Sprüche 22 – Lutherbibel 1912
Ein guter Ruf ist köstlicher denn großer Reichtum, und Gunst besser denn Silber und Gold.
Lutherbibel 1912 – 29 Verse. Der vollständige Kapiteltext:
- 1 Ein guter Ruf ist köstlicher denn großer Reichtum, und Gunst besser denn Silber und Gold.
- 2 Reiche und Arme müssen untereinander sein; der HERR hat sie alle gemacht.
- 3 Der Kluge sieht das Unglück und verbirgt sich; die Unverständigen gehen hindurch und werden beschädigt.
- 4 Wo man leidet in des HERRN Furcht, da ist Reichtum, Ehre und Leben.
- 5 Stachel und Stricke sind auf dem Wege des Verkehrten; wer sich aber davon fernhält, bewahrt sein Leben.
- 6 Wie man einen Knaben gewöhnt, so läßt er nicht davon, wenn er alt wird.
- 7 Der Reiche herrscht über die Armen; und wer borgt, ist des Leihers Knecht.
- 8 Wer Unrecht sät, der wird Mühsal ernten und wird durch die Rute seiner Bosheit umkommen.
- 9 Ein gütiges Auge wird gesegnet; denn er gibt von seinem Brot den Armen.
- 10 Treibe den Spötter aus, so geht der Zank weg, so hört auf Hader und Schmähung.
- 11 Wer ein treues Herz und liebliche Rede hat, des Freund ist der König.
- 12 Die Augen des HERRN behüten guten Rat; aber die Worte des Verächters verkehrt er.
- 13 Der Faule spricht: Es ist ein Löwe draußen, ich möchte erwürgt werden auf der Gasse.
- 14 Der Huren Mund ist eine Tiefe Grube; wem der HERR ungnädig ist, der fällt hinein.
- 15 Torheit steckt dem Knaben im Herzen; aber die Rute der Zucht wird sie fern von ihm treiben.
- 16 Wer dem Armen Unrecht tut, daß seines Guts viel werde, der wird auch einem Reichen geben, und Mangel haben.
- 17 Neige deine Ohren und höre die Worte der Weisen und nimm zu Herzen meine Lehre.
- 18 Denn es wird dir sanft tun, wo du sie wirst im Sinne behalten und sie werden miteinander durch deinen Mund wohl geraten.
- 19 Daß deine Hoffnung sei auf den HERRN, erinnere ich dich an solches heute dir zugut.
- 20 Habe ich dir's nicht mannigfaltig vorgeschrieben mit Rat und Lehren,
- 21 daß ich dir zeigte einen gewissen Grund der Wahrheit, daß du recht antworten könntest denen, die dich senden?
- 22 Beraube den Armen nicht, ob er wohl arm ist, und unterdrücke den Elenden nicht im Tor.
- 23 Denn der HERR wird ihre Sache führen und wird ihre Untertreter untertreten.
- 24 Geselle dich nicht zum Zornigen und halte dich nicht zu einem grimmigen Mann;
- 25 du möchtest seinen Weg lernen und an deiner Seele Schaden nehmen.
- 26 Sei nicht bei denen, die ihre Hand verhaften und für Schuld Bürge werden;
- 27 denn wo du es nicht hast, zu bezahlen, so wird man dir dein Bett unter dir wegnehmen.
- 28 Verrücke nicht die vorigen Grenzen, die deine Väter gemacht haben.
- 29 Siehst du einen Mann behend in seinem Geschäft, der wird vor den Königen stehen und wird nicht stehen vor den Unedlen.