Apollos

Apollos in der Bibel

Apollos war ein Jude aus Alexandria, den die Apostelgeschichte als redegewandt und in den Schriften bewandert beschreibt. Er gehörte zu den bedeutenden Lehrern der frühen Gemeinde und setzte seine Kenntnis der Schrift kraftvoll dafür ein, Jesus als den Christus zu bezeugen. Sein Dienst zeigt zugleich, dass geistliche Begabung und gründliche Erkenntnis mit Lernbereitschaft und Abhängigkeit von Gottes Wirken verbunden bleiben.

Einführung

Apollos tritt vergleichsweise spät und ohne ausführliche Vorgeschichte in den biblischen Bericht ein. Über seine Eltern, seine Kindheit, sein Alter und den Weg, auf dem er erstmals mit der Botschaft von Jesus in Berührung kam, erfahren wir nichts. Die Bibel beginnt seine Geschichte dort, wo er bereits als gebildeter und überzeugender Verkündiger hervortritt. Gerade diese knappe Einführung enthält jedoch ungewöhnlich viele Angaben, die erkennen lassen, warum sein späterer Dienst Aufmerksamkeit gewann.

Seine Heimat war Alexandria, eine bedeutende Stadt außerhalb des Landes Israel. Für die biblische Einordnung genügt zunächst, was Lukas ausdrücklich sagt: Apollos war Jude, redegewandt und mächtig in den Schriften. Seine Stärke lag also nicht nur in einer guten Ausdrucksweise. Er besaß eine gründliche Kenntnis jener heiligen Schriften, aus denen die ersten Christen Gottes Verheißungen und sein Handeln im Erlösungsplan erklärten.

Als Apollos in der Apostelgeschichte erscheint, befindet er sich in Ephesus. Er kennt bereits den Weg des Herrn und spricht mit innerem Eifer über Jesus. Dennoch ist sein Wissen an einem entscheidenden Punkt noch nicht vollständig. Diese Verbindung aus wirklicher Erkenntnis und zugleich vorhandener Begrenzung macht seinen ersten biblischen Lebensabschnitt besonders bemerkenswert. Die Schrift stellt ihn weder als unwissenden Anfänger noch als bereits vollständig unterrichteten Lehrer vor.

So beginnt die Geschichte des Apollos mit einem Mann, der viel weiß, überzeugend sprechen kann und ernsthaft weitergibt, was er erkannt hat – der aber noch mehr lernen muss. Gerade in Ephesus wird sich zeigen, wie entscheidend es ist, dass auch ein begabter Lehrer bereit bleibt, sich genauer in Gottes Wahrheit führen zu lassen.

Apollos kommt nach Ephesus

Apostelgeschichte 18,24-26 – „24 Ein Jude aber mit Namen Apollos, aus Alexandrien gebürtig, ein beredter Mann, mächtig in der Schrift, kam nach Ephesus. 25 Dieser war unterwiesen im Wege des Herrn und feurig im Geist, redete und lehrte genau über Jesus, kannte aber nur die Taufe des Johannes. 26 Dieser fing an, öffentlich in der Synagoge aufzutreten. Da aber Aquila und Priscilla ihn hörten, nahmen sie ihn zu sich und legten i…"
Apostelgeschichte 18,24-26 – „24 Ein Jude aber mit Namen Apollos, aus Alexandrien gebürtig, ein beredter Mann, mächtig in der Schrift, kam nach Ephesus. 25 Dieser war unterwiesen im Wege des Herrn und feurig im Geist, redete und lehrte genau über Jesus, kannte aber nur die Taufe des Johannes. 26 Dieser fing an, öffentlich in der Synagoge aufzutreten. Da aber Aquila und Priscilla ihn hörten, nahmen sie ihn zu sich und legten i…"
Apostelgeschichte 18,18-19 – „18 Paulus aber, nachdem er noch viele Tage dort verblieben war, nahm von den Brüdern Abschied und segelte nach Syrien, und mit ihm Priscilla und Aquila, nachdem er sich in Kenchreä das Haupt hatte scheren lassen; denn er hatte ein Gelübde. 19 Und er gelangte nach Ephesus und ließ jene dort zurück; er selbst aber ging in die Synagoge und hatte Gespräche mit den Juden."

Apollos erscheint erstmals in Ephesus. Kurz zuvor hatte Paulus diese bedeutende Stadt auf seiner Rückreise besucht und dort Priscilla und Aquila zurückgelassen. Lukas verbindet die beiden Ereignisse unmittelbar miteinander: Während Paulus weiterreist, bleiben die beiden Mitarbeiter in Ephesus, und gerade dort trifft bald darauf Apollos ein. Die Bibel erklärt nicht, weshalb er Alexandria verlassen hatte oder was ihn nach Ephesus führte. Seine Lebensgeschichte beginnt deshalb erst mit seinem Auftreten in dieser Stadt.

Lukas beschreibt ihn zunächst als Juden aus Alexandria. Über seine Familie, seine Ausbildung oder eine bestimmte religiöse Stellung sagt der Text nichts. Zugleich charakterisiert er ihn als redegewandt und mächtig in den Schriften. Damit besitzt Apollos sowohl die Fähigkeit, Gedanken überzeugend auszudrücken, als auch eine ungewöhnlich gründliche Kenntnis der heiligen Schriften Israels. Wo und wie er diese Kenntnisse erworben hatte, bleibt offen.

Darüber hinaus war Apollos im „Weg des Herrn“ unterwiesen worden. Diese Formulierung zeigt, dass seine Kenntnis über die alttestamentlichen Schriften hinausging und bereits mit der Botschaft von Jesus verbunden war. Lukas berichtet ausdrücklich, dass Apollos mit brennendem Geist redete und sorgfältig über Jesus lehrte. Seine Verkündigung war also nicht gleichgültig oder oberflächlich. Er sprach ernsthaft über das, was er erkannt hatte, und tat dies mit großer innerer Beteiligung.

Doch unmittelbar danach nennt Lukas eine Begrenzung seines Wissens: Apollos kannte nur die Taufe des Johannes. Was genau ihm darüber hinaus noch fehlte, wird nicht in allen Einzelheiten aufgezählt. Deshalb darf nicht behauptet werden, er habe etwa Jesu Tod oder Auferstehung überhaupt nicht gekannt; schließlich sagt Lukas ausdrücklich, dass er sorgfältig über Jesus lehrte. Sicher ist jedoch, dass seine Kenntnis des christlichen Weges an einem wesentlichen Punkt noch unvollständig war.

Die Taufe des Johannes hatte Menschen zur Umkehr gerufen und sie auf den Kommenden vorbereitet. Johannes selbst hatte zugleich auf den verwiesen, der nach ihm kommen und mit Heiligem Geist taufen würde. Apollos stand damit offenbar noch unter dem Einfluss einer Verkündigung, deren Ausgangspunkt in dieser vorbereitenden Bewegung lag. Seine bisherigen Erkenntnisse waren nicht einfach falsch, aber sie benötigten eine vollständigere Einordnung in das inzwischen offenbarte Werk Jesu Christi.

Trotz dieser Begrenzung tritt Apollos öffentlich auf. Er beginnt freimütig in der Synagoge zu sprechen. Dort hören ihn auch Priscilla und Aquila. Sie reagieren weder damit, seine vorhandene Erkenntnis geringzuschätzen, noch lassen sie seine Unvollständigkeit unbeachtet. Statt ihn öffentlich bloßzustellen, nehmen sie ihn zu sich und erklären ihm den Weg Gottes genauer.

Damit zeigt sich schon am Anfang seiner biblischen Geschichte eine entscheidende Spannung: Apollos ist bereits ein fähiger Lehrer und zugleich selbst noch ein Lernender. Seine Begabung hebt die Notwendigkeit weiterer Unterweisung nicht auf. Dass gerade Priscilla und Aquila ihm den Weg Gottes genauer erklären können, führt seine Geschichte in eine neue Phase. Nun wird sichtbar werden, ob ein Mann, der bereits öffentlich lehrt und durch große Schriftkenntnis auffällt, bereit ist, selbst Korrektur und Vertiefung anzunehmen.

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Priscilla und Aquila unterweisen Apollos genauer

Apostelgeschichte 18,26 – „26 Dieser fing an, öffentlich in der Synagoge aufzutreten. Da aber Aquila und Priscilla ihn hörten, nahmen sie ihn zu sich und legten ihm den Weg Gottes noch genauer aus."
Apostelgeschichte 18,26 – „26 Dieser fing an, öffentlich in der Synagoge aufzutreten. Da aber Aquila und Priscilla ihn hörten, nahmen sie ihn zu sich und legten ihm den Weg Gottes noch genauer aus."
Apostelgeschichte 18,2-3 – „2 Und dort fand er einen Juden namens Aquila, aus Pontus gebürtig, der vor kurzem samt seiner Frau Priscilla aus Italien gekommen war (weil Claudius befohlen hatte, daß alle Juden aus Rom weichen sollten); 3 zu diesen ging er, und weil er das gleiche Handwerk hatte, blieb er bei ihnen und arbeitete; sie waren nämlich von Beruf Zeltmacher."
Apostelgeschichte 18,18-19 – „18 Paulus aber, nachdem er noch viele Tage dort verblieben war, nahm von den Brüdern Abschied und segelte nach Syrien, und mit ihm Priscilla und Aquila, nachdem er sich in Kenchreä das Haupt hatte scheren lassen; denn er hatte ein Gelübde. 19 Und er gelangte nach Ephesus und ließ jene dort zurück; er selbst aber ging in die Synagoge und hatte Gespräche mit den Juden."

Als Priscilla und Aquila Apollos in der Synagoge hören, erkennen sie zugleich seine Stärke und seine Begrenzung. Lukas berichtet nicht, dass sie seine Verkündigung grundsätzlich verwerfen. Apollos sprach über Jesus und tat dies sorgfältig. Dennoch fehlte ihm eine vollständigere Kenntnis des Weges Gottes. Gerade deshalb wird ihre Reaktion zu einem wichtigen Wendepunkt in seiner Lebensgeschichte.

Priscilla und Aquila waren selbst bereits eng mit dem Dienst des Paulus verbunden. Nachdem Paulus sie in Korinth kennengelernt hatte, arbeiteten sie mit ihm zusammen und reisten später mit ihm bis Ephesus. Als Paulus von dort weiterzog, blieben sie in der Stadt zurück. So begegnete Apollos nicht zufällig Menschen ohne eigene Verbindung zur jungen Gemeinde, sondern einem Ehepaar, das bereits längere Zeit in unmittelbarer Nähe apostolischer Verkündigung gelebt hatte.

Lukas formuliert auffällig zurückhaltend, wie sie mit Apollos umgingen. Sie nahmen ihn zu sich und erklärten ihm den Weg Gottes genauer. Der Text beschreibt keine öffentliche Widerlegung vor der Synagoge und keinen Streit. Ebenso wenig wird berichtet, dass Apollos sich gegen ihre Unterweisung gewehrt hätte. Dass sein Dienst anschließend weitergeht, setzt zumindest voraus, dass er die genauere Belehrung annahm und sich nicht auf seine bisherige Erkenntnis zurückzog.

Welche einzelnen Lehrpunkte Priscilla und Aquila ausführten, nennt die Bibel nicht. Deshalb darf diese Unterweisung nicht mit einer frei zusammengestellten Lehrliste gefüllt werden. Sicher ist lediglich, dass Apollos bisher nur die Taufe des Johannes kannte und dass ihm nun der Weg Gottes genauer erklärt wurde. Die Formulierung zeigt keine völlige Neuausrichtung von Irrtum zur Wahrheit, sondern eine Vertiefung und Vervollständigung dessen, was er bereits wusste.

Gerade darin liegt eine bemerkenswerte geistliche Entwicklung. Apollos war redegewandt, schriftkundig und bereits selbst Lehrer. Dennoch bedeuteten diese Fähigkeiten nicht, dass er keiner weiteren Unterweisung bedurfte. Die Bibel stellt Erkenntnis hier nicht als abgeschlossenen Besitz dar. Ein Mensch kann viel verstanden haben, treu weitergeben, was er kennt, und dennoch bereit sein müssen, Gottes Wahrheit genauer zu erfassen.

Ebenso zeigt der Bericht etwas über den Dienst von Priscilla und Aquila. Sie treten nicht in Konkurrenz zu Apollos, obwohl sie mehr wissen als er. Sie nehmen seine vorhandenen Gaben ernst und helfen ihm, sie auf eine vollständigere Grundlage zu stellen. Dadurch wird sein Dienst nicht zerstört, sondern gestärkt. Korrektur erscheint hier nicht als Erniedrigung, sondern als Hilfe, damit Wahrheit genauer erkannt und verkündigt werden kann.

Die Begegnung verändert auch den weiteren Weg des Apollos. Nachdem er in Ephesus genauer unterwiesen worden ist, möchte er nach Achaja weiterreisen. Die Brüder ermutigen ihn dazu und schreiben den dortigen Jüngern, ihn aufzunehmen. Seine bisherige Begabung verbindet sich nun mit einer tieferen Erkenntnis und mit der ausdrücklichen Unterstützung der Gemeinde.

Damit verlässt Apollos Ephesus nicht als unabhängiger Einzelredner, der nur auf seine eigene Fähigkeit vertraut. Er geht als ein Mann weiter, der selbst Unterweisung angenommen hat und von anderen Gläubigen empfohlen wird. Gerade diese Verbindung aus Begabung, Lernbereitschaft und Einbindung in die Gemeinde bereitet den nächsten Abschnitt seines Dienstes vor: In Achaja wird seine Schriftkenntnis zu einer bedeutenden Hilfe für Menschen werden, die bereits durch Gottes Gnade zum Glauben gekommen sind.

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Apollos stärkt die Gemeinde in Achaja

Apostelgeschichte 18,27-28 – „27 Als er aber nach Achaja hinübergehen wollte, ermunterten ihn die Brüder und schrieben an die Jünger, sie möchten ihn aufnehmen. Und als er dort ankam, wurde er denen sehr behilflich, die gläubig geworden waren durch die Gnade. 28 Denn mit großem Fleiß widerlegte er die Juden öffentlich, indem er durch die Schrift bewies, daß Jesus der Christus sei."
Apostelgeschichte 18,27-28 – „27 Als er aber nach Achaja hinübergehen wollte, ermunterten ihn die Brüder und schrieben an die Jünger, sie möchten ihn aufnehmen. Und als er dort ankam, wurde er denen sehr behilflich, die gläubig geworden waren durch die Gnade. 28 Denn mit großem Fleiß widerlegte er die Juden öffentlich, indem er durch die Schrift bewies, daß Jesus der Christus sei."
Apostelgeschichte 19,1 – „1 Es begab sich aber, während Apollos in Korinth war, daß Paulus, nachdem er die obern Länder durchzogen hatte, nach Ephesus kam. Und als er etliche Jünger fand, sprach er zu ihnen:"

Nachdem Apollos in Ephesus durch Priscilla und Aquila genauer im Weg Gottes unterwiesen worden war, wollte er nach Achaja weiterreisen. Die Brüder unterstützten diesen Schritt und schrieben den dortigen Jüngern, ihn aufzunehmen. Seine Reise geschah damit nicht als völlig unabhängiges Unternehmen. Apollos wurde von der Gemeinde empfohlen und trat in ein Gebiet ein, in dem bereits Menschen an Jesus Christus glaubten.

Lukas berichtet, dass Apollos nach seiner Ankunft den Gläubigen eine große Hilfe wurde. Dabei beschreibt er sie als Menschen, die durch die Gnade zum Glauben gekommen waren. Diese Formulierung setzt einen wichtigen Schwerpunkt: Apollos brachte den Glauben nicht aus eigener Kraft hervor. Gottes Gnade war die Grundlage ihres neuen Lebens, während Apollos ihnen mit seinen Gaben dienen durfte. Sein Dienst stärkte etwas, dessen Ursprung bei Gott lag.

Die besondere Stärke des Apollos zeigte sich nun in seiner gründlichen Kenntnis der Schriften. Öffentlich widerlegte er die jüdischen Einwände mit Nachdruck und bewies aus den Schriften, dass Jesus der Christus ist. Damit war seine Verkündigung nach der Unterweisung in Ephesus deutlich auf den entscheidenden Mittelpunkt ausgerichtet. Er setzte seine Schriftkenntnis nicht nur dafür ein, allgemeine religiöse Wahrheiten zu erklären, sondern führte die Aussagen der Schrift auf Jesus als den verheißenen Messias hin.

Lukas nennt nicht jeden einzelnen Text, den Apollos dafür verwendete. Deshalb lässt sich keine genaue Predigt oder Beweisführung rekonstruieren. Sicher ist jedoch, dass seine Argumentation aus den heiligen Schriften hervorging und dass er daraus die Identität Jesu als Christus darlegte. Seine Redegewandtheit stand damit nicht für sich allein. Die sprachliche Fähigkeit erhielt ihren Wert dadurch, dass sie der biblischen Wahrheit über Jesus diente.

Apostelgeschichte 19,1 nennt anschließend genauer, wo Apollos sich in dieser Zeit befand: in Korinth. Damit wird deutlich, dass sein Dienst in Achaja besonders mit jener Gemeinde verbunden war, die Paulus zuvor gegründet hatte. Während Apollos dort wirkte, kam Paulus nach Ephesus. Die beiden Männer arbeiteten zu diesem Zeitpunkt also an verschiedenen Orten, doch ihre Dienste standen innerhalb desselben sich ausbreitenden Werkes.

Gerade in Korinth konnte Apollos an eine bereits gelegte Grundlage anknüpfen. Paulus hatte dort zuvor das Evangelium verkündigt und längere Zeit gelehrt. Apollos kam nicht, um ein anderes Evangelium oder eine eigene Bewegung aufzubauen. Er stärkte die vorhandenen Gläubigen und verteidigte aus der Schrift die Wahrheit, auf der ihr Glaube beruhte. Später wird Paulus selbst dieses Verhältnis mit dem Bild beschreiben, dass einer pflanzt und ein anderer begießt.

Damit erreicht Apollos zunächst einen Höhepunkt seines öffentlich geschilderten Dienstes. Der Mann, dessen Erkenntnis in Ephesus noch ergänzt werden musste, tritt nun in Achaja als kraftvoller Verteidiger der messianischen Wahrheit hervor. Seine Lernbereitschaft hatte seine Begabung nicht geschmälert, sondern für einen klareren Dienst nutzbar gemacht. Doch gerade sein erfolgreicher Dienst in Korinth sollte später eine unerwartete Schwierigkeit sichtbar machen: Einige Gläubige begannen, sich nicht mehr nur an Christus, sondern an einzelne Lehrer und deren Namen zu binden.

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n Korinth wird Apollos zum Namen einer Partei

1. Korinther 1,10-13 – „10 Ich ermahne euch aber, ihr Brüder, kraft des Namens unsres Herrn Jesus Christus, daß ihr alle einerlei Rede führet und nicht Spaltungen unter euch sein lasset, sondern zusammenhaltet in derselben Gesinnung und in derselben Meinung. 11 Mir ist nämlich, meine Brüder, durch die Leute der Chloe bekanntgeworden, daß Zwistigkeiten unter euch sind. 12 Ich rede aber davon, daß unter euch der eine spri…"
1. Korinther 1,10-13 – „10 Ich ermahne euch aber, ihr Brüder, kraft des Namens unsres Herrn Jesus Christus, daß ihr alle einerlei Rede führet und nicht Spaltungen unter euch sein lasset, sondern zusammenhaltet in derselben Gesinnung und in derselben Meinung. 11 Mir ist nämlich, meine Brüder, durch die Leute der Chloe bekanntgeworden, daß Zwistigkeiten unter euch sind. 12 Ich rede aber davon, daß unter euch der eine spri…"
1. Korinther 3,4-7 – „4 Denn wenn einer sagt: Ich halte zu Paulus, der andere aber: Ich zu Apollos! seid ihr da nicht fleischlich? 5 Was ist nun Apollos, was ist Paulus? Diener sind sie, durch welche ihr gläubig geworden seid, und zwar, wie es der Herr einem jeglichen gegeben hat. 6 Ich habe gepflanzt, Apollos hat begossen, Gott aber hat das Gedeihen gegeben. 7 So ist also weder der etwas, welcher pflanzt, noch der, w…"
1. Korinther 3,21-23 – „21 So brüste sich nun niemand mit Menschen; denn alles ist euer: 22 es sei Paulus oder Apollos, Kephas oder die Welt, das Leben oder der Tod, das Gegenwärtige oder das Zukünftige; alles ist euer; 23 ihr aber seid Christi, Christus aber ist Gottes."

Der erfolgreiche Dienst des Apollos in Korinth führte nicht nur zu Stärkung. Später zeigte sich innerhalb der Gemeinde eine Entwicklung, für die Apollos selbst im biblischen Bericht nicht verantwortlich gemacht wird: Christen begannen, sich nach einzelnen Lehrern zu gruppieren. Paulus erfährt von Streitigkeiten und nennt verschiedene Parolen, die in der Gemeinde gebraucht wurden. Einige sagten, sie gehörten zu Paulus, andere zu Apollos, wieder andere zu Kephas oder zu Christus.

Damit war aus der Wertschätzung verschiedener Diener etwas entstanden, das die Einheit der Gemeinde gefährdete. Der Text sagt nicht, dass Apollos selbst eine solche Gruppe gegründet, gefördert oder gewünscht hätte. Sein Name wurde von anderen benutzt. Deshalb darf die spätere Spaltung nicht zu einer Charakterkritik an Apollos umgedeutet werden. Paulus richtet seine Zurechtweisung an die Gemeinde und führt ihre Aufmerksamkeit weg von menschlichen Lehrern zurück zu Christus.

Schon die erste Frage des Paulus trifft den Kern des Problems: Christus ist nicht geteilt. Kein christlicher Lehrer wurde für die Gemeinde gekreuzigt, und niemand wurde auf den Namen eines solchen Lehrers getauft. Damit ordnet Paulus auch seine eigene Stellung ein. Weder Paulus noch Apollos dürfen den Platz einnehmen, der allein Jesus Christus gehört. Selbst große geistliche Begabung wird gefährlich, wenn Menschen aus einem Diener einen Mittelpunkt ihrer Identität machen.

Paulus greift diese Frage später erneut auf und nennt dabei ausdrücklich Apollos. Wenn einer sagt: „Ich bin des Paulus“, und ein anderer: „Ich bin des Apollos“, zeigt dies für Paulus eine zu menschliche Denkweise. Anschließend stellt er die entscheidende Frage: Was ist Apollos? Was ist Paulus? Seine Antwort nimmt keinem von beiden den Wert ihres Dienstes, setzt ihn aber in die richtige Ordnung. Beide sind Diener, durch die andere zum Glauben gekommen sind, und zwar so, wie der Herr jedem seine Aufgabe gegeben hat.

Dafür verwendet Paulus das Bild eines Feldes. Er selbst hatte gepflanzt, Apollos hatte begossen, Gott aber gab das Wachstum. Dieses Bild passt genau zu der bekannten Geschichte der Gemeinde in Korinth. Paulus hatte dort das Evangelium verkündigt und die Gemeinde mit aufgebaut; Apollos war später gekommen und hatte den Gläubigen durch seine Schriftkenntnis weitergeholfen. Beide Dienste waren wirklich notwendig, doch keiner von ihnen besaß die Kraft, geistliches Leben hervorzubringen.

Gerade diese Einordnung schützt auch Apollos vor einer falschen Überhöhung. Seine Redegewandtheit, seine Schriftkenntnis und sein wirkungsvoller Dienst machten ihn nicht zum Ursprung des geistlichen Wachstums. Paulus formuliert deshalb bewusst zugespitzt, dass weder der Pflanzende noch der Begießende das Entscheidende ist, sondern Gott, der das Wachstum schenkt. Menschlicher Dienst besitzt Bedeutung, aber seine Frucht bleibt von Gottes Wirken abhängig.

Paulus geht noch weiter und erklärt, dass der Pflanzende und der Begießende eins sind. Ihre unterschiedlichen Aufgaben sollten also nicht gegeneinander ausgespielt werden. Gerade die Gemeinde hatte aus verschiedenen Diensten konkurrierende Zugehörigkeiten gemacht, während Paulus sie als zusammengehörige Arbeit innerhalb desselben Werkes beschreibt. Apollos war kein Gegenpol zu Paulus, sondern ein Mitarbeiter, dessen Aufgabe eine andere Phase desselben geistlichen Wachstums betraf.

Deshalb beendet Paulus diesen Gedankengang mit einer Umkehrung der menschlichen Besitzansprüche. Die Gemeinde soll sich nicht rühmen, einem bestimmten Menschen zu gehören. Vielmehr gehören Paulus, Apollos und Kephas in gewissem Sinn der Gemeinde als Diener, während die Gläubigen Christus gehören und Christus Gott. So erhält Apollos in den Briefen eine besondere Stellung: Gerade weil sein Dienst bedeutend war, wird an seinem Namen sichtbar, warum selbst der begabteste Lehrer niemals zum Mittelpunkt des Glaubens werden darf.

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Apollos entscheidet selbst über seine Rückkehr nach Korinth

1. Korinther 16,12 – „12 Was aber den Bruder Apollos betrifft, so habe ich ihn vielfach ermahnt, mit den Brüdern zu euch zu kommen; doch er war durchaus nicht willens, jetzt zu kommen. Er wird aber kommen, wenn die Zeit es ihm erlaubt."
1. Korinther 16,12 – „12 Was aber den Bruder Apollos betrifft, so habe ich ihn vielfach ermahnt, mit den Brüdern zu euch zu kommen; doch er war durchaus nicht willens, jetzt zu kommen. Er wird aber kommen, wenn die Zeit es ihm erlaubt."
1. Korinther 4,6-7 – „6 Das aber, meine Brüder, habe ich auf mich und Apollos bezogen, damit ihr an uns lernet, nicht über das hinauszugehen, was geschrieben steht, damit ihr euch nicht für den einen auf Kosten des andern aufblähet. 7 Denn wer gibt dir den Vorzug? Was besitzest du aber, das du nicht empfangen hast? Wenn du es aber empfangen hast, was rühmst du dich, wie wenn du es nicht empfangen hättest?"

Nachdem Paulus die Spaltungen in Korinth ausführlich angesprochen und dabei auch den Namen des Apollos genannt hatte, begegnet Apollos gegen Ende des ersten Korintherbriefes noch einmal ganz persönlich. Diese kurze Bemerkung ist besonders aufschlussreich, weil sie zeigt, wie Paulus selbst zu seinem Mitarbeiter stand. Obwohl Menschen in Korinth ihre Namen gegeneinander ausgespielt hatten, behandelt Paulus Apollos nicht als Rivalen. Im Gegenteil: Er hatte ihn nachdrücklich gebeten, wieder nach Korinth zu reisen.

Paulus schreibt von „unserem Bruder Apollos“. Schon diese Bezeichnung widerspricht dem Bild konkurrierender Führungsfiguren. Zwischen den beiden Männern hatte die Gemeinde verschiedene Lager konstruiert, doch Paulus spricht weiterhin von brüderlicher Verbundenheit. Das eigentliche Problem lag deshalb nicht darin, dass Paulus und Apollos zwei gegensätzliche Botschaften verkündigten. Die problematische Trennung war innerhalb der Gemeinde entstanden.

Paulus hatte Apollos sehr zugeredet, zusammen mit anderen Brüdern nach Korinth zu kommen. Das ist bemerkenswert, weil gerade Apollos dort große Anerkennung genossen hatte und sein Name zu einer Parteibezeichnung geworden war. Wäre Paulus darum bemüht gewesen, seinen eigenen Einfluss gegen Apollos zu sichern, hätte eine erneute Anwesenheit dieses beliebten Lehrers als Bedrohung erscheinen können. Stattdessen wollte Paulus ausdrücklich, dass Apollos den Korinthern erneut diente.

Apollos entschied jedoch, zu diesem Zeitpunkt nicht zu gehen. Paulus schreibt, es sei keineswegs sein Wille gewesen, jetzt zu kommen; er werde aber reisen, sobald sich eine günstige Gelegenheit ergebe. Weshalb Apollos den Besuch zunächst ablehnte, wird nicht erklärt. Die Schrift nennt weder einen Konflikt mit Paulus noch Ärger über die Gemeinde noch eine bestimmte Verpflichtung an einem anderen Ort. Jede weitergehende Begründung würde über den Text hinausgehen.

Gerade die Art, wie Paulus diese Entscheidung wiedergibt, zeigt jedoch, dass Apollos als eigenverantwortlicher Mitarbeiter behandelt wurde. Paulus konnte ihn dringend bitten, aber er zwang ihn nicht. Apollos traf seine eigene Entscheidung über Zeitpunkt und Reise. Gleichzeitig enthält der Satz keine endgültige Absage: Er beabsichtigte offenbar, später zu kommen, wenn sich eine Gelegenheit ergab.

Diese kurze Nachricht erhält zusätzliches Gewicht durch das, was Paulus zuvor über sich und Apollos geschrieben hatte. In 1. Korinther 4 erklärt er, dass er das Gesagte beispielhaft auf sich selbst und Apollos bezogen habe, damit die Gläubigen lernen, sich nicht zugunsten des einen gegen den anderen aufzublähen. Wieder liegt die Korrektur nicht darin, einen der beiden Lehrer abzuwerten. Vielmehr soll die Gemeinde aufhören, menschliche Diener zu Werkzeugen des eigenen Stolzes zu machen.

Damit bestätigt sich das Bild, das bereits aus dem Vergleich von Pflanzen und Begießen hervorgegangen war. Paulus und Apollos hatten unterschiedliche Aufgaben, aber sie arbeiteten nicht für konkurrierende Reiche. Auch nachdem die Gemeinde ihre Namen für Parteiungen missbraucht hatte, blieb Paulus bereit, Apollos nach Korinth zu senden, und Apollos blieb ein Bruder, dessen Entscheidung respektiert wurde.

Die Bibel berichtet nicht, ob und wann dieser angekündigte spätere Besuch in Korinth tatsächlich stattfand. Damit endet die sichere Verbindung des Apollos mit dieser Gemeinde an einem offenen Punkt. Seine Geschichte verschwindet jedoch noch nicht vollständig aus dem Neuen Testament. In einem späteren Brief wird sein Name ein letztes Mal genannt – nicht mehr im Zusammenhang mit den Spannungen von Korinth, sondern als reisender Mitarbeiter, für dessen weiteren Weg praktische Unterstützung geleistet werden soll.

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Apollos wird für seinen weiteren Dienst unterstützt

Titus 3,13 – „13 Zenas, den Schriftgelehrten, und Apollos schicke eilends voraus und laß es ihnen an nichts fehlen!"
Titus 3,13 – „13 Zenas, den Schriftgelehrten, und Apollos schicke eilends voraus und laß es ihnen an nichts fehlen!"
Titus 3,12-14 – „12 Wenn ich Artemas zu dir senden werde, oder Tychikus, so beeile dich, zu mir nach Nikopolis zu kommen; denn dort habe ich zu überwintern beschlossen. 13 Zenas, den Schriftgelehrten, und Apollos schicke eilends voraus und laß es ihnen an nichts fehlen! 14 Es sollen aber auch die Unsrigen lernen, sich guter Werke zu befleißigen zur Befriedigung notwendiger Bedürfnisse, damit sie nicht unfruchtbar…"

Die letzte sichere biblische Erwähnung des Apollos findet sich im Brief des Paulus an Titus. Dort erscheint sein Name nur in einem kurzen praktischen Auftrag. Paulus bittet Titus, Zenas, den Gesetzeskundigen, und Apollos sorgfältig für ihre Weiterreise auszurüsten, damit ihnen nichts fehle. Der Text erzählt nicht, woher Apollos gekommen war, wohin seine Reise führen sollte oder welchen konkreten Auftrag er dort erfüllen würde. Sicher ist jedoch, dass er weiterhin unterwegs und in einen Dienst eingebunden war, den Paulus unterstützte.

Diese letzte Erwähnung bestätigt noch einmal, dass das Verhältnis zwischen Paulus und Apollos nicht von der Konkurrenz geprägt war, die manche Korinther aus ihren Namen gemacht hatten. Paulus sorgt dafür, dass Apollos für seinen Weg alles Notwendige erhält. Der Mann, dessen Name einst neben dem des Paulus zum Kennzeichen einer Partei geworden war, erscheint hier selbstverständlich als Mitarbeiter innerhalb desselben Werkes. Von einer Rivalität zwischen beiden findet sich im biblischen Zeugnis nichts.

Zugleich steht die Anweisung in einem Zusammenhang, in dem Paulus die Gläubigen dazu auffordert, notwendige Bedürfnisse nicht unbeachtet zu lassen. Unmittelbar nach der Erwähnung von Zenas und Apollos schreibt er, dass die Gläubigen lernen sollen, sich mit guten Werken für notwendige Bedürfnisse einzusetzen, damit ihr Leben nicht ohne Frucht bleibe. Die Unterstützung reisender Mitarbeiter war damit kein nebensächlicher organisatorischer Vorgang. Sie gehörte zum gemeinsamen Tragen des Evangeliumsdienstes.

Über die Aufgabe des Apollos wird dabei nichts Näheres gesagt. Es wäre deshalb unzulässig, aus seiner früheren Tätigkeit in Korinth eine bestimmte spätere Missionsroute oder ein konkretes Amt abzuleiten. Ebenso nennt die Bibel keine Gemeinde, die er zu diesem Zeitpunkt leitete. Der letzte Blick auf ihn bleibt bewusst knapp: Apollos ist unterwegs, und andere Christen sollen dafür sorgen, dass sein Weg nicht durch vermeidbaren Mangel behindert wird.

Damit endet seine sichere biblische Lebensgeschichte nicht mit einer großen Rede oder einem außergewöhnlichen Ereignis. Der letzte Eindruck ist vielmehr der eines weiterhin dienenden Mitarbeiters, dessen Arbeit in das größere Netzwerk der Gemeinden eingebunden bleibt. Aus dem zunächst selbstständig auftretenden Lehrer in Ephesus ist im Verlauf der biblischen Berichte ein Mann geworden, der empfängt, weitergibt, Gemeinden stärkt und mit anderen Dienern verbunden bleibt.

Die Bibel berichtet weder von seinen späteren Lebensjahren noch von seinem Tod. Auch Aussagen darüber, wo er zuletzt wirkte, wie alt er wurde oder unter welchen Umständen sein Leben endete, gehen über das biblische Zeugnis hinaus. Deshalb endet seine Biografie an dieser Stelle. Was bleibt, sind die sicheren Spuren seines Dienstes: gründliche Schriftkenntnis, die Bereitschaft zu genauerer Unterweisung, kraftvolle Verkündigung Jesu als Christus und die Einordnung seiner eigenen Begabung unter das Wirken Gottes.

Gerade seine letzten Erwähnungen verhindern, dass Apollos auf seine Redegewandtheit reduziert wird. Paulus erinnert die Gemeinden daran, dass weder der Pflanzende noch der Begießende das Wachstum hervorbringt. Apollos durfte begießen, lehren und stärken, aber die Frucht gehörte Gott. So tritt er aus dem biblischen Bericht genauso zurück, wie er darin gedient hatte: nicht als Mittelpunkt einer eigenen Bewegung, sondern als Mitarbeiter in einem Werk, dessen Ursprung, Kraft und Ziel bei Jesus Christus liegen.

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Zusammenfassung und Gebet

Apollos tritt nur an wenigen Stellen des Neuen Testaments hervor, doch diese wenigen Berichte zeichnen ein bemerkenswert klares Bild seines Dienstes. Seine Stärke lag in einer außergewöhnlichen Verbindung von sprachlicher Begabung und gründlicher Schriftkenntnis. Entscheidend wurde jedoch nicht allein, was er bereits wusste, sondern dass er bereit war, genauer zu lernen. Obwohl er selbst öffentlich lehrte, ließ er sich von Priscilla und Aquila weiter unterweisen. Seine Begabung machte ihn nicht unabhängig von der Wahrheit, die auch ihm noch tiefer erschlossen werden musste.

Gerade diese Lernbereitschaft bereitete seinen weiteren Dienst vor. In Achaja wurde Apollos zu einer großen Hilfe für Menschen, die durch Gottes Gnade zum Glauben gekommen waren. Seine Kenntnis der Schriften erhielt einen klaren Mittelpunkt: Er zeigte daraus, dass Jesus der Christus ist. Damit wird an seinem Leben sichtbar, dass Schriftkenntnis ihren eigentlichen geistlichen Wert nicht darin findet, Wissen anzusammeln oder Diskussionen zu gewinnen. Sie soll zu dem führen, auf den Gottes Verheißungen weisen – zu Jesus Christus.

Der Erfolg seines Dienstes brachte allerdings eine Gefahr hervor, die nicht von Apollos selbst ausging. In Korinth begannen Gläubige, sich mit den Namen verschiedener Lehrer zu identifizieren. Plötzlich standen Paulus und Apollos in den Worten einzelner Gemeindeglieder scheinbar für unterschiedliche Lager. Paulus widersprach dieser Denkweise entschieden. Weder er noch Apollos waren Herren über die Gemeinde. Sie waren Diener, denen Gott unterschiedliche Aufgaben gegeben hatte.

Das Bild vom Pflanzen und Begießen ordnet deshalb die Bedeutung des Apollos besonders treffend ein. Paulus hatte gepflanzt, Apollos hatte begossen, doch Gott schenkte das Wachstum. Die Arbeit des einen machte die des anderen nicht überflüssig, und unterschiedliche Begabungen begründeten keine Konkurrenz. Beide konnten nur innerhalb dessen dienen, was Gott ihnen anvertraut hatte. Geistliche Frucht ließ sich weder durch die Redegewandtheit des Apollos noch durch die Arbeit des Paulus hervorbringen.

Auch Paulus selbst hielt deshalb an der Gemeinschaft mit Apollos fest. Obwohl manche Korinther ihre Namen gegeneinander ausgespielt hatten, nannte er Apollos weiterhin seinen Bruder und wollte, dass er erneut nach Korinth kam. Später sorgte Paulus sogar dafür, dass Apollos auf einer weiteren Reise ausreichend unterstützt wurde. Die Bibel kennt damit keine Feindschaft zwischen den beiden Männern, sondern eine Zusammenarbeit, die stärker war als die menschlichen Parteiungen, die andere aus ihren Namen machten.

Über die letzten Lebensjahre und den Tod des Apollos schweigt die Schrift. Sein biblisches Zeugnis endet deshalb ohne großen Abschluss und ohne Angaben über spätere Ämter oder besondere Auszeichnungen. Doch gerade dieses offene Ende passt zu der Wahrheit, die Paulus mit seinem Dienst verband: Der einzelne Mitarbeiter steht nicht im Mittelpunkt. Menschen kommen und gehen, lehren, pflanzen und begießen – Gottes Werk bleibt größer als jeder von ihnen.

Apollos erinnert deshalb daran, wie geistliche Begabung gesund gebraucht wird. Erkenntnis braucht Demut, Lehre braucht Lernbereitschaft und menschliche Fähigkeiten müssen unter der Herrschaft Christi bleiben. Der beste Lehrer ist nicht derjenige, um den sich eine eigene Anhängerschaft bildet, sondern derjenige, dessen Dienst Menschen tiefer zur Wahrheit Gottes führt. Apollos durfte viel beitragen, doch das Wachstum gehörte Gott und der einzige unverrückbare Grund der Gemeinde blieb Jesus Christus.

Herr, ich danke dir für jede Gabe und jede Erkenntnis, die du Menschen zum Dienst schenkst. Bewahre mich davor, mich auf Wissen, Fähigkeiten oder menschliche Anerkennung zu verlassen. Gib mir die Demut, weiterzulernen, Korrektur anzunehmen und dein Wort immer genauer zu verstehen. Hilf mir, andere nicht an Menschen zu binden, sondern auf Jesus Christus hinzuweisen. Lass mich treu das tun, was du mir anvertraust, und dabei darauf vertrauen, dass das wirkliche geistliche Wachstum allein von dir kommt. Amen.

„Denn wir sind Gottes Mitarbeiter; ihr aber seid Gottes Ackerfeld und Gottes Bau.“ 1. Korinther 3,9

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