Tag 4
Wertvoll ohne Leistung
„Gott aber erweist seine Liebe zu uns darin, dass Christus für uns gestorben ist, als wir noch Sünder waren“
Römer 5,8 – „„Gott aber erweist seine Liebe zu uns darin, dass Christus für uns gestorben ist, als wir noch Sünder waren“"
Einstieg
Eine Note ist nicht dein Wert
Die Mathearbeit liegt vor dir. Du hast gelernt, aber auf dem Blatt steht eine 3. Neben dir freut sich eine Mitschülerin über ihre 1. Vielleicht kommt sofort der Gedanke: Sie ist einfach besser als ich. Oder du hörst später, wie sehr ihre Leistung gelobt wird, und plötzlich fühlt sich deine eigene Note noch kleiner an.
Eine Note kann zeigen, wie eine Arbeit gelaufen ist. Aber kann sie wirklich sagen, wie viel du wert bist? Dasselbe gilt für Sport, Musik, Aussehen oder dafür, wie schnell du etwas kannst. Genau hier wird die Frage wichtig: Woran misst Gott deinen Wert?
Verstanden werden
Wenn Vergleichen Druck macht
Es kann weh tun, wenn andere gelobt werden und du selbst mit deinem Ergebnis unzufrieden bist. Vielleicht willst du beim nächsten Mal unbedingt beweisen, dass du es doch kannst. Vielleicht vergleichst du dich mit einer Freundin oder bist streng mit dir, sobald dir etwas misslingt.
Der Wunsch, etwas gut zu machen, ist nicht falsch. Lernen, Üben und Dranbleiben sind gute Dinge. Schwierig wird es, wenn aus „Das habe ich nicht gut geschafft“ der Satz wird: „Darum bin ich weniger wert.“ Gott kennt auch diesen stillen Druck und nimmt ihn ernst.
Vertiefung
Liebe, die nicht verdient wird
Im Römerbrief erklärt Paulus, wie Gott Menschen begegnet, die sich selbst nicht retten können. Er schreibt: „Gott aber erweist seine Liebe zu uns darin, dass Christus für uns gestorben ist, als wir noch Sünder waren“ (Römer 5,8).
Achte auf das kleine Wort „noch“: Christus wartete nicht, bis Menschen fehlerlos waren. Gottes Liebe war nicht der Preis für eine gute Leistung. Sie zeigte sich gerade darin, dass Jesus für schuldige Menschen starb. Das Kreuz sagt deshalb nicht: Fehler sind egal. Im Gegenteil: Sünde ist so ernst, dass wir Rettung brauchen. Aber Gottes Liebe beginnt nicht erst, nachdem wir uns verbessert haben.
Paulus erklärt denselben Gedanken in Epheser 2,8-10. Rettung ist Gottes Geschenk. „Gnade“ bedeutet hier: Gott schenkt, was wir uns nicht verdienen können. Gute Taten kommen danach. Sie sind nicht der Eintrittspreis für Gottes Liebe, sondern gehören zu einem Leben mit ihm.
Auch Jesus machte deutlich, dass der Vater seine Jünger nicht übersieht. In Matthäus 10,29-31 spricht er von kleinen Sperlingen und sagt ihnen, dass sie für Gott wertvoll sind. Wenn Gott sogar die kleinen Vögel nicht vergisst, musst du deinen Wert nicht aus einer Note, einer Medaille, deinem Aussehen oder dem Lob anderer zusammensetzen.
Du darfst dich also anstrengen und dich über Erfolge freuen. Du darfst auch aus Fehlern lernen. Aber weder Erfolg noch Misserfolg entscheidet darüber, ob Gott dich liebt. Der Grund für Gottes Liebe liegt nicht in deiner Leistung. Seine Liebe gehört zu dem, wie Gott ist - und in Jesus hat er sie sichtbar gezeigt.
Für das Herz
Du bist mehr als ein Ergebnis
Eine schlechte Note kann dir zeigen, wo du noch üben solltest. Sie darf dir aber nicht deinen Namen geben. Du bist nicht „die Schlechte in Mathe“, nur weil eine Arbeit misslungen ist. Genauso macht dich eine gute Note nicht zu einem wertvolleren Menschen als die anderen.
Wenn du dich vergleichst, trenne deshalb zwei Dinge: Was ist mir gelungen? Und: Was bin ich wert? Die erste Antwort kann sich jeden Tag ändern. Dein Wert vor Gott hängt nicht daran. So kannst du aus einem Fehler lernen, ohne dich selbst abzuwerten.
Begegnung
Ehrlich vor Gott werden
Nimm dir einen ruhigen Moment und nenne Gott genau einen Bereich, in dem du dich schnell vergleichst oder beweisen willst. Sag ihm ehrlich, was daran für dich schwer ist: die Angst vor einer schlechten Note, der Wunsch nach Lob oder die Sorge, nicht gut genug zu sein.
Dann denke an Römer 5,8. Danke Jesus dafür, dass seine Liebe nicht erst beginnt, wenn du etwas vorweisen kannst. Bitte ihn, dir zu helfen, diese Wahrheit auch dann festzuhalten, wenn ein Tag nicht gut läuft.
Handlung
Heute anders mit Leistung umgehen
Du musst Leistung nicht unwichtig machen. Du kannst lernen, üben und dein Bestes geben - nur aus einem anderen Grund: nicht um deinen Wert zu beweisen, sondern weil du mit dem, was du kannst, treu umgehen möchtest.
Wenn dir heute etwas misslingt, sage nicht: „Ich bin schlecht.“ Benenne genauer, was passiert ist: „Das ist mir nicht gelungen. Ich kann daraus lernen.“
Wähle eine Aufgabe, die du sorgfältig erledigst, ohne dich dabei mit jemand anderem zu messen.
Frieden
Gottes Liebe bleibt der feste Grund
Eine Note kann sich ändern. Lob kann kommen und wieder verschwinden. Auch deine eigene Meinung über dich kann an manchen Tagen schwanken. Doch die Liebe, die Gott in Christus gezeigt hat, hängt nicht an diesen Dingen.
Römer 5,8 erinnert dich daran: Gott wandte sich Menschen zu, als sie noch Sünder waren. Deshalb darfst du dich anstrengen, ohne Leistung zu deinem Richter zu machen. Wenn etwas misslingt, kannst du neu anfangen, lernen und um Hilfe bitten. Gottes Liebe musst du dir vorher nicht verdienen.
Gebet
Nicht beweisen müssen
Jesus, danke, dass du für uns gestorben bist, als wir noch Sünder waren. Danke, dass deine Liebe kein Preis für gute Leistungen ist. Wenn ich mich mit anderen vergleiche oder Angst habe, nicht gut genug zu sein, hilf mir, mich an deine Wahrheit zu erinnern.
Hilf mir, fleißig zu sein, ohne meinen Wert von Erfolgen abhängig zu machen. Zeig mir, was ich aus Fehlern lernen kann, und lass mich dir gerne folgen. Amen.