Tag 16
Wenn Gott vorbereitet
70 Und er erwählte seinen Knecht David und nahm ihn von den Schafhürden weg. 71 Da er den tragenden Schafen nachging, holte er ihn, daß er weiden sollte Jakob, sein Volk, und Israel, sein Erbe. 72 Un…
Psalmen 78,70-72 – „70 Und er erwählte seinen Knecht David und nahm ihn von den Schafhürden weg. 71 Da er den tragenden Schafen nachging, holte er ihn, daß er weiden sollte Jakob, sein Volk, und Israel, sein Erbe. 72 Und er weidete sie mit aller Treue seines Herzens und leitete …"
Botschaft
Verborgene Zeiten können anstrengend sein, gerade weil sich ihr Wert nicht leicht messen lässt. Eine Aufgabe hat ein klares Ergebnis, ein Projekt einen Abschluss, eine Beförderung einen sichtbaren Schritt. Doch was ist mit den Monaten oder Jahren, in denen du vor allem lernst, geduldiger zu werden, Verantwortung zuverlässig zu tragen oder im Kleinen treu zu bleiben?
Dann kann die Frage aufkommen, ob du feststeckst. Vielleicht vergleichst du deinen Weg mit Männern, bei denen mehr geschieht, mehr sichtbar wird oder Entscheidungen schneller fallen. Auch die eigene Ungeduld kann Druck erzeugen: Du möchtest wissen, wohin etwas führt, bevor du bereit bist, den heutigen Schritt ernst zu nehmen.
Nicht jede stille Phase bedeutet, dass Gott dich ausdrücklich auf eine bestimmte spätere Aufgabe vorbereitet. Aber sie ist deshalb nicht bedeutungslos. Auch dort, wo du den größeren Zusammenhang nicht kennst, bleibt dein heutiger Umgang mit Verantwortung, Lernen und Treue wichtig. Du musst den Sinn von morgen nicht kennen, um heute gewissenhaft vor Gott zu leben.
Anwendung
Für heute musst du nicht herausfinden, welche größere Aufgabe vielleicht irgendwann vor dir liegt. Nimm stattdessen bewusst ernst, was dir jetzt anvertraut ist.
Wähle eine konkrete Verantwortung, die du zuletzt eher lustlos, ungeduldig oder nur nebenbei erledigt hast, und tue sie heute sorgfältig und zuverlässig.
Lerne bewusst etwas aus deiner gegenwärtigen Aufgabe. Frage dich: Welche Fähigkeit, Haltung oder Form von Treue kann ich gerade einüben, unabhängig davon, ob sie später sichtbar gebraucht wird?
Lass den Vergleich mit anderen für heute los. Beurteile deinen Weg nicht danach, wie schnell andere vorankommen, sondern danach, ob du deinen nächsten erkannten Schritt vor Gott gewissenhaft gehst.
Gebet
Vater im Himmel, ich danke dir, dass mein Leben nicht erst dann Bedeutung hat, wenn etwas Großes oder Sichtbares geschieht. Du kennst meinen Weg auch dort, wo ich selbst noch nicht verstehe, wohin er führt.
Hilf mir, nicht ständig nach dem nächsten großen Schritt zu suchen und dabei das zu übersehen, was heute vor mir liegt. Schenke mir ein treues Herz für die Aufgaben, die du mir jetzt anvertraut hast, und die Bereitschaft, zu lernen, auch wenn niemand meinen Fortschritt bemerkt. Bewahre mich davor, meine Entwicklung mit anderen zu vergleichen oder aus jeder Schwierigkeit eine verborgene Erklärung herauslesen zu wollen.
Gib mir Geduld für Zeiten, deren Bedeutung ich noch nicht erkenne, und Weisheit für die Verantwortung, die ich heute tragen soll. Ich vertraue dir meine Zukunft an und bitte dich: Lehre mich, den nächsten Schritt gewissenhaft mit dir zu gehen.
Amen.