Esther

Esther – Die Königin, die ihr Volk rettete Sie war eine jüdische Waise im persischen Exil, aufgezogen von ihrem Cousin Mordechai. Niemand hätte vorausgesehen, dass dieses Mädchen namens Hadassa eines Tages als Königin Esther auf dem Thron des mächtigsten Reiches der Erde sitzen würde – und dass von ihrem Mut das Überleben des jüdischen V…

Esther – Die Königin, die ihr Volk rettete

Sie war eine jüdische Waise im persischen Exil, aufgezogen von ihrem Cousin Mordechai. Niemand hätte vorausgesehen, dass dieses Mädchen namens Hadassa eines Tages als Königin Esther auf dem Thron des mächtigsten Reiches der Erde sitzen würde – und dass von ihrem Mut das Überleben des jüdischen Volkes abhängen würde.

In den Palast berufen

Als König Ahasveros (Xerxes I.) eine neue Königin suchte, wurde Esther unter Hunderten von jungen Frauen ausgewählt. Sie gewann die Gunst aller, die sie sahen, und schließlich des Königs selbst. Doch auf Mordechais Rat hin verriet sie ihre jüdische Herkunft nicht. Es war, als würde Gott eine verborgene Agentin in das Herz der Weltmacht einschleusen.

Hamans Plan

Haman, der höchste Beamte des Reiches, hasste Mordechai, weil dieser sich nicht vor ihm verneigte. Doch statt sich an einem einzelnen Mann zu rächen, ersann er einen Plan zur Vernichtung aller Juden im gesamten persischen Reich. Er ließ das Los werfen – Pur – um den Tag des Massakers zu bestimmen. Der König unterzeichnete das Dekret, ohne zu wissen, dass seine eigene Gemahlin betroffen war.

Als Mordechai Esther bat, zum König zu gehen, zögerte sie. Jeder, der ungerufen vor den König trat, riskierte den Tod. Mordechais Antwort wurde zum Schlüsselvers des ganzen Buches: „Denn wenn du zu dieser Zeit schweigst, so wird von einem anderen Ort her Hilfe und Errettung für die Juden erstehen; du aber und deines Vaters Haus werden umkommen. Und wer weiß, ob du nicht gerade um dieser Zeit willen zur königlichen Würde gekommen bist?" (Esther 4,14).

Der Mut zu handeln

Esthers Antwort war ebenso entschlossen: „Geht hin und versammelt alle Juden in Susa und fastet für mich; esst und trinkt nicht drei Tage lang. Auch ich und meine Mägde wollen so fasten. Und dann will ich zum König hineingehen, auch wenn es nicht nach dem Gesetz ist. Komme ich um, so komme ich um!" (Esther 4,16).

Was folgte, war ein Meisterstück göttlicher Vorsehung. Der König konnte in jener Nacht nicht schlafen und ließ sich die Chronik vorlesen – genau die Stelle, wo Mordechais Loyalität erwähnt wurde. Haman kam, um Mordechais Hinrichtung zu erbitten, und musste stattdessen seinen Feind durch die Straßen der Stadt führen und ehren. Und als Esther beim Festmahl Haman als den Feind ihres Volkes entlarvte, kehrte sich alles um.

„Die Rettung der Juden in der Zeit Esthers ist ein Beispiel dafür, wie Gott in den Angelegenheiten der Nationen wirkt. Oft sind es gerade die verborgenen, unscheinbaren Werkzeuge, durch die er seine größten Siege erringt“.

Ein Buch ohne Gottes Namen – voller Gottes Handeln

Das Buch Esther ist das einzige Buch der Bibel, in dem Gottes Name nicht vorkommt. Und doch ist Gottes Handeln auf jeder Seite spürbar – in den „Zufällen“, im Timing, in der Umkehrung der Machtverhältnisse. Es ist ein Buch über die verborgene Vorsehung Gottes in einer Welt, die ihn vergessen zu haben scheint.

„Und wer weiß, ob du nicht gerade um dieser Zeit willen zur königlichen Würde gekommen bist?“ (Esther 4,14).