Tag 7
Gott wirkt im Verborgenen
14 Denn wenn du unter diesen Umständen schweigst, so wird den Juden von einer andern Seite her Trost und Rettung erstehen, du aber und deines Vaters Haus werden umkommen. Und wer weiß, ob du nicht um…
Esther 4,14 – „14 Denn wenn du unter diesen Umständen schweigst, so wird den Juden von einer andern Seite her Trost und Rettung erstehen, du aber und deines Vaters Haus werden umkommen. Und wer weiß, ob du nicht um dieser Umstände willen zum Königtum gekommen bist?"
Botschaft
Es kann verunsichern, wenn du Gott um Führung bittest und trotzdem nicht eindeutig erkennst, was er tut. Vielleicht geschieht etwas Unerwartetes, Menschen treten in dein Leben oder Entscheidungen führen in Richtungen, deren Bedeutung du noch nicht verstehst. Dann wächst leicht der Wunsch nach Gewissheit: War das Gottes Führung? Soll dieses Ereignis mir etwas sagen? Habe ich etwas übersehen?
Gerade in solchen Zeiten kann es schwerfallen, zwischen Vertrauen und Deuten zu unterscheiden. Du möchtest Gottes Handeln nicht verpassen, aber ebenso wenig jedem Zufall eine besondere Botschaft zuschreiben. Und wenn über längere Zeit keine klare Antwort erkennbar wird, kann sich leise die Frage einschleichen, ob Gott überhaupt handelt.
Glaube bedeutet jedoch nicht, jeden verborgenen Zusammenhang erklären zu können. Manchmal besteht die tiefere Herausforderung darin, mit offenen Fragen vor Gott zu bleiben und ihm auch dort Raum zu geben, wo du seinen Weg noch nicht erkennen kannst.
Anwendung
Wenn Gottes Wirken verborgen bleibt, musst du nicht versuchen, den ganzen Weg vorauszusehen. Entscheidend ist, was du heute verantwortungsvoll tun kannst.
Benenne eine konkrete Situation, in der du gerade unbedingt verstehen möchtest, wie Gott handelt. Verzichte bewusst darauf, jedes Detail geistlich deuten zu müssen.
Frage stattdessen: Was ist in dieser Situation bereits klar – durch Gottes Wort, durch meine Verantwortung und durch das, was jetzt wirklich getan werden muss?
Gehe diesen nächsten Schritt gewissenhaft und im Gebet, auch wenn du noch nicht weißt, wie sich alles weiterentwickeln wird.
Ester kannte den Ausgang ihrer Entscheidung nicht. Aber sie erkannte, dass sie an ihrem Platz verantwortlich handeln musste. Auch du darfst treu handeln, ohne vorher den gesamten Zusammenhang zu kennen.
Gebet
Herr, du siehst mehr, als ich sehen kann. Du kennst Zusammenhänge, die mir verborgen bleiben, und du weißt, wohin Wege führen, deren Bedeutung ich heute noch nicht verstehe.
Bewahre mich davor, hinter jedem Ereignis vorschnell eine Botschaft von dir erkennen zu wollen. Schenke mir zugleich das Vertrauen, dass dein Wirken nicht davon abhängt, ob ich es gerade deutlich wahrnehme. Hilf mir, mit offenen Fragen bei dir zu bleiben, statt mich von ihnen beherrschen zu lassen.
Zeige mir, was heute meine Verantwortung ist. Gib mir Weisheit für den nächsten Schritt, Mut zum richtigen Handeln und Demut, das Ungeklärte deiner Hand zu überlassen. Wenn ich deinen Weg nicht erkenne, lass mich dennoch an deiner Treue festhalten.
Ich vertraue dir das Sichtbare und das Verborgene meines Lebens an. Amen.