Jakob hob seine Augen auf und sah seinen Bruder Esau kommen mit vierhundert Mann. Und er teilte seine Kinder zu Lea und zu Rahel und zu den beiden Mägden
Lutherbibel 1912 – 20 Verse. Der vollständige Kapiteltext:
1 Jakob hob seine Augen auf und sah seinen Bruder Esau kommen mit vierhundert Mann. Und er teilte seine Kinder zu Lea und zu Rahel und zu den beiden Mägden
2 und stellte die Mägde mit ihren Kindern vornean und Lea mit ihren Kindern hernach und Rahel mit Joseph zuletzt
3 und er ging vor ihnen her und neigte sich siebenmal zur Erde, bis er zu seinem Bruder kam.
4 Esau aber lief ihm entgegen und herzte ihn und fiel ihm um den Hals und küßte ihn; und sie weinten.
5 Und hob seine Augen auf und sah die Weiber mit den Kindern und sprach: Wer sind diese bei dir? Er antwortete: Es sind Kinder, die Gott deinem Knecht beschert hat.
6 Und die Mägde traten herzu mit ihren Kindern und neigten sich vor ihm.
7 Lea trat auch herzu mit ihren Kindern und neigten sich vor ihm. Darnach trat Joseph und Rahel herzu und neigten sich auch vor ihm.
8 Und er sprach: Was willst du mit all dem Heerzug, dem ich begegnet bin? Er antwortete: Daß ich Gnade fände vor meinem Herrn.
9 Esau sprach: Ich habe genug, mein Bruder; behalte, was du hast.
10 Jakob antwortete: Ach nein, habe ich Gnade vor dir gefunden, so nimm mein Geschenk von meiner Hand; denn ich sah dein Angesicht, als sähe ich Gottes Angesicht, und du hast mich gnädig angenommen.
11 Nimm doch den Segen an, den ich dir zugebracht habe; denn Gott hat mir ihn beschert, und ich habe alles genug. Also nötigte er ihn, daß ers nahm.
12 Und er sprach: Laß uns fortziehen und reisen; ich will neben dir herziehen.
13 Er aber sprach zu ihm: Mein Herr, du erkennst, daß ich zarte Kinder bei mir habe, dazu säugende Schafe und Kühe; wenn sie einen Tag übertrieben würden, würde mir die ganze Herde sterben.
14 Mein Herr ziehe vor seinem Knecht hin. Ich will gemächlich hintennach treiben, nach dem das Vieh vor mir her gehen kann, und nach dem die Kinder gehen können, bis daß ich komme zu meinem Herrn nach Seir.
15 Esau sprach: So will ich doch bei dir lassen etliche vom Volk, das mit mir ist. Er antwortete: Was ists vonnöten? Laß mich nur Gnade vor meinem Herrn finden.
16 Also zog des Tages Esau wiederum seines Weges gen Seir.
17 Und Jakob zog gen Sukkoth und baute sich ein Haus und machte seinem Vieh Hütten; daher heißt die Stätte Sukkoth.
18 Darnach zog Jakob mit Frieden zu der Stadt Sichem, die im Lande Kanaan liegt (nachdem er aus Mesopotamien gekommen war), und machte sein Lager vor der Stadt
19 und kaufte ein Stück Acker, darauf er sein Gezelt aufschlug, von den Kindern Hemors, des Vaters Sichems, um hundert Groschen.
20 Und richtete daselbst einen Altar zu und rief an den Namen des starken Gottes Israels.