Psalmen 109 – Lutherbibel 1912
Ein Psalm Davids, vorzusingen. Gott, mein Ruhm, schweige nicht!
Lutherbibel 1912 – 31 Verse. Der vollständige Kapiteltext:
- 1 Ein Psalm Davids, vorzusingen. Gott, mein Ruhm, schweige nicht!
- 2 Denn sie haben ihr gottloses und falsches Maul gegen mich aufgetan und reden wider mich mit falscher Zunge;
- 3 und sie reden giftig wider mich allenthalben und streiten wider mich ohne Ursache.
- 4 Dafür, daß ich sie liebe, sind sie wider mich; ich aber bete.
- 5 Sie beweisen mir Böses um Gutes und Haß um Liebe.
- 6 Setze Gottlose über ihn; und der Satan müsse stehen zu seiner Rechten.
- 7 Wenn er gerichtet wird, müsse er verdammt ausgehen, und sein Gebet müsse Sünde sein.
- 8 Seiner Tage müssen wenige werden, und sein Amt müsse ein anderer empfangen.
- 9 Seine Kinder müssen Waisen werden und sein Weib eine Witwe.
- 10 Seine Kinder müssen in der Irre gehen und betteln und suchen, als die verdorben sind.
- 11 Es müsse der Wucherer aussaugen alles, was er hat; und Fremde müssen seine Güter rauben.
- 12 Und niemand müsse ihm Gutes tun, und niemand erbarme sich seiner Waisen.
- 13 Seine Nachkommen müssen ausgerottet werden; ihr Name werde im andern Glied vertilgt.
- 14 Seiner Väter Missetat müsse gedacht werden vor dem HERRN, und seiner Mutter Sünde müsse nicht ausgetilgt werden.
- 15 Der HERR müsse sie nimmer aus den Augen lassen, und ihr Gedächtnis müsse ausgerottet werden auf Erden,
- 16 darum daß er so gar keine Barmherzigkeit hatte, sondern verfolgte den Elenden und Armen und Betrübten, daß er ihn tötete.
- 17 Und er wollte den Fluch haben, der wird ihm auch kommen; er wollte den Segen nicht, so wird er auch ferne von ihm bleiben.
- 18 Er zog an den Fluch wie sein Hemd; der ist in sein Inwendiges gegangen wie Wasser, und wie Öl in seine Gebeine;
- 19 So werde er ihm wie ein Kleid, das er anhabe, und wie ein Gürtel, mit dem er allewege sich gürte.
- 20 So geschehe denen vom HERRN, die mir zuwider sind und reden Böses wider meine Seele.
- 21 Aber du, HERR Herr, sei du mit mir um deines Namens willen; denn deine Gnade ist mein Trost: errette mich!
- 22 Denn ich bin arm und elend; mein Herz ist zerschlagen in mir.
- 23 Ich fahre dahin wie ein Schatten, der vertrieben wird, und werde verjagt wie die Heuschrecken.
- 24 Meine Kniee sind schwach von Fasten, und mein Fleisch ist mager und hat kein Fett.
- 25 Und ich muß ihr Spott sein; wenn sie mich sehen, schütteln sie ihren Kopf.
- 26 Stehe mir bei, HERR, mein Gott! hilf mir nach deiner Gnade,
- 27 daß sie innewerden, daß dies sei deine Hand, daß du, HERR, solches tust.
- 28 Fluchen sie, so segne du. Setzen sie sich wider mich, so sollen sie zu Schanden werden; aber dein Knecht müsse sich freuen.
- 29 Meine Widersacher müssen mit Schmach angezogen werden und mit ihrer Schande bekleidet werden wie ein Rock.
- 30 Ich will dem HERRN sehr danken mit meinem Munde und ihn rühmen unter vielen.
- 31 Denn er steht dem Armen zur Rechten, daß er ihm helfe von denen, die sein Leben verurteilen.