2. Mose 28

Du sollst Aaron, deinen Bruder, und seine Söhne zu dir nehmen aus den Kindern Israel, daß er mein Priester sei, nämlich Aaron und seine Söhne Nadab, Abihu, Eleasar und Ithamar.

43 Verse – der vollständige Kapiteltext:

  1. 1 Du sollst Aaron, deinen Bruder, und seine Söhne zu dir nehmen aus den Kindern Israel, daß er mein Priester sei, nämlich Aaron und seine Söhne Nadab, Abihu, Eleasar und Ithamar.
  2. 2 Und sollst Aaron, deinen Bruder, heilige Kleider machen, die herrlich und schön seien.
  3. 3 Und du sollst reden mit allen, die eines weisen Herzens sind, die ich mit dem Geist der Weisheit erfüllt habe, daß sie Aaron Kleider machen zu seiner Weihe, daß er mein Priester sei.
  4. 4 Das sind aber die Kleider, die sie machen sollen: das Amtschild, den Leibrock, Purpurrock, engen Rock, Hut und Gürtel. Also sollen sie heilige Kleider machen deinem Bruder Aaron und seinen Söhnen, daß er mein Priester sei.
  5. 5 Dazu sollen sie nehmen Gold, blauen und roten Purpur, Scharlach und weiße Leinwand.
  6. 6 Den Leibrock sollen sie machen von Gold, blauem und rotem Purpur, Scharlach und gezwirnter weißer Leinwand, kunstreich;
  7. 7 zwei Schulterstücke soll er haben, die zusammengehen an beiden Enden, und soll zusammengebunden werden.
  8. 8 Und sein Gurt darauf soll derselben Kunst und Arbeit sein, von Gold, blauem und rotem Purpur, Scharlach und gezwirnter weißer Leinwand.
  9. 9 Und sollst zwei Onyxsteine nehmen und darauf graben die Namen der Kinder Israel,
  10. 10 Auf jeglichen sechs Namen, nach der Ordnung ihres Alters.
  11. 11 Das sollst du tun durch die Steinschneider, die da Siegel graben, also daß sie mit Gold umher gefaßt werden.
  12. 12 Und sollst sie auf die Schulterstücke des Leibrocks heften, daß es Steine seien zum Gedächtnis für die Kinder Israel, daß Aaron ihre Namen auf seinen beiden Schultern trage vor dem HERRN zum Gedächtnis.
  13. 13 Und sollst goldene Fassungen machen
  14. 14 und zwei Ketten von feinem Golde, mit zwei Enden, aber die Glieder ineinander hangend; und sollst sie an die Fassungen tun.
  15. 15 Das Amtschild sollst du machen nach der Kunst, wie den Leibrock, von Gold, blauem und rotem Purpur, Scharlach und gezwirnter weißer Leinwand.
  16. 16 Viereckig soll es sein und zwiefach; eine Spanne breit soll seine Länge sein und eine Spanne breit seine Breite.
  17. 17 Und sollst's füllen die vier Reihen voll Steine. Die erste Reihe sei ein Sarder, Topas, Smaragd;
  18. 18 die andere ein Rubin, Saphir, Demant;
  19. 19 die dritte ein Lynkurer, Achat, Amethyst;
  20. 20 die vierte ein Türkis, Onyx, Jaspis. In Gold sollen sie gefaßt sein in allen Reihen
  21. 21 und sollen nach den zwölf Namen der Kinder Israel stehen, gegraben vom Steinschneider, daß auf einem jeglichen ein Namen stehe nach den zwölf Stämmen.
  22. 22 Und sollst Ketten zu dem Schild machen mit zwei Enden, aber die Glieder ineinander hangend, von feinem Golde,
  23. 23 und zwei goldene Ringe an das Schild, also daß du die zwei Ringe heftest an zwei Ecken des Schildes,
  24. 24 und die zwei goldenen Ketten in die zwei Ringe an den beiden Ecken des Schildes tust.
  25. 25 Aber die zwei Enden der zwei Ketten sollst du an die zwei Fassungen tun und sie heften auf die Schulterstücke am Leibrock vornehin.
  26. 26 Und sollst zwei andere goldene Ringe machen und an die zwei Ecken des Schildes heften an seinem Rand, inwendig gegen den Leibrock.
  27. 27 Und sollst abermals zwei goldene Ringe machen und sie unten an die zwei Schulterstücke vorn am Leibrock heften, wo der Leibrock zusammengeht, oben über dem Gurt des Leibrocks.
  28. 28 Und man soll das Schild mit seinen Ringen mit einer blauen Schnur an die Ringe des Leibrocks knüpfen, daß es über dem Gurt des Leibrocks hart anliege und das Schild sich nicht vom Leibrock losmache.
  29. 29 Also soll Aaron die Namen der Kinder Israel tragen in dem Amtschild auf seinem Herzen, wenn er in das Heilige geht, zum Gedächtnis vor dem HERRN allezeit.
  30. 30 Und sollst in das Amtschild tun Licht und Recht, daß sie auf dem Herzen Aarons seien, wenn er eingeht vor den HERRN, daß er trage das Amt der Kinder Israel auf seinem Herzen vor dem HERRN allewege.
  31. 31 Du sollst auch einen Purpurrock unter dem Leibrock machen ganz von blauem Purpur.
  32. 32 Und oben mitteninne soll ein Loch sein und eine Borte um das Loch her zusammengefaltet, daß er nicht zerreiße.
  33. 33 Und unten an seinen Saum sollst du Granatäpfel machen von blauem und rotem Purpur und Scharlach um und um und zwischen dieselben goldene Schellen auch um und um,
  34. 34 daß eine goldene Schelle sei, darnach ein Granatapfel und wieder eine goldene Schelle und wieder ein Granatapfel, um und um an dem Saum des Purpurrocks.
  35. 35 Und Aaron soll ihn anhaben, wenn er dient, daß man seinen Klang höre, wenn er aus und eingeht in das Heilige vor dem HERRN, auf daß er nicht sterbe.
  36. 36 Du sollst auch ein Stirnblatt machen von feinem Golde und darauf ausgraben, wie man die Siegel ausgräbt: Heilig dem HERRN.
  37. 37 Und sollst's heften an eine blaue Schnur vorn an den Hut,
  38. 38 auf der Stirn Aarons, daß also Aaron trage die Missetat des Heiligen, das die Kinder Israel heiligen in allen Gaben ihrer Heiligung; und es soll allewege an seiner Stirn sein, daß er sie versöhne vor dem HERRN.
  39. 39 Du sollst auch einen engen Rock machen von weißer Leinwand und einen Hut von weißer Leinwand machen und einen gestickten Gürtel.
  40. 40 Und den Söhnen Aarons sollst du Röcke, Gürtel und Hauben machen, die herrlich und schön seien.
  41. 41 Und sollst sie deinem Bruder Aaron samt seinen Söhnen anziehen; und sollst sie salben und ihre Hände füllen und sie weihen, daß sie meine Priester seien.
  42. 42 Und sollst ihnen leinene Beinkleider machen, zu bedecken die Blöße des Fleisches von den Lenden bis an die Hüften.
  43. 43 Und Aaron und seine Söhne sollen sie anhaben, wenn sie in die Hütte des Stifts gehen oder hinzutreten zum Altar, daß sie dienen in dem Heiligtum, daß sie nicht ihre Missetat tragen und sterben müssen. Das soll ihm und seinem Stamm nach ihm eine ewige Weise sein.

Kapitel-Erklärung

Kurze Zusammenfassung

In diesem Kapitel gibt Gott genaue Anweisungen für die Kleidung Aarons und seiner Söhne. Aaron sollte als Hoherpriester dienen, seine Söhne als Priester. Die Kleidung war nicht bloß Schmuck oder religiöse Tradition. Jedes Kleidungsstück hatte geistliche Bedeutung und zeigte Eigenschaften des kommenden Messias, des himmlischen Priesterdienstes und der Heiligkeit Gottes.

Das Kapitel zeigt auch eine wichtige Wahrheit: Niemand kann einfach so vor Gott treten. Der sündige Mensch braucht Reinigung, Stellvertretung und einen Mittler.

Historischer und geistlicher Hintergrund

Nach dem Bundesschluss am Sinai beginnt Gott nun, das Heiligtum und den Priesterdienst einzusetzen. Das Heiligtum war eine sichtbare Darstellung des Erlösungsplans. Alles darin zeigte auf Christus:

  • das Opfer

  • das Priestertum

  • die Fürsprache

  • die Heiligkeit

  • die Reinigung von Sünde

Aaron wurde nicht Priester, weil er moralisch besser war als andere. Er wurde von Gott berufen. Das zeigt ein göttliches Prinzip: Wahre geistliche Autorität kommt von Gott, nicht vom Menschen.

Die Priesterkleidung war im Alten Orient außergewöhnlich kostbar. In vielen heidnischen Religionen sollten Priester Macht und Mystik ausstrahlen. Doch Israels Priesterdienst sollte etwas anderes zeigen: Reinheit, Heiligkeit und Gottes Gegenwart.

Verse 1–5 – Aaron und seine Söhne werden ausgesondert

Gott sagt zu Mose:

„Du aber sollst Aaron, deinen Bruder, und seine Söhne zu dir nehmen aus den Kindern Israel, daß er mein Priester sei“

Priesterdienst beginnt mit Berufung.

Niemand durfte sich dieses Amt selbst nehmen. Später zeigt Gott das sehr ernst in der Geschichte Korahs in 4. Mose 16, als Menschen Gottes Ordnung ablehnten.

Die Kleidung sollte gemacht werden:

„zur Ehre und zum Schmuck“

Das bedeutet nicht weltlichen Luxus. Die Kleidung sollte sichtbar machen:

  • Gottes Heiligkeit

  • die Würde des Dienstes

  • die Schönheit göttlicher Ordnung

Gott ist kein Gott des Chaos oder der Nachlässigkeit.

Heute wird manchmal so getan, als spiele Ehrfurcht keine Rolle mehr. Doch die Bibel zeigt vom Anfang bis zum Ende: Gottes Gegenwart ist heilig.

Verse 6–14 – Das Ephod

Das Ephod war eines der wichtigsten Kleidungsstücke des Hohenpriesters.

Es bestand aus:

  • Gold

  • blauem Purpur

  • rotem Purpur

  • Scharlach

  • gezwirnter weißer Leinwand

Diese Farben tragen geistliche Bedeutung:

  • Weiß → Reinheit

  • Blau → Himmel und göttliches Gesetz

  • Purpur → königliche Würde

  • Scharlach → Opfer und Blut

  • Gold → göttliche Herrlichkeit

Auf den Schultersteinen standen die Namen der zwölf Stämme Israels.

Das ist ein starkes Bild:
Der Hohepriester trug das Volk auf seinen Schultern vor Gott.

Schultern sprechen in der Bibel oft von Last und Verantwortung.

Das weist prophetisch auf Christus hin. Jesus trägt sein Volk. Er ist nicht nur Opferlamm, sondern auch Hoherpriester.

In Jesaja 9 heißt es:

„die Herrschaft ruht auf seiner Schulter“

Christus trägt die Verantwortung für die Erlösung seines Volkes.

Verse 15–30 – Das Brustschild des Gerichts

Das Brustschild war quadratisch und enthielt zwölf Edelsteine mit den Namen der zwölf Stämme.

Der Hohepriester trug Israel:

  • auf den Schultern → Kraft

  • auf dem Herzen → Liebe

Das zeigt Gottes Charakter.

Christus trägt sein Volk nicht kalt oder mechanisch. Sein Priesterdienst geschieht mit Liebe, Mitgefühl und vollkommener Fürsprache.

In diesem Brustschild befanden sich auch die Urim und Tummim.

Niemand weiß heute exakt, wie sie funktionierten. Wahrscheinlich dienten sie dazu, Gottes Entscheidung in besonderen Situationen sichtbar zu machen.

Wichtig ist:
Israel sollte nicht unabhängig handeln, sondern Gottes Willen suchen.

Das gilt bis heute.

Viele Menschen wollen Gottes Segen, aber nicht Gottes Leitung.

Geistliche Bedeutung der Edelsteine

Jeder Stamm hatte einen eigenen Stein.

Das zeigt:
Gott kennt jeden Einzelnen persönlich.

Nicht nur das Volk insgesamt,
sondern jede Person.

Auch in der Offenbarung erscheinen Edelsteine wieder im neuen Jerusalem.

Die Bibel hat eine durchgehende Linie:
Erlösung, Priesterdienst und Gottes Volk gehören zusammen.

Verse 31–35 – Das Oberkleid und die Schellen

Das blaue Oberkleid hatte unten:

  • goldene Schellen

  • Granatäpfel

Wenn Aaron im Heiligtum diente, hörte man die Schellen.

Der Priesterdienst geschah nicht verborgen oder willkürlich.

Die Granatäpfel stehen oft symbolisch für Fruchtbarkeit und geistliche Frucht.

Interessant ist die Verbindung:

  • Schellen → Zeugnis

  • Granatäpfel → Frucht

Wahre geistliche Arbeit braucht beides:

  • Wahrheit

  • Frucht

Nur reden genügt nicht.
Nur äußerliche Frucht genügt ebenfalls nicht.

Vers 36–38 – Das goldene Stirnblatt

Auf der goldenen Platte stand:

„HEILIG DEM HERRN“

Das war auf Aarons Stirn.

Die Stirn symbolisiert in der Bibel oft:

  • Denken

  • Entscheidungen

  • Loyalität

Gott wollte zeigen:
Der Priester gehört vollständig ihm.

Das ist auch prophetisch wichtig.

In der Offenbarung gibt es ebenfalls ein Zeichen an der Stirn – entweder Zugehörigkeit zu Gott oder zum System des Bösen.

Der große Kampf dreht sich letztlich um Anbetung und Loyalität.

Das Stirnblatt zeigt außerdem:
Selbst der heilige Priesterdienst brauchte Sühnung.

Denn Menschen bleiben aus sich selbst unvollkommen.

Verse 39–43 – Die übrigen Priesterkleider

Die Priester sollten:

  • weiße Kleidung tragen

  • Kopfbunde tragen

  • ihre Blöße bedecken

Gott verbindet Heiligkeit niemals mit Unmoral oder Entblößung.

In vielen heidnischen Kulturen gab es sexuelle Rituale im Gottesdienst. Gott trennt Israel klar davon.

Auch hier zeigt sich:
Gott legt Wert auf Reinheit, Ordnung und Ehrfurcht.

Das ist nicht bloß äußerlich.

Die äußere Kleidung sollte eine innere Wahrheit widerspiegeln.

Prophetische Bedeutung auf Christus

Dieses ganze Kapitel weist auf Jesus hin.

Er ist:

  • der wahre Hohepriester

  • der Mittler

  • der Träger unseres Gerichts

  • der Fürsprecher

  • der Heilige

Das irdische Priestertum war nur ein Schatten.

Der eigentliche Dienst geschieht im himmlischen Heiligtum.

Darum ist das Verständnis des Heiligtums so zentral für das Evangelium.

Ohne Priesterdienst gäbe es:

  • keine Fürsprache

  • keine Reinigung

  • keine Vollendung des Erlösungsplans

Verbindung zu anderen Bibelstellen

Das Priestertum wird besonders erklärt in:

  • Hebräer 4–10

  • 3. Mose

  • Offenbarung 1

  • Offenbarung 14

In Hebräer wird erklärt, dass Jesus jetzt unser Hoherpriester im Himmel ist.

Das Alte Testament ergibt erst vollständig Sinn im Licht Christi.

Praktische Anwendung für heute

Dieses Kapitel zeigt:

Gott ist heilig.

Der Mensch braucht einen Mittler.

Wahre Anbetung ist nicht beliebig.

Heiligkeit betrifft:

  • Denken

  • Verhalten

  • Kleidung

  • Haltung

  • Charakter

Außerdem zeigt das Kapitel:
Christus trägt sein Volk noch immer auf seinem Herzen.

Das ist Trost für jeden Gläubigen.

Jesus hat die Erlösten nicht vergessen.

Sein Priesterdienst läuft noch.

Wichtige Lektionen und Warnungen

  • Gott bestimmt selbst, wie man ihm naht.

  • Menschliche Religion reicht nicht aus.

  • Äußere Form ohne inneres Herz ist wertlos.

  • Aber innerer Glaube ohne Ehrfurcht führt ebenfalls in die Irre.

  • Christus ist der einzige wahre Mittler.

  • Gottes Volk soll heilig leben, weil Gott heilig ist.

  • Das Heiligtum offenbart den Erlösungsplan Schritt für Schritt.