Tag 15

Ein Mann der Treue

2 Im übrigen wird von Verwaltern nur verlangt, daß einer treu erfunden werde.

1. Korinther 4,2 – „2 Im übrigen wird von Verwaltern nur verlangt, daß einer treu erfunden werde."

Botschaft

Treue klingt groß, zeigt sich aber meistens in kleinen, wiederkehrenden Entscheidungen. Darin, ob dein Wort auch morgen noch gilt. Ob du eine Verantwortung sorgfältig wahrnimmst, obwohl niemand kontrolliert. Ob du bei einer Aufgabe bleibst, wenn sie längst ihren Reiz verloren hat. Und auch darin, ob deine Beziehung zu Gott mehr ist als eine Phase besonderer Begeisterung.

Dabei kann eine Spannung entstehen: Sichtbare Erfolge werden oft schneller wahrgenommen als stille Verlässlichkeit. Wer etwas Außergewöhnliches erreicht, bekommt Aufmerksamkeit. Wer über lange Zeit zuverlässig seinen Platz ausfüllt, wird dagegen leicht übersehen. Das kann ermüden und die Frage aufkommen lassen, ob sich diese Beständigkeit überhaupt lohnt.

Doch gerade in solchen Zeiten wird sichtbar, worauf dein Handeln gegründet ist. Treue braucht nicht ständig neue Begeisterung. Sie wächst dort, wo du dich immer wieder bewusst dafür entscheidest, das dir Anvertraute ernst zu nehmen – auch wenn der unmittelbare Lohn dafür ausbleibt.

Anwendung

Treue wird konkret, wenn du das, was dir anvertraut ist, nicht nur grundsätzlich bejahst, sondern heute verlässlich behandelst.

  • Wähle eine Aufgabe oder Zusage aus, die du zuletzt aufgeschoben oder nur halbherzig erfüllt hast, und bringe sie heute sauber zu Ende.

  • Prüfe eine Verantwortung in deinem Alltag darauf, ob du sie nur dann ernst nimmst, wenn jemand hinsieht oder Anerkennung folgt.

  • Wenn du eine Zusage nicht mehr erfüllen kannst, schweige nicht darüber. Kläre sie ehrlich, statt Verlässlichkeit nur nach außen aufrechtzuerhalten.

Du musst nicht alles gleichzeitig verändern. Treue wächst oft dadurch, dass du im nächsten überschaubaren Schritt zuverlässig wirst und ihn bewusst vor Gott tust.

Gebet

Herr, danke, dass du mein Leben nicht nach äußerem Eindruck beurteilst. Du siehst, was andere nicht sehen, und kennst auch die kleinen Entscheidungen, in denen sich meine Haltung zeigt.

Hilf mir, mit dem treu umzugehen, was du mir anvertraut hast. Bewahre mich davor, nur dann zuverlässig zu sein, wenn Anerkennung folgt oder jemand hinsieht. Gib mir Kraft, Zusagen ernst zu nehmen, Aufgaben gewissenhaft zu erfüllen und meinen Glauben nicht von wechselnder Begeisterung abhängig zu machen.

Wo ich nachlässig geworden bin, zeige mir ehrlich, was verändert werden muss. Wo ich müde bin, schenke mir neue Ausrichtung. Und wo ich versagt habe, hilf mir, nicht auszuweichen, sondern zu dir zurückzukehren und den nächsten Schritt gehorsam zu gehen.

Lass mein Leben dir gehören – im Sichtbaren und im Verborgenen. Amen.