Tag 3
Stärke aus der Quelle
er machte meine Füße den Hirschen gleich und stellte mich auf meine Höhen;
Psalmen 18,33 – „er machte meine Füße den Hirschen gleich und stellte mich auf meine Höhen;"
Botschaft
Es kann befriedigend sein, Schwierigkeiten selbst zu bewältigen. Du merkst, dass du belastbar bist, Verantwortung tragen kannst und auch dann noch einen Weg findest, wenn es kompliziert wird. Daraus kann ein gesundes Vertrauen in die Fähigkeiten entstehen, die Gott dir gegeben hat.
Schwieriger wird es, wenn aus diesem Vertrauen der innere Anspruch entsteht, möglichst niemanden zu brauchen – irgendwann auch Gott nicht wirklich. Dann fühlt sich Abhängigkeit schnell wie Schwäche an. Kontrolle gibt Sicherheit, weil du selbst bestimmen kannst, was geschieht. Loszulassen dagegen bedeutet, anzuerkennen, dass deine Möglichkeiten Grenzen haben.
Gerade diese Grenze kann unangenehm sein. Denn solange du alles selbst tragen kannst, behältst du das Gefühl, dein Leben im Griff zu haben. Doch Gott fordert dich nicht auf, verantwortungslos oder passiv zu werden. Die tiefere Frage ist vielmehr, ob du deine Kraft mit Gott einsetzt oder versuchst, sie anstelle Gottes zur Grundlage deines Lebens zu machen.
Anwendung
Ordne heute einen konkreten Bereich neu, in dem du dich stark auf deine eigene Belastbarkeit verlässt. Es geht nicht darum, weniger zu tun, sondern bewusst aus einer anderen Quelle zu handeln.
Beginne vor dem Handeln mit Gott. Bevor du eine wichtige Aufgabe oder Entscheidung angehst, bitte ihn konkret um Kraft, Weisheit und Führung.
Prüfe deine innere Haltung. Frage dich bei einer aktuellen Belastung: Übernehme ich gerade Verantwortung – oder versuche ich, alles unter Kontrolle zu halten, weil mir Vertrauen schwerfällt?
Handle anschließend entschlossen. Tu, was in deiner Verantwortung liegt, und überlasse Gott, was außerhalb deiner Möglichkeiten liegt.
So wird Vertrauen nicht zur Passivität. Du gehst deinen Schritt – aber nicht mehr mit dem Anspruch, selbst die Quelle deiner Kraft sein zu müssen.
Gebet
Vater im Himmel, ich danke dir, dass ich mein Leben nicht aus eigener Kraft tragen muss. Du hast mir Fähigkeiten, Verstand, Ausdauer und Verantwortung gegeben, und ich möchte all das treu einsetzen. Bewahre mich aber davor, deine Gaben mit der Quelle meiner Kraft zu verwechseln.
Zeige mir, wo ich mich mehr auf meine Kontrolle, meine Disziplin oder meine Belastbarkeit verlasse als auf dich. Lehre mich, dich nicht erst dann zu suchen, wenn meine eigenen Möglichkeiten erschöpft sind. Ich möchte mit dir beginnen, mit dir entscheiden und mit dir handeln.
Gib mir die Kraft, Verantwortung zu übernehmen, ohne zu glauben, dass alles von mir abhängt. Schenke mir Vertrauen für das, was außerhalb meiner Kontrolle liegt, und Weisheit für das, was du mir zu tun gegeben hast.
Meine Stärke soll mich nicht unabhängig von dir machen, sondern aus der Verbindung mit dir wachsen. In Jesu Namen, Amen.