Jesaja

Jesaja – Der Prophet der Majestät Gottes Im Todesjahr des Königs Usija – als die politische Zukunft Judas unsicher war – sah Jesaja den HERRN. „Ich sah den Herrn sitzen auf einem hohen und erhabenen Thron, und sein Saum füllte den Tempel. Seraphim standen über ihm; ein jeder hatte sechs Flügel. Und einer rief zum andern und sprach: Heili…

Jesaja – Der Prophet der Majestät Gottes

Im Todesjahr des Königs Usija – als die politische Zukunft Judas unsicher war – sah Jesaja den HERRN. „Ich sah den Herrn sitzen auf einem hohen und erhabenen Thron, und sein Saum füllte den Tempel. Seraphim standen über ihm; ein jeder hatte sechs Flügel. Und einer rief zum andern und sprach: Heilig, heilig, heilig ist der HERR Zebaoth, alle Lande sind seiner Ehre voll!" (Jesaja 6,1–3).

Diese Vision prägte alles, was Jesaja je schrieb. Mehr als dreißig Mal nennt er Gott den „Heiligen Israels“ – ein Titel, den kein anderer Prophet so häufig verwendet. Jesaja hatte die Majestät Gottes gesehen, und von da an konnte er die Kleinheit menschlicher Macht und die Torheit menschlichen Stolzes nur noch durchschauen.

Der Ruf und die Reinigung

Jesajas erste Reaktion auf Gottes Herrlichkeit war nicht Begeisterung, sondern Entsetzen: „Weh mir, ich vergehe! Denn ich bin ein Mann unreiner Lippen und wohne unter einem Volk unreiner Lippen; denn meine Augen haben den König, den HERRN Zebaoth, gesehen!“ Erst als ein Seraph mit einer glühenden Kohle vom Altar seine Lippen berührte und sprach: „Deine Schuld ist von dir genommen und deine Sünde gesühnt“ – erst dann konnte Jesaja antworten: „Hier bin ich, sende mich!“

Aus biblischer Sicht ist diese Szene ein Bild des himmlischen Heiligtums: Der Altar, die Reinigung, die Berufung – alles geschieht im Zusammenhang des himmlischen Gottesdienstes.

Der Evangelist des Alten Testaments

Jesaja wird oft der „Evangelist des Alten Testaments“ genannt, denn nirgendwo sonst werden Christi Leiden und Herrlichkeit so klar beschrieben wie in seinen Prophezeiungen. Jesaja 53 – das Lied vom leidenden Gottesknecht – liest sich wie ein Augenzeugen­bericht der Kreuzigung, geschrieben 700 Jahre zuvor:

„Er war verachtet und von den Menschen verlassen, ein Mann der Schmerzen und mit Leiden vertraut. Aber er ist um unserer Missetat willen verwundet und um unserer Sünde willen zerschlagen. Die Strafe liegt auf ihm, auf dass wir Frieden hätten, und durch seine Wunden sind wir geheilt" (Jesaja 53,3–5).

Doch Jesaja beschreibt nicht nur das Kreuz, sondern auch die Wiederkunft, die neue Erde, das Friedensreich: „Da werden die Wölfe bei den Lämmern wohnen. Man wird nicht mehr übel tun noch schaden auf meinem ganzen heiligen Berge; denn das Land wird voll Erkenntnis des HERRN sein“ (Jesaja 11,6–9).

„Jesaja wurde ein tieferer Einblick in die Erlösungspläne Gottes geschenkt als jedem anderen Propheten des Alten Testaments. Mit heiliger Ehrfurcht und Anbetung schaute er auf den kommenden Erlöser“.

Der Sabbat und die neue Erde

Biblisch gesehen besonders bedeutsam sind Jesajas Sabbat-Texte: „Wenn du deinen Fuß am Sabbat zurückhältst und nicht deinen Geschäften nachgehst an meinem heiligen Tag, den Sabbat eine Lust nennst und den heiligen Tag des HERRN ehrenswert“ (Jesaja 58,13). Und seine Vision der neuen Erde endet mit: „Von einem Neumond zum andern und von einem Sabbat zum andern wird alles Fleisch kommen, um vor mir anzubeten, spricht der HERR“ (Jesaja 66,23).

„Die auf den HERRN harren, kriegen neue Kraft, dass sie auffahren mit Flügeln wie Adler, dass sie laufen und nicht matt werden, dass sie wandeln und nicht müde werden“ (Jesaja 40,31).