Hiskia – Der König, der um sein Leben betete In einer Zeit, als das Nordreich Israel bereits gefallen war und die assyrische Kriegsmaschine unaufhaltsam schien, wagte ein junger König in Jerusalem etwas Unerhörtes: Er vertraute Gott. „Er hing dem HERRN an und wich nicht von ihm ab und hielt seine Gebote, die der HERR dem Mose geboten hat…
In einer Zeit, als das Nordreich Israel bereits gefallen war und die assyrische Kriegsmaschine unaufhaltsam schien, wagte ein junger König in Jerusalem etwas Unerhörtes: Er vertraute Gott. „Er hing dem HERRN an und wich nicht von ihm ab und hielt seine Gebote, die der HERR dem Mose geboten hatte. Und der HERR war mit ihm“ (2. Könige 18,6–7).
Hiskia begann seine Regierung mit einer radikalen Reform. Er öffnete die Türen des Tempels, die sein Vater Ahas verschlossen hatte. Er zerschlug die Götzenbilder. Und er tat etwas, was jahrhundertelang niemand gewagt hatte: Er zerbrach die eherne Schlange des Mose, weil das Volk ihr Räucheropfer darbrachte. Ein heiliges Relikt war zum Götzen geworden – und Hiskia nannte sie verächtlich „Nehuschtan“ (ein Stück Bronze).
701 v.Chr. stand die größte Armee der Welt vor Jerusalem. König Sanherib von Assyrien hatte bereits 46 befestigte Städte Judas eingenommen. Sein Feldkommandant Rabschake verhöhnte Hiskia und seinen Gott vor den Ohren des Volkes: „Hat irgendeiner der Götter der Völker sein Land errettet aus der Hand des Königs von Assyrien? Wo sind die Götter von Hamat und Arpad?“ (2. Könige 18,33–34).
Hiskia tat das Einzige, was ihm blieb. Er ging in den Tempel, breitete den Drohbrief Sanheribs vor dem HERRN aus und betete. Sein Gebet war keine fromme Formel, sondern ein verzweifelter Ruf: „Neige, HERR, dein Ohr und höre! HERR, öffne deine Augen und sieh! Und nun, HERR, unser Gott, errette uns aus seiner Hand, damit alle Königreiche auf Erden erkennen, dass du, HERR, allein Gott bist!“ (2. Könige 19,16.19).
In jener Nacht schlug der Engel des HERRN 185.000 Mann im Lager der Assyrer. Sanherib zog ab und wurde Jahre später von seinen eigenen Söhnen ermordet.
Als Hiskia todkrank wurde, wandte er sein Gesicht zur Wand und weinte. Gott sandte Jesaja mit der Botschaft: „Ich habe dein Gebet gehört und deine Tränen gesehen. Siehe, ich will dich gesund machen. Und ich will fünfzehn Jahre zu deinen Tagen hinzufügen“ (2. Könige 20,5–6). Als Zeichen ließ Gott den Schatten auf der Sonnenuhr des Ahas zehn Stufen zurückgehen.
Doch die zusätzlichen Jahre brachten auch Versuchung. Als babylonische Gesandte kamen, zeigte Hiskia ihnen stolz alle seine Schätze. Jesaja prophezeite: Eines Tages würde alles nach Babylon gebracht werden. Hiskias Reaktion war beunruhigend gelassen: „Es wird doch Friede und Beständigkeit sein zu meinen Zeiten“ (2. Könige 20,19).
„In der entscheidendsten Stunde seines Lebens bewies Hiskia, dass Gebet die mächtigste Waffe ist, die einem Gläubigen zur Verfügung steht. Aber seine spätere Unvorsichtigkeit zeigt, dass selbst die größten Siege der Vergangenheit nicht vor den Versuchungen der Gegenwart schützen".
Sanherib vor den Toren
Fünfzehn Jahre
„Mit ihm ist ein fleischlicher Arm, mit uns aber ist der HERR, unser Gott, um uns zu helfen und unsere Kriege zu führen“ (2. Chronik 32,8).
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