Hiob 34 – Lutherbibel 1912
Und es hob an Elihu und sprach:
Lutherbibel 1912 – 37 Verse. Der vollständige Kapiteltext:
- 1 Und es hob an Elihu und sprach:
- 2 Hört, ihr Weisen, meine Rede, und ihr Verständigen, merkt auf mich!
- 3 Denn das Ohr prüft die Rede, und der Mund schmeckt die Speise.
- 4 Laßt uns ein Urteil finden, daß wir erkennen unter uns, was gut sei.
- 5 Denn Hiob hat gesagt: “Ich bin gerecht, und Gott weigert mir mein Recht;
- 6 ich muß lügen, ob ich wohl recht habe, und bin gequält von meinen Pfeilen, ob ich wohl nichts verschuldet habe.”
- 7 Wer ist ein solcher Hiob, der da Spötterei trinkt wie Wasser
- 8 und auf dem Wege geht mit den Übeltätern und wandelt mit gottlosen Leuten?
- 9 Denn er hat gesagt: “Wenn jemand schon fromm ist, so gilt er doch nichts bei Gott.”
- 10 Darum hört mir zu, ihr weisen Leute: Es sei ferne, daß Gott sollte gottlos handeln und der Allmächtige ungerecht;
- 11 sondern er vergilt dem Menschen, darnach er verdient hat, und trifft einen jeglichen nach seinem Tun.
- 12 Ohne zweifel, Gott verdammt niemand mit Unrecht, und der Allmächtige beugt das Recht nicht.
- 13 Wer hat, was auf Erden ist, verordnet, und wer hat den ganzen Erdboden gesetzt?
- 14 So er nun an sich dächte, seinen Geist und Odem an sich zöge,
- 15 so würde alles Fleisch miteinander vergehen, und der Mensch würde wieder zu Staub werden.
- 16 Hast du nun Verstand, so höre das und merke auf die Stimme meiner Reden.
- 17 Kann auch, der das Recht haßt regieren? Oder willst du den, der gerecht und mächtig ist, verdammen?
- 18 Sollte einer zum König sagen: “Du heilloser Mann!” und zu den Fürsten: “Ihr Gottlosen!”?
- 19 Und er sieht nicht an die Person der Fürsten und kennt den Herrlichen nicht mehr als den Armen; denn sie sind alle seiner Hände Werk.
- 20 Plötzlich müssen die Leute sterben und zu Mitternacht erschrecken und vergehen; die Mächtigen werden weggenommen nicht durch Menschenhand.
- 21 Denn seine Augen sehen auf eines jeglichen Wege, und er schaut alle ihre Gänge.
- 22 Es ist keine Finsternis noch Dunkel, daß sich da möchten verbergen die Übeltäter.
- 23 Denn er darf auf den Menschen nicht erst lange achten, daß er vor Gott ins Gericht komme.
- 24 Er bringt die Stolzen um, ohne erst zu forschen, und stellt andere an ihre Statt:
- 25 darum daß er kennt ihre Werke und kehrt sie um des Nachts, daß sie zerschlagen werden.
- 26 Er straft sie ab wie die Gottlosen an einem Ort, da man es sieht:
- 27 darum daß sie von ihm weggewichen sind und verstanden seiner Wege keinen,
- 28 daß das Schreien der Armen mußte vor ihn kommen und er das Schreien der Elenden hörte.
- 29 Wenn er Frieden gibt, wer will verdammen? und wenn er das Antlitz verbirgt, wer will ihn schauen unter den Völkern und Leuten allzumal?
- 30 Denn er läßt nicht über sie regieren einen Heuchler, das Volk zu drängen.
- 31 Denn zu Gott muß man sagen: “Ich habe gebüßt, ich will nicht übel tun.
- 32 Habe ich's nicht getroffen, so lehre du mich's besser; habe ich Unrecht gehandelt, ich will's nicht mehr tun.”
- 33 Soll er nach deinem Sinn vergelten? Denn du verwirfst alles; du hast zu wählen, und nicht ich. Weißt du nun was, so sage an.
- 34 Verständige Leute werden zu mir sagen und ein weiser Mann, der mir zuhört:
- 35 “Hiob redet mit Unverstand, und seine Worte sind nicht klug.”
- 36 O, daß Hiob versucht würde bis ans Ende! darum daß er sich zu ungerechten Leuten kehrt.
- 37 Denn er hat über seine Sünde noch gelästert; er treibt Spott unter uns und macht seiner Reden viel wider Gott.