Tag 16
Wenn Gott vorbereitet
70 Und er erwählte seinen Knecht David und nahm ihn von den Schafhürden weg. 71 Da er den tragenden Schafen nachging, holte er ihn, daß er weiden sollte Jakob, sein Volk, und Israel, sein Erbe. 72 Un…
Psalmen 78,70-72 – „70 Und er erwählte seinen Knecht David und nahm ihn von den Schafhürden weg. 71 Da er den tragenden Schafen nachging, holte er ihn, daß er weiden sollte Jakob, sein Volk, und Israel, sein Erbe. 72 Und er weidete sie mit aller Treue seines Herzens und leitete …"
Einstieg
Wenn Fortschritt kaum sichtbar ist
Du erledigst seit Monaten dieselben Aufgaben, übernimmst Verantwortung und sammelst Erfahrungen. Trotzdem hast du manchmal das Gefühl, nicht wirklich voranzukommen. Andere bekommen neue Möglichkeiten, übernehmen größere Aufgaben oder erreichen Ziele, während sich bei dir wenig verändert.
Besonders schwierig kann es sein, wenn du nicht weißt, wofür deine bisherigen Erfahrungen einmal gut sein werden. Vielleicht würdest du manche Aufgabe mit mehr Freude erledigen, wenn du erkennen könntest, wohin sie dich führt. Doch nicht jede Lebensphase bringt sichtbare Fortschritte. Und manchmal erkennst du erst viel später, was du während dieser Zeit gelernt hast.
Vertiefung
Was David als Hirte lernte
Psalm 78 blickt auf die Geschichte Israels zurück und beschreibt am Ende, wie Gott David zum König über sein Volk erwählte. David kam ursprünglich aus einer Hirtenfamilie und hatte die Schafe seines Vaters gehütet. Nun sollte er Verantwortung für ganz Israel übernehmen. Über seine spätere Herrschaft heißt es, dass er das Volk mit treuem Herzen und geschickter Hand führte (Psalm 78,70–72).
Diese beiden Eigenschaften sind bemerkenswert. David brauchte ein Herz, das seine Verantwortung ernst nahm, und die Fähigkeit, seine Aufgabe gut auszuführen. Sein früheres Leben als Hirte hatte ihm bereits Gelegenheiten gegeben, beides einzuüben.
Als der Prophet Samuel zu Davids Vater Isai kam, um den zukünftigen König zu salben, war David zunächst nicht einmal anwesend. Er befand sich bei den Schafen (1. Samuel 16,11–13). Auch nach seiner Salbung wurde er nicht sofort König. Es folgten weitere Jahre, in denen er unterschiedliche Aufgaben übernahm und schwere Prüfungen erlebte.
Wie wertvoll seine Erfahrungen als Hirte waren, zeigte sich später bei seiner Begegnung mit Goliath. David erzählte König Saul, wie er seine Schafe gegen Löwen und Bären verteidigt hatte. Dabei vertraute er nicht allein auf seinen Mut oder seine Fähigkeiten. Er erinnerte sich daran, dass Gott ihn in diesen Gefahren bewahrt hatte, und setzte auch jetzt sein Vertrauen auf ihn (1. Samuel 17,34–37).
Davids Geschichte zeigt, dass Erfahrungen aus gewöhnlichen Aufgaben später hilfreich werden können. Allerdings bedeutet das nicht, dass jede Schwierigkeit von Gott als Vorbereitung auf eine größere Aufgabe vorgesehen ist. Auch hat Gott nicht jedem Menschen versprochen, dass seine Treue irgendwann zu einer besonderen Stellung oder öffentlichen Anerkennung führt.
Vielleicht liegt gerade darin eine wichtige Ermutigung für dich. Du musst nicht wissen, ob deine gegenwärtigen Aufgaben später einmal zu etwas Größerem führen. Du kannst heute lernen, gewissenhaft zu arbeiten, Verantwortung zu übernehmen und Gott auch in schwierigen Situationen zu vertrauen.
Dein Leben ist vor Gott nicht erst dann wertvoll, wenn andere deine Fähigkeiten erkennen. Auch Zeiten, in denen wenig geschieht, gehören zu deinem Leben mit ihm. Und selbst wenn du ihren größeren Sinn nie vollständig verstehst, darfst du darauf vertrauen, dass Gott dich nicht aus den Augen verliert.
Handlung
Die gegenwärtige Aufgabe ernst nehmen
Nimm dir heute eine Aufgabe vor, die du in letzter Zeit eher ungeduldig oder lustlos erledigt hast. Versuche, sie sorgfältig auszuführen, auch wenn sich dadurch zunächst nichts an deiner Situation verändert.
Achte außerdem darauf, was du bei deinen gegenwärtigen Aufgaben lernen kannst. Vielleicht gibt es eine Fähigkeit, die du verbessern möchtest, oder eine Verantwortung, bei der du zuverlässiger werden kannst. Investiere bewusst etwas Zeit darin, ohne deinen Fortschritt ständig mit dem anderer Menschen zu vergleichen.