wird euch selbst überlassen! Ich sage euch, ihr werdet mich nicht mehr sehen, bis ihr sagen werde…

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Jesus sieht das Opfer einer armen Witwe

Markus 12,41-44 – „41 Und Jesus setzte sich dem Gotteskasten gegenüber und schaute zu, wie das Volk Geld in den Gotteskasten legte. Und viele Reiche legten viel ein. 42 Und es kam eine arme Witwe, die legte zwei Scherflein ein, das ist ein Heller. 43 Und er rief seine Jünger zu sich und sprach zu ihnen: Wahrlich, ich sage euch, diese arme Witwe hat mehr in den Gotteskasten gelegt als alle, die eingelegt haben. 44 D…" Markus 12,41-44 – „41 Und Jesus setzte sich dem Gotteskasten gegenüber und schaute zu, wie das Volk Geld in den Gotteskasten legte. Und viele Reiche legten viel ein. 42 Und es kam eine arme Witwe, die legte zwei Scherflein ein, das ist ein Heller. 43 Und er rief seine Jünger zu sich und sprach zu ihnen: Wahrlich, ich sage euch, diese arme Witwe hat mehr in den Gotteskasten gelegt als alle, die eingelegt haben. 44 D…" Lukas 21,1-4 – „1 Als er aber aufblickte, sah er, wie die Reichen ihre Gaben in den Gotteskasten legten. 2 Er sah aber auch eine auf ihren Verdienst angewiesene Witwe, die legte dort zwei Scherflein ein; 3 und er sprach: Wahrlich, ich sage euch, diese arme Witwe hat mehr als alle eingelegt! 4 Denn diese alle haben von ihrem Überfluße zu den Gaben beigetra…

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Jesus kündigt die Zerstörung des Tempels an

Matthäus 24,1-3 – „1 Und Jesus ging hinaus und vom Tempel hinweg. Und seine Jünger traten herzu, um ihm die Gebäude des Tempels zu zeigen. 2 Jesus aber sprach zu ihnen: Sehet ihr nicht dieses alles? Wahrlich, ich sage euch, hier wird kein Stein auf dem andern bleiben, der nicht zerbrochen wird! 3 Als er aber auf dem Ölberge saß, traten die Jünger zu ihm besonders und sprachen: Sage uns, wann wird das alles geschehe…" Matthäus 24,1-3 – „1 Und Jesus ging hinaus und vom Tempel hinweg. Und seine Jünger traten herzu, um ihm die Gebäude des Tempels zu zeigen. 2 Jesus aber sprach zu ihnen: Sehet ihr nicht dieses alles? Wahrlich, ich sage euch, hier wird kein Stein auf dem andern bleiben, der nicht zerbrochen wird! 3 Als er aber auf dem Ölberge saß, traten die Jünger zu ihm besonders und sprachen: Sage uns, wann wird das alles geschehe…" Markus 13,1-4 – „1 Und als er aus dem Tempel ging, sprach einer seiner Jünger zu ihm: Meister! Siehe, welche Steine und welch ein Bau ist das! 2 Und Jesus sprach zu ihm: Siehst du diese großen Bauten? Es wird kein Stein auf dem andern gelassen werden, der nicht zerbrochen wird! 3 Und als er am Ölberg saß, dem Tempel gegenüber, fragten ihn Petrus und Jakob…

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Jesus warnt vor Verführung, Kriegen und Verfolgung

Matthäus 24,4-14 – „4 Und Jesus antwortete und sprach zu ihnen: Sehet zu, daß euch niemand irreführe! 5 Denn es werden viele unter meinem Namen kommen und sagen: Ich bin Christus, und werden viele irreführen. 6 Ihr werdet aber von Kriegen und Kriegsgerüchten hören; sehet zu, erschrecket nicht; denn es muß so geschehen; aber es ist noch nicht das Ende. 7 Denn ein Volk wird sich wider das andere erheben und ein Königr…" Matthäus 24,4-14 – „4 Und Jesus antwortete und sprach zu ihnen: Sehet zu, daß euch niemand irreführe! 5 Denn es werden viele unter meinem Namen kommen und sagen: Ich bin Christus, und werden viele irreführen. 6 Ihr werdet aber von Kriegen und Kriegsgerüchten hören; sehet zu, erschrecket nicht; denn es muß so geschehen; aber es ist noch nicht das Ende. 7 Denn ein Volk wird sich wider das andere erheben und ein Königr…" Markus 13,5-13 – „5 Jesus aber fing an, zu ihnen zu sagen: Sehet zu, daß euch niemand irreführe! 6 Denn viele werden unter meinem Namen kommen und sagen: Ich bin es, und werden viele irreführen! 7 Wenn ihr aber von Kriegen und Kriegsgeschrei hören werdet, so erschrecket nicht; denn es muß geschehen, aber es ist noch nicht das Ende. 8 Denn ein Volk wird …

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Jesus warnt vor der kommenden Verwüstung Jerusalems

Matthäus 24,15-22 – „15 Wenn ihr nun den Greuel der Verwüstung, von welchem durch den Propheten Daniel geredet worden ist, stehen sehet an heiliger Stätte (wer es liest, der merke darauf!), 16 alsdann fliehe, wer in Judäa ist, auf die Berge; 17 wer auf dem Dache ist, der steige nicht hinab, etwas aus seinem Hause zu holen; 18 und wer auf dem Felde ist, der kehre nicht zurück, um sein Kleid zu holen. 19 Wehe aber den …" Matthäus 24,15-22 – „15 Wenn ihr nun den Greuel der Verwüstung, von welchem durch den Propheten Daniel geredet worden ist, stehen sehet an heiliger Stätte (wer es liest, der merke darauf!), 16 alsdann fliehe, wer in Judäa ist, auf die Berge; 17 wer auf dem Dache ist, der steige nicht hinab, etwas aus seinem Hause zu holen; 18 und wer auf dem Felde ist, der kehre nicht zurück, um sein Kleid zu holen. 19 Wehe aber den …" Markus 13,14-20 – „14 Wenn ihr aber den Greuel der Verwüstung da stehen sehet, wo er nicht soll (wer es liest, der merke darauf!), alsdann fliehe, wer im jüdischen Lande ist, auf die Berge. 15 Wer aber auf dem Dache ist, der steige nicht hinab und gehe nicht hinein, um etwas aus seinem Hause zu holen; 16 und wer auf dem Felde ist, der kehre nicht zurü…

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Jesus warnt vor falschen Christussen und einer verborgenen Wiederkunft

Matthäus 24,23-28 – „23 Wenn alsdann jemand zu euch sagen wird: Siehe, hier ist Christus, oder dort, so glaubet es nicht. 24 Denn es werden falsche Christusse und falsche Propheten auftreten und werden große Zeichen und Wunder tun, um womöglich auch die Auserwählten zu verführen. 25 Siehe, ich habe es euch vorhergesagt. 26 Wenn sie nun zu euch sagen werden: Siehe, er ist in der Wüste, so gehet nicht hinaus; siehe, er…" Matthäus 24,23-28 – „23 Wenn alsdann jemand zu euch sagen wird: Siehe, hier ist Christus, oder dort, so glaubet es nicht. 24 Denn es werden falsche Christusse und falsche Propheten auftreten und werden große Zeichen und Wunder tun, um womöglich auch die Auserwählten zu verführen. 25 Siehe, ich habe es euch vorhergesagt. 26 Wenn sie nun zu euch sagen werden: Siehe, er ist in der Wüste, so gehet nicht hinaus; siehe, er…" Markus 13,21-23 – „21 Und wenn alsdann jemand zu euch sagen wird: Siehe, hier ist Christus, oder: Siehe dort, so glaubet es nicht. 22 Denn es werden falsche Christusse und falsche Propheten auftreten und werden Zeichen und Wunder tun, um womöglich auch die Auserwählten zu verführen. 23 Ihr aber sehet euch vor! Siehe, ich habe euch alles vorhergesagt."…

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Jesus beschreibt seine Wiederkunft in Macht und Herrlichkeit

Matthäus 24,29-31 – „29 Bald aber nach der Trübsal jener Tage wird die Sonne verfinstert werden, und der Mond wird seinen Schein nicht mehr geben, und die Sterne werden vom Himmel fallen und die Kräfte des Himmels in Bewegung geraten. 30 Und dann wird das Zeichen des Menschensohnes am Himmel erscheinen, und dann werden alle Geschlechter der Erde sich an die Brust schlagen und werden des Menschen Sohn kommen sehen auf…" Matthäus 24,29-31 – „29 Bald aber nach der Trübsal jener Tage wird die Sonne verfinstert werden, und der Mond wird seinen Schein nicht mehr geben, und die Sterne werden vom Himmel fallen und die Kräfte des Himmels in Bewegung geraten. 30 Und dann wird das Zeichen des Menschensohnes am Himmel erscheinen, und dann werden alle Geschlechter der Erde sich an die Brust schlagen und werden des Menschen Sohn kommen sehen auf…" Markus 13,24-27 – „24 Aber in jenen Tagen, nach jener Trübsal, wird die Sonne verfinstert werden, und der Mond wird seinen Schein nicht geben, 25 und die Sterne werden vom Himmel fallen und die Kräfte im Himmel in Bewegung geraten. 26 Und alsdann wird man des Menschen Sohn in den Wolken kommen sehen mit großer Kraft und Herrlichkeit. 27 Und dann wird …

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Jesus lehrt, die Zeichen zu erkennen, ohne den Zeitpunkt zu berechnen

Matthäus 24,32-36 – „32 Am Feigenbaum aber lernet das Gleichnis: Wenn sein Zweig schon saftig wird und Blätter gewinnt, so merket ihr, daß der Sommer nahe ist. 33 Also auch ihr, wenn ihr dies alles sehet, so merket, daß er nahe vor der Türe ist. 34 Wahrlich, ich sage euch, dieses Geschlecht wird nicht vergehen, bis dies alles geschehen ist; 35 Himmel und Erde werden vergehen, aber meine Worte werden nicht vergehen. 3…" Matthäus 24,32-36 – „32 Am Feigenbaum aber lernet das Gleichnis: Wenn sein Zweig schon saftig wird und Blätter gewinnt, so merket ihr, daß der Sommer nahe ist. 33 Also auch ihr, wenn ihr dies alles sehet, so merket, daß er nahe vor der Türe ist. 34 Wahrlich, ich sage euch, dieses Geschlecht wird nicht vergehen, bis dies alles geschehen ist; 35 Himmel und Erde werden vergehen, aber meine Worte werden nicht vergehen. 3…" Markus 13,28-32 – „28 Von dem Feigenbaum aber lernet das Gleichnis: Wenn sein Zweig jetzt saftig wird und Blätter treibt, so merket ihr, daß der Sommer nahe ist. 29 Also auch ihr, wenn ihr sehet, daß dieses geschieht, so merket, daß er nahe ist, vor der Tür. 30 Wahrlich, ich sage euch, dieses Geschlecht wird nicht vergehen, bis dies alles geschehen is…

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Jesus vergleicht seine Wiederkunft mit den Tagen Noahs

Matthäus 24,37-44 – „37 Wie es aber in den Tagen Noahs war, so wird es auch bei der Wiederkunft des Menschensohnes sein. 38 Denn wie sie in den Tagen vor der Sündflut aßen und tranken, freiten und sich freien ließen bis zu dem Tage, da Noah in die Arche ging, 39 und nichts merkten, bis die Sündflut kam und sie alle dahinraffte, so wird auch die Wiederkunft des Menschensohnes sein. 40 Dann werden zwei auf dem Felde se…" Matthäus 24,37-44 – „37 Wie es aber in den Tagen Noahs war, so wird es auch bei der Wiederkunft des Menschensohnes sein. 38 Denn wie sie in den Tagen vor der Sündflut aßen und tranken, freiten und sich freien ließen bis zu dem Tage, da Noah in die Arche ging, 39 und nichts merkten, bis die Sündflut kam und sie alle dahinraffte, so wird auch die Wiederkunft des Menschensohnes sein. 40 Dann werden zwei auf dem Felde se…" Lukas 17,26-30 – „26 Und wie es in den Tagen Noahs zuging, so wird es auch sein in den Tagen des Menschensohnes: 27 Sie aßen, sie tranken, sie freiten und ließen sich freien, bis zu dem Tage, da Noah in die Arche ging; und die Sündflut kam und vertilgte alle. 28 Ähnlich wie es in den Tagen Lots zuging: Sie aßen, sie tranken, sie kauften und verkauften…

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Jesus beschreibt den treuen und den bösen Knecht

Matthäus 24,45-51 – „45 Wer ist nun der treue und kluge Knecht, den sein Herr über sein Gesinde gesetzt hat, damit er ihnen die Speise gebe zu rechter Zeit? 46 Selig ist dieser Knecht, welchen sein Herr, wenn er kommt, bei solchem Tun finden wird. 47 Wahrlich, ich sage euch, er wird ihn über alle seine Güter setzen. 48 Wenn aber jener böse Knecht in seinem Herzen spricht: Mein Herr säumt zu kommen, 49 und anfängt, se…" Matthäus 24,45-51 – „45 Wer ist nun der treue und kluge Knecht, den sein Herr über sein Gesinde gesetzt hat, damit er ihnen die Speise gebe zu rechter Zeit? 46 Selig ist dieser Knecht, welchen sein Herr, wenn er kommt, bei solchem Tun finden wird. 47 Wahrlich, ich sage euch, er wird ihn über alle seine Güter setzen. 48 Wenn aber jener böse Knecht in seinem Herzen spricht: Mein Herr säumt zu kommen, 49 und anfängt, se…" Lukas 12,42-48 – „42 Der Herr aber sprach: Wer ist wohl der treue und kluge Haushalter, den der Herr über sein Gesinde setzen wird, damit er ihnen zur rechten Zeit die verordnete Speise gebe? 43 Selig ist jener Knecht, welchen sein Herr, wenn er kommt, bei solchem Tun finden wird. 44 Wahrlich, ich sage euch, er wird ihn über alle seine Güter setzen. 4…

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Jesus erzählt das Gleichnis von den zehn Jungfrauen

Matthäus 25,1-13 – „1 Dann wird das Himmelreich zehn Jungfrauen gleich sein, die ihre Lampen nahmen und dem Bräutigam entgegengingen. 2 Fünf von ihnen aber waren töricht und fünf klug. 3 Die törichten nahmen zwar ihre Lampen, aber sie nahmen kein Öl mit sich. 4 Die klugen aber nahmen Öl in ihren Gefäßen, samt ihren Lampen. 5 Als nun der Bräutigam verzog, wurden sie alle schläfrig und schliefen ein. 6 Um Mitternacht …" Matthäus 25,1-13 – „1 Dann wird das Himmelreich zehn Jungfrauen gleich sein, die ihre Lampen nahmen und dem Bräutigam entgegengingen. 2 Fünf von ihnen aber waren töricht und fünf klug. 3 Die törichten nahmen zwar ihre Lampen, aber sie nahmen kein Öl mit sich. 4 Die klugen aber nahmen Öl in ihren Gefäßen, samt ihren Lampen. 5 Als nun der Bräutigam verzog, wurden sie alle schläfrig und schliefen ein. 6 Um Mitternacht …" Nachdem Jesus gezeigt hat, dass seine Jünger während der Zeit seines Wegbleibens treu handeln sollen, erzählt er ein weiteres Gleichnis über Bereitschaft. Diesmal beschreibt er zehn Jungfrauen, die ihre Lampen nehmen und dem Bräutigam entgegengehen. Das Bild führt in die Welt einer Hochzeit und verbindet die Erwartung des kommenden Herrn mit Freude, Gem…

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Jesus erzählt das Gleichnis von den anvertrauten Talenten

Matthäus 25,14-30 – „14 Denn es ist wie bei einem Menschen, der verreisen wollte, seine Knechte rief und ihnen seine Güter übergab; 15 dem einen gab er fünf Talente, dem andern zwei, dem dritten eins, einem jeden nach seiner Kraft, und reiste ab. 16 Da ging der, welcher die fünf Talente empfangen, hin und handelte mit ihnen und gewann fünf andere. 17 Desgleichen, der die zwei Talente empfangen, gewann auch zwei ander…" Matthäus 25,14-30 – „14 Denn es ist wie bei einem Menschen, der verreisen wollte, seine Knechte rief und ihnen seine Güter übergab; 15 dem einen gab er fünf Talente, dem andern zwei, dem dritten eins, einem jeden nach seiner Kraft, und reiste ab. 16 Da ging der, welcher die fünf Talente empfangen, hin und handelte mit ihnen und gewann fünf andere. 17 Desgleichen, der die zwei Talente empfangen, gewann auch zwei ander…" Lukas 19,11-27 – „11 Als sie aber solches hörten, fuhr er fort und sagte ein Gleichnis, weil er nahe bei Jerusalem war und sie meinten, das Reich Gottes würde unverzüglich erscheinen. 12 Er sprach nun: Ein Edelmann zog in ein fernes Land, um sich die Königswürde zu holen und alsdann wiederzukommen. 13 Da rief er zehn seiner Knechte und gab ihnen zehn …

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Jesus beschreibt das Gericht über die Völker

Matthäus 25,31-46 – „31 Wenn aber des Menschen Sohn in seiner Herrlichkeit kommen wird und alle heiligen Engel mit ihm, dann wird er sitzen auf dem Throne seiner Herrlichkeit; 32 und vor ihm werden alle Völker versammelt werden, und er wird sie voneinander scheiden, wie ein Hirt die Schafe von den Böcken scheidet, 33 und er wird die Schafe zu seiner Rechten stellen, die Böcke aber zu seiner Linken. 34 Dann wird der K…" Matthäus 25,31-46 – „31 Wenn aber des Menschen Sohn in seiner Herrlichkeit kommen wird und alle heiligen Engel mit ihm, dann wird er sitzen auf dem Throne seiner Herrlichkeit; 32 und vor ihm werden alle Völker versammelt werden, und er wird sie voneinander scheiden, wie ein Hirt die Schafe von den Böcken scheidet, 33 und er wird die Schafe zu seiner Rechten stellen, die Böcke aber zu seiner Linken. 34 Dann wird der K…" Jesus schließt seine große Rede auf dem Ölberg mit einem Bild, das nicht mehr nur von einem abwesenden Hausherrn oder einem kommenden Bräutigam spricht. Nun beschreibt er sich selbst ausdrücklich als den Menschensohn, der in Herrlichkeit zurückkehrt: „Wenn aber des Menschen Sohn kommen wird in seiner Herrlichkeit und alle heiligen Engel mit ihm, dann …

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Jesus kündigt seine Kreuzigung an, während seine Gegner seinen Tod planen

Matthäus 26,1-5 – „1 Und es begab sich, als Jesus alle diese Reden beendet hatte, sprach er zu seinen Jüngern: 2 Ihr wißt, daß in zwei Tagen das Passah ist; dann wird des Menschen Sohn überantwortet, damit er gekreuzigt werde. 3 Da versammelten sich die Hohenpriester und die Schriftgelehrten und die Ältesten des Volkes im Hofe des obersten Priesters, der Kajaphas hieß. 4 Und sie hielten miteinander Rat, wie sie Jes…" Matthäus 26,1-5 – „1 Und es begab sich, als Jesus alle diese Reden beendet hatte, sprach er zu seinen Jüngern: 2 Ihr wißt, daß in zwei Tagen das Passah ist; dann wird des Menschen Sohn überantwortet, damit er gekreuzigt werde. 3 Da versammelten sich die Hohenpriester und die Schriftgelehrten und die Ältesten des Volkes im Hofe des obersten Priesters, der Kajaphas hieß. 4 Und sie hielten miteinander Rat, wie sie Jes…" Markus 14,1-2 – „1 Es war aber zwei Tage vor dem Passah und dem Fest der ungesäuerten Brote. Und die Hohenpriester und die Schriftgelehrten suchten, wie sie ihn mit List ergreifen und töten könnten; 2 denn sie sprachen: Nicht auf das Fest, damit nicht ein Aufruhr unter dem Volk entsteht!" Lukas 22,1-2 – „1 Es nahte aber das Fest der ungesäuerten Brote, we…

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Judas vereinbart den Verrat an Jesus

Matthäus 26,14-16 – „14 Da ging einer der Zwölf, namens Judas Ischariot, hin zu den Hohenpriestern 15 und sprach: Was wollt ihr mir geben, wenn ich ihn euch verrate? Und sie wogen ihm dreißig Silberlinge dar. 16 Und von da an suchte er eine gute Gelegenheit, ihn zu verraten." Matthäus 26,14-16 – „14 Da ging einer der Zwölf, namens Judas Ischariot, hin zu den Hohenpriestern 15 und sprach: Was wollt ihr mir geben, wenn ich ihn euch verrate? Und sie wogen ihm dreißig Silberlinge dar. 16 Und von da an suchte er eine gute Gelegenheit, ihn zu verraten." Markus 14,10-11 – „10 Da ging Judas Ischariot, einer von den Zwölfen, hin zu den Hohenpriestern, um ihn an sie auszuliefern. 11 Als sie das hörten, wurden sie froh und versprachen ihm Geld zu geben. Und er suchte eine passende Gelegenheit, um ihn zu verraten." Lukas 22,3-6 – „3 Es fuhr aber der Satan in Judas, genannt Ischariot, der aus der Zahl der Zwölf war. 4 Und er ging hin und besprach mit den Hohenpriestern und den Hauptleuten, wie er ihnen Jesus ausliefern wollte. 5 Und sie wurden froh und kamen überein, ihm Geld zu geben. 6 Und er versprach es und suchte eine gute Gelegenheit, um ihn ohne Volksauflauf an sie auszuliefern." Währen…

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Jesus wäscht seinen Jüngern die Füße

Johannes 13,1-17 – „1 Vor dem Passahfeste aber, da Jesus wußte, daß seine Stunde gekommen sei, aus dieser Welt zum Vater zu gehen: wie er geliebt hatte die Seinen, die in der Welt waren, so liebte er sie bis ans Ende. 2 Und während der Mahlzeit, als schon der Teufel dem Judas, Simons Sohn, dem Ischariot, ins Herz gegeben hatte, ihn zu verraten, 3 obgleich Jesus wußte, daß ihm der Vater alles in die Hände gegeben hab…" Johannes 13,1-17 – „1 Vor dem Passahfeste aber, da Jesus wußte, daß seine Stunde gekommen sei, aus dieser Welt zum Vater zu gehen: wie er geliebt hatte die Seinen, die in der Welt waren, so liebte er sie bis ans Ende. 2 Und während der Mahlzeit, als schon der Teufel dem Judas, Simons Sohn, dem Ischariot, ins Herz gegeben hatte, ihn zu verraten, 3 obgleich Jesus wußte, daß ihm der Vater alles in die Hände gegeben hab…" Lukas 22,24-27 – „24 Es entstand aber auch ein Streit unter ihnen, wer von ihnen für den Größten zu halten sei. 25 Er aber sagte zu ihnen: Die Könige der Völker herrschen über sie, und ihre Gewalthaber heißt man Wohltäter. 26 Ihr aber nicht also; sondern der Größte unter euch soll sein wie der Jüngste, und der Gebieter wie der Diener. 27 Denn wer ist gr…

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Jesus kündigt den Verrat eines seiner Jünger an

Matthäus 26,20-25 – „20 Als es nun Abend geworden, setzte er sich mit den zwölf Jüngern zu Tische. 21 Und während sie aßen, sprach er: Wahrlich, ich sage euch: Einer von euch wird mich verraten! 22 Da wurden sie sehr betrübt und fingen an, einer nach dem andern, ihn zu fragen: Herr, doch nicht ich? 23 Er antwortete aber und sprach: Der mit mir die Hand in die Schüssel taucht, der wird mich verraten. 24 Des Menschen S…" Matthäus 26,20-25 – „20 Als es nun Abend geworden, setzte er sich mit den zwölf Jüngern zu Tische. 21 Und während sie aßen, sprach er: Wahrlich, ich sage euch: Einer von euch wird mich verraten! 22 Da wurden sie sehr betrübt und fingen an, einer nach dem andern, ihn zu fragen: Herr, doch nicht ich? 23 Er antwortete aber und sprach: Der mit mir die Hand in die Schüssel taucht, der wird mich verraten. 24 Des Menschen S…" Markus 14,17-21 – „17 Und da es Abend geworden, kam er mit den Zwölfen. 18 Und als sie zu Tische saßen und aßen, sprach Jesus: Wahrlich, ich sage euch: Einer von euch, der mit mir ißt, wird mich verraten! 19 Da fingen sie an traurig zu werden und fragten ihn einer nach dem andern: Doch nicht ich? 20 Er aber sprach zu ihnen: Einer von den Zwölfen, der …

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Jesus gibt seinen Jüngern das neue Gebot der Liebe

Johannes 13,31-35 – „31 Als er nun hinausgegangen war, sprach Jesus: Jetzt ist des Menschen Sohn verherrlicht, und Gott ist verherrlicht durch ihn! 32 Ist Gott verherrlicht durch ihn, so wird Gott auch ihn verherrlichen durch sich selbst und wird ihn alsbald verherrlichen. 33 Kindlein, nur noch eine kleine Weile bin ich bei euch. Ihr werdet mich suchen, und wie ich zu den Juden sagte: Wohin ich gehe, dahin könnt ihr …" Johannes 13,31-35 – „31 Als er nun hinausgegangen war, sprach Jesus: Jetzt ist des Menschen Sohn verherrlicht, und Gott ist verherrlicht durch ihn! 32 Ist Gott verherrlicht durch ihn, so wird Gott auch ihn verherrlichen durch sich selbst und wird ihn alsbald verherrlichen. 33 Kindlein, nur noch eine kleine Weile bin ich bei euch. Ihr werdet mich suchen, und wie ich zu den Juden sagte: Wohin ich gehe, dahin könnt ihr …" Johannes 15,12-13 – „12 Das ist mein Gebot, daß ihr einander liebet, gleichwie ich euch geliebt habe. 13 Größere Liebe hat niemand als die, daß er sein Leben läßt für seine Freunde." Nachdem Judas den Raum verlassen hat, spricht Jesus zu den verbleibenden Jüngern in einer auffälligen Weise über seine Verherrlichung: „Nun ist des Menschen Sohn verherrl…

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Jesus kündigt die Verleugnung des Petrus an

Matthäus 26,31-35 – „31 Da spricht Jesus zu ihnen: Ihr werdet euch in dieser Nacht alle an mir ärgern; denn es steht geschrieben: «Ich werde den Hirten schlagen, und die Schafe der Herde werden sich zerstreuen.» 32 Wenn ich aber auferstanden sein werde, will ich euch nach Galiläa vorangehen. 33 Da antwortete Petrus und sprach zu ihm: Wenn sich auch alle an dir ärgern, so werde doch ich mich niemals ärgern! 34 Jesus s…" Matthäus 26,31-35 – „31 Da spricht Jesus zu ihnen: Ihr werdet euch in dieser Nacht alle an mir ärgern; denn es steht geschrieben: «Ich werde den Hirten schlagen, und die Schafe der Herde werden sich zerstreuen.» 32 Wenn ich aber auferstanden sein werde, will ich euch nach Galiläa vorangehen. 33 Da antwortete Petrus und sprach zu ihm: Wenn sich auch alle an dir ärgern, so werde doch ich mich niemals ärgern! 34 Jesus s…" Markus 14,27-31 – „27 Und Jesus spricht zu ihnen: Ihr werdet euch alle an mir ärgern. Denn es steht geschrieben: «Ich werde den Hirten schlagen, und die Schafe werden sich zerstreuen.» 28 Aber nachdem ich auferstanden bin, will ich euch nach Galiläa vorangehen. 29 Petrus aber sprach zu ihm: Wenn sich auch alle ärgern werden, doch nicht ich! 30 Und Jes…

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Jesus tröstet seine Jünger und offenbart sich als der Weg zum Vater

Johannes 14,1-7 – „1 Euer Herz erschrecke nicht! Vertrauet auf Gott und vertrauet auf mich! 2 In meines Vaters Hause sind viele Wohnungen; wo nicht, so hätte ich es euch gesagt. Ich gehe hin, euch eine Stätte zu bereiten. 3 Und wenn ich hingehe und euch eine Stätte bereite, so komme ich wieder und werde euch zu mir nehmen, auf daß auch ihr seid, wo ich bin. 4 Wohin ich aber gehe, wisset ihr, und ihr kennet den Weg.…" Johannes 14,1-7 – „1 Euer Herz erschrecke nicht! Vertrauet auf Gott und vertrauet auf mich! 2 In meines Vaters Hause sind viele Wohnungen; wo nicht, so hätte ich es euch gesagt. Ich gehe hin, euch eine Stätte zu bereiten. 3 Und wenn ich hingehe und euch eine Stätte bereite, so komme ich wieder und werde euch zu mir nehmen, auf daß auch ihr seid, wo ich bin. 4 Wohin ich aber gehe, wisset ihr, und ihr kennet den Weg.…" Johannes 13,33-36 – „33 Kindlein, nur noch eine kleine Weile bin ich bei euch. Ihr werdet mich suchen, und wie ich zu den Juden sagte: Wohin ich gehe, dahin könnt ihr nicht kommen, so sage ich jetzt auch zu euch. 34 Ein neues Gebot gebe ich euch, daß ihr einander liebet; daß, wie ich euch geliebt habe, auch ihr einander liebet. 35 Daran wird jedermann erk…

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Jesus offenbart den Vater und verheißt erhörtes Gebet

Johannes 14,8-14 – „8 Philippus spricht zu ihm: Herr, zeige uns den Vater, so genügt es uns! 9 Spricht Jesus zu ihm: So lange Zeit bin ich bei euch, und du kennst mich noch nicht? Philippus, wer mich gesehen hat, der hat den Vater gesehen! Wie kannst du sagen: Zeige uns den Vater? 10 Glaubst du nicht, daß ich im Vater bin und der Vater in mir ist? Die Worte, die ich zu euch rede, rede ich nicht von mir selbst, sonde…" Johannes 14,8-14 – „8 Philippus spricht zu ihm: Herr, zeige uns den Vater, so genügt es uns! 9 Spricht Jesus zu ihm: So lange Zeit bin ich bei euch, und du kennst mich noch nicht? Philippus, wer mich gesehen hat, der hat den Vater gesehen! Wie kannst du sagen: Zeige uns den Vater? 10 Glaubst du nicht, daß ich im Vater bin und der Vater in mir ist? Die Worte, die ich zu euch rede, rede ich nicht von mir selbst, sonde…" Johannes 10,30 – „30 Ich und der Vater sind eins." Johannes 12,45 – „45 Und wer mich sieht, der sieht den, der mich gesandt hat." Nachdem Jesus gesagt hat, dass niemand zum Vater kommt außer durch ihn, bittet Philippus: „Herr, zeige uns den Vater, so genügt uns.“ Seine Bitte zeigt, dass die Jünger Jesu Worte noch immer nicht vollständig erfassen. Sie mö…

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Jesus verheißt seinen Jüngern den Heiligen Geist

Johannes 14,15-26 – „15 Liebet ihr mich, so haltet meine Gebote! 16 Und ich will den Vater bitten, und er wird euch einen andern Beistand geben, daß er bei euch bleibe in Ewigkeit, 17 den Geist der Wahrheit, welchen die Welt nicht empfangen kann, denn sie beachtet ihn nicht und kennt ihn nicht; ihr aber kennet ihn, denn er bleibt bei euch und wird in euch sein. 18 Ich lasse euch nicht als Waisen zurück, ich komme zu …" Johannes 14,15-26 – „15 Liebet ihr mich, so haltet meine Gebote! 16 Und ich will den Vater bitten, und er wird euch einen andern Beistand geben, daß er bei euch bleibe in Ewigkeit, 17 den Geist der Wahrheit, welchen die Welt nicht empfangen kann, denn sie beachtet ihn nicht und kennt ihn nicht; ihr aber kennet ihn, denn er bleibt bei euch und wird in euch sein. 18 Ich lasse euch nicht als Waisen zurück, ich komme zu …" Johannes 16,13 – „13 Wenn aber jener kommt, der Geist der Wahrheit, wird er euch in die ganze Wahrheit leiten; denn er wird nicht von sich selbst reden, sondern was er hören wird, das wird er reden, und was zukünftig ist, wird er euch verkündigen." Nachdem Jesus seinen Jüngern versichert hat, dass ihre Verbindung zu ihm trotz seines Weggangs bestehen …

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Jesus hinterlässt seinen Jüngern seinen Frieden

Johannes 14,27-31 – „27 Frieden hinterlasse ich euch, meinen Frieden gebe ich euch. Nicht wie die Welt gibt, gebe ich euch; euer Herz errege sich nicht und verzage nicht! 28 Ihr habt gehört, daß ich sagte: Ich gehe hin, und ich komme zu euch! Hättet ihr mich lieb, so würdet ihr euch freuen, daß ich zum Vater gehe; denn der Vater ist größer als ich. 29 Und nun habe ich es euch gesagt, ehe es geschieht, damit ihr glaub…" Johannes 14,27-31 – „27 Frieden hinterlasse ich euch, meinen Frieden gebe ich euch. Nicht wie die Welt gibt, gebe ich euch; euer Herz errege sich nicht und verzage nicht! 28 Ihr habt gehört, daß ich sagte: Ich gehe hin, und ich komme zu euch! Hättet ihr mich lieb, so würdet ihr euch freuen, daß ich zum Vater gehe; denn der Vater ist größer als ich. 29 Und nun habe ich es euch gesagt, ehe es geschieht, damit ihr glaub…" Nachdem Jesus seinen Jüngern den Heiligen Geist verheißen hat, spricht er über etwas, das sie in den kommenden Stunden dringend brauchen werden: Frieden. „Frieden hinterlasse ich euch, meinen Frieden gebe ich euch.“ Noch während er diese Worte sagt, bewegt sich die Situation auf Verrat, Verhaftung, Verhör und Kreuzigung zu. Jesu Frieden hängt deshalb …

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Jesus offenbart sich als der wahre Weinstock

Johannes 15,1-11 – „1 Ich bin der wahre Weinstock, und mein Vater ist der Weingärtner. 2 Jegliches Schoß an mir, das keine Frucht bringt, nimmt er weg; jedes fruchtbare aber reinigt er, damit es mehr Frucht bringe. 3 Ihr seid schon rein um des Wortes willen, das ich zu euch geredet habe. 4 Bleibet in mir, und ich [bleibe] in euch! Gleichwie das Rebschoß von sich selbst keine Frucht bringen kann, wenn es nicht am Wei…" Johannes 15,1-11 – „1 Ich bin der wahre Weinstock, und mein Vater ist der Weingärtner. 2 Jegliches Schoß an mir, das keine Frucht bringt, nimmt er weg; jedes fruchtbare aber reinigt er, damit es mehr Frucht bringe. 3 Ihr seid schon rein um des Wortes willen, das ich zu euch geredet habe. 4 Bleibet in mir, und ich [bleibe] in euch! Gleichwie das Rebschoß von sich selbst keine Frucht bringen kann, wenn es nicht am Wei…" Nachdem Jesus seine Jünger auf sein Fortgehen vorbereitet hat, erklärt er nun mit einem eindrücklichen Bild, wie ihre Verbindung mit ihm auch danach bestehen muss. Er sagt: „Ich bin der wahre Weinstock, und mein Vater ist der Weingärtner.“ Damit beschreibt Jesus nicht nur eine lose Beziehung zwischen Lehrer und Schülern. Das geistliche Leben seiner Jüng…

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Jesus nennt seine Jünger Freunde und ruft sie zu selbstloser Liebe

Johannes 15,12-17 – „12 Das ist mein Gebot, daß ihr einander liebet, gleichwie ich euch geliebt habe. 13 Größere Liebe hat niemand als die, daß er sein Leben läßt für seine Freunde. 14 Ihr seid meine Freunde, wenn ihr alles tut, was ich euch gebiete. 15 Ich nenne euch nicht mehr Knechte; denn der Knecht weiß nicht, was sein Herr tut; euch aber habe ich Freunde genannt, weil ich alles, was ich von meinem Vater gehört …" Johannes 15,12-17 – „12 Das ist mein Gebot, daß ihr einander liebet, gleichwie ich euch geliebt habe. 13 Größere Liebe hat niemand als die, daß er sein Leben läßt für seine Freunde. 14 Ihr seid meine Freunde, wenn ihr alles tut, was ich euch gebiete. 15 Ich nenne euch nicht mehr Knechte; denn der Knecht weiß nicht, was sein Herr tut; euch aber habe ich Freunde genannt, weil ich alles, was ich von meinem Vater gehört …" Nachdem Jesus seine Jünger aufgefordert hat, in ihm wie Reben am Weinstock zu bleiben, führt er diesen Gedanken unmittelbar zur Liebe weiter. „Das ist mein Gebot, daß ihr einander liebet, gleichwie ich euch geliebt habe.“ Wieder steht nicht irgendeine allgemeine Vorstellung von Liebe im Mittelpunkt, sondern Jesu eigene Liebe wird zum Maßstab. Diese Li…

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Jesus bereitet seine Jünger auf den Hass der Welt vor

Johannes 15,18-27 – „18 Wenn euch die Welt haßt, so wisset, daß sie mich vor euch gehaßt hat. 19 Wäret ihr von der Welt, so hätte die Welt das Ihrige lieb; weil ihr aber nicht von der Welt seid, sondern ich euch aus der Welt heraus erwählt habe, darum haßt euch die Welt. 20 Gedenket an das Wort, das ich zu euch gesagt habe: Der Knecht ist nicht größer als sein Herr. Haben sie mich verfolgt, so werden sie auch euch ve…" Johannes 15,18-27 – „18 Wenn euch die Welt haßt, so wisset, daß sie mich vor euch gehaßt hat. 19 Wäret ihr von der Welt, so hätte die Welt das Ihrige lieb; weil ihr aber nicht von der Welt seid, sondern ich euch aus der Welt heraus erwählt habe, darum haßt euch die Welt. 20 Gedenket an das Wort, das ich zu euch gesagt habe: Der Knecht ist nicht größer als sein Herr. Haben sie mich verfolgt, so werden sie auch euch ve…" Nachdem Jesus seinen Jüngern eindringlich geboten hat, einander zu lieben, spricht er nun über das Gegenteil, das ihnen von außen begegnen kann. „Wenn euch die Welt haßt, so wisset, daß sie mich vor euch gehaßt hat.“ Die Gemeinschaft mit Christus garantiert seinen Nachfolgern nicht die Anerkennung ihrer Umgebung. Gerade ihre Verbindung mit ihm kann Wi…

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Jesus warnt vor religiöser Verfolgung und falschem Eifer

Johannes 16,1-4 – „1 Solches habe ich zu euch geredet, damit ihr keinen Anstoß nehmet. 2 Sie werden euch aus der Synagoge ausschließen; es kommt sogar die Stunde, wo jeder, der euch tötet, meinen wird, Gott einen Dienst zu erweisen. 3 Und solches werden sie euch tun, weil sie weder den Vater noch mich kennen. 4 Ich aber habe euch solches gesagt, damit, wenn die Stunde kommt, ihr daran denket, daß ich es euch gesagt…" Johannes 16,1-4 – „1 Solches habe ich zu euch geredet, damit ihr keinen Anstoß nehmet. 2 Sie werden euch aus der Synagoge ausschließen; es kommt sogar die Stunde, wo jeder, der euch tötet, meinen wird, Gott einen Dienst zu erweisen. 3 Und solches werden sie euch tun, weil sie weder den Vater noch mich kennen. 4 Ich aber habe euch solches gesagt, damit, wenn die Stunde kommt, ihr daran denket, daß ich es euch gesagt…" Nachdem Jesus seine Jünger darauf vorbereitet hat, dass die Welt sie hassen wird, nennt er nun noch konkreter, welche Form dieser Widerstand annehmen kann. Seine Worte beginnen mit einer Begründung: „Solches habe ich zu euch geredet, daß ihr euch nicht ärgert.“ Jesus warnt seine Jünger also nicht, um sie zu beunruhigen, sondern damit kommende Ereignisse i…

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Jesus erklärt das Wirken des Heiligen Geistes an der Welt

Johannes 16,5-11 – „5 Nun aber gehe ich hin zu dem, der mich gesandt hat, und niemand unter euch fragt mich: Wohin gehst du? 6 Sondern weil ich euch solches gesagt habe, ist euer Herz voll Trauer. 7 Aber ich sage euch die Wahrheit: Es ist gut für euch, daß ich hingehe; denn wenn ich nicht hingehe, so kommt der Beistand nicht zu euch. Wenn ich aber hingegangen bin, will ich ihn zu euch senden. 8 Und wenn jener kommt,…" Johannes 16,5-11 – „5 Nun aber gehe ich hin zu dem, der mich gesandt hat, und niemand unter euch fragt mich: Wohin gehst du? 6 Sondern weil ich euch solches gesagt habe, ist euer Herz voll Trauer. 7 Aber ich sage euch die Wahrheit: Es ist gut für euch, daß ich hingehe; denn wenn ich nicht hingehe, so kommt der Beistand nicht zu euch. Wenn ich aber hingegangen bin, will ich ihn zu euch senden. 8 Und wenn jener kommt,…" Nachdem Jesus seine Jünger vor kommender Verfolgung gewarnt hat, richtet er ihren Blick erneut auf seinen bevorstehenden Weggang. Er sagt: „Nun aber gehe ich hin zu dem, der mich gesandt hat.“ Die Jünger hören vor allem, dass Jesus sie verlassen wird. Deshalb, sagt er, hat Traurigkeit ihr Herz erfüllt. Noch können sie nicht erkennen, wie sein Fortgehen …

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Jesus verheißt, dass der Geist der Wahrheit seine Jünger weiterführt

Johannes 16,12-15 – „12 Noch vieles hätte ich euch zu sagen; aber ihr könnt es jetzt nicht ertragen. 13 Wenn aber jener kommt, der Geist der Wahrheit, wird er euch in die ganze Wahrheit leiten; denn er wird nicht von sich selbst reden, sondern was er hören wird, das wird er reden, und was zukünftig ist, wird er euch verkündigen. 14 Derselbe wird mich verherrlichen; denn von dem Meinigen wird er es nehmen und euch ver…" Johannes 16,12-15 – „12 Noch vieles hätte ich euch zu sagen; aber ihr könnt es jetzt nicht ertragen. 13 Wenn aber jener kommt, der Geist der Wahrheit, wird er euch in die ganze Wahrheit leiten; denn er wird nicht von sich selbst reden, sondern was er hören wird, das wird er reden, und was zukünftig ist, wird er euch verkündigen. 14 Derselbe wird mich verherrlichen; denn von dem Meinigen wird er es nehmen und euch ver…" Nachdem Jesus erklärt hat, wie der Heilige Geist die Welt von Sünde, Gerechtigkeit und Gericht überführen wird, wendet er sich erneut unmittelbar an seine Jünger. Er sagt: „Ich habe euch noch viel zu sagen; aber ihr könnt es jetzt nicht tragen.“ Diese Worte zeigen, dass Jesus seine Jünger nicht mit allem auf einmal belastet. Er kennt sowohl die Wahrhe…

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Jesus verheißt, dass ihre Trauer in Freude verwandelt wird

Johannes 16,16-24 – „16 In kurzem werdet ihr mich nicht mehr sehen, und wiederum in kurzem werdet ihr mich sehen, denn ich gehe zum Vater. 17 Da sprachen etliche seiner Jünger zueinander: Was bedeutet das, daß er sagt: In kurzem werdet ihr mich nicht mehr sehen, und wiederum in kurzem werdet ihr mich sehen, und: Ich gehe zum Vater? 18 Sie fragten nämlich: Was bedeutet das, daß er sagt: In kurzem? Wir wissen nicht, wa…" Johannes 16,16-24 – „16 In kurzem werdet ihr mich nicht mehr sehen, und wiederum in kurzem werdet ihr mich sehen, denn ich gehe zum Vater. 17 Da sprachen etliche seiner Jünger zueinander: Was bedeutet das, daß er sagt: In kurzem werdet ihr mich nicht mehr sehen, und wiederum in kurzem werdet ihr mich sehen, und: Ich gehe zum Vater? 18 Sie fragten nämlich: Was bedeutet das, daß er sagt: In kurzem? Wir wissen nicht, wa…" Nachdem Jesus seinen Jüngern verheißen hat, dass der Geist der Wahrheit sie nach seinem Fortgang weiterführen wird, spricht er erneut über die unmittelbar bevorstehende Trennung: „Über ein kleines, so werdet ihr mich nicht sehen; und wiederum über ein kleines, so werdet ihr mich sehen.“ Für die Jünger bleibt diese Aussage zunächst rätselhaft. Einige v…

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Jesus sagt voraus, dass seine Jünger ihn verlassen werden

Johannes 16,25-33 – „25 Solches habe ich euch in Gleichnissen gesagt; es kommt aber die Stunde, da ich nicht mehr in Gleichnissen zu euch reden, sondern euch offen vom Vater Kunde geben werde. 26 An jenem Tage werdet ihr in meinem Namen bitten, und ich sage euch nicht, daß ich den Vater für euch bitten wolle; 27 denn der Vater selbst hat euch lieb, weil ihr mich liebet und glaubet, daß ich von Gott ausgegangen bin. 2…" Johannes 16,25-33 – „25 Solches habe ich euch in Gleichnissen gesagt; es kommt aber die Stunde, da ich nicht mehr in Gleichnissen zu euch reden, sondern euch offen vom Vater Kunde geben werde. 26 An jenem Tage werdet ihr in meinem Namen bitten, und ich sage euch nicht, daß ich den Vater für euch bitten wolle; 27 denn der Vater selbst hat euch lieb, weil ihr mich liebet und glaubet, daß ich von Gott ausgegangen bin. 2…" Nachdem Jesus seinen Jüngern verheißen hat, dass ihre Trauer in Freude verwandelt wird, spricht er noch einmal über das Verhältnis zwischen ihnen, ihm und dem Vater. Vieles hat er ihnen in Bildern und Gleichnissen erklärt. Nun sagt er, dass eine Zeit kommen wird, in der er nicht mehr in dieser verhüllten Weise sprechen, sondern ihnen offen vom Vater v…

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Jesus betet zum Vater um Verherrlichung

Johannes 17,1-5 – „1 Solches redete Jesus und hob seine Augen zum Himmel empor und sprach: Vater, die Stunde ist gekommen; verherrliche deinen Sohn, damit dein Sohn dich verherrliche! 2 gleichwie du ihm Vollmacht gegeben hast über alles Fleisch, auf daß er ewiges Leben gebe allen, die du ihm gegeben hast. 3 Das ist aber das ewige Leben, daß sie dich, den allein wahren Gott, und den du gesandt hast, Jesus Christus, …" Johannes 17,1-5 – „1 Solches redete Jesus und hob seine Augen zum Himmel empor und sprach: Vater, die Stunde ist gekommen; verherrliche deinen Sohn, damit dein Sohn dich verherrliche! 2 gleichwie du ihm Vollmacht gegeben hast über alles Fleisch, auf daß er ewiges Leben gebe allen, die du ihm gegeben hast. 3 Das ist aber das ewige Leben, daß sie dich, den allein wahren Gott, und den du gesandt hast, Jesus Christus, …" Nachdem Jesus seinen Jüngern zugesprochen hat, dass sie trotz kommender Bedrängnis Frieden in ihm haben können, richtet er seinen Blick zum Himmel und betet. Johannes überliefert dieses Gebet ausführlich. Es ist kein Gebet eines Menschen, der von den kommenden Ereignissen überrascht wird. Jesus weiß, dass seine Stunde gekommen ist, und spricht gerade desh…

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Jesus betet für die Bewahrung und Heiligung seiner Jünger

Johannes 17,6-19 – „6 Ich habe deinen Namen den Menschen geoffenbart, die du mir aus der Welt gegeben hast; sie waren dein, und du hast sie mir gegeben, und sie haben dein Wort bewahrt. 7 Nun erkennen sie, daß alles, was du mir gegeben hast, von dir kommt; 8 denn die Worte, die du mir gegeben hast, habe ich ihnen gegeben, und sie haben sie angenommen und haben wahrhaft erkannt, daß ich von dir ausgegangen bin, und g…" Johannes 17,6-19 – „6 Ich habe deinen Namen den Menschen geoffenbart, die du mir aus der Welt gegeben hast; sie waren dein, und du hast sie mir gegeben, und sie haben dein Wort bewahrt. 7 Nun erkennen sie, daß alles, was du mir gegeben hast, von dir kommt; 8 denn die Worte, die du mir gegeben hast, habe ich ihnen gegeben, und sie haben sie angenommen und haben wahrhaft erkannt, daß ich von dir ausgegangen bin, und g…" Nachdem Jesus zunächst um die Verherrlichung des Sohnes gebetet hat, richtet er sein Gebet auf seine Jünger. Er sagt zum Vater: „Ich habe deinen Namen den Menschen offenbart, die du mir aus der Welt gegeben hast.“ Damit fasst Jesus einen wesentlichen Teil seines Dienstes zusammen. Er hat den Vater nicht nur genannt, sondern seinen Charakter, seinen Will…

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Jesus betet für die Einheit aller, die an ihn glauben werden

Johannes 17,20-26 – „20 Ich bitte aber nicht für diese allein, sondern auch für die, welche durch ihr Wort an mich glauben werden, 21 auf daß sie alle eins seien, gleichwie du, Vater, in mir und ich in dir; auf daß auch sie in uns eins seien, damit die Welt glaube, daß du mich gesandt hast. 22 Und ich habe die Herrlichkeit, die du mir gegeben hast, ihnen gegeben, auf daß sie eins seien, gleichwie wir eins sind. 23 Ic…" Johannes 17,20-26 – „20 Ich bitte aber nicht für diese allein, sondern auch für die, welche durch ihr Wort an mich glauben werden, 21 auf daß sie alle eins seien, gleichwie du, Vater, in mir und ich in dir; auf daß auch sie in uns eins seien, damit die Welt glaube, daß du mich gesandt hast. 22 Und ich habe die Herrlichkeit, die du mir gegeben hast, ihnen gegeben, auf daß sie eins seien, gleichwie wir eins sind. 23 Ic…" Nachdem Jesus für die Bewahrung und Heiligung seiner unmittelbaren Jünger gebetet hat, weitet sich sein Gebet über den Raum und über ihre Generation hinaus. Er sagt: „Ich bitte aber nicht für diese allein, sondern auch für die, welche durch ihr Wort an mich glauben werden.“ Damit schließt Jesus ausdrücklich Menschen ein, die ihn während seines irdisch…

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Jesus ringt in Gethsemane im Gebet

Matthäus 26,36-46 – „36 Da kommt Jesus mit ihnen in ein Gut, namens Gethsemane. Und er spricht zu den Jüngern: Setzet euch hier, während ich dorthin gehe und bete. 37 Und er nahm zu sich Petrus und die zwei Söhne des Zebedäus und fing an, betrübt zu werden, und ihm graute sehr. 38 Da spricht er zu ihnen: Meine Seele ist tiefbetrübt bis zum Tod! Bleibet hier und wachet mit mir! 39 Und er ging ein wenig vorwärts, warf …" Matthäus 26,36-46 – „36 Da kommt Jesus mit ihnen in ein Gut, namens Gethsemane. Und er spricht zu den Jüngern: Setzet euch hier, während ich dorthin gehe und bete. 37 Und er nahm zu sich Petrus und die zwei Söhne des Zebedäus und fing an, betrübt zu werden, und ihm graute sehr. 38 Da spricht er zu ihnen: Meine Seele ist tiefbetrübt bis zum Tod! Bleibet hier und wachet mit mir! 39 Und er ging ein wenig vorwärts, warf …" Markus 14,32-42 – „32 Und sie kommen in ein Gut, genannt Gethsemane. Und er spricht zu seinen Jüngern: Bleibet hier sitzen, bis ich gebetet habe! 33 Und er nahm den Petrus und Jakobus und Johannes mit sich und fing an zu erschrecken, und ihm graute sehr. 34 Und er sprach zu ihnen: Meine Seele ist zutode betrübt; bleibet hier und wachet! 35 Und er ging…

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Jesus wird in Gethsemane verraten und verhaftet

Matthäus 26,47-56 – „47 Und während er noch redete, siehe, da kam Judas, einer der Zwölf, und mit ihm eine große Schar mit Schwertern und Stöcken, von den Hohenpriestern und Ältesten des Volkes her. 48 Der ihn aber verriet, hatte ihnen ein Zeichen gegeben und gesagt: Welchen ich küssen werde, der ist's, den ergreifet! 49 Und alsbald trat er zu Jesus und sprach: Sei gegrüßt, Rabbi, und küßte ihn. 50 Jesus aber sprach …" Matthäus 26,47-56 – „47 Und während er noch redete, siehe, da kam Judas, einer der Zwölf, und mit ihm eine große Schar mit Schwertern und Stöcken, von den Hohenpriestern und Ältesten des Volkes her. 48 Der ihn aber verriet, hatte ihnen ein Zeichen gegeben und gesagt: Welchen ich küssen werde, der ist's, den ergreifet! 49 Und alsbald trat er zu Jesus und sprach: Sei gegrüßt, Rabbi, und küßte ihn. 50 Jesus aber sprach …" Markus 14,43-52 – „43 Und alsbald, da er noch redete, erschien Judas, einer der Zwölf, und mit ihm eine große Schar mit Schwertern und Stöcken, von den Hohenpriestern und den Schriftgelehrten und den Ältesten. 44 Der Verräter aber hatte ihnen ein Zeichen gegeben und gesagt: Welchen ich küssen werde, der ist's, den ergreifet und führet ihn vorsichtig a…

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Jesus wird vor dem Hohen Rat verhört und bekennt sich als der Christus

Matthäus 26,57-68 – „57 Die aber Jesus festgenommen hatten, führten ihn ab zu dem Hohenpriester Kajaphas, wo die Schriftgelehrten und die Ältesten versammelt waren. 58 Petrus aber folgte ihnen von ferne, bis zum Hof des Hohenpriesters. Und er ging hinein und setzte sich zu den Dienern, um den Ausgang [der Sache] zu sehen. 59 Aber die Hohenpriester und die Ältesten und der ganze Rat suchten falsches Zeugnis wider Jesu…" Matthäus 26,57-68 – „57 Die aber Jesus festgenommen hatten, führten ihn ab zu dem Hohenpriester Kajaphas, wo die Schriftgelehrten und die Ältesten versammelt waren. 58 Petrus aber folgte ihnen von ferne, bis zum Hof des Hohenpriesters. Und er ging hinein und setzte sich zu den Dienern, um den Ausgang [der Sache] zu sehen. 59 Aber die Hohenpriester und die Ältesten und der ganze Rat suchten falsches Zeugnis wider Jesu…" Markus 14,53-65 – „53 Und sie führten Jesus ab zum Hohenpriester; und alle Hohenpriester und die Ältesten und die Schriftgelehrten kamen [dort] zusammen. 54 Und Petrus folgte ihm von ferne bis hinein in den Hof des Hohenpriesters; und er saß bei den Dienern und wärmte sich am Feuer. 55 Die Hohenpriester aber und der ganze Hohe Rat suchten Zeugnis wide…

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Petrus verleugnet Jesus dreimal

Matthäus 26,69-75 – „69 Petrus aber saß draußen im Hof. Und eine Magd trat zu ihm und sprach: Auch du warst mit Jesus, dem Galiläer! 70 Er aber leugnete vor allen und sprach: Ich weiß nicht, was du sagst! 71 Als er dann in den Vorhof hinausging, sah ihn eine andere und sprach zu denen, die dort waren: Dieser war mit Jesus, dem Nazarener! 72 Und er leugnete abermals mit einem Schwur: Ich kenne den Menschen nicht! 73 B…" Matthäus 26,69-75 – „69 Petrus aber saß draußen im Hof. Und eine Magd trat zu ihm und sprach: Auch du warst mit Jesus, dem Galiläer! 70 Er aber leugnete vor allen und sprach: Ich weiß nicht, was du sagst! 71 Als er dann in den Vorhof hinausging, sah ihn eine andere und sprach zu denen, die dort waren: Dieser war mit Jesus, dem Nazarener! 72 Und er leugnete abermals mit einem Schwur: Ich kenne den Menschen nicht! 73 B…" Markus 14,66-72 – „66 Und während Petrus unten im Hofe war, kam eine von den Mägden des Hohenpriesters. 67 Und als sie Petrus sah, der sich wärmte, blickte sie ihn an und sprach: Auch du warst mit Jesus, dem Nazarener! 68 Er aber leugnete und sprach: Ich weiß nicht und verstehe auch nicht, was du sagst! Und er ging in den Vorhof hinaus, und der Hahn k…

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Zurück: Jesus wird vor dem Hohen Rat verhört und bekennt sich als der Christus Weiter: Jesus wird vor Pontius Pilatus angeklagt

Jesus wird vor Pontius Pilatus angeklagt

Matthäus 27,1-2 – „1 Als es aber Morgen geworden war, hielten alle Hohenpriester und die Ältesten des Volkes einen Rat wider Jesus, um ihn zum Tode zu bringen. 2 Und sie banden ihn, führten ihn ab und überantworteten ihn dem Landpfleger Pontius Pilatus." Matthäus 27,1-2 – „1 Als es aber Morgen geworden war, hielten alle Hohenpriester und die Ältesten des Volkes einen Rat wider Jesus, um ihn zum Tode zu bringen. 2 Und sie banden ihn, führten ihn ab und überantworteten ihn dem Landpfleger Pontius Pilatus." Matthäus 27,11-14 – „11 Jesus aber stand vor dem Landpfleger; und der Landpfleger fragte ihn und sprach: Bist du der König der Juden? Jesus sprach zu ihm: Du sagst es! 12 Und als er von den Hohenpriestern und Ältesten verklagt wurde, antwortete er nichts. 13 Da sprach Pilatus zu ihm: Hörst du nicht, wie vieles sie wider dich zeugen? 14 Und er antwortete ihm auch nicht auf ein einziges Wort, so daß der Landpfleger sic…" Markus 15,1-5 – „1 Und alsbald in der Frühe faßten die Hohenpriester mit den Ältesten und Schriftgelehrten und dem ganzen Hohen Rat einen Beschluß und führten Jesus gebunden hin und überantworteten ihn dem Pilatus. 2 Und Pilatus fragte ihn: Bist du der König der Jud…

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Zurück: Petrus verleugnet Jesus dreimal Weiter: Jesus schweigt vor Herodes Antipas

Jesus schweigt vor Herodes Antipas

Lukas 23,6-12 – „6 Als Pilatus das hörte, fragte er, ob der Mensch ein Galiläer sei. 7 Und da er vernahm, daß er aus dem Gebiet des Herodes sei, sandte er ihn hin zu Herodes, der in diesen Tagen ebenfalls zu Jerusalem war. 8 Herodes aber freute sich sehr, als er Jesus sah; denn er hätte ihn schon längst gern gesehen, weil er viel von ihm gehört hatte, und er hoffte, ein Zeichen von ihm zu sehen. 9 Er legte ihm de…" Lukas 23,6-12 – „6 Als Pilatus das hörte, fragte er, ob der Mensch ein Galiläer sei. 7 Und da er vernahm, daß er aus dem Gebiet des Herodes sei, sandte er ihn hin zu Herodes, der in diesen Tagen ebenfalls zu Jerusalem war. 8 Herodes aber freute sich sehr, als er Jesus sah; denn er hätte ihn schon längst gern gesehen, weil er viel von ihm gehört hatte, und er hoffte, ein Zeichen von ihm zu sehen. 9 Er legte ihm de…" Als Pilatus hört, dass Jesus aus Galiläa stammt, fragt er, ob der Angeklagte zum Herrschaftsgebiet des Herodes gehört. Da Herodes Antipas sich während des Festes ebenfalls in Jerusalem aufhält, schickt Pilatus Jesus zu ihm. Auf diese Weise versucht der römische Statthalter, die Verantwortung für den schwierigen Fall zunächst weiterzugeben. Herodes ist derselb…

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Die Menge fordert Barabbas statt Jesus

Matthäus 27,15-26 – „15 Aber auf das Fest pflegte der Landpfleger dem Volke einen Gefangenen freizugeben, welchen sie wollten. 16 Sie hatten aber damals einen berüchtigten Gefangenen namens Barabbas. 17 Als sie nun versammelt waren, sprach Pilatus zu ihnen: Welchen wollt ihr, daß ich euch freilasse, Barabbas oder Jesus, den man Christus nennt? 18 Denn er wußte, daß sie ihn aus Neid überantwortet hatten. 19 Als er abe…" Matthäus 27,15-26 – „15 Aber auf das Fest pflegte der Landpfleger dem Volke einen Gefangenen freizugeben, welchen sie wollten. 16 Sie hatten aber damals einen berüchtigten Gefangenen namens Barabbas. 17 Als sie nun versammelt waren, sprach Pilatus zu ihnen: Welchen wollt ihr, daß ich euch freilasse, Barabbas oder Jesus, den man Christus nennt? 18 Denn er wußte, daß sie ihn aus Neid überantwortet hatten. 19 Als er abe…" Markus 15,6-15 – „6 Aber auf das Fest pflegte er ihnen einen Gefangenen loszugeben, welchen sie begehrten. 7 Es lag aber ein gewisser Barabbas gefangen samt den Aufrührern, die im Aufruhr einen Mord begangen hatten. 8 Und das Volk zog hinauf und fing an zu verlangen, [daß er täte,] wie er ihnen allezeit getan. 9 Pilatus aber antwortete ihnen und sprac…

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Jesus wird gegeißelt, mit Dornen gekrönt und als König verspottet

Matthäus 27,26-31 – „26 Da gab er ihnen den Barabbas los; Jesus aber ließ er geißeln und übergab ihn zur Kreuzigung. 27 Da nahmen die Kriegsknechte des Landpflegers Jesus in das Amthaus und versammelten die ganze Rotte um ihn. 28 Und sie zogen ihn aus und legten ihm einen Purpurmantel um 29 und flochten eine Krone von Dornen, setzten sie auf sein Haupt, gaben ihm ein Rohr in die rechte Hand und beugten vor ihm die Kn…" Matthäus 27,26-31 – „26 Da gab er ihnen den Barabbas los; Jesus aber ließ er geißeln und übergab ihn zur Kreuzigung. 27 Da nahmen die Kriegsknechte des Landpflegers Jesus in das Amthaus und versammelten die ganze Rotte um ihn. 28 Und sie zogen ihn aus und legten ihm einen Purpurmantel um 29 und flochten eine Krone von Dornen, setzten sie auf sein Haupt, gaben ihm ein Rohr in die rechte Hand und beugten vor ihm die Kn…" Markus 15,15-20 – „15 Da nun Pilatus das Volk befriedigen wollte, gab er ihnen den Barabbas los und überantwortete Jesus, nachdem er ihn hatte geißeln lassen, daß er gekreuzigt werde. 16 Die Kriegsknechte aber führten ihn hinein in den Hof, das ist das Amthaus, und riefen die ganze Rotte zusammen, 17 legten ihm einen Purpur um, flochten eine Dornenkro…

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Jesus erklärt Pilatus, woher seine Macht wirklich kommt

Johannes 19,8-16 – „8 Als Pilatus dieses Wort hörte, fürchtete er sich noch mehr 9 und ging wieder in das Amthaus hinein und sprach zu Jesus: Woher bist du? Aber Jesus gab ihm keine Antwort. 10 Da spricht Pilatus zu ihm: Mit mir redest du nicht? Weißt du nicht, daß ich Macht habe, dich freizulassen, und Macht habe, dich zu kreuzigen? 11 Jesus antwortete: Du hättest gar keine Macht über mich, wenn sie dir nicht von o…" Johannes 19,8-16 – „8 Als Pilatus dieses Wort hörte, fürchtete er sich noch mehr 9 und ging wieder in das Amthaus hinein und sprach zu Jesus: Woher bist du? Aber Jesus gab ihm keine Antwort. 10 Da spricht Pilatus zu ihm: Mit mir redest du nicht? Weißt du nicht, daß ich Macht habe, dich freizulassen, und Macht habe, dich zu kreuzigen? 11 Jesus antwortete: Du hättest gar keine Macht über mich, wenn sie dir nicht von o…" Als Pilatus hört, dass Jesu Gegner ihn deshalb töten wollen, weil er sich selbst zum Sohn Gottes gemacht habe, wird er noch stärker beunruhigt. Johannes sagt ausdrücklich, dass Pilatus sich fürchtet. Die politische Anklage gegen einen möglichen „König der Juden“ hatte ihn bereits beschäftigt; nun steht zusätzlich eine religiöse Behauptung im Raum, deren…

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Jesus wird nach Golgatha geführt

Matthäus 27,31-34 – „31 Und nachdem sie ihn verspottet hatten, zogen sie ihm den Mantel aus und legten ihm seine Kleider an, und dann führten sie ihn hin, um ihn zu kreuzigen. 32 Als sie aber hinauszogen, fanden sie einen Mann von Kyrene, namens Simon; den zwangen sie, ihm das Kreuz zu tragen. 33 Und als sie an den Ort kamen, den man Golgatha nennt, das heißt Schädelstätte, 34 gaben sie ihm Wein mit Galle vermischt z…" Matthäus 27,31-34 – „31 Und nachdem sie ihn verspottet hatten, zogen sie ihm den Mantel aus und legten ihm seine Kleider an, und dann führten sie ihn hin, um ihn zu kreuzigen. 32 Als sie aber hinauszogen, fanden sie einen Mann von Kyrene, namens Simon; den zwangen sie, ihm das Kreuz zu tragen. 33 Und als sie an den Ort kamen, den man Golgatha nennt, das heißt Schädelstätte, 34 gaben sie ihm Wein mit Galle vermischt z…" Markus 15,20-23 – „20 Und nachdem sie ihn verspottet hatten, zogen sie ihm den Purpur aus und legten ihm seine eigenen Kleider an und führten ihn hinaus, um ihn zu kreuzigen. 21 Und sie zwangen einen Vorübergehenden, der vom Felde kam, Simon von Kyrene, den Vater von Alexander und Rufus, ihm das Kreuz zu tragen. 22 Und sie brachten ihn auf den Platz G…

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Jesus wird gekreuzigt

Matthäus 27,35-44 – „35 Nachdem sie ihn nun gekreuzigt hatten, teilten sie seine Kleider unter sich und warfen das Los, auf daß erfüllt würde, was durch den Propheten gesagt ist: «Sie haben meine Kleider unter sich geteilt, und über mein Gewand haben sie das Los geworfen.» 36 Und sie saßen daselbst und hüteten ihn. 37 Und sie befestigten über seinem Haupte die Inschrift seiner Schuld: Dies ist Jesus, der König der Ju…" Matthäus 27,35-44 – „35 Nachdem sie ihn nun gekreuzigt hatten, teilten sie seine Kleider unter sich und warfen das Los, auf daß erfüllt würde, was durch den Propheten gesagt ist: «Sie haben meine Kleider unter sich geteilt, und über mein Gewand haben sie das Los geworfen.» 36 Und sie saßen daselbst und hüteten ihn. 37 Und sie befestigten über seinem Haupte die Inschrift seiner Schuld: Dies ist Jesus, der König der Ju…" Markus 15,24-32 – „24 Und nachdem sie ihn gekreuzigt hatten, teilten sie seine Kleider und warfen das Los darüber, was ein jeder bekommen sollte. 25 Es war aber die dritte Stunde, als sie ihn kreuzigten. 26 Und die Überschrift, welche seine Schuld anzeigte, lautete also: Der König der Juden. 27 Und mit ihm kreuzigten sie zwei Räuber, einen zu seiner R…

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Jesus verheißt einem Verbrecher das Paradies

Lukas 23,39-43 – „39 Einer aber der gehängten Übeltäter lästerte ihn und sprach: Bist du der Christus, so rette dich selbst und uns! 40 Der andere aber antwortete, tadelte ihn und sprach: Fürchtest auch du Gott nicht, da du doch in gleichem Gerichte bist? 41 Und wir zwar gerechterweise, denn wir empfangen, was unsere Taten wert sind; dieser aber hat nichts Unrechtes getan! 42 Und er sprach zu Jesus: Herr, gedenke …" Lukas 23,39-43 – „39 Einer aber der gehängten Übeltäter lästerte ihn und sprach: Bist du der Christus, so rette dich selbst und uns! 40 Der andere aber antwortete, tadelte ihn und sprach: Fürchtest auch du Gott nicht, da du doch in gleichem Gerichte bist? 41 Und wir zwar gerechterweise, denn wir empfangen, was unsere Taten wert sind; dieser aber hat nichts Unrechtes getan! 42 Und er sprach zu Jesus: Herr, gedenke …" Während Jesus zwischen zwei Verbrechern am Kreuz hängt, setzt sich der Spott fort. Lukas berichtet, dass einer der gekreuzigten Männer Jesus lästert und sagt: „Bist du der Christus, so hilf dir selbst und uns!“ Damit greift er denselben Gedanken auf, den auch die Vorübergehenden und religiösen Führer ausgesprochen haben: Wenn Jesus wirklich der Christus ist…

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Jesus sorgt am Kreuz für seine Mutter

Johannes 19,25-27 – „25 Es standen aber bei dem Kreuze Jesu seine Mutter und die Schwester seiner Mutter, Maria, des Klopas Frau, und Maria Magdalena. 26 Als nun Jesus die Mutter sah und den Jünger dabei stehen, den er lieb hatte, spricht er zu seiner Mutter: Weib, siehe, dein Sohn! 27 Darauf spricht er zu dem Jünger: Siehe, deine Mutter! Und von der Stunde an nahm sie der Jünger zu sich." Johannes 19,25-27 – „25 Es standen aber bei dem Kreuze Jesu seine Mutter und die Schwester seiner Mutter, Maria, des Klopas Frau, und Maria Magdalena. 26 Als nun Jesus die Mutter sah und den Jünger dabei stehen, den er lieb hatte, spricht er zu seiner Mutter: Weib, siehe, dein Sohn! 27 Darauf spricht er zu dem Jünger: Siehe, deine Mutter! Und von der Stunde an nahm sie der Jünger zu sich." Während Jesus am Kreuz leidet, stehen mehrere Frauen in seiner Nähe. Johannes nennt seine Mutter, die Schwester seiner Mutter, Maria, die Frau des Klopas, und Maria Magdalena. Die genaue Zuordnung einzelner Frauen innerhalb dieser Aufzählung wird unterschiedlich verstanden, doch eindeutig ist: Jesu Mutter befindet sich bei seinem Kreuz. Für Maria erfüllt sich damit auf erschütternde Weise, was Simeon Jahrzehnt…

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Jesus ruft in der Finsternis: „Mein Gott, warum hast du mich verlassen?“

Matthäus 27,45-49 – „45 Aber von der sechsten Stunde an kam eine Finsternis über das ganze Land bis zur neunten Stunde. 46 Und um die neunte Stunde rief Jesus mit lauter Stimme: Eli, Eli, lama sabachthani! das heißt: Mein Gott, mein Gott, warum hast du mich verlassen? 47 Etliche der Anwesenden, als sie es hörten, sprachen nun: Der ruft den Elia! 48 Und alsbald lief einer von ihnen, nahm einen Schwamm, füllte ihn mit …" Matthäus 27,45-49 – „45 Aber von der sechsten Stunde an kam eine Finsternis über das ganze Land bis zur neunten Stunde. 46 Und um die neunte Stunde rief Jesus mit lauter Stimme: Eli, Eli, lama sabachthani! das heißt: Mein Gott, mein Gott, warum hast du mich verlassen? 47 Etliche der Anwesenden, als sie es hörten, sprachen nun: Der ruft den Elia! 48 Und alsbald lief einer von ihnen, nahm einen Schwamm, füllte ihn mit …" Markus 15,33-36 – „33 Als aber die sechste Stunde kam, brach eine Finsternis herein über das ganze Land bis zur neunten Stunde. 34 Und um die neunte Stunde rief Jesus mit lauter Stimme: Eloi, Eloi, lama sabachthani? Das heißt übersetzt: Mein Gott, mein Gott, warum hast du mich verlassen? 35 Und etliche der Umstehenden, die es hörten, sprachen: Siehe, …

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Jesus vollendet sein Werk und stirbt am Kreuz

Johannes 19,28-30 – „28 Nach diesem, da Jesus wußte, daß schon alles vollbracht war, damit die Schrift erfüllt würde, spricht er: Mich dürstet! 29 Es stand da ein Gefäß voll Essig; sie aber füllten einen Schwamm mit Essig, legten ihn um einen Ysop und hielten es ihm an den Mund. 30 Als nun Jesus den Essig genommen hatte, sprach er: Es ist vollbracht! Und er neigte das Haupt und übergab den Geist." Johannes 19,28-30 – „28 Nach diesem, da Jesus wußte, daß schon alles vollbracht war, damit die Schrift erfüllt würde, spricht er: Mich dürstet! 29 Es stand da ein Gefäß voll Essig; sie aber füllten einen Schwamm mit Essig, legten ihn um einen Ysop und hielten es ihm an den Mund. 30 Als nun Jesus den Essig genommen hatte, sprach er: Es ist vollbracht! Und er neigte das Haupt und übergab den Geist." Lukas 23,46 – „46 Und Jesus rief mit lauter Stimme und sprach: Vater, in deine Hände befehle ich meinen Geist! Und als er das gesagt hatte, verschied er." Matthäus 27,50 – „50 Jesus aber schrie abermals mit lauter Stimme und gab den Geist auf." Markus 15,37 – „37 Jesus aber stieß einen lauten Schrei aus und verschied." Nachdem Jesus in der Finsternis mit den Worten aus Psalm 22 gerufen hat, näh…

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Der Vorhang zerreißt und ein Hauptmann bekennt Jesus

Matthäus 27,51-56 – „51 Und siehe, der Vorhang im Tempel riß entzwei von oben bis unten, und die Erde erbebte, und die Felsen spalteten sich. 52 Und die Gräber öffneten sich, und viele Leiber der entschlafenen Heiligen standen auf 53 und gingen aus den Gräbern hervor nach seiner Auferstehung und kamen in die heilige Stadt und erschienen vielen. 54 Als aber der Hauptmann und die, welche mit ihm Jesus bewachten, das Er…" Matthäus 27,51-56 – „51 Und siehe, der Vorhang im Tempel riß entzwei von oben bis unten, und die Erde erbebte, und die Felsen spalteten sich. 52 Und die Gräber öffneten sich, und viele Leiber der entschlafenen Heiligen standen auf 53 und gingen aus den Gräbern hervor nach seiner Auferstehung und kamen in die heilige Stadt und erschienen vielen. 54 Als aber der Hauptmann und die, welche mit ihm Jesus bewachten, das Er…" Markus 15,38-41 – „38 Und der Vorhang im Tempel riß entzwei, von obenan bis untenaus. 39 Als aber der Hauptmann, der ihm gegenüberstand, sah, daß er auf solche Weise verschied, sprach er: Wahrhaftig, dieser Mensch war Gottes Sohn! 40 Es sahen aber auch Frauen von ferne zu, unter ihnen auch Maria Magdalena und Maria, des jüngern Jakobus und Joses Mutte…

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Zurück: Jesus vollendet sein Werk und stirbt am Kreuz Weiter: Jesu Tod wird bestätigt und seine Seite durchbohrt

Jesu Tod wird bestätigt und seine Seite durchbohrt

Johannes 19,31-37 – „31 Die Juden nun, damit die Leichname nicht während des Sabbats am Kreuze blieben (es war nämlich Rüsttag, und jener Sabbattag war groß), baten Pilatus, daß ihnen die Beine zerschlagen und sie herabgenommen würden. 32 Da kamen die Kriegsknechte und brachen dem ersten die Beine, ebenso dem andern, der mit ihm gekreuzigt worden war. 33 Als sie aber zu Jesus kamen und sahen, daß er schon gestorben w…" Johannes 19,31-37 – „31 Die Juden nun, damit die Leichname nicht während des Sabbats am Kreuze blieben (es war nämlich Rüsttag, und jener Sabbattag war groß), baten Pilatus, daß ihnen die Beine zerschlagen und sie herabgenommen würden. 32 Da kamen die Kriegsknechte und brachen dem ersten die Beine, ebenso dem andern, der mit ihm gekreuzigt worden war. 33 Als sie aber zu Jesus kamen und sahen, daß er schon gestorben w…" 2. Mose 12,46 – „46 In einem Hause soll man es essen. Ihr sollt vom Fleisch nichts vor das Haus hinaustragen, und kein Knochen werde ihm zerbrochen." Sacharja 12,10 – „10 Aber über das Haus David und über die Einwohner von Jerusalem will ich ausgießen den Geist der Gnade und des Gebets, und sie werden auf mich sehen, den sie durchstochen haben, und si…

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Joseph von Arimathia und Nikodemus legen Jesus ins Grab

Matthäus 27,57-61 – „57 Als es nun Abend wurde, kam ein reicher Mann von Arimathia, namens Joseph, der auch ein Jünger Jesu geworden war. 58 Dieser ging zu Pilatus und bat um den Leib Jesu. Da befahl Pilatus, daß er ihm gegeben werde. 59 Und Joseph nahm den Leichnam, wickelte ihn in reine Leinwand 60 und legte ihn in seine neue Gruft, welche er im Felsen hatte aushauen lassen; und er wälzte einen großen Stein vor die…" Matthäus 27,57-61 – „57 Als es nun Abend wurde, kam ein reicher Mann von Arimathia, namens Joseph, der auch ein Jünger Jesu geworden war. 58 Dieser ging zu Pilatus und bat um den Leib Jesu. Da befahl Pilatus, daß er ihm gegeben werde. 59 Und Joseph nahm den Leichnam, wickelte ihn in reine Leinwand 60 und legte ihn in seine neue Gruft, welche er im Felsen hatte aushauen lassen; und er wälzte einen großen Stein vor die…" Markus 15,42-47 – „42 Und da es schon Abend geworden (es war nämlich Rüsttag, das ist der Tag vor dem Sabbat), 43 kam Joseph von Arimathia, ein angesehener Ratsherr, der auch selbst auf das Reich Gottes wartete; der wagte es, ging zu Pilatus hinein und bat um den Leib Jesu. 44 Pilatus aber wunderte sich, daß er schon gestorben sein sollte, und rief de…

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Das Grab Jesu wird versiegelt und bewacht

Matthäus 27,62-66 – „62 Am andern Tage nun, welcher auf den Rüsttag folgt, versammelten sich die Hohenpriester und die Pharisäer bei Pilatus 63 und sprachen: Herr, wir erinnern uns, daß dieser Verführer sprach, als er noch lebte: Nach drei Tagen werde ich auferstehen. 64 So befiehl nun, daß das Grab sicher bewacht werde bis zum dritten Tag, damit nicht etwa seine Jünger kommen, ihn stehlen und zum Volke sagen: Er ist…" Matthäus 27,62-66 – „62 Am andern Tage nun, welcher auf den Rüsttag folgt, versammelten sich die Hohenpriester und die Pharisäer bei Pilatus 63 und sprachen: Herr, wir erinnern uns, daß dieser Verführer sprach, als er noch lebte: Nach drei Tagen werde ich auferstehen. 64 So befiehl nun, daß das Grab sicher bewacht werde bis zum dritten Tag, damit nicht etwa seine Jünger kommen, ihn stehlen und zum Volke sagen: Er ist…" Nachdem Jesus in das Grab Josephs von Arimathia gelegt worden ist, scheint die Situation äußerlich abgeschlossen. Der Stein liegt vor dem Eingang, die Frauen wissen, wo der Leib bestattet wurde, und der Sabbat hat begonnen. Doch die führenden Priester und Pharisäer beschäftigt noch etwas anderes: Sie erinnern sich an Jesu eigene Worte über seine Aufer…

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Jesus steht von den Toten auf

Matthäus 28,1-8 – „1 Nach dem Sabbat aber, als der erste Tag der Woche anbrach, kamen Maria Magdalena und die andere Maria, um das Grab zu besehen. 2 Und siehe, es geschah ein großes Erdbeben, denn ein Engel des Herrn stieg vom Himmel herab, trat herzu und wälzte den Stein von der Tür hinweg und setzte sich darauf. 3 Und seine Gestalt war wie der Blitz und sein Kleid weiß wie der Schnee. 4 Vor seinem furchtbaren An…" Matthäus 28,1-8 – „1 Nach dem Sabbat aber, als der erste Tag der Woche anbrach, kamen Maria Magdalena und die andere Maria, um das Grab zu besehen. 2 Und siehe, es geschah ein großes Erdbeben, denn ein Engel des Herrn stieg vom Himmel herab, trat herzu und wälzte den Stein von der Tür hinweg und setzte sich darauf. 3 Und seine Gestalt war wie der Blitz und sein Kleid weiß wie der Schnee. 4 Vor seinem furchtbaren An…" Markus 16,1-8 – „1 Und als der Sabbat vorüber war, kauften Maria Magdalena und Maria, des Jakobus Mutter, und Salome Spezereien, um hinzugehen und ihn zu salben. 2 Und sehr früh am ersten Tage der Woche kamen sie zur Gruft, als die Sonne aufging. 3 Und sie sagten zueinander: Wer wälzt uns den Stein von dem Eingang der Gruft? 4 Und als sie aufblickten, sah…

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Jesus begegnet Maria Magdalena am leeren Grab

Johannes 20,11-18 – „11 Maria aber stand draußen vor der Gruft und weinte. Wie sie nun weinte, bückte sie sich in die Gruft 12 und sieht zwei Engel in weißen Kleidern sitzen, den einen zu den Häupten, den andern zu den Füßen, wo der Leib Jesu gelegen hatte. 13 Und diese sprechen zu ihr: Weib, was weinst du? Sie spricht zu ihnen: Sie haben meinen Herrn weggenommen, und ich weiß nicht, wo sie ihn hingelegt haben! 14 Un…" Johannes 20,11-18 – „11 Maria aber stand draußen vor der Gruft und weinte. Wie sie nun weinte, bückte sie sich in die Gruft 12 und sieht zwei Engel in weißen Kleidern sitzen, den einen zu den Häupten, den andern zu den Füßen, wo der Leib Jesu gelegen hatte. 13 Und diese sprechen zu ihr: Weib, was weinst du? Sie spricht zu ihnen: Sie haben meinen Herrn weggenommen, und ich weiß nicht, wo sie ihn hingelegt haben! 14 Un…" Markus 16,9-11 – „9 Als er aber früh am ersten Tage der Woche auferstanden war, erschien er zuerst der Maria Magdalena, von welcher er sieben Dämonen ausgetrieben hatte. 10 Diese ging hin und verkündigte es denen, die mit ihm gewesen waren, welche trauerten und weinten. 11 Und als diese hörten, daß er lebe und von ihr gesehen worden sei, glaubten sie …

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Jesus begegnet den Frauen auf dem Weg

Matthäus 28,8-10 – „8 Und sie gingen eilends hinweg von dem Grab mit Furcht und großer Freude und liefen, es seinen Jüngern zu verkündigen. 9 Und siehe, da begegnete ihnen Jesus und sprach: Seid gegrüßt! Sie aber traten herzu und umfaßten seine Füße und huldigten ihm. 10 Da sprach Jesus zu ihnen: Fürchtet euch nicht! Gehet hin, verkündiget meinen Brüdern, daß sie nach Galiläa gehen sollen; dort werden sie mich sehen." Matthäus 28,8-10 – „8 Und sie gingen eilends hinweg von dem Grab mit Furcht und großer Freude und liefen, es seinen Jüngern zu verkündigen. 9 Und siehe, da begegnete ihnen Jesus und sprach: Seid gegrüßt! Sie aber traten herzu und umfaßten seine Füße und huldigten ihm. 10 Da sprach Jesus zu ihnen: Fürchtet euch nicht! Gehet hin, verkündiget meinen Brüdern, daß sie nach Galiläa gehen sollen; dort werden sie mich sehen." Nachdem die Frauen am leeren Grab die Botschaft der Engel gehört haben, verlassen sie den Ort. Matthäus beschreibt ihre Reaktion mit zwei scheinbar gegensätzlichen Empfindungen: „mit Furcht und großer Freude“. Sie haben etwas erlebt, das ihre bisherigen Erwartungen vollständig übersteigt. Der Leib Jesu ist nicht mehr im Grab, und ihnen ist verkündet wor…

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Die Wächter berichten vom leeren Grab

Matthäus 28,11-15 – „11 Während sie aber hingingen, siehe, da kamen etliche von der Wache in die Stadt und verkündigten den Hohenpriestern alles, was geschehen war. 12 Diese versammelten sich samt den Ältesten, und nachdem sie Rat gehalten, gaben sie den Kriegsknechten Geld genug 13 und sprachen: Saget, seine Jünger sind des Nachts gekommen und haben ihn gestohlen, während wir schliefen. 14 Und wenn solches vor den L…" Matthäus 28,11-15 – „11 Während sie aber hingingen, siehe, da kamen etliche von der Wache in die Stadt und verkündigten den Hohenpriestern alles, was geschehen war. 12 Diese versammelten sich samt den Ältesten, und nachdem sie Rat gehalten, gaben sie den Kriegsknechten Geld genug 13 und sprachen: Saget, seine Jünger sind des Nachts gekommen und haben ihn gestohlen, während wir schliefen. 14 Und wenn solches vor den L…" Während die Frauen unterwegs sind, um den Jüngern von ihrer Begegnung mit dem auferstandenen Jesus zu berichten, geschieht in Jerusalem etwas völlig anderes. Einige Männer von der Grabwache kommen in die Stadt und gehen zu den Hohenpriestern. Sie berichten ihnen „alles, was geschehen war“. Matthäus überliefert an dieser Stelle nicht jedes Wort ihres B…

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Jesus begegnet zwei Jüngern auf dem Weg nach Emmaus

Lukas 24,13-35 – „13 Und siehe, zwei von ihnen gingen an demselben Tage nach einem Flecken, der von Jerusalem sechzig Stadien entfernt war, namens Emmaus. 14 Und sie redeten miteinander von allen diesen Geschehnissen. 15 Und es begab sich, während sie miteinander redeten und sich besprachen, nahte sich Jesus selbst und ging mit ihnen. 16 Ihre Augen aber wurden gehalten, daß sie ihn nicht erkannten. 17 Und er sprac…" Lukas 24,13-35 – „13 Und siehe, zwei von ihnen gingen an demselben Tage nach einem Flecken, der von Jerusalem sechzig Stadien entfernt war, namens Emmaus. 14 Und sie redeten miteinander von allen diesen Geschehnissen. 15 Und es begab sich, während sie miteinander redeten und sich besprachen, nahte sich Jesus selbst und ging mit ihnen. 16 Ihre Augen aber wurden gehalten, daß sie ihn nicht erkannten. 17 Und er sprac…" Noch am Tag der Auferstehung gehen zwei Jünger von Jerusalem zu einem Dorf namens Emmaus. Lukas nennt einen von ihnen Kleopas; der andere bleibt unbenannt. Während sie unterwegs sind, sprechen sie miteinander über alles, was in den vergangenen Tagen geschehen ist. Die Kreuzigung Jesu hat ihre Hoffnung tief erschüttert. Während sie reden und die Ereignisse m…

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Jesus erscheint seinen versammelten Jüngern

Lukas 24,36-49 – „36 Während sie aber davon redeten, trat er selbst mitten unter sie und spricht zu ihnen: Friede sei mit euch! 37 Aber bestürzt und voll Furcht meinten sie, einen Geist zu sehen. 38 Und er sprach zu ihnen: Was seid ihr so erschrocken, und warum steigen Zweifel auf in euren Herzen? 39 Sehet an meinen Händen und Füßen, daß ich es bin! Rühret mich an und sehet, denn ein Geist hat nicht Fleisch und Be…" Lukas 24,36-49 – „36 Während sie aber davon redeten, trat er selbst mitten unter sie und spricht zu ihnen: Friede sei mit euch! 37 Aber bestürzt und voll Furcht meinten sie, einen Geist zu sehen. 38 Und er sprach zu ihnen: Was seid ihr so erschrocken, und warum steigen Zweifel auf in euren Herzen? 39 Sehet an meinen Händen und Füßen, daß ich es bin! Rühret mich an und sehet, denn ein Geist hat nicht Fleisch und Be…" Johannes 20,19-23 – „19 Als es nun an jenem ersten Wochentag Abend geworden war und die Türen verschlossen waren an dem Ort, wo sich die Jünger versammelt hatten, aus Furcht vor den Juden, kam Jesus und trat mitten unter sie und spricht zu ihnen: Friede sei mit euch! 20 Und als er das gesagt hatte, zeigte er ihnen seine Hände und seine Seite. Da wurden die …

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Thomas begegnet dem auferstandenen Jesus

Johannes 20,24-29 – „24 Thomas aber, einer von den Zwölfen, der Zwilling genannt wird, war nicht bei ihnen, als Jesus kam. 25 Da sagten ihm die andern Jünger: Wir haben den Herrn gesehen! Er aber sprach zu ihnen: Wenn ich nicht an seinen Händen das Nägelmal sehe und lege meinen Finger in das Nägelmal und lege meine Hand in seine Seite, so glaube ich es nicht! 26 Und nach acht Tagen waren seine Jünger wiederum dort un…" Johannes 20,24-29 – „24 Thomas aber, einer von den Zwölfen, der Zwilling genannt wird, war nicht bei ihnen, als Jesus kam. 25 Da sagten ihm die andern Jünger: Wir haben den Herrn gesehen! Er aber sprach zu ihnen: Wenn ich nicht an seinen Händen das Nägelmal sehe und lege meinen Finger in das Nägelmal und lege meine Hand in seine Seite, so glaube ich es nicht! 26 Und nach acht Tagen waren seine Jünger wiederum dort un…" Als Jesus den versammelten Jüngern erscheint, ist Thomas, einer der Zwölf, nicht bei ihnen. Johannes nennt ihn auch Didymus, was „Zwilling“ bedeutet. Warum Thomas bei der ersten Begegnung fehlt, wird nicht erklärt. Der Evangelist konzentriert sich allein darauf, wie er auf das Zeugnis der anderen Jünger reagiert. Diese sagen zu ihm: „Wir haben den Her…

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Jesus begegnet seinen Jüngern am See von Tiberias

Johannes 21,1-14 – „1 Darnach offenbarte sich Jesus den Jüngern wiederum am See von Tiberias. Er offenbarte sich aber so: 2 Es waren beisammen Simon Petrus und Thomas, der Zwilling genannt wird, und Nathanael von Kana in Galiläa und die Söhne des Zebedäus und zwei andere von seinen Jüngern. 3 Simon Petrus spricht zu ihnen: Ich gehe fischen! Sie sprechen zu ihm: So kommen wir auch mit dir. Da gingen sie hinaus und st…" Johannes 21,1-14 – „1 Darnach offenbarte sich Jesus den Jüngern wiederum am See von Tiberias. Er offenbarte sich aber so: 2 Es waren beisammen Simon Petrus und Thomas, der Zwilling genannt wird, und Nathanael von Kana in Galiläa und die Söhne des Zebedäus und zwei andere von seinen Jüngern. 3 Simon Petrus spricht zu ihnen: Ich gehe fischen! Sie sprechen zu ihm: So kommen wir auch mit dir. Da gingen sie hinaus und st…" Nach den Erscheinungen in Jerusalem begegnet Jesus seinen Jüngern erneut in Galiläa. Johannes nennt den Ort den See von Tiberias, also den See Genezareth. Dort befinden sich Simon Petrus, Thomas, Nathanael aus Kana, die Söhne des Zebedäus und zwei weitere Jünger zusammen. Viele von ihnen sind an diesen See zurückgekehrt, an dem ihre Nachfolge Jesu Jahre…

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Jesus stellt Petrus wieder her und vertraut ihm seine Herde an

Johannes 21,15-19 – „15 Als sie nun gefrühstückt hatten, spricht Jesus zu Simon Petrus: Simon Jona, liebst du mich mehr als diese? Er spricht zu ihm: Ja, Herr, du weißt, daß ich dich lieb habe! Er spricht zu ihm: Weide meine Lämmer! 16 Wiederum spricht er, zum zweitenmal: Simon Jona, liebst du mich? Er antwortete ihm: Ja, Herr, du weißt, daß ich dich lieb habe. Er spricht zu ihm: Hüte meine Schafe! 17 Und zum dritten…" Johannes 21,15-19 – „15 Als sie nun gefrühstückt hatten, spricht Jesus zu Simon Petrus: Simon Jona, liebst du mich mehr als diese? Er spricht zu ihm: Ja, Herr, du weißt, daß ich dich lieb habe! Er spricht zu ihm: Weide meine Lämmer! 16 Wiederum spricht er, zum zweitenmal: Simon Jona, liebst du mich? Er antwortete ihm: Ja, Herr, du weißt, daß ich dich lieb habe. Er spricht zu ihm: Hüte meine Schafe! 17 Und zum dritten…" Nachdem Jesus mit seinen Jüngern am See gegessen hat, wendet er sich besonders an Petrus. Die Begegnung am Kohlenfeuer führt nun zu dem Versagen zurück, das noch wenige Tage zuvor an einem anderen Kohlenfeuer geschehen war. Petrus hatte Jesus dreimal verleugnet. Jesus übergeht diese Vergangenheit nicht, aber er begegnet seinem gefallenen Jünger mit de…

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Zurück: Jesus begegnet seinen Jüngern am See von Tiberias Weiter: Jesus ruft Petrus dazu, ihm zu folgen, statt auf den Weg anderer zu schauen

Jesus ruft Petrus dazu, ihm zu folgen, statt auf den Weg anderer zu schauen

Johannes 21,20-25 – „20 Petrus aber wandte sich um und sah den Jünger folgen, den Jesus liebte, der sich auch beim Abendmahl an seine Brust gelehnt und gefragt hatte: Herr, wer ist's, der dich verrät? 21 Als Petrus diesen sah, spricht er zu Jesus: Herr, was soll aber dieser? 22 Jesus spricht zu ihm: Wenn ich will, daß er bleibe, bis ich komme, was geht es dich an? Folge du mir nach! 23 Daher kam nun das Gerede unter …" Johannes 21,20-25 – „20 Petrus aber wandte sich um und sah den Jünger folgen, den Jesus liebte, der sich auch beim Abendmahl an seine Brust gelehnt und gefragt hatte: Herr, wer ist's, der dich verrät? 21 Als Petrus diesen sah, spricht er zu Jesus: Herr, was soll aber dieser? 22 Jesus spricht zu ihm: Wenn ich will, daß er bleibe, bis ich komme, was geht es dich an? Folge du mir nach! 23 Daher kam nun das Gerede unter …" Nachdem Jesus Petrus erneut in seinen Dienst gerufen und ihm sogar angedeutet hat, auf welche Weise er eines Tages Gott durch seinen Tod verherrlichen wird, sagt er zu ihm: „Folge mir nach!“ Doch Petrus richtet seinen Blick unmittelbar auf einen anderen Jünger. Er wendet sich um und sieht den Jünger, den Jesus liebte, hinter ihnen hergehen. Johannes e…

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Zurück: Jesus stellt Petrus wieder her und vertraut ihm seine Herde an Weiter: Jesus gibt seinen Jüngern den Auftrag für alle Völker

Jesus gibt seinen Jüngern den Auftrag für alle Völker

Matthäus 28,16-20 – „16 Die elf Jünger aber gingen nach Galiläa auf den Berg, wohin Jesus sie beschieden hatte. 17 Und als sie ihn sahen, fielen sie vor ihm nieder; etliche aber zweifelten. 18 Und Jesus trat herzu, redete mit ihnen und sprach: Mir ist gegeben alle Gewalt im Himmel und auf Erden. 19 Gehet hin und machet zu Jüngern alle Völker, indem ihr sie taufet auf den Namen des Vaters und des Sohnes und des heilig…" Matthäus 28,16-20 – „16 Die elf Jünger aber gingen nach Galiläa auf den Berg, wohin Jesus sie beschieden hatte. 17 Und als sie ihn sahen, fielen sie vor ihm nieder; etliche aber zweifelten. 18 Und Jesus trat herzu, redete mit ihnen und sprach: Mir ist gegeben alle Gewalt im Himmel und auf Erden. 19 Gehet hin und machet zu Jüngern alle Völker, indem ihr sie taufet auf den Namen des Vaters und des Sohnes und des heilig…" Die elf Jünger gehen nach Galiläa auf den Berg, den Jesus ihnen genannt hat. Damit folgen sie der Botschaft, die der Auferstandene durch die Frauen an sie weitergegeben hatte. Galiläa war der Raum gewesen, in dem ein großer Teil ihres Weges mit Jesus begonnen hatte. Nun wird derselbe Herr ihnen dort einen Auftrag geben, der nicht mehr auf Galiläa oder…

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Jesus bereitet seine Jünger vierzig Tage auf ihren kommenden Auftrag vor

Apostelgeschichte 1,1-8 – „1 Den ersten Bericht habe ich abgelegt, lieber Theophilus, über alles, was Jesus zu tun und zu lehren begonnen hat, 2 bis zu dem Tage, da er [in den Himmel] aufgenommen wurde, nachdem er den Aposteln, die er erwählt hatte, durch den heiligen Geist Befehl gegeben; 3 welchen er sich auch nach seinem Leiden lebendig erzeigte, durch viele sichere Kennzeichen, indem er während vierzig Tagen ihnen ersc…" Apostelgeschichte 1,1-8 – „1 Den ersten Bericht habe ich abgelegt, lieber Theophilus, über alles, was Jesus zu tun und zu lehren begonnen hat, 2 bis zu dem Tage, da er [in den Himmel] aufgenommen wurde, nachdem er den Aposteln, die er erwählt hatte, durch den heiligen Geist Befehl gegeben; 3 welchen er sich auch nach seinem Leiden lebendig erzeigte, durch viele sichere Kennzeichen, indem er während vierzig Tagen ihnen ersc…" Lukas 24,44-49 – „44 Er sprach aber zu ihnen: Das sind meine Worte, die ich zu euch gesagt habe, als ich noch bei euch war, daß alles erfüllt werden müsse, was im Gesetz Moses und in den Propheten und den Psalmen von mir geschrieben steht. 45 Da öffnete er ihnen das Verständnis, um die Schriften zu verstehen, 46 und sprach zu ihnen: So ste…

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Jesus wird in den Himmel aufgenommen

Lukas 24,50-53 – „50 Er führte sie aber hinaus bis in die Nähe von Bethanien und hob seine Hände auf und segnete sie. 51 Und es begab sich, indem er sie segnete, schied er von ihnen und wurde aufgehoben gen Himmel. 52 Und sie fielen vor ihm nieder und kehrten nach Jerusalem zurück mit großer Freude 53 und waren allezeit im Tempel und priesen und lobten Gott." Lukas 24,50-53 – „50 Er führte sie aber hinaus bis in die Nähe von Bethanien und hob seine Hände auf und segnete sie. 51 Und es begab sich, indem er sie segnete, schied er von ihnen und wurde aufgehoben gen Himmel. 52 Und sie fielen vor ihm nieder und kehrten nach Jerusalem zurück mit großer Freude 53 und waren allezeit im Tempel und priesen und lobten Gott." Apostelgeschichte 1,9-12 – „9 Und nach diesen Worten wurde er vor ihren Augen emporgehoben, und eine Wolke nahm ihn auf und vor ihren Augen weg. 10 Und als sie unverwandt gen Himmel blickten, während er dahinfuhr, siehe, da standen zwei Männer in weißen Kleidern bei ihnen, die sprachen: 11 Ihr Männer von Galiläa, was steht ihr hier und seht gen Himmel? Dieser Jesus, der von euch weg in den Himmel aufgenommen worden ist, wir…" Nachdem Jesus seine Jünger während vierzig Ta…

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Der erhöhte Jesus sendet den Heiligen Geist

Apostelgeschichte 2,1-4 – „1 Und als der Tag der Pfingsten sich erfüllte, waren sie alle einmütig beisammen. 2 Und es entstand plötzlich vom Himmel her ein Brausen, wie von einem daherfahrenden gewaltigen Winde, und erfüllte das ganze Haus, worin sie saßen. 3 Und es erschienen Zungen, die sich zerteilten, wie von Feuer, und setzten sich auf einen jeglichen unter ihnen. 4 Und sie wurden alle vom heiligen Geist erfüllt und f…" Apostelgeschichte 2,1-4 – „1 Und als der Tag der Pfingsten sich erfüllte, waren sie alle einmütig beisammen. 2 Und es entstand plötzlich vom Himmel her ein Brausen, wie von einem daherfahrenden gewaltigen Winde, und erfüllte das ganze Haus, worin sie saßen. 3 Und es erschienen Zungen, die sich zerteilten, wie von Feuer, und setzten sich auf einen jeglichen unter ihnen. 4 Und sie wurden alle vom heiligen Geist erfüllt und f…" Apostelgeschichte 2,32-36 – „32 Diesen Jesus hat Gott auferweckt; dafür sind wir alle Zeugen. 33 Nachdem er nun durch die rechte Hand Gottes erhöht worden ist und die Verheißung des heiligen Geistes vom Vater empfangen hat, hat er das ausgegossen, was ihr jetzt sehet und höret. 34 Denn nicht David ist in den Himmel hinaufgefahren, sondern …

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Jesus dient als unser großer Hoherpriester im Himmel

Hebräer 4,14-16 – „14 Da wir nun einen großen Hohenpriester haben, der die Himmel durchschritten hat, Jesus, den Sohn Gottes, so lasset uns festhalten an dem Bekenntnis! 15 Denn wir haben nicht einen Hohenpriester, der kein Mitleid haben könnte mit unsren Schwachheiten, sondern der in allem gleich [wie wir] versucht worden ist, doch ohne Sünde. 16 So lasset uns nun mit Freimütigkeit hinzutreten zum Thron der Gnade,…" Hebräer 4,14-16 – „14 Da wir nun einen großen Hohenpriester haben, der die Himmel durchschritten hat, Jesus, den Sohn Gottes, so lasset uns festhalten an dem Bekenntnis! 15 Denn wir haben nicht einen Hohenpriester, der kein Mitleid haben könnte mit unsren Schwachheiten, sondern der in allem gleich [wie wir] versucht worden ist, doch ohne Sünde. 16 So lasset uns nun mit Freimütigkeit hinzutreten zum Thron der Gnade,…" Hebräer 7,24-27 – „24 er aber hat, weil er in Ewigkeit bleibt, ein unübertragbares Priestertum. 25 Daher kann er auch bis aufs äußerste die retten, welche durch ihn zu Gott kommen, da er immerdar lebt, um für sie einzutreten! 26 Denn ein solcher Hoherpriester geziemte uns, der heilig, unschuldig, unbefleckt, von den Sündern abgesondert und höher als der H…

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Jesus wird in Macht und Herrlichkeit wiederkommen

Hebräer 9,28 – „28 so wird auch Christus, nachdem er sich einmal zum Opfer dargebracht hat, um die Sünden vieler auf sich zu nehmen, zum zweitenmal ohne Sünde denen erscheinen, die auf ihn warten, zum Heil." Hebräer 9,28 – „28 so wird auch Christus, nachdem er sich einmal zum Opfer dargebracht hat, um die Sünden vieler auf sich zu nehmen, zum zweitenmal ohne Sünde denen erscheinen, die auf ihn warten, zum Heil." Matthäus 24,30-31 – „30 Und dann wird das Zeichen des Menschensohnes am Himmel erscheinen, und dann werden alle Geschlechter der Erde sich an die Brust schlagen und werden des Menschen Sohn kommen sehen auf den Wolken des Himmels mit großer Kraft und Herrlichkeit. 31 Und er wird seine Engel aussenden mit starkem Posaunenschall, und sie werden seine Auserwählten versammeln von den vier Winden her, von einem Ende des H…" Apostelgeschichte 1,11 – „11 Ihr Männer von Galiläa, was steht ihr hier und seht gen Himmel? Dieser Jesus, der von euch weg in den Himmel aufgenommen worden ist, wird in gleicher Weise wiederkommen, wie ihr ihn habt gen Himmel fahren sehen." 1. Thessalonicher 4,16-17 – „16 denn er selbst, der Herr, wird, wenn der Befehl ergeht und die Stimme des Erzengels un…

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Jesus wird als gerechter Richter offenbar werden

Johannes 5,22-29 – „22 Denn der Vater richtet auch niemand, sondern alles Gericht hat er dem Sohn übergeben, 23 damit alle den Sohn ehren, wie sie den Vater ehren. Wer den Sohn nicht ehrt, der ehrt den Vater nicht, der ihn gesandt hat. 24 Wahrlich, wahrlich, ich sage euch, wer mein Wort hört und dem glaubt, der mich gesandt hat, der hat ewiges Leben und kommt nicht ins Gericht, sondern er ist vom Tode zum Leben hind…" Johannes 5,22-29 – „22 Denn der Vater richtet auch niemand, sondern alles Gericht hat er dem Sohn übergeben, 23 damit alle den Sohn ehren, wie sie den Vater ehren. Wer den Sohn nicht ehrt, der ehrt den Vater nicht, der ihn gesandt hat. 24 Wahrlich, wahrlich, ich sage euch, wer mein Wort hört und dem glaubt, der mich gesandt hat, der hat ewiges Leben und kommt nicht ins Gericht, sondern er ist vom Tode zum Leben hind…" Apostelgeschichte 17,30-31 – „30 Nun hat zwar Gott die Zeiten der Unwissenheit übersehen, jetzt aber gebietet er allen Menschen allenthalben, Buße zu tun, 31 weil er einen Tag festgesetzt hat, an welchem er den Erdkreis mit Gerechtigkeit richten wird durch einen Mann, den er dazu bestimmt hat und den er für jedermann dadurch beglaubigte, daß er ihn von …

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Jesus wird Satan, Sünde und Tod endgültig besiegen

1. Korinther 15,24-26 – „24 hernach das Ende, wenn er das Reich Gott und dem Vater übergibt, wenn er abgetan hat jede Herrschaft, Gewalt und Macht. 25 Denn er muß herrschen, «bis er alle Feinde unter seine Füße gelegt hat». 26 Als letzter Feind wird der Tod abgetan." 1. Korinther 15,24-26 – „24 hernach das Ende, wenn er das Reich Gott und dem Vater übergibt, wenn er abgetan hat jede Herrschaft, Gewalt und Macht. 25 Denn er muß herrschen, «bis er alle Feinde unter seine Füße gelegt hat». 26 Als letzter Feind wird der Tod abgetan." Hebräer 2,14-15 – „14 Da nun die Kinder Fleisch und Blut gemeinsam haben, ist er in ähnlicher Weise dessen teilhaftig geworden, damit er durch den Tod den außer Wirksamkeit setzte, der des Todes Gewalt hat, nämlich den Teufel, 15 und alle diejenigen befreite, welche durch Todesfurcht ihr ganzes Leben hindurch in Knechtschaft gehalten wurden." Offenbarung 20,7-10 – „7 Und wenn die tausend Jahre vollendet sind, wird der Satan aus seinem Gefängnis losgelassen werden, 8 und er wird ausgehen, die Nationen zu verführen, die an den vier Ecken der Erde sind, den Gog und den Magog, sie zum Kampfe zu versammeln; ihre Zahl ist wie der Sand am Meer. 9 Und sie zogen h…

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Jesus macht alle Dinge neu

Offenbarung 21,1-7 – „1 Und ich sah einen neuen Himmel und eine neue Erde; denn der erste Himmel und die erste Erde sind vergangen, und das Meer ist nicht mehr. 2 Und ich sah die heilige Stadt, das neue Jerusalem, aus dem Himmel herabsteigen von Gott, zubereitet wie eine für ihren Mann geschmückte Braut. 3 Und ich hörte eine laute Stimme aus dem Himmel sagen: Siehe da, die Hütte Gottes bei den Menschen! Und er wird be…" Offenbarung 21,1-7 – „1 Und ich sah einen neuen Himmel und eine neue Erde; denn der erste Himmel und die erste Erde sind vergangen, und das Meer ist nicht mehr. 2 Und ich sah die heilige Stadt, das neue Jerusalem, aus dem Himmel herabsteigen von Gott, zubereitet wie eine für ihren Mann geschmückte Braut. 3 Und ich hörte eine laute Stimme aus dem Himmel sagen: Siehe da, die Hütte Gottes bei den Menschen! Und er wird be…" Offenbarung 22,1-5 – „1 Und er zeigte mir einen Strom vom Wasser des Lebens, glänzend wie Kristall, der vom Throne Gottes und des Lammes ausging, 2 [und] inmitten ihrer Straßen und zu beiden Seiten des Stromes den Baum des Lebens, der zwölfmal Früchte trägt und jeden Monat seine Frucht gibt; und die Blätter des Baumes dienen zur Heilung der Völker. …

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Jesus lädt ein, das Wasser des Lebens zu empfangen

Offenbarung 22,12-17 – „12 Siehe, ich komme bald und mein Lohn mit mir, um einem jeglichen zu vergelten, wie sein Werk sein wird. 13 Ich bin das A und das O, der Erste und der Letzte, der Anfang und das Ende. 14 Selig sind, die ihre Kleider waschen, damit sie Macht erlangen über den Baum des Lebens und durch die Tore in die Stadt eingehen. 15 Draußen aber sind die Hunde und die Zauberer und die Unzüchtigen und die Mörde…" Offenbarung 22,12-17 – „12 Siehe, ich komme bald und mein Lohn mit mir, um einem jeglichen zu vergelten, wie sein Werk sein wird. 13 Ich bin das A und das O, der Erste und der Letzte, der Anfang und das Ende. 14 Selig sind, die ihre Kleider waschen, damit sie Macht erlangen über den Baum des Lebens und durch die Tore in die Stadt eingehen. 15 Draußen aber sind die Hunde und die Zauberer und die Unzüchtigen und die Mörde…" Offenbarung 22,20-21 – „20 Es spricht, der dieses bezeugt: Ja, ich komme bald! Amen, komm, Herr Jesus! 21 Die Gnade des Herrn Jesus sei mit allen Heiligen!" Am Ende der Bibel steht Jesus nicht nur als König, Richter und Sieger vor dem Leser. Nachdem die Offenbarung den großen Konflikt, das Gericht und die erneuerte Schöpfung gezeigt hat, erkling…

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Zusammenfassung und Gebet

Jesus Christus steht im Mittelpunkt der gesamten Heilsgeschichte. Seine Geschichte beginnt nicht erst in Bethlehem. Das Neue Testament offenbart ihn als das ewige Wort, das bei Gott war und selbst göttlicher Natur ist. Durch ihn wurde alles geschaffen, und noch bevor die Welt bestand, teilte er die Herrlichkeit des Vaters. Als die Sünde in die Menschheitsgeschichte eintrat, begann zugleich die Linie der Verheißung, die schließlich auf ihn hinführte. Durch Abraham, Juda und das Haus Davids wurde die Erwartung des kommenden Erlösers immer deutlicher. Propheten kündigten einen kommenden König, einen leidenden Gottesknecht und einen Herrscher aus Bethlehem an. Als die Zeit erfüllt war, wurde der Sohn Gottes wirklich Mensch. Jesus wurde von Maria geboren, wuchs in Nazareth auf und lebte viele Jahre in weitgehender Verborgenheit. Mit seiner Taufe im Jordan begann sein öffentlicher Dienst. Der Vater bekannte sich zu ihm, der Heilige Geist kam auf ihn, und unmittelbar danach widerstand Jesus den Versuchungen Satans in der Wüste. Wo Menschen immer wieder gefallen waren, blieb er seinem Vater vollkommen treu. Jesus rief Jünger in seine Nachfolge und verkündigte das Reich Gottes. Er heilte K…

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