Psalmen 73 – Lutherbibel 1912
Ein Psalm Asaphs. Israel hat dennoch Gott zum Trost, wer nur reines Herzens ist.
Lutherbibel 1912 – 28 Verse. Der vollständige Kapiteltext:
- 1 Ein Psalm Asaphs. Israel hat dennoch Gott zum Trost, wer nur reines Herzens ist.
- 2 Ich aber hätte schier gestrauchelt mit meinen Füßen; mein Tritt wäre beinahe geglitten.
- 3 Denn es verdroß mich der Ruhmredigen, da ich sah, daß es den Gottlosen so wohl ging.
- 4 Denn sie sind in keiner Gefahr des Todes, sondern stehen fest wie ein Palast.
- 5 Sie sind nicht in Unglück wie andere Leute und werden nicht wie andere Menschen geplagt.
- 6 Darum muß ihr Trotzen köstlich Ding sein, und ihr Frevel muß wohl getan heißen.
- 7 Ihre Person brüstet sich wie ein fetter Wanst; sie tun, was sie nur gedenken.
- 8 Sie achten alles für nichts und reden übel davon und reden und lästern hoch her.
- 9 Was sie reden, daß muß vom Himmel herab geredet sein; was sie sagen, das muß gelten auf Erden.
- 10 Darum fällt ihnen ihr Pöbel zu und laufen ihnen zu mit Haufen wie Wasser
- 11 und sprechen: “Was sollte Gott nach jenen fragen? Was sollte der Höchste ihrer achten?”
- 12 Siehe, das sind die Gottlosen; die sind glücklich in der Welt und werden reich.
- 13 Soll es denn umsonst sein, daß mein Herz unsträflich lebt und ich meine Hände in Unschuld wasche,
- 14 ich bin geplagt täglich, und meine Strafe ist alle Morgen da?
- 15 Ich hätte auch schier so gesagt wie sie; aber siehe, damit hätte ich verdammt alle meine Kinder, die je gewesen sind.
- 16 Ich dachte ihm nach, daß ich's begreifen möchte; aber es war mir zu schwer,
- 17 bis daß ich ging in das Heiligtum Gottes und merkte auf ihr Ende.
- 18 Ja, du setzest sie aufs Schlüpfrige und stürzest sie zu Boden.
- 19 Wie werden sie so plötzlich zunichte! Sie gehen unter und nehmen ein Ende mit Schrecken.
- 20 Wie ein Traum, wenn einer erwacht, so machst du, Herr, ihr Bild in der Stadt verschmäht.
- 21 Da es mir wehe tat im Herzen und mich stach in meine Nieren,
- 22 da war ich ein Narr und wußte nichts; ich war wie ein Tier vor dir.
- 23 Dennoch bleibe ich stets an dir; denn du hältst mich bei meiner rechten Hand,
- 24 du leitest mich nach deinem Rat und nimmst mich endlich in Ehren an.
- 25 Wenn ich nur dich habe, so frage ich nichts nach Himmel und Erde.
- 26 Wenn mir gleich Leib und Seele verschmachtet, so bist du doch, Gott, allezeit meines Herzens Trost und mein Teil.
- 27 Denn siehe, die von dir weichen, werden umkommen; du bringest um, alle die von dir abfallen.
- 28 Aber das ist meine Freude, daß ich mich zu Gott halte und meine Zuversicht setzte auf den Herrn HERRN, daß ich verkündige all dein Tun.