4. Mose 28

Und der HERR redete mit Mose und sprach:

31 Verse – der vollständige Kapiteltext:

  1. 1 Und der HERR redete mit Mose und sprach:
  2. 2 Gebiete den Kindern Israel und sprich zu ihnen: Die Opfer meines Brots, welches mein Opfer des süßen Geruchs ist, sollt ihr halten zu seiner Zeit, daß ihr mir's opfert.
  3. 3 Und sprich zu ihnen: Das sind die Opfer, die ihr dem HERRN opfern sollt: jährige Lämmer, die ohne Fehl sind, täglich zwei zum täglichen Brandopfer,
  4. 4 Ein Lamm des Morgens, das andere gegen Abend;
  5. 5 dazu ein zehntel Epha Semmelmehl zum Speisopfer, mit Öl gemengt, das gestoßen ist, ein viertel Hin.
  6. 6 Das ist das tägliche Brandopfer, das ihr am Berge Sinai opfertet, zum süßen Geruch ein Feuer dem HERRN.
  7. 7 Dazu ein Trankopfer je zu einem Lamm ein viertel Hin. Im Heiligtum soll man den Wein des Trankopfers opfern dem HERRN.
  8. 8 Das andere Lamm sollst du gegen Abend zurichten; mit dem Speisopfer wie am Morgen und mit einem Trankopfer sollst du es machen zum Opfer des süßen Geruchs dem HERRN.
  9. 9 Am Sabbattag aber zwei jährige Lämmer ohne Fehl und zwei Zehntel Semmelmehl zum Speisopfer, mit Öl gemengt, und sein Trankopfer.
  10. 10 Das ist das Brandopfer eines jeglichen Sabbats außer dem täglichen Brandopfer samt seinem Trankopfer.
  11. 11 Aber des ersten Tages eurer Monate sollt ihr dem HERRN ein Brandopfer opfern: Zwei junge Farren, einen Widder, sieben jährige Lämmer ohne Fehl;
  12. 12 und je drei Zehntel Semmelmehl zum Speisopfer, mit Öl gemengt, zu einem Farren; zwei Zehntel Semmelmehl zum Speisopfer, mit Öl gemengt, zu einem Widder;
  13. 13 und je ein Zehntel Semmelmehl zum Speisopfer, mit Öl gemengt, zu einem Lamm. Das ist das Brandopfer des süßen Geruchs, ein Opfer dem HERRN.
  14. 14 Und ihr Trankopfer soll sein ein halbes Hin Wein zum Farren, ein drittel Hin zum Widder, ein viertel Hin zum Lamm. Das ist das Brandopfer eines jeglichen Monats im Jahr.
  15. 15 Dazu soll man einen Ziegenbock zum Sündopfer dem HERRN machen außer dem täglichen Brandopfer und seinem Trankopfer.
  16. 16 Aber am vierzehnten Tage des ersten Monats ist das Passah des HERRN.
  17. 17 Und am fünfzehnten Tage desselben Monats ist Fest. Sieben Tage soll man ungesäuertes Brot essen.
  18. 18 Der erste Tag soll heilig heißen, daß ihr zusammenkommt; keine Dienstarbeit sollt ihr an ihm tun
  19. 19 und sollt dem HERRN Brandopfer tun: Zwei junge Farren, einen Widder, sieben jährige Lämmer ohne Fehl;
  20. 20 samt ihren Speisopfern: Drei Zehntel Semmelmehl, mit Öl gemengt, zu einem Farren, und zwei Zehntel zu dem Widder,
  21. 21 und je ein Zehntel auf ein Lamm unter den sieben Lämmern;
  22. 22 dazu einen Bock zum Sündopfer, daß ihr versöhnt werdet.
  23. 23 Und sollt solches tun außer dem Brandopfer am Morgen, welche das tägliche Brandopfer ist.
  24. 24 Nach dieser Weise sollt ihr alle Tage, die sieben Tage lang, das Brot opfern zum Opfer des süßen Geruchs dem HERRN außer dem täglichen Brandopfer, dazu sein Trankopfer.
  25. 25 Und der siebente Tag soll bei euch heilig heißen, daß ihr zusammenkommt; keine Dienstarbeit sollt ihr da tun.
  26. 26 Und der Tag der Erstlinge, wenn ihr opfert das neue Speisopfer dem HERRN, wenn eure Wochen um sind, soll heilig heißen, daß ihr zusammenkommt; keine Dienstarbeit sollt ihr da tun
  27. 27 und sollt dem HERRN Brandopfer tun zum süßen Geruch: zwei junge Farren, einen Widder, sieben jährige Lämmer;
  28. 28 samt ihrem Speisopfer: drei Zehntel Semmelmehl, mit Öl gemengt, zu einem Farren, zwei Zehntel zu dem Widder,
  29. 29 und je ein Zehntel zu einem Lamm der sieben Lämmer;
  30. 30 und einen Ziegenbock, euch zu versöhnen.
  31. 31 Dies sollt ihr tun außer dem täglichen Brandopfer mit seinem Speisopfer. Ohne Fehl soll's sein, dazu ihre Trankopfer.

Kapitel-Erklärung

Kurze Zusammenfassung

In diesem Kapitel erinnert Gott Israel an die regelmäßigen Opfer, die nach dem Einzug in das verheißene Land dargebracht werden sollten. Es geht um die täglichen Opfer, die Sabbatopfer, die Neumondopfer sowie die Opfer der jährlichen Feste.

Auf den ersten Blick wirkt das Kapitel wie eine Sammlung von Ritualen und Zahlen. Doch dahinter steckt eine tiefe geistliche Botschaft: Gott soll nicht nur gelegentlich angebetet werden, sondern beständig. Das Leben seines Volkes soll durch regelmäßige Gemeinschaft mit ihm geprägt sein.

Außerdem weisen alle diese Opfer letztlich auf den kommenden Messias hin, der das wahre und endgültige Opfer für die Sünde sein würde.

Historischer Hintergrund

Israel steht an der Grenze Kanaans. Eine neue Generation ist herangewachsen. Die Generation des Auszugs aus Ägypten ist fast vollständig gestorben.

Bevor das Volk das Land betritt, erinnert Gott sie an die Ordnung des Gottesdienstes. Die Anbetung sollte nicht von Gefühlen oder Umständen abhängen, sondern nach Gottes Anweisungen erfolgen.

Die Opfer waren nicht dazu bestimmt, Menschen zu retten. Sie waren sichtbare Lehrmittel, die auf die Erlösung durch Christus hinwiesen.

Verse 1–8: Das tägliche Brandopfer

Gott beginnt mit dem täglichen Opfer.

Jeden Morgen und jeden Abend sollte ein einjähriges, fehlerloses Lamm geopfert werden.

Dieses Opfer wurde oft als das „beständige Opfer“ bezeichnet.

Die ständige Wiederholung hatte einen wichtigen Zweck.

Jeden Tag sollte Israel daran erinnert werden:

  • Gott ist heilig.

  • Der Mensch ist sündig.

  • Vergebung kostet Leben.

  • Erlösung kommt von Gott.

Ein fehlerloses Lamm konnte die Sünde nicht tatsächlich wegnehmen. Es war ein Hinweis auf den kommenden Erlöser.

Später erkennt Johannes der Täufer Jesus und sagt:

„Siehe, das ist Gottes Lamm, welches der Welt Sünde trägt!“ (Johannes 1,29)

Die tägliche Wiederholung zeigte auch die ständige Abhängigkeit des Menschen von Gott.

Heute bringen Christen keine Tieropfer mehr dar. Doch das Prinzip bleibt bestehen:

Die Verbindung mit Gott ist keine einmalige Angelegenheit.

So wie das tägliche Opfer regelmäßig dargebracht wurde, braucht auch der Gläubige tägliche Gemeinschaft mit Gott durch Gebet, Bibelstudium und Hingabe.

Verse 9–10: Das Sabbatopfer

Am Sabbat wurden zusätzliche Opfer dargebracht.

Der Sabbat war bereits bei der Schöpfung eingesetzt worden (1. Mose 2,1–3), lange bevor Israel als Volk existierte.

Die zusätzlichen Opfer machten den Sabbat nicht heiliger. Der Sabbat war bereits von Gott geheiligt.

Sie betonten jedoch die besondere Bedeutung dieses Tages.

Der Sabbat sollte:

  • an die Schöpfung erinnern,

  • an Gottes Herrschaft erinnern,

  • das Vertrauen auf Gottes Versorgung stärken,

  • Zeit für Gemeinschaft mit Gott schaffen.

Der zusätzliche Gottesdienst am Sabbat zeigte, dass Gott einen besonderen Platz im Leben seines Volkes haben sollte.

Verse 11–15: Die Neumondopfer

Zu Beginn jedes Monats wurden weitere Opfer dargebracht.

Der Neumond markierte im biblischen Kalender einen neuen Abschnitt.

Für Israel war dies eine Gelegenheit, Gottes Führung in der Vergangenheit anzuerkennen und sich neu seiner Leitung anzuvertrauen.

Das Leben sollte nicht ziellos verlaufen.

Immer wieder sollte das Volk innehalten und sich bewusst machen, dass die Zeit Gott gehört.

Auch heute kann es hilfreich sein, regelmäßig zurückzublicken:

  • Wo hat Gott geführt?

  • Wo hat er bewahrt?

  • Wo ist geistliche Korrektur nötig?

Verse 16–25: Das Passah und das Fest der Ungesäuerten Brote

Nun kommt Gott zu den Jahresfesten.

Das erste ist das Passah.

Das Passah erinnerte an die Befreiung aus Ägypten.

Das Blut des Lammes an den Türpfosten bewahrte die Israeliten vor dem Gericht Gottes.

Dieses Ereignis war eine der deutlichsten Vorausschatten auf Christus.

Paulus schreibt später in 1. Korinther 5,7:

„Denn wir haben auch ein Passahlamm, das ist Christus, für uns geopfert“

Die ungesäuerten Brote hatten ebenfalls eine geistliche Bedeutung.

Sauerteig wird in der Bibel oft als Symbol für Sünde, Verderbnis oder falsche Lehre verwendet.

Das Fest erinnerte daran, dass Gottes Volk sich von der Sünde trennen sollte.

Die Befreiung aus Ägypten war nicht nur eine Befreiung von Sklaverei, sondern auch ein Aufruf zu einem neuen Leben.

Ebenso bedeutet Erlösung durch Christus nicht nur Vergebung, sondern auch Veränderung.

Verse 26–31: Das Fest der Erstlinge

Dieses Fest wurde zur Zeit der ersten Ernte gefeiert.

Die ersten Früchte gehörten Gott.

Dadurch bekannte Israel:

Alles, was wir besitzen, kommt letztlich von ihm.

Es erforderte Glauben, die ersten Früchte zu geben.

Die Haupternte lag noch in der Zukunft.

Doch das Volk vertraute darauf, dass Gott den Rest schenken würde.

Im Neuen Testament wird die Auferstehung Christi mit diesem Gedanken verbunden.

Paulus nennt Christus die „Erstlinge“ der Entschlafenen (1. Korinther 15,20).

Seine Auferstehung garantiert die zukünftige Auferstehung aller Erlösten.

Die geistliche Bedeutung der Opfer

Wenn man dieses Kapitel liest, könnte man denken, Gott interessiere sich vor allem für Tiere, Mengen und Rituale.

Doch das eigentliche Thema ist etwas anderes.

Jedes Opfer lehrte:

  • Die Schwere der Sünde.

  • Die Heiligkeit Gottes.

  • Die Notwendigkeit eines Stellvertreters.

  • Die kommende Erlösung.

Jeder blutige Altar war ein Hinweis auf Golgatha.

Jedes Lamm wies auf Christus hin.

Jedes Fest enthielt einen Teil des Erlösungsplans.

Die Opfer selbst konnten niemanden retten.

Sie hatten nur Bedeutung, wenn sie mit Glauben verbunden waren.

Schon im Alten Testament wollte Gott nicht bloß Rituale.

Er wollte Herzen, die ihm vertrauten.

Praktische Anwendung für heute

Dieses Kapitel erinnert daran, dass Anbetung keine gelegentliche Aktivität sein soll.

Viele Menschen suchen Gott nur in Krisenzeiten.

Das tägliche Opfer zeigt jedoch etwas anderes:

Die Gemeinschaft mit Gott soll regelmäßig und beständig sein.

Der Sabbat erinnert daran, dass der Mensch mehr braucht als Arbeit, Unterhaltung und materielle Dinge.

Er braucht Zeit mit seinem Schöpfer.

Das Passah erinnert daran, dass Erlösung allein durch das Blut des wahren Lammes Gottes möglich ist.

Die Erstlinge erinnern daran, Gott an die erste Stelle zu setzen und ihm auch dann zu vertrauen, wenn wir die vollständige Erfüllung seiner Verheißungen noch nicht sehen.

Die Hauptbotschaft von 4. Mose 28

Gott möchte nicht nur gelegentliche Hingabe, sondern eine beständige Beziehung.

Die täglichen Opfer, die Sabbatopfer und die Festopfer zeigen ein Leben, das um Gott herum geordnet ist.

Alles in diesem Kapitel weist letztlich auf Jesus Christus hin – das wahre Lamm Gottes, den vollkommenen Stellvertreter und die einzige Hoffnung für die Erlösung der Menschheit.