2. Chronik 24
Joas war sieben Jahre alt, da er König ward, und regierte vierzig Jahre zu Jerusalem. Seine Mutter hieß Zibja von Beer-Seba.
27 Verse – der vollständige Kapiteltext:
- 1 Joas war sieben Jahre alt, da er König ward, und regierte vierzig Jahre zu Jerusalem. Seine Mutter hieß Zibja von Beer-Seba.
- 2 Und Joas tat, was dem HERRN wohl gefiel, solange der Priester Jojada lebte.
- 3 Und Jojada gab ihm zwei Weiber, und er zeugte Söhne und Töchter.
- 4 Darnach nahm sich Joas vor das Haus des HERRN zu erneuern,
- 5 und versammelte die Priester und Leviten und sprach zu ihnen: Ziehet aus zu allen Städten Juda's und sammelt Geld aus ganz Israel, das Haus eures Gottes zu bessern jährlich, und eilet, solches zu tun. Aber die Leviten eilten nicht.
- 6 Da rief der König Jojada, den Vornehmsten, und sprach zu ihm: Warum hast du nicht acht auf die Leviten, daß sie einbringen von Juda und Jerusalem die Steuer, die Mose, der Knecht des HERRN, gesetzt hat, die man sammelte unter Israel zu der Hütte des Stifts?
- 7 Denn die gottlose Athalja und ihre Söhne haben das Haus Gottes zerrissen, und alles, was zum Hause des HERRN geheiligt war, haben sie an die Baalim gebracht.
- 8 Da befahl der König, daß man eine Lade machte und setzte sie außen ins Tor am Hause des HERRN,
- 9 und ließ ausrufen in Juda und zu Jerusalem, daß man dem HERRN einbringen sollte die Steuer, die von Mose, dem Knecht Gottes, auf Israel gelegt war in der Wüste.
- 10 Da freuten sich alle Obersten und alles Volk und brachten's und warfen's in die Lade, bis sie voll ward.
- 11 Und wenn's Zeit war, daß man die Lade herbringen sollte durch die Leviten nach des Königs Befehl (wenn sie sahen, daß viel Geld darin war), so kam der Schreiber des Königs und wer vom vornehmsten Priester Befehl hatte, und schüttete die Lade aus und trugen sie wieder an ihren Ort. So taten sie alle Tage, daß sie Geld die Menge zuhauf brachten.
- 12 Und der König und Jojada gaben's den Werkmeistern, die da schaffen am Hause des HERRN; dieselben dingten Steinmetzen und Zimmerleute, zu erneuern das Haus des HERRN; auch Meister in Eisen und Erz, zu bessern das Haus des HERRN.
- 13 Und die Arbeiter arbeiteten, daß die Besserung im Werk zunahm durch ihre Hand, und machten das Haus Gottes ganz fertig und wohl zugerichtet.
- 14 Und da sie es vollendet hatten, brachten sie das übrige Geld vor den König und Jojada; davon machte man Gefäße zum Hause des HERRN, Gefäße zum Dienst und zu Brandopfern, Löffel und goldene und silberne Geräte. Und sie opferten Brandopfer bei dem Hause des HERRN allewege, solange Jojada lebte.
- 15 Und Jojada ward alt und des Lebens satt und starb, und war hundertunddreißig Jahre alt, da er starb.
- 16 Und sie begruben ihn in der Stadt Davids unter die Könige, darum daß er hatte wohl getan an Israel und an Gott und seinem Hause.
- 17 Und nach dem Tode Jojadas kamen die Obersten von Juda und bückten sich vor dem König; da hörte der König auf sie.
- 18 Und sie verließen das Haus des HERRN, des Gottes ihrer Väter, und dienten den Ascherabildern und Götzen. Da kam der Zorn über Juda und Jerusalem um dieser ihrer Schuld willen.
- 19 Er sandte aber Propheten zu ihnen, daß sie sich zu dem HERRN bekehren sollten, und die zeugten wider sie; aber sie nahmen's nicht zu Ohren.
- 20 Und der Geist Gottes erfüllte Sacharja, den Sohn Jojadas, des Priesters. Der trat oben über das Volk und sprach zu ihnen: So spricht Gott: Warum übertretet ihr die Gebote des HERRN und wollt kein Gelingen haben? Denn ihr habt den HERRN verlassen, so wird er euch wieder verlassen.
- 21 Aber sie machten einen Bund wider ihn und steinigten ihn, nach dem Gebot des Königs, im Hofe am Hause des HERRN.
- 22 Und der König Joas gedachte nicht an die Barmherzigkeit, die Jojada, sein Vater, an ihm getan hatte, sondern erwürgte seinen Sohn. Da er aber starb, sprach er: Der HERR wird's sehen und heimsuchen.
- 23 Und da das Jahr um war, zog herauf das Heer der Syrer, und sie kamen gen Juda und Jerusalem und brachten um alle Obersten im Volk, und allen ihren Raub sandten sie dem König zu Damaskus.
- 24 Denn der Syrer Macht kam mit wenig Männer; doch gab der HERR in ihre Hand eine sehr große Macht, darum daß sie den HERRN, den Gott ihrer Väter, verlassen hatten. Auch übten sie an Joas Strafe.
- 25 Und da sie von ihm zogen, ließen sie ihn in großer Krankheit zurück. Es machten aber seine Knechte einen Bund wider ihn um des Blutes willen der Kinder Jojadas, des Priesters, und erwürgten ihn auf seinem Bett, und er starb. Und man begrub ihn in der Stadt Davids, aber nicht in der Könige Gräbern.
- 26 Die aber den Bund wider ihn machten, waren diese: Sabad, der Sohn Simeaths, der Ammonitin, und Josabad, der Sohn Simriths, der Moabitin.
- 27 Aber seine Söhne und die Summe, die unter ihm gesammelt ward, und der Bau des Hauses Gottes, siehe, die sind geschrieben in der Historie im Buche der Könige. Und sein Sohn Amazja ward König an seiner Statt.
Kapitel-Erklärung
Kurze Zusammenfassung
Chronik 24 schildert das Leben von König Joas und zeigt, wie entscheidend der geistliche Einfluss auf einen Menschen ist. Solange der Hohepriester Jojada lebt, dient Joas dem HERRN und setzt sich für die Wiederherstellung des Tempels ein. Nach Jojadas Tod hört er jedoch auf falsche Ratgeber, wendet sich dem Götzendienst zu und lässt schließlich sogar den Propheten Secharja, den Sohn Jojadas, töten.
Am Ende kommt das Gericht Gottes über Juda. Joas wird verwundet und später von seinen eigenen Dienern ermordet. Das Kapitel zeigt eindrucksvoll, dass ein guter Anfang nicht genügt – entscheidend ist die Treue bis zum Ende.
Historischer Hintergrund
Im vorherigen Kapitel hatte der Hohepriester Jojada den jungen König Joas auf den Thron gesetzt und den Bund mit Gott erneuert. Der Baalsdienst wurde beseitigt und der Tempeldienst wiederhergestellt.
Joas war bei seiner Thronbesteigung erst sieben Jahre alt. Deshalb spielte Jojada während seiner Jugend eine entscheidende Rolle als geistlicher Lehrer und Berater.
Dieses Kapitel beantwortet eine wichtige Frage: Was geschieht, wenn ein Mensch seinen Glauben mehr auf einen geistlichen Leiter als auf Gott selbst gründet?
Verse 1–3: Joas beginnt gut
Joas regiert vierzig Jahre in Jerusalem.
Die Bibel sagt:
„Und Joas tat, was dem HERRN wohlgefiel, solange der Priester Jojada lebte“
Dieser Satz ist gleichzeitig ein Lob und eine Warnung.
Er macht deutlich, dass Joas zwar gehorsam war, sein geistliches Leben aber offenbar stark von Jojada abhängig blieb. Die Formulierung deutet an, dass seine Treue nicht tief genug im eigenen Herzen verwurzelt war.
Anwendung für heute
Es ist gut, geistliche Vorbilder zu haben. Aber unser Glaube darf niemals ausschließlich von einem Pastor, Lehrer oder einer Gemeinde abhängen.
Menschen können sterben oder Fehler machen. Gottes Wort bleibt dagegen unveränderlich.
Verse 4–14: Die Wiederherstellung des Tempels
Joas beschließt, den Tempel Gottes zu renovieren.
Der Tempel war über Jahre vernachlässigt worden, weil unter der Herrschaft Athaljas und ihrer Familie Gelder und heilige Geräte sogar für den Baalsdienst missbraucht worden waren.
Joas fordert die Priester auf, die notwendigen Mittel einzusammeln. Als dies zunächst nur langsam geschieht, organisiert er eine Sammelkiste, die am Eingang des Tempels aufgestellt wird.
Das Volk gibt bereitwillig.
Hier erkennen wir mehrere geistliche Prinzipien:
Gottes Haus soll mit Ehrfurcht behandelt werden.
Opferbereitschaft entsteht aus Liebe zu Gott, nicht aus Zwang.
Gute Verwaltung und Ehrlichkeit gehören ebenfalls zum Dienst für Gott.
Bemerkenswert ist, dass die Verantwortlichen das Geld sorgfältig verwalteten. Die Chronik betont ausdrücklich ihre Treue.
Vergleich zum heutigen Leben
Ein Gebäude rettet niemanden. Dennoch zeigt die Bibel, dass der Ort der Anbetung mit Respekt behandelt werden soll. Noch wichtiger ist jedoch der geistliche Tempel des Herzens.
So wie der Tempel damals gereinigt und erneuert werden musste, muss auch unser Leben immer wieder durch Gottes Wort geprüft werden.
Verse 15–16: Der Tod Jojadas
Jojada stirbt im hohen Alter von 130 Jahren.
Er erhält eine außergewöhnliche Ehre und wird bei den Königen begraben, weil er viel Gutes für Gott und sein Volk getan hatte.
Dass ein Priester eine solche Ehre erhält, zeigt seinen außergewöhnlichen Charakter und seine Bedeutung für Juda.
Verse 17–19: Der geistliche Absturz
Nach Jojadas Tod kommen die führenden Männer Judas zu Joas und beeinflussen ihn.
Der König hört auf sie.
Die Folge:
Das Volk verlässt den HERRN.
Götzendienst kehrt zurück.
Gottes Gebote werden missachtet.
Gott schickt Propheten, um das Volk zur Umkehr zu bewegen.
Doch sie hören nicht.
Hier zeigt sich Gottes Geduld. Bevor Gericht kommt, sendet er Warnungen und ruft zur Buße auf.
Verse 20–22: Secharja wird gesteinigt
Nun spricht Gottes Geist durch Secharja.
Er sagt:
„Warum übertretet ihr die Gebote des HERRN? Darum wird es euch nicht gelingen. Weil ihr den HERRN verlassen habt, hat er auch euch verlassen“
Diese Botschaft richtet den Blick auf die eigentliche Ursache des Problems: Nicht politische Schwäche, sondern geistlicher Abfall.
Doch anstatt Buße zu tun, befiehlt Joas die Steinigung Secharjas.
Besonders tragisch ist:
Secharja ist der Sohn des Mannes, der Joas das Leben gerettet und ihn auf den Thron gebracht hatte.
Joas vergisst die empfangene Gnade.
Vor seinem Tod spricht Secharja:
„Der HERR wird es sehen und fordern“
Dies ist kein persönlicher Rachewunsch, sondern das Vertrauen darauf, dass Gott gerecht richtet.
Verbindung zum Neuen Testament
In Matthäus 23,35 erwähnt Jesus den Mord an Secharja und stellt ihn als Beispiel für die Ablehnung der von Gott gesandten Propheten dar.
Damit zeigt Jesus, dass sich durch die Geschichte Israels ein wiederkehrendes Muster zieht: Gott sendet Boten, doch viele Menschen weisen sie zurück.
Verse 23–24: Gottes Gericht
Ein vergleichsweise kleines Heer der Aramäer zieht gegen Juda.
Menschlich betrachtet hätte Juda überlegen sein müssen.
Doch die Bibel erklärt den Grund für die Niederlage:
Weil sie den HERRN verlassen hatten.
Das zeigt ein wichtiges biblisches Prinzip:
Die eigentliche Stärke eines Volkes liegt nicht zuerst in seiner Armee oder seinem Reichtum, sondern in seiner Beziehung zu Gott.
Verse 25–27: Das Ende des Joas
Joas wird schwer verwundet.
Seine eigenen Diener verschwören sich gegen ihn und töten ihn als Vergeltung für den Mord an Secharja.
Er wird zwar in der Stadt Davids begraben, erhält jedoch nicht die Ehre, in den Königsgräbern beigesetzt zu werden.
Sein Leben begann mit wunderbarer Bewahrung und großer Hoffnung, endet aber tragisch.
Geistliche Kernbotschaft
Dieses Kapitel lehrt, dass ein guter Anfang allein nicht ausreicht. Gott sucht beständige Treue.
Joas lebte solange richtig, wie ein starker geistlicher Leiter an seiner Seite war. Als dieser wegfiel, zeigte sich, dass seine persönliche Beziehung zu Gott nicht tief genug gewachsen war.
Deshalb muss jeder Gläubige seinen Glauben auf Gott und sein Wort gründen und nicht allein auf Menschen.
Verbindungen zu anderen Bibelstellen
2. Chronik 23 zeigt die Erneuerung unter Jojada.
5. Mose 6 betont die Liebe zu Gott mit ganzem Herzen.
Psalm 1 beschreibt den Menschen, der auf Gottes Wort gegründet ist.
Hebräer 3,14 betont die Notwendigkeit, bis zum Ende festzuhalten.
Matthäus 24,13 sagt: „Wer aber beharrt bis ans Ende, der wird selig“
Praktische Anwendung für heute
Baue deinen Glauben auf Gottes Wort und nicht auf die Persönlichkeit eines geistlichen Leiters.
Dankbarkeit gegenüber Menschen, die dir geistlich geholfen haben, sollte sich in Treue zu Gott zeigen.
Gottes Warnungen sind Ausdruck seiner Liebe und eine Einladung zur Umkehr.
Ein guter Start im Glauben ist wertvoll, aber entscheidend ist ein Leben der beständigen Nachfolge.
Prüfe regelmäßig dein Herz: Folge ich Gott aus persönlicher Überzeugung oder nur, solange die äußeren Umstände günstig sind?
Wichtige Lektionen
Gute Erziehung ersetzt keine eigene Entscheidung für Gott.
Falsche Ratgeber können selbst einen gut begonnenen Weg zerstören.
Gott sendet Warnungen, bevor sein Gericht kommt.
Undankbarkeit gegenüber empfangener Gnade führt leicht zu weiterem geistlichem Verfall.
Gottes Treue bleibt bestehen, doch der Mensch trägt Verantwortung für seine Antwort auf Gottes Ruf.