Psalmen 138
Davids. Ich danke dir von ganzem Herzen; vor den Göttern will ich dir lobsingen.
8 Verse – der vollständige Kapiteltext:
- 1 Davids. Ich danke dir von ganzem Herzen; vor den Göttern will ich dir lobsingen.
- 2 Ich will anbeten zu deinem heiligen Tempel und deinem Namen danken für deine Güte und Treue; denn du hast deinen Namen über alles herrlich gemacht durch dein Wort.
- 3 Wenn ich dich anrufe, so erhörst du mich und gibst meiner Seele große Kraft.
- 4 Es danken dir, HERR, alle Könige auf Erden, daß sie hören das Wort deines Mundes,
- 5 und singen auf den Wegen des HERRN, daß die Ehre des HERRN groß sei.
- 6 Denn der HERR ist hoch und sieht auf das Niedrige und kennt die Stolzen von ferne.
- 7 Wenn ich mitten in der Angst wandle, so erquickst du mich und streckst deine Hand über den Zorn meiner Feinde und hilfst mir mit deiner Rechten.
- 8 Der HERR wird's für mich vollführen. HERR, deine Güte ist ewig. Das Werk deiner Hände wollest du nicht lassen.
Kapitel-Erklärung
Kurze Zusammenfassung
Psalm 138 ist ein Dank- und Lobpsalm Davids. Er preist Gott für seine Treue, seine Barmherzigkeit und die Erhörung von Gebeten. David bekennt, dass Gottes Wort und sein Name über allem stehen. Er erkennt, dass Gott sich um die Demütigen kümmert und seine Kinder auch inmitten von Bedrängnissen nicht verlässt. Der Psalm endet mit einem festen Vertrauen darauf, dass Gott sein Werk vollenden wird.
Dieser Psalm zeigt, dass Gott nicht nur groß und erhaben ist, sondern sich auch liebevoll den Menschen zuwendet, die auf ihn vertrauen.
Historischer Hintergrund
David hatte viele Erfahrungen mit Gottes Führung gemacht. Er kannte Zeiten des Segens, aber auch Zeiten von Verfolgung, Einsamkeit und Gefahren. Deshalb spricht er hier nicht theoretisch, sondern aus eigener Erfahrung.
Obwohl David König war, erkannte er, dass alle Hilfe und alle Ehre allein Gott gehören. Der Psalm verbindet persönliche Dankbarkeit mit einem Blick auf die zukünftige Anerkennung Gottes durch die Völker der Erde.
Verse 1–3: Dank für Gottes Treue
„Ich danke dir von ganzem Herzen“
Wahre Anbetung kommt aus dem Herzen. Gott sucht nicht äußerliche Formen, sondern eine aufrichtige Hingabe.
„Ich will anbeten gegen deinen heiligen Tempel hin“
Im Alten Testament war das Heiligtum das sichtbare Zentrum der Anbetung und ein Zeichen von Gottes Gegenwart. David betete nicht den Tempel an, sondern den Gott, der dort seine Gegenwart offenbart hatte.
„Und deinen Namen danken um deine Güte und Wahrheit“
Gottes Wesen wird besonders durch zwei Eigenschaften beschrieben:
seine Güte,
seine Wahrheit.
Beide gehören zusammen. Gottes Liebe ist niemals von seiner Wahrheit getrennt.
„Denn du hast dein Wort groß gemacht um deines Namens willen“
Gott steht zu seinem Wort. Seine Verheißungen sind zuverlässig.
Als David betete, antwortete Gott:
„Da ich dich anrief, erhörtest du mich“
Gebet ist nicht wirkungslos. Gott hört und antwortet nach seiner Weisheit und zu seiner Zeit.
Verse 4–6: Gottes Größe und seine Liebe zu den Demütigen
David schaut über Israel hinaus und sieht voraus, dass auch die Könige der Erde Gott preisen werden.
Dies weist prophetisch auf die Zeit hin, in der Gottes Herrschaft von allen anerkannt werden wird.
„Denn die Herrlichkeit des HERRN ist groß“
Obwohl Gott unendlich erhaben ist, kümmert er sich um die Demütigen.
„Denn der HERR ist hoch und sieht auf das Niedrige und kennt die Stolzen von ferne“
Stolz trennt den Menschen von Gott.
Demut zieht den Menschen näher zu Gott.
Jakobus 4,6 sagt:
„Gott widersteht den Hoffärtigen, aber den Demütigen gibt er Gnade“
Jesus selbst lebte in Demut und offenbarte den Charakter Gottes.
Vers 7: Bewahrung in Schwierigkeiten
„Wenn ich mitten in der Angst wandle, so erquickst du mich“
David sagt nicht: „Wenn ich niemals Schwierigkeiten habe“
Er weiß, dass Prüfungen zum Leben gehören.
Aber mitten in der Not ist Gott gegenwärtig.
„Du streckst deine Hand wider den Zorn meiner Feinde aus“
Gott bewahrt seine Kinder. Nicht immer nimmt er jede Prüfung sofort weg, aber er trägt hindurch.
Dies erinnert an Psalm 23:
„Und ob ich schon wanderte im finstern Tal, fürchte ich kein Unglück; denn du bist bei mir“
Vers 8: Gottes Werk wird vollendet
„Der HERR wird's für mich vollführen“
Das ist eine Aussage tiefen Vertrauens.
David verlässt sich nicht auf seine eigene Kraft, sondern auf Gottes Treue.
„HERR, deine Güte ist ewig“
Was Gott beginnt, bringt er auch zum Ziel.
„Das Werk deiner Hände wollest du nicht lassen“
David weiß, dass er selbst Gottes Werk ist.
Dasselbe Prinzip findet sich im Neuen Testament:
Philipper 1,6 sagt:
„Der in euch angefangen hat das gute Werk, der wird's auch vollenden bis auf den Tag Jesu Christi“
Geistliche Bedeutung
Psalm 138 offenbart einen Gott, der:
Gebete hört,
seine Verheißungen hält,
die Demütigen liebt,
seine Kinder in Schwierigkeiten bewahrt,
sein Werk vollendet.
Der Psalm weist letztlich auf Christus hin.
Durch Jesus wird Gottes Güte und Wahrheit vollkommen offenbart.
Er ist das lebendige Wort Gottes.
Er ist der Beweis, dass Gott seine Verheißungen erfüllt.
Und er wird sein Erlösungswerk vollenden, wenn er wiederkommt.
Verbindungen zu anderen Bibelstellen
Psalm 23 zeigt Gottes Führung in schweren Zeiten.
Jesaja 57,15 beschreibt Gottes Nähe zu den Demütigen.
Johannes 1,14 offenbart Christus als die Verkörperung von Gnade und Wahrheit.
Römer 8,28 versichert, dass Gott alles zum Besten wirken lässt.
Philipper 1,6 spricht davon, dass Gott sein Werk vollenden wird.
Offenbarung 21 zeigt die endgültige Vollendung von Gottes Erlösungsplan.
Praktische Anwendung
Dankbarkeit sollte nicht von den Umständen abhängig sein, sondern von Gottes Wesen.
Gebet ist wirksam, weil Gott hört.
Stolz trennt von Gott, Demut bringt den Menschen in seine Nähe.
Schwierigkeiten bedeuten nicht, dass Gott seine Kinder verlassen hat.
Wenn Gott ein Werk im Leben eines Menschen beginnt, wird er es auch vollenden, sofern dieser ihm weiterhin vertraut.
Wichtige Lektionen
Gott ist treu und hält sein Wort.
Er hört aufrichtige Gebete.
Er liebt die Demütigen und widersteht dem Stolz.
Er begleitet seine Kinder durch alle Prüfungen.
Seine Güte währt ewig.
Er vollendet das Werk, das er begonnen hat.
Psalm 138 ist ein Lied des Vertrauens. David blickt nicht auf seine eigene Stärke, sondern auf Gottes Treue. Er weiß: Der Herr hat in der Vergangenheit geholfen, er hilft in der Gegenwart und wird auch in Zukunft sein Werk vollenden. Deshalb darf der Gläubige mit Zuversicht sagen:
„Der HERR wird's für mich vollführen“
Diese Gewissheit ruht nicht auf menschlicher Kraft, sondern auf der ewigen Güte und Treue Gottes.