Tag 18
Stärke in Schwäche
9 Und er hat zu mir gesagt: Laß dir an meiner Gnade genügen, denn meine Kraft wird in der Schwachheit vollkommen! Darum will ich mich am liebsten vielmehr meiner Schwachheiten rühmen, damit die Kraft…
2. Korinther 12,9 – „9 Und er hat zu mir gesagt: Laß dir an meiner Gnade genügen, denn meine Kraft wird in der Schwachheit vollkommen! Darum will ich mich am liebsten vielmehr meiner Schwachheiten rühmen, damit die Kraft Christi bei mir wohne."
Botschaft
Eine bleibende Schwäche kann mehr berühren als nur den Bereich, in dem du eingeschränkt bist. Sie kann an deinem Selbstbild rütteln. Vielleicht fällt es dir leichter, anderen zu helfen, als selbst Hilfe anzunehmen. Vielleicht kennst du die Sorge, zur Belastung zu werden, Erwartungen nicht mehr zu erfüllen oder weniger wert zu sein, weil du etwas nicht kannst, was früher selbstverständlich war oder anderen mühelos gelingt.
Hinzu kommt die Versuchung, Schwäche zu verstecken. Man möchte nicht bemitleidet, unterschätzt oder auf seine Grenzen reduziert werden. Deshalb kann es einfacher erscheinen, weiterzumachen, als wäre alles in Ordnung.
Doch eine Grenze macht dich nicht automatisch untauglich vor Gott. Ebenso wenig muss sie schön geredet werden. Du darfst wünschen, dass sie verschwindet, nach Lösungen suchen und Unterstützung annehmen. Die entscheidende Frage ist nicht, ob du jede Schwäche überwinden kannst, sondern was geschieht, wenn deine eigene Kraft tatsächlich nicht genügt.
Anwendung
Schwäche anzunehmen bedeutet nicht, passiv zu werden. Es bedeutet, ehrlich zwischen dem zu unterscheiden, was du verändern kannst, und dem, was du heute Christus anvertrauen musst.
Benenne eine konkrete Grenze, gegen die du gerade besonders ankämpfst. Frage dich, ob du sie vor Gott ehrlich anerkennst oder noch versuchst, sie vor dir selbst und anderen zu verbergen.
Nimm sinnvolle Hilfe an, wenn Unterstützung, Beratung, Behandlung oder Entlastung möglich und notwendig ist. Hilfe anzunehmen widerspricht dem Vertrauen auf Gott nicht.
Tu den nächsten möglichen Schritt, auch wenn deine Kraft begrenzt ist. Du musst nicht alles bewältigen. Bitte Christus um die Kraft für das, was heute tatsächlich vor dir liegt.
Gebet
Herr, du siehst meine Grenzen und weißt, wo meine eigene Kraft nicht ausreicht. Ich danke dir, dass ich vor dir nichts verbergen und nicht stärker erscheinen muss, als ich bin.
Bitte hilf mir, ehrlich mit meiner Schwäche umzugehen. Gib mir Weisheit, dort Hilfe anzunehmen, wo sie notwendig und möglich ist, und bewahre mich davor, meine Grenzen aus Stolz zu überspielen oder sie als Entschuldigung für Verantwortungslosigkeit zu benutzen.
Wenn Veränderung möglich ist, schenke mir Kraft und Ausdauer für die nötigen Schritte. Und wenn etwas bleibt, obwohl ich dich um Veränderung bitte, lehre mich, deiner Gnade zu vertrauen. Lass mich erfahren, dass meine Sicherheit nicht in eigener Unabhängigkeit liegt, sondern in Christus.
Trage mich dort, wo ich selbst nicht tragen kann, und wirke durch mein Leben auch mitten in meiner Begrenztheit. In Jesu Namen. Amen.