Es begab sich um dieselbe Zeit, daß Juda von seinen Brüdern hinabzog und tat sich zu einem Mann von Adullam, der hieß Hira.
Lutherbibel 1912 – 30 Verse. Der vollständige Kapiteltext:
1 Es begab sich um dieselbe Zeit, daß Juda von seinen Brüdern hinabzog und tat sich zu einem Mann von Adullam, der hieß Hira.
2 Und Juda sah daselbst eines Kanaaniters Tochter, der hieß Sua; und er nahm sie und ging zu ihr.
3 Und sie ward schwanger und gebar einen Sohn; den hieß er Er.
4 Und sie ward abermals schwanger und gebar einen Sohn; den hieß sie Onan.
5 Sie gebar abermals einen Sohn, den hieß sie Sela; und er war zu Chesib, da sie ihn gebar.
6 Und Juda gab seinem ersten Sohn Er ein Weib, die hieß Thamar.
7 Aber Er, Judas erster Sohn, war böse vor dem HERRN; darum tötete ihn der HERR.
8 Da sprach Juda zu Onan: Lege dich zu deines Bruders Weib und nimm sie zur Ehe, daß du deinem Bruder Samen erweckest.
9 Aber da Onan wußte, daß der Same nicht sein eigen sein sollte, wenn er sich zu seines Bruders Weib legte, ließ ers auf die Erde fallen und verderbte es, auf daß er seinem Bruder nicht Samen gäbe.
10 Da gefiel dem HERRN übel, was er tat, und er tötete ihn auch.
11 Da sprach Juda zu seiner Schnur Thamar: Bleib eine Witwe in deines Vaters Hause, bis mein Sohn Sela groß wird. Denn er gedachte: Vielleicht möchte er auch sterben wie seine Brüder. Also ging Thamar hin und blieb in ihres Vaters Hause.
12 Da nun viel Tage vergangen waren, starb Suas Tochter, Judas Weib. Und nachdem Juda ausgetrauert hatte, ging er hinauf gen Thimnath, seine Schafe zu scheren, mit seinem Freunde Hira von Adullam.
13 Da ward Thamar angesagt: Siehe, dein Schwäher geht hinauf gen Thimnath, seine Schafe zu scheren.
14 Da legte sie die Witwenkleider ab, die sie trug, deckte sich zu mit einem Mantel und vermummte sich und setzte sich vor die Tür von Enaim am Wege gen Thimnath; denn sie sah, daß Sela war groß geworden und sie ihm nicht zum Weibe gegeben ward.
15 Da sie nun Juda sah, meinte er, es wäre eine Hure; denn sie hatte ihr Angesicht verdeckt.
16 Und er neigte sich zu ihr am Wege und sprach: Lieber, laß mich bei dir liegen; denn er wußte nicht, daß es seine Schnur wäre. Sie antwortete: Was willst du mir geben, daß du bei mir liegest?
17 Er sprach: Ich will dir einen Ziegenbock von der Herde senden. Sie antwortete: So gib mir ein Pfand, bis daß du mirs sendest.
18 Er sprach: Was willst du denn für ein Pfand, das ich dir gebe? Sie antwortete: Deinen Siegelring und deine Schnur und deinen Stab, den du in der Hand hast. Da gab ers ihr und lag bei ihr; und sie ward von ihm schwanger.
19 Und sie machte sich auf und ging hin und legte ihren Mantel ab und zog ihre Witwenkleider wieder an.
20 Juda aber sandte den Ziegenbock durch seinen Freund von Adullam, daß er das Pfand wieder holte von dem Weibe; und er fand sie nicht.
21 Da fragte er die Leute desselben Orts und sprach: Wo ist die Hure, die draußen saß am Wege bei Enaim? Sie antworteten: Es ist keine Hure da gewesen.
22 Und er kam wieder zu Juda und sprach: Ich habe sie nicht gefunden; auch sagen die Leute des Orts, es sei keine Hure da gewesen.
23 Juda sprach: Sie habs ihr; wir möchten vielleicht zu Schanden werden. Ich habe dennoch den Bock gesandt; so hast du sie nicht gefunden.
24 Über drei Monate ward Juda angesagt: Deine Schnur Thamar hat gehurt, dazu, siehe, ist sie von der Hurerei schwanger geworden. Juda sprach: Bringt sie hervor, daß sie verbrannt werde!
25 Und da man sie hervorbrachte, schickte sie zu ihrem Schwäher und sprach: Von dem Manne bin ich schwanger, des dies ist. Und sprach: Kennst du auch, wes dieser Siegelring und diese Schnur und dieser Stab ist?
26 Juda erkannte es und sprach: Sie ist gerechter denn ich; denn ich habe sie nicht gegeben meinem Sohn Sela. Doch erkannte er sie hinfort nicht mehr.
27 Und da es an der Zeit war, daß sie gebären sollte, siehe, da waren Zwillinge in ihrem Leibe.
28 Und da sie jetzt gebar, tat sich eine Hand heraus. Da nahm die Wehmutter und band einen roten Faden darum und sprach: Der wird der erste herauskommen.
29 Da aber der seine Hand wieder hineinzog, kam sein Bruder heraus; und sie sprach: Warum hast du um deinetwillen solchen Riß gerissen? Und man hieß ihn Perez.
30 Darnach kam sein Bruder heraus, der den roten Faden um die Hand hatte; und man hieß ihn Serah.