Sprüche 5 – Lutherbibel 1912
Mein Kind, merke auf meine Weisheit; neige dein Ohr zu meiner Lehre,
Lutherbibel 1912 – 23 Verse. Der vollständige Kapiteltext:
- 1 Mein Kind, merke auf meine Weisheit; neige dein Ohr zu meiner Lehre,
- 2 daß du bewahrest guten Rat und dein Mund wisse Unterschied zu halten.
- 3 Denn die Lippen der Hure sind süß wie Honigseim, und ihre Kehle ist glätter als Öl,
- 4 aber hernach bitter wie Wermut und scharf wie ein zweischneidiges Schwert.
- 5 Ihre Füße laufen zum Tod hinunter; ihre Gänge führen ins Grab.
- 6 Sie geht nicht stracks auf dem Wege des Lebens; unstet sind ihre Tritte, daß sie nicht weiß, wo sie geht.
- 7 So gehorchet mir nun, meine Kinder, und weichet nicht von der Rede meines Mundes.
- 8 Laß deine Wege ferne von ihr sein, und nahe nicht zur Tür ihres Hauses,
- 9 daß du nicht den Fremden gebest deine Ehre und deine Jahre dem Grausamen;
- 10 daß sich nicht Fremde von deinem Vermögen sättigen und deine Arbeit nicht sei in eines andern Haus,
- 11 und müssest hernach seufzen, wenn du Leib und Gut verzehrt hast,
- 12 und sprechen: “Ach, wie habe ich die Zucht gehaßt und wie hat mein Herz die Strafe verschmäht!
- 13 wie habe ich nicht gehorcht der Stimme meiner Lehrer und mein Ohr nicht geneigt zu denen, die mich lehrten!
- 14 Ich bin schier in alles Unglück gekommen vor allen Leuten und allem Volk.”
- 15 Trink Wasser aus deiner Grube und Flüsse aus deinem Brunnen.
- 16 Laß deine Brunnen herausfließen und die Wasserbäche auf die Gassen.
- 17 Habe du aber sie allein, und kein Fremder mit dir.
- 18 Dein Born sei gesegnet, und freue dich des Weibes deiner Jugend.
- 19 Sie ist lieblich wie die Hinde und holdselig wie ein Reh. Laß dich ihre Liebe allezeit sättigen und ergötze dich allewege in ihrer Liebe.
- 20 Mein Kind, warum willst du dich an der Fremden ergötzen und herzest eine andere?
- 21 Denn jedermanns Wege sind offen vor dem HERRN, und er mißt alle ihre Gänge.
- 22 Die Missetat des Gottlosen wird ihn fangen, und er wird mit dem Strick seiner Sünde gehalten werden.
- 23 Er wird sterben, darum daß er sich nicht will ziehen lassen; und um seiner großen Torheit willen wird's ihm nicht wohl gehen.