Tag 1
Du bist gewollt
13 Denn du hast meine Nieren geschaffen, du wobest mich in meiner Mutter Schoß. 14 Ich danke dir, daß du mich wunderbar gemacht hast; wunderbar sind deine Werke, und meine Seele erkennt das wohl!
Psalmen 139,13-14 – „13 Denn du hast meine Nieren geschaffen, du wobest mich in meiner Mutter Schoß. 14 Ich danke dir, daß du mich wunderbar gemacht hast; wunderbar sind deine Werke, und meine Seele erkennt das wohl!"
Einstieg
Wenn andere zuerst gewählt werden
Bei einer Gruppenarbeit finden sich die anderen schnell zusammen. Zwei Freundinnen setzen sich nebeneinander, jemand ruft schon den Namen eines anderen Mädchens, und du stehst einen Moment da und fragst dich: Wer will eigentlich mit mir zusammen sein? Solche kleinen Situationen können viel größer wirken, als sie aussehen.
Auch ein Kommentar über dein Aussehen, eine schlechte Note oder das Gefühl, in einer Gruppe nicht richtig dazuzugehören, kann einen Gedanken auslösen: Mit mir stimmt etwas nicht. Gerade dann ist es leicht, den eigenen Wert daran zu messen, wie andere dich ansehen, auswählen oder beurteilen. Doch was ist wahr über dich, wenn du dich gerade nicht besonders oder wichtig fühlst?
Verstanden werden
Wenn Vergleichen weh tut
Es kann sein, dass du dich nach Zugehörigkeit sehnst und deshalb sehr genau bemerkst, wer beachtet, gelobt oder eingeladen wird. Wenn du dich dann mit anderen Mädchen vergleichst, kann aus einem einzelnen Moment schnell ein Urteil über dich werden: Sie ist besser. Ich bin weniger wichtig. Ich müsste anders sein.
Solche Gedanken können sich sehr echt anfühlen. Trotzdem ist ein Gefühl nicht automatisch die Wahrheit über deinen Wert. Du darfst enttäuscht sein, wenn du übersehen wirst, und traurig, wenn Worte verletzen. Aber du musst aus einem schweren Moment kein endgültiges Urteil über dich machen.
Vertiefung
Von Gott geschaffen und gekannt
Psalm 139 ist ein Gebet Davids. Er spricht mit Gott darüber, wie vollständig Gott ihn kennt. In den Versen 13-14 sagt David, dass Gott ihn im Mutterleib gebildet hat und dass er Gott dafür dankt, wunderbar gemacht zu sein. Damit vergleicht David sich nicht mit anderen Menschen. Er staunt darüber, dass sein Leben Gottes Schöpferhand nicht verborgen ist.
Das bedeutet nicht, dass du alles an dir immer mögen musst oder dass jede schwere Erfahrung von Gott verursacht wurde. Menschen können verletzende Dinge sagen, unfair handeln oder jemanden ausschließen. Psalm 139 macht solche Erfahrungen nicht gut. Er zeigt aber: Was andere über dich denken, entscheidet nicht darüber, ob dein Leben vor Gott Bedeutung hat. Du bist sein Geschöpf, und er kennt dich.
Gottes Liebe wird in Jesus noch deutlicher. Römer 5,8 erklärt, dass Christus für uns gestorben ist, als wir noch Sünder waren. Gottes Liebe beginnt also nicht erst dann, wenn du besonders beliebt, hübsch, erfolgreich oder sogar immer gehorsam bist. Du brauchst seine Gnade wie jeder andere Mensch. Jesus liebt nicht nur eine bessere Version von dir, die du erst noch werden müsstest.
Das heißt auch nicht, dass alles, was du tust, automatisch richtig ist. Gott kann dich korrigieren und dir gleichzeitig mit Liebe begegnen. Dein Wert hängt nicht daran, niemals Fehler zu machen. In Christus darfst du lernen, was richtig ist, Vergebung annehmen und wachsen.
Epheser 2,10 nennt die Glaubenden Gottes Werk und spricht davon, dass Gott gute Werke für sie vorbereitet hat. Du musst deshalb heute noch nicht wissen, was du später einmal werden oder tun wirst. Für jetzt genügt: Du darfst Christus gehören, ihm vertrauen und den nächsten guten Schritt gehen. Andere Menschen können dich übersehen. Gott verliert dich nicht aus dem Blick.
Für das Herz
Ein Gefühl ist kein Urteil
Wenn du dich vergleichst, kann der Gedanke „Ich bin weniger wert“ sehr schnell kommen. Du musst diesen Gedanken nicht einfach glauben. Du darfst ihn prüfen: Passt er zu dem, was Gott in Psalm 139 über sein Schaffen und Kennen zeigt?
Du musst dich nicht erst selbst reparieren, bevor Gott dich liebt. Und du musst auch nicht so tun, als würdest du dich immer stark fühlen. Du kannst ehrlich sagen: „Das hat mich verletzt“ oder „Ich mag gerade etwas an mir nicht“ – ohne daraus zu machen: „Deshalb bin ich wertlos.“ Gottes Wahrheit ist größer als ein schwerer Moment.
Begegnung
Sag Gott, was dich trifft
Komm mit dem Gedanken zu Gott, der dich gerade am meisten klein macht. Vielleicht ist es ein Vergleich, ein Satz, den jemand über dich gesagt hat, oder die Angst, nicht dazuzugehören. Du musst ihn nicht schön formulieren.
Sag Gott ehrlich, was daran wehtut. Dann erinnere dich an Psalm 139,13-14: Er kennt dich und hat dich geschaffen. Bitte ihn, dir zu helfen, seine Wahrheit ernster zu nehmen als das Urteil, das du gerade über dich selbst fällst.
Handlung
Ein kleiner Stopp beim Vergleichen
Wenn du dich heute mit einem anderen Mädchen vergleichst, halte kurz inne. Dann tu einen kleinen, konkreten Schritt:
Lies Psalm 139,13-14 einmal langsam und sage in eigenen Worten, was der Text über Gott und dich zeigt.
Ersetze den Vergleich durch einen wahren Satz, zum Beispiel: „Sie kann etwas gut, ohne dass ich dadurch weniger wert bin.“
Frieden
Gottes Blick bleibt
Du musst dir deinen Wert nicht verdienen. Auch wenn du morgen wieder übersehen wirst oder dich neben jemand anderem unsicher fühlst, ändert sich Gottes Wissen über dich nicht. Du darfst verletzt oder enttäuscht sein, ohne dass diese Gefühle das letzte Wort haben.
Dein Frieden hängt nicht daran, ob alle dich mögen oder ob du dich jeden Tag stark findest. Er ruht darauf, dass Gott dich als sein Geschöpf kennt und dass Christus dir mit Gnade begegnet. Du darfst weitergehen, ohne dich selbst beweisen zu müssen.
Gebet
Du kennst mich
Vater im Himmel, danke, dass du mich geschaffen hast und mich kennst. Du siehst auch die Momente, in denen ich mich vergleiche oder mich weniger wichtig fühle. Hilf mir, nicht jedes Urteil über mich zu glauben.
Danke für Jesus und dafür, dass deine Liebe nicht von meiner Leistung abhängt. Zeig mir, wie ich mich mit deinen Augen sehen kann und wie ich heute einen guten Schritt mit dir gehe. Amen.