2. Chronik 35

Und Josia hielt dem HERRN Passah zu Jerusalem, und sie schlachteten das Passah am vierzehnten Tage des ersten Monats.

27 Verse – der vollständige Kapiteltext:

  1. 1 Und Josia hielt dem HERRN Passah zu Jerusalem, und sie schlachteten das Passah am vierzehnten Tage des ersten Monats.
  2. 2 Und er bestellte die Priester zu ihrem Dienst und stärkte sie zu ihrem Amt im Hause des HERRN
  3. 3 und sprach zu den Leviten, die ganz Israel lehrten und dem HERRN geheiligt waren: Tut die heilige Lade ins Haus das Salomo, der Sohn Davids, der König Israels, gebaut hat. Ihr sollt sie nicht auf den Schultern tragen. So dienet nun dem HERRN, eurem Gott, und seinem Volk Israel
  4. 4 und bereitet euch nach euren Vaterhäusern in euren Ordnungen, wie sie vorgeschrieben sind von David, dem König Israels, und seinem Sohn Salomo,
  5. 5 und steht im Heiligtum nach den Ordnungen der Vaterhäuser eurer Brüder, vom Volk geboren, je eine Ordnung eines Vaterhauses der Leviten,
  6. 6 und schlachtet das Passah und heiligt euch und bereitet es für eure Brüder, daß sie tun nach dem Wort des HERRN durch Mose.
  7. 7 Und Josia gab zur Hebe für den gemeinen Mann Lämmer und junge Ziegen (alles zum Passah für alle, die vorhanden waren, an der Zahl dreißigtausend) und dreitausend Rinder, alles von dem Gut des Königs.
  8. 8 Seine Fürsten aber gaben zur Hebe freiwillig für das Volk und für die Priester und Leviten. Hilkia, Sacharja und Jehiel, die Fürsten im Hause Gottes, gaben den Priestern zum Passah zweitausend und sechshundert Lämmer und Ziegen, dazu dreihundert Rinder.
  9. 9 Aber Chananja, Semaja, Nathanael und seine Brüder, Hasabja, Jeiel und Josabad, der Leviten Oberste, gaben zur Hebe den Leviten zum Passah fünftausend Lämmer und Ziegen und dazu fünfhundert Rinder.
  10. 10 Also ward der Gottesdienst beschickt; und die Priester standen an ihrer Stätte und die Leviten in ihren Ordnungen nach dem Gebot des Königs.
  11. 11 Und sie schlachteten das Passah, und die Priester nahmen das Blut von ihren Händen und sprengten, und die Leviten zogen die Haut ab.
  12. 12 Und die Brandopfer taten sie davon, daß sie die gäben unter die Teile der Vaterhäuser des Volks, dem HERRN zu opfern. Wie es geschrieben steht im Buch Mose's. So taten sie mit den Rindern auch.
  13. 13 Und sie kochten das Passah am Feuer, wie sich's gebührt. Aber was geheiligt war, kochten sie in Töpfen, Kesseln und Pfannen, und machten's eilend für alles Volk.
  14. 14 Darnach aber bereiteten sie auch für sich und die Priester. Denn die Priester, die Kinder Aaron, schafften an dem Brandopfer und Fetten bis in die Nacht; darum mußten die Leviten für sich und für die Priester, die Kinder Aaron, zubereiten.
  15. 15 Und die Sänger, die Kinder Asaph, standen an ihrer Stätte nach dem Gebot Davids und Asaphs und Hemans und Jedithuns, des Sehers des Königs, und die Torhüter an allen Toren, und sie wichen nicht von ihrem Amt; denn die Leviten, ihre Brüder, bereiteten zu für sie.
  16. 16 Also ward beschickt der Gottesdienst des HERRN des Tages, daß man Passah hielt und Brandopfer tat auf dem Altar des HERRN nach dem Gebot des Königs Josia.
  17. 17 Also hielten die Kinder Israel, die vorhanden waren, Passah zu der Zeit und das Fest der ungesäuerten Brote sieben Tage.
  18. 18 Es war aber kein Passah gehalten in Israel wie das, von der Zeit Samuels, des Propheten; und kein König in Israel hatte solch Passah gehalten, wie Josia Passah hielt und die Priester, Leviten, ganz Juda und was von Israel vorhanden war und die Einwohner zu Jerusalem.
  19. 19 Im achtzehnten Jahr des Königreichs Josias ward dies Passah gehalten.
  20. 20 Nach diesem, da Josia das Haus zugerichtet hatte, zog Necho, der König in Ägypten, herauf, zu streiten wider Karchemis am Euphrat. Und Josia zog aus, ihm entgegen.
  21. 21 Aber er sandte Boten zu ihm und ließ ihm sagen: Was habe ich mit dir zu tun, König Juda's? ich komme jetzt nicht wider dich, sondern wider das Haus, mit dem ich Krieg habe; und Gott hat gesagt, ich soll eilen. Laß ab von Gott, der mit mir ist, daß er dich nicht verderbe!
  22. 22 Aber Josia wandte sein Angesicht nicht von ihm, sondern stellte sich, mit ihm zu streiten und gehorchte nicht den Worten Nechos aus dem Munde Gottes und kam, mit ihm zu streiten auf der Ebene bei Megiddo.
  23. 23 Aber die Schützen schossen den König Josia, und der König sprach zu seinen Knechten: Führt mich hinüber; denn ich bin sehr wund!
  24. 24 Und seine Knechte taten ihn von dem Wagen und führten ihn auf seinem andern Wagen und brachten ihn gen Jerusalem; und er starb und ward begraben in den Gräbern seiner Väter. Und ganz Juda und Jerusalem trugen Leid um Josia.
  25. 25 Und Jeremia beklagte Josia, und alle Sänger und Sängerinnen redeten in ihren Klageliedern über Josia bis auf diesen Tag und machten eine Gewohnheit daraus in Israel. Siehe, es ist geschrieben unter den Klageliedern.
  26. 26 Was aber mehr von Josia zu sagen ist und seine Barmherzigkeit nach der Vorschrift im Gesetz des HERRN
  27. 27 und seine Geschichten, beide, die ersten und die letzten, siehe, das ist geschrieben im Buch der Könige Israels und Juda's.

Kapitel-Erklärung

Kurze Zusammenfassung

  1. Chronik 35 beschreibt zwei sehr unterschiedliche Ereignisse aus dem Leben des Königs Josia. Zunächst feiert Juda eines der größten Passahfeste seiner Geschichte. Der Gottesdienst wird nach Gottes Ordnung durchgeführt, die Priester und Leviten dienen treu, und das Volk feiert die Erlösung Gottes mit großer Freude.

Doch das Kapitel endet überraschend tragisch. Josia zieht gegen den ägyptischen König Necho II in den Kampf, obwohl dieser ihn warnt und erklärt, dass sein Auftrag von Gott komme. Josia hört nicht auf diese Botschaft, verkleidet sich und kämpft dennoch. Er wird tödlich verwundet und stirbt.

Die Hauptbotschaft des Kapitels lautet: Ein treuer Anfang und viele geistliche Siege ersetzen nicht die Notwendigkeit, bis zum Ende auf Gottes Stimme zu hören.

Historischer Hintergrund

Nach den großen Reformen in Kapitel 34 befand sich Juda in einer Zeit geistlicher Erneuerung.

Politisch war die Lage jedoch äußerst angespannt. Das assyrische Weltreich verlor seine Macht, während Babylon immer stärker wurde. Ägypten versuchte, Assyrien zu unterstützen und zog deshalb mit seinem Heer nach Norden.

Josia hätte sich aus diesem Konflikt heraushalten können. Stattdessen griff er ein und traf eine folgenschwere Entscheidung.

Verse 1–9 – Das Passah wird gefeiert

Josia feiert das Passah in Jerusalem.

Das Passah erinnerte Israel an die Befreiung aus Ägypten und daran, dass Gott sein Volk durch das Blut des Passahlammes verschonte.

Josia ordnet den Dienst der Priester und Leviten nach Gottes Gebot.

Er sagt den Leviten:

„Dient nun dem HERRN, eurem Gott, und seinem Volk Israel“

Er selbst stellt aus seinem Besitz Tausende Tiere für das Fest zur Verfügung. Auch die führenden Männer unterstützen das Volk großzügig.

Geistliche Lektion

Ein gottesfürchtiger Leiter dient seinem Volk und sucht nicht seinen eigenen Vorteil.

Josia nutzt seinen Reichtum nicht zur Selbstdarstellung, sondern zur Förderung der Anbetung Gottes.

Verse 10–19 – Ein Passah wie seit Samuel nicht mehr

Die Feier verläuft genau nach Gottes Ordnung.

Die Priester stehen an ihren Plätzen, die Leviten erfüllen ihre Aufgaben, und alles geschieht geordnet.

Die Bibel macht eine bemerkenswerte Aussage:

Seit den Tagen des Samuel war kein solches Passah gefeiert worden.

Das bedeutet nicht, dass es seitdem überhaupt kein Passah gab. Vielmehr hebt die Bibel die besondere Treue und Vollständigkeit dieser Feier hervor.

Warum ist das Passah so wichtig?

Das Passahlamm weist prophetisch auf Jesus Christus hin.

Im Neuen Testament erklärt Paulus:

Christus, unser Passahlamm, ist für uns geopfert worden (vgl. 1. Korinther 5,7).

Die Rettung Israels aus Ägypten war deshalb zugleich ein Vorausbild auf die Erlösung durch Christus.

Verse 20–24 – Josias folgenschwere Entscheidung

Nach diesen Ereignissen zieht Pharao Necho nach Norden.

Er sendet Boten zu Josia und erklärt sinngemäß:

Ich komme nicht gegen dich. Gott hat mir aufgetragen, schnell zu handeln. Stelle dich mir nicht entgegen.

Die Bibel macht eine erstaunliche Aussage:

Diese Worte kamen von Gott.

Josia hört jedoch nicht darauf.

Er verkleidet sich und zieht dennoch in den Kampf.

Während der Schlacht wird er von Bogenschützen getroffen.

Er sagt:

„Bringt mich weg; denn ich bin schwer verwundet“

Kurze Zeit später stirbt er.

Warum handelte Josia so?

Die Bibel nennt keinen ausführlichen Grund.

Mögliche Erklärungen sind:

  • Er wollte Juda schützen.

  • Er unterschätzte die Warnung.

  • Er vertraute auf frühere Erfolge.

  • Er hielt Nechos Botschaft nicht für glaubwürdig.

Fest steht jedoch:

Die Chronik betont ausdrücklich, dass Josia nicht auf die Worte hörte, die von Gott kamen.

Geistliche Lektion

Frühere Treue garantiert nicht automatisch richtige Entscheidungen in der Gegenwart.

Jeder Tag verlangt neues Vertrauen und neuen Gehorsam.

Verse 25–27 – Die Trauer über Josia

Der Prophet Jeremia stimmt ein Klagelied über Josia an.

Das Volk trauert tief um ihn.

Die Klagelieder werden über lange Zeit hinweg bewahrt.

Dies zeigt, welchen Einfluss Josia auf Juda hatte.

Sein Leben war insgesamt von großer Treue geprägt, auch wenn sein Ende eine ernste Warnung enthält.

Geistliche Kernbotschaft

Dieses Kapitel verbindet Freude und Warnung.

Das Passah zeigt Gottes Erlösung.

Der Tod Josias zeigt die Gefahr, nicht mehr aufmerksam auf Gottes Führung zu hören.

Ein Mensch kann viele richtige Entscheidungen getroffen haben und dennoch in einem entscheidenden Moment eigenwillig handeln.

Darum fordert die Bibel immer wieder zu beständiger Demut und Abhängigkeit von Gott auf.

Verbindungen zu anderen Bibelstellen

  • 2. Mose 12 berichtet über die Einsetzung des Passah.

  • 5. Mose 16 enthält Anweisungen zur Feier des Passah.

  • 1. Korinther 5,7 erklärt Christus als das wahre Passahlamm.

  • Hebräer 3,14 betont die Notwendigkeit, bis zum Ende standhaft zu bleiben.

  • Offenbarung 2,10 ruft auf: „Sei getreu bis an den Tod, so will ich dir die Krone des Lebens geben“

Praktische Anwendung für heute

Jeder Gläubige sollte sich fragen:

  • Höre ich auch dann auf Gottes Wort, wenn es meinen eigenen Plänen widerspricht?

  • Verlasse ich mich auf vergangene geistliche Erfahrungen oder suche ich täglich Gottes Führung?

  • Bin ich bereit, Warnungen anzunehmen, auch wenn sie durch unerwartete Menschen kommen?

  • Steht die Erinnerung an Gottes Erlösung – erfüllt in Christus – im Mittelpunkt meines Glaubens?

Wichtige Lektionen und Warnungen

  • Wahre Anbetung richtet sich nach Gottes Wort und nicht nach menschlichen Vorstellungen.

  • Geistliche Leiter sollen dienende Vorbilder sein und nicht sich selbst in den Mittelpunkt stellen.

  • Gott kann auch durch unerwartete Personen oder Umstände reden; entscheidend ist, ob die Botschaft mit seinem Willen übereinstimmt.

  • Vergangene Treue ersetzt nicht den heutigen Gehorsam.

  • Das christliche Leben ist kein kurzer Sprint, sondern ein Lauf bis ans Ende. Wer Gott treu bleiben möchte, braucht täglich Demut, Wachsamkeit und die Bereitschaft, sich von seinem Wort korrigieren zu lassen.