Hiob 27 – Lutherbibel 1912
Und Hiob fuhr fort und hob an seine Sprüche und sprach:
Lutherbibel 1912 – 23 Verse. Der vollständige Kapiteltext:
- 1 Und Hiob fuhr fort und hob an seine Sprüche und sprach:
- 2 So wahr Gott lebt, der mir mein Recht weigert, und der Allmächtige, der meine Seele betrübt;
- 3 solange mein Odem in mir ist und der Hauch von Gott in meiner Nase ist:
- 4 meine Lippen sollen nichts Unrechtes reden, und meine Zunge soll keinen Betrug sagen.
- 5 Das sei ferne von mir, daß ich euch recht gebe; bis daß mein Ende kommt, will ich nicht weichen von meiner Unschuld.
- 6 Von meiner Gerechtigkeit, die ich habe, will ich nicht lassen; mein Gewissen beißt mich nicht meines ganzen Lebens halben.
- 7 Aber mein Feind müsse erfunden werden als ein Gottloser, und der sich wider mich auflehnt, als ein Ungerechter.
- 8 Denn was ist die Hoffnung des Heuchlers, wenn Gott ein Ende mit ihm macht und seine Seele hinreißt?
- 9 Meinst du das Gott sein Schreien hören wird, wenn die Angst über ihn kommt?
- 10 Oder kann er an dem Allmächtigen seine Lust haben und Gott allezeit anrufen?
- 11 Ich will euch lehren von der Hand Gottes; und was bei dem Allmächtigen gilt, will ich nicht verhehlen.
- 12 Siehe, ihr haltet euch alle für klug; warum bringt ihr denn solch unnütze Dinge vor?
- 13 Das ist der Lohn eines gottlosen Menschen bei Gott und das Erbe der Tyrannen, das sie von dem Allmächtigen nehmen werden:
- 14 wird er viele Kinder haben, so werden sie des Schwertes sein; und seine Nachkömmlinge werden des Brots nicht satt haben.
- 15 Die ihm übrigblieben, wird die Seuche ins Grab bringen; und seine Witwen werden nicht weinen.
- 16 Wenn er Geld zusammenbringt wie Staub und sammelt Kleider wie Lehm,
- 17 so wird er es wohl bereiten; aber der Gerechte wird es anziehen, und der Unschuldige wird das Geld austeilen.
- 18 Er baut sein Haus wie eine Spinne, und wie ein Wächter seine Hütte macht.
- 19 Der Reiche, wenn er sich legt, wird er's nicht mitraffen; er wird seine Augen auftun, und da wird nichts sein.
- 20 Es wird ihn Schrecken überfallen wie Wasser; des Nachts wird ihn das Ungewitter wegnehmen.
- 21 Der Ostwind wird ihn wegführen, daß er dahinfährt; und Ungestüm wird ihn von seinem Ort treiben.
- 22 Er wird solches über ihn führen und wird sein nicht schonen; vor seiner Hand muß er fliehen und wieder fliehen.
- 23 Man wird über ihn mit den Händen klatschen und über ihn zischen, wo er gewesen ist.