1. Mose 44 – Lutherbibel 1912

Und er befahl seinem Haushalter und sprach: Fülle den Männern ihre Säcke mit Speise, soviel sie führen können, und lege einem jeglichen sein Geld oben in seinen Sack.

Lutherbibel 1912 – 34 Verse. Der vollständige Kapiteltext:

  1. 1 Und er befahl seinem Haushalter und sprach: Fülle den Männern ihre Säcke mit Speise, soviel sie führen können, und lege einem jeglichen sein Geld oben in seinen Sack.
  2. 2 Aber meinen silbernen Becher lege dem Jüngsten oben in den Sack mit dem Geld für sein Getreide. Der tat, wie ihm Joseph gesagt hatte.
  3. 3 Des Morgens, da es licht ward, ließen sie die Männer ziehen mit ihren Eseln.
  4. 4 Da sie aber zur Stadt hinausgezogen und noch nicht ferne waren, sprach Joseph zu seinem Haushalter: Auf, jage den Männern nach, und wenn du sie ergreifst, so sprich zu ihnen: Warum habt ihr Gutes mit Bösem vergolten?
  5. 5 Ist nicht das der Becher, daraus mein Herr trinkt und damit er weissagt? Ihr habt übel getan.
  6. 6 Und als er sie einholte, sagte er ihnen solche Worte.
  7. 7 Sie antworteten ihm: Warum redet mein Herr solche Worte? Das sei ferne von deinen Knechten, daß sie solches täten!
  8. 8 Siehe, das Geld, das wir fanden oben in unsern Säcken, haben wir wieder zu dir gebracht aus dem Lande Kanaan; und wir sollten gestohlen haben aus deines Herrn Hause Silber oder Gold?
  9. 9 Bei welchem er gefunden wird unter deinen Knechten, der sei des Todes; dazu wollen wir auch meines Herrn Knechte sein.
  10. 10 Er sprach: Ja, es sei, wie ihr gesagt habt. Bei welchem er gefunden wird, der sei mein Knecht; ihr aber sollt unschuldig sein.
  11. 11 Und sie eilten und legte ein jeglicher seinen Sack ab auf die Erde, und ein jeglicher tat seinen Sack auf.
  12. 12 Und er suchte und fing an bei dem Ältesten und hörte auf beim Jüngsten; und fand den Becher in Benjamins Sack.
  13. 13 Da zerrissen sie ihre Kleider und luden ein jeglicher auf seinen Esel und zogen wieder in die Stadt.
  14. 14 Und Juda ging mit seinen Brüdern in Josephs Haus, denn er war noch daselbst, und sie fielen vor ihm nieder auf die Erde.
  15. 15 Joseph aber sprach zu ihnen: Was ist das für eine Tat, die ihr getan habt? Wußtet ihr nicht, daß ein solcher Mann wie ich es erraten kann?
  16. 16 Juda sprach: Was sollen wir sagen meinem Herrn? Was sollen wir reden? Und womit können wir uns rechtfertigen? Gott hat die Missetat deiner Knechte gefunden. Siehe, wir und der, bei dem der Becher gefunden ist, sind meines Herrn Knechte.
  17. 17 Er aber sprach: Das sei ferne von mir, solches zu tun! Der Mann, bei dem der Becher gefunden ist, der soll mein Knecht sein; ihr aber ziehet hinauf mit Frieden zu eurem Vater.
  18. 18 Da trat Juda zu ihm und sprach: Mein Herr, laß deinen Knecht ein Wort reden vor deinen Ohren, mein Herr, und dein Zorn ergrimme nicht über deinen Knecht; denn du bist wie Pharao.
  19. 19 Mein Herr fragte seine Knechte und sprach: Habt ihr auch einen Vater oder Bruder?
  20. 20 Da antworteten wir: Wir haben einen alten Vater und einen jungen Knaben, in seinem Alter geboren; und sein Bruder ist tot, und er ist allein übrig von seiner Mutter, und sein Vater hat ihn lieb.
  21. 21 Da sprachst du zu deinen Knechten: Bringet ihn zu mir hernieder, daß ich meine Augen auf ihn wende.
  22. 22 Wir aber antworteten meinem Herrn: Der Knabe kann nicht von seinem Vater lassen; wo er von ihm ließe, stürbe er.
  23. 23 Da sprachst du zu deinen Knechten: Wo euer jüngster Bruder nicht mit euch kommt, sollt ihr mein Angesicht nicht mehr sehen.
  24. 24 Da zogen wir hinauf zu deinem Knecht, meinem Vater, und sagten ihm meines Herrn Rede.
  25. 25 Da sprach unser Vater: Ziehet wieder hin und kauft uns ein wenig Speise.
  26. 26 Wir aber sprachen: Wir können nicht hinabziehen; es sei denn unser jüngster Bruder mit uns, so wollen wir hinabziehen; denn wir können des Mannes Angesicht nicht sehen, wo unser jüngster Bruder nicht mit uns ist.
  27. 27 Da sprach dein Knecht, mein Vater, zu uns: Ihr wißt, daß mir mein Weib zwei Söhne geboren hat.
  28. 28 Der eine ging von mir, und man sagt: Er ist zerrissen; und habe ihn nicht gesehen bis hierher.
  29. 29 Werdet ihr diesen auch von mir nehmen, und begegnet ihm ein Unfall, so werdet ihr meine grauen Haare mit Jammer hinunter in die Grube bringen.
  30. 30 Wenn ich nun heimkäme zu deinem Knechte, meinem Vater, und der Knabe wäre nicht mit uns, weil seine Seele an des Knaben Seele gebunden ist,
  31. 31 so würde ers nicht überleben, wenn er sähe, daß der Knabe nicht da wäre, und wir würden die grauen Haare deines Knechtes, unsers Vaters, mit Herzeleid hinunter in die Grube bringen.
  32. 32 Denn ich, dein Knecht, bin Bürge geworden für den Knaben bei meinem Vater und habe gesagt: Bringe ich ihn dir nicht wieder, so will ich mein Leben lang die Schuld tragen.
  33. 33 Darum laß deinen Knecht hier bleiben an des Knaben Statt zum Knecht meines Herrn und laß den Knaben mit seinen Brüdern hinaufziehen.
  34. 34 Denn wie soll ich hinaufziehen zu meinem Vater, wenn der Knabe nicht mit mir ist? Ich müßte den Jammer sehen, der meinen Vater treffen würde.