Jeremia 51

So spricht der HERR: Siehe, ich will einen scharfen Wind erwecken wider Babel und wider ihre Einwohner, die sich wider mich gesetzt haben.

64 Verse – der vollständige Kapiteltext:

  1. 1 So spricht der HERR: Siehe, ich will einen scharfen Wind erwecken wider Babel und wider ihre Einwohner, die sich wider mich gesetzt haben.
  2. 2 Ich will auch Worfler gen Babel schicken, die sie worfeln sollen und ihr Land ausfegen, die allenthalben um sie sein werden am Tage ihres Unglücks;
  3. 3 denn ihre Schützen werden nicht schießen, und ihre Geharnischten werden sich nicht wehren können. So verschont nun ihre junge Mannschaft nicht, verbannet all ihr Heer,
  4. 4 daß die Erschlagenen daliegen im Lande der Chaldäer und die Erstochenen auf ihren Gassen!
  5. 5 Denn Israel und Juda sollen nicht Witwen von ihrem Gott, dem HERRN Zebaoth, gelassen werden. Denn jener Land hat sich hoch verschuldet am Heiligen in Israel.
  6. 6 Fliehet aus Babel, damit ein jeglicher seine Seele errette, daß ihr nicht untergeht in ihrer Missetat! Denn dies ist die Zeit der Rache des HERRN, der ein Vergelter ist und will ihnen bezahlen.
  7. 7 Ein goldener Kelch, der alle Welt trunken gemacht hat, war Babel in der Hand des HERRN; alle Heiden haben von ihrem Wein getrunken, darum sind die Heiden so toll geworden.
  8. 8 Wie plötzlich ist Babel gefallen und zerschmettert! Heulet über sie, nehmet auch Salbe zu ihren Wunden, ob sie vielleicht möchte heil werden!
  9. 9 Wir heilen Babel; aber sie will nicht heil werden. So laßt sie fahren und laßt uns ein jeglicher in sein Land ziehen! Denn ihre Strafe reicht bis an den Himmel und langt hinauf bis an die Wolken.
  10. 10 Der HERR hat unsre Gerechtigkeit hervorgebracht; kommt, laßt uns zu Zion erzählen die Werke des HERRN, unsers Gottes!
  11. 11 Ja, schärft nun die Pfeile wohl und rüstet die Schilde! Der HERR hat den Mut der Könige in Medien erweckt; denn seine Gedanken stehen wider Babel, daß er sie verderbe. Denn dies ist die Rache des HERRN, die Rache seines Tempels.
  12. 12 Ja, steckt nun Panier auf die Mauern zu Babel, nehmt die Wache ein, setzt Wächter, bestellt die Hut! denn der HERR gedenkt etwas und wird auch tun, was er wider die Einwohner zu Babel geredet hat.
  13. 13 Die du an großen Wassern wohnst und große Schätze hast, dein Ende ist gekommen, und dein Geiz ist aus!
  14. 14 Der HERR Zebaoth hat bei seiner Seele geschworen: Ich will dich mit Menschen füllen, als wären's Käfer; die sollen dir ein Liedlein singen!
  15. 15 Er hat die Erde durch seine Kraft gemacht und den Weltkreis durch seine Weisheit bereitet und den Himmel ausgebreitet durch seinen Verstand.
  16. 16 Wenn er donnert, so ist da Wasser die Menge unter dem Himmel; er zieht die Nebel auf vom Ende der Erde; er macht die Blitze im Regen und läßt den Wind kommen aus seinen Vorratskammern.
  17. 17 Alle Menschen sind Narren mit ihrer Kunst, und die Goldschmiede bestehen mit Schanden mit ihren Bildern; denn ihre Götzen sind Trügerei und haben kein Leben.
  18. 18 Es ist eitel Nichts und verführerisches Werk; sie müssen umkommen, wenn sie heimgesucht werden.
  19. 19 Aber also ist der nicht, der Jakobs Schatz ist; sondern der alle Dinge schafft, der ist's, und Israel ist sein Erbteil. Er heißt HERR Zebaoth.
  20. 20 Du bist mein Hammer, meine Kriegswaffe; durch dich zerschmettere ich die Heiden und zerstöre die Königreiche;
  21. 21 durch dich zerschmettere ich Rosse und Reiter und zerschmettere Wagen und Fuhrmänner;
  22. 22 durch dich zerschmettere ich Männer und Weiber und zerschmettere Alte und Junge und zerschmettere Jünglinge und Jungfrauen;
  23. 23 durch dich zerschmettere ich Hirten und Herden und zerschmettere Bauern und Joche und zerschmettere Fürsten und Herren.
  24. 24 Und ich will Babel und allen Einwohnern in Chaldäa vergelten alle ihre Bosheit, die sie an Zion begangen haben, vor euren Augen, spricht der HERR.
  25. 25 Siehe, ich will an dich, du schädlicher Berg, der du alle Welt verderbest, spricht der HERR; ich will meine Hand über dich strecken und dich von den Felsen herabwälzen und will einen verbrannten Berg aus dir machen,
  26. 26 daß man weder Eckstein noch Grundstein aus dir nehmen könne, sondern eine ewige Wüste sollst du sein, spricht der HERR.
  27. 27 Werfet Panier auf im Lande, blaset die Posaune unter den Heiden, heiliget die Heiden wider sie; rufet wider sie die Königreiche Ararat, Minni und Askenas; bestellt Hauptleute wider sie; bringt Rosse herauf wie flatternde Käfer!
  28. 28 Heiligt die Heiden wider sie, die Könige aus Medien samt allen ihren Fürsten und Herren und das ganze Land ihrer Herrschaft,
  29. 29 daß das Land erbebe und erschrecke; denn die Gedanken des HERRN wollen erfüllt werden wider Babel, daß er das Land Babel zur Wüste mache, darin niemand wohne.
  30. 30 Die Helden zu Babel werden nicht zu Felde ziehen, sondern müssen in der Festung bleiben, ihre Stärke ist aus, sie sind Weiber geworden; ihre Wohnungen sind angesteckt und ihre Riegel zerbrochen.
  31. 31 Es läuft hier einer und da einer dem andern entgegen, und eine Botschaft begegnet der andern, dem König zu Babel anzusagen, daß seine Stadt gewonnen sei bis ans Ende
  32. 32 und die Furten eingenommen und die Seen ausgebrannt sind und die Kriegsleute seien blöde geworden.
  33. 33 Denn also spricht der HERR Zebaoth, der Gott Israels: “Die Tochter Babel ist wie eine Tenne, wenn man darauf drischt; es wird ihre Ernte gar bald kommen.”
  34. 34 Nebukadnezar, der König zu Babel, hat mich gefressen und umgebracht; er hat aus mir ein leeres Gefäß gemacht; er hat mich verschlungen wie ein Drache; er hat seinen Bauch gefüllt mit meinem Köstlichsten; er hat mich verstoßen.
  35. 35 Nun aber komme über Babel der Frevel, an mir begangen und an meinem Fleische, spricht die Einwohnerin zu Zion, und mein Blut über die Einwohner in Chaldäa, spricht Jerusalem.
  36. 36 Darum spricht der HERR also: Siehe, ich will dir deine Sache ausführen und dich rächen; ich will ihr Meer austrocknen und ihre Brunnen versiegen lassen.
  37. 37 Und Babel soll zum Steinhaufen und zur Wohnung der Schakale werden, zum Wunder und zum Anpfeifen, daß niemand darin wohne.
  38. 38 Sie sollen miteinander brüllen wie die Löwen und schreien wie die jungen Löwen.
  39. 39 Ich will sie mit ihrem Trinken in die Hitze setzen und will sie trunken machen, daß sie fröhlich werden und einen ewigen Schlaf schlafen, von dem sie nimmermehr aufwachen sollen, spricht der HERR.
  40. 40 Ich will sie herunterführen wie Lämmer zur Schlachtbank, wie die Widder mit den Böcken.
  41. 41 Wie ist Sesach so gewonnen und die Berühmte in aller Welt so eingenommen! Wie ist Babel so zum Wunder geworden unter den Heiden!
  42. 42 Es ist ein Meer über Babel gegangen, und es ist mit seiner Wellen Menge bedeckt.
  43. 43 Ihre Städte sind zur Wüste und zu einem dürren, öden Lande geworden, zu einem Lande, darin niemand wohnt und darin kein Mensch wandelt.
  44. 44 Denn ich habe den Bel zu Babel heimgesucht und habe aus seinem Rachen gerissen, was er verschlungen hatte; und die Heiden sollen nicht mehr zu ihm laufen; denn es sind auch die Mauern zu Babel zerfallen.
  45. 45 Ziehet heraus, mein Volk, und errette ein jeglicher seine Seele vor dem grimmigen Zorn des HERRN!
  46. 46 Euer Herz möchte sonst weich werden und verzagen vor dem Geschrei, das man im Lande hören wird; denn es wird ein Geschrei übers Jahr gehen und darnach im andern Jahr auch ein Geschrei über Gewalt im Lande und wird ein Fürst wider den andern sein.
  47. 47 Darum siehe, es kommt die Zeit, daß ich die Götzen zu Babel heimsuchen will und ihr ganzes Land zu Schanden werden soll und ihre Erschlagenen darin liegen werden.
  48. 48 Himmel und Erde und alles was darinnen ist, werden jauchzen über Babel, daß ihre Verstörer von Mitternacht gekommen sind, spricht der HERR.
  49. 49 Und wie Babel in Israel die Erschlagenen gefällt hat, also sollen zu Babel die Erschlagenen fallen im ganzen Lande.
  50. 50 So ziehet nun hin, die ihr dem Schwert entronnen seid, und säumet euch nicht! Gedenket des HERRN im fernen Lande und lasset euch Jerusalem im Herzen sein!
  51. 51 Wir waren zu Schanden geworden, da wir die Schmach hören mußten, und die Scham unser Angesicht bedeckte, da die Fremden über das Heiligtum des Hauses des HERRN kamen.
  52. 52 Darum siehe, die Zeit kommt, spricht der HERR, daß ich ihre Götzen heimsuchen will, und im ganzen Lande sollen die tödlich Verwundeten seufzen.
  53. 53 Und wenn Babel gen Himmel stiege und ihre Macht in der Höhe festmachte, so sollen doch Verstörer von mir über sie kommen, spricht der HERR.
  54. 54 Man hört ein Geschrei zu Babel und einen großen Jammer in der Chaldäer Lande;
  55. 55 denn der HERR verstört Babel und verderbt sie mit großem Getümmel; ihre Wellen brausen wie die großen Wasser, es erschallt ihr lautes Toben.
  56. 56 Denn es ist über Babel der Verstörer gekommen, ihre Helden werden gefangen, ihre Bogen zerbrochen; denn der Gott der Rache, der HERR, bezahlt ihr.
  57. 57 Ich will ihre Fürsten, Weisen, Herren und Hauptleute und Krieger trunken machen, daß sie einen ewigen Schlaf sollen schlafen, davon sie nimmermehr aufwachen, spricht der König, der da heißt HERR Zebaoth.
  58. 58 So spricht der HERR Zebaoth: Die Mauern der großen Babel sollen untergraben und ihre hohen Tore mit Feuer angesteckt werden, daß der Heiden Arbeit verloren sei, und daß verbrannt werde, was die Völker mit Mühe erbaut haben.
  59. 59 Dies ist das Wort, das der Prophet Jeremia befahl Seraja dem Sohn Nerias, des Sohnes Maasejas, da er zog mit Zedekia, dem König in Juda, gen Babel im vierten Jahr seines Königreichs. Und Seraja war der Marschall für die Reise.
  60. 60 Und Jeremia schrieb all das Unglück, so über Babel kommen sollte, in ein Buch, nämlich alle diese Worte, die wider Babel geschrieben sind.
  61. 61 Und Jeremia sprach zu Seraja: Wenn du gen Babel kommst, so schaue zu und lies alle diese Worte
  62. 62 und sprich: HERR, du hast geredet wider diese Stätte, daß du sie willst ausrotten, daß niemand darin wohne, weder Mensch noch Vieh, sondern daß sie ewiglich wüst sei.
  63. 63 Und wenn du das Buch hast ausgelesen, so binde einen Stein daran und wirf es in den Euphrat
  64. 64 und sprich: also soll Babel versenkt werden und nicht wieder aufkommen von dem Unglück, das ich über sie bringen will, sondern vergehen. So weit hat Jeremia geredet.

Kapitel-Erklärung

Kurze Zusammenfassung

Jeremia 51 setzt die Gerichtsbotschaft über Babylon fort und bildet zusammen mit Kapitel 50 den Höhepunkt der Weissagungen gegen die Völker. Babylon war die mächtigste Weltmacht ihrer Zeit und schien uneinnehmbar. Dennoch verkündet Gott, dass ihr Untergang beschlossen ist. Der Grund dafür liegt in ihrem Hochmut, ihrem Götzendienst, ihrer Gewalt und ihrer Verfolgung von Gottes Volk.

Gleichzeitig enthält das Kapitel eine Botschaft der Hoffnung für Israel und Juda. Gott hat sein Volk nicht vergessen. Obwohl er Babylon als Werkzeug seines Gerichts benutzt hat, wird Babylon selbst für seine Sünden zur Rechenschaft gezogen.

Die zentrale Botschaft lautet:

Gott benutzt Nationen zur Ausführung seiner Pläne, aber keine Nation steht über seinem Gesetz. Wer sich gegen Gott erhebt, wird letztlich fallen.

Historischer Hintergrund

Zur Zeit Jeremias war Babylon das Zentrum der damaligen Welt. Seine gewaltigen Mauern, Paläste und Tempel galten als Meisterwerke der Antike. Viele Menschen hielten die Stadt für uneinnehmbar.

Doch Gott kündigt ihren Untergang Jahrzehnte vorher an.

Historisch erfüllte sich diese Prophetie im Jahr 539 v. Chr., als die Meder und Perser unter der Führung von Kyros II. Babylon eroberten. Nach den Berichten der Bibel und antiker Geschichtsschreiber gelang dies überraschend schnell, obwohl die Stadt über enorme Verteidigungsanlagen verfügte.

Für die Juden in der babylonischen Gefangenschaft war diese Prophetie ein großer Trost: Die Macht Babylons würde nicht ewig dauern.

Verse 1–14: Gott kündigt den Untergang Babylons an

Gott erklärt, dass er einen „Verderber“ gegen Babylon senden wird.

Babylon hatte viele Völker zerstört, doch nun wird das Gericht auf Babylon selbst zurückfallen.

Ein wichtiges biblisches Prinzip wird sichtbar:

Gott misst mit demselben Maß, mit dem Menschen handeln.

Wer Gewalt sät, wird Gewalt ernten. Wer andere unterdrückt, wird selbst nicht dauerhaft bestehen.

Die zahlreichen militärischen Bilder zeigen, dass das Gericht vollständig sein wird.

Verse 15–19: Der lebendige Gott und die toten Götzen

Mitten in der Gerichtsbotschaft erinnert Jeremia daran, wer Gott ist.

Er hat:

  • die Erde geschaffen,

  • den Himmel ausgebreitet,

  • die Naturgesetze eingesetzt.

Im Gegensatz dazu stehen die Götzen.

Sie werden von Menschen hergestellt und besitzen weder Leben noch Macht.

Das ist ein wiederkehrendes Thema im Buch Jeremia.

Geistliche Anwendung

Ein Götze muss nicht aus Stein oder Holz bestehen.

Auch heute können Menschen Dinge an die Stelle Gottes setzen:

  • Geld,

  • Karriere,

  • Macht,

  • Unterhaltung,

  • Ansehen,

  • Technik.

Alles, worauf der Mensch sein letztes Vertrauen setzt statt auf Gott, kann zum Götzen werden.

Verse 20–26: Babylon als Werkzeug Gottes

Gott bezeichnet Babylon sinngemäß als seine „Kriegshammer“.

Mit Babylon hat Gott andere Nationen gerichtet.

Doch nun endet dieser Auftrag.

Ein Werkzeug Gottes erhält dadurch keinen Freibrief für eigenes Unrecht.

Babylon handelte aus Ehrgeiz, Stolz und Grausamkeit.

Deshalb wird Gott auch Babylon richten.

Das zeigt ein wichtiges theologisches Prinzip:

Gott bleibt souverän, auch wenn er sündige Menschen oder Nationen benutzt, um seine Pläne zu verwirklichen. Die Verantwortung für ihre Sünde tragen sie dennoch selbst.

Verse 27–33: Die Völker werden gegen Babylon versammelt

Mehrere Königreiche werden genannt, die gegen Babylon ziehen sollen.

Historisch beteiligten sich verschiedene Völker am Sieg der Meder und Perser.

Jeremia beschreibt das Geschehen mit eindrucksvollen Bildern:

  • Heere sammeln sich.

  • Pferde ziehen aus.

  • Die Erde erbebt.

  • Babylon gerät in Angst.

Aus menschlicher Sicht war Babylon die stärkere Macht.

Doch Gott entscheidet den Ausgang.

Verse 34–44: Die Klage Zions und Gottes Antwort

Israel beschreibt Babylon wie ein Raubtier, das alles verschlungen hat.

Babylon hatte den Tempel zerstört, Jerusalem verwüstet und viele Menschen verschleppt.

Doch Gott antwortet:

Er wird für sein Volk eintreten.

Besonders wird der Gott Bel erwähnt, dem die Babylonier dienten.

Gott erklärt, dass dieser Götze seine Macht verlieren wird.

Damit macht Gott deutlich:

Nicht Babylon und nicht seine Götter bestimmen die Geschichte, sondern der Herr allein.

Verse 45–58: „Geht hinaus aus Babylon“

Gott ruft sein Volk auf:

„Geht hinaus aus ihrer Mitte“

Dies bedeutete zunächst ganz praktisch, dass die Juden Babylon verlassen sollten, wenn Gott ihnen die Rückkehr ermöglichte.

Doch der Gedanke besitzt auch eine geistliche Bedeutung.

Babylon steht in der Bibel oft für:

  • Stolz,

  • Rebellion gegen Gott,

  • religiöse Verwirrung,

  • menschliche Selbstherrlichkeit.

Deshalb ist die Aufforderung zeitlos:

Gottes Volk soll sich nicht mit Sünde und Irrtum verbinden.

Verbindung zur Offenbarung

In Offenbarung 18 wird derselbe Ruf wiederholt:

„Geht hinaus aus ihr, mein Volk“

Dort steht Babylon symbolisch für ein weltweites System des Abfalls von Gott. Der Gedanke bleibt derselbe: Gottes Volk soll ihm treu bleiben und sich nicht von Irrtum oder Sünde beherrschen lassen.

Verse 59–64: Jeremias Schriftrolle

Jeremia gibt seinem Begleiter Seraja eine Schriftrolle mit dieser Prophetie.

Nachdem sie in Babylon vorgelesen wurde, soll sie an einen Stein gebunden und in den Euphrat geworfen werden.

Die Bedeutung ist klar:

So wie die Rolle im Wasser versinkt, wird auch Babylon untergehen und nicht wieder zu seiner früheren Macht aufsteigen.

Das ist ein starkes Symbol dafür, dass Gottes Wort zuverlässig ist und seine Ankündigungen sich erfüllen.

Die geistliche Hauptbotschaft

Jeremia 51 zeigt mehrere grundlegende Wahrheiten:

1. Gott steht über allen Weltmächten.

Babylon war das mächtigste Reich seiner Zeit und fiel dennoch nach Gottes Plan.

2. Stolz führt zum Gericht.

Babylon verherrlichte sich selbst und vergaß den wahren Gott.

3. Götzen können nicht retten.

Sie sind Werke menschlicher Hände und besitzen keine Macht.

4. Gott vergisst sein Volk nicht.

Auch wenn Israel unter Gericht leiden musste, blieb Gottes Bund bestehen.

5. Gottes Volk ist zur Treue berufen.

Der Ruf, Babylon zu verlassen, erinnert daran, sich von allem zu trennen, was Gott widerspricht.

Verbindungen zu anderen Bibelstellen

  • Jesaja 44–47 kündigt ebenfalls den Fall Babylons an und nennt sogar Kyros als Werkzeug Gottes.

  • Daniel 5 beschreibt die Nacht, in der Babylon fiel und die Schrift „Mene, Mene, Tekel, Upharsin“ erschien.

  • Sprüche 16,18 lehrt: „Stolz kommt vor dem Verderben“

  • Offenbarung 17–18 verwendet Babylon als Symbol eines gottfeindlichen Systems und wiederholt den Aufruf, daraus hinauszugehen.

Praktische Anwendung für heute

Jeremia 51 fordert jeden Menschen heraus, sich zu fragen:

  • Vertraue ich auf Gott oder auf die Sicherheiten dieser Welt?

  • Gibt es Dinge, die in meinem Leben den Platz Gottes eingenommen haben?

  • Bin ich bereit, mich von Sünde und Irrtum zu trennen, auch wenn sie gesellschaftlich akzeptiert sind?

  • Lebe ich in Demut oder in Selbstvertrauen?

Die Geschichte Babylons erinnert daran, dass keine Macht, kein Reichtum und keine menschliche Leistung ewig bestehen. Nur Gottes Reich hat Bestand.

Die wichtigste Lektion

Jeremia 51 zeigt eindrucksvoll, dass Gottes Gerechtigkeit sicher kommt und sein Wort sich erfüllt. Babylon schien unbesiegbar, doch es fiel genau nach Gottes Ankündigung. Gleichzeitig bewahrte Gott die Hoffnung für sein Volk und bereitete den Weg zur Rückkehr.

Die zentrale Botschaft des Kapitels lautet:

Gottes Herrschaft ist ewig. Alle menschlichen Reiche vergehen, aber wer sein Vertrauen auf den Herrn setzt und seinem Wort treu bleibt, baut auf ein Fundament, das niemals erschüttert wird.